Zum Tod von Pater Otto Maier SJM, unermüdlicher Streiter für das Lebensrecht der Ungeborenen

Pater Otto Maier SJM, ein unermüdlicher Lebensrechtler, ist am vergangenen 18. August im Alter von 86 Jahren verstorben. Am kommenden Freitag findet das Begräbnis statt.

P. Otto Maier SJM (1931-2017)
P. Otto Maier SJM (1931-2017)

1931 in Stuttgart geboren, trat er 1953, nach seiner Schulzeit und Ausbildung bei der Deutschen Bahn, in Friedberg bei Augsburg in den Pallotinerorden ein.  Am 16. Juli 1959 wurde er in Friedberg zum Priester geweiht und wirkte dann für seinen Orden als Erzieher in der Schweiz und als Schuldirektor in Spanien.

„Besonders herauszuheben ist sein leidenschaftliches, unermüdliches und wortgewaltiges Eintreten für die Rechte des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“, heißt es im Totenzettel. Wer ihn selbst in diesem Anliegen sprechen gehört hat, kann diese Worte nur unterschreiben. Frühzeitig unterstützte er die von Walter Ramm 1979 gegründete Aktion Leben Deutschland, eine der größten Lebensrechtsorganisationen des Landes. Er wurde Vorstandsmitglied und Redakteur der Zeitschrift „Christ und Zukunft“, die von der Aktion Leben herausgegeben wurde.

Die Lage der Kirche und die neue Heimat als Diener Jesu und Mariens

Der Pallotiner, ein großer Marienverehrer, besonders Unserer Lieben Frau von Fatima, setzte Mitte der 90er Jahre einen ungewöhnlichen Schritt, der nur vor dem Hintergrund der Entwicklung in der katholischen Kirche verständlich wird. 1995 veröffentlichte er im FE-Medienverlag das Buch „Der Beauftragte“, eine „Analyse zum Zeitgeschehen“. Pater Maier analysierte darin auf 270 Seiten die Lage der katholischen Kirche. Im Jahr darauf verließ er die Gesellschaft der Pallottiner und wechselte in die Kongregation der Diener Jesu und Mariens (SJM). Am 8. Dezember 1998 legte Maier in der neuen Gemeinschaft die Ewigen Gelübde ab.

Die Diener Jesu und Mariens waren 1988 von seinem langjährigen Freund, dem Jesuiten Andreas Hönisch, gegründet worden. Die Umbrüche der Zeit und die damit einhergehende Kirchenkrise drängten beide, glaubenstreue Priester nach einer neuen geistlichen Heimat zu suchen, die sie in der Tradition fanden. Die Servi Jesu et Mariæ gehören seit 1994 zu den sogenannten Ecclesia-Dei-Gemeinschaften, benannt nach dem Motu proprio Ecclesia Dei von Papst Johannes Paul II. von 1988.

Publizistisches Wirken für eine Erneuerung der Kirche und die Ungeborenen

"Der Beauftragte"
„Der Beauftragte“

Im neuen Orden übernahm Pater Maier zunächst die Herausgeberschaft der ordenseigenen Zeitung „Der Ruf des Königs“. Bis zu seinem Tod schien er noch als Geschäftsführer des SJM-Verlages auf. In diesem veröffentlichte er 1997 „Ganz sicher nicht katholisch!“, ein  „Weißbuch“ über den BDKJ und seine Mitgliederverbände .

1998 legte er im selben Verlag das Buch „Macht dem Töten ein Ende!“ vor. Dabei handelte es sich um ein 218 Seiten starkes „Plädoyer für Ungeborene“, das sich gegen die Tötung der ungeborenen Kinder im Mutterleib wendet.

Um den Zustand der Kirche besorgt und um eine Erneuerung bemüht war Pater Maier auch im Kreis katholischer Priester aktiv, der eigene Rundbriefe veröffentlichte. Dabei kam es auch zu manchen Konflikten und Mißverständnissen.

Der innige Marienverehrer: 100 Jahre Fatima

Pater Maier war zudem viele Jahre der Leiter der Marianischen Priesterbewegung von Don Stefano Gobbi in der Bundesrepublik Deutschland, die sich den Anliegen der Gottesmutter von Fatima verschrieben hat. 2014 hielt er noch Einkehrtage für den Helferkreis der Bewegung, bei denen er über das Laben und Wirken von Don Gobbi referierte. Zu seinen publizistischen Tätigkeiten zählt auch die Übersetzung von Marcial de Jesus Viveros‘ SSCC Gebetbuch „Gottheit tief verborgen, betend nah ich Dir“ mit Gebeten „zum eucharistischen Herrn für jeden Tag der Woche“ und „Rosenkranzbetrachtungen für die ungeborenen Kinder im Schoß ihrer Mütter“.

Ein großer Förderer der Marienverehrung
Ein großer Förderer der Marienverehrung

Im Zusammenhang mit Fatima betonte Pater Maier, daß der damalige Glaubenspräfekt Joseph Ratzinger, nach eigenem Bekunden, im Juni 2000, als Papst Johannes Paul II. die Veröffentlichung des sogenannten Dritten Geheimnisses wünschte, nicht eine offizielle Stellungnahme der Glaubenskongregation, sondern nur eine „persönliche Version“ bekanntgegeben habe. In den letzten Jahren häufig eine Aussage von Papst Benedikt XVI. vom 13. Mai 2010 auf dem Rückweg von Fatima: „„Wer glaubt, daß die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich.“

Im Juli 2016 sollte er als Referent beim Fatima-Symposium in Marienfried zum Thema „Ausblick auf ein zentrales Thema der Fatima-Botschaft – Die Weihe an das unbefleckte Herz Mariens“ sprechen. Im Mai erlitt Pater Maier einen Schlaganfall, von dem er sich recht zwar schnell erholte, dann aber so unglücklich stürzte, daß er einen komplizierten und schmerzhaften Hüftbruch erlitt. Die letzte Zeit verbrachte er zur Rehabilitation in Altötting.

Im 100. Jahrestag der Marienerscheinungen von Fatima, die sein Leben so stark geprägt hatten, wurde er am Tag vor der vierten Erscheinung vom 19. August 1917 aus dieser Welt abberufen. Von seinen Mitbrüdern „auf seinem Leidensweg begleitet“, starb er „gut versorgt mit den Hl. Sakramenten“.

Die Beerdigung von P. Otto Maier SJM findet am Freitag, den 25. August in der Gebetsstätte Marienfried statt.

In der großen Kirche Maria, Mutter der Kirche wird um 14 Uhr ein Seelenrosenkranz gebetet. Um 14.30 Uhr folgt das Requiem in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus mit anschließender Beerdigung am angrenzenden Friedhof der Gebetsstätte. Die Predigt wird Hw. Guido Becker halten.

Requiescat in pace

Text: Giuseppe Nardi
Bild: SJM/ZVAB/MiL (Screenshots)

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