Irrungen und Wirrungen des Kölner Kardinals

Kardinal Woelki zelebriert auf einem Flüchtlingsboot als Altar
Kardinal Woelki zelebriert auf einem Flüchtlingsboot als Altar


Ihnen gefällt Katholisches.info? Helfen Sie bitte mit, daß Katholisches.info auch im Oktober erscheinen kann. Es fehlen noch 1.739,- Euro.


Zur Zuwendungsübersicht


Ein Gastkommentar von Hubert Hecker.

Kardinal Rainer Maria Woelki hielt am Fronleichnamstag 2016 eine drastische Predigt vor dem Kölner Dom. Er stand dabei hinter einem Flüchtlingsboot von der Mittelmeerinsel Malta. Das Boot einer Schlepperbande diente ihm als Kanzel und Altar. Die Kernsätze seiner Predigt lauteten: Wer Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken – jeden Tag tausendfach. Wer Menschen in Lagern zu Tode quält, quält Gott. Mit Hinweis auf den Schleuser-Kahn sagte der Kardinal: Christus sei mitten in diesem Boot, das Menschen über das Mittelmeer schleuste. Er sei in allen Flüchtlingen anzutreffen. Ihr Schrei nach Gerechtigkeit ist Gottes Schrei.

Stirbt der Schöpfer mit seinen Geschöpfen?

In einer globalisierten Welt darf Woelkis Satzreihe von den vielen Toden Gottes in Menschen nicht an den Grenzen Europas halt machen. Etwa so: ‚Wer die Menschen in den aktuellen Dürregebieten der Welt verhungern lässt, lässt Gott verhungern.’ Und: ‚Mit der modernen Sklavenhaltung weltweit auf Baustellen und Bordellen wird Gott versklavt’. Oder: ‚Wer die millionenfache Tötung von ungeborenen Kindern zulässt, lässt Gott abtreiben.’

Bei solchen Sätzen hat man das Gefühl von religiöser Provokation, mehr noch von Irrungen und Verwirrungen. Doch welche theologischen Denkfehler stecken dahinter?

In Kirche und Kirchengeschichte waren solche theologischen Konstrukte bisher nicht bekannt. In Woelkis Predigt-Beispielen wird der Tod von Menschen mit dem Tod des Schöpfers ineinsgesetzt.  Das steht im Widerspruch zur biblischen Lehre vom Schöpfergott, der die Menschen als sein Ebenbild geschaffen hat. Der fundamentale Wesensunterschied zwischen Schöpfer und Geschöpf schließt aus, dass bei der Tötung des Abbildes auch das göttliche Urbild verbluten soll – wie etwa im Voodo-Kult geglaubt.

Keine seinsmäßige Identität von Christus und Migranten

Nicht minder irritierend ist die behauptete Identität von Christus mit allen Migranten. Kann sich diese These auf die biblische Gerichtsrede berufen? In der bekannten Geschichte bei Matthäus rechtfertigen sich die Verworfenen auf der linken Seite damit, dass sie doch an Christus geglaubt und ihn als Herrn verehrt hätten. Der Richter antwortet ihnen: Was ihr den Geringsten meiner Brüder nicht getan habt, das habt ihr mir nicht getan. Das heißt: Der (evangelische) ‚Glaube allein’ reicht nicht, die Werke der Barmherzigkeit müssen zur Rechtfertigung dazukommen. Der Gerichtsspruch mahnt die tätige Nächstenliebe an. Dabei hilft die Analogie des Hilfsbedürftigen mit Jesus. Eine ontologische Identität erbarmungswürdiger Menschen mit dem Gottessohn widerspricht aber der Lehre Christi, nach  der die Nächstenliebe von der primären Gottesliebe unterschieden wird. Doch genau diese Unterscheidung wollen modernistische Theologen und Kleriker verwischen. Dabei kommt es dann zu solchen Aussagen, dass die Gottesliebe in der Nächstenliebe aufgehe.

Ehrfurcht vor dem Boot: Sakralisierung des Banalen

Kardinal Woelki stößt auf die Reise mit dem Boot von Malta nach Köln an
Kardinal Woelki stößt auf die Reise mit dem Boot von Malta nach Köln an

Wenn im hilfebedürftigen Nächsten nicht mehr die leidende Kreatur, sondern Gott selbst gesehen wird, dann bedeutet das eine sakrale Überhöhung der Menschen und ihrer Werke. Mehrfach ist in der Predigt des Kölner Erzbischofs die Tendenz zur Sakralisierung der Menschenwelt erkennbar. Er überhöht das Schleuserboot zu einem Ort der Gegenwart Gottes. Der alte Kahn wird zu einem christlichen Altar erklärt. Damit wird ein banales Menschenwerk sakralisiert und zugleich das Heilige banalisiert. Denn es gibt nur den einen kirchlichen Altar: der geweihte Reliquienschrein als Symbol für den gestorbenen, begrabenen und auferstandenen Christus. Auf diesem Opferstein setzt der Priester in persona Christi den einmaligen Erlösungstod des Herrn in sakramentaler Weise gegenwärtig. Ein Boot oder ein Schleuserkahn ist kein Symbol für unsere Erlösung. Oder ist Jesus beim Sturm auf dem See Genezareth für unsere Sünden ertrunken?

Sakramentalisierung der Migranten

Auch den Flüchtlingen selbst wird ein sakral-sakramentaler Charakter zugesprochen: So wie in der Gestalt des eucharistischen Brotes der gekreuzigte Jesus im Glauben erkannt werde, so sollen die Gläubigen in den Gesichtern der Flüchtlinge die Wunden des Gekreuzigten wahrnehmen, sagte der Kardinal. Hintergrund für diese Argumentation ist die modernistische Leugnung der Gottessohnschaft Jesu Christi sowie seines Erlösungstodes für unsere Sünden.  Danach hätte Jesu Kreuzweg und Tod keine Heilsbedeutung. Sie wären nur eine menschliche Compassion mit allen Gequälten und Sterbenden dieser Welt. Deren Leiden wären dann mit Christi Passion grundsätzlich gleichbedeutend. Insofern könnten sich die Leiden der Menschen und die Leiden Christi gegenseitig spiegeln.

Mit dieser Entgöttlichung Jesu Christi geht eine Vergöttlichung der Menschen einher. Nur wenn Gott sich in alle Menschen inkarniert, ist Woelkis Behauptung stimmig, dass Gott in allen Flüchtlingen anzutreffen sei. Dazu hat Karl Rahner ein Denkmodell ersonnen: Die Inkarnation Gottes in dem Menschensohn sieht er als bleibenden Anfang der Vergöttlichung (der Menschheit und) der Welt im Ganzen (Zitat aus Rahners ‚Kursbuch des Glaubens’). Die Gottmenschlichkeit Jesu Christi komme allen Menschen zu. Deshalb werde alle Theologie auf ewig Anthropologie sein, maßte sich der Jesuit an zu behaupten.

Solche irren Predigt-Sätze wie die von Woelki fallen nicht vom Himmel. Sie sind die Auswüchse einer irrenden Theologie, die seit Jahrzehnten in den Köpfen von Kirchenleuten wuchert.

Das tolle Boots-Event drückt die Fronleichnamsprozession in den Hintergrund

Das Kölner ‚domradio’ berichtete, der Auftritt Woelkis hinter dem Schleuserboot sei beklatscht worden. Das Boots-Spektakel hätte viele Gläubige beeindruckt: Ein Symbol, das in unsere Zeit passt. Der optische Eindruck war sehr eindringlich. Ein Mitfeiernder meinte: Ist mal was ganz anderes. Ich finde das toll. Ich habe ein schönes Bild gemacht und nehme das mit nach Hause.

Das tolle Boots-Event hat die Fronleichnamsprozession in den Hintergrund gedrückt

Was soll nun mit dem Schleuserboot weiter geschehen? Nach der Sakralisierung als Fronleichnamsaltar sollte es als Sakramentalie im Dom installiert werden. Doch in der Breite passte es nicht durch eines der Domportale. Und aus Ehrfurcht vor dem Boot (sic!) wollte man es nicht zerschneiden und nachher wieder zusammensetzen. Inzwischen hat man den alten Kahn – breitseitig aufgestellt – in den Dom gezogen. Dort soll er in der Nordturm-Halle den Gläubigen zur ehrfürchtigen Anschauung präsentiert werden.

Text: Hubert Hecker
Bild: Express.de (Screenshots)

Artikel drucken

24 Comments on Irrungen und Wirrungen des Kölner Kardinals

  1. Die Kritik kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe die Fronleichnams-Predigt von Kardinal Woelki in ganzer Länge aufmerksam und mit nüchtern-kritischem Verstand gehört. Sie war absolut einwandfrei – keine Spur von den hier im Kommentar durch Herauspicken einzelner aus dem Zusammenhang gerissener Sätze und entspr. Interpretation im Sinne des Kommentators konstruierten modernistischen Häresien.

    Ich empfehle jedem gläubigen Katholiken, sich ein eigenes Bild zu machen, indem er die Predigt selbst nachliest oder auf einem entsprechenden Podcast im Domradio o.ä. hört.

    • Eigene Bilder hatte ich von ihm bereits genug, danke!
      Sie fügen sich hervorragend zusammen!
      Suche auf katholisches.info einfach mal „Wir möchten einfach nur katholsich sein“
      Das Bild des Bootes ist mir Bestätigung genug!

    • Verehrter Kassandro,
      die tiefere Ursache für den Zustand der Welt, wie wir ihn heute erleben, wird leider konsequent auch in der Kirche ausgeblendet.

      Die aus der Französischen Revolution hervorgegangene Aufklärung hat den Menschen vergöttlicht und die Weltbeherrschung als Programm postuliert. Im verabsolutierten Glauben an die Technik wurde der Mensch nicht frei und selbstbestimmt, wie von der Aufklärung behauptet, sondern ein Spielball des Irrationalen, das er selbst stets neu und in wechselnden Erscheinungen hervorbringt. Wie der Zauberlehrling, der den Besen nicht mehr in die Kammer bekommt, so steht der moderne Mensch vor einer ihn anonymisierenden Macht, die ihn bis in die letzten Hirnwindungen beherrscht, wobei sie eine schöne Welt verheißt, die real immer absurder und selbstzerstörerischer wird. Das Leid der Menschen ist also nicht blindes Schicksal sondern selbstverschuldet durch die Vergötterung einer Aufklärung, die im Positivismus das Sinnhafte aufs ökonomisch Funktionale reduziert, wobei selbst die Ökonomie ihre Verheißungen des allgemeinen Wohlstandes nie erfüllen konnte und auch nie erfüllen wird, die Verheißungen bleiben immer bloßer Schein.

      Kardinäle wie Woelki, Marx und Kasper haben sich mit der säkularen Aufklärung in einem Maß arrangiert, dass die Verweltlichung ihnen quasi zum Kompass des Glaubens geworden ist, der so immer stärker zum Sozialprogramm degeneriert. Das Leid wird zwar in seiner Faktizität erfasst, die tiefere Ursache hingegen bleibt unerkannt, ja verliert sich im Dunkel der Verdrängung, die immer noch am Segen der Aufklärung festhält, obwohl längst zum Fluch geworden. Die Politisierung des Glaubens hat in der Befreiungstheologie ihren tiefsten Ausdruck gefunden, sie ist ein Kind der Aufklärung, eine subtile Verführung des Menschen. Als verweltlichter Glaube entfernt er sich immer weiter von Offenbarung, ja wird unfähig die Stimme Gottes in der Kakophonie der nur noch von Lust geprägten Lebenswirklichkeit zu vernehmen. Der Glaube des modernen Menschen an die totale Verfügbarkeit über sein Schicksal ist die Wiederholung des Sündenfalls. Man hüte sich zu glauben, die Aufklärung kenne keine Moral, sie kennt sie gerade als verabsolutierte Macht des Menschen über den Menschen! Es ist die Pervertierung sowohl von Macht als auch von Moral.

    • Sprich einfach das Gebet: Herr, öffne ihm (und allen die so reden und handeln wie er) die Augen oder schließe sie ihm bald!
      Tritt nicht aus, sondern spende Kirche in Not etwas, und setze die Spende von der Steuer ab, und sieh zu, dass Du echte christliche Flüchtlinge findest, ihnen hilfst, und diesen Pharisäerhaften Kardinal beschämst, indem Du Dich um sie kümmerst, und ihm nachweißt, wie sehr er sie in seiner Heuchelei verachtet!

      • Wie können Sie andere Mitchristen dazu verführen, um den Tod des Kardinals Woelki zu beten?

        Das ist ja ungeheuerlich!

        Demgegenüber:
        Christlichen Flüchtlingen zu helfen, ist sicher gut – aber nicht deshalb, um jemand [hier: Kard. Woelki] zu beschämen, sondern weil diese Menschen in Not sind.
        In ihnen begegnet uns der Herr selbst.
        Allerdings auch in nichtchristlichen Fremden und Obdachlosen, die selbst nach Seinem Doppelgebot der Gottes- und der Nächstenliebe leben und handeln! Darum ging’s dem Kardinal.

        Vorsicht also, wenn wir NUR unsere Glaubensgeschwister unterstützen.
        Dann unterscheiden wir uns in der so geübten „Nächstenliebe“ nicht von einem streng korantreuen Muslim, dem sein Glaubensbuch auch nur gebietet, seine eigenen Glaubensgenossen zu unterstützen.

        Sind wir dann nicht auch und gerade Pharisäer, was Sie doch Kardinal Woelki vorhalten?

    • @Kassandro:
      Das Gebet: Herr, öffne ihm (und allen die so reden und handeln wie er) die Augen oder schließe sie ihm bald! ist in erster Linie ein Gebet für seine Bekehrung, nicht für seinen Tod!

  2. Es ist doch unübersehbar: Woelki und Marx buhlen und wetteifern um die Gunst von Franziskus.
    Klar, alle Menschen sind Gottes Kinder. Aber der Eindruck und die öffentliche Wahrnehmung, dass sich die Oberhirten hauptsächlich um das Wohl von Muslimen kümmern, wird durch eine solche Aktion weiter bestärkt. Da wird sich Sorgen gemacht, dass Muslime keine Minarette bauen dürfen, Menschen, die vernünftigerweise sagen, dass die Aufnahmemöglichkeiten begrenzt sind, als unchristlich diffamiert und demonstrativ christliche Flüchtlinge auf der Insel zurückgelassen. Die historisch einzigartige Christenverfolgung wird schamhaft und kleinlaut bedauert. Hirten müssen schützend vor ihrer Herde stehen. Aber wie erbärmlich sieht die Wirklichkeit aus!

    • Sie spielen hier christliche gegen nichtchristliche Flüchtlinge aus.
      Darum ging es eben nicht in der Predigt von Kardinal Woelki.
      Es ging, wie ich schon weiter oben ausführte, darum, das Gebot der barmherzigen Nächstenliebe gegenüber Fremden und Obdachlosen zu erfüllen.
      Der Herr selbst hat es u.a. im Matthäusevangelium in der Rede vom Weltgericht uns allen vorgegeben.
      Er solidarisiert sich da total mit den Notleidenden „Brüdern“, indem Er sich noch mit dem geringsten von Ihnen gleichsetzt.
      Wer Sein Bruder ist

  3. Wer Sein „Bruder“ ist, habe ich bereits weiter oben ausgeführt.

    Wer hier christlich-barmherzig auch gegenüber Nichtchristen wirkt, gibt gerade auch diesen ein glaubwürdiges Glaubenszeugnis, ähnlich wie die Urchristen im heidnischen Rom.
    Letztlich kann auch dies den verfolgten Christen helfen.

  4. Es geht hier nicht um ein glaubwürdiges Glaubenszeugnis, sondern um Invasoren und Glücksritter, die sich ins gemachte Nest setzen und um die Politisierung des Themas.

    „Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! “ Kapitel 22:21 Matthäus

    Diese Menschen haben hier nichts zu suchen und wir haben in erster Linie unsere Leute vor Vergewaltigungen und Raub zu schützen.

  5. @Lukas Anton
    Doch, an unserer Barmherzigkeit – auch gegenüber Fremdrn und Obdachlosen – werden wir dereinst vom Herrn selbst gemessen. Das ALLEIN entscheidet dereinst über unser künftiges Schicksal: Himmel oder Hölle.
    Lesen Sie nur aufmerksam und mit nüchternem Verstand die Worte des Herrn Jesus Christus „Vom Weltgericht“ in Mt 25,31-46.
    Genau darauf hat Kardinal Woelki in seiner Fronleichnams-Predigt Bezug genommen.
    Das ist im aktuellen Fall auch politisch, aber es sind die Worte Jesu.
    Das Wort von der kaiserlichen Steuer dagegen anzuführen, ist falsch und unredlich. Es betrifft eine andere Problematik des Lebens des Gläubigen im Staat, ja sogar im heidnischen Staat.
    Die Flüchtlinge pauschal als Glücksritter abzuqualifizieren, ist genauso falsch wie sie alle zu idealisieren.
    Auch Sie sind nicht alle nur gute Menschen. Das hat auch keiner hier behauptet einschl. Kardinal Woelki.
    Natürlich hat unser Staat für Ordnung zu sorgen und vor Vergewaltigung und Raub zu schützen, das ist völlig selbstverständlich.

    • Oh, wir haben da wohl einen selbsternannten Heiland in unserer Mitte; jemanden der Urteile ausspricht noch bevor Gott es tut- wie interessant! Einer der weiß wer in die Hölle kommt und wer in den Himmel- wie armselig!

      Und ja, wir sollten innehalten und sehen was sich da vor unseren Augen abspielt. Wenn Deutschland islamisiert wird und das wird es bereits massiv, dann ist das wenige Christentum, welches wir jetzt haben, auch noch zunichte; nicht nur das, auch Menschen wie Sie, mit Ihrem Gutmenschentum, auch Sie und wir alle werden dann zu Märtyrern; Männer werden ja „nur“ getötet, aber als Frau droht ein langer Leidensweg… und die tausendfach hereingelassenen Invasoren sind in keinster Weise barmherzig, dafür lässt ihr Glaube keinen Raum. Vielleicht sehen Sie mal in den Koran bevor Sie Beiträge verfassen, die jeglicher Realität entbehren. Islamisten ehelichen Kinder (rein rechtlich) ab dem neunten Lebensjahr, sie schänden und morden Frauen, sie kennen keine Wahrheit Ungläubigen, uns, gegenüber und sie sind es, die uns das Fürchten lehren werden, auch und gerade deshalb weil es Menschen gibt die uns ewig weiß machen wollen- ALLE Religionen wären gleich und der Islamismus wäre mit dem Christentum kompatibel. In islamischen Ländern gibt es diese Debatten nicht, da ist die diametrale Entgegensätzlichkeit beider Religionen klar- aber bei uns ist es und bleibt es ein Geheimnis. Denk ich an Deutschland in der Nacht…

      • @Ina

        Ich habe mich hier weder als Heiland noch als Richter aufgespielt, sondern lediglich die Worte Jesu Christi zitiert.
        Ich brauche keine Nachhilfe zum Koran und noch weniger zum Islamismus – bin mir sehr bewusst, was von einem militanten Islam für eine Gefahr ausgeht.

        Für einige scheint jeder, der nicht alle und sämtliche Muslime durch die Bank in Bausch und Bogen verteufelt und dämonisiert, ein weltfremder Gutmensch zu sein, dem man dann auch gar nicht mehr zuhört.
        Das bezieht sich auch offenbar auf Kardinal Woelki, den ich ja hier in einem sich als katholisch bezeichnenden Forum als bislang Einziger(!) verteidige.

        Ich habe zudem die starke Vermutung, dass keiner hier seine Predigt wirklich bis dato in Gänze zur Kenntnis genommen hat.
        Das ist schon recht beschämend.

        Sie empfehlen offenbar: Landesgrenzen zu, Muslime raus aus dem Land und schimpfen, schimpfen, schimpfen….

        Aber das führt bei über einer Milliarde Muslime weltweit nur zu weiterem Hass und letztlich zu einer weltweiten Katastrophe.

        Nein, wir haben hier in einem immer noch freiheitlichen und höchst lebenswerten Land, die Chance, Religionsfreiheit in Frieden zu praktizieren und durch christliche Barmherzigkeit, wie sie niemand Geringerer als der Herr selbst fordert, die Nichtchristen mit der Überlegenheit des Christentums zu konfrontieren.

        Das würde bei vielen Muslimen auf Dauer nicht ohne Wirkung bleiben – da bin ich ganz sicher.

        Das ist auch eine Art praktizierter christlicher Mission.

    • Verehrter @Kassandro
      Jesus Christus sagt aber auch: Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. (Mt 25,30)

      oder

      Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt; aber ihr habt nicht gewollt. (Mt 23,37)

      In Mt 25,31-46 spricht Jesus Christus von „meinen geringsten Brüdern“, die Kirche hat dies immer auf die Christen beziehungsweise auf bekehrte Heiden bezogen. Es sind die Jünger, alle die Jesus nachfolgen, die füreinander Sorge zu tragen haben. Das drückt sich ja auch im Bild des Hirten aus, der für seine Schafe sorgt.

      Darum trägt Jesus Petrus auf: Weide meine(!) Schafe! Joh 21,17

      Und er fragt ihn nach der Liebe!

      Natürlich soll man Menschen in Not helfen, aber die Schafe soll der Hirte nicht den Wölfen überlassen, genau das eben nicht.

      • Sehr geehrter Herr Suarez,
        der nichtsnutzige Diener in Mt25,30 hat nichts mit den ihn anvertrauten Talenten gemacht und nichts hinzu gewonnen.
        Ich würde das mit Christen vergleichen, die ihren Glauben ängstlich verbergen und kein Glaubenszeugnis gegenüber anderen Menschen geben.

        Das kann man Kardinal Woelki gewiss nicht anlasten.

        Für mich selbst habe ich übrigens früher gelegentlich gebeichtet, nicht offen genug Zeugnis von meinem katholischen Glauben gegeben zu haben.

        Bzgl. der Frage, wer denn Christi Bruder ist, wäre ich vorsichtig, dieses nur auf nominelle Christen zu beziehen.

        In Mk3,35 sagt der Herr unmissverständlich: „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“

        Was ist denn nun der Wille Gottes, dessen Erfüllung einen Menschen zum Bruder des Herrn macht?

        Nach des Herrn eigener Antwort auf die Frage eines Gesetzeslehrers in Mt22,37-40 ist es das Doppelgebot der Gottes- und der Nächstenliebe, an der ALLES hängt.

        In Lk10,25-37 wird diese Szene ebenfalls beschrieben und der Herr stellt im sich anschließenden Gleichnis klar, dass der Nächste eben nicht nur der Familienangehörige, der „Volksgenosse“ oder der Glaubensbruder ist, sondern derjenige, der barmherzig ist.

        Barmherzigkeit haben aber nun eben nicht nur wir Christen allein gepachtet.

        Barmherzig kann jeder Mensch sein – auch ein gläubiger Muslim.

        Ich habe kürzlich über sog. Nahtoderfahrungen (NTE) gelesen, die schon verschiedenste Menschen aus den unterschiedlichsten Herkünften und Weltanschauungen gemacht haben – auch frühere Atheisten.

        Nicht alle haben sämtliche in diesem Zustand möglichen Erlebnisse, aber eines dieser Erlebnisse ist die dem NTE Erlebenden zuteil werdende Erkenntnis, dass es im irdischen Leben nur ausschließlich auf 2 Dinge ankommt:

        Liebe zu üben und Erkenntnisse zu sammeln.

        Diese Erfahrung machten manche Menschen mit NTE übereinstimmend und unabhängig von ihrer vorherigen Weltanschauung. Wer diese Erfahrung machte, änderte daraufhin tief beeindruckt sein Leben, falls er vorher nicht so lebte.

        Für mich ist diese sehr „moderne“ erst in unserer Zeit des medizinischen Fortschritts öfter mögliche Erfahrung eine eindrucksvolle Bestätigung der Worte Jesu Christi.

      • Verehrter @Kassandro,
        Jesus Christus ist da sehr klar in seiner Aussage.

        Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. (Joh 14,6)

        Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. (Joh 14,23)

        Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. (Mt 7,13)
        Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn. (Mt 7,14)

        Glaubt ein Muslim an Jesus Christus?

        Ist für einen Muslime Jesus Christus der Weg und die Wahrheit und das Leben?

        Glauben Sie wirklich Jesus Christus sei den Weg des Kreuzes gegangen, wenn es einen Erlösungsautomatismus gibt.

        Und was sollen dann obige Worte Jesu Christi bedeuten?

    • @Kassandro
      Ich gehe davon aus, dass Kardinal Woelki es grundsätzlich gut gemeint hat, doch wie wir alle schon selbst erfahren haben: Gut gemeint ist nicht immer gut getan.
      Stichwort Altar:
      Ein wahrhaft Glaubender, dessen Lebensmittelpunkt Jesus Christus ist, braucht eine solche medienwirksame Aktion nicht. Einen weniger im Glauben gefestigter Mensch könnte sie sogar vom Wesentlichen ablenken.
      Und wesentlich ist an Fronleichnam allein Jesus Christus, unser Herr und Heiland.
      IHN in den Mittelpunkt zu stellen – wenigstens an diesem einen Tag, wie sehr hätte ich mir dies gewünscht!
      So problematisch die derzeitige Flüchtlings- und Migrantensituation auch ist – heilig ist allein Gott. IHM gebührt unsere Ehre.
      Die Flüchtlinge sind nicht heilig, auch wir sind es nicht und auch ein Erzbischof und Kardinal ist es nicht zwingend.

      Stichwort Jesu im Boot:
      Als Kardinal Woelki so mitleidsvoll über die zumeist muslimischen Flüchtlinge predigte, hat er hoffentlich auch an jene gedacht, die während der zahlreichen Bootsüberfahrten immer mal wieder über Bord geworfen wurden.
      Warum? Weil sie die „falsche“ Religion hatten.
      Sie wurden den Fluten des Meeres überlassen, einfach so!
      Hat Kardinal Woelki auch darüber gepredigt?
      Ich glaube, hätte Jesus im Boot gesessen, wie Kardinal Woelki glaubt, hätte ER diese Untat sicher nicht zugelassen.
      Saß Jesus also wirklich mit im Boot?

      Stichwort Flüchtlinge:
      Jenen soll Hilfe zuteil werden, die sie dringend nötig haben. Das ist Konsens!
      Aber jene, die sich hier ein besseres Leben versprechen -rein materiell gesehen- können wir nicht alle aufnehmen.
      Da fällt mir noch etwas ein, was nicht unmittelbar mit dem Thema zu tun hat und doch ist es nachdenkenswert.
      Als die zahlreichen Siedler nach Nordamerika zogen, was geschah im Laufe der Jahre mit den dortigen Einheimischen?
      Sie fanden sich in Reservaten wieder, die Einwanderer hatten alles in Besitz genommen.

      • @Marienzweig
        Ich verweise auf meine schon gegeben Ausführungen – insbesondere auch eben an @Suarez als Antwort.
        Ich fand durchaus, dass Christus beim Kölner Fronleichnams-Gottesdienst im Mittelpunkt stand.
        Insbesondere Seine Lehre, die wir ja beherzigen sollten.
        Ja Jesus war im Flüchtlingsboot – vielleicht sogar in den über Bord geworfenen Menschen…
        Oder glauben Sie, dass das alles nur Bestien waren, wo alle und jeder nur an sich allein dachte?

        Übrigens ist es hier politischer Konsens, dass Bürgerkriegsflüchtlinge sowie politisch oder religiös Verfolgte einen anderen Status haben als Flüchtlinge aus wirtschaftlichen Gründen oder aus sicheren Staaten (z.B. Serbien).

        Mit der Besiedlung Amerikas ist zumindest die derzeitige Situation hier in Europa nicht vergleichbar.

  6. Täglich werden christliche Geschwister umgebracht, gequält, vergewaltigt, gedemütigt und bestenfalls diskriminiert. Und das in quantitativ historischem Ausmaß. Dies geschieht in sehr vielen Ländern, in denen der Islam die Mehrheit bildet. Wo Christen noch in der Mehrheit sind, werden islamistisch motivierte Terroranschläge verübt (siehe auch die aktuellen Ereignisse).
    Die Verdrängung in Form von Verleugnung, Relativierung, Schönrednerei, Beschwichtigung, Bagatellisierung und schlichtweger Lüge ist alltägliche Realität. Varianten sind gutmenschelnde Anbiederung, Umkehrung der Argumentation und das Vorschieben der christlichen Nächstenliebe. Dahinter verstecken sich gerne christliche Bestmenschen.
    Jesus Christus hat uns die Nächstenliebe gelehrt! Nicht Dummheit und Feigheit!

    • Ich hoffe, Sie tun etwas gegen die weltweite Christenverfolgung, was den verfolgten Glaubensgeschwistern auch wirklich hilft.
      Z.B. regelmäßiges Gebet, Petitionen, Anschreiben unserer Politiker gegen Christenverfolgungen hierzulande,
      Spenden für Notleidende Christen u.s.w.
      Es ist allerdings wohlfeil, hierzulande im noch sicheren Deutschland gegen muslimische Völker zu polemisieren, in denen Christen verfolgt werden und dann alle Muslime über einen Kamm zu scheren.

  7. „Flüchtlings“boote und andere troianische Invasionsmittel.
    Der Fehler liegt darin, dass hartnäckig allen Migranten, redlichen wie ruchlosen, das Etikett „Flüchtling“ verliehen wird. Und dass barmherzige Hilfeleistung, die für die wenigen wirklich politisch Verfolgten reserviert ist, penetrant und wider besseres Wissen, einheitlich für alle gefordert wird. Damit wird von den deutschen Christen nicht weniger verlangt, sich ihr eigenes Grab zu schaufeln. Das sollten wir alle erkennen und den infamen Versuch ablehnen, uns ein schlechtes Gewissen einzureden. Nur, weil der betreffende Prediger zu dumm, oder zu profilierungssüchtig ist, um sauber zu differenzieren.

  8. @Kassandro,
    ich schrieb ja ausdrücklich, dass die Eroberung Nordamerikas nicht unmittelbar mit der derzeitigen Situation zu tun habe. Dieser Vergleich mag für Sie weit hergeholt gewesen sein.
    Trotzdem, es ging mir in diesem Beispiel darum sich zu erinnern, welche langfristigen Folgen diese Besiedlung für die dort lebende Bevölkerung hatte.

    Der christliche Glaube hierzulande ist im Schwinden begriffen, daraus folgend hohe Kirchenaustritte, zunehmende Orientierungslosigkeit, massive Zukunftsängste, die vielen durch die Hartz IV-Falle ausgeschlossenen und desillusionierten Menschen ohne Perspektive, Kurzzeit-Jobber, Kleinrentner, Arme- von denen keiner spricht, Depressionen und seelische Krankheiten, selbst schon bei Kindern …
    Dies Aufzählung soll genügen, sie ließe sich jedoch problemlos erweitern.
    Viele Menschen suchen ihr Heil im Konsum und in der Spaßkultur. Sich ablenken, um nur nicht nachdenken zu müssen. Selbst der gute alte Wetterbericht von einst ist in so manchen Radiosendungen schon auf Spaß getrimmt. Die Unterhaltungsindustrie lebt ausnehmend gut von dem großen Ablenkungsbedürfnis der Menschen.

    Überall sehe ich Spaltung, ganz massiv im politischen und gesellschaftlichen Bereich, sogar jetzt auch im religiösen.
    Katholiken haben sich entfremdet, Liberale gegen Konservative und umgekehrt.
    Auch die „Konservativen“ sind sich mittlerweile uneins: Die einen sind glühende Papst Franziskus-Verehrer, die anderen stehen ihm distanziert, kritisch oder ablehnend gegenüber. Der Ton der gegenseitigen Kommentare spiegelt diese Entfremdung wider.
    Und so möchte ich Sie fragen, wie so eine in sich gespaltene, zerrissene Gesellschaft, ohne die tragende und Zuversicht gebende Stütze des christlichen Glaubens viele Hunderttausende, ja Millionen gläubige Muslime aufzunehmen imstande sein soll, ohne zusammenzubrechen.
    Die vielen lauen, glaubensschwachen Christen, zusammen mit den wenigen glaubensstarken – wie sollen sie es schaffen, die gläubigen Moslems in dieser hohen Zahl „mit der Überlegenheit des Christentums zu konfrontieren?“
    Und da fällt mir wieder Nordamerika zur Zeit der Besiedlung durch die Europäer ein.

Comments are closed.