DiCaprios neuer Dokumentarfilm gegen den Klimawandel mit Papst Franziskus

Papst Franziskus nit Leonardo DiCaprio
Papst Franziskus mit Leonardo DiCaprio


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(Rom) Leonardo DiCaprio bereitet einen neuen Dokumentarfilm über den Klimawandel vor, an dem auch Papst Franziskus mitwirken wird. Nach der Audienz, die das katholische Kirchenoberhaupt dem Hollywood-Schauspieler im vergangenen Januar gewährte, ergibt sich damit eine erste konkrete Zusammenarbeit. Dennoch ein kleiner Vergleich:

Leonardo DiCaprio wurde von Papst Franziskus am vergangenen 28. Januar offiziell in Privataudienz empfangen. Der Papst ließ sich vom Schauspieler über seine Sicht des  Klimawandels informieren. Der Schauspieler und Filmproduzent ist seit 2014 für die UNO als „Botschafter des Friedens“ und einige Jahre länger als Botschafter der Klimalobby tätig, die die These von der menschenverschuldeten Erderwärmung vertritt.

Papst Franziskus änderte den bisherigen, zurückhaltenden Kurs der katholischen Kirche und schwenkte im Frühjahr 2015 auf die Linie der Klimalobby ein. In seiner im Juni 2015 veröffentlichten Enzyklika Laudato si kritisierte er eine „selbstmörderische Umweltzerstörung“. Im Gegenzug sponserte die Lobby am 8. Dezember 2015 ein Lichtspektakel, das auf die Fassade des Petersdoms und auf die Peterskuppel projiziert wurde. Das Zusammenfallen des Spektakels mit dem Hochfest Mariä Unbefleckte Empfängnis war dabei reiner Zufall. Das Spektakel hatte nicht mit der Gottesmutter zu tun, sondern mit dem gleichzeitig in Paris tagenden Weltklimagipfel, den Papst Franziskus mit einer Botschaft unterstützte. Ebenso hatte er zuvor bereits im September mit einer Rede vor der UNO-Hauptversammlung in New York der Post-2015-Agenda der Nachhaltigen Entwicklungsziele seinen Segen erteilt, die die Millenniums-Ziele der UNO von 2000 ersetzten. Zum neuen Gleichschritt mit den vorherrschenden Themen und den dahinterstehenden dominanten Kräften gehörte auch die Audienz für Leonardo DiCaprio, die in der Rubrik Chronik der Medien große Beachtung fand. „Die Globale Erwärmung sei real und die drängendste Bedrohung für die Menschheit“, sagte DiCaprio beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Das war eine Woche vor dem Besuch im Vatikan. „Der Klimawandel ist eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit“, hatte der Papst in Laudato si geschrieben.

Asia Bibi und die Nicht-Audienz mit Papst Franziskus

Papst Franziskus: Zwölf Sekunden für den Mann und die Tochter von Asia Bibi
Papst Franziskus: Zwölf Sekunden für den Mann und die Tochter von Asia Bibi

Anders erging es dem Ehemann und einer Tochter von Asia Bibi, jener Katholikin, die seit Juni 2009 in Pakistan im Gefängnis sitzt, weil sie den Islam beleidigt haben soll. 2010 wurde sie von einem Gericht zum Tode verurteilt. Ihr Schicksal hängt seither an einem seidenen Faden. In mehreren Briefen wandte sie sich an Papst Franziskus und bat ihn um Hilfe. Ihr Ehemann und eine Tochter kamen im selben Anliegen nach Rom. Im Gegensatz zu Leonardo DiCaprio waren sie bei der päpstlichen Entourage aber weniger gerne gesehen. Franziskus hüllte sich zum Fall Asia Bibi in Schweigen, obwohl oder gerade weil dieser Fall symptomatisch für das christlich-islamische Verhältnis ist.

An dieser Haltung sollte auch die direkte Begegnung mit den hilfesuchenden Angehörigen der zum Tode verurteilten fünffachen Mutter nichts ändern. Im Gegensatz zu DiCaprio wurde ihnen, die auf die großzügigen Spenden anderer Christen angewiesen waren, um die weite Reise überhaupt antreten zu können, keine Audienz gewährt. Für sie schaute am 15. April 2015 nur eine kurze Begegnung am Rande einer Generalaudienz auf dem Petersplatz heraus. Gerade so lange, „genau zwölf Sekunden, keine Sekunde mehr“, daß der vatikanische Photodienst ein Photo machen konnte.

Der Papst nahm sich keine Zeit, das Anliegen für Asia Bibi anzuhören. „Franziskus blieb nicht stehen. Er hörte ihnen nicht zu und segnete sie auch nicht. Das Mädchen blickte ihn, über soviel Kälte erstaunt, an. Es lief alles ab, als würde der Name Asia Bibi dem Papst nichts sagen“, schrieb damals der Vatikanist Sandro Magister. Der Papst ging weiter und schwieg auch weiter. Das Photo des Papstes mit dem Ehemann und der Tochter von Asia Bibi wurde jedoch vom Osservatore Romano „strategisch“ auf der Titelseite veröffentlicht.

Es gibt Themen, über die man reden darf und will, und solche, über die man weder reden will noch soll. Zu ersteren gehört der „menschenverschuldete“ Klimawandel, zu letzteren die Christenverfolgung durch den Islam.

Das Weltklima in der „Krise“

Vom neuen Dokumentarfilm zum Klimawandel mit Papst Franziskus berichtete National Geographic, dessen Fernsehkanal die Dokumentation senden wird. Ein erster Dokumentarfilm zu den „Umweltschutzproblemen des Planeten“ war von DiCaprio 2007 mit dem Titel „The 11th Hour“ produziert worden. Der neue Dokumentarfilm hat noch keinen Titel. Bekannt ist nur, daß ihn DiCaprio zusammen mit seinem Kollegen, dem Schauspieler, Filmproduzenten und – wie auch DiCaprio – Oscar-Preisträger Fisher Stevens produziert.

Der Dokumentarfilm konzentriert sich auf die Botschaft, wie „die Menschheit das Risiko bannen kann, daß Tierarten aussterben, Ökosysteme zerstört werden und indigene Gemeinschaften verschwinden“. Das Weltklima befinde sich in einer „Krise“ mit der „realen Gefahr irreversibler Schäden“ an der Umwelt.

Teil der Dokumentation werden Interviews sein, die Leonardo DiCaprio mit ausgewählten „Persönlichkeiten aus verschiedenen Teilen der Gesellschaft“ führt. Die Auswahl dieser Persönlichkeiten fällt allerdings ziemlich einseitig aus, wie die Namen von US-Präsident Barack Obama, Ex-US-Präsident Bill Clinton, Obamas Außenminister John Kerry und UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon erkennen lassen.

Unter den befragten Religionsführern befindet sich auch Papst Franziskus.

DiCaprio gründete 1998 die Leonardo DiCaprio Foundation für Umweltschutz und gegen die globale Erderwärmung. Er unterstützte 2004, 2008 und 2012 die Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei und gilt als eine der einflußreichsten, öffentlichen Gestalten der Welt.

Im 2008 erschienen Film „Revolutionary Road – Zeiten des Aufruhrs“ spielten DiCaprio und Kate Winslet als Hauptdarsteller ein Ehepaar mit zwei Kindern, bis die Schwangerschaft ihres dritten Kindes in die Quere kommt. Ein „Problem“, das durch Abtreibung beseitigt wird. Der Sussidiario schrieb damals: „Die Botschaft Hollywoods ist eindeutig: Die ultimative Erleuchtung ist die Tötung des Kindes, damit du dir deine Träume erfüllen kannst.“ Da der Film 1955 spielt und die Tötung eines ungeborenen Kindes noch verboten war, stirbt die Frau an der selbst zugefügten Abtreibung. Ihr Mann, dargestellt von Leonardo DiCaprio, der gegen die Abtreibung war, zieht die beiden lebenden Kinder des Paares alleine groß.

Das Filmszenario trifft sich insofern mit der Wirklichkeit, als DiCaprio auch im realen Leben persönlich gegen Abtreibung ist und sich bisher nicht für die Abtreibungslobby aktivieren ließ und sich überhaupt persönlich von gesellschaftspolitischen Themen fernhält, allerdings öffentlich die politische Richtung unterstützt, für die neben dem Klimawandel Abtreibung und Gender-Ideologie mindestens ebenso wichtig sind. DiCaprios Engagement konzentriert sich auf den Umweltschutz, für den er mit zahlreichen anderen Organisationen, so unter anderem mit Bill Clintons Vize-Präsident Al Gore, zusammenarbeitet. Der Hollywood-Star gilt nach eigenen Angaben als „nicht praktizierender Katholik“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: ACI/vatican.va (Screenshots)

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