Bischof Schneider: „Msgr. Lefebvre würde heute Anerkennung der Piusbruderschaft als Personalprälatur akzeptieren“

Bischof Schneider über das Verhältnis zwischen der Piusbruderschaft und dem Heiligen Stuhl: "Zu lange Selbständigkeit ist eine Gefahr"
Bischof Schneider über das Verhältnis zwischen der Piusbruderschaft und dem Heiligen Stuhl: "Zu lange Selbständigkeit ist eine Gefahr"

(Rom) In einem Interview mit der spanischen Nachrichtenplattform Adelante la Fe wurde Weihbischof Athanasius Schneider zum Verhältnis zwischen der von Erzbischof Marcel Lefebvre 1970 gegründeten Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) und dem Heiligen Stuhl befragt.

Adelante la Fe war unter anderem vom traditionsverbundenen Bischof Rogelio Livieres Plano von Ciudad del Este unterstützt worden, den Papst Franziskus 2014 ohne Nennung von Gründen absetzte.

Bischof Schneider besuchte Anfang 2015 zwei Priesterseminare der Piusbruderschaft und berichtete darüber nach Rom. Im Anschluß an seine Visitationen sprach er sich für eine kirchenrechtliche Anerkennung der Bruderschaft aus. Die „Piusbruderschaft sollte anerkannt werden, so wie sie ist“, lautete im August 2015 seine Empfehlung an den Heiligen Stuhl.

Adelante la Fe fragte nun Bischof Schneider, ob er die Schritte der Annäherung „positiv bewertet“, ob die „Umstände“ für eine volle Einheit der Piusbruderschaft mit Rom gegeben seien, und falls ja, ob eine solche Einheit dem Willen von Msgr. Lefebvre entsprechen würde.

Bischof Athanasius Schneider: „Ja. Ich bin überzeugt, daß Msgr. Lefebvre unter den derzeitigen Umständen ohne Zweifel den kanonischen Vorschlag einer Personalprälatur akzeptieren würde.“

„Laut dem, was ich über das Leben von Msgr. Lefebvre und seine Schriften lese, war er ein sehr spiritueller Mensch, aber auch ein sehr praktischer, ein Mann von tiefem sensus ecclesiae“, deshalb sei er überzeugt, daß Msgr. Lefebvre – „so wie er sich unter den damaligen Umständen moralisch gezwungen sah, die Bischofsweihen gegen den Willen des Papstes durchzuführen, unter den jetzigen Umständen seinem Gewissen folgend“ das römische Angebot einer Personalprälatur akzeptieren würde.

Die Bischofsweihen damals seien „ein extremer Akt“ gewesen, unter dem er „gelitten“ habe. Er wäre heute daher der Meinung, daß nicht weitere Zeit verstreichen sollte.

„Wenn eine Gemeinschaft zuviel Zeit verstreichen läßt, in der sie kanonisch autonom und selbständig ist, ist das eine Gefahr, eine Gefahr sich zu verselbständigen und eine typisch katholische Charakteristik zu verlieren, die darin besteht, der Autorität des Papstes, des Stellvertreters Christi zu unterstehen. Wir können unsere Unterwerfung unter den Stellvertreter Christi nicht von der Person des Papstes abhängig machen. Das wäre nicht Glauben, das wäre die Wahl einer Partei. Der Stuhl Petri ist immer derselbe, die Päpste wechseln, so kann man nicht sagen: In diesen Papst jetzt habe ich kein Vertrauen, ich will mich ihm nicht unterwerfen, sondern hoffen, daß bald ein neuer Papst folgt. Das ist für mich keine katholische Haltung, es ist nicht übernatürlich, sondern sehr menschlich. Es fehlt gerade die Übernatürlichkeit und das große Vertrauen in die Göttliche Vorsehung, daß Gott es ist, der die Kirche leitet. Das ist eine Gefahr für die Bruderschaft St. Pius X., wenn sie zu lange selbständig ist. Es gibt bereits einige Zeichen dieser negativen Phänomene der Selbständigkeit, über die ich auch mit Msgr. Fellay gesprochen habe, die keine weitere Verzögerung erlauben. Wenn nun der Heilige Stuhl eine Struktur vorschlägt, dann können sie akzeptieren, sofern der Heilige Stuhl nicht Dinge verlangt, die gegen ihre Identität sind. Ja, es ist notwendig, zu akzeptieren und auf die Göttliche Vorsehung zu vertrauen, und nicht jetzt auf hundertprozentige Gewißheiten zu hoffen. Das geht nicht. Ich wünsche sehr, daß die Piusbruderschaft so bald als möglich anerkannt und als normale Struktur der Kirche etabliert werden kann. Das wäre zum Nutzen aller, für sie selber und für uns, und sie wäre wirklich eine neue Kraft besonders in diesem großen Kampf für die Reinheit des Glaubens in der Kirche, was ich auch Msgr. Fellay gesagt habe: ‚Exzellenz, wir brauchen Eure Gegenwart, damit wir zusammen mit allen guten Kräften in der Kirche einen großen Zusammenschluß haben, um heute den Glauben unserer Väter, der Apostel, zu verteidigen und ihn den nächsten Generationen weiterzugeben. Das ist unsere Berufung, die Gott von uns heute verlangt. Mit Liebe zur Kirche, mit Liebe zum Papst – immer mit Liebe zum Papst und für ihn betend –, aber ohne eine Art von Papolatrie zu praktizieren, das nicht, sondern den Papst übernatürlich zu lieben, für ihn zu beten und zu glauben, daß er Vicarius Christi ist, Servus Servorum Dei. Deshalb bete und hoffe ich, daß das Werk von Msgr. Lefebvre, das er in der Kirche hinterließ, anerkannt wird und viele Früchte trägt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Adelante la Fe (Screenshot)

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36 Kommentare

  1. Erzbischof Lefebvre hat in seinen letzten zwei Lebensjahren nach den Bischofsweihen (Sommer 1988 bis Frühjahr 1991) sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass sein vorheriger Kurs gegenüber Rom durch eine allzu große Naivität geprägt gewesen wäre und dass er, wenn er seine Erfahrungen bis 1988 schon früher gehabt hätte, Rom gegenüber einen viel härteren Rom gefahren wäre. Msgr. Lefebvre hat am Ende seines Lebens gesagt, Rom müsse sich zuerst bekehren, bevor man mit denen wieder Verhandlungen aufnehmen dürfe (was reine „Gespräche“ natürlich nicht von vorneherein auschließt). Da das seine letzte Haltung war, muss man das als unveräußerliches Testament des Erzbischofs betrachten. Man kann diese Haltung für falsch halten, aber dem Erzbischof eine andere zuzuschreiben ist unlauter.
    Und es ist diese Unlauterkeit, die die derzeitige Haltung der Oberen der Piusbruderschaft und die entsprechende interne Auseinandersetzung prägt. Die Verabsolutierung einer rein „kanonischen“ Anerkennung der Piusbruderschaft, ohne dass vorher der Stuhl Petri mit einen Katholiken besetzt wird, ist eben nicht die Rezeption des ganzes Erzbischofs, sondern des auf dem halben Wege steckengebliebenen. Mit einer derartigen „Mythenbildung“ könnte sich ja die Petrusbruderschaft als die eigentliche, „legitime“ Erbin von Erzbischof Lefebvre verstehen, weil sie früher getan hat, was Bischof Fellay jetzt anstrebt: Ein rein praktisches Abkommen mit Rom. Die FSSP beruft sich aus guten Gründen nicht auf den Erzbischof, dem ihre Gründer immerhin die Priesterweihe zu verdanken hatten. Sie ist in dieser Beziehung lauter geblieben, auch wenn sie irrige Vorstellungen über den katholischen Glauben hat.

  2. Die Piusbruderschaft sollte gegenwärtig eher abwarten . Warum will dieser Papst die Piusbruderschaft wieder in der katholischen Kirche haben. Papst Franziskus ist äußerst klug . Wir wissen in etwa wofür dieser Papst steht . Es ist kein Widerspruch es sieht nur so aus . Es scheint für Papst Franziskus besser zu sein , wenn die Piusbruderschaft wieder Teil der katholischen Kirche wird. Papst F will keine Reform der Reform in der Liturgie, auch das ist hinlänglich bekannt . Papst F ist dabei die katholisch Lehre zu ändern , er entlässt Leute die lange Mitarbeiter der Glaubenskongregation sind bzw waren. Die haben an seinem Kurs möglicherweise Kritik geübt. Wir wissen es nicht. Die Franziskaner der Immakulata aufgelöst obwohl seits der Staatsanwaltschaft alle Anklagepunkte fallen gelassen wurden.So etwas wäre wohl noch nicht einmal denkbar in Ländern mit deutlich geringerem Verständnis von Recht und Demokratie. In einem Artikel vom 22.11 2016 schreiben sie der Papst habe gesagt, der Kommunismus und Marxismus sollen neue Gesellschaftsordnung sein, wenn er das gesagt hat und die Kommunisten wie Christen denken, dann hätte man doch all die kommunistischen Terrorregime nicht bekämpfen brauchen. Ich bin wahrscheinlich zu blöd um Papst Franziskus in seiner unendlichen Weisheit zu begreifen.

  3. Daß die Priesterbruderschaft St. Petrus „irrige Vorstellungen über den katholischen Glauben hat“, ist eine äußerst schwerwiegende Verleumdung, die deswegen hier auch als solche benannt werden darf.

    • Ja, das kommt davon, wenn der Eindruck erweckt wird, der katholische Glaube und die Treue zu ihm sei so monolithisch, dass es innerhalb davon keinerlei unterschiedliche theologische Positionen geben könne. Eine reine Fiktion jenseits jeden historischen Befunds.

  4. @ Teresa 5.01.2017 AT 11:08. Die Analyse ist sehr gut gelungen und trifft die Sachlage von 1988 bis 1991.
    WER IST PAPST?
    Indes aber ist die heutige Situation grundverschieden. Im Vatikan herrscht ein Papst, der durch Unberechenbarkeit und theologische Unkenntnis geprägt ist. Im Gegensatz zu allen Vorgängern im Amt muß man diesem Papst das charisma episcopale absprechen. Er handelt und redet nicht wie ein Bischof. S. E. MSgr. Schneider hat offensichtlich die neuesten Entwicklungen im Blick, die durch Papst Franziskus ausgelöst worden sind. Wenn sich Kardinäle über ein Dokument des Papstes gegenseitig der Häresie beschuldigen, dann ist die Kirche am Rande eines Schismas, wenn hier sogar „Cum ex apostolatus“ in betracht gezogen wird, der Fall des PAPA HAEREITCUS diskutiert wird, dann kann man nicht mehr von einer einheitlichen Kirche sprechen. Eine kanonische Anerkennung würde derzeit gewiß die Frage nach der Entscheidung pro Papa aut contra Papam stellen. Eine kanonische Anerkennung zu erzielen, wäre gleichzeitig verbunden mit der impliziten Anerkennung von „Amoris Laetitia“, was für die Priesterbruderschaft St. Pius X. faktisch unmöglich ist. Zugleich wäre nach den jüngsten Vorkommnissen im Vatikan auch die Frage nach der Gültigkeit eines Anerkennungsdokumentes gestellt, da offensichtlich – vgl. „Amoris Laetitita“ – die lateinische Kirchensprache nicht benutzt wird, also kein Dokument promulgiert werden kann in der einheitlichen Sprache des Ritus Romanus. Darüber hinaus ist der Umgang des Papstes mit seinen Mitarbeitern nur noch als Diktatur zu bezeichnen. Kurz – die Frage dteht im Raum: „Ist der Papst noch SUI COMPOS?“ Auch dann ginge er seines Amtes verlustig, da sind sich die Kanonisten und Moraltheologen weitgehend einer Meinung (Vgl. A. M. Stickler: Sulle origine dell‘ infallibilita papale, in Rivista Storica della Chiesa in Italia 28 (1974), S. 586f.; Dominicus Prümmer, M. Scheeben et. al mult.). S. E. Marcel Lefebrve würde sehr wohl warten, bis sich der Rauch um den Vatikan gelichtet hat, der Bürgerkrieg ein Ende gefunden hat. Denn: Zur Zeit verlangt der Papst die Papolatrie, und dieses ist Diktatur und Tyrannei, er sieht sich als das Haupt der Kirche, kann aber keine einzige authentische Lehre hervorbringen, keine Theologie betreiben und ihm fehlt das „Charisma episcopale“, da er nur unter Indult zum Bischof geweiht worden ist. Die Situation ist daher so brisant, da Bergoglio wohl unter rechtswidrigen Umständen zum Papst Franziskus gewählt worden ist. Daher wartet S. E. Bernard Fellay zurecht in aller Klugheit ab, bis Klarheit besteht. Und so hätte auch S. E. Marcel Lefebrve gehandelt.

    ROMA, ROMA, CONVERTERE AD DOMINUM DEUM TUUM!

    • @ Christoph Rhein:

      Si Bergoglio revera non fuisset sui compos, tale factum proculdubio esset notorium. Stilus quodammodo tyrannicus minime probat amentiam vel aliam formam infirmitatis psychicae, et si aliter se habuisset, iam multi ex Summis Pontificibus, etiam celeberrimis, pro fatuis essent habendi. Cfr. exempla Urbani VIII, vel Pii XI. – Bulla supralaudata („Cum ex apostolus officio“) nihil probat, quia iam abrogata erat, cum Codex Iuris Canonici anno MMXVII a Benedicto XV promulgata est. Insuper factum „haeresis papalis“ nequaquam a quolibet theologo privato pro suo libitu statuere potest, sed a Concilio Oecumenico, vel saltem Collegio S.R.E. Cardinalium. Quod de carentia „charismatis episcopalis“ scripsti, evidenter purae coniecturae, vel potius phantasiae attribuendum est.

      • @Antifebronius,
        Die zweite Hälfte Ihres ersten Satzes („…procul dubio esset notorium“ = „…wäre (dies) ohne Zweifel eine Anklage“ ließ mich doch schmunzeln:
        Sie schreiben dort 2 Irrealisformen (fuisset, esset) wobei ich hier betr. die Irrealität doch sehr vorsichtig wäre.
        Mir kommt der berühmte Spruch des deutschen Naturforschers und Embryologen, Vollblutdarwinisten und überzeugten Atheisten Erich Haeckel (1834-1919) in den Sinn:
        „Ignoramus, ignorabimus, impavide progrediamur“: „Wir wissen nicht, wir werden nicht wissen, laßt uns unerschrocken vorangehen“.
        Jetzt wissen wir schon sehr viel in diesem Fall, und wir werden mit Sicherheit noch viel mehr zu wissen bekommen.
        Mir scheint in der argentinischen Pipeline (nicht lachen: auf Niederländisch: „pijplijn“, wobei ein „pijp“ auch für die schmalen unteridrischen Gänge eines Kaninchenbaus verwendet wird 🙂 ) noch viel mehr zu sitzen.
        Die große Frage, damit verbunden, ist dann nicht kirchenjuristisch sondern betrifft die Sakramentalität.
        Wie der Fall des pädophilen Bischofs vanGheluwe gezeit hat, ist gerade die Sakramentalität das Hauptproblem – nicht zuletzt durch ihre Folgen: die zugedienten Sakramente wären in ihrer Wirkung beeinträchtigt bzw. für die zugedienten Priesterweihen total ungültig.
        Desaströs.
        Ein ähnliches Desaster für die Kirche ist die Beschädigung des Amtes;
        es ist kein erhebendes Schauspiel, bei einer führenden und älteren Person „le déshabillé de la Parisienne“ mitanschauen zu müssen.
        (besonders schlimm jetzt bei den barbarisch kalten Temperaturen hierzulande 🙂 )

      • Sehr geehrter @Antifebronius,
        es gibt und gab under den Gläubigen und unter den Lesern dieser Seite Menschen, die des Lateins nicht oder nicht mehr mächtig sind. Trotzdem sind diese sicher an Ihren Beiträgen interessiert. Würden Sie daher, wenn Sie der Meinung sind, eine lateinische Antwort wäre besser, bitte immer auch die deutsche Übersetzung mit angeben?
        gratias agimus tibi in antecessu
        (Mein Latein ist sehr eingerostet, darum bitte ich um Verzeihung, falls dies nicht die korrekte Übersetzung von „Vielen Dank im Voraus“ ist.

      • Geehrter @Kanadier,
        Ihr Einwurf trifft natürlich zu.
        Da @Antifebronius noch nicht geantwortet hat, erlaube ich mir, auf die Gefahr hin mich lächerlich zu machen, und natürlich mit nicht wenig lateinischem Rost versehen, eine Übersetzung nachzureichen.

        „Wenn Bergoglio tatsächlich nicht bei Trost gewesen wäre (lies: bei seiner Papstwahl NVDR), wäre eine solche Tatsache zweifelsohne ein Anklagepunkt.
        Ein irgendwie tyrannischer Stil beweist im Geringsten einen Wahnsinn oder eine andere Form von psychischer Krankheit, und wenn er sonstig (krank) gewesen wäre, so hatten schon viele der Päpsten, auch sehr berühmte, ihre Tollheiten (z.Bsp. Urbanus VIII, oder Pius PiusXI.-
        Die obengelobte Bulle („Cum ex apostolus officio“) beweist nichts, weil sie schon abrogiert(abgeschafft) war, wenn der Codex des Kirchenrechts im Jahre 2017 durch Benedikt XV promulgiert wurde.
        (NVDR: das im Kommentar angegebene Datum kann natürlich nicht stimmen).
        Darüberhinaus kann die Tatsache“päpstliche Ketzerei“ überhaupt nicht durch einen willkürlichen Privat-Theologen nach seinem Gusto festgestellt werden, sondern durch ein Ökumenisches Konzil oder zumindest durch das Collegium der Kardinälen der Hl. Römischen Kirche.
        Was Du über den Mangel an „bischöflichem Charisma“ geschrieben hast, ist ,wie es aussieht, (Ihrer) reinen Vermutung oder eher noch (Ihrer) Phantasie zuzuschreiben“.

        @Antifebronius,
        Aus Höflichkeit und zum besseren Verständnis sollte man als Lehrer/Dialogpartner so sprechen und schreiben, daß man vom Gegenüber verstanden wird.

        Tettitattettutes

      • „Tettitattuttes“

        @Antifebronius, für Sie speziell dieese wunderbare Sätzchen:
        Westflämisches Dialekt, auf gut Deutsch:
        „Es ist Zeit, daß es aus ist“
        „Tet Tit Tatt ut es“ 🙂

  5. @friedrich 2:

    Sie schreiben: „Es scheint für Papst Fanziskus besser zu sein, wenn die Piusbruderschaft wieder Teil der katholischen Kirche wird.“ Das heißt aber, daß sie jetzt außerhalb der katholischen Kirche steht (was sie selbst übrigens vehement bestreitet). Nun ist die Mitgliedschaft in der katholischen Kirche heilsnotwendig. Da gibt es nichts abzuwarten, wenn man nicht in die Hölle kommen will. Bedingung für die Zugehörigkeit zur Kirche ist aber die Unterordnung unter den Römischen Papst, wie es z.B. Papst Bonifatius VIII. in „Unam Sanctam“ klar und eindeutig formuliert hat. „…subesse Romano Pontifici esse OMNINO DE NECESSITATE SALUTIS…“ Das gilt auch dann, wenn ein konkreter Inhaber des Stuhles Petri seines Amtes nachlässig oder (sehr) schlecht waltet.

    Die notwendige Unterscheidung zwischen dieser auf übernatürlichem Glaubensgeist beruhenden Unterordnung und Papolatrie hat Bischof Schneider in bündiger und klarer Weise formuliert. So bedeutet Unterordnung unter den Papst nicht, dessen Bemerkungen in Interviews für „richtig“ halten zu müssen, noch jedwede disziplinarische Einzelmaßnhame (wie die gegen die Franziskaner der Unbefl. Empf. ergriffenen) gutzuheißen usw.

    Manche scheinen aber nur in Bild-Zeitungs-Kategorien denken zu können, die dem Wesen von Kirche und Papsttum natürlich nicht gerecht werden.

    • Nach jüngeren Berichten und Bildrn geht es übrigens Padre Stefano Manelli recht gut;
      die Moral der Franziskaner und Franziskanerinnen ist nicht gebrochen.
      Justi epulentur

    • Nein, mit Verlaub, das ist falsch. Ich verweise ausdrücklich auf meine Ausführungen weiter unten über das Wesen des Gehorsams, i.e. das Recht auf Ungehorsam. Gehorsam ist keine condítio sine qua non; anderenfalls wäre es ja Kadavergehorsam, und genau davon darf keine Rede sein; ich ersuche dahingehend ausdrücklich um Differenzierung. Der Papst darf von mir nichts verlangen, was gegen den Glauben gerichtet ist; exakt dies aber tun die Kirche seit dem II. Vatikanum und der jetzige Papst permanent. Ein weltliches Beispiel: Wenn einem Kind von seinen Alkoholiker-Eltern aufgetragen wird, im Laden nebenan eine frische Pulle Schnaps zu klauen, dann hat das Kind rechtswirksam das Recht auf Ungehorsam, und niemand würde es jemals deswegen anklagen; seine Eltern würde das Kind freilich dennoch immer lieben, das schon. Nein, S.E. Marcel Lefebvre befand sich zu jederzeit innerhalb der Heiligen Katholischen Kirche, und niemals außerhalb. Jene „Exkommunikationen“ waren deswegen „von Anfang an Null und Nichtig“. Ganz im Gegenteil: All jene, die den Erzbischof „exkommuniziert“ hatten, stellten sich durch deren Handeln selbst ins Abseits der Heiligen Katholischen Kirche, auch wenn sie weiterhin und bis dato innerhalb der Mauern des Vatikan zu Rom residierten und residieren. Als Kind der Heiligen Kirche leide ich unter dieser Situation, gar keine Frage, exakt so, wie jenes Kind unter seinen Alkoholiker-Eltern leidet. So schwer es mir auch fallen mag: Ich soll nun keinesfalls „puillánime“ – kleingläubig – werden, sondern darauf vertrauen, die stärkste, mächtigste Waffe zur Hand zu haben: Den Rosenkranz. Ich vertraue auf Jesu Christi Versprechen, daß tatsächlich jedes Gebet, welches ich zum Himmel schicke, dort registriert und archiviert sei. Wenn also Er es wolle, wird er uns wieder „Viri Probati“ senden, welche Sein Schifflein auf den einzig richtigen Kurs zurück manövrieren werden. Und falls nicht – dann dürfte Seine Zweite Wiederkunft in Bälde bevorstehen. Wie auch immer: Sein Wille, und nur Sein Wille geschehe.

      In Cristo per Mariam. +

      Carlosmiguel

    • bitte mitdenken . Papst Franziskus verfolgt einen Kurs , den er so wird nicht weiter verfolgen können. Es sei denn, er nimmt ein Schisma billigend in Kauf. Das lesen der Schriften unseres Papstes ist etwas ermüdend und manchmal nervend. Unser Stellvertreter
      redet leider viel Blödsinn und schadet mit seinen merkwürdigen Auftritten diesem Amt.Die Piusbruderschaft ist Teil der katholischen Kirche , denn diese Kirche ist soweit ich weiß der geheimnisvolle Leib Jesu Christi. Und diesem beugt sich die Piusruderschaft.Im übrigen vermag ich sehr wohl zwischen Amt und Person zu unterscheiden. Die Bildzeitung verstehe ich nicht.

  6. Anscheinend kennt Weibischof Schneider die legendären Worte des Erzbischofs Lefebvre des 4.Oktober 1987 nicht; diese Worte könnten sehr wahrscheinlich die Behauptung des Weihbischofs Schneider widerlegen:
    „Kardinal Ratzinger habe ich vorgetragen, dass auch wenn Sie uns Bischöfe bewilligen, auch wenn Sie uns eine Art Autonomie den Bischöfen gegenüber bewilligen, auch wenn sie uns die ganze Liturgie von 1962 bewilligen, auch wenn sie uns erlauben mit dem Seminar und der Bruderschaft wie bisher weiter zu machen, können wir nicht zusammenarbeiten! Es ist unmöglich! UNMÖGLICH!
    Denn wir arbeiten diametral; in die genau entgegengesetzte Richtung. Ihr arbeitet an der Entchristianisierung der Gesellschaft, der Menschheit und der Kirche und wir arbeiten an der christianisierung. Man kann sich nicht verstehen! Rom hat den Glauben verloren, meine lieben Freunde. Rom ist vom Glauben abgefallen! Es ist nicht nur so eine Art, meine Worte sind nicht in den Wind gesagt, es ist die Wahrheit!
    Rom ist vom Glauben abgefallen! Man kann ihnen nicht mehr trauen. Sie (Rom) hat die Kirche verlassen, sie haben die Kirche verlassen! Sie verlassen die Kirche!
    Es ist sicher, sicher, sicher, sicher.

      • @Linus Schneider

        Verzeihen Sie bitte meine Einmischung.
        Die von @PiuX zitierte Worte von Erzbischof Msgr. Lefebvre kannte ich schon.
        Nach meiner Erinnerung ist es die wörtliche Übersetzung aus dem Französischen eines Discours v. EB Msgr. Lefebvre für seine Seminaristen in Ècône, kurz vo seinem Tode (etwa 1987);
        es gibt eine Bandaufnahme dieses Discours, wo man die unverwechselbare Stimme v. Msgr. Lefebvre deutlich hört.
        Nach meinem Gedächtnis wurde die Originalversion vor einigen Jahren von der Katholischen Aktion Flandern (www.kavlaanderen.blogspot.be) im Netz publiziert.
        Soviel wie ich mich erinnere, mit einem Schwarzweiß-Photo seiner Eminenz)

      • @PiuX:

        Es trifft zu, daß sich Erzbischof Lefebvre so geäußert hat, wie Sie es wiedergeben. Die Tonbandaufnahme war im Netz zugänglich. „Rome a perdu la foi, c‘est sure, sure, sure…“

        Aber: Es existieren auch -und zwar für die Zeit nach (!) 1987- völlig anderslautende Einschätzungen Erzbischof Lefebvres. Z.B. ist mir noch gut in Erinnerung, was er, als er in der ersten Januarhälfte 1988 in den Niederlanden, nahe der belgischen Grenze, die Firmung spendete, sowohl am Vorabend im kleinen Kreise bei Tisch sagte, als auch am folgenden Tage öffentlich in seinem Vortrag in Antwerpen wiederholte: Er war voller Hoffnung, daß die soeben erfolgte Visitation durch Kardinal Gagnon der Bruderschaft den Weg zu einer Wirkmöglichkeit in kanonisch einwandfreier Form eröffnen würde. Lefebvre hielt seinen Vortrag in französischer Sprache, und es erfolgte abschnittsweise eine Übersetzung ins Flämische. Die betreffenden Bemerkungen wurden von so lebhaftem Beifall unterbrochen, daß der Übersetzer, Herr Jaspers, den Erzbischof bitten mußte, die betreffenden Sätze kurz zu wiederholen, weil er sie wegen des lautstarken Applauses nicht ganz verstanden hatte. (- Inzwischen ist bei vielen „Anhängern“ der Bruderschaft genau die schismatische Tendenz zum Tragen gekommen, von der Bischof Schneider in vornehmer Zurückhaltung als „Verselbständigung“ sprach. Sie würden heute nicht mehr applaudieren. So ändern sich die Zeiten.)

        Dann erolgte die Unterzeichnung des Protokolls vom 5. Mai 1988, welches Erzbischof Lefebvre am nächsten Tage teilweise -und eben nicht zur Gänze, das scheinen manche zu übersehen- widerrufen hat.

        Um den 10. Mai 1988 hielt Erzbischof Lefebvre in Angers einen Vortrag vor den Priestern des „französischen Distrikts“ der Bruderschaft(dessen Tonbandaufnahme mir vorliegt). Er ging, wie er bei diesem Anlaß sagte, davon aus, daß sein Bestehen auf der Konsekration mehrerer Bischöfe (eigener Wahl) am 30. Juni kein Hindernis für die „Einigung“ mit Rom darstellen werde.

        Nur einige Tage danach bezeichnete der damalige „Generalobere“ Schmidberger das Protokoll in einer internen Mitteilung an die Priester des „deutschen Distrikts“ als „Geschenk der Muttergottes von Fatima“. Wenige Wochen später aber hieß es -“rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln“, wie man in Berlin sagt- auf einmal, das alles sei eine Falle Roms.

        Die letzten öffentlichen Äußerungen Erzbischof Lefebvres gingen tatsächlich in die Richtung, die @Teresa oben wiedergegeben hat. Aber: Auf dem Sterbebett wollte Lefebvre zunächst nicht den Beistand eines seiner Priester, sondern des Pfarrers von Martigny. Erst dann, als dieser nicht erschien, spendeten ihm Priester der Bruderschaft die Sterbesakramente. Warum dieses Vorgehen, wenn die „Kirche Roms“ und damit auch der Pfarrer von Martigny „zu meiden“ waren?

        Man könnte schließlich, wie es oben für die Jahre 1987 und 1988 geschehen ist, aus der Zeit der 70er und 80er Jahre mühelos eine Liste von Zitaten Lefebvres, „Rom“ betreffend, zusammenstellen, die von gegensätzlichen Tendenzen getragen, wenn nicht offen widersprüchlich sind.

        Aus all dem ergibt sich: Es ist unerheblich, was nun genau seine letzten öffentlich bekanntgewordenen Äußerungen besagten – und so etwas zum „Testament“ hochstilisieren zu wollen, ist schlicht unglaubwürdig.

        Erzbischof Lefebvre, den ich, wenn diese Bemerkung hier erlaubt ist, mehrfach im kleinen Kreise erleben und als liebenswürdigen und tieffrommen Menschen kennenlernen durfte, war jemand, der in seinem Innersten ohne Zweifel immer mit Rom verbunden sein und bleiben wollte. Die Situation, in die er gestellt war, war aber beileibe keine einfache, was ein deutliches Schwanken in seinen Äußerungen zum Teil entschuldigen mag. Einzelne Äußerungen als Absolutum hinzustellen, wäre völlig verfehlt. Bischof Schneider dürfte hingegen mit seiner Einschätzung der Gesamtpersönlichkeit -und darauf kommt es letztlich an- im wesentlichen richtig liegen: Erbischof Lefebvre würde das jetzige Anerbieten das Hl. Stuhls annehmen.

    • unterstellt Ihr Zitat ist korrekt (worin ich keinen Zweifel hege) ist dies m.E. wie bei Luther. Dieser (Luther) hat das Papsttum INSGESAMT als „Antichrist“ bezeichnet… Sicherlich nicht korrekt für die Päpste bis 2013. So würde auch ich annehmen, dass Erzbischof Lefebvre mit seinem Ausspruch („Rom ist vom Glauben abgefallen“) nicht im allgemeinen, besonders NICHT zu seinen Lebzeiten „regierendem Rom“ recht hat, wohl aber in der heutigen Zeit…!

      • Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Papst Johannes Paul II. mit Korankuss und das Treffen in Assisi und dem heutigen Papst? Papst Johannes Paul II. hat Altäre räumen lassen, damit dort Götzen zur Anbetung aufgestellt werden.
        Papst Franziskus erzählt und handelt ebenso. Zwischen beiden Päpsten besteht kein Widerspruch, sie sind eins.

        Deshalb ist Ihr Schlußsatz schlicht falsch. Lefebvre bat von Gott zwei deutliche Zeichen um die Bischofsweihen vorzunehmen. Das schmerzlichste Zeichen war das Treffen in Assisi. Gott wird Götzen gleichgestellt. Das Allerheiligste wird für Buddha-Figuren entfernt.

        Nochmals: Was unterscheidet den heutigen Papst von Johannes Paul II.?

      • @Franziska

        ein Unterschied ist schon einmal der, dass JPII heilig gesprochen ist und damit per Definition sich allzeit der beglückenden Begegnung mit der göttlichen Dreifaltigkeit erfreuen kann; eine Begegnung, die dem jetzigen Bischof von Rom noch bevorsteht!

    • Die gewaltig hohe Qualität dieser Website zeigt sich nicht nur durch die viele sehr interessante und auch up-to-date Artikel (nicht selten Wochen vor anderen Webseiten 🙂 ), sondern auch durch die fundierte und sehr substanzielle Kommentare.
      Eine gewaltige Stärke in diesen wirren Zeiten.

      • @Tridentinus,

        „Ihr Wörtchen „nur“ hat es in sich. 🙂
        Wenn ich an die „Eminenzen“ Suenens, Danneels, DeKesel, Murphy-o‘Connor, Mahoney und andere Konsorten denke, wäre es eine Ehre für die katholische Kirche und für das Kardinalat insgesamt, wenn der hochverdiente Msgr. Erzbischof Lefebvre Kardinal gewesen wäre.“

  7. Für meine Begriffe trachtet das Bergoglionische Rom lediglich aus einem einzigen Grunde so lebhaft danach, die FSSPX mittels kanonischen Status unter seine Kontrolle zu bringen: um im Falle einer sich zukünftig womöglich vollziehenden Kirchenspaltung die FSSPX als weltweit operierende Basis für ein sich mit ihr vereinendes lehramtstreues katholisches Rom auszuschalten. Daher kann ich Exzellenz Schneider hier leider nicht ganz folgen, und rufe ihm und der FSSPX das Schicksal der Franziskaner der Immaculata und – unter Bezug auf den in Aussicht gestellten kanonischen Status – erst recht die Vorgänge um den souveränen Malterserorden in Erinnerung!

    • Wobei ich nicht verkenne, dass auch sehr gewichtige Gründe für einen kanonischen Status sprechen. Aber man muss sich bewusst sein, dass man es sich bei den Bergoglianern um Leute handelt, die sich um Recht und Gesetz und Versprechungen nicht sonderlich scheren.

  8. Wenn Erzbischof Lefèbvre heute eine Anerkennung der Piusbruderschaft überhaupt annehmen würde, dann ausschließlich als PersonalORDINARIAT. Eine Personalprälatur wäre zu wenig.

  9. Ich habe mich auf Recherche begeben und das Interview im Weltnetz auf „youtube“ gesucht, gefunden und angeschaut. Das Interview zeitigt zunächst einmal eine sprachliche Besonderheit, die zwar nicht unbedingt gravierend sein muß, es aber manchmal durchaus sein kann: Der Interviewer spricht kastilisches Spanisch, S.E. Athanasius Schneider antwortet jedoch mit brasilianischem Portugiesisch, wenngleich mit starkem Akzent. Beide Sprachen zeichnen sich naturgemäß durch nahe Verwandtschaft aus, aber es gibt eben auch entscheidende Unterschiede hinsichtlich Semantik, Morphologie und Terminologie; die geographische Entfernung mag obendrein eine Rolle spielen.
    Ich möchte meinen Kommentar im folgenden auf den auf „katholisches.info“ zitierten Abschnitt beschränken; alles andere führte zu weit – es sei, denn, es wäre gewünscht.

    Zitat: „Wenn eine Gemeinschaft zuviel Zeit verstreichen läßt, in der sie kanonisch autonom und selbständig ist, ist das eine Gefahr, eine Gefahr sich zu verselbständigen und eine typisch katholische Charakteristik zu verlieren, die darin besteht, der Autorität des Papstes, des Stellvertreters Christi zu unterstehen.

    Nein, Entschuldigung: Das ist Behauptung und Spekulation. Woran möchte S.E. Schneider dies hinsichtlich der in Rede stehenden FSSPX bitte belegen? Ich erbitte doch wenigstens die Nennung einen einziges Falles aus der Vergangenheit.

    Zitat: Wir können unsere Unterwerfung unter den Stellvertreter Christi nicht von der Person des Papstes abhängig machen. Das wäre nicht Glauben, das wäre die Wahl einer Partei.

    Ja, das ist richtig, und diese Sentenz zu verlassen wäre eine Näherung an den Sedisvakantismus, von dem sich die FSSPX jedoch immer ferngehalten hat. Wieso also dieser Einwurf?

    Zitat: Der Stuhl Petri ist immer derselbe, die Päpste wechseln, so kann man nicht sagen: In diesen Papst jetzt habe ich kein Vertrauen, ich will mich ihm nicht unterwerfen, sondern hoffen, daß bald ein neuer Papst folgt. Das ist für mich keine katholische Haltung, es ist nicht übernatürlich, sondern sehr menschlich.

    Nein, mit Verlaub, das ist unpräzise und größtenteils falsch. Der Papst hat als edelste Pflicht, den Glauben unverkürzt und unverändert zu bewahren, sowie ihn unverkürzt und unverändert weiterzugeben; er darf weder etwas hinzufügen, noch etwas davon wegnehmen. Darin liegt das Prinzip der Tradition, genau so steht es in Sankt Pauli Erstem Korinther-Brief (15; 3-4): „Tradidi enim vobis, in primis quod et accepi. – Vor allem habe ich euch alles so weitergegeben, wie ich es selber empfangen habe.“; nicht umsonst hat sich S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre dies als Wahlspruch gewählt. So, und nur so vermochte das Schifflein Petri überhaupt bis dato zu überleben; nicht auszudenken, wenn jederzeit Hinz und Kunz an den Worten Christi hätten herumdoktern dürfen.
    Stichwort „Vertrauen“. Reichlich unpräzise. Viel mehr geht es um Gehorsam, den ich als gläubiger Katholik dem Papst schulde – dies aber auch nur dann und so lange, sofern er die Tradition, wie oben erklärt, getreulich bewahrt und weitergibt. In der Apostelgeschichte (5;29) in seiner Philíppika an die ihn anklagenden Juden spricht Sankt Petrus: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ Sankt Thomas von Aquin referiert ausführlich in seiner „Summa Teológica“, daß man als Gläubiger das Recht auf Ungehorsam gegen die kirchlichen Autoritäten habe, wenn Gefahr für den Glauben besteht, sowie das Recht darauf, Prälaten, auch coram público, zur Ordnung zu rufen – sprich: „Correctio Fraterna“ – „Brüderliche Zurechtweisung“ an ihnen zu üben. Ungehorsam ist keinesfalls eine Frage von Tageslaune oder persönlichem Gusto, wie man sehr gut erkennen mag.

    Zitat: Es fehlt gerade die Übernatürlichkeit und das große Vertrauen in die Göttliche Vorsehung, daß Gott es ist, der die Kirche leitet.

    Zu unpräzise. Ja, Gott leitet Seine Kirche, weil Gott die Kirche ist und umgekehrt; er ist der Leib, und wir Menschen, wir gläubigen Menschen, sind die Glieder. Glieder können gleichwohl verfaulen, irre werden, Irrlehren verbreiten, etc., einfach deswegen, weil jeder Mensch, einzig ausgenommen Unsere Heilige Gottesmutter, jedoch einschließlich dem Papst, den Makel der Erbsünde in sich trägt. Bis zu Seiner zweiten Wiederkunft hat also Gott dem Menschen gewissermaßen die Verwaltung der irdischen Außenstelle Seiner Ewigkeit überantwortet, und der Papst leitet das Bodenpersonal darin, sowie uns Gläubige. Das Amt auf Petri Stuhl ist somit die höchste Auszeichnung, welche irdischerseits einem Mann widerfahren kann – viel Macht, aber auch viel Verantwortung!

    Zitat: Das ist eine Gefahr für die Bruderschaft St. Pius X., wenn sie zu lange selbständig ist. Es gibt bereits einige Zeichen dieser negativen Phänomene der Selbständigkeit, über die ich auch mit Msgr. Fellay gesprochen habe, die keine weitere Verzögerung erlauben.

    Ich hätte gerne eine Präzisierung vernommen, wovon I.E.‘n hier sprechen. Die Kirche war immer eine „Causa Pública“, und eben keine Hinterzimmer- oder Logen-Veranstaltung. Siehe die Bergpredigt Jesu Christi!

    Zitat: Wenn nun der Heilige Stuhl eine Struktur vorschlägt, dann können sie akzeptieren, sofern der Heilige Stuhl nicht Dinge verlangt, die gegen ihre Identität sind. Ja, es ist notwendig, zu akzeptieren und auf die Göttliche Vorsehung zu vertrauen, und nicht jetzt auf hundertprozentige Gewißheiten zu hoffen. Das geht nicht.

    Mit Verlaub: S.E. Schneider behauptet hier allen Ernstes die Existenz echter Paradoxoi. Nach allen Gesetzen der Logik ist es unmöglich, VK II zu akzeptieren und es gleichzeitig abzulehnen, „Versus Dóminum“ identisch, simultan und synchron zu setzen zu „Versus Pópulum“, Religionsfreiheit abzulehnen und gleichzeitig anzunehmen, das „Erste Gebot“ zu befolgen und es gleichzeitig „ökumenisch“ zu ignorieren… Gottes Gebote gelten uneingeschränkt, jederzeit und unbedingt; Jesus lehrt uns in Matthäus 5;37: „Eure Rede sei ja, ja oder nein, nein – alles darüber ist von übel!“ Irgendwann wird es zum Spruch kommen; das ist sicher, und die Vatikanischen Innenhöfe sind gepflastert mit traditionstreu bleiben wollenden, gleichwohl gescheiterten Gemeinschaften! Gott würfelt und taktiert nicht!

    Zitat: (…) Das ist unsere Berufung, die Gott von uns heute verlangt. Mit Liebe zur Kirche, mit Liebe zum Papst – immer mit Liebe zum Papst und für ihn betend –, aber ohne eine Art von Papolatrie zu praktizieren, das nicht, sondern den Papst übernatürlich zu lieben, für ihn zu beten und zu glauben, daß er Vicarius Christi ist, Servus Servorum Dei.

    Sic. So lange die postkonziliare Kirche, ihre Sakramente und ihre Würdenträger zwar im Zweifel stehen – personell und doktrinell – und ich über keine 100% wasserdichten Beweise darüber verfüge, daß buchstäblich alles, was seit Papst Johannes XXIII geschehen ist, wirklich ungültig ist, werde ich mich keinesfalls selbst ins Unrecht begeben. Ich kann nicht ausschließen, daß über mehr als 50 Jahre hinweg nicht doch irgendwo irgendwann einmal der Heilige Geist geweht hat oder noch weht; wer könnte dies denn? Ich nicht. Wer es dennoch behauptet, ist ein Pharisäer. Also verharre ich so lange im Ungehorsam, entweder, bis Rom zum wahren Glauben zurückfindet oder bis zur Zweiten Parusie Jesu Christi auf Erden.

    Zitat: Deshalb bete und hoffe ich, daß das Werk von Msgr. Lefebvre, das er in der Kirche hinterließ, anerkannt wird und viele Früchte trägt.

    Wie weiter oben ausgeführt: Das Werk S.E. Erzbischof Marcel Lefebvres hat es keinesfalls nötig, seitens derer großzügig „anerkannt“ zu werden, welche sich an der Heiligen Lehre Jesu Christi vergehen. Rom muß ganz im Gegenteil den wahren Glauben wiederfinden; da gibt es keinen Raum für Taktik oder Kompromisse. Q.e.d.

    In Cristo per Mariam +

    Carlosmiguel

    • Ein hervorragender Kommentar!
      Bitte mehr davon.
      Aufrichtigen Dank für Ihren so trefflichen Einsatz mit der Schreibfeder.
      Cordialiter,

  10. Wer wollte an der Rechtgläubigkeit eines Papstes zweifeln, ihn brüderlich korrigieren, der der FSSPX eine Heimstatt in seiner Kirche bereitet und von dem sich die FSSPX eine Heimstatt bereiten liesse, Exzellenz Schneider?

  11. Sieht man nicht am Malteser Orden wie die „heutige Autorität“ mit derartigen Spitzfindigkeiten hinsichtlich irgendeiner „Eigenständigkeit“ umgeht, die letztlich doch nur auf dem Papier vorhanden ist? Gibt es der Bruderschaft nicht zu denken, dass man ausgerechnet an dem Punkt, wo sich Rom mit wachsender Rasanz und Intensität von den ursprünglichen Lehrern der Kirche verabschiedet, gerade in diese hinein möchte? Der Weg wäre vorgezeichnet. Zunächst freundliche Aufnahme, dann Disziplinierung im Sinne der Anliegen Franzisus I., und folglich willkürliche Absetzungen. Was zählt ist die Macht und die Autorität der Macht.

  12. “..auch wenn sie uns erlauben mit dem Seminar und der Bruderschaft wie bisher weiter zu machen, können wir nicht zusammenarbeiten! Es ist unmöglich! UNMÖGLICH! Denn wir arbeiten diametral; in die genau entgegengesetzte Richtung. Ihr arbeitet an der Entchristianisierung der Gesellschaft, der Menschheit und der Kirche und wir arbeiten an der christianisierung. Man kann sich nicht verstehen! Rom hat den Glauben verloren, meine lieben Freunde. Rom ist vom Glauben abgefallen! Es ist nicht nur so eine Art, meine Worte sind nicht in den Wind gesagt, es ist die Wahrheit! Rom ist vom Glauben abgefallen! Man kann ihnen nicht mehr trauen. Sie (Rom) hat die Kirche verlassen, sie haben die Kirche verlassen! Sie verlassen die Kirche!“

    Diese Aussage entspricht doch auch objektiv der Realität. Man kann nicht leugnen, dass sie den Glauben der Väter jedenfalls in Teilen aufgegeben haben, und dessen verlustig gegangen sind. Zudem ist und bleibt die Tatsache des Niederganges ein Faktum, welches unübersehbar ist. Sicherlich war der Erzbischof lange Zeit fassungslos ob dieser Tatsache, und konnte es nicht glauben, aber bei schonungsloser und nüchterner Betrachtung konnte er zu keinem anderen Ergebnis kommen. Fatima spricht zu allererst vom großen Glaubensabfall, und dieser lässt als Vorwarnung in Verbindung mit dem Jahr 1960 gebracht,nur den direkten Bezug zum Vaticanum II zu. Kein Wunder, dass
    um diese übernatürliche Warnung herumlavriert wird, wie um den heissen Brei.
    Aber die Bilanz der letzten Jahrzehnte ist doch leider überdeutlich.

  13. Es fällt der gebildeten Elite in der Kirche besonders schwer zugeben zu müssen, das Erbe der Väter verschleudert und durchgebracht zu haben, aber so ist es leider….kein Unternehmen könnte sich dieser eindeutigen Bilanz entziehen. Und es nützt nichts, andere ausserhalb der Kirche dafür verantwortlich zu machen.

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