1571: Heute vor 446 Jahren fand die Seeschlacht von Lepanto statt

Don Juan de Austria „rettete Europa mit der tatkräftigen Hilfe Gottes“

Don Juan de Austria (1547-1578), Grabmal im Escorial
Don Juan de Austria (1547-1578), Grabmal im Escorial

Erst 24 Jahre alt war Johann von Österreich, der „natürliche“ Sohn Kaiser Karls V., als er am 7. Oktober 1571 die Heilige Liga in der Seeschlacht von Lepanto zum Sieg führte.

Johann von Österreich, bekannt als Don Juan de Austria
Johann von Österreich, bekannt als Don Juan de Austria

Unter seinem spanischen Namen Don Juan de Austria ist der in Regensburg geborene Kaisersohn und Retter des christlichen Abendlandes in die Geschichte eingegangen. Die Türken des Osmanischen Reiches schienen unaufhaltsam auf Europa vorzurücken. Das Byzantinische Reich hatten sie 1453 ausgelöscht und auch die griechischen Inseln, die von den Kreuzrittern verteidigt wurden, der Reihe nach erobert. 1526 besiegten sie Ungarn und Kroatien, konnten aber 1529 vor Wien aufgehalten werden. Damit war die Gefahr aber nicht gebannt. Erst der Sieg von Lepanto brachte die Wende, zunächst zur See, mehr als ein Jahrhundert später, 1683, erneut vor Wien, auch zu Lande.

Der Habsburger Johann von Österreich war ein Halbbruder Philipps II., König von Spanien, Sizilien, Neapel und Sardinien, Herzog von Mailand und Luxemburg, Großmeister des Ordens vom Goldenen Vlies, dem auch Don Juan angehörte. Maximilian II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Erzherzog von Österreich, König von Böhmen, Ungarn, Kroatien und Slawonien, Herzog von Steyer, Kärnten und Krain, Graf von Habsburg und Tirol, war sein Vetter.

Nach seinem Sieg in der für das christliche Europa schicksalshaften Seeschlacht prangte auf seinen Fahnen ein Kreuz mit der Inschrift:

„In diesem Zeichen besiegte ich die Türken und werde die Ketzer besiegen“.

Das Banner, unter der die Heilige Liga in Lepanto kämpfte, und die am Masten der Galeere Don Juans aufgezogen war, hängt seither in der Kathedrale von Toledo, die Standarte in der Kathedrale von Santiago. Seine Galeere kann in Barcelona bestaunt werden.

Pläne zur Befreiung von Maria Stuart und ein früher Tod

Das 16 Meter lange Banner der Heiligen Liga in der Seeschlacht von Lepanto (Kathedrale von Toledo)
Das 16 Meter lange Banner der Heiligen Liga in der Seeschlacht von Lepanto (Kathedrale von Toledo)

Als Statthalter in den Niederlanden versuchte er dann das von England unterstützte, subversive Treiben des calvinistischen Patriziats zu unterbinden, wofür ihm zu wenig Mittel und Soldaten zur Verfügung standen. In seinem kühnen Wesen schmiedete er Pläne, von dort aus Maria Stuart (1542-1587) zu befreien. Die Katholikin Maria, Königin von Schottland und kurzzeitig auch von Frankreich, war die rechtmäßige Thronerbin von England und Irland. Die Anglikanerin Elisabeth I. hatte aber den Thron usurpiert und Maria 1569 gefangengesetzt. Nach 18 Jahren Gefangenschaft wurde sie schließlich hingerichtet.

Es folgten Mordanschläge gegen Don Juan, die offenbar auf das Konto der calvinistischen Generalstaaten und Elisabeths I. gingen, die miteinander verbündet waren. Beide fürchteten den Erfolg des draufgängerischen Österreichers.

Von den Attentaten gesundheitlich geschwächt starb Don Juan, erst 31 Jahre alt, am 1. Oktober 1578 wahrscheinlich an der Pest. Er hielt sich zu jener Zeit im Feldlager seines Heeres bei Namür auf, wo die Pest wütete. Er verließ seine Truppen aber nicht und suchte unerschrocken die an der Pest erkrankten Soldaten auf, denen er Hoffnung und Trost zusprach.

Der habsburgische Held wurde zunächst in der Kathedrale von Namür bestattet. Auf Wunsch von König Philipp II. sollte er aber nach Spanien überführt werden. Während sein Herz in Namür belassen wurde, brachte man seinen Leichnam auf abenteuerliche Weise nach Spanien, damit er nicht in die falschen Hände fiel.

In Spanien wurde er, obwohl ein außereheliches Kind, feierlich mit allen Ehren im Escorial, dem Klosterpalast der spanischen Habsburger, in der Königskrypta beigesetzt. Er liegt in einem prächtigen Sarkophag, der mit dem österreichischen Bindenschild geziert ist, im Panteón de Infantes (Grab der Kinder) in unmittelbarer Nähe des Panteón de los Reyes, in dem die spanischen Könige und Königinnen begraben sind, deren ranghöchster Don Juans Vater Kaiser Karl V. ist.

„Der Herr vergellts ihm allezeit“

In Regensburg, seiner Geburtsstadt, erinnert seit 1978 auf dem Zieroldsplatz ein Denkmal an ihn. Eine ältere Gedenktafel befindet sich am Goldenen Löwen auf dem Haidplatz mit der Inschrift:

Hat offt geruet nach langer fahrt
Herr KAYSER CARL DER FÜNFFT genandt
In aller Welt gar wohl bekannt
Der hat auch hie zu gueter stundt
Geküsset einer jungfraw mundt

Dann draus erwuchs dem Vatter gleich
Der DON JUAN VON OESTERREICH
Der bei LEPANTO in der Schlacht
Vernichtet hat der Türckhen Macht
Der HERR vergellts ihm allezeit
So ietzt wie auch in Ewigkeit

Am „Blomberg-Haus“ erinnert eine Tafel an seine Mutter Barbara Blomberg. Dort ließ die griechische Stadt Naupaktos (Lepanto) 1998 eine Gedenktafel anbringen mit der Inschrift:

Die Stadt Naupaktos (Lepanto)
in Dankbarkeit
dem Sieger Don Juan d’Austria.
Wie Themistokles bei Salamis
so überwand er bei Lepanto
(7.10.1571) den starken Feind
in einer Seeschlacht
und rettete Europa mit der
tatkräftigen Hilfe Gottes.

Im Februar 2013 kletterte ein marokkanischer Muslim auf das Standbild Don Juans auf dem Zieroldsplatz, brachte daran Fahnen und Embleme von Marokko, der Türkei und des islamisches Halbmondes an und forderte die Entfernung des Denkmals mit der Begründung: „Der Islam ist eine friedliche Religion“.

Heute vor genau 446 Jahren fand die Seeschlacht von Lepanto statt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons/Pinterest/MiL

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4 Kommentare

  1. Leider kommt im obigen Artikel nicht vor, wie energisch Papst Pius V sich um alle Details einer erfolgreichen Abwehr der islamischen Angreifer durch die (212) Kriegsschiffe der Heiligen Liga kümmerte. Überhaupt haben ja die Päpste 1400 Jahre lang unentwegt bei Kaisern, Königen und Fürsten alle Hebel in Bewegung gesetzt,um die immer wieder anbrandenden Islamhorden von Europa fernzuhalten, wobei sie auch des öfteren die Truppen ihres Kirchenstaates gegen diese ins Feld warfen, so u.a. 1683 vor Wien. Daß es das Abendland und D nur deshalb gibt, davon haben jüngere Deutsche keine Ahnung, denn in den 1970er Jahren verschwanden aus den Lehrplänen so gut wie alle diesbezüglichen Themen.

    Nur zu gerne würde man mal in die langen Gesichter von Papst Franziskus, der Kardinäle Woelki, Marx usw. blicken, auf die Anfrage hin, was denn nun eigentlich katholisch sei:
    Daß Päpste und Bischöfe jahrhundertelang das Fernhaltenmüssen der brandgefährlichen Koranverwirrten vom Abendland predigten, um das Überleben sicherzustellen – oder daß seit 1965 die postkonziliaren Päpste und Bischöfe den Respekt vorm Koran fordern und eine Willkommenskultur gegenüber den Koranverwirrten ?

  2. Ja, so einen tatkräftigen christlichen Helfer bräuchte das Abendland heute wieder. Leider ist weit und breit keine solche Persönlichkeit und keine entsprechende Organisation in Sicht.

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