Erzbischof Fisichella: Medienberichte „Schwachsinn“ – „Abtreibung bedeutet automatisch die Exkommunikation“

Kurienerzbischof Rino Fisichella, Vorsitzender des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung: Medien haben einen "echten Schwachsinn" berichtet. Die Sünder der Abtreibung "ist und bleibt so schwer, daß sie in dem Moment, in dem sie begangen wird, zur Exkommunikation führt, zum Ausschluß aus der Gemeinschaft der Kirche".
Kurienerzbischof Rino Fisichella, Vorsitzender des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung: Medien haben einen "echten Schwachsinn" berichtet. Die Sünder der Abtreibung "ist und bleibt so schwer, daß sie in dem Moment, in dem sie begangen wird, zur Exkommunikation führt, zum Ausschluß aus der Gemeinschaft der Kirche".

(Rom) Durch das Apostolische Schreiben Misericordia et misera zum Abschluß des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit hatten etliche Massenmedien den Eindruck erweckt, als sei Abtreibung für die katholische Kirche kein „schreckliches Verbrechen“ und keine „schwere Sünde“ mehr. Diese Worte hatte Papst Franziskus am 20. November für die Abtreibung gebraucht. Anlaß dazu hatte das päpstliche Schreiben geboten.

Es dauerte einige Tage doch inzwischen erfolgten Richtigstellungen durch hohe Kirchenvertreter. Welche Breitenwirkung sie haben werden, steht auf einem anderen Blatt geschrieben, da sie über katholische Medien, die verzerrten Darstellungen hingegen über die weltlichen Massenmedien erfolgten.

Kurienerzbischof Rino Fisichella, der Vorsitzende des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung, ergriff am 23. November als erster das Worte. „Es stimmt nicht, daß die Exkommunikation abgeschafft wurde. Es stimmt nicht, wenn man behauptet: ‚Treibt ab, der Papst vergibt euch‘. Das ist wirklicher Schwachsinn und bleibt auch einer, das gilt für Schlagzeilen wie Berichte“, so Msgr. Fisichella in einem Interview mit TV2000, dem Fernsehsender der Italienischen Bischofskonferenz.

„Ich möchte den Journalisten etwas sagen: Vor zwei Tagen habe ich im [vatikanischen] Pressesaal die unglaublichsten Dinge gehört. Es gibt von seiten einiger die Versuchung, schnell zu lesen. Wenn man zu schnell liest, versteht man aber nicht. Es gibt die Versuchung, schnell etwas zu finden. Unter den vielen Inhalten ist das Auge nur auf die Abtreibung gefallen. Dann gibt es auch den Willen mancher, zu verunglimpfen und zu finden, was gar nicht da ist.“

Der Vorsitzende des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung stellte klar, daß:

„der Papst klar und deutlich gesagt und auch geschrieben hat: Die Sünde der Abtreibung ist eine der schwersten Sünden, die es gibt, weil sie einem unschuldigen Leben das Ende bereitet. Diese Sünde bleibt, und im Augenblick, in dem diese Sünde begangen wird, nicht nur durch die Frau, die die größte Last trägt, sondern von einer ganzen Kategorie, die an der Sünde der Abtreibung mitwirkt, in dem Moment also, in dem sie begangen wird, erfolgt die Exkommunikation, und man ist draußen aus der Gemeinschaft der Kirche, weil die Sünde so schwerwiegend ist.“

Der Papst habe nur mit Nachdruck daran erinnert, „daß es keine Sünde gibt, die Gott nicht vergeben könnte, wenn der Wunsch von einem reumütigen Herz kommt.“ Der Papst wolle mit seiner Geste unterstreichen, daß jemand, der sich der Sünde der Abtreibung schuldig gemacht hat, aber bereut, ohne zusätzliche Hindernisse durch jeden Priester die Möglichkeit finden soll, in die Gemeinschaft zurückkehren zu können.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: TV2000 (Screenshot)

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