Fakten zum „Project Syndicate“ von George Soros

Project Syndicate - einige Fakten
Project Syndicate - einige Fakten

(New York) Das 1994 vom Multimilliardär George Soros gegründete Project Syndicate (siehe den Artikel George Soros und die „Open Society“ der Neomalthusianer) stellt seine Dienstleistungen in zwölf Sprachen zur Verfügung: Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Tschechisch, Hindi, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch. Damit kann dieselbe Meinung weltweit und zeitgleich veröffentlicht und damit eine hohe Wirkung auf die öffentliche Meinung erzielt werden.

Project Syndicate zielt in erster Linie auf die Meinungs- und Entscheidungselite, sichert sich jedoch durch die aktuell 476 beteiligten Medien in 154 Staaten, in der Hauptsache Tages- und Wochenzeitungen, auch weltweite Breitenwirkung. Es gibt im Bereich der Medien kein vergleichbar einflußreiches Mediennetzwerk.

Der offizielle Hauptsitz von Project Syndicate befindet sich in Prag. Die ehemals kommunistischen Staaten boten nach der „Wende“ die aussichtsreichsten Möglichkeiten auf wirtschaftlicher und politischer Ebene. Im Impressum der Internetseite von Project Syndicate wird für Prag allerdings nur ein Postfach angegeben. 2008 erfolgte die Eintragung ins tschechische Handelsregister als „Wohltätigkeitsgesellschaft“. Die im Handelsregister angegebene Prager Adresse Vinohrady, Na Kozačce 7 in 12021 Praha 2 ist wiederum nur ein Briefkasten. Als Zweitsitz mit Adresse scheint New York auf. In New York sitzen dann auch die beiden im Handelsregistereintrag genannten Gründer Roman Frydman und Andrzej Rapaczynski sowie die Aufsichtsratsmitglieder Rebecca Berlow, Klaudiusz Weiss und eben Rapacynski. Vorstandsmitglieder sind seit 2008 Frydman (New York) sowie William Newton Smith (Vorstandsvorsitzender) und Kenneth Murphy (beide Großbritannien).

Am Project Syndicate beteiligte deutsche Medien

Project Syndicate: Finanzkräftige Unterstützung
Project Syndicate: finanzkräftige Unterstützung

Zum Project Syndicate gehören im deutschen und niederländischen Sprachraum folgende Medien:

  • Deutschland: Süddeutsche Zeitung, Die Welt, Handelsblatt, Wirtschaftswoche, Capital, Internationale Politik und Gesellschaft, Allianz International Pensions-Magazin
  • Österreich: Der Standard, Die Presse, Wirtschaftsblatt, Börsen-Kurier und Fondsprofessionell.com
  • Schweiz: Tagesanzeiger, Le Temps (Französisch), L’Agefi (Französisch), La Regione Ticino (Italienisch), Handelszeitung,, Finanz und Wirtschaft, World Economic Forum
  • Liechtenstein: Liechtensteiner Volksblatt, Wealth Management Information (Kaiser Partner)
  • Luxemburg: Luxemburger Wort, Tageblatt
  • Niederlande: De Volkskrant, Het Financieele Dagblad
  • Belgien: De Standaard, De Tijd, La Libre Belgique (Französisch), L‘Echo (Französisch), New Europe (Englisch)

Der Einfluß von Project Syndicate reicht über diese Medien hinaus: In Deutschland beispielsweise wird die Arbeit dieser Organisation von der Zeit-Stiftung (Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius) gefördert. Weltweit wird Project Syndicate unter anderem von der Bill & Melinda Gates Foundation und der European Climate Foundation unterstützt.

Prominente Autoren

Prominente Autoren, die für Project Syndicate schreiben und deren Kommentare zeitgleich weltweit verbreitet werden (bereits verstorbene Autoren werden auch genannt): Ban Ki-moon, Ian Buruma, Jimmy Carter, Ralf Dahrendorf, Uffe Ellemann-Jensen, Joschka Fischer, Timothy Garton Ash, Michail Gorbatschow, Václav Havel, Bjørn Lomborg, Dominique Moïsi, Joseph Nye, Chris Patten, Michel Rocard, Nouriel Roubini, Jeffrey Sachs, George Soros, Joseph Stiglitz und Julija Tymoschenko, Yanis Varoufakis, Bernard-Henri Levy, Peter Singer, Eric Schmidt, Tony Blair, Christine Lagarde, Javier Solana, Zbigniew Brzezinski, Richard Holbrooke, Umberto Eco, Nadine Gordimer, Arundhati Roy, Emma Bonino, Desmond Tutu, Naomi Wolf, Morgan Tsvangiarai, Bill Gates.

Project Syndicate: die Herausgeber
Project Syndicate: die Herausgeber

Von den Genannten wurden Ban Ki-moon, Eric Schmidt, Christine Lagarde und Jeffrey Sachs von Papst Franziskus in Audienz empfangen. Der Neomalthusianer Jeffrey Sachs wurde vom amtierenden Papst zum Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften ernannt. Die Abtreibungsideologin Emma Bonino erhielt einen Telefonanruf vom Papst, der sie als eine „ganz Große“ bezeichnete. Eine Audienz für den Neomalthusianer Bill Gates wurde durch den Protest afrikanischer Kardinäle und Bischöfe verhindert.

Die Kontakte zum Vatikan stehen in direktem Zusammenhang mit der UNO-Weltklimaagenda, der sich Papst Franziskus angeschlossen hat, während seine Vorgänger Distanz bewahrt hatten. Ein Zusammenhang ist auch mit der Zurückhaltung des amtierenden Papstes in Sachen Abtreibung zu sehen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Project Syndicate (Screenshots)

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