Blutiger Hochsommer: 70 Tote – Der Furor des Dschihad

Kampffahne des Islamischen Staates (IS) und von Boko Haram
Kampffahne des Islamischen Staates (IS) und von Boko Haram

Vier Attentate innerhalb weniger Tage haben den europäischen Hochsommer, für Katholiken mit dem Hochfest Mariä Himmelfahrt verbunden, stark getrübt. Die Bilanz der Dschihadisten ist noch brutaler, denn sie morden nicht nur in Europa.

17. August: Barcelona und Cambrils (Katalonien)

Am 17. August raste ein Lieferwagen auf der Rambla in Barcelona in die Menschenmenge. Die Bilanz: 13 Tote und 119 Verletzte. Nur wenige Stunden später wurden in Cambrils, einem Touristenzentrum südlich von Barcelona, fünf islamische Terroristen von der Polizei erschossen, nachdem diese zuvor in eine Menschengruppe gerast waren. Dabei wurden eine Frau getötet und fünf weitere Personen verletzt. Laut den spanischen Ermittlern wurden beide Attentate von derselben islamistischen Terrorzelle verübt. Die Zelle bestand – soweit bisher bekannt – aus Marokkanern und hatte sich im Umfeld der Moschee von Ripoll gebildet, einer katalanischen Kleinstadt in den Pyrenäen, nahe der Grenze zu Frankreich. Ihr Anführer soll der Imam der dortigen Moschee, Abdelaki Es Satty, sein, der den Fahndern bisher entwischt ist. Es wird aber nicht ausgeschlossen, daß er sich unter den toten Terroristen befindet, die in Alcanar, rund 100 Kilometer von Cambrils entfernt, getötet wurden, als ein Versteck der Terrorzelle explodierte.

18. August: Turku (Finnland)

Am 18. August kam es in Finnland zu einer Messerattacke durch einen angeblich 18 Jahre alten Marokkaner, der in dem skandinavischen Land Asyl beantragt hatte. In der Stadt Turku stach er auf einem Platz acht Frauen und zwei Männer nieder. Zwei Frauen wurden dabei getötet. Die Polizei setzte den Angreifer durch gezielte Schüsse in die Beine außer Gefecht.

19. August Surgut (Rußland)

Am 19. August attackierte in Rußland ein Mann Fußgänger in Surgut, einer Stadt in Westsibirien. Bevor ihn die Polizei erschießen konnte, verletzte er sieben Menschen, zwei davon gefährlich.

Die Dschihad-Miliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu allen vier Anschlägen. Die russische Polizei ermittelt zwar auch in andere Richtungen, doch scheint es kaum begründete Zweifel an der Urheberschaft des Islamischen Staates zu geben, der sich in der Vergangenheit nur zu solchen Angriffen bekannt hatte, die tatsächlich auf sein Konto gingen.

Die Bilanz in Europa lautet 15 Tote und 139 Verletzte.

13. August: Quagadougou (Burkina Faso)

Die Islamisten haben aber nicht nur in Europa zugeschlagen. Den Auftakt machte ein Massaker am Sonntagabend des 13. August in Burkina Faso. Ein Dschihad-Kommando griff im Zentrum der Hauptstadt Quagadougou das bekannte Restaurant Aziz Istanbul an. 18 Menschen wurden getötet, 25 verletzt, Männer, Frauen, Kinder.

14. August: Minusca (Mali)

Am 14. August erfolgte der Angriff einer anderen Dschihad-Zelle auf den Stützpunkt der UNO-Blauhelme in Minusca bei Timbuktu in Mali. Fünf malische Sicherheitskräfte und zwei Blauhelme wurden getötet. Der Angriff konnte von den Blauhelmen zurückgeschlagen werden, wobei vier Aggressoren getötet wurden.

15. August: Maiguguri (Nigeria)

Am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, verübte eine Dschihad-Gruppe von Boko Haram ein Massaker in einem Flüchtlingslager bei Maiguguri, der Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Borno. Drei Frauen sprengten sich selbst in die Luft. 27 Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. Ein Ordner des Lagers berichtete, daß sich die erste Attentäterin in der Nähe des Lagereingangs in die Luft sprengte. Darauf brach die Panik aus. Während die im Lager untergebrachten Flüchtlinge sich und ihre Habe in Sicherheit zu bringen versuchten, zündeten die beiden anderen Attentäterinnen ihre Sprengsätze. Diese hätten die meisten Opfer gefordert.

Ein soeben von Forschern der US-Militärakademie von West Point veröffentlichte Studie besagt, daß noch nie eine Gruppe so viele Frauen für Selbstmordanschläge eingesetzt habe als Boko Haram. Von den mehr als 400 seit 2011 verübten Attentaten, wurden mehr als die Hälfte von Frauen ausgeführt. Seit Anfang 2017 waren es 80 Frauen, darunter viele Kinder und Jugendliche, die laut Studie zu einem erheblichen Teil gezwungen wurden, sich selbst in die Luft zu sprengen. Frauen würden eingesetzt, so der Bericht, weil sie unbeachteter blieben, aber auch wegen der größeren internationalen Aufmerksamkeit.

17. August: Maleli (Kenia) und Touronata (Burkina Faso)

Am 17. August wurden in Kenia von Dschihadisten drei Menschen ermordet. Die Angreifer waren Soldaten der Dschihad-Miliz Al Shabaab aus Somalia. Sie griffen das Dorf Maleli im Distrikt Lamu an. Den drei Männern schnitten sie die Kehle durch und enthaupteten sie dann. Bevor sie sich zurückzogen, legten sie Feuer.

Zur gleichen Zeit haben die Dschihadisten erneut in Burkina Faso getötet, wo man noch vom Attentat vom 13. August geschockt war. Zu ihren Opfern wurden drei Soldaten, darunter eine Frau. Das Attentat fand in Touronata, einer Stadt im Norden des Landes statt. Es handelt sich um den ersten Angriff, der sich direkt gegen die Armee des Landes richtete.

Die Blutspur der Islamisten ist größer als viele denken, da sie nicht nur in Europa morden, wo Medien zunächst dazu neigen, Motive und Hintergründe der Attentate als „unbekannt“ darzustellen. Die islamistische Matrix wird von manchen erst dann berichtet, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt.

Text: Andreas Becker
Bild: Wikicommons

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1 Kommentar

  1. Kleine geographische Korrektur:

    Finnland ist ein nordisches Land, aber kein skandinavisches Land. Skandinavisch sind nur Norwegen und Schweden, weil nur sie auf der Skandinavischen Halbinsel liegen. Alle drei genannten Länder sind nordische Länder, dazu gehören noch Dänemark und Island.

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