Homo-Lobby gegen Brexit – Für „Homo-Rechte“ ist EU von „vitaler“ Bedeutung

ILGA-Europa wirbt gegen Brexit
ILGA-Europa wirbt gegen Brexit

(London/Brüssel) Im letzten Monat vor der britischen Volksabstimmung am 23. Juni über den Austritt oder den Verbleib des Vereinigten Königreiches in der Europäischen Union (EU) erhöhte die Homo-Lobby ihren Propagandaaufwand, um vor einem Austritt, dem Brexit, zu warnen.

Bereits im Mai veröffentlichte der konservative Unterhausabgeordnete Ben Howlett, ein 29 Jahre alter bekennender Homosexueller, einen Appell auf einem Schwulenportal, mit dem er die Homo- und alle Anderssexuellen aufforderte, gegen den Brexit zu stimmen. Er begründete seinen Aufruf damit, „daß „unsere Zugehörigkeit zur Europäischen Union entscheidend war, um die LGBT-Rechte im Vereinigten Königreich zu verbessern“.

EU „drängt“ Mitgliedsstaaten Homo-Agenda umzusetzen

Howlett erinnerte, wie inzwischen auch andere Homo-Vertreter, daß die Durchsetzung der LGBT-Agenda durch Urteil des Europäischen Gerichtshofs und EU-Richtlinien „erleichtert“, „begünstigt“, ja auf „vitale“ Weise vorangebracht wurde.

Howlett betonte, daß “das Europäische Parlament jetzt darauf drängt, die rechtliche Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Verbindungen auf alle Mitgliedsstaaten auszuweiten”. Die Freimütigkeit des Homo-Abgeordneten läßt demokratiepolitische Defizite erahnen. Die Zuständigkeit in diesem Bereich liegt nämlich bei den Mitgliedsstaaten, nicht bei der EU. Die Aussage Howletts, die EU „drängt darauf“, läßt vor allem erahnen, welcher Druck derzeit hinter den Kulissen auf die Entscheidungsträger der EU-Mitgliedsstaaten ausgeübt wird.

ILGA-Europe fordert gegen Brexit zu stimmen

Am 8. Juni gab die International Lesbian and Gay Association (ILGA) ihre Wahlempfehlung ab. In der Erklärung werden fünf „Schlüsselelemente“ genannt, die aus ILGA-Sicht eine Stimmabgabe für den Verbleib in der EU notwendig, ja unerläßlich machen würden.

Die Geldgeber für ILGA-Europe
Die Geldgeber für ILGA-Europe, die beiden nicht eingekreisten Logos gehören Homo-Organisationen in Schweden und den Niederlanden, die ihrerseits wiederum großzügig vom Staat finanziert werden

ILGA-Europe, Europas einflußreichste und größte Homo-Lobby mit Hauptquartier in Brüssel, wird hauptsächlich von der Europäischen Kommission finanziert. Weitere Finanziers, die Steuergelder in die ILGA-Kassen fließen lassen, sind die US-Regierung und die Regierung der Niederlande. Dazu gehört auch Freedom House, 1941 offiziell als Nichtregierungsorganisation gegründet, die in einem direkten Naheverhältnis zur US-Regierung steht, die auch der größte Geldgeber ist. Zweitgrößter Geldgeber von Freedom House ist die Organisation Open Society des US-amerikanischen Multimilliardärs George Soros.

Privates Geld kommt vor allem von den Stiftungen zweier Multimilliardäre: wiederum an erster Stelle steht die Open Society von George Soros, dazu die Arcus Foundation von John Stryker, einem Milliardenerben und bekennenden Homosexuellen.

Allein 2013 investierte die Arcus Stiftung 17 Millionen Dollar in Homo-Organisationen. 2014 lobte John Stryker 200.000 Dollar aus, um jene Kreisen in der katholischen Kirche zu unterstützen, die „LGBT-Rechten“ positiv gegenüberstehen, die Position der Kirche in diesem Sinn „zu beeinflussen und ihren ultrakonservativen Anhängern entgegenzutreten“. Als „ultrakonservative“ Gegner der Homo-Lobby wurden ausdrücklich einige Bischöfe genannt, die sich in besonderer Weise für die Förderung und den Schutz der Familie einsetzen.

Enge Zusammenarbeit zwischen ILGA-Europa und EU

Die Verbindungen sind so eng, daß die Europäische Kommission ein Schiff anmietet und großzügig für die Schlußparade der für August geplanten EuroPride in Amsterdam zur Verfügung stellt.

Die Europäische Union (EU) war die erste internationale Organisation, die „ausdrücklich die sexuelle Orientierung und die Geschlechtsidentität als gesetzlich schützenswert gegen Diskriminierungen anerkannte“, wie ILGA erklärt. Die „verqueere“ Sprache der Homo-Lobby meint damit, daß es „diskriminierend“ sei, wenn Homosexuelle, die einen Lebensstil gewählt haben, der die Zeugung von Kinder ausschließt, keine Kinder adoptieren, keine Ehe eingehen und ihr Geschlecht nicht staatlich anerkannt nach Belieben ändern dürfen.

Die gesamte Palette der “neuen Homo-Rechte” wurden in Großbritannien längst eingeführt, zuerst von den Labour-Regierungen unter Tony Blair und Gordon Brown, dann ab 2010 unter dem Konservativen David Cameron. Unterschiede in den Positionen zwischen Sozialdemokraten und Konservativen ließen sich nicht erkennen. Cameron ist nicht nur ein Verfechter der „Homo-Ehe“, sondern fordert von der BBC „Homo-Quoten“ und will psychotherapeutische Programme, mit denen sexuelle Identitätsstörungen geheilt werden können, auf Wunsch der Homo-Lobby verbieten lassen.

EU ist gay-friendly

Das ist auch der Grund, weshalb die Homo-Lobby die Kampagne gegen den Brexit unterstützt und mit finanziellen Aufwand für den Verbleib Großbritanniens in der EU wirbt, denn vom Ausgang der Volksabstimmung hängt auch zu einem wesentlichen Teil die politische Zukunft Camerons ab.

Für ILGA ist es wichtig, daß Großbritannien in der EU bleibt. In der Rainbow Map der „homo-freundlichsten“ Staaten Europas wird das Vereinigte Königreich an dritter Stelle geführt, weil es 81 Prozent der aktuellen Homo-Forderungen bereits umgesetzt hat. Der Verbleib an der Seite der EU-Institutionen garantiert, daß zwei starke, staatliche  Gay-friendly-Institutionen sich gegenseitig auf diesem Weg „bestärken“.

„Wenn Großbritannien sich als Leuchtturm der LGBT-Gleichbehandlung sieht, dann kann es dafür arbeiten, diesen Einfluß geltend zu machen, indem es seine Erfahrung mit jenen Mitgliedsstaaten teilt, die weniger umfassende Gesetze haben“, kann man im ILGA-Dokument lesen. Darin wird auch der Europäische Gerichtshof gelobt, der mit seinen Urteilen „geholfen hat, die LGBT-Gleichheit im Vereinigten Königreich viel schneller sicherzustellen“, als es die Briten von sich aus getan hätten. Darin wird der immer wieder wiederholte Grundsatz angesprochen, der in allen EU-Staaten zu hören ist: „Die EU verlangt es“.

Sollte die Homo-Agenda im traditionell isolationistischsten EU-Mitgliedsland entscheidend für den Verbleib in der EU sein?

In einer EU, die sich weigerte, die christlichen Wurzeln in die Verfassung aufzunehmen, scheint – mit einigen Ausnahmen in Ostmitteleuropa, wo man die Erfahrung der kommunistischen Diktatur gemacht hat – die Homo-Agenda absurderweise das wichtigste verbliebene, einigende Band zu sein.

Text: Andreas Becker
Bild: ILGA-Europe (Screenshots)

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