Entmenschlichung des Lebens – Unternehmen fertigt aus „überschüssigen“ Embryonen Schmuckstücke

Schmuck aus Embryonen, die nie geboren werden. Die Entmenschlichung des menschlichen Lebens durch künstliche Befruchtung und ein australisches Unternehmen.
Schmuck aus Embryonen, die nie geboren werden. Die Entmenschlichung des menschlichen Lebens durch künstliche Befruchtung und ein australisches Unternehmen.

(Sydney) Die „Entmenschlichung durch Egoismus und Geldgier“ nennt Infovaticana die Geschäftsidee eines australischen Unternehmens. Baby Bee Hummingbirds stellt aus menschlichen Embryonen Schmuck her. Ob Armbänder, Ringe oder Halsketten, alle Schmuckstücke haben gemeinsam, daß ihr „Kernmaterial“ von Embryonen stammt, die nie geboren werden.

Die australische Webseite Kidspot berichtet über Belinda und Shaun Stafford. Das Paar hat drei Kinder, die durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden. Sie haben beschlossen, die überzähligen Embryonen in Schmuck verwandeln zu lassen. Bei künstliche Befruchtung fallen, zur Steigerung der Erfolgsaussichten, in den meisten Staaten mehr Embryonen an, als der Frau eingepflanzt werden.

Zweifelhafte Lösung für ethisches Problem

Ringe, in den "überschüssige" Embryonen eingearbeitet sind.
Ringe, in den „überschüssige“ Embryonen eingearbeitet sind.

Damit wirft diese künstliche Technik zahlreiche neue ethische Fragen auf. Darunter die Frage, was mit den „überschüssigen“ Embryonen geschehen soll, wenn der „Bedarf“ an Schwangerschaften gedeckt ist. Das Unternehmen springt in die Bresche und bietet für die ethische Not eine zweifelhafte Lösung an – und für sich eine lukrative Einnahmequelle.

Die australische Firma verwendet Muttermilch, Plazenta, Nabelschnur oder Haare als Utensilien, aus denen Schmuck für die Kundinnen hergestellt und ihnen als „Erinnerungsstücke fürs Leben“ verkauft werden.

Der Zynismus scheint gar nicht bewußt zu werden. Kinder, die gezeugt, aber nie geboren werden, denen das Leben also willkürlich „geschenkt“, dann aber genommen wird, sollen Bestandteil von Schmuck werden, die Erinnerungsstücke „fürs Leben“ sind. Damit wird die völlige „Verfügbarkeit“ des Lebens zelebriert.

Belinda und Shaun ließen von Baby Bee Hummingbirds aus den „überflüssigen“ Embryonen, ihren Kindern, eine Halskette und Ringe fertigen.

„Alles muß einen materiellen Wert haben, um etwas wert zu sein“

Die Freigabe der Embryonen zur Adoption „war keine Option für uns“, zitiert Kidspot das Paar wörtlich. Es wird nicht hinzugefügt, daß das „unethisch“ sei, man darf aber annehmen, daß diesbezüglich das Paar von verzerrten moralischen Skrupeln beherrscht war.

Als Ring, als Armband, als Halskette
Als Ring, als Armband, als Halskette

Das menschliche Leben wird zu einem Schmuckgegenstand entmenschlicht. Das ist der Egoismus, der als Gefahr hinter der künstlichen Befruchtung und insgesamt hinter jedem künstlichen Eingriff in das Meisterwerk der Zeugung und der Weitergabe des Lebens lauert.

Amy McGlade, die Gründerin von Baby Bee Hummingbird, betont, daß ihr Unternehmen auch für die Väter „eine Option“ sei. Es gebe auch Schmuck für Männer. Vorwiegend wirbt das Unternehmen bei Männer aber mit einem „exklusiven Geschenk“ für ihre Frau. „Gibt es eine bessere Form, um ihr kostbarstes Geschenk, ihr Kind, mit einem Schmuckstück zu feiern?“, lautet der Werbetext.

Nicht das Kind leben zu lassen, ist das „kostbarste Geschenk“ und die beste Form, sondern ein edel verarbeitetes Schmuckstück an Arm, Hals oder Ring. Egoismus und Geldgier.

„Kinder werden nicht mehr als Geschenk verstanden. Sie müssen in irgendeinen materiellen Wert verwandelt werden, um etwas wert zu sein“, kritisiert Graciela Moya vom Institut für Bioethik der Katholischen Universität von Argentinien die Geschäftsidee des australischen Unternehmens.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Baby Bee Hummingbird

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