Christenfeindliche Übergriffe in Indien

Hindunationalisten: Angriff gegen Christen
Hindunationalisten: Unduldsam gegenüber Christen

(Neu Delhi) In den vergangenen Tagen kam es zu zwei antichristlichen Vorfällen im Süden Indiens. Am 18. August wurde ein evangelikaler Christ verprügelt. Am 20. August griffen Hinduextremisten eine Pfingstlerkirche in Kerala an.

Sajan K. George, der Vorsitzende des Global Council of Indian Christians (GCIC), verurteilte die „wachsende Intoleranz“ gegen Christen. „Die Christen tun, was ihnen durch die Verfassung garantiert wird“, so George gegenüber Asianews.

Die beiden Vorfälle sind die jüngsten einer langen Reihe von christenfeindlichen Episoden. Evan Mamang Kipgen, ein 26 Jahre alter Evangelikaler, wurde in Bengalore angegriffen, als er das Haus eines Freundes verließ, mit dem er gebetet hatte. Der Mann gehört der Thadou Christian Felloship Church an. Er erstattete nach dem Angriff Anzeige und berichtete der Polizei, daß ihm aufgelauert wurde. Die Angreifer verprügelten ihn mit Faustschlägen und Fußtritten. Die Täter sprachen eine ihm unbekannte Sprache, vielleicht Kannada, die in Südindien verbreitet ist. Als durch die Schreie Kipgens andere Menschen zu Hilfe eilten, ließen die Angreifer von ihm ab und ergriffen die Flucht.

Am 20. August wurde die Sharon Fellowship Town Church von Kodungallur im Bezirk Thrissur in Kerala Ziel eines Angriffs. Die Kirche der örtlichen Pflingstlergemeinschaft wird von Pastor Roy geleitet. Es wird vermutet, daß die Täter aus den Reihen der hindunationalistischen, paramilitärischen Rashtriya Swayamsevak Sangh kommen.

Laut Pastor Roy sei es in den vergangenen fünf Jahren immer wieder zu Spannungen wegen des Sonntagsgebets gekommen. Seit dem Angriff „leben die Gläubigen in Angst“. Sajan George beklagt, daß die Christen „nichts Verbotenes machen, und kein Problem der öffentlichen Sicherheit sind“, dennoch würden sie angegriffen aus dem bloßen Grund, Christen zu sein. Der GCIC-Vorsitzende kritisierte die öffentliche Verwaltung in einigen Staaten und Bezirken, die trotz der Angriffe, die winzig kleine christliche Minderheit drangsaliere, anstatt sie zu beschützen. „Das ist sehr besorgniserregend“, so George.

Text: Asianews/Giuseppe Nardi
Bild: Asianews

drucken

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht