Bischof untersagt Zelebration ad orientem und im überlieferten Ritus

Zelebrationsrichtung ad orientem
Zelebrationsrichtung ad orientem: Bischof von Rockford spricht doppeltes Verbot aus.

(Washington) Der Bischof der US-Diözese Rockford im Staat Illinois veröffentlichte einen Brief an die Priester seines Bistums, mit dem er die Zelebration ad orientem und zugleich auch die überlieferte Form des Römischen Ritus untersagt.

Zelebrationsrichtung: „stattfindende Diskussion“ und „Notwendigkeit der Einheit“

Das Schreiben von Bischof David J. Malloy datiert vom 11. Januar. Er hebt darin hervor, bereits beim Priestertreffen im September 2016 auf die „Notwendigkeit“ einer „Einheit in der Zelebration der Sakramente, besonders der Eucharistie“ hingewiesen zu haben. Dann geht Bischof Malloy „auf die stattfindende Diskussion“ ein, bezüglich „der Zelebration der Messe ad orientem“.

Der Bischof erwähnt es nicht: Diese „Diskussion“ geht auf das Vorbild von Bischof Joseph Conley von Lincoln in Nebraska und Kardinal Robert Sarah, den Präfekten der römischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung zurück. Bischof Conley zelebriert seit 2014 den ganzen Advent hindurch ad orientem und sprach die Einladung an den Klerus seines Bistums aus, seinem Beispiel zu folgen, was bereits im zweiten Jahr in mehr als die Hälfte aller Pfarreien der Fall war. Kardinal Sarah rief im Mai 2016 die Priester weltweit dazu auf, zur ursprünglichen Zelebrationsrichtung zurückzukehren, die erst mit der Liturgiereform von 1965 aufgegeben wurde, und wieder „ad orientem zu zelebrieren“, wie es die Kirche in ihrer gesamten Geschichte getan hatte.

Bischof Malloys Anweisungen

Bischof Malloy schrieb nun dazu:

„Dennoch ersuche ich aus den Gründen, die ich bereits im September genannt habe, und um unserer Einheit im Gebet zu unterstreichen und um Differenzen zwischen und auch innerhalb der Pfarreien zu diesem Punkt zu vermeiden, daß keine Messen ohne meine Erlaubnis ad orientem zelebriert werden.“

Und weiter:

„Zweitens und aus ähnlichen Gründen dürfen in Übereinstimmung mit Art 5,1 von Summorum Pontificum und im Respekt von Art. 2 desselben Dokumentes ohne meine Erlaubnis die Messen nicht in der außerordentlichen Form zelebriert werden.“

Eigenwillige Auslegung von Summorum Pontificum

Bischof Malloy mit Papst Franziskus bei dessen USA-Besuch
Bischof Malloy mit Papst Franziskus bei dessen USA-Besuch

Die Begründung für die faktische Verfügungsgewalt des Bischofs über die Zelebration des überlieferten Ritus beruft sich zwar auf das Motu proprio Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI. von 2007, widerspricht diesem jedoch diametral. Summorum Pontificum besagt im genannten Artikel 2 ausdrücklich, daß ein Priester keiner „Erlaubnis“ für die Zelebration im überlieferten Ritus bedarf, „weder des Apostolischen Stuhls noch seines Ordinarius“. Der ebenfalls genannte Artikel 5,1 besagt, daß die Priester „libenter“ (bereitwillig/gern/mit Freuden) Ansuchen von Gläubigen entsprechen sollen, die eine Zelebration in der überlieferten Form des Römischen Ritus wünschen.

Bischof Malloy verweist zwar auf das Motu proprio, gibt ihm jedoch eine eigenwillige Interpretation, die dem Wort und Geist von Summorum Pontificum widerspricht. Er behauptet, daß die Priester seiner Erlaubnis bedürfen, um im überlieferten Ritus zelebrieren zu können und fordert die Priester auf, Wünsche der Gläubigen nach Zelebration im überlieferten Ritus abzulehnen, und das alles im Namen der „Einheit“.

Die Anweisung des Diözesanbischofs kann natürlich nicht das übergeordnete päpstliche Recht brechen, das von Papst Benedikt XVI. für die Weltkirche erlassen wurde. Die eindeutige bischöfliche Willensbekundung wird dennoch eine gewisse Wirkung nicht verfehlen, denn jeder Priester des Bistums Rockford weiß nun, was der Bischof nicht wünscht, und wodurch man sich bei ihm unbeliebt machen kann.

Ecclesia-Dei-Gemeinschaften erlaubt, dem Diözesanklerus verboten

Schreben von Bischof Malloy an die Priester seines Bistums
Schreiben von Bischof Malloy an die Priester seines Bistums

Bischof Malloy hat dem altrituellen Institut Christus König und Hoherpriester eine Niederlassung in seiner Diözese erlaubt. Er stattete dieser Niederlassung am 9. August 2015 einen Besuch ab und wohnte der Heiligen Messe in der überlieferten Form des Römischen Ritus bei. Sein Schreiben vom 11. Januar an den Klerus seines Bistums richtet sich daher nicht gegen die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften. Diese werden seit 1988 in der Kirche mehr oder weniger geduldet. Das Schreiben richtet sich vielmehr gegen das Hinauswirken des überlieferten Ritus und der Tradition außerhalb dieses Geheges und sein Hineinwirken in die „eigentliche“ Kirche. Die beiden Teile der „eigentlichen“, neurituellen Kirche und eines geduldeten altrituellen Teils sollen fein säuberlich getrennt bleiben.

Das ist letztlich auch die Haltung, die die Ordenskongregation mit Billigung von Papst Franziskus dazu veranlaßte, den blühenden Orden der Franziskaner der Immakulata unter kommissarische Verwaltung zu stellen und bis heute unter einem drückenden Joch zu halten. Hätte der Orden zu den Ecclesia-Dei-Gemeinschaften gehört, wäre es kaum dazu gekommen.

Es handelt sich jedoch um einen ursprünglich neurituellen Orden, der somit der Ordenskongregation untersteht, aber 2008 durch Summorum Pontificum zum überlieferten Ritus wechselte. Dieser einzigartige Status eines „normalen“ Ordens, der traditionsverbunden und altrituell ist, und damit viel intensiver auf neurituelle Orden ausstrahlen konnte, als es den Ecclesia-Dei-Gemeinschaften möglich ist, war manchen im Vatikan ein Dorn im Auge. Da Benedikt XVI. seine schützende Hand über dem Orden hielt, war ein Vorgehen aber nicht möglich. Mit der Wahl von Papst Franziskus war der Weg frei dafür.

Text: Giuseppe Nardi
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hedi züger

ein typisch tyrannischer Bischof des Totalitarismus welcher zerstört( alt 68er Garde als remake).solche Bischöfe sind leider immer häufiger zu erwarten.nur mit dem Haken:solche Dekrete interessieren einen modernen wirklich gottsuchenden Menschen nicht .Kein Realitätsbewustsein -oder Papalatrie? so kann man vorankommen-aber auch vor Gott?

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