Chiles Präsidentin legalisiert Abtreibung und „Homo-Ehe“ und darf (dafür) im Vatikan sprechen

Michelle Bachelet als Referentin beim November-Workshop der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften.
Michelle Bachelet als Referentin beim November-Workshop der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften.

(Rom) Die sozialistische Staatspräsidentin Chiles, Michelle Bachelet, überzeugte Abtreibungslobbyistin und Fördererin der „Homo-Ehe“, wurde eingeladen, im Vatikan über den Planeten und das Klima zu sprechen.

Bachelet scheint als Rednerin beim Herbst-Workshop der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften auf. Großkanzler der Akademie ist der umtriebige „politische Arm“ von Papst Franziskus, Kurienbischof Marcelo Sanchez Sorondo. Jener Mann, der überzeugt ist, daß die Menschheit gerade „einen magischen Moment erlebt“, weil unter Franziskus ein Gleichschritt zwischen Kirche und UNO erreicht worden sei.

Das Thema der Tagung lautet: „Health of People and Planet: Our Responsibility” (Gesundheit der Menschen und des Planeten: Unsere Verantwortung). Katholisches.info berichtete darüber im Artikel Der Klimawandel und das eigentliche Ziel dahinter – „Und schon wieder“ kehren die Neomalthusianer im Vatikan ein. Der Workshop, der vom 2.–4. November im Vatikan stattfinden wird, ist Teil einer Veranstaltungsreihe zu Fragen des Umweltschutzes, des Klimawandels, des Artensterbens und der „nachhaltigen Entwicklung“. Neu ist, daß auch Chiles Staatspräsidentin zu den Referenten des neuen Kurses im Vatikan gehört. Sie wird über„Initiativen der chilenischen Regierung zur Abschwächung oder Beseitigung der negativen Auswirkungen des Klimawandels“ sprechen.

Eine „Initiative“ Bachelets, die Legalisierung der Abtreibung in Chile, wurde im Sommer vom chilenischen Parlament mit den entscheidenden Stimmen der Christdemokraten beschlossen und noch im August vom Verfassungsgerichtshof bestätigt.

Isabel Allende, Tochter des ehemaligen sozialistischen Staatspräsidenten Salvador Allende (1970–1973), Vorsitzende der Sozialistischen Partei Chiles und Mitglied des chilenischen Senats, lobte gegenüber der Tageszeitung La Tercera, daß „die Zustimmung zu diesem Gesetz, die Konkretisierung des Einsatzes der Staatspräsidentin darstellt“. Durch diesen „Einsatz“ wurde Chile aus der Liste der Länder entfernt, in denen das ungeborene Leben geschützt ist.

Bachelet: Frauen haben durch Abtreibung „ein Grundrecht zurückgewonnen“

Als das Parlament dem Abtreibungsgesetz zugestimmt hatte, schrieb Bachelet auf Twitter:

„Heute haben wir Frauen ein Grundrecht zurückgewonnen, das wir nicht mehr aufgeben dürfen.“

Als auch das Verfassungsgericht grünes Licht gab, twitterte sie „bewegt“ über die Zustimmung:

„Es ist ein Erfolg vieler Frauen, die wir 30 Jahre dafür gearbeitet haben!“

Wenige Tage nach der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs unterzeichnete Bachelet auch das Gesetz zur Einführung der „Homo-Ehe“.

Dazu schrieb die Staatspräsidentin auf Twitter:

„Um zu lieben, gibt es keine Bedingungen. Um auf dem Weg zu einem inklusiven Chile weiterzukommen, habe ich heute das Gesetz für die gleichgestellte Ehe unterschrieben.“

Tweet von Bachelet nach der Zustimmung des Parlaments zum Abtreibungsgesetz
Tweet von Bachelet nach der Zustimmung des Parlaments zum Abtreibungsgesetz

Das neue Gesetz bedeutet eine Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuches. Die bisherige Definition von Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau wurde abgeändert in eine Verbindung „zwischen zwei Menschen“. Ebenso wurde die Adoption von Kindern durch Homosexuelle eingeführt.

Dieselbe Bachelet, die unter US-Präsident Barack Obama zur ersten Chefin der neuerrichteten UNO-Unterorganisation UN Women wurde und sich für die weltweite Abtreibungslegalisierung stark machte, wird nun im Vatikan über den Klimawandel sprechen.

Die Neomalthusianer haben den Vatikan besetzt

Weitere Redner werden die drei US-Amerikaner Scott Peters, Kevin de Leon und der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown sein. Alle drei gehören laut LifeSiteNews zu den Unterstützern des weltgrößten Abtreibungskonzerns Planned Parenthood. Jerry Brown, Vertreter der Demokratischen Partei, setzte 2015 seine Unterschrift unter ein Selbstmordgesetz, mit der dieses in Kraft treten konnte.

Hans Joachim „John“ Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Klimaguru der deutschen Bundesregierung und Mitglied des Weltklimarates (IPCC), gehört inzwischen schon zu den „alten Bekannten“ im Vatikan, seit er bei der Vorstellung der Öko-Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus als Überraschungsgast auf dem Podium saß. Um auf die „Klimakrise“ effizient reagieren zu können, schlug Schellnhuber 2013 eine „globale demokratische Gesellschaft“ vor, die von einer kleinen Gruppe entscheidungsbefugter, internationaler Institutionen repräsentiert werden sollte, die sich auf die souveränen Staaten stützt, die in der UNO zusammengeschlossen sind. Dafür solle es eine Weltverfassung, einen Weltrat und einen planetarischen Gerichtshof geben.

Am 3. November ist schließlich auch eine Rede von Jeffrey Sachs vorgesehen, dem ersten Neomalthusianer, der über Kurienbischof Sanchez Sorondo Einzug im Vatikan hielt. Die genannten Referenten vertreten in unterschiedlicher Intensität, aber prinzipiell alle, die These einer angeblichen Überbevölkerung. Diese wird für den Klimawandel verantwortlich gemacht, weshalb sie für eine drastische Bevölkerungsreduzierung eintreten. Sachs griff 2011 in einem von CNN veröffentlichten Beitrag direkt auf Thomas Robert Malthus zurück, den er zitierte.

So verwundert nicht, daß auch Partha Dasgupta Gast im Vatikan sein wird. Der Wirtschaftsprofessor in Cambridge ist das Aushängeschild von Population Matters, einer Organisation, die sich seit 1991 für die Erreichung einer „optimalen“, von Dasgupta errechneten Weltbevölkerungszahl einsetzt. Zur Erreichung dieser „Bevölkerungsoptimierung“ müßte die heutige Weltbevölkerung um ein bis zwei Drittel reduziert werden. Wie die angestrebte Bevölkerungsdezimierung in Milliardenhöhe realistisch und ohne Massen-Zwangsmaßnahmen erreicht werden soll, wird von Population Matters nicht gesagt, jedenfalls nicht öffentlich.

Im Frühjahr 2015 taten sich erstmals öffentlich die Tore des Vatikans für die Neomalthusianer auf. Zuvor waren seit der Wahl von Papst Franziskus hinter den Kulissen die Kontakte geknüpft worden. Heute scheinen die Bevölkerungs- und Klimaideologen – das Klima dient als Argument für die angestrebte Bevölkerungsreduzierung – den Vatikan fest im Griff zu haben. Dies gilt zumindest für die von Sanchez Sorondo geführten Päpstlichen Akademien der Wissenschaften und der Sozialwissenschaften. Innerhalb kürzester Zeit wurde ein Paradigmenwechsel vollzogen. Die Vertreter von Positionen, die bisher im Vatikan inakzeptabel waren, bestimmen heute die Szene. Jene, die weiterhin die bisherigen Positionen der Kirche vertreten, werden nicht einmal mehr eingeladen und sind bei den Veranstaltungen der genannten Akademien unerwünscht.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Twitter/PASS (Screenshots)

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2 Kommentare

  1. Bergoglio entpuppt sich endgültig als Katholokommunist, der nicht die Lehre der Kirche, sondern den geistigen Kommunismus, auch kultureller Sozialismus genannt vertritt. Zum kulturellen Sozialismus zählen (Un)werte wie Abtreibung, Euthanasie, Frühsexualisierung von Kindern, Zerstörung der Familie, Genderismus, Propagierung sexueller Widernatürlichkeiten, kurz gesagt, alles was der hl. Papst Johannes Paul ii. treffend als Kultur des Todes bezeichnet hat. Ecclesia, quo vadis?

    • Das kann man aus diesem Aufsatz nicht herleiten. Zwar ist es unschön, dass der Vatikan dieser Frau nicht oder nicht deutlicher sein Missfallen über ihre Haltung zur Abtreibung signalisiert, dass er ihr vielleicht unbewusst hilft, in der Kirche Salonfähig zu sein, aber die Einladung bedeutet nicht, dass er diese Haltung gutheißt. Man könnte dieses Verhalten eher „politisch“ betrachten, denn eine Rede dieser Tötung befürwortende Ärztin über Klimawandel und Maßnahmen dagegen kann man schwer als wissenschaftlich betrachten.

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