Kardinal Burke besucht Tschechien – Pontifikalämter in Hohenfurth und Prag

Kardinal Raymond Burke besucht im Oktober die Tschechische Republik. Er wird in der Zisterzienserabtei Vissy Brod-Hohenfurth und der Prämonstratenserabtei Strahov in Prag ein feierliches Pontifikalamt im überlieferten Ritus zelebrieren und über die Neuevangelisierung, die Bedeutung der Heiligen Liturgie und das Lebensrecht der ungeborenen Kinder sprechen
Kardinal Raymond Burke besucht im Oktober die Tschechische Republik. Er wird in der Zisterzienserabtei Vissy Brod-Hohenfurth und der Prämonstratenserabtei Strahov in Prag ein feierliches Pontifikalamt im überlieferten Ritus zelebrieren und über die Neuevangelisierung, die Bedeutung der Heiligen Liturgie und das Lebensrecht der ungeborenen Kinder sprechen

(Prag) Kardinal Raymond Burke, Patron des Souveränen Malteserordens, wird vom 12.-15. Oktober die Tschechische Republik besuchen. Vorgesehen ist unter anderem, daß der Kardinal zwei Pontifikalämter zelebrieren und drei Vorträge halten wird.

Der brillante Kirchenrechtler war bis zu seiner Absetzung durch Papst Franziskus Präfekt des Obersten Gerichtshofes der Apostolischen Signatur. Im November 2014 entfernte ihn das amtierende Kirchenoberhaupt aus der Römischen Kurie, nachdem Kardinal Burke vor und während der ersten der beiden Bischofssynoden über die Familie das Ehesakrament und die kirchliche Morallehre verteidigt hatte und zum Wortführer der Gegner der „neuen Barmherzigkeit“ von Kardinal Walter Kasper geworden war. Er initiierte damals den Sammelband „In der Wahrheit Christi bleiben“, an dem fünf Kardinäle und namhafte Theologen mitwirkten.

Der aus den USA stammende, traditionsverbundene Kardinal sagte während der ersten Bischofssynode, nach der Veröffentlichung des heftig kritisierten Zwischenberichtes, Papst Franziskus habe damit „eine Menge Schaden angerichtet“. Der Papst „ist mehr als jeder andere Hirte der Weltkirche daran gebunden, der Wahrheit zu dienen. Es steht dem Papst nicht frei, die Lehre der Kirche zu ändern, was die Unmoral von homosexuellen Handlungen oder die Unauflöslichkeit der Ehe oder jede andere Lehre des Glaubens betrifft“. Unter anderem in Anspielung auf Kardinal Kasper sagte Burke: Sollte der Papst bestimmte Kardinäle auswählen und mit Aufgaben betrauen, um seine persönlichen Positionen zu Scheidung und Homosexualität durchsetzen zu wollen, würde er seinen Auftrag als Kirchenoberhaupt nicht erfüllen. „Einem Papst, der sich zum Rivalen Christi macht, muß widerstanden werden“, sagte Kardinal Burke zwischen den beiden Bischofssynoden in einem am 8.Februar 2015 von France2 ausgestrahlten Interview. Eine so deutliche Aussage hatte die Kirche seit langem nicht mehr gehört.

Zu seiner demütigenden Absetzung durch Papst Franziskus sagte er nur: „Als Priester müssen wir in der Kirche stets bereit sein, jede Aufgabe zu akzeptieren, welche auch immer wir übertragen bekommen.“ Durch die Abberufung als römischer Dikasterienleiter konnte Kardinal Burke nicht mehr an der zweiten Bischofssynode teilnehmen, die im Oktober 2015 stattfand, und seine Stimme erheben. Ein weiteres von zahlreichen Signalen, mit denen der Papst die Positionen von Kardinal Kasper begünstigte.

Pontifikalamt im überlieferten Ritus und Lebensrechtstagung in Brünn

  • Am Mittwoch, den 12. Oktober 2016 zelebriert Kardinal Burke in der nach dem Ende der kommunistischen Diktatur wiederbesiedelten Zisterzienerabtei Hohenfurth (Vyšší Brod) in Südböhmen, nahe der oberösterreichisch-bayerischen Grenze ein feierliches Pontifikalamt im überlieferten Ritus, Beginn: 9.00 Uhr.
  • Um 14.30 Uhr folgt der Vortrag: „In der Wahrheit Christi bleiben: Ehe, Naturrecht und Lehre der Kirche“, im Festsaal der Südböhmischen Universität in Budweis (Jihočeská univerzita v Českých Budějovicích)
  • Am Donnerstag, den 13. Oktober 2016 wird Kardinal Burke an der Technischen Universität Brünn (Vysoké učení technické v Brně), Fakultät für Bauingenieurwesen (Saal 203A), im Rahmen der Tagung „Die Kleinsten von uns“ (Nejmenší z nás) über den rechtlichen Schutz der Person vor der Geburt, zum Thema „Evangelium des Lebens und Neuevangelisierung“ sprechen. Um Anmeldung auf der Internetseite nejmensiznas.cz oder Facebook wird gebeten. Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Tschechischen Republik Milos Zeman, des Erzbischofs von Prag und Primas von Böhmen Dominik Kardinal Duka OP, des Wissenschaftsministers Pavel Belobradek, der Dekanin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Masaryk-Universität von Brünn Marketa Selucka, des Dekans der Medizinischen Fakultät Pilsen der Karls-Universität von Prag Boris Kreuzberg, des Dekans der Theologischen Fakultät der Karls-Universität von Prag Prokop Brož und des Vizebürgermeisters von Brünn, Petr Hladik.
  • Am Freitag, dem 14. Oktober 2016 findet in Anwesenheit des Autors und von Kardinal Burke um 18 Uhr in der Prager Prämonstratenserabtei Strahow (Strahovský klášter) die Vorstellung der tschechischen Übersetzung des Buches „Resurgent in the Midst of Crisis: Sacred Liturgy, the Traditional Latin Mass, and Renewal in the Church“ (Povstávání z prachu: Tradiční liturgie a obnova Církve) von Peter Kwasniewski, Professor für Theologie und Philosophie an der Theologischen Fakultät des Wyoming Catholic College und Sekretär des Aquinas Institute, statt. Anmeldung  unter: hesperion.cz.
  • Am Samstag, dem 15. Oktober 2016 zelebriert Kardinal Burke in der Basilika des Klosters Strahow in Prag ein feierliches Pontifikalamt im überlieferten Ritus, Beginn: 10 Uhr.

Organisiert werden die Veranstaltungen von RC Monitor des Vereins Res Claritatis, der Lebensrechtskonferenz Nejmenší z nás (Die Kleinsten von uns) und der Lebensrechtsorganisation Hnutí Pro život ČR (Bewegung für das Leben – Tschechische Republik).

Text: Giuseppe Nardi
Bild: rcmonitor (Screeenshot)

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