„Historische“ Protokoll-Änderung im Vatikan für wiederverheiratet Geschiedene

Papst Franziskus empfängt Argentiniens neuen Staatspräsidenten Mauricio Macri mit historischem Novum: Juliana Awada, wie Macri wiederverheiratet geschieden, wurde protokollarisch wie seine rechtmäßige Ehefrau behandelt
Papst Franziskus empfängt Argentiniens neuen Staatspräsidenten Mauricio Macri mit historischem Novum: Juliana Awada, wie Macri wiederverheiratet geschieden, wurde protokollarisch wie seine rechtmäßige Ehefrau behandelt

(Rom) In der Frage der wiederverheiratet Geschiedenen geht das päpstliche Ping-Pong-Spiel der Gesten weiter. Die Kirche wartet seit Ende Oktober des Vorjahres auf das nachsynodale Schreiben, um zu erfahren, was Franziskus wirklich zu den wiederverheiratet Geschiedenen denkt. Im Vergleich zur euphorischen Aufbruchstimmung von 2014 ist es deutlich ruhiger geworden, nachdem Franziskus feststellen mußte, daß es heftige Widerstände gegen „Reformpläne“ gibt und Änderungen in der Ehe-Lehre nur um den Preis eines Schisma durchzusetzen sind. Dennoch sendet das katholische Kirchenoberhaupt, je nachdem an wen es sich gerade wendet, noch immer ganz unterschiedliche Signale aus. Während der Papst vor zwei Wochen im katholischen Mexiko ein wiederverheiratet geschiedenes Paar, das in der Kirche integriert ist, aber keine Zulassung zur Kommunion fordert, als modellhaft lobte, erfolgte am Wochenende eine andere Geste.

Erste Audienz für Argentiniens neues Staatsoberhaupt Mauricio Macri

Papst Franziskus empfing am vergangenen Samstag den neugewählten Staatspräsidenten Argentiniens in Audienz. Mauricio Macri setzte sich bei den Stichwahlen vom 22. November 2015 gegen den von Franziskus präferierten linksperonistischen Kandidaten durch. Die beiden Staatsoberhäupter kennen sich seit Jahren, da sich beide bereits einmal gewissermaßen auf derselben Ebene gegenüberstanden. Bergoglio war vor seiner Papstwahl Erzbischof von Buenos Aires, Macri seit 2007 Bürgermeister der argentinischen Hauptstadt. Beide sind Nachkommen italienischer Einwanderer. Macri durchbrach das für Argentinien im vergangenen Jahrhundert bestimmende Zweiparteienduell zwischen Peronisten und Radikalen. Macri ist Vertreter des wirtschaftsliberalen, konservativen Bündnisses Cambiemos und römischer Katholik. Im Vorfeld von Macris-Rombesuch war spekuliert worden, daß zwischen den beiden Staatsoberhäuptern wegen des Wahlkampfes einiges zurechtgerückt zu werden habe.

Macri, ein wiederverheiratet geschiedener Katholik

Der Unternehmer Macri ist bereits in dritter Ehe verheiratet. Die sakramentale Ehe schloß er 1981 mit Yvonne Bordeau, mit der er drei Kinder hat. Von ihr ließ er sich 1991 scheiden. In jenem Jahr wurde Macri entführt und erst nach Zahlung eines Lösegeldes in Millionenhöhe freigelassen. Als Reaktion darauf beschloß er, sich der Politik zuzuwenden. 1994 heiratete er standesamtlich Isabel Menditeguy. 2005 folgte die Scheidung. Seit 2010 ist Macri standesamtlich mit der Unternehmerin Juliana Awada verheiratet.

Awada ist die Tochter eines moslemischen Unternehmers aus bescheidenen Verhältnissen, der aus dem Libanon nach Argentinien einwanderte. Awadas Mutter stammt aus einer wohlhabenden, syrisch-katholischen Unternehmerfamilie Argentiniens. Der Vater „hat uns nie Religion eingeflößt“, wie seine Tochter 2012 in einem Interview mit der argentinischen Tageszeitung La Nacion sagte. Alle Kinder wurden katholisch getauft. Eine Schwester ist kirchlich mit einem Katholiken verheiratet. Eine weitere Schwester heiratete einen Juden. „Wir sind sehr offen“, so die Tochter.“ Auch Juliana Awada war bereits verheiratet und brachte ein Kind in die Ehe mit. Macri und Awada haben eine gemeinsame Tochter.

Vorrang der unauflöslichen Ehe im Protokoll des Vatikans

Bei den päpstlichen Audienzen ist es protokollarisch vorgesehen, daß Staatsoberhäupter ihre angetrauten Ehegatten mitbringen. Da die sakramentale Ehe unauflöslich ist und die Kirche Scheidung und standesamtliche Wiederverheiratung nicht anerkennt, wurde dies auch im Protokoll zum Ausdruck gebracht.

Für die Audienz von Staatspräsident Macri, der nach katholischem Verständnis im Zustand des permanenten Ehebruchs lebt, im neueren Sprachgebrauch als wiederverheiratet Geschiedener bezeichnet wird, änderte Papst Franziskus das vatikanischen Protokoll.

Von einem Schritt von „historischer Bedeutung“, spricht Elisabetta Pique, die Vatikanistin von La Nacion und wohlwollende argentinische Papst-Biographin.

Protokolländerung „kostete den Papst viel Überzeugungkraft“

„Erstmals in der Geschichte wurde das Protokoll des Vatikans so geändert, daß ein verheiratetes katholisches Staatsoberhaupt seine Lebensgefährtin zur Audienz mit dem Papst mitbringen konnte“, so Pique in der Sonntagsausgabe der argentinischen Tageszeitung. Die Anwesenheit von Juliana Awada „mag aus argentinischer Sicht vielleicht selbstverstndlich gewesen sein, bedeutete jedoch eine drastische Änderung der vatikanischen Gepflogenheiten und gibt den Reformabsichten des Pontifikats Bergoglio neuen Auftrieb“, so die Vatikanistin.

Laut einer „gut informierten Quelle“, so Pique, habe es Papst Franziskus „viel Überzeugungskraft gekostet“, das Staatssekretariat „von dieser historischen Neuerung der Protokollregeln zu überzeugen“. Daß Pique auch darin ganz mit Papst Franziskus übereinstimmt, zeigt ihre Wertung, daß die Neuerung „in Übereinstimmung mit der Zeit“ erfolgt sei.

Die Protokolländerung sei, so Pique, ein ausdrücklicher Wunsch des Papstes gewesen. Bisher wurden die Lebensgefährtinnen von Staatsoberhäuptern, die sich in einer irregulären Situation befinden, von den Päpsten nur außerhalb des offiziellen Protokolls, in anderen Räumlichkeiten und getrennt vom ausländischen Staatsoberhaupt empfangen. Das Protokoll sollte nicht nur die Mißbilligung der irregulären Situation zum Ausdruck bringen, sondern vor allem die irreguläre Situation nicht mit der regulären einer sakramental geschlossenen Ehe auf eine Stufe stellen.

Seit dem Empfang für Argentiniens Staatsoberhaupt dürfte diese Unterscheidung Vergangenheit sein.

„Der Papst fühlte sich sehr schlecht“ beim alten Protokoll

Die Katholikin Juliana Awada war ganz nach vatikanischem Protokoll in schwarz und mit Schleier gekleidet und wurde protokollarisch wie die rechtmäßige Ehefrau Macris behandelt.

Laut Pique habe sich Macri Anfang der 90er Jahre um eine Annullierung seiner Ehe bemüht, diese aber nicht erhalten. „Der Papst fühlte sich sehr schlecht, als er hörte, daß er laut Protokoll gezwungen ist, die Frau in einem anderen Saal und getrennt zu begrüßen“, wie Pique ihre „gut informierte Quelle“ aus dem Vatikan zitiert. „Das scheint mir ungerecht“, habe er gesagt, „und so reifte in ihm die Idee, das Protokoll zu ändern.“

Die Audienz mit Macri sei „sehr positiv“ und „sehr korrekt“ verlaufen, was den „bilateralen Beziehungen“ sicher gut tue, so Pique.

Wenn der Papst keinen Unterschied mehr beim Stand der Katholiken macht, wie sollen dann katholische Diözesen und Organisationen künftig eine Standesunterscheidung mit Konsequenzen, etwa bei einer Scheidung, aufrechterhalten oder im katholischen Arbeitsrecht einfordern können?

Text: Giuseppe Nardi
Bild: La Nacion (Screenshot)

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56 Comments

  1. „Wenn der Papst keinen Unterschied mehr beim Stand der Katholiken macht, wie sollen dann katholische Diözesen und Organisationen künftig eine Standesunterscheidung mit Konsequenzen, etwa bei einer Scheidung, aufrechterhalten oder im katholischen Arbeitsrecht einfordern können?“

    Gar nicht, das ist doch das Ziel !
    Glauben muss Spass machen, alles hat sich dem Wohlfuehlprinzip unterzuordnen, die Denke ist seit Vat. II offiziell eine andere.
    Wenn der Mensch ueber sein Gewissen (Koenigst.Erklaerung etc.) alles selbst regelt, dann braucht es Gott eigentlich nicht mehr.
    Genau in diesem Zustand sind wir.
    Gott darf froh sein das wir mal zu ihm kommen und soll uns dann mit (irdischen Wohltaten) ueberhaeufen, wenn nicht wird er bestraft mit Kritik, Unglauben und Ignoranz.
    Das ist der direkte Weg in den Untergang.

    • Wieso ist das der „direkte Weg in den Untergang“?

      Wird der Papst nicht unter dem Beistand des Heiligen Geistes gewählt? Dass wir diesen Papst haben, ist sicher der Wille Gottes. Dass wir den Willen nicht verstehen, ist doch nichts neues.

      Und unser Unverständnis entbindet uns auch nicht davon, die Gebote Gottes treu zu erfüllen.

      • der Pqapst ist unter dem Beistand des hl. Geistes gewählt wie auch Alexander VI Leo X Bonifatius VIII usw

      • @ Frank Bell
        Der Beistand des Hl. Geistes war jedem Konklaveteilnehmer gewiss, doch der Hl. Geist zwingt den Göttlichen Willen dem Wähler nicht auf. Jeder Wähler hat mit seiner „free will choice“ gewählt; also – er hat mit seinem Freien (menschlichen) Willen entschieden, wen er wählt. Inwieweit die jeweilige Entscheidung der Inspiration/Leitung des Heiligen Geistes gefolgt ist, wissen wir schlichtweg nicht.
        Also, die Wahl dieses Papstes ist meinem Verständnis nach eine Zulassung Gottes. Warten wir ab, wie sich dieses Pontifikat weiter entfalten wird.
        Ich stimme Ihnen zu, dass unser Unverständnis bzw. Nichtverstehenkönnen uns nicht von der Pflicht entbindet, die Gebote Gottes zu befolgen.

      • @Frank Bell,
        Bei Ihrem Kommentar mußte ich denken an den Spruch dieses alten katholischen Pfarrers in Hohenzollern, der seinen neuen protestantischen preußischen Landesherrn von der Kanzel huldigen sollte und dabei sagte:
        „…Daß er (der Pfarrer) Gott für dieses großes Geschenk lobe und danke, und im Übrigen haben wir (der Pfarrer und die Gläubige) wegen unserer Sünden nichts Besseres verdient…“ 🙂

  2. Franziskus der Gutmensch, geht mit seiner Barmherzigkeit auf nebeligen Pfaden. Bei den im Ehebruch lebenden Paaren hat er keinerlei Probleme da zeitgemäß. Eine eindeutige Antwort und Stellungsnahme wird es nicht geben. Das Aufweichen von einzelnen Sakramenten, durch die Kasperianer gefördert, spielt für Franziskus keine Rolle. Die Lehre der Kirche spielt für ihn eine untergeordnete Vorgabe. Als Bischof von Rom fühlt er sich über alles erhaben und nur von der Barmherzigkeit getrieben.

  3. Da soll er doch machen wie er will und endlich vieles zum schlechten Ende bringen. Er legt ja die Karten offen auf den Tisch, aber noch scheint der Zeitpunkt des Schismas nicht gekommen.
    Ja, er hat sich offenbar sehr gewunden. Man sieht an seinem Gesichtsausdruck, was ihn dieser Empfang gekostet haben mag.

  4. @alle
    der Papst hat nur das Protokoll geändert, NICHT DIE LEHRE! Das ist eine Frage der Diplomatie, nicht mehr, nicht weniger! Wer daraus andere Schlüsse zieht, dem ist nicht mehr zu helfen!
    Hört doch endlich auf, bei jedem Husten Häresie und Untergang zu sehen. Wir müssen orthodox bleiben, aber AUCH den gesunden Menschenverstand bewahren. Der Angriff des Gegners zielt genau gegen diesen!

    • Das Lehramt dieses Menschen besteht zumeist in zweifelhaften und abartigen Worten, Gesten und Interviews. Also das ist und war klar, was mit diesem Empfang ausgesagt wird.

    • @Elias!
      Sie schreiben, Papst Franziskus habe nur das Protokoll geändert und nicht die Lehre.
      Das stimmt – und dennoch setzt er damit ein Zeichen.
      Und solche Zeichen werden nur allzu gern verstanden.
      Sie müssen es nicht zwingend, können aber genauso gut auch als Vorbereitung und Wegbereiter bestimmter Absichten und kommender Taten gesehen werden.

    • Elias @ Ach hören Sie, Sie meinen es zwar gut, haben aber nicht unbedingt recht. Denn wie kommt es, dass immer wieder Unklarheiten entstehen und das bei jeder zweiten Äußerung von Franziskus. Es ist kein Husten, sondern ein fortlaufender Prozess der bewusst provozieren soll. Franziskus ist ein Meister des Wischi-Waschi. Seit seinem Pontifikat hat er noch nicht ein einziges mal über die Glaubenslehre gesprochen oder sie öffentlich bekundet. Wenn es gut geht verweist er auf den Katechismus der Kirche. Deshalb und nur deshalb muss man seine Kapriolen und Aussagen kritisch begleiten. Als Bischof von Rom meint Franziskus über den Dingen zu stehen und das ist sein Trugschluss.

  5. Robert:
    Michael,leider muß ich sagen:Ihr Kommentar ist falsch,peinlich und fast blasphemisch!!!
    Wenn sich der Papst als höchste Instanz zur Anerkennung einer zweiten
    Ehe durchringt (in Übereinstimmung mit 90% des Gottesvolkes), dann
    gilt das als Maßstab für die ganze Kirche! Im Arbeitsrecht in Deutschland gilt es schon jetzt. Im überprüften, reifen Gewissen spricht nach
    kath.Auffassung Gott zu uns, das ist keine Willkürinstanz,höchstens für Michael!Was sich im kahtolischen info herumtreibt ist sektiererisch,hinterwäldlerisch,fern dem 2.Vat.Konzil und für die
    Zukunft der Kirche schädlich!!

    • Nein falsch, schlechtes wird nicht besser auch wenn man es dauernd wiederholt.
      Der Papst steht nicht ueber den Geboten und die Meinung des Gottesvolkes ist voellig unerheblich, denn dann haben wir das Wunschkonzert und nicht die Kirche als Jesu Christi Stiftung.
      Seine Handlungen sind immer voll Symbolik und Beispielcharakter.
      Entschuldigung @Fiala Ihr Kommentar ist entweder sarkastisch oder so krachend unwissend, das ich hoffe Sie gehoeren nicht zum Gottesvolk, denn das wuerde den Menschen das denkbar schlechteste Zeugnis austellen.
      Vat. II ist auch inzwischen bei Symphatisanten ein Fixpunkt geworden nach dem ein unglaublicher Zusammenbruch der Kirche stattgefunden hat.
      Das zu konstatieren ist nicht hinterwaeldlerisch sondern REAL.

    • Im konkreten Fall handelt es sich um eine 3. Ehe.

      Und zu „für die Zukunft der Kirche schädlich“: Haben Sie etwa Angst vor nicht einmal 50.000 Katholiken weltweit, die der Tradition nahestehen?

      • Geehrter @Frank Bell,
        Die von Ihnen genannte Zahl „nicht einmal 50 000″(Katholiken, die der Tradition nahestehen) ist interessant.
        Vor Kurzem mußte ich hier etwas Prügel einstecken weil ich eine andere Zahl, um einen Faktor 100 größer, genannt habe.
        Zwischen beiden Extremen wird sich dann wohl die richtige Zahl befinden.
        Eine sehr interessante Website!

    • @ Robert Fiala
      Man sollte sich Gedanken machen, ob man zur Masse der 90 % Irrenden gehören will oder zu den 10 %, für die es noch eine verbindliche Wahrheit gibt, oder zu den 1 %, die nach dieser Wahrheit ernsthaft suchen, oder zu den 0,1 %, die diese Wahrheit finden, oder zu den 0,01 % (einer von 10.000), für die der Einzige, der der Weg und die Wahrheit und das Leben ist, Inhalt ihres Lebens ist, ihr Eins und Alles, dem sie sich und alles was sie haben hingeben, dem sie ihre ganze Liebe schenken, dem sie alles opfern, vor allem ihren Eigensinn und Eigenwillen.

    • @Robert Fiala:

      Ihr Kommentar ist eine Lachnummer. Der Papst hat keine Verfügungsgewalt über dasjenige, was Christus festgelegt hat, und dazu gehört die absolute Unauflöslichkeit der sakramentalen und vollzogenen Ehe (und damit die Unmöglichkeit einer „zweiten Ehe“). Wenn Sie oder meinetwegen auch 90 % des Mottenvolkes (teutonischer Nation, die Ihrer Ansicht nach für „den Rest der Welt stehen“ dürfte) meinen, die Kirche sei ein merkwürdiger Verein, dessen „Satzungen“ nach Maßgabe der jeweiligen Launen eines Despoten oder dümmlichen Volkstribuns veränderbar sei, verdienen Sie natürlich Mitleid. Mit der römisch-katholischen Kirche hat diese tumbe Karikatur wahrlich nichts zu tun.

      ————————————————————————-

      Es ist allerdings höchst aufschlußreich, was aus dem „Frühling der Kirche“ geworden ist, der für die Nachkonzilszeit erwartet wurde. Massenweise lassen sich Leute, die sich Katholiken nennen (es aber aufgrund von Apostasie, Häresie und Schisma nicht sind) scheiden – und fordern eine „zweite Ehe“, natürlich auch die „Homo-Ehe“, und alles, was gefällt, versteht sich. Eine eindrucksvollere geistige Bankrotterklärung ist wohl kaum denkbar: Das, was egomanische Spießer und Abnormale jedweder Couleur fordern, soll um jeden Preis das Etikett „christlich“ oder gar „katholisch“ erhalten, ansonsten werde man der „Lebenswirklichkeit“ nicht gerecht. Das also ist der Erfolg des angeblichen Bestrebens, „die alte Wahrheit neu zu sagen“: Die Wahrheit wird „abgeschafft“, weil sie den kleinkarierten und verächtlichen „Bedürfnissen“ triebgesteuerter Vollidioten nicht „in den Kram paßt“.

    • @Robert Fiala:

      Noch etwas zum Vaticanum II: Auf ihm wurden so „hinterwäldlerische“ Auffassungen vertreten wie die Unfehlbarkeit der Kirche (die sorgfältig von Bergoglioschen Interview-Rülpsern o.ä. zu unterscheiden ist) , die Angemessenheit des Zölibats, die notwendige Erhaltung der lateinischen Kultsprache, die Kennzeichnung der Abtreibung als verabscheuungswürdiges Verbrechen, die Verpflichtung der Gemeinwesen, die katholische Religion als die wahre anzuerkennen und entsprechend zu handeln, die sorgfältige Unterscheidung der ökumenischen Bestrebungen von falschem Irenismus, die Irrtumslsoigkeit der Heiligen Schrift usw. – kurz: alles Dinge, von denen sich die von Ihnen erwähnten 90 %, die angeblich zum „Gottesvolk“ gehören sollen, verabschiedet haben.

      Und schließlich: Die von Ihnen offensichtlich als „Zukunft der Kirche“ gesehene Option ist in Ländern wie Frankreich, Belgien und Holland radikal in die Wirklichkeit umgesetzt worden. Befragen Sie einmal das dortige „Gottesvolk“, was daraus geworden ist – wenn Sie können, denn in diesen z.T. einst blühenden kirchlichen Landschaften werden Sie jetzt nur noch sehr vereinzelt Katholiken antreffen. Die noch verbliebenen Kirchen werden zum größten Teil in den nächsten Jahren geschlossen (z.B. im Erzbistum Utrecht etwa drei Viertel des jetzigen Bestandes). Dort hat sich gezeigt, was geschieht, wenn der Modernismus ganz auf sich gestellt ist – und nicht mit Kirchensteuern die äußere Fassade irgenwie zunächst mehr schlecht als recht erhalten wird. Was dann bleibt, sind Leichenfelder. Das ist Ihre real existierende „Zukunft der Kirche“! Träumen Sie nur weiter, wenn Sie wollen, die Zeit wird den „Hinterwäldlern“ recht geben – bzw. sie hat es schon überdeutlich getan. Ihr kümmerliches Religions-Surrogat ist etwas, was die Welt nicht braucht, die ehrlichen Menschen um die Erfüllung ihrer tiefsten Sehnsucht und die Antwort auf ihre existenziellsten Fragen bringt und letzlich von keinem denkenden Menschen in irgendeiner Weise ernstgenommen werden kann. So etwas gehört in die Mülltonne der Geschichte, und genau dort wird es notwendigerweise landen. Deo gratias.

  6. So ist es, @ Elia, und wenn demnächst ein Papst sich als Gott anbeten lässt, ohne es zum Dogma zu erheben, (und die Sich-Widersetzenden köpfen lässt; nur als Beispiel, der Fall lässt sich variieren) – werden Sie dann auch sagen: Er hat ja nicht die Lehre geändert? Wenn ich das Foto oben sehe, kommt mir die Frage: Was ist schlimmer – Ehebruch miteinander oder Ehebruch mit der Welt?

  7. @ Robert Fiala
    Dann irrte sich die Kirche wohl fast zwei Jahrtausende lang, als sie sich in dieser Sache nach den klaren, eindeutigen Worten Jesu Christi richtete?
    Der Papst „fühlt“ sich schlecht…, es „scheint“ ihm ungerecht… Ach, wie furchtbar! Ja, wenn der Heilige Vater sich schlecht „fühlt“ und ihm etwas ungerecht „scheint“, dann muss er schwere Überzeugungsarbeit gegen seine Umgebung anwenden und es schnell ändern. Ob er wohl eine Sekunde lang daran gedacht hat, wie sein Herr und Meister, den er vertritt, sich dabei fühlt?

    • @Leo Laemmlein: Der Herr Papst „fühlt“ sich schlecht… Ja,jam So isses wohl, so muss es wohl sein. Das ist mir doch völlig piepenhagen! Aber
      mir wurde richtig schlecht, als ich einen unbeherrschten Papst in Mexico sehen musste, wie er einen Jugendlichen unflätig anschnauzte. Arge Unsitte das. Bergoglio wäre besser Metzger geworden, wie er ja wollte.

  8. @Elias:

    „Protokolländerungen“, Interviews, tendenziöse Stellungnahmen, offensichtliche Manipulation der Synode(n), pöbelhafte Beschimpfung aller möglichen Leute (es gibt mittlerweile im Netz ein gar nicht so kleines „Pope Francis‘ Little Book of insults“) usw. usf. – sehr, sehr vieles geht seit dem 13. März 2013 in ein und dieselbe destruktive Richtung. Die glaubensfeindlichen Massenmedien, abgefallene Katholiken und Sektierer aller Art sind mit Bergoglio höchst zufrieden. Man kann all diese notorischen Fakten doch wohl kaum als ein unbedeutendes „Husten“ abtun, zumal nicht vom Standpunkt des gesunden Menschenverstandes.

    Wer nicht gerade Augen und Ohren fest verschließt und /oder den gesunden Menschenverstand mißachtet (z.B. durch eine mittels intellektueller Selbstvergewaltigung durchgeführte „günstige Deutung“ des Pontifikats im Sinne von „kath.net“), wird leider sehr eindeutige Folgerungen aus letzten drei Jahren zu ziehen haben. Kein gläubiger, denkender und vom Treiben Bergoglios unterrichteter Mensch wird dieses Pontifikat anders denn als völlige Katastrophe empfinden können.

    • @ Antifebronius
      Zustimmung, dieses Pontifikat kann ich nur als Katastrophe empfinden; das ist die/eine menschliche Wahrnehmungsebene.
      Der Glaube aber schenkt die Überzeugung, dass Gott der HERR, über allem
      in Allmacht und Herrlichkeit regiert und herrscht. Drangsal ist Reinigung. Nichts ist verloren. Der Herr wird handeln, zu Seiner Zeit und so, dass es der höchst möglichen Zahl von Seelen zum Heile ist.

      Wie zutreffend Ihre Hinweis auf kath.net, auch heute bestätigt:
      29 Februar 2016, 13:00
      Aus der Einfachheit der Dinge Gottes … die Säulen des Evangeliums Franziskus in Santa Marta: Das Heil kommt nicht aus klerikalen oder politischen Seilschaften, sondern aus den kleinen Dingen. Der einzige Weg des Heils: die ‚Tollheit des Kreuzes’, die Vernichtung des Gottessohnes. Von Armin Schwibach
      …. letzter Absatz,Franziskus:
      „Und den Herrn um die Gnade für das Verständnis zu bitten, dass der einzige Weg des Heils die ‚Tollheit des Kreuzes’ ist, das heißt die Vernichtung des Gottessohnes, die Tollheit des Kleinwerdens.“
      —————————–
      Es ist eine Beschämung für kath.net und für Armin Schwibach als Person, solches unkatholisches Reden des Papstes zu verbreiten.

      • Geehrter @C. Eckstein,
        Die beste und fundamentalste Antwort auf die unsägliche Predigt im domus Sta. Marta v. Bergoglio ist:
        die Ansprache von Papst Benedikt XVI am 29.10.2008 bei der Generalaudienz.
        Nachzulesen bei: http://www.decemsys.de/benedikt/paulusjahr/paulus10.htm

        Eine wundebare Predigt-wobei explizit daraufhingewiesen wird, daß das Kreuz für die Juden ein Skandalon ist:
        die „Vernichtung des Gottessohnes“ ist tatsächlich der Gesichtspunkt der orthodoxen Juden und der Grund warum sie nicht an Unseren Herrn Jesus Christus glauben.
        Wenn man sieht wer alles im domus Sta. Marta herumlauft und wohnt, ist es kein Wunder daß Franziskus etwas durcheinander bringt.

      • @:C.Eckstein: Zu Bergoglios „Predigt“ in Santa Marta;“Und den Herrn um die Gnade (Herrn-welchen Herrn? Doch nicht der zärtliche Vater im Himmel?) für das Verständnis zu bitten, dass der einzige Weg des Heils die, ‚Tollheit des Kreuzes‘ ist, das heisst die Vernichtung des Gottessohnes, die Tollheit des Kleinwerdens.“ Sehen Sie, das ist echt Bergoglio-Stil. Das kann man nur noch als eine Perversion primitivstem Pfahlbürgertums bezeichnen. Hust, hust, kotz.

      • Geehrter @Adrien Antoine,
        danke für den Link und ja, immer wieder spirituell belebend, Benedikt XVI. zu lesen.

        Hier eine Buchhinweis:
        Es hat 3 päpstliche Empfehlungen (von Benedikt XV. / Pius XII. / Johannes XXIII.), Prädikat äußerst wertvoll! Der Herr gewährt Einblick in das Zusammenwirken der Gottheit Jesu Christi mit Seiner Heiligen Menschheit in Seinem Leben, Leiden und Sterben. Welch ein hoch zu schätzender Gewinn für jeden, der dies liest….

        Das Innenleben Jesu
        von Maria Cäcilia Baij OSB, Äbtissin, 1694 – 1766

  9. Im Bezug auf den Kommentar von @ Elias:

    All jenen, die stets betonen, all die unmöglichen Machenschaften von Päpsten vergangener Zeiten, damit meine ich ihre Hurerei, ihre Raffgier, ihren Hass gegen Juden, ihre Morde, die sie in Auftrag gaben, seien ja etwas ganze anderes als das heute, wo die Päpste die Lehre änderten, muss man sagen: Elias hat dann recht!

    Es ist also die Frage, ob man die schreiende Unmoral vieler Päpste dann wirklich als Kavaliersdelikt ansehen darf, wenn sie „Stellvertreter“ Christi sein sollen. Und selbst wenn man sie etwas bescheidener nur als „Nachfolger Petri“ ansieht, kommt nichts anderes dabei heraus.

  10. Bleibt bitte auf dem Boden und lasst mir die Kirche im Dorf. Ein Treffen
    zwischen Staatsoberhäuptern ist keine Katechese in Moraltheologie.

    • Da haben Sie recht, @Graue Maus.

      Aber die Vergangenheit in diesem Forum zeigt doch, dass das Dramatisieren und Überbewerten für viele User einen höheren Stellenwert hat als die sachliche Argumentation.
      Hinzu kommt noch die Person von Franziskus. Da ist man sowieso gerne grundsätzlich gegen alles.

      Dass er die aktuelle Ehefrau des Staatspräsidenten (mit)empfangen hat, wird hier fast als Frevel dargestellt. Hui, wie schlimm! Dass Benedikt XVI. dem geschiedenen und wiederverheirateten Seehofer zum Beispiel die Kommunion spendete, wurde hingegen nicht kritisiert. Das zeigt, dass es vielen Herren und Damen Traditionalisten doch gar nicht um die eigentliche Sache geht.

      • @Graue Maus:
        @Pfaelzer:

        Sehen Sie sich ruhig einmal den Kommentar des Lesers @Robert Fiala, gepostet um 11.26 Uhr, an. So wie er dürften es wohl viele sehen. Alles, was Bergoglio tut und läßt, hat eine bestimmte Außenwirkung (dessen müßte er sich, sofern er nicht psychisch krank ist, -wofür allerdings einiges zu sprechen scheint- bewußt sein). In diesem Falle diejenige eines (neuerlichen) schweren Ärgernisses.

        Mit Verlaub: Ihnen, werte Herren, kann ein außerordentliches Maß geistiger Blindheit bescheinigt werden.

      • @ antifebronius

        Allerdings hat @ pfaelzer doch sehr wohl damit recht, wenn er darauf hinweist, dass Benedikt XVI. dem geschiedenen und wiederverheirateten Seehofer die hl. Kommunion spendete.
        Und nicht nur das – auch Frère Roger bekam sie – als Protestant.

        Was man F. über die Maßen übelnimmt, haben seinen Vorgänger doch längst vorbereitet!

    • @Graue Maus
      Der Name ist treffend gewählt.
      Die Kirche ist der mystische Leib Jesu Christi, der sich niemals ändern wird (das Wort Gottes bleibt immer gleich- oder wie stellst du dir sonst ein einheitliches Gericht vor immer dem gleichen Richter vor?), egal wie relativierend oder unwissend abgefallen hier, anderswo oder auch weltweit daherreden.
      Wie @Leo Laemmlein schon richtig sagte, zu welchen % möchtest du gehören, oder auch, was bist du bereit für dein Seelenheil zu opfern. Dein Seelenheil wird die gewiss nicht im Vorbeigehen und ohne dir Sorgen machen zu müssen und irgend ein Tun geschenkt werden. Ich kann jedenfalls eine solche beruhigende Stelle in der Heiligen Schrift nicht finden. Im Gegenteil, ich fühle mich an jeder Stelle belehrt von Gott, so dass ich mich Ihm, Unseren Herrn ganz hingehe, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und Sekunde. Eigentlich kann ich nur wiederholen was ich schon am 24.02.16 schrieb:
      Wo kommt nur die eigenartige Meinung her, ein Gläubiger könne den Papst nicht kritisieren? Die Kirchengeschichte und auch das -recht lehren es doch anders. Da die Aufgaben an Petrus von Gott selbst gegeben wurden, müsste aber heute jeder Katholik etwas erkennen. Dieser Mann erfüllt nicht nur einfach seine Aufgaben nicht, sondern handelt ihnen deutlich zuwider.
      -Wer Richtiges zu Falsch erklärt, Gutes zu Böse…
      -Wer schweigt, wo er sprechen muss, relativiert, wo er kämpfen muss…
      -Wen die Freimaurer und alle Linken, die Homosexuellen und die Nichtgläubigen feiern…

      Wer ist das?!

      Fragen, die sich endlich jeder stellen sollte:
      Wieviel Verstöße gegen die Lehre Jesu brauch ich, um zu erwachen?
      Was sagt mir eine der letzten prophetischen Worte des Hl. Franziskus von Assisi, der Seligen Anna Katharina Emmerich und anderer über 2 lebende Päpste, von denen der 2. der Falsche ist?
      Was sagt mir das Geheimnis von Fatima, dass der letzte Kampf des Teufels, der Kampf gegen die Familie ist?
      Wieviele apokalyptische Zeichen brauch ich denn, um zu bemerken, dass ich genau in dieser Zeit lebe?
      Wieviele Bücher der Wahrheit sind in der Heiligen Schrift vorausgesagt, die im Ende der Zeit gegeben werden sollen und die ich noch verwerfen könnte, nur um mein Leben nicht ändern zu müssen?
      Wann will ich mir endlich eingestehen, dass ich längst weiß, wer das ist, der hier den Stuhl Petri eingenommen hat?

      Ich erinnere daran, dass Jesus jene kritisiert, welche die Zeichen der Zeit nicht erkennen!
      Letztlich sind das doch die Tranlampen, die das Öl erst dann holen wollen, wenn Unser Herr schon fast da ist und die Hochzeitsfeier gleich beginnt!
      Es gibt kein nicht erkennen können, es gibt nur ein erkennen wollen und ein nicht erkennen wollen. Genauso ist es mit dem Verstehen. Gott hat uns den freien Willen geschenkt. Du musst nur wollen! Der Herr ist immer in der Lage, es dir zu geben!

      Ich weine mit Jesus. Langsam begreife ich, warum Er gefragt hat, ob überhaupt noch einer glaubt, wenn Er wiederkommt.

  11. Ich habe nicht den geringsten Zweifel daß „…der Papst (Bergoglio) sich sehr schlecht bei dem alten Protokoll fühlte“, wie Fr. Elisabetta Pique schrieb.
    Es gibt Menschen die sich bei Anständigem schlecht fühlen und bei anderen Sachen sehr wohl.
    Wenn ich so die hier mitgeteilte Familienverhältnisse überfliege, handelt es sich um eine echte „Patchworkfamilie“;
    nur in den seltensten Fällen wird es ein schönes Mosaik oder ein wertvoller Quilt- weitaus häufiger ein Lappenkonglomerat.

    David mit Bathseba habe ich mich jedoch viel schöner vorgestellt 🙂

  12. Laut Protokoll wird das Oberhaupt der Tibeter auch mit Heilligkeit angesprochen das war für den Vatikan nie ein Problem

  13. Man kann sich ja wieder mal die Worte der Mutter Gottes in La Salette in Erinnerung rufen: Rom wird den Glauben verlieren und der Sitz des Antichristen werden.

    • Oh…mein..Gott…. und da werden andere der Geisteskrankheit bezichtigt. Da spar ich mir jeden weiteren Kommentar.

      • @Papst Franziskus – der wahre Nachfolger Christi:

        Ausgezeichnet! Bergoglio sieht sich nach eigenem Bekunden als psychiatrischen Fall (weswegen er in der Casa Santa Marta wohne), da spart man sich wirklich besser jeden weiteren Kommentar.

        Übrigens ist der Papst Nachfolger Petri und Stellvertreter Christi.

  14. Mir kommt bei dieser Diskussion immer wieder Johannes der Täufer in den Sinn Lukas 3:3 bis 3:20. Er verkündete überall die Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden…Der Landesfürst Herodes aber , der von Johannes zurechtgewiesen wurde wegen der Herodias … fügte zu allem noch dies hinzu, er warf Johannes ins Gefängnis… und er ließ ihn enthaupten. Dieses würde vielen modernen Theologen – dazu muss ich -so fürchte ich – auch unseren Papst zählen – nicht geschehen. Er und sie hätten gesagt, wer bin ich um zu beurteilen… und sie hätten dem armen Herodes mit seinem schwierigen Lebenslauf – von gebrochen Lebenslauf darf ja bei einem Potentaten nicht gesprochen werden – die Barmherzigkeit Gottes versprochen. Johannes gab Zeugnis für seine Botschaft und wurde enthauptet. Der jetzige Papst spricht sowohl in Worten als auch in den konkreten Gesten eine andere Sprache.

    • Aber Hans, seien wir doch ehrlich – war das denn wirklich je anders?
      Man hat vielleicht manchen frommen Schein noch eher gewahrt, aber wüssten Sie von einem Papst der Geschichte, der den Fürsten eindringliche Mahnungen wegen deren öffentlicher und regelmäßiger Hurerei geschickt hätte?
      Ich nicht!
      Das Wahren des frommen Scheins – ist wirklich schlechter als die offene Sünde?
      Die Alternative kann nur absolute Wahrhhaftigkeit sein, aber wo gab es die je in Rom?
      Das hat auch schon vor 1000, vor 500, vor 300 Jahren der Papst fraglos akzeptiert und ich gehe davon aus, dass diese Kerle alle auch zur HL. Kommunion spazierten.
      Oder haben Sie ein historisches Zeugnis darüber, dass es diesbezüglich Auseinandersetzungen mit der Kirche gegeben hätte?

    • @ Franzel:

      Ob die von Ihnen geschilderte Beschreibung der „Seehofer-Affäre“ zutrifft, sei dahingestellt.

      Tatsache bliebe aber dann noch die Kommunionspendung an Roger Schütz.
      Die damals „offiziell“ gebotene Darstellung, dieser sei lediglich mit seinem Rollstuhl verkehrt abgebogen und ihm sei deswegen „versehentlich“ die Kommunion gespendet worden, ist wohl eher für ein Witzblatt geeignet. Mir scheinen hier eher einige Grundkonstanten im Handeln Ratzingers zum Tragen zu kommen: Schwäche, peinliches Vermeiden jeder Konfrontation und Zurückweichen bei möglichem Widerstand. Man möge diese Charakterisierung nicht als moralisches Verdikt auffassen -Gott allein kennt und richtet die Herzen. Es hat aber m.E. den Anschein, als seien die genannten Punkte für Ratzingers Verhalten „typisch“. Seine schlußendliche Abdankung -mit all ihrern fatalen Konsequenzen- wäre vielleicht auch auf diesem Hintergrund zu sehen.

      Seine Regierung war nach einer Bemerkung des ihm keineswegs übelgesinnten Prof. Georg May durch größte Zurückhaltung gekennzeichnet; in die konkreten Belange der Diözesen griff er nur dann ein, wenn es gar nicht mehr anders ging. Meines Erachtens könnte das mit seiner theologischen Gedankenwelt zusammenhängen, die neben vielem Schönen auch reichlich Diffuses enthält und vor allem mitunter logische Stringenz vermissen läßt. Jemand, der so denkt, handelt wohl auch entsprechend.

  15. Also @pfaelzer: jetzt lügen Sie mal nicht herum hier! Sie haben sowohl Herrn Ministerpräsident Seehofer wie auch Papst Benedikt ungerechterweise beschuldigt.
    Horst Seehofer hatte eine außereheliche Affäre, woraus ein Kind hervorging. Er blieb aber seiner Ehefrau nach Bekanntwerden der Vorgänge i.J. 2007 wieder treu, ist nach wie vor mit dieser verheiratet. Papst Benedikt XVI. konnte ihm also die hl. Kommunion spenden. Er ist also kein wvh. Geschiedener. Unterscheiden muß man schon und nicht die Leser hinters Licht führen und andere diskreditieren wo es nichts zu dikreditieren gibt.
    Also nehmen Sie Ihre Aussagen zurück wenn Sie ein Mann sind!

    • Danke, Franzel, für die Mitteilung dieses –mir unbekannten– Details, das von Belang ist für die Einschätzung dieser Person.

    • Ruhig Blut, Franzelchen ;-).

      Seehofer war bereits zu Beginn der 80er Jahre verheiratet und ließ sich dann scheiden. Seine jetzige Frau ist die zweite Ehe, die er einging. Die anderen Vergnügungen kamen ja noch hinzu. Auch wenns Sie schmerzt, ändert es nichts an der Tatsache. Ob Benedikt hier vielleicht wirklich schon einen Weg einschlug, der vielen Tradis nicht passt? @zeitschnur hat Kommunionspende an Frere Roger bereits angesprochen.

      Also: tragen Sie es wie ein Mann, wenn Sie einer sind!

      • Genau gesagt 1982 (Scheidung)….als wer nochmals Münchner Erzbischof war, hm? Und rein vorsorglich: Seehofer war damals bereits ein CSU-Promi (MdB seit 1980).

  16. @zeitschnur:

    Selbstverständlich haben Sie mit Ihrem Hinweis auf das Verhalten Benedikts XVI. recht, insofern hier bereits ein objektiv äußerst schwerwiegendes Versagen vorlag. Würde zwar meinen, daß dies eher persönlicher Schwäche zuzuschreiben war, aber das steht dahin – und ist für die Außenwirkung ja auch letztlich unerheblich.

    Meine Reaktion auf @Graue Maus und @Pfaelzer verstand sich lediglich als Hinweis, daß deren Herunterspielen der neuesten Eskapade Franziskus‘ fehl am Platz ist. Wer -wie diese Herren- meint, eine deratige „Protokolländerung“ sei eine harmlose Bagatelle, über die sich nur einige Zeloten alterieren, läßt meines Erachtens ein hohes Maß an (bewußter oder unbewußter) Realitätsverweigerung erkennen.

  17. Liebe Frau Zeitschnur, ein wenig Kritik um der Kritik wegen muss bei Ihnen immer sein. Sie wissen selbst, dass wir zwischen der Lehre der Kirche und dem Fehlverhalten des Einzelnen im konkreten Einzelfall unterscheiden müssen. Im übrigen wissen auch Sie, dass die Kirche im politischen Einzelfall nicht immer nach der politischen Gunst im Ein- zelfall entschieden hat. Ich erinnere an den Fall Heinrichs VIII. Im übrigen hat die Kirche das, was Johannes der Täufer verkündet hat, immer verkündet bis auf die Jetztzeit, in der wir die „Neue Barmherzigkeit“ gelehrt bekommen ohne die Gerechtigkeit. Und genau um diesen Punkt geht es in meinem Schreiben. Johannes (und alle seine Nachfolger in der Kirchengeschichte) ermahnten – als Werk der geistigen Barmherzigkeit – an die Gerechtigkeit Gottes. Die Vertreter der Neo-Barmherzigkeit verraten die Gerechtigkeit Gottes und verkünden eine Wohlfühlbarmherzigkeit, die die Gerechtigkeit verschweigt. Nach meiner bescheidenen Meinung beginnt hier die Haeresie. Nun behaupten Sie bitte nicht, dass es das immer schon gegeben hätte. Die Kirchengeschichte lehrt uns etwas Anderes.

    • Na, die Barmherzigkeitsnummer lag früheren Zeiten vielleicht eher nicht so, aber das ändert am Prinzip der Missachtung, von dem ich sprach, wenig.

      Dass Sie und andere sich daran besonders alterieren und es für gaaaanz besonders schlimm halten, liegt an der unmittelbaren Betroffenheit des Zeitgenossen.

      Hätten Sie die Ehre gehabt, Zeitgenosse älterer päpstlicher Alpträume zu werden, sähen Sie wahrscheinlich selbige schärfer…

  18. Hinter jeden wiederverheiraten Geschiedenen steht mindestens eine zerruettete Familie. Deshalb ist das alles viel schlimmer als es von Aussen ausschaut.

  19. @pfaelzer: danke für Ihre weiteren Informationen. Dann möchte ich mich korrigieren und nehme meine Anschuldigungen gegen Sie hiermit zurück und bitte Sie um Verzeihung.
    Mir ist bekannt, daß Papst Benedikt dem Vater von Taizé die die hl. Eucharistie gespendet hatte. So etwas ist wohl in Ausnahmefällen möglich, wenn ich den Kathechsimus da richtig in Erinnerung habe, aber verbessern Sie mich.

    Welche Gründe Papst Benedikt hatte, dem bayrischen Ministerpräsidenten die hl. Eucharistie zu spenden?

  20. @Antifebronius: Was immer die Motive für Papst Benedikt gewesen sein mögen, dem Horst Seehofer die Kommunion zu spenden, ist ja von außen schwer zu sagen, aber wahrscheinlich gab es für ihn hinreichend gute Gründe, das zu tun. Und wenn er es getan hat, dann wars sicher richtig und verletzte keine Normen.

    Dem ehemaligen Bundespräsidenten! Wulff, höchster Mann im Staate, hatte er bekanntlich den Empfang der hl. Eucharistie bei seinem Deutschlandbesuch im Jahre 2011 verweigert, obwohl da gerade auch von kirchlicher Seite, dem damaligen Vorsitzenden der DBK Erzbischof Zollitsch, starker Druck auf ihn ausgeübt worden war. Papst Benedikt XVI. aber blieb standhaft.

    Also da ist schon alles mit rechten Dingen zugegangen und Sie @pfaelzer haben keinen Anlaß, Papst Benedikt XVI. dafür irgendwie ins Zwielicht zu rücken, oder wie soll man das verstehen?

    • Um 10.32 Uhr bitten Sie mich wegen Ihrer fehlenden Information und Uhren Anschuldigungen um Verzeihung, um diese exakt 17 Minuten später zu wiederholen. Naja .

      Es geht hier nicht darum, Benedikt ins Zwielicht zu Rücken, im Gegenteil. Ich bin nicht gegen die Kommunion für die Wiederverheirateten. Diese Geste von Benedikt zeigt ja, dass es dieses kategorische Nein zu diesem Thema auch für ihn nicht gibt. Denn dann wären keine Ausnahmen möglich . Ich kann nachvollziehen, dass das vielen nicht gefällt, ist aber so.

      Umso lächerlicher ist die Diskussion hier wegen des Status der Ehefrau des Staatspräsidenten. Franziskus behandelt sie protokollarisch ganz normal als Ehefrau seines Gastes, was hier im Forum ein Riesenaufreger ist.

      Papst Benedikt XVI. hingegen spendete dem wiederverheirateten Ministerpräsident von Bayern hingegen sogar die Heilige Kommunion. Aber da wissen Sie, verehrter @Franzel, ganz genau, dass das „sicher richtig war“ und „keine Norm“ verletzte.

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