„Explosiver Brief“ französischer Oberer der Piusbruderschaft gegen eine Einigung mit Rom

Welche Auswirkungen wird das Schreiben französischer Oberer gegen eine Einigung mit Rom haben? Im Bild der ehemalige Generalobere, Pater Franz Schmidberger, dahinter der amtierende Generalobere, Bischof Bernard Fellay.
Welche Auswirkungen wird das Schreiben französischer Oberer gegen eine Einigung mit Rom haben? Im Bild der ehemalige Generalobere, Pater Franz Schmidberger, dahinter der amtierende Generalobere, Bischof Bernard Fellay.

(Rom/Menzingen) Mehrere französische Obere reagieren mit einem „explosiven Brief“ (Radio Spada) auf die jüngste Bekräftigung aus Rom, daß es bald zu einer Übereinkunft zwischen der Priesterbruderschaft St. Pius X. und dem Heiligen Stuhl kommen wird.

Verbunden mit der Übereinkunft, deren Details nicht bekannt sind, ist die kanonische Anerkennung der 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Piusbruderschaft. Die Anerkennung soll, das wurde von Rom mehrfach betont, in Form einer Personalprälatur erfolgen. Bisher gibt es nur eine solche in der katholischen Kirche. Diese Rechtsform wurde Anfang der 80er Jahre für das Opus Dei eingeführt. An der Spitze steht ein Prälat im Rang eines Bischofs. Weihen können daher intern durch den Prälaten gespendet werden, ohne daß eine Abhängigkeit von Ortsbischöfen besteht.

Neun der zehn französischen Oberen, die sich am Sonntag mit einem Schreiben gegen eine Einigung mit Rom aussprachen.
Neun der zehn französischen Oberen, die sich am Sonntag mit einem Schreiben gegen eine Einigung mit Rom aussprachen.

Kurienerzbischof Guido Pozzo, der Sekretär der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, bekräftigte vor kurzem offiziös, daß eine Übereinkunft zwischen Bruderschaft und Rom unmittelbar vor der Unterzeichnung stehe.

Entsprechende inoffizielle Ankündigungen, Andeutungen und Gerüchte gibt es seit mehreren Monaten. Daß es tatsächlich ernst wird, zeigt ein Schreiben, mit dem sich nun eine Reihe von Oberen der Piusbruderschaft zu Wort gemeldet haben. Der Schritt des öffentlichen Widerspruchs ist eine drastische Form der Handbremse, die sie zu ziehen versuchen und ein deutliches Zeichen, daß sie der Überzeugung sind, daß die Übereinkunft mit Rom tatsächlich unmittelbar vor dem Abschluß steht.

Bereits in der Vergangenheit zeigte sich der deutsche Teil in der Bruderschaft einigungsbereiter, während es im französischen Teil erhebliche Widerstände gab. Aus Frankreich wurde am vergangenen Sonntag auch neuer deutlicher Widerspruch erhoben.

Sieben Obere der Bruderschaft und einige Obere befreundeter Gemeinschaften legten ein Schreiben vor, mit dem sie den Annäherungsgeist zwischen der Generalleitung der Piusbruderschaft und dem Vatikan grundsätzlich in Frage stellen. Vordergründig geht es dabei vor allem um das Thema Eheschließungen, in Wirklichkeit aber um die Gesamtfrage.

Im März erteilte Papst Franziskus die Anerkennung, daß alle Priester der Bruderschaft gültig und rechtmäßig Trauungen vornehmen können. Das einseitige päpstliche Entgegenkommen wird von den zehn unterzeichnenden Oberen jedoch zurückgewiesen.

Die französischen Oberen betonen in ihrem Brief, daß der „Notstand“ fortbestehe. Solange die „dramatische Lage“ der Kirche andauere und eine „destruktive Zweideutigkeit“ herrsche, werden sie „weiterhin die Ehen wie vorher“ zelebrieren, also ohne Meldung an den zuständigen Ortsordinarius.

Der Widerspruch bezieht sich aber nicht nur auf die Eheschließungen, wo die Gewährung des Papstes abgelehnt wird. Er richtet sich vielmehr grundsätzlich gegen jede Einigung mit Rom. Am Ende des Briefes ist nämlich unmißverständlich von einer „modernistischen Okkupation im Herzen der Kirche“ die Rede, die eine Übereinkunft mit Rom unmöglich mache, solange die Kirche nicht definitiv von diesem Geist „befreit“ sein werde. „Erst dann können unsere Bischöfe ihr Episkopat in die Hände des Souveränen Pontifex zurücklegen.“

Die Unterzeichner sind:

  • Abbé David ALDALUR, Prior von Bordeaux
  • Abbé Xavier BEAUVAIS, Prior von Marseille
  • Abbé François-Xavier CAMPER, Prior von Lyon
  • Abbé Bruno FRANCE, Prior von Nantes
  • Abbé Thierry GAUDRAY, Prior von Lille
  • Abbé Patrick de LA ROCQUE, Prior von Paris
  • Abbé Thierry LEGRAND, Prior von Saint-Malo
  • P. JEAN-MARIE, Superior der Fraternité de la Transfiguration
  • P. PLACIDE, Prior des Benediktinerklosters von Bellaigue
  • P. ANTOINE, Guardian des Kapuzinerklosters von Morgon.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Nouvelle Gazette/MiL

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Quis ut deus!?

Bitte Katholiken guten Willens betet mit mir,das die Muttergottes Mittlerin aller Gnaden uns den Frieden erbittet innerhalb der FSSPX ,und Rom zurück kehrt zur Tradition der römisch Katholischen Kirche ✝Ave Maria………

PETRUS

Ich werde beten, dass der Wille Gottes mit der Priesterbruderschaft Pius X. geschieht.

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