Das Opus Dei wählt einen neuen Prälaten – Am 21. Januar beginnt in Rom die Wahl

Am 23. Januar wird der dritte Prälat des Opus Dei gewählt. Der Wahlkongreß bestimmt den Nachfolger des am 12. Dezember verstorbenen Prälaten Javier Echevarría
Am 23. Januar wird der dritte Prälat des Opus Dei gewählt. Der Wahlkongreß bestimmt den Nachfolger des am 12. Dezember verstorbenen Prälaten Javier Echevarría

(Rom) Am kommenden 21. Januar beginnt in Rom die Wahl eines neuen Prälaten der Praelatura Sanctae Crucis et Operis Dei, kurz Opus Dei genannt, der bisher einzigen in der Kirche bestehenden Personalprälatur. Durch den Tod von Prälat Javier Echevarría am 12. Dezember in Rom wurde die Wahl notwendig.

Das 1928 von Josemaría Escrivá de Balaguer y Albás (1902-1975) in Madrid gegründete “Werk Gottes” erhielt 1982 den kirchenrechtlichen Status einer Personalprälatur. Die rund 90.000 Mitglieder unterstehen direkt dem Prälaten im Bischofsrang und nicht dem jeweiligen Diözesanbischof. Gewählt wird der dritte Nachfolger des Gründers und zugleich auch dritte Prälat. Josemarìa Escrivá wurde 2002 von Papst Johannes Paul II., heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 26. Juni, sein dies natalis (Todestag).

Sein erster Nachfolger und zugleich auch erster Prälat, Álvaro del Portillo, wurde 2014 von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen. Er leitete das Opus Dei von 1975-1994.

Wie das Opus Dei auf seiner Internetseite mitteilt, muß der neue Prälat Priester sein, sein 40. Lebensjahr vollendet haben, Mitglied des Wahlkörpers sein, seit mindestens zehn Jahren der Prälatur angehören und dieser seit mindestens fünf Jahren als Priester inkardiniert sein. Diese Voraussetzungen erfüllen derzeit 94 Priester aus 45 Staaten.

Die Wahlversammlung beginnt am 21. Januar mit der Vollversammlung des Rates für die weiblichen Mitglieder. Am 23. folgt dann der eigentliche Wahlkongreß. Jedes Mitglied des Frauenrates kann eine Wahlempfehlung abgeben. Der von Männern besetzte Wahlkongreß soll diese Empfehlungen berücksichtigen.

Nimmt der Gewählte die Wahl an, wird Papst Franziskus um die Bestätigung ersucht. Offiziell steht ihm das Ernennungsrecht für den Prälaten des Opus Dei zu. Die Wahl und Ernennung zum Prälaten erfolgt auf Lebenszeit. Als aussichtsreichster Kandidat gilt der langjährige Generalvikar des „Werkes“, Fernando Ocáriz, den Prälat Echevarría wenige Tage vor seinem Tod zu seinem Vertreter bis zur Wahl eines Nachfolgers ernannte. Ocáriz gilt als maßgeblicher Mit-Autor der Erklärung Dominus Iesus von 2000. Seit 1986 ist er Consultor der Glaubenskongregation. Unter Papst Benedikt XVI. war er einer der drei vom Heiligen Stuhl ernannten Theologen, die mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. Lehrgespräche führten.

Am Wahlkongreß werden 194 Wähler teilnehmen, Priester und Laien. Sie müssen das 32. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens neun Jahren der Prälatur angehören.

Neben der Wahl des Prälaten wird der Wahlkongreß auch die Wahl des Generalrats vornehmen, der den Prälaten bei der Leitung der Prälatur unterstützt. Die Amtszeit des Generalrats dauert acht Jahre.

Die Wahlen sind jedoch nicht das einzige Thema. Es wird die Lage der Prälatur geprüft und über die weltweiten apostolischen Aktivitäten gesprochen. Für die kommende, achtjährige Amtszeit des Generalrats wird der Wahlkongreß ein entsprechendes Leitungsprogramm erarbeiten.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Infovaticana

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