Gender-Ideologen als Denunzianten – Freiheit und Vorbild mutiger Bischöfe

Bischof Demetrio Fernandez Gender-Ideologie ist eine Atombombe
Bischof Demetrio Fernandez: "Gender-Ideologie ist eine Atombombe, die die katholische Lehre und das Ebenbild Gottes im Menschen zerstören will"


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(Madrid/Mexiko-Stadt) In Spanien und in Mexiko ist derzeit eine bisher ungeahnte Eskalation der Angriffe gegen die Oberhirten der katholischen Kirche zu registrieren. Das Vorgehen von Kirchenfeinden und Staatsanwaltschaften richtet sich gegen jene Bischöfe, die sich öffentlich der Gender-Diktatur widersetzen und es wagen, die Gläubigen vor Homosexualisierung und Gender-Ideologie zu warnen. Als Denunzianten entpuppen sich Homo-Organisationen, Parteien und Staatsorgane, die in einem Meinungsstreit, die Macht des Staates anrufen, um Andersdenkende zum Schweigen oder sogar ins Gefängnis zu bringen. Die Eskalation ist eine direkte Folge der neuen Anti-Diskriminierungsgesetze, vor denen einige katholische Kreise frühzeitig gewarnt hatten.

Unter dem Deckmantel einer bestimmten, vom Staat erzwungenen „Toleranz“ wurden gesellschaftlichen Gruppen zweifelhafte Instrumente in die Hand gegeben, Grund- und Bürgerrechte auszuhebeln. Ziel der Aktion ist vordergründig die Homosexualisierung. Das Hauptziel ist jedoch Macht und Herrschaft. Dazu gehört  ein von manchen offenbar ersehnter Wunsch, der katholischen Kirche und dem Christentum einen Maulkorb umzuhängen. Wer mit dem Strafrecht in der Hand die öffentliche Meinung kontrolliert, übt Macht im Staat aus. Das ist der Homo-Lobby und ihren politischen Förderern durchaus bewußt, wie die jüngste Entwicklung zeigt.

Maßnahmen erinnern an „dunkle Zeit der Kirchenverfolgung im 20. Jahrhundert“

In Mexiko und Spanien sind seit dem vergangenen Frühjahr Strafverfolgungsaktionen im Gange, die weniger an das 21. Jahrhundert, sondern vielmehr an die dunklen Zeiten der Kirchenverfolgung in diesen beiden Ländern im 20. Jahrhundert erinnern.

„Die Anzahl der strafrechtlichen Aktionen gegen die Prälaten, die öffentlich die ‚Genderkratie‘ kritisiert haben, ist zu hoch, um zufällig zu sein“, so Nuova Bussola Quotidiana. Solange irgendeine Homo-Lobby Anzeige erstattet, bestehe die Aussicht – in Madrid wie in Mexiko-Stadt – einen „anständigen Richter“ zu finden. „Wenn aber Institutionen wie das Parlament, ein Regierungsorgan oder eine Partei Anzeige erstatten oder Verfolgungsweisung erteilen, dann ist die Gefahr real, daß wir in eine neue Phase auf dem Weg in ein neues totalitäres System eintreten.“

In Mexiko setzte die Verfolgung ein, nachdem die Bischöfe eine deutliche Stellungnahme gegen die Gender-Ideologie und die Einführung der „Homo-Ehe“ durch Staatspräsident Enrique Peña Nieto abgegeben hatten. Die Regierung ließ vom Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Jesus Zambrano, bekanntgeben, daß man zu härteren Methoden übergehen werde. „Die katholische Hierarchie begibt sich auf ein Terrain, das ihr nicht zusteht“ so Zambrano. Den Worten folgten schnell Taten. Der Parlamentspräsident erteilte dem Generalsekretariat der Regierung den Auftrag, Strafanzeige gegen die katholische Kirche zu erstatten. Die Anzeige richtet sich nicht gegen einen bestimmten Bischof, sondern gegen das Erzbistum Mexiko Stadt, weil es „ständig wiederholt, daß die Familie in Gefahr ist. In Wirklichkeit aber gibt es keine Einheitsvorstellung von Familie. Ich zum Beispiel könnte sagen, die Familie ist in Gefahr wegen der Vorfälle von Pädophilie durch einige katholische Priester“, so der Politiker in provozierender Rede.

Scharfe Töne der Politik gegen die Bischöfe

So scharfe Töne gegen die Kirche gab es selbst im fast ein Jahrhundert lang antiklerikal regierten Mexiko lange nicht mehr. Parlamentspräsident Zambrano und Staatspräsident Peña Nieto entstammen dieser kirchenfeindlichen Tradition der mexikanischen Machthaber, die faktisch das ganze 20. Jahrhundert hindurch über das Land herrschten. Diese Tradition wird von der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) und deren Abspaltung, der Partei der Demokratischen Revolution (PRD) vertreten.

2000 konnte die „institutionalisierte“ Herrschaft des PRI, die faktisch einer Diktatur gleichkam, nach 71 Jahren beendet werden. Sie war 1929 mit der blutigen Niederschlagung des katholischen Cristeros-Aufstandes errichtet worden. Die Architekten dieser Herrschaft hatten Mexiko schon zuvor diktatorisch bestimmt. Bereits 2012 gelang dem PRI die Rückkehr an die Macht.

Das ungewöhnlich harte Vorgehen läßt in der Bevölkerung Gegenbewegungen entstehen. Am 10. September werden in allen Bundesstaaten Kundgebungen im Stil von Manif pour tous in Frankreich oder dem Family Day in Italien stattfinden. Am kommenden 24. September wird der Frente Nacional por la Familia in Mexiko-Stadt eine große landesweite Kundgebung zum Schutz der Familie durchführen, die sich – was die Teilnehmerzahlen betrifft – bereits als Erfolg abzeichnet.

Gleiches geschah in Kolumbien, wo sich eine breite Volksbewegung zugunsten der Familie aktiv ist. Die Initiativen fand sofort die Unterstützung der Mexikanischen Bischofskonferenz. Am 16. August veröffentlichte sie eine Erklärung ihrer Kommission für Familie, Jugend, Laien und Leben, in der es heißt, daß „wir die Gruppe, die die Nationale Front für die Familie gebildet hat, unterstützen und fördern, um zu sagen, daß die Zukunft der Menschheit in der Ehe und der natürlichen Familie geschmiedet wird.“

Denunziationsstrategie in Spanien

Auch in Spanien läßt sich eine gezielte Denunziationsstrategie der Homo-Lobby erkennen. Jüngst wurden vier Bischöfe zur Anzeige gebracht, weil sie die anthropologischen Irrtümer der Gender-Ideologie aufgezeigt hatten. Eine Anzeige richtete sich wegen „Homophobie“ gegen Kardinal Antonio Cañizares, den Erzbischof von Valencia und ehemaligen Präfekten der römischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Die Anzeige wurde von der Justiz zwar archiviert, doch mußte der Kardinal wochenlang jede nur denkbare Art von Schmähungen durch Homo-Aktivisten und deren politischen Helfershelfern erdulden.

Am Hochfest Mariä Himmelfahrt kam Kardinal Cañizares in seiner Predigt auf die sich abzeichnende Gender-Diktatur zurück und verglich sie mit dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus. Der Kardinal sprach von den „neuen Bestien des Bösen“, die „mit der propagandistischen Macht einer materialistischen Ideologie“ angreifen, einer Ideologie, „die die Armen und Schwachen weder respektiert noch verteidigt, sondern nur an Konsumismus und Egoismus interessiert ist.“

Kardinal Cañizares zitierte auch seinen Nachfolger an der Römischen Kurie, Kardinal Robert Sarah:

„Das vergangene Jahrhundert wurde von der kommunistischen und nationalsozialistischen Ideologie beherrscht. Das jetzige Jahrhundert wird von der Präpotenz der Gender-Ideologie geprägt, die von zahlreichen wirtschaftlichen Mächten und einer massiven Medienkraft unterstützt wird.“

Der zweite Vorfall betrifft die Bischöfe von Alcalà de Henares und von Getafe. Ihnen kam der Bischof von Cordoba, Demetrio Fernandez, zu Hilfe. Fernandez bezeichnete die Gender-Ideologie als eine „ideologische Atombombe“. Die Antwort ließ auch in diesem Fall nicht lange auf sich warten. Die Anzeige kam nicht von irgendeinem Homo-Verein, sondern von Ganemos Cordoba, dem lokalen Ableger der linksradikalen Partei Podemos. Alberto De Los Rios erstattete für die Partei Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen den Bischof wegen „Aufwiegelung zum Haß und gegen die Menschenrechte“.  Die Worte des Bischofs, so der Podemos-Vertreter, würden nach dem Strafgesetzbuch rufen. De Los Rios verglich den Bischof Fernandez mit einem „Taliban, der es nicht verdient, eine Gemeinschaft von Gläubigen zu führen“.

Eine solche Anzeige gegen eine Meinungsäußerung „spottet jeder Redlichkeit, wenn man weiß, daß Podemos und deren Vorgängerorganisationen unter Menschenrechte die Tötung ungeborener Kinder verstehen, also dafür eintreten, daß die Menschenwürde mit Füßen regelrecht zu Tode getreten wird“, so InfoVaticana. Die Anzeige sei aber Ausdruck eines „ins Maßlose kippenden, ideologisch vergifteten Klimas“.

Nun ist die Staatsanwaltschaft gefordert wohl wissend, daß die Anzeige von einer Partei mit Regierungsambitionen kommt. Spanien verfügt auch nach zwei Parlamentswahlen innerhalb eines halben Jahres noch über keine neue Regierung. Aufgrund dieser politischen Implikationen ist eine Archivierung in diesem Fall keineswegs mehr so sicher.

Beispiele mutiger Oberhirten, die sich nicht einschüchtern lassen

Die Beispiele einiger spanischer und zahlreicher mexikanischer Bischöfe zeigt, was es heißt, als Oberhirte für die Wahrheit einzutreten. „Die sind Zeugen einer Kirche, die sich nicht den gerade Mächtigen im Staat andient, sondern den sensus fidei der Gläubigen stärken. Eine Verurteilung wegen „Homophobie“ kommt einem Martyrium gleich, und das vor aller Öffentlichkeit“, so Nuova Bussola Quotidiana.

Das gilt auch für den Mut zur Wahrheit, den in diesen Stunden die Bischöfe Chiles an den Tag legen. Im Andenstaat treibt die  sozialistische Atheistin und ehemalige UNO-Abtreibungslobbyistin Michelle Bachelet ein Gesetzesprojekt zur Legalisierung der Abtreibung voran. Obwohl alle Umfragen zeigen, daß die Mehrheit des Volkes dieses Unrecht noch als Unrecht zu erkennen weiß und dagegen ist, ist die Staatspräsidentin entschlossen, ihr blutiges Gesetz durchzudrücken.

Dagegen haben die Bischöfe mobil gemacht und ein Video veröffentlicht, das in den sozialen Netzwerken reisende Verbreitung rund um den Globus findet. In dem Video erklärt jeder Bischof einzeln, warum der Gesetzentwurf sowohl moralisch als auch anthropologisch falsch ist. „Die Wirkung auf die Gläubigen durch ein solches Vorbild wird nicht ausbleiben“, ist sich Nuova Bussola Quotidiana sicher. Das Video ist ein freudiger Aufruf für das Leben. Er wird der Staatspräsidentin nicht gefallen, „zeigt aber allen, welcher Grad an Freiheit und Mut in diesen Hirten vorhanden ist, die sich von den Meinungsdiktatoren dieser Welt, die sie am liebsten ins Gefängnis sperren würden, nicht einschüchtern lassen.“

Text: Andreas Becker
Bild: InfoVaticana

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1 Comment on Gender-Ideologen als Denunzianten – Freiheit und Vorbild mutiger Bischöfe

  1. Mag sein, dass ich es nicht mitbekommen habe. Doch ich habe noch nicht gehört oder gelesen, dass sich Papst Franziskus für die oben erwähnten Bischöfe eingesetzt hätte.
    Natürlich, was diplomatisch evtl. im Hintergrund läuft, können Außenstehende nicht wissen. Auch wenn der Papst die Genderideologie öffentlich schon als „dämonisch“ bezeichnet hat, es ist zu wenig.
    Er muss seinen Worten auch Taten folgen lassen, um wirklich glaubwürdig zu sein. Die bedrängten Bischöfe bedürfen seiner uneingeschränkten Unterstützung, gerade gegenüber einer einflussreichen und finanzstarken Homo- und Genderlobby.

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