„Ohne ein reuevolles Herz bleibt unser religiöses Tun hohl“

Liebe Brüder und Schwestern,

in der Lesung haben wir gehört, wie Jesus den römischen Zolleintreiber Matthäus, der wegen seines Berufs als öffentlicher Sünder galt, in seine Nachfolge rief. Matthäus lud Jesus mit seinen Jüngern daraufhin in sein Haus ein. Die Gemeinschaft, die Jesus mit den Sündern pflegt, ist ein Hinweis auf die Kirche, in der Christus die Sünder zu sich ruft.

Er lässt uns erkennen, dass wir seine Vergebung brauchen, und öffnet uns so einen neuen Weg des Heils. Der Stolze, der sich selbst für gerecht hält, versteht das Handeln Jesu nicht. Aber der Herr ist der Arzt, der heilen und gesund machen will. In zweifacher Weise heiligt uns Jesus an seinem Tisch: durch sein Wort und durch die heilige Eucharistie. Sein Wort reinigt uns, zeigt uns den Weg der Wahrheit. Die Speise der Eucharistie nährt uns mit dem Leben Christi selbst, mit seinem Leib und seinem Blut. Den unverständigen Pharisäern erklärt der Herr: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ (Mt 9,13). Gott will keine religiöse Fassade, sondern Menschen, die in der Tiefe die Gebote des Herrn beachten, die ihre eigenen Sünden erkennen und zu ihm zurückkehren. Ohne ein reuevolles Herz bleibt unser religiöses Tun hohl.

Einen herzlichen Gruß richte ich an alle Pilger deutscher Sprache, insbesondere an die Delegation deutscher Richter und Staatsanwälte sowie die Gruppe der Bürgermeister aus dem Land Baden-Württemberg. Folgen auch wir der Einladung Jesu. Lernen wir von ihm, was Barmherzigkeit bedeutet, und erkennen wir im Nächsten einen Tischgenossen, einen Freund Jesu. Der Herr schenke uns seine Barmherzigkeit und sein Heil. Danke.

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