Zwei 13jährige Jungen in Ägypten zum Islam gezwungen

(Kairo / Frankfurt) Die 13jährigen christlichen Zwillinge Mario und Andrew Medhat Ramsis wurden gegen ihren Willen auf Anweisung des von ihnen getrennt lebenden Vaters, Medhat Ramsis zu Muslimen erklärt, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Ramsis konvertierte zum Islam und ließ ohne Wissen und Zustimmung der bei ihrer christlichen Mutter lebenden Zwillinge als Religionszugehörigkeit „Muslim“ in den Geburtsurkunden der beiden eintragen. Der Vater lebt seit seiner Konversion zum Islam und seiner Wiederheirat im Jahr 2002 nicht mehr bei seiner christlichen Familie. Die Zukunft der Zwillinge hängt nun von der Entscheidung eines ägyptischen Gerichts ab, so die IGFM.

Das ägyptische Zivilrecht erlaubt, daß die Kinder bei ihrer Mutter, Kamilia Lufti bleiben. Nach islamischem Recht geht das Sorgerecht aber immer auf den muslimischen Elternteil über.

Naguib Gabriel, der Anwalt der Zwillinge Mario und Andrew Medhat Ramsis und deren Mutter, bat das Gericht um eine Vertagung der Anhörung der 13jährigen Brüder. Er hoffe die Anhörung bis nach dem 17. November verschieben zu können, so Gabriel. An diesem Tag wird das Urteil über den Antrag von 12 koptischen Konvertiten getroffen, die vom Islam zurück zum Christentum konvertiert waren. Am Vorgehen in diesem Fall könne man die Haltung des ägyptischen Staates erkennen, so Gabriel.

Beide Jungen mußten seit Bekanntwerden ihrer Zwangskonversion gegen ihren Willen den islamischen Religionsunterricht in der Schule besuchen. Sie schrieben in ihren Abschlußklausuren im Fach Islam nur die Worte „Ich bin Christ“, obwohl dies ihre Versetzung in die nächst höhere Klasse gefährdete.

Der ägyptische Bildungsminister Yusri al-Gamal entschied am 25. August, daß die Jungen dennoch die nächste Klasse besuchen dürfen, aber die Zukunft der Jungen hängt von mehr ab. Wenn das ägyptische Gericht sich auf die Scharia beruft, dann wäre im Falle der Rückkehr zum Christentum der beiden Jungen die Strafe für Apostasie zu verhängen. „Diese entspricht nach Auffassung der muslimischen Hauptströmungen in Ägypten, der Todesstrafe“, so die IGFM.

Anwalt der Zwillinge gerät zunehmend unter Druck

Auch der Anwalt der beiden steht seit seiner Aufnahme dieses Falles unter enormen Druck. Der muslimische Anwalt Muhammad al-Shishtwai hat eine Beschwerde beim ägyptischen Generalstaatsanwalt gegen Rechtsanwalt Gabriel eingereicht. Der christliche Anwalt würde falsche Gerüchte verbreiten, Ägyptens nationale Einheit gefährden, Unfrieden anstacheln und das Bild Ägyptens international diffamieren, so die ägyptische Tageszeitung Al-Akhbar.

Die IGFM weist die ägyptische Regierung darauf hin, daß sie die Pflicht hat, die Religionsfreiheit zu gewährleisten. Sie appelliert an Präsident Hosni Mubarak, sich einzuschalten und die Zwillinge, sowie ihren Anwalt vor Drohungen und Übergriffen zu schützen und sie selbst über ihre Religionszugehörigkeit und ihren Lebensraum bestimmen zu lassen.

(PM/ JF)

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