„Keine Zukunft für den Kontinent ohne Rückbesinnung auf eine christliche Sicht des Menschen“

Liebe Brüder und Schwestern,

nach 25 Jahren ist der Weltjugendtag in diesen Tagen ein zweites Mal nach Polen gekommen. Wie 1991 in Tschenstochau hat er diesmal in Krakau junge Menschen aus der ganzen Welt zusammengeführt. Das bunte Fahnenmeer im Jordan-Park und auf dem Campus Misericordiae machte die fröhliche Gemeinschaft der vielen Nationen deutlich und die Freude, mit Brüdern und Schwestern zu feiern.

Bei diesem Weltjugendtag im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit haben die jungen Menschen ihre Bereitschaft zeigen können, die Botschaft des göttlichen Erbarmens mit Werken der Barmherzigkeit überall hinzutragen. Diese Reise war zugleich ein Besuch Polens, angefangen beim Heiligtum der Gottesmutter von Tschenstochau. Dieses Land mit seiner Geschichte – geprägt von leidvollen Prüfungen und Stärke im Glauben – sagt Europa, dass es keine Zukunft für den Kontinent geben kann ohne die Rückbesinnung auf seine grundlegenden Werte und auf eine christliche Sicht des Menschen. Ein zentraler Wert ist hier die Barmherzigkeit, die mit zwei großen Figuren des polnischen Volkes in Verbindung gebracht wird: der heiligen Schwester Faustyna und dem heiligen Johannes Paul II. Ein ausdrucksvoller Moment vor dem Hintergrund der augenblicklichen Weltlage und der Bedrohung durch einen „stückweisen“ Krieg war schließlich der Besuch in Auschwitz-Birkenau. In Gebet und in Stille habe ich der unzähligen Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Es ist ein Ort der Erinnerung und zugleich der Mahnung zur Verantwortung, dazu beizutragen, dass der Samen des Hasses und der Gewalt nie wieder Wurzeln schlägt.

Einen herzlichen Gruß richte ich an die Pilger und Besucher deutscher Sprache. In der Sommerzeit wollen wir unsere menschlichen Beziehungen nicht vernachlässigen und ebenso den Dialog mit Gott im Gebet nicht unterlassen. Vergessen wir auch nicht, im Urlaub manche Werke der Barmherzigkeit zu tun! Der Heilige Geist begleite euch auf euren Wegen!

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