EU-Kommission erstmals bei EuroPride – Gegensätze: Boot der EU bei GayPride – Einwandererboote an Europas Küsten

CanalPride der EuroPride 2016 in Amsterdam
CanalPride der EuroPride 2016 in Amsterdam, erstmals mit offizieller Beteiligung der Europäischen Kommission

(Amsterdam) Dieselben Kräfte der EU, die einen Bevölkerungsaustausch und die damit verbundene Islamisierung vorantreiben, feiern zeitgleich das „Selbstgefühl des Wertes“ der Homosexualität. Seit 1992, kurz nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft in Osteuropa, findet jedes Jahr in einer anderen europäischen Stadt eine Europride statt, 2016 in Amsterdam. Die Gay Prides gelten nach homosexueller Eigendefinition als Ausdruck eines „stolzen Umgangs mit der eigenen sexuellen Identität“. Homosexuell wird als „Wert“ betrachtet und dieses „Selbstgefühl“ bei den Homo-Paraden demonstrativ und provokant zur Schau gestellt.

Boot der EU-Kommission bei EuroPride in Amsterdam

Das Homo-Spektakel dauerte insgesamt 16 Tage und endete am vergangenen Sonntag. Erstmals seit Bestehen der Europride war in diesem Jahr die Europäischen Union (EU) offiziell vertreten.  Am 5. August fand die CanalPride statt. Unter den 80 Booten, die daran teilnahmen, befand sich auch ein Boot der Europäischen Union. Offizielle Repräsentantin der EU war Vera Jourova, die EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucherschutz und Gleichstellung im Kabinett Juncker.

Jourova vertritt seit 2014 Tschechien in der EU-Kommission. In den vergangenen drei Jahren wechselte sie dreimal die Partei, aber nicht ihre Gesinnung. Ihre Karriere begann sie in der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei (CSSD), wechselte dann in die EU-freundliche liberale Europäische Demokratische Partei (EDS) und schließlich in die liberale Partei ANO 11, die Teil der linksliberalen Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) ist.

EU-Kommissarin Vera Jaurova
EU-Kommissarin Vera Jaurova

Ihre eigentliche Karriere begann die Kulturmanagerin Jourova 1995 im Bereich der Regionalentwicklung. Ab 2003 war sie im zuständigen Ministerium maßgeblich für die Verhandlungen mit der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank (EIB) über die EU-Gelder für Tschechien und deren Verwaltung betraut. Die Kontakte und die Kenntnisse über das Funktionieren des Brüsseler EU-Apparats nützte sie von 2006-2013, um als Beraterin in EU-Angelegenheiten in Staaten des ehemaligen Ostblocks und des Balkans aufzutreten. 2013 wurde sie für ANO 11 ins tschechische Parlament gewählt und kurz darauf Ministerin für Regionalentwicklung in der sozialdemokratisch geführten Mitte-links-Regierung von Bohuslav Sobotka. Nach sieben Monaten im Ministeramt wechselte sie in die EU-Kommission.

Die Einladung der Organisatoren der Europride beantwortete Jourova mit den Worten:

„Ich habe lange darüber nachgedacht. Ich sagte mir, manchmal sind diese Paraden provokant, lösen aber nicht die wirklichen Probleme der LGBT-Gemeinschaft. Ich bin vielleicht schon ein bißchen alt oder zu konservativ, aber ich war überzeugt, daß unsere Gesetzesinitiativen den Unterschieden machen müßten. Dann aber fand der Angriff von Orlando statt, das hat mich schockiert, das hat mich überzeugt: Ich muß dabei sein, ich muß hingehen.“

List of actions – Gender-Agenda in ganz Europa beschleunigen

In Wirklichkeit ging es Jourova auch darum, bei der Europride den Applaus für die jüngsten Homo-Initiativen der Europäischen Kommission einzustreichen. Am vergangenen 17. Juni haben alle 28 EU-Mitgliedsstaaten die List of actions by the Commission to advance LGBTI equality unterzeichnet.

Dabei handelt es sich um eine detaillierte Aktionsliste für Maßnahmen zur „LGBTI-Gleichstellung“ mit dem erklärten Ziel, das Tempo zur Umsetzung der Gender-Agenda in ganz Europa zu beschleunigen. Dazu gehört auch die Schaffung ständiger Beobachtungstellen, die in den EU-Mitgliedsstaaten über die Einhaltung der „Homo-Rechte“ überwachen sollen. Man könnte auch von einer „Homo-Polizei“ sprechen, die „Diskriminierungen wegen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität bekämpfen“ soll.

Die Aktionsliste umfaßt einen Dreijahresplan zur Förderung der Homosexualität für den Zeitraum 2016-2019. Laut Jourova sieht der Plan

„Kommunikations- und Sensibilisierungsaktivitäten mit dem Ziel vor, dabei zu helfen, die Unparteilichkeit, die Akzeptanz und die Gleichheit der Rechte von LGBTI-Personen in Europa zu verbessern, indem die Interessengruppen auf allen Ebenen, von den Nichtregierungsorganisationen bis zu den staatlichen Behörden und den Medien eingebunden werden.“

Unter diesem Gesichtspunkt bot die Europride den idealen Rahmen, um die Kontakte zu vertiefen und neue operative Strategien zur Homosexualisierung Europas zu entwerfen. Zu diesem Zweck absolvierte Jourova in Amsterdam ein dichtgedrängtes „Pro-Gender“-Programm. Unter anderem traf sie sich mit Randy Berry, dem offiziellen Sonderbotschafter der USA für „Homo-Rechte“, den US-Präsident Barack Obama im April 2015 einsetzte.

„Homophobie“ und „Transphobie“ – Kriminalisierung Andersdenkender

Helen Dalli, gerngesehener Gast bei Homo-Veranstaltungen
Helen Dalli, gerngesehener Gast bei Homo-Veranstaltungen

Treffen fanden unter anderem auch mit Helen Dalli, der Maltesischen Ministerin für Sozialen Dialog, Konsumentenschutz und Bürgerrechte, und dem Direktor der EU-Agentur für Grundrechte, Michael O’Flaherty statt. Die Soziologin Dalli vom sozialdemokratischen Partit Laburista (LB) legte 2015 das weltweit erste Homo-Gesetz vor, das ausdrücklich „Rechte“ für „Intersexuelle“ vorsieht. Seither führt Malta die Bestenliste der Homo-Lobby an. Die Mittelmeerinsel gilt als „führend“ in der Umsetzung von „Homo-Rechten“. Gleichzeitig mit dem neuen Gesetz forderte Dalli von der EU eine Roadmap zur Bekämpfung von „Homophobie“ und „Transphobie“. Die Sozialdemokratin aus Malta gab damit zu verstehen, daß es nicht nur um die gesetzliche „Gleichstellung“ geht, sondern um die Unterdrückung Andersdenkender, deren Meinung kriminalisiert werden soll.

Im Zusammenhang mit der Europride 2016 startete die Europäischen Kommission eine eigene Online-Homo-Kampagne unter der Bezeichnung Share Your Dream. Auf der Facebook-Seite der Kommission wurde das folgende Video veröffentlicht mit dem dazugehörenden Werbetext:

No matter who we love or who we are, we all share the same dreams! Discrimination on the grounds of sexual orientation and gender identity has no place in our society | ‪#‎EuroPride (Es ist nicht wichtig, wen wir lieben oder wer wir sind, wir alle teilen dieselben Träume! Die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechts-Identität hat keinen Platz in unserer Gesellschaft.)

Um zu unterstreichen, wie wichtig und ernst der EU-Kommission die Homo-Agenda ist, wurde für die Initiative Share Your Dream eine eigene Internetseite eingerichtet, wo zahlreiche Informationen zum Thema Homosexualität abgerufen werden können, vor allem aber ständig professionell erstelltes, neues Material bereitgestellt wird, um in die sozialen Netzwerke übernommen zu werden.

Bilder der Gegensätze – GayPride und Islamischer Staat (IS)

Logo der jüngsten LGBTI-Kampagne der EU
Logo der jüngsten LGBTI-Kampagne der EU

Das Osservatorio Gender spricht von einem „Gender-Diktat“, das die EU den Mitgliedsstaaten aufzwinge.

„Das Bild der feiernden Europäischen Kommission auf dem EU-Boot bei der grellen LGBT-CanalPride von Amsterdam ruft ein anderen Bild ins Gedächtnis, das Bild von den weniger festlichen Booten, die parallel Tag für Tag angefüllt mit Einwanderern an den Küsten Europas landen.“

Der Kontrast könnte nicht größer sein, so Osservatorio Gender.

Vor wenigen Tagen schlug Italiens Justizminister Andreas Orlando (Linksdemokraten) Alarm. Bei einer Anhörung vor dem Schengen-Komitee des Parlaments warnte er:

„aus den vorhandenen Informationen geht hervor, daß umfassende Ermittlungen zur Hypothese im Gange sind, daß Vertrauensleute des Islamischen Staates eine entscheidende Kontroll- und Lenkungsfunktion bei den Migrationsflüssen nach Italien ausüben.“

Und damit insgesamt nach Europa. Dazu Rodolfo de Mattei vom Osservatorio Gender:

„Die EU, die – nachdem sie willentlich die eigenen christlichen Wurzeln abgeschnitten hat – unter dem Motto ‚Share Your Dream‘ davon träumt, eine neue allumfassende utopische Identität zu konstruieren (ausgenommen das Christentum), riskiert ein schlimmes Erwachen.“

Was aber wird aus Europa?

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Osservatorio Gender

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