Erklärungen von Erzbistum und Pfarrer Lopera zur Homo-Santería

Kathedrale von Medellin
Kathedrale von Medellin

(Bogota) Das Erzbistum Medellin reagierte mit einer offiziellen Erklärung auf die Radiosendung von W Radio Columbia über einen heute 42jährigen Kolumbianer, Julio César Cardona der am 15. März behauptete, bis 2012 mehr als 20 Jahre mit dem katholischen Pfarrer José Elías Lopera Cardenas in einer homosexuellen Beziehung gelebt zu haben (siehe Katholischer Pfarrer betreibt Santeria und hält sich seit Jahrzehnten Homo-Gespielen?). Bei einem Santería-Ritual habe ihn der Pfarrer vor vier Jahren mit Alkohol übergossen, der sich entzündete und dem Mann schwere Hautverbrennungen verursachte. Der Pfarrer habe ihn dann vor die Tür gesetzt und sich einen jüngeren Geliebten gesucht. Seither fordert der Mann eine finanzielle „Abfindung“.

W Radio Columbia hatte im Vorfeld der Sendung das Erzbistum kontaktiert. Vor der Sendung wollte man dort jedoch keine Stellungnahme abgegeben. Die Erklärung der Erzdiözese wurde auf der Presse übermittelt und auf der Internetseite der Bistums und des Radiosenders veröffentlicht.

Erklärung des Erzbistums Medellin

Foto aus der Zeit, als sich Pfarrer Lopera (Mitte) und Cardona (nicht im Bild) kennenlernten
Foto aus der Zeit, als sich Pfarrer Lopera (Mitte) und Cardona (nicht im Bild) kennenlernten

Darin heißt es:

„Die Kirchenleitung und die Anwälte des Erzbistums Medellin tagten fünf Stunden in einem Krisenkomitee, um die Vorwürfe von W Radio zu prüfen. Am Ende der Sitzung wurde der Sender informiert, daß eine Presseerklärung veröffentlicht wird. […]
Die Katholische Kirche beklagt und verurteilt nicht nur das strafbare Verhalten, sondern auch die unmoralischen Handlungen von Priestern, die Gott beleidigen und den Gläubigen ein Ärgernis sind. Wer sich etwas zuschulden kommen hat lassen, muß sich gemäß staatlichem und kirchlichem Recht verantworten.
Zu den Erklärungen des Herrn Cardona über Pfarrer Lopera hat die erzbischöfliche Kurie unterschiedliche Darstellungen der beiden Seiten erhalten.
Die Erzdiözese Medellin nimmt zu Kenntnis, daß beide Seiten die staatliche Gerichtsbarkeit angerufen haben, um zur Sache zu ermitteln und eine Klärung herbeizuführen.
Die Erzdiözese Medellin ist jederzeit bereit, zur Klärung der Angelegenheit mit der staatlichen Gerichtsbarkeit zusammenzuarbeiten und vertraut auf deren Wirken zugunsten von Wahrheit und Gerechtigkeit.
Wenn sich Personen mit zivilrechtlichen Anschuldigungen gegen Priester an die erzbischöfliche Kurie wenden, informiert sie diese über die Rechtslage und verweist sie an die zuständige staatliche Gerichtsbehörde.
Jeder Priester muß sich ebenso wie jeder Bürger für ein strafbares Verhalten und dessen Folgen vor einem staatlichen Gericht verantworten.
Die Erzdiözese Medellin fordert dazu auf, wegen dieser Erklärungen [Cardonas] nicht die vorbildliche Haltung und selbstlose Amtsführung so vieler Priester und das wertvolle evangelisierende und soziale Wirken der Kirche zu übersehen.“

Erklärung von Pfarrer Lopera

Erklärung von Pfarrer Elias Lopera
Erklärung von Pfarrer Elias Lopera

Auch Pfarrer Elia Lopera Cardenas nahm mit einer Presseerklärung zur Radiosendung Stellung. Er habe seinen Rechtsanwalt konsultiert, der ihm abgeraten habe, persönlich Stellung zu nehmen, um sein Amt und seine Würde zu schützen, sich nicht in die Arbeit der Justiz einzumischen und eine Mediendebatte  zu vermeiden.

Aus diesem Grunde habe er bereits vor drei Jahren sich an die Justizbehörde gewandt, um Klarheit zu schaffen.

Er habe mehrere Anzeigen eingebracht. Jene gegen Erpressung sei derzeit noch anhängig. Jene gegen versuchte Erpressung habe dazu geführt, daß der Angeklagte [Julio Cesar Cardon, der in der Erklärung nie namentlich genannt wird] sich entschuldigte und seine strafrechtliche Verantwortung akzeptierte und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Eine Verleumdungsklage richtet sich gegen Unbekannte, da andere, anonyme Personen weiterhin die Verleumdungen verbreiten würden, um Geld zu erpressen.

„Ich habe ein reines Gewissen“, so Pfarrer Lopera, der jedoch gleichzeitig bekanntgab, den Erzbischof um Entbindung von seiner Pfarrei gebeten zu haben, „um die Entscheidung der Gerichtsbehörde abzuwarten“.

Text: Andreas Becker
Bild: Wikicommons/Youtube/SMM (Screenshot)

 

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1 Comment

  1. Auf dem Photo ist nicht nur Pater Lopera zu sehen. Links von ihm ist der berühmte kolumbianische Drogenboss Pablo Escobar, und rechts die damalige Geliebte Escobar’s, Virginia Vallejo (eine frühere Fernsehenmoderatorin).

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