Road Map für die Amazonas-Synode und ein „Priestertum mit Amazonas-Wurzeln“

Zum Thema "Kirche mit amazonischen Wurzeln" veröffentlichte Secretum meum mihi ohne Kommentar dieses drastische Bild. Es will offenbar in jedem Fall gegen jede Ökosozialromantik sagen: Auch das ist Amazonien.
Zum Thema "Kirche mit amazonischen Wurzeln" veröffentlichte Secretum meum mihi ohne Kommentar dieses drastische Bild. Es will offenbar gegen jede Ökosozialromantik sagen: Auch das ist Amazonien.

(Brasil) Nachdem Papst Franziskus die Durchführung einer Amazonas-Synode „gewünscht“ und dieses Projekt öffentlich gemacht hat, werden erste Details bekannt.

Die Chronologie

Im Dezember 2015 schrieb der Vatikanist Sandro Magister über konkrete Hinweise, daß die nächste Bischofssynode über das Priestertum stattfinden könnte mit dem Ziel, den Priesterzölibat aufzuheben. Zu den Hinweisen gehören, so Magister, die Aktivitäten der sogenannten „Amazonas-Werkstatt“ von Kardinal Claudio Hummes und dem österreichischen Missionsbischof Erwin Kräutler.

Amazonien, Agenda für eine Synode
Amazonien, Agenda für eine Synode

Im September 2016 berichtete der Vatikanist Marco Tosatti, daß der Bischofssynode eine „Amazonas-Synode“ vorgeschaltet werden soll, um der Forderung nach einem neuen Priestertum Nachdruck zu verleihen. Dieses „Amazonas-Priestertum“ soll, um den Priestermangel zu beseitigen, verheiratet sein und bereits nach einer verkürzten Ausbildung geweiht werden können. Vielleicht soll es nicht alle priesterlichen Vollmachten haben, aber mit Sicherheit die Vollmacht das heilige Meßopfer zu zelebrieren.

Während Kardinal Hummes und Bischof Kräutler in der Regel ihre Forderungen in öffentlichen Stellungnahmen strikt auf das Amazonas-Becken und die dortige indigene Bevölkerung bezogen wissen wollen, kann kein Zweifel bestehen, daß der Amazonas nur den Vorwand für eine generelle Änderung des Priestertums in der lateinischen Kirche bildet. Kardinal Hummes sprach sich bereits 2010 für die Abschaffung des Zölibats aus, und zwar nicht nur für den Amazonasraum, sondern in der ganzen Weltkirche. Nach der Wahl von Papst Franziskus plädierte er sogar für die Einführung des Frauenpriestertums. Gleiches gilt für Bischof Kräutler. Tosatti berichtete vor acht Monaten, daß die Vorbereitungen für die Amazonas-Synode bereits so gut wie abgeschlossen sind, und gerade die Unterschriften der Bischöfe eingeholt werden, mit denen von Franziskus die Erlaubnis zur Durchführung der Synode beantragt werden soll.

Diese Erlaubnis hat Franziskus inzwischen erteilt. Mehr noch: Er macht sich die Sache so zu eigen, daß er es ist, der in der Öffentlichkeit die Abhaltung einer Amazonas-Synode anregte. Vom 15.-21. Mai hielten sich die peruanischen Bischöfe zum Ad-limina-Besuch in Rom auf. Am 17. Mai titelte der Osservatore Romano, daß Papst Franziskus ihnen gegenüber „eine Synode für die Völker des Amazonas“ gefordert hat.

Tierras de America: „Amazonien, die Agenda für eine Synode“

Das progressive Medium Tierras de America, das den Amazonas-Werkern nahesteht, veröffentlichte gestern einen ausführlichen Artikel zum Thema: „Amazonien, die Agenda für eine Synode“. Darin kommen verschiedene Akteure der Amazonas-Werkstatt zu Wort und lassen sich etwas genauer in die Karten schauen. Gegenstimmen gibt es keine. Sie betonen das Ziel, eine „Kirche mit amazonischen Wurzeln“ schaffen zu wollen. Die Bedeutung des Artikels zeigt sich, daß er noch am selben Tag von der dem Papst besonders nahestehenden Nachrichtenplattform Vatican Insider in italienischer Fassung übernommen wurde. Ein untrügliches Indiz, daß das darin geäußerte Anliegen zur Agenda von Papst Franziskus gehört.

Der Titel von Tierras de America eignet sich sinnigerweise sowohl für die Amazonas-Synode als auch für eine künftige Bischofssynode, die spätestens 2021 stattfinden könnte, wie Kardinal Lorenzo Baldisserri, der Generalsekretär des Sekretariats der Bischofssynode andeutete.

Im Untertitel heißt es: „Die wichtigsten Punkte, die laut den Bischöfen der Region beim eventuellen Treffen behandelt werden müssen“.  Alles vermittelt den Eindruck, daß nur mehr abgesegnet werden soll, was längst beschlossen ist.

„Vier Problematiken“

Tierras de America schrieb gestern, daß die Diskussion „unter den brasilianischen Amazonas-Bischöfen eröffnet ist“ und sich dabei „vier Problematiken als vordringlich erweisen“:

  • der Priestermangel und damit der Mangel an Liturgien und an lehramtlicher Unterweisung in verschiedenen Regionen;
  • die Zunahme der Evangelikalen in den Gemeinschaften;
  • die Bedrohung des Amazonas-Urwaldes;
  • die Gewalt gegen einige indigene Völker.

„Die vier thematischen Achsen sind natürlich miteinander verbunden“, so Tierras de America. Es wird aber kein Zweifel gelassen, wie bereits die Nennung an erster Stelle zeigt, daß die Beseitigung des Priestermangels das eigentliche Anliegen der Bestrebungen ist. Dazu heißt es weiter:

„Der dramatische Klerusmangel in einem so großen Raum führt dazu, daß es ebenso in bestimmten Gemeinschaften an liturgischen Zelebrationen mangelt, daß Katechesen so gut wie inexistent sind und die evangelikale Präsenz unumstritten ist.“

Dann wird die Sache auf den Punkt gebracht:

„Auch deshalb hat sich an der Spitze der Amazonas-Kirche die Idee herausgebildet, einen autochthonen indigenen Klerus zu formen.“

Msgr. Edson Damian, Bischof von São Gabriel da Cachoeira, sagt zur Umsetzung, daß die Amazonas-Synode einen „Weg zur Priesterausbildung suchen soll, der schneller ist, als der übliche“.

Der neue Klerus „mit amazonischen Wurzeln“ – „Indigene Kultur kennt keine Zölibat“

Zusammenfassend bedeutet das:

  • Es soll ein neuer „autochthoner, indigener Klerus geschaffen werden“,
  • der von den Gemeinschaften aus den eigenen Reihen gewählt wird;
  • für dessen Priesterweihe eine verkürzte, beschleunigte Ausbildung genügt
  • und ohne Zölibat.
Bischof Edson Damian
Bischof Edson Damian

„Nur durch die Formung eines lokalen Klerus kann die indigene Bevölkerung eine führende Rolle bei der Evangelisierung in ihren Dörfern übernehmen“, so Bischof Damian. Für diesen indigenen Klerus sollen „verheiratete Eingeborene gewählt werden, um in der Gemeinschaft bestimmte religiöse Funktionen wahrzunehmen. Die indigene Kultur kennt keinen Zölibat“, so der Bischof von São Gabriel da Cachoeira

Für die Evangelisierung und seelsorgliche Betreuung, das wird nicht gesagt, sondern selbstverständlich vorausgesetzt, sei das Priestertum der katholischen Kirche ungeeignet, weshalb der Zölibat abgeschafft und die Ausbildung reduziert werden müßten.

Zölibatsaufhebung und Priestertum light um Evangelikale aufzuhalten?

Das sei der „direkteste Weg“, so Tierras de America, um dem „massiven Vordringen der neo-pfingstlerischen Evangelikalen“ entgegenzutreten.

Tatsächlich ist in fast ganz Lateinamerika seit den 80er Jahren eine starke Ausbreitung evangeliker Gruppen festzustellen. Diese Bewegung hat ihren Ausgangspunkt in den USA und wird im direkten Zusammenhang mit der Ausbreitung der marxistischen Befreiungstheologie in der katholischen Kirche gesehen. Mit Hilfe der US-freundlichen Evangelikalen, sollte deren Einfluß unter den lateinamerikanischen Völkern zurückgedrängt werden.

Die progressiven Kreise in der brasilianischen Kirche, aber nicht nur dort, ziehen daraus allerdings die falsche Konsequenz. Anstatt die eigene Agenda einer kritischen Überprüfung zu unterziehen, integrieren sie die Evangelikalen in ihre Denken und machen aus ihnen einen Vorwand, um an ihren 68er-Forderungen festzuhalten. Die kirchlichen 68er-Forderungen als Heilmittel gegen die in der Regel konservativen Evangelikalen scheint einem Kurzschluß-Denken zu entspringen.

Die „Amazonas-Werkstatt“ mit päpstlicher Billigung

Tierras de America läßt auch den inzwischen emeritierten Missionsbischof Erwin Kräutler zu Wort kommen. Der Liebling linker Medien gehört zu den aktivsten Propagandisten des neuen „Amazonas-Priestertums“, das für die indigene Bevölkerung Amazoniens reklamiert, in Wirklichkeit aber für die Weltkirche angestrebt wird. Als Kräutler Papst Benedikt XVI. den Priestermangel in seinem damaligen Bistum Xingu klagte, und ihm Benedikt empfahl, um Priesterberufungen zu beten, reagierte Kräutel verärgert: Um Priesterberufungen beten? „Da mache ich nicht mit.“

Seit der Wahl von Papst Franziskus laufen die Dinge etwas anders. Kardinal Hummes gehört zu den Papst-Machern, er empfahl dem amtierenden Papst den Namen Franziskus. Nun hätten die Menschen „wieder Vertrauen“ in die Kirche, sagte der brasilianische Kardinal nach dem Konklave. Seither wird in der „Amazonas-Werkstatt“ eifrig an einem neuen Priestertum „mit amazonischen Wurzeln“ gebastelt. Offenbar mit päpstlicher Erlaubnis. Oder gar mit päpstlichem Auftrag?

Text: Giuseppe Nardi
Bild: PinsDaddy/Tierras de America/CNBB (Screenshots)

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36 Kommentare

  1. Traurig!
    Es lässt sich leider nicht verständlicher formatieren.
    der Priestermangel und damit der Mangel an Liturgien und an lehramtlicher Unterweisung in verschiedenen Regionen;
    nun in Deutschland haben wir einen Priestermangel an gläubigen Priestern und damit den Mangel an würdigen Liturgien und fast völliges Fehlen an lehramtlicher Unterweisung in ganz Deutschland
    die Zunahme der Evangelikalen in den Gemeinschaften;
    die rasante Zunahme an katholikenfeindlichen Ideologien aller Art
    die Bedrohung des Amazonas-Urwaldes;
    die Zerstörung der Keimfähigkeit von pflanzlichen Lebensmittel durch Monsanto & Co.
    die Gewalt gegen einige indigene Völker.
    die zunehmende Gewalt gegen Christen und Nicht-Mohammedanern

    Der dramatische Klerusmangel in einem so großen Raum wie Deutschland führt dazu, daß es ebenso in bestimmten Gemeinschaften an würdigen oder gar gültigen liturgischen Zelebrationen mangelt, daß Katechesen so gut wie inexistent sind und die atheistische, islamische Präsenz unumstritten ist.“

    Es soll ein neuer „autochthoner, indigener Klerus geschaffen werden“,
    der Mensch kann gar keinen Klerus schaffen, nur Gott kann zum Priester berufen
    der von den Gemeinschaften aus den eigenen Reihen gewählt wird;
    gewählt wird nur der Papst
    für dessen Priesterweihe eine verkürzte, beschleunigte Ausbildung genügt
    das passt auch zu Deutschland, da die Schüler in den Schulen systematisch verdummt werden, können sie die Priesterausbildung gar nicht mehr verstehen, Verkürzung ist da immer gut und auch ohne Abschlußprüfung, wegen der Diskriminierung
    und ohne Zölibat.
    selbstverständlich ohne Zölibat, alle Zeit soll mit Sex und den Gedanken daran verschwendet werden, fehlt nur noch ein „christliches“ Paradies mit 72 Jungfrauen, nein, die Gottesliebe steht auf Erden an erster Stelle und im Himmel ausschließlich.

  2. Ich finde das Bild zu diesem Artikel völlig unpassend, weil es gar nicht zu tun hat mit seinem Inhalt. Außerdem ist es wirklich kein schönes Bild.

    • Die Wirklichkeit / die Natur ist sehr häufig nicht schön.
      Die gleiche Szene findet sich in einem Vitrinekasten hinten im Erdgeschoß des Senckenbergmuseums in Frankfurt/Main, wo notabene alle frankfurter Schulklassen vorbeigeschleußt werden.
      Es ist weit und breit bekannt- „Die Boa, die eine Sau frißt“ (wie ein griechischstämmige Taxifahrer mir einmal sagte); tatsächlich ist es eine Anaconda und die „Sau“ ein Capybara (amazonaswasserschwein).
      Hier jedoch ein echtes Schwein (Ferkel), mit schwäbisch-hällischem Farbmuster.
      Insoweit illustriert dieses Foto/Bild sehr schön, wie das typisch Amazonische hier das Unschuldige (der Zölibat der lateinischen Kirche) auffrißt/kaputtmacht.

  3. Zitat des Bischofs Edson: „Die indigene Kultur kennt kein Zölibat.“… Was für ein Witz!!! Das haben die Apostel schließlich auch nicht gekannt, ehe es ihnen der Herr beibrachte und ihnen die Gnaden dazu schenkte!
    Hält man die indigenen Völker wirklich für derart primtiv, dass man ihnen sogar abspricht, die Gnadengaben des HL. Geistes empfangen zu können?
    Welche Diskriminierung!

    • Die Juden kannten doch auch kein Zoelibat. Ich meine dass einige der Jünger Jesu verheiratet waren, Petrus jedenfalls, da er eine Schwiegermutter hatte. Paulus fand es besser nicht zu heiraten meine ich. Ich weiss es auch nicht so bestimmt, aber in einigen alten indischen Religionen sagt man dass man die hoechste Erleuchtung nicht erreichen kann ohne Zoelibat. Jedenfalls ist es in der lateinische Kirche jetzt so und gehoert es dazu. Man wählt doch freiwillig dafür. Man hat dann mehr Zeit fuer Gott.

      • Petrus hatte eine Schwiegermutter. Es ist jedoch nirgendwo erwähnt, dass er eine Frau hätte. Wäre es vielleicht möglich – es ist nur ein Gedanken-Experiment von mir – dass er ein Witwer war? Es gibt Priester in der katholischen Kirche, die nach dem Tod ihrer Frau ein Priesterseminar besuchten und als sog. Spätberufene Priester wurden. Ich kenne selbst einen solchen Priester, er ist Vater von sechs Kindern und wurde Priester schon im fortgeschrittenen Alter.
        Manche Menschen sehen in dem Fakt, dass Petrus eine Schwiegermutter hatte, einen Beweis, dass manche Jesu Jünger verheiratet waren. Es ist aber kein zwingender Beweis, nur eine Vermutung.

        • Der Vater (Heinrich Spaemann + 2001) von Robert Spaemann ist einer der bekanntesten Priester in Deutschland, der als Witwer ins Priesterseminar ging. Weihe 1942 durch Bischof Clemens August Graf von Galen.

        • Die Aufregung ob der Thematik kann ich sehr wohl verstehen, sie treibt auch mich um. Daher möchte ich zu dem einfachsten Problemfeld Stellung nehmen. Simon Petrus hatte eine Schwiegermutter. die schwer erkrankt war. Er war folglich verheiratet. Die römische Liste der Heiligen führt ein „Heilige Petronilla“ und gibt an, dass sie die Tochter des Simon Petrus gewesen sein soll. Ob oder ab welchem Zeitpunkt Petrus zölibatär gelebt hat, wissen wir nicht, aber wir können glauben, dass er es um des Himmelreiches wegen getan hat. Was für Petrus gilt, ist ebenso von den anderen Jüngern zu glauben, dass Sie, ob der überwältigenden Botschaft Jesu vom Himmelreich, ab einem bestimmten Punkt zölibatär gelebt haben. Und nun zum Bischof Edson „Die indigene Kultur kennt kein Zölibat.“, dieser Aussage so nicht widersprochen werden. Aber geht es bei bei der Fragestellung überhaubt um die indigene Kultur und ihren möglichen Beitrag für die allgemeine katholische Kirche, sondern es geht um das persönliche Opfer, dass der Priester Gott zu Ehren aufopfert. Mit Kultur hat diese nichts zu tun, sondern mit dem persönlichen Ja des Priesters zu Gott, der sich voll in den Dienst Gottes stellt und dabei Persöhnliche Wünsche und empfindungen hinten an stellt. Ein Wort zum Priestermangel in Deutschland: er ist so gewollt, um die Kirche Jesu Christi von den Grundfesten her zu verändern. Ich verweise auf Alexander Kissler im Cicero und auf die heutigen Veränderungen in den deutschen Diözesen. Priester sind dort nicht mehr gewollt. Fragen Sie Priester, die in anderen Diözesen tätig waren und in das Bistum der Inkardination zurück wollen.

        • Der hl. Apostel Paulus weist darauf hin, dass auch Petrus mit einer Schwester durch die Lande zieht. Bei aller Liebe zum Zölibat, für die frühe Kirche wird man wenig Hinweise für zoelibataere Kleriker finden.

        • Ich kenne die heilige Schrift gut, aber das ist mir unbekannt. Es wäre hilfreich für die anderen Diskussionsmitglieder, wenn Sie Ihre Aussagen mit Bibelzitaten belegen würden, anstatt irgendetwas in den Raum zu stellen, ohne es beweisen zu können.

        • @stella maris. Es tut mir leid, zweifle auch keine Minute an Ihrer profunden Schriftkenntnis ist: Aber 1.Kor.9, 5. !!

        • Der Vulgata-Text an besagter Stelle lautet wie folgt: „Numquid non habemus potestatem mulierem sororem circumducendi sicut et ceteri Apostoli, et fratres Domini, et Cephas?“

          Den lateinischen Text wird man wohl so zu verstehen haben, daß es nicht unbedingt eine leibliche Schwester sein muß, die der hl. Paulus an der Stelle 1 Kor 9,5 anführt. Die Textstelle schließt durchaus ein, daß die Apostel und Brüder des Herrn sowie der hl. Petrus (christliche) Frauen mit auf Reisen nahmen, mit denen sie in einem „brüderlich-schwesterlichen“ Verhältnis, also zölibatär, lebten. Wir Christen sind ja in gewisser Weise auch Brüder und Schwestern im geistlichen Sinne.

          An dieser Stelle sei an folgende Worte von Friedrich Nietzsche erinnert: Zitat:

          „Was bedeuten asketische Ideale? Bei Priesern den eigentlichen Priesterglauben, ihr bestes Werkzeug der Macht, auch die allerhöchste Erlaubnis zur Macht:
          Aller Geist wird endlich leiblich sichtbar.In diesem Geiste und sehr oft mit der tiefsten Überzeugung und Ehrlichkeit der Hingabe hat es (das Christentum) vielleicht die feinsten Gestalten der menschlichen Gesellschaft ausgemeißelt, die es bisher gegeben hat: die Gestalten der höheren und höchsten katholischen Geistlichkeit… Hier erreicht das menschliche Antlitz jene Durchgeistigung,… nachdem eine ausgedachte Lebensweise das Tier im Mensch gebändigt hat(Zölibat); hier hält eine Tätigkeit, die im Segnen, Sündenvergeben und Repräsentieren der Gottheit besteht, fortwährend das Gefühl einer übermenschlichen Mission in der Seele, ja auch im Leibe wach…
          Die mächtige Schönheit und Feinheit der Kirchenfürsten hat immerdar für das Volk die Wahrheit der Kirche bewiesen; eine zeitweilige Brutalisierung der Geistlichkeit wie zu Zeiten Luthers führt immer den Glauben an das Gegenteil mit sich. – Luther gab dem Priester den Geschlechtsverkehr mit dem Weibe zurück: aber dreiviertel der Ehrfurcht ruht auf dem Glauben, daß ein Ausnahmemensch in diesem Punkte auch in anderen Punkten eine Ausnahme sein wird – hier gerade hat der Volksglaube an etwas Übermenschliches im Menschen, an das Wunder, an den erlösenden Gott im Menschen, seinen feinsten und verfänglichsten Anwalt. Luther mußte dem Priester, nachdem er ihm das Weib gegeben hatte, die Ohrenbeichte nehmen, das war psychologisch richtig: aber damit war im Grunde der christliche Priester selbst abgeschafft.“

        • @ PETRUS
          Selbst wenn Petrus „mit einer Schwester durch die Lande gezogen ist“ – die vielleicht wie die anderen Frauen die mitzogen, für die Apostel sorgte – heißt das noch lange nicht, dass er auch seine Ehe fortsetzte: Jesus schenkte den Jüngern mit der Gnade der Berufung – die einer Neuschöpfung gleichkam – auch die Gnade, enthaltsam leben zu können.

      • Die Jünger Jesu waren alle verheiratet, bis auf den hl. Johannes, der als einziger der Apostel (laut Überlieferung), jungfräulich geblieben ist. Jesus verlangte von allen, dass sie ihre Frauen und Familien verlassen, um allein ihm nachzufolgen und so im Zölibat zu leben (vgl Lk 14, 26ff). Mit der Gnade Gottes war es auch verheirateten Männern möglich, ehelos zu leben, weil der Herr es so wollte.
        (Hierzu empfehle ich die Visionen der hl. Katharina Emmerich und auch die Offenbarungen Jesu an die hl. Brigitta zu lesen).

        • Aber ich kann nicht glauben dass Jesus wollte dass Frauen und Kinder verlassen werden. Die Bibel ist nicht deutlich ueber diese Sache finde ich. Uebrigens, ich war selber nie verheiratet da ich Nonne werden wollte (bin abgewiesen worden leider) und jetzt so lebe in der Welt. Ich finde das keine Aufopferung, es gefällt mir. Da ich mehr Zeit fuer Gott habe. Heisst das nicht „vacare Deo“?

        • Da täuschen Sie sich aber gewaltig, liebe @ anjali jain. Das Himmelreich ist so ein hohes Gut, dass es jedes Oofer wert sein muss!
          Was sagen Sie vom hl. Bruder Klaus von der Flüe, der seine Frau mit zehn Kindern – das Jüngste war gerade geboren – zurückließ, um ganz für den Herrn zu leben?
          Viele heilige Ehepaare trennten sich später, um in ein Kloster einzutreten oder zölibatär zu leben, wie z.B. die hl. Brigitta von Schweden, die hl. Katharina von Genua, die Eltern der hl. Therese, um nur einige zu nennen.
          Sogar Mahatma Gandhi, der nicht einmal getauft war, lebte in späteren Jahren (neben seiner Frau) im ständigen Zölibat!

        • Aber man ist nicht alleine verheiratet. Man hat doch auch Verantwortung fuer Frau und Kinder. In Indien (Mahatma Gandhi) wird man wenn man noch Kind ist schon von der Familie verheiratet, ob man das selber will oder nicht. Das war dann nicht aus freier Wille, wie jetzt bei uns. Aber in der Vergangenheit konnte man hier auch von der Familie verheiratet werden, zum Beispiel wegen Politik (bei Adligen). Ich vermute dass man im alten Judentum in Jesus‘Zeitalter auch in der Jugend schon zwangsverheiratet wurde von der Familie.

        • Sie sagen: „Was sagen Sie vom hl. Bruder Klaus von der Flüe, der seine Frau mit zehn Kindern – das Jüngste war gerade geboren – zurückließ, um ganz für den Herrn zu leben?“
          Von einem „Zurücklassen“ kann man wohl nicht sprechen, wenn man die Örtlichkeiten kennt. Das Tal mit der Klause, in die sich Bruder Klaus zurückgezogen hatte, befand sich nur wenige Gehminuten von seinem Bauernhof entfernt. Er war für seine Familie also jederzeit erreichbar.

        • Der hl. Bruder Klaus selbst legte sich das Opfer auf, seiner Frau kaum mehr zu begegnen. Zuerst wollte er eh‘ in eine Einsiedelei nach Frankreich aufbrechen, wo er seine Frau überhaupt nie mehr gesehen hätte, was ihm aber die göttliche Vorsehung verwehrte und ihn so in die Nähe seines Bauernhofes, die berühmte Ranft, zurückführte. Die ersten Jahre in völliger Abgeschiedenheit bekam er seine übrigens noch relativ junge Frau (15 Jahre jünger als er – damals gerade mal 35 Jahre alt!!) überhaupt nicht zu Gesicht – weil er es so wollte; erst später sahen sie sich wenige Male.
          Natürlich brauchte er für seinen Weggang aus der Familie das Einverständnis seiner Ehefrau, das ihm Dorothea erst nach langem Ringen gab. Insofern steht sie ihm an Heiligkeit in nichts nach.

        • Meine Frage: Warum wurde der hl. Bruder Klaus (1417-1487) erst 1947 durch Papst Pius XII. zur Ehre der Altäre erhoben? Welche Hindernisse könnte es für eine frühere Kanonisierung gegeben haben? Könnte es sein, dass erst nach den 60 Millionen Toten des II. Weltkrieg und Millionen von Vermissten, deren Hinterbliebenen und entfremdeten Rückkehrern der persönliche Weg von Bruder Klaus zu einer „außerehelichen“ Heiligung bei gleichzeitigem Weiterbestehen der verpflichtenden ehelichen Bande der Kirche als gangbar und empfehlenswert erschienen ist?

        • Der Liebe zu Gott ist nichts vorzuziehen – auch nicht die Liebe zum Ehepartner! Wo Gott nicht den ersten Platz im Leben einnimmt, kann es auch mit der Heiligkeit noch nicht weit her sein; vgl. Lk 14,26: „Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein eigenes Leben gering achtet, kann er nicht mein Jünger sein!“ Gott und das Himmelreich kommen also vor jeder ehelichen Verbindung!

          Der Zeitpunkt der Kanonisierung eines Heiligen ist noch lange kein Indiz für dessen Tugendgrade. Die hl. Hildegard von Bingen z.B., wurde gerade mal 833 Jahre nach ihrem Tod zur Ehre der Altäre erhoben: Gestorben um 1179 wurde sie erst 2012 von Papst Benedikt heilig gesprochen und zur Kirchenlehrerin erklärt.
          Ein neuer Heiliger wird der Kirche immer zur rechten – von der Vorsehung bestimmten – Zeit geschenkt.

        • Lk 14,26 muss aus dem neutestamentlichen Kontext des Begriffs Jünger/Schüler verstanden werden. Die Stelle setzt bei den jüdischen Zuhörern die Kenntnis des ganz normales Rabbi-Schüler-Verhältnisses voraus, wie es im Judentum der Zeit Jesu üblich gewesen ist und etwa auch zwischen Gamaliel und seinem Schüler Saulus bestanden hat. Demgegenüber legt Jesus sein eigenes Anforderungsprofil an einen Schüler/Jünger-Bewerber dar,das existentiell weit über die jüdischen Vorstellungen von einem gewöhnlich befristeten „Ausbildungsverhältnis“ hinausreicht. Insofern kann Lk 14,26 wohl nicht zur Rechtfertigung der Trennungsentscheidung des hl. Bruders Klaus unter Zurücklassung von Ehefrau und 10 leiblichen Kindern, so bewundernswert sie auch manchem aus heutiger Sicht erscheinen mag, herangezogen werden.
          Ich halte es im vorliegenden Fall nicht für angebracht, die Gottesliebe gegen die Nächstenliebe auszuspielen, denn nach Jesu Wort ist dem Gebot der Gottesliebe ein zweites Gebot gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst“.

        • Man kann sich alles schönreden. – Die großen Heiligen fühlten sich durch o.g. Bibelstelle jedenfalls immer direkt von Gott angesprochen, so dass sie Haus und Hof, Hab und Gut, zurückließen. Letztendlich ist aber eine solche außergewöhnliche Berufung allein auf die Gnade Gottes und Seine Auserwählung zurückzuführen, die nicht jedem gegeben ist. Das Jesuswort „wer es fassen kann, der fasse es“ (Mt 19,12c) drückt aus, dass das ehelose Leben eine bestimmte Disposition voraussetzt, die der Herr schenkt, wem er will!
          Dem hl. Bruder Klaus wurden schon in seiner Jugend außergewöhnliche Visionen und schlimme Angriffe des Teufels zuteil – ein klares Zeichen seiner Auserwählung.

        • Die Parallele zu anderen großen Heiligen erscheint mir gewagt, da es hier nicht um das „ehelose Leben“ nach Lk 24,12 an sich geht. Vielmehr vermisse ich die Parallele zu biographisch nachgewiesenen Heiligen, die mitten aus einer bestehenden, kinderreichen Ehe „Haus und Hof, Hab und Gut“ verlassen haben und den subjektiven Weg ihrer persönlichen Heiligung gegangen sind. Gibt es Beispiele?
          Übrigens: Wenn der Satz „Dem hl. Bruder Klaus wurden schon in seiner Jugend außergewöhnliche Visionen und schlimme Angriffe des Teufels zuteil – ein klares Zeichen seiner Auserwählung“ allgemeine Gültigkeit hätte, könnten auch die Protestanten noch auf Martin Luthers Heiligsprechung hoffen.

        • Seit wann handelt der liebe Gott nach Schema F und ist auf irgendwelche Parallelen in Seiner Vorgehensweise angewiesen?! „So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch sind Seine Gedanken über unseren Gedanken und Seine Wege über unseren Wegen…“ – sonst wäre Er auch nicht Gott! – Der Herr beruft also wen, wann, wo und wie er will, ohne danach zu fragen, ob es uns gefällt oder nicht! Oder wollen Sie dem Herrn vorschreiben, was Er zu tun oder zu lassen hat?
          Die hl. Brigitta und ihr Ehemann Ulf traten übrigens auch – trotz ihrer zehn Kinder – in ein Kloster ein!
          Was Luther betrifft, so wurden ihm weder göttliche Visionen noch Angriffe des Teufels zuteil; im Gegenteil: Der Letztere war ihm stets zu Diensten (auch wenn angeblich so manches Tintenfass nach ihm geworfen wurde), während er den hl. Bruder Klaus, ähnlich dem hl. P.Pio fast umbrachte!

        • Lieber @ Sophus, es ging dem hl. Bruder Klaus auch in keinster Weise um sich und um seine subjektive Heiligung: Es ging ihm in erster Linie natürlich um Gott und Seinen heiligen Willen, aber nicht minder auch um seine Mitmenschen, für die er in stundenlangem Gebet verweilte und denen er mit Rat und Tat zur Seite stand, so dass er neben der Gottesliebe, die Nächstenliebe in keinster Weise vernachlässigte. Wenn der Herr jemand in seine besondere Nachfolge ruft, dann nie zum Selbstzweck, sondern immer nur zum Dienst an den Mitmenschen.
          Ohne Zweifel hatten seine Ehefrau und seine zehn Kinder großen Anteil an diesem heroischen Gebets- und Opferleben: Dorothea reifte zu einer durch und durch vergeistigten Person heran und sein jüngstes Kind wurde schließlich Priester.

        • Das Beispiel der hl. Brigitta und ihres Ehemanns Ulf trifft nicht den Kern meiner Fragen, denn Bruder Klaus ist eben nicht mit seiner Frau Dorothea gemeinsam den Weg ins Ranftl gegangen. Und was das Schicksal der Kinder betrifft, scheint sich nicht alles in ihrer langjährigen Vaterlosigkeit positiv entwickelt zu haben. Was heißt der Satz, den ich gelesen habe: Über der politischen Karriere des ältesten Sohnes liegt ein Schatten. Welcher Schatten? Und welche Schatten liegen eventuell über den anderen Kindern, die in entscheidenden Jahren vaterlos aufwachsen mussten? Sind deren weitere Schicksale bekannt? Kann man insgesamt gesehen auch heute noch, wie geschehen, den spirituellen Weg von Bruder Klaus als vorbildlich ansehen und empfehlen?

        • In unserer verweichlichten Gesellschaft lassen sich a) kaum mehr kinderreiche Familien, geschweige denn b) heroische Familienväter, die zu einem außergewöhnlichen Tugendleben bereit sind, finden. Vielleicht will uns gerade deshalb heute, in unserer Zeit (Bruder-Klaus-Jubiläumsjahr), wo die Sexualität geradezu angebetet wird, der liebe Gott den Verzicht des hl. Bruder Klaus auf Ehe und Familie vor Augen stellen, um unser Augenmerk auf das höchste Gut zu lenken?!
          Eines ist klar, um ein Heiliger zu werden, brauchte und braucht es zu allen Zeiten ein gewisses Maß an „Ver-rücktheit“ – ein Ver-rücktsein nach Gott, ohne die man kaum zu solcher Höhe aufsteigen kann.
          Der hl. Nikolaus von Flüe wurde zu dem, was sein Taufname schon andeutet – zum „niko laus“ – zum Ruhm seines Volkes und es wäre interessant herauszufinden, wieviel heiligmäßige Sprösslinge bis heute in sein Stammbuch geschrieben sind.

        • Das „Ver-rücktsein nach Gott“ kennzeichnet sehr gut die Entscheidung des fünfzigjährigen Bauern Nikolaus von der Flüe, sein weiteres Leben in Gebet und Askese abseits von seinem Hof und getrennt von seiner Familie zu verbringen. Im Dorf wurde er anfangs tatsächlich für verrückt gehalten, und seine Familie musste entsprechenden Spott ertragen. Seinem Schritt ging eine Lebenskrise voraus, deren Ursache nicht in seiner Familie, in Haus und Hof oder seiner Dorfgemeinschaft lag, sondern in im Zusammenhang mit der Ausübung seiner öffentlichen Ämter stehen muss. Gibt es da genauere Informationen? Warum hat Bruder Klaus zwei Jahre vor seiner Lebensentscheidung das angebotene Amt des Landeshauptmann alle Ämter niedergelegt

        • Unter der webside „Informationen über das Leben des Bruder Klaus von Flüe“ finden Sie dazu einen interessanten Kurzfilm („Film anklicken). Auch auf youtube gibt es gutes Filmmaterial über ihn.
          Man weiß, dass ein ungerecht gefällter Richtspruch vonseiten seiner Ratskollegen, sein Gewissen derart belastete, dass er letztendlich alle Ämter niederlegte. Wobei man allerdings nicht außer Acht lassen darf, dass er bereits als Jugendlicher ein äußerst asketisches Leben voller Gebet und Buße führte und sich als 30jähriger erst nach langen Kämpfen mit sich selbst, zu einer Eheschließung mit der 15 Jahre jüngeren Dorothea durchringen konnte. Vielleicht drängten – wie damals üblich – auch die Eltern zu der Eheschließung. Bekannt ist jedenfalls, dass die junge Dorothea „einen großen Gefallen“ an dem kernigen Nikolaus gefunden hat und sich die Hochzeit mit ihm sehnlichst wünschte und er ihr natürlich auch nicht abgeneigt war. So wird er dem Drängen nachgegeben haben, ohne zu ahnen, dass ihn der göttliche Ruf jemals loslassen würde. Auf jeden Fall führten die beiden eine sehr gute Ehe und waren sich einander sehr zugetan.

        • Noch einmal: Warum hat Bruder Klaus zwei Jahre vor seiner Lebensentscheidung das angebotene Amt des Landeshauptmann ausgeschlagen und alle innehabenden Ämter niedergelegt? Ahnte er das Herannahen der Reformation als er seine Zeitgenossen warnte und mahnte:

          Seid beständig im Glauben
          eurer Väter;
          denn es wird sich ein grosser
          Aufruhr erheben
          in der Christenheit.
          Alsdann hütet euch, dass ihr
          durch Neuerung und Listigkeit
          des Teufels
          nicht betrogen werdet.
          Haltet zusammen,
          bleibt in den Fußstapfen
          eurer frommen Väter,
          behaltet und befolgt ihre Lehre
          Alsdann mögen euch
          Anschläge und Stürme
          nicht schaden.“

          Luther war, als Bruder Klaus starb, vier Jahre alt. Der konnte das Gymnasium besuchen, in Erfurt den Magister in beiden Rechten machen, im Kloster Theologie studieren und in der Bibel nach einer Rechtfertigung seines Totschlags an seinen Kommilitonen Hieronymus Buntz suchen, eine Nonne heiraten, sieben Kinder zeugen und dabei in seinem grenzenlosen Subjektivismus nicht zurückschrecken, die Kirche zu spalten.

          Wenige Jahrzehnte davor hatte Bruder Klaus gebetet:

          Mein Herr und mein Gott,
          nimm alles von mir,
          was mich hindert zu Dir.

          Mein Herr und mein Gott,
          gib alles mir,
          was mich fördert zu Dir.

          Mein Herr und mein Gott,
          nimm mich mir
          und gib mich ganz zu eigen Dir.

          Aus dieser Hingabe heraus hat Bruder Klaus, der politisch gescheiterte Analphabet, wenige Jahre vor seinem Tod 1487 in einer mündlichen Weisung an die zerstrittenen Kantone die Einheit und den Frieden der Eidgenossenschaft gewahrt.

        • Das ist des Pudels Kern: Die Wahrung des Friedens – der Hauptgrund seines frommes Büßer- und Einsiedlerlebens – oder „Fried‘ ist allweg in Gott“ wie er stets zu sagen pflegte.
          Was das Verharren im Glauben der Väter betrifft, ist er kläglich gescheitert: Nur noch sehr vereinzelt stößt man in der Schweiz auf den Katholizmus, der dort wie nirgendwo sonst, seltsame Blüten treibt! So muss sich auch ein heiliger Bruder Klaus zu seinem Jubiläumsfest mit einem ökumenischen Gottesdienst – dem einzigen Gottesdienst an einem Sonntag – abfinden! (Kath.info berichtete darüber).
          Ein weiteres Mal wird man vergebens nach seiner schützenden Hand am heimatlichen Himmel Ausschau halten müssen!

  4. Es betrifft hier nicht allein den Zölibat des Klerus. Seit 3 Jahren versucht Bergoglio mit südamerikanischer Folklore und massiven Synkretismus den Katholizismus zu korrumpieren.

    Am 09.06.2014 weihte er im Vatikan Cocablätter (international verboten weil unter die Narkotikagesetzgebung ressortierend). Am 20.06.2014 hielt Bergoglio dann eine Rede bei der 31en Antidrug Conference, wobei er alle Drogen (darunter natürlich auch Coca) „absolut ablehnte“ (sic). Die von Bergoglio geweihte Cocablätter wurden jedoch am 01.08.2014 benutzt von der bekannten/berüchtigten befreiungstheologische/marxistische/pro-gay Aktivistin Milagros Sala in Argentinien, bei einer heidnischen Zeremonie für „Pachamama“, alias die Muttergöttin.

    Auch bei einer „Bischofsweihe“ in Chile fanden auch heidnisch-schamanistische Praktiken mit Cocablättern statt: http://unafides33.blogspot.it/2015/02/ma-il-carnevale-non-era-finito-ipse.html

  5. Die Aufhebung des Zölibats auf das Amazonasbecken zu beschränken ist völliger Unsinn. Papst F. muss sich entscheiden und eine klare Ansage machen. Dieses Thema kann er nicht einer Fußnote abhandeln.

    • Ich finde, das Sakrament der Ehe ist ebenso wichtig wie das Sakrament der Priesterweihe. Fuer beide braucht man eine Berufung. Und man soll sich daran halten.

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