„Der Papst liebt euch“ – Messe und Heiligsprechung

(Sao Paolo) Viel Beifall, Gesang, Sonne und Farbenfreude bei der Papstmesse auf dem Marsfeld, vor der beeindruckenden Skyline der Millionenstadt Sao Paolo. Es war ein staatlicher Feiertag, und darum kam auch weit über eine halbe Million Menschen, um mit Papst „Bento“ zu feiern. „Es lebe der Papst!“ rief anfeuernd ein Priester, der gleichzeitig eine Art Moderatorenrolle ausfüllte.
Es war für den Gast aus Rom seine wohl größte Veranstaltung auf dieser Lateinamerika-Reise – und ein richtiggehendes Bad in der Menge, in vielem an die Auftritte Johannes Pauls II. erinnernd. Roter Faden durch die Eucharistiefeier war das Jesuswort: Vater, ich danke Dir, dass du es den Weisen und Verständigen verborgen, den Unmündigen aber geoffenbart hast. Eine Art Hohelied auf die Bescheidenheit. Gemünzt war das auf den Mann, der heute der brasilianischen und der Welt-Kirche als Heiliger vorgestellt wurde: Frei Antonio de Sant´Anna Galvao, Brasiliens erster einheimischer Heiliger. Dem deutschstämmigen neuen Erzbischof von Sao Paolo, Odilo Scherer, war der Stolz auf diesen neuen Heiligen anzumerken: Sao Paolo sei nicht nur eine vibrierende Metropole, sondern auch ein Ort der Heiligkeit.
Für alle Gläubigen auf dem Marsfeld, aber auch die Fernsehzuschauer war es dann wohl ein ergreifender Augenblick, als der Papst unter einem überlebensgroßen Porträt Frei Galvaos die Heiligsprechungsformel sprach: zum ersten Mal für einen hundertprozentigen Brasilianer, eine Premiere für das Land mit den meisten Katholiken der Welt.
Benedikt XVI. wirkte wach und ausgeruht, angetan vom Enthusiasmus um ihn herum, manchmal etwas irritiert von für ihn unerwarteten Wendungen der Liturgie. „Der Papst liebt euch!“ rief er in seiner Predigt aus – „er liebt euch, weil Christus euch liebt!“ Das war einer der wenigen Momente, in denen die in flüssigem Portugiesisch vorgetragene Predigt von Beifall unterbrochen wurde. Viele der Menschen hatten schon seit Mitternacht auf den Heiligen Vater gewartet – dem Papst gelang es, sie mit seiner Freundlichkeit für sich einzunehmen.
(Radio Vatikan)

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