„Klare Willensbekundung des Papstes, kanonische Anerkennung der Piusbruderschaft zu fördern“ – Interview mit Erzbischof Guido Pozzo

Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991)
Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991)

(Rom) Der Sekretär der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, Kurienerzbischof Guido Pozzo, sieht „eine klare Willensbekundung des Heiligen Vaters, den Weg zur vollen und dauerhaften kanonischen Anerkennung [der Piusbruderschaft] zu fördern.“ Dies sagte der Erzbischof am Donnerstag in einem Interview mit der Presseagentur Zenit. Zeitgleich veröffentlichte der Pressedienst der Priesterbruderschaft St. Pius X. die Aussagen von Bischof Alfonso de Galarreta, einem der drei Bischöfe der Piusbruderschaft. De Galarreta wurde mit den Worten zitiert: „Ich denke, daß der Papst in Richtung einer einseitigen Anerkennung der Bruderschaft geht.“ Nachfolgend das vollständige Interview von Erzbischof Pozzo in deutscher Übersetzung.

Die beiden Stellungnahmen von Erzbischof Pozzo und Bischof de Galarreta werden als Signale gewertet, daß Bewegung in die Frage der kanonischen Anerkennung der 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Priesterbruderschaft kommen könnte. Neun Monate vor dem unerwarteten Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. schien schon einmal eine Anerkennung unmittelbar bevorzustehen. Im letzten Augenblick scheiterten die Bemühungen. Für einige Zeit, bedingt auch durch den Rücktritt des Papstes, herrschte ein Stillstand. Dem sei nicht so gewesen, sagt nun Kurienerzbischof Pozzo. Die Kontakte hätten fortbestanden und auch die Gespräche seien fortgeführt worden.

Seit Mitte des vergangenen Jahres kam es zu neuen Signale der Annäherung. Anfang Juni 2015 ernannte die Glaubenskongregation den Generaloberen der Piusbruderschaft, Bischof Bernard Fellay, zum Richter erster Instanz in einem Verfahren gegen einen Priester der Bruderschaft.

Im Spätsommer 2015 erklärte Papst Franziskus, daß die Absolution durch Priester der Piusbruderschaft für die Dauer des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit „legitim und gültig“ ist.

Kurienerzbischof Guido Pozzo sieht darin „einen neuen Schritt vorwärts in Richtung kanonische Anerkennung“. Die Presseagentur Zenit führte mit dem Kurienerzbischof ein Interview, „um den aktuellen Stand“ der Verhältnisse zwischen dem Heiligen Stuhl und der Piusbruderschaft zu erfahren.

An welchem Punkt steht der Dialog mit den Lefebvrianern?

Kurienerzbischof Guido Pozzo
Kurienerzbischof Guido Pozzo

Zenit: Exzellenz, 2009 hat Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation der Bruderschaft St. Pius X. zurückgenommen. Heißt das, daß sie nun wieder in der Gemeinschaft mit Rom sind?

Erzbischof Pozzo: Mit dem Nachlaß der Exkommunikation der Bischöfe der FSSPX durch Benedikt XVI. (2009) unterliegen sie nicht mehr dieser schweren Kirchenstrafe. Mit dieser Maßnahme bleibt die FSSPX dennoch in einer irregulären Position, weil sie keine kanonische Anerkennung durch den Heiligen Stuhl erhalten hat. Solange die Bruderschaft keinen kanonischen Status in der Kirche hat, üben ihre Priester ihr Amt und die Zelebration der Sakramente nicht auf legitime Weise aus. Laut der vom damaligen Kardinal Bergoglio in Buenos Aires angewandten und von der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei bestätigten Formel, sind die Angehörigen der FSSPX Katholiken auf dem Weg zur vollen Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl. Diese volle Gemeinschaft wird mit der kanonischen Anerkennung der Bruderschaft erreicht sein.

Zenit: Welche Schritte wurden vom Heiligen Stuhl in diesen sieben Jahren gesetzt, um die Wiederannäherung der Bruderschaft St. Pius X. zu fördern?

Erzbischof Pozzo: Nach der Rücknahme der Exkommunikation im Jahr 2009 kam es zu einer Reihe von Treffen doktrineller Art zwischen Experten, die von der Glaubenskongregation ernannt wurden, mit der die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei durch das Motu proprio Ecclesiae unitatem (2009) von Benedikt XVI. eng verbunden ist, und mit Experten der FSSPX, um über grundlegende Probleme der Glaubenslehre zu diskutieren, die der Grund für die Kontroverse mit dem Heiligen Stuhl sind: das Verhältnis zwischen Tradition und Lehramt, die Frage der Ökumene, der interreligiöse Dialog, die Religionsfreiheit und die Liturgiereform im Kontext der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Die ungefähr zwei Jahre dauernde Konfrontation erlaubte es, die jeweiligen theologischen Positionen zu klären und Übereinstimmungen, aber auch Meinungsverschiedenheiten zu beleuchten.
In den folgenden Jahren wurden die doktrinellen Gespräche fortgesetzt mit einigen gezielten Initiativen zur Vertiefung und Präzisierung der diskutierten Themen. Gleichzeitig haben die Kontakte zwischen den Oberen der Kommission Ecclesia Dei und den Oberen und anderen Vertretern der FSSPX die Schaffung eines Klimas des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts gefördert, das einem Wiederannäherungsprozeß zugrundeliegen muß. Es ist notwendig, das Mißtrauen und die Verhärtungen zu überwinden, die nach den vielen Jahren des Bruchs verständlich sind, die aber schrittweise aufgelöst werden können, wenn sich die gegenseitige Haltung ändert, und wenn die Unstimmigkeiten nicht als unüberwindliche Mauern betrachtet werden, sondern als Diskussionspunkte, die eine Vertiefung verdienen und als eine für die gesamte Kirche nützliche Klärung entfaltet werden. Nun sind wir in einer Phase, die ich für konstruktiv und ausgerichtet auf die Erreichung einer erhofften Versöhnung halte. Die Geste von Papst Franziskus, es den katholischen Gläubigen zu gewähren, das Sakrament der Buße und die Krankensalbung während des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit legitim und gültig von den Bischöfen und Priestern der FSSPX empfangen zu können, ist eine klare Willensbekundung des Heiligen Vaters, den Weg zur vollen und dauerhaften kanonischen Anerkennung zu fördern.

Zenit: Welche Hindernisse stehen einer endgültigen Anerkennung noch im Weg?

Erzbischof Pozzo: Ich würde zwei Ebenen unterscheiden. Die doktrinelle Ebene im eigentlichen Sinn, die einige Divergenzen zu einzelnen Themen des Zweiten Vatikanischen Konzils und des nachkonziliaren Lehramtes bezüglich Ökumene, dem Verhältnis zwischen dem Christentum und den Weltreligionen, der Religionsfreiheit vor allem im Verhältnis zwischen Kirche und Staat sowie einige Aspekte der Liturgiereform. Die Ebene der mentalen und psychologischen Haltung, die von einer Position polemischer Gegnerschaft zu einer Position des Zuhörens und des gegenseitigen Respekts, der Wertschätzung und des Vertrauens übergehen soll, wie das zwischen Gliedern des einen Leibes Christi, der die Kirche ist, sein soll. Es ist notwendig auf beiden Ebenen zu arbeiten. Ich denke, daß der eingeschlagene Weg der Wiederannäherung einige Frucht gebracht hat, vor allem wegen dieser Haltungsänderung auf beiden Seiten, und es lohnt, diese Linie fortzusetzen.
Auch zur Frage des Zweiten Vatikanischen Konzils, denke ich, daß die FSSPX über die Unterscheidung nachdenken sollte, die meines Erachtens grundlegend und absolut ausschlaggebend ist, zwischen der authentischen mens des Zweiten Vaticanum, seiner intentio docendi, wie sie aus den offiziellen Akten des Konzils hervorgeht, und dem, was ich das „Parakonzil“ nennen würde, also die Gesamtheit der theologischen Meinungen und praktischen Haltungen, die den Verlauf des Konzils begleitet und dann den Anspruch erhoben haben, sich mit seinem Namen zu schmücken und in der öffentlichen Meinung, auch dank des Einflusses der Massenmedien, häufig das wahre Denken des Konzils überdeckt haben.
In den Diskussionen mit der FSSPX gilt häufig die Opposition nicht dem Konzil, sondern dem „Konzilsgeist“, der einige Ausdrücke oder Formulierungen der Konzilsdokumente gebraucht, um den Weg für Interpretationen und Positionen zu öffnen, die fern sind, und die das wahre Konzilsdenken instrumentalisieren. Auch was die Lefebvrianische Kritik an der Religionsfreiheit anbelangt, scheint mir letztlich, daß die Position der FSSPX von der Verteidigung der überlieferten katholischen Glaubenslehre gegen den agnostischen Staatslaizismus und gegen den Säkularismus und den ideologischen Relativismus geprägt ist und sich nicht gegen das Recht der Person richtet, vom Staat weder zur Ausübung des religiösen Glaubensbekenntnisses gezwungen noch daran gehindert zu werden. Es handelt sich in jedem Fall um Themen, die auch nach einer vollen Aussöhnung Gegenstand der Vertiefung und der Klärung sein können. Was grundlegend scheint, ist, eine volle Übereinstimmung zu dem zu finden, was notwendig ist, um in der vollen Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl sein zu können, das heißt, zur Vollständigkeit des katholischen Glaubensbekenntnisses, zur Verbindlichkeit der Sakramente und zur Anerkennung des Höchsten Lehramtes der Kirche. Das Lehramt, das nicht über dem geschriebenen und weitergegeben Wort Gottes steht, sondern ihm dient, ist der authentische Interpret auch der vorhergehenden Texte des Lehramtes, einschließlich jener des Zweiten Vatikanischen Konzils, im Licht der immerwährenden Tradition, die in der Kirche durch den Beistand des Heiligen Geistes voranschreitet, nicht jedoch durch eine gegenteilige Neuheit (das hieße, das katholische Dogma leugnen), sondern durch ein besseres Verständnis des depositum fidei immer derselben Glaubenslehre in eodem scilicet dogmate, eodem sensu et eademque sententia (vgl. Erstes Vatikanisches Konzil. Const. Dogm. Dei Filius, 4).
Ich denke, daß zu diesen Punkten die Übereinstimmung mit der FSSPX nicht nur möglich, sondern geboten ist. Das alles präjudiziert nicht die Möglichkeit und die Legitimität, andere Fragen zu diskutieren und zu vertiefen, die ich oben erwähnt habe, und die nicht den Glauben betreffen, sondern vielmehr pastorale Orientierungen nicht dogmatischen Charakters, zu denen es möglich ist, auch unterschiedliche Sichtweisen zu haben. Es geht also nicht darum, die Unterschiede zu einigen Aspekten des pastoralen Lebens der Kirche zu ignorieren oder zu domestizieren, sondern darum, präsent zu halten, daß es im Zweiten Vatikanischen Konzil doktrinelle Dokumente gibt, die bereits definierte Glaubenswahrheiten oder Wahrheiten der katholischen Doktrin erneut vorbringen (bspw. dogmatische Konstitution Dei Verbum, dogmatische Konstitution Lumen gentium), und daß es Dokumente gibt, die Richtlinien und Orientierungen für ein praktisches Handeln empfehlen, also für das pastorale Leben als Anwendung der Doktrin (Erklärung Nostra Atetae, Dekret Unitatis Redintegratio, Erklärung Dignitatis humanae). Die Verbindlichkeit der Lehren des Lehramtes variieren je nach Autoritätsgrad und Wahrheitskategorie, die den lehramtlichen Dokumenten eigen ist. Mir ist nicht bekannt, daß die FSSPX Glaubenslehren oder Wahrheiten der katholischen Doktrin, die vom Lehramt gelehrt werden, geleugnet hätte.
Die kritischen Bemerkungen betreffen hingegen Aussagen und Hinweise, die die erneuerte Seelsorge in den ökumenischen Beziehungen und mit den anderen Religionen sowie einige Fragen der Klugheit in den Beziehungen zwischen Kirche und Gesellschaft, Kirche und Staat betreffen. Was die Liturgiereform betrifft, beschränke ich mich darauf, die Erklärung zu erwähnen, die Msgr. Lefebvre in einem Brief an Papst Johannes Paul II. vom 8. März 1988 schrieb: „was die Messe des Novus Ordo betrifft, trotz aller Vorbehalte, die diesbezüglich geltend gemacht werden müssen, habe ich nie behauptet, daß diese ungültig oder häretisch sei“. Die Vorbehalte gegenüber dem Ritus des Novus Ordo, die natürlich nicht zu unterschätzen sind, beziehen sich daher weder auf die Gültigkeit der Zelebration des Sakraments noch auf den rechten katholischen Glauben. Es wird daher angebracht sein, die Diskussion und Klärung dieser Vorbehalte fortzusetzen.

Zenit: Aus Anlaß des Jahres der Barmherzigkeit ist durch Papst Franziskus eine Geste der Entspannung erfolgt: Die katholischen Gläubigen können das Bußsakrament auch durch Priester der Bruderschaft empfangen. Was bringt diese Maßnahme mit sich? Sind Sie der Meinung, daß diese Geste konkret einen Dialog wiedereröffnen kann, der seit einiger Zeit festgefahren schien?

Erzbischof Pozzo: Wie ich oben sagte, hat sich der Dialog mit der FSSPX nie festgefahren. Man hat vielmehr beschlossen, ihn auf einer weniger offiziellen und formellen Ebene fortzusetzen, um Raum und Zeit für eine Reifung der Beziehungen auf der Linie einer Haltung des Vertrauens und des gegenseitigen Zuhörens zu schaffen, um ein Klima geeigneter Beziehungen zu fördern, und darin auch theologische und doktrinelle Diskussion anzusiedeln. Der Heilige Vater hat die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei seit dem Beginn seines Pontifikats ermutigt, diesen Stil in den Beziehungen und der Begegnung mit der FSSPX fortzusetzen. In diesem Kontext hat die großmütige Entspannungsgeste von Papst Franziskus im Rahmen des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit ohne Zweifel dazu beigetragen, den Status der Beziehungen mit der Bruderschaft weiter zu verbessern, indem er zeigt, daß dem Heiligen Stuhl die Wiederannäherung und die Versöhnung am Herzen liegt, die auch einen kanonischen Bezug haben muß. Ich hoffe und wünsche mir, daß dasselbe Gefühl und derselbe Willen auch von der FSSPX geteilt werden.

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Diözese Triest/Vatican Insider

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52 Comments

  1. Einerseits wäre eine Erklärung zur formellen Einheit überfällig, zumal das Pastoralkonzil als solches keinerlei verbindliche Lehraussagen treffen konnte oder wollte. Andererseits besteht die große Gefahr der Assimilierung. Man hat in Teilen das Gefühl, daß weite Teile der Kirche
    im Grunde selbst orientierungslos durch die Zeit irrt. Das wird dann neudeusch als, „auf dem Weg sein“, interpretiert.

  2. Es wird höchste Zeit, dass die Bruderschaft Pius X. einen eigenen Status innerhalb der katholischen Kirche bekommt. Seit dem Konzil von den kirchlichen Autoritäten wie die Pest gemieden, von den Medien in ein schlechtes Licht gerückt, haben sie doch nichts anderes getan, als das was die Kirche jahrhundertelang gelehrt hat. Als Vorgabe hält man ihnen vor, durch die Bischofsweihen sich außerhalb der Kirche gestellt zu haben. Hätte Lefebvre die Bischofsweihen nicht vollzogen, gäbe es die Bruderschaft nicht mehr. Da Lefebvre spürte, dass seine Kräfte nachlassen und Rom einen Hinhalte-Kurs steuerte, hatte er praktisch keine andere Wahl. Während in der Konzilskirche es drunter und drüber ging, und es Sakrilegien gab und gibt die nicht geahndet werden, legte man der Bruderschaft unüberbrückbare Hürden vor bis hin zu einem Ultimatum. Eigentlich müsste man diese Treue zur Kirche belohnen, zumal die Bruderschaft den Papst als Oberhaupt der Kirche anerkennt. Es kann der Tag kommen, an dem man erkennen wird, den Piusbrüdern jahrelang Unrecht getan und angetan zu haben.

  3. Ich traue das Franziskus zu. Der Jurisdiktionsprimat erlaubt es ihm. Zurückweisen könnte es die Piusbruderschaft nicht. Wie sollte man nicht anerkennen, anerkannt zu sein, wenn man stets beasprucht hat, anerkannt zu sein und die Aufhebung der Bruderschaft seit 1975 als unrechtmäßig zurückgewiesen hat? Auch die ursprüngliche Errichtung der Bruderschaft war ja schon durch die „nachkonziliare“ Hierarchie erfolgt.

    Natürlich können diejenigen, die eine einseitige Anerkennung durch Rom nicht anerkennen wollen, die Bruderschaft, die anerkannt wird, verlassen und eine eigene Gemeinschaft der Nichtanerkannten formieren.

  4. OT. an die Redaktion, vielleicht solltet ihr mal darüber nachdenken, auch auf VK katholische.info zu bringen. Zur Zeit gibt es eine große Wanderung weg von Facebook nach VK. http://vk.com/

  5. Ich muss gestehen, dieses Interview mit Erzbischof Pozzi hat mich,teilweise im Widerspruch zu meinen beiden Postings zum vorangegangenen Artikeln, sehr ins Nachdenken gebracht. Es gibt ja anscheinend doch noch RECHTGLÄUBIGE im Vatikan …

  6. Der Artikel unterstreicht die weiterhin gültige Erklärung von Kardinal Cassidy vom 3.5.1994, seinerzeit Präsident des päpstlichen Rates für die Einheit der Christen. Er hielt fest, dass die Diskussion um die Pius-Bruderschaft als eine „interne Angelegenheit der katholischen Kirche(!)“ angesehen wird:
    -
    „Die Situation der Mitglieder dieser Bruderschaft ist eine interne Angelegenheit der katholischen Kirche.
    Die Bruderschaft ist nicht eine andere Kirche oder kirchliche Kommunität in der in dem Direktorium gebrauchten Bedeutung.“
    -

  7. Schönen guten Abend 🙂

    möchte gerne ein paar Dinge berichten:

    1.) Die Schwester meiner Grossmutter Theresia Zürcher-Huber war viele Jahre lang in CH-9202 Gossau SG an der Flawilerstr. 72 Hausdienerin des lokalen Lefebvre-Priesters. Wir nannten sie nur „Tante Gotte“. Ich weiss nicht einmal, wie ihr Vorname war… Sie ist aber schon viele Jahre her auf St. Pelagiberg verstorben http://www.stpelagiberg.ch/.

    2.)
    http://helvetia-catholica.blogspot.ch/2007/10/kleines-kongrehaus-gossau-sg-hauptaltar.html
    Das „Kleine Kongresshaus“ diente wohl als regionales Zentrum derjenigen, die sich Bischof Lefebvre angeschlossen hatten. Kann mich erinnern, dass wir als Kinder resp. Jugendlich auch schon mal dort waren… (War ja auch nicht sehr weit von uns zuhause).
    Ich bin unterdessen 60+ und das ist schon erdenklich lange Zeit her.

    3.) Das „Kleine Kongresshaus“ (–> Lefebvre) an der Flawilerstr. 72 in Gossau ist rund 1,7 km weit vom Privathaus vom Alt-Bischof von St. Gallen, Dr. Ivo Fürer entfernt. Er lebt an der Bahnhofstr. 4 in 9200 Gossau. Ich machte meine kaufm. Lehre bei einer Maschinenfabrik in CH-9015 St. Gallen-Winkeln, ca. 4.2 km östlich vom Bischof seinem Haus und ging in die kaufm. Berufsschule in St. Gallen rund 600 m vom bischöflichen Ordinat entfernt.

    4.) Die Standpunkte von Bishof Levebre werden gem. Wikipedia wie folgt dargestellt:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Marcel_Lefebvre
    Theologische Position Lefebvres:
    Lefebvre äußerte in seinem Manifest vom 21. November 1974, dass jeder Katholik sein Seelenheil riskiere, der die Messe nach Maßgabe der Liturgiereform feiere. Es sei für gewissenhafte, gläubige Katholiken unmöglich, sich der Liturgiereform „auch nur im geringsten“ zu unterwerfen.
    Er sah sich konsequenterweise nicht als Schöpfer einer neuen Theologie:
    „Ich bin kein Anführer einer Bewegung, noch viel weniger das Haupt einer eigenen Kirche. Ich bin nicht, wie man unaufhörlich schreibt, der Anführer der Traditionalisten‘. Ja man ist sogar soweit gegangen, gewisse Leute als „Lefebvristen“ zu bezeichnen, als ob es sich um eine Partei oder ein eigenes theologisches Lehrsystem handelte. Das ist eine unzulässige Redeweise. Ich vertrete auf religiösem Gebiet keine persönliche Lehre. Mein ganzes Leben habe ich mich an das gehalten, was man mich auf der Schulbank des Französischen Seminars von Rom gelehrt hatte, nämlich die katholische Lehre, wie sie das Lehramt seit dem Tod des letzten Apostels, der das Ende der Offenbarung bedeutet, von Jahrhundert zu Jahrhundert überliefert hat.“
    Seine Position hat er wie folgt umrissen:
    „Ich habe oft und oft wiederholt: Wenn jemand sich vom Papst trennt, werde nicht ich es sein. Die Frage läßt sich so zusammenfassen: Die Gewalt in der Kirche ist eine höchste Gewalt, sie ist aber nicht absolut und ohne Grenzen, denn sie ist der göttlichen Gewalt untergeordnet, die in der Überlieferung, in der Heiligen Schrift und in den schon durch das kirchliche Lehramt promulgierten Definitionen ihren Ausdruck findet. Tatsächlich findet die Gewalt des Papstes ihre Grenzen in dem Endzweck, für den sie auf Erden dem Stellvertreter Christi verliehen wurde. Pius IX. hat diesen Endzweck in der Konstitution Pastor aeternus des Ersten Vatikanischen Konzils klar definiert. Ich stelle also, wenn ich das sage, nicht etwa eigene Theorien auf. Der blinde Gehorsam ist nicht katholisch; niemand ist der Verantwortung enthoben, wenn er Befehle einer vorgesetzten Behörde, und sei es des Papstes, befolgt, obwohl es sich erweist, daß sie dem Willen Gottes widersprechen, den wir aus der Überlieferung mit Sicherheit erkennen können. […] Man muß zugeben, dass Papst Paul VI. das Gewissen der Katholiken vor ein ernstes Problem gestellt hat. Dieser Papst hat der Kirche mehr Schaden zugefügt als die Revolution von 1789. […] Der Liberalismus Pauls VI., den sein Freund Kardinal Danielou zugegeben hat, genügt als Erklärung für die Katastrophen seines Pontifikats. Der liberale Katholik ist eine Persönlichkeit mit zwei Gesichtern, ständig in Widersprüche verwickelt. Er will katholisch bleiben, aber er ist besessen von dem Wunsch, der Welt zu gefallen. […] Wir wollen mit Rom verbunden bleiben, mit dem Nachfolger Petri, wenn wir auch den Liberalismus Pauls VI. aus Treue zu seinen Vorgängern ablehnen.“
    In einer seiner letzten Predigten am 1. November 1990 in Ecône fasste Lefebvre abermals seine Position zusammen:
    „Wegen des Abfalls vom Glauben, der in Rom herrscht, müssen wir mit ansehen, wie die Seelen in Massen der Hölle zustreben. […] Der Atheismus beruht auf der Erklärung der Menschenrechte. Die Staaten, die sich seither zu diesem offiziellen Atheismus bekennen, befinden sich in einem Zustand dauernder Todsünde. […] Mit Recht können wir daher sagen, dass sich diese Massen zur Hölle hinabbewegen. […] Er will Gott bleiben, nicht nur im Himmel, sondern auch auf Erden. Deshalb will Er für seine Armee Soldaten.[9]“
    In seinem offenen Brief an die ratlosen Katholiken im Jahr 1986 übte er scharfe Kritik an der Position von Papst Johannes Paul II. im interreligiösen Dialog. Er lehnte sowohl den Besuch des Papstes in der römischen Synagoge ab, als auch Weltgebetstreffen in Assisi, wo sich auf Initiative des Papstes Vertreter verschiedener Religionen trafen, um dort für den Frieden in der Welt zu beten. Des Weiteren enthielt der Brief eine Ablehnung der in der Konzilserklärung Nostra Aetate postulierten Religionsfreiheit. Nach Lefebvre könne diese Religionsfreiheit nicht auf falsche Religionen angewendet werden.

    4.) War gestern wiederum im Kloster St. Gallen – und wollte kurz mit Renato Gollino reden. Das ist ein Appenzeller – von Appenzell Innerrhoden – der im Sekretariat des Bischofs Büchel arbeitet. Früher hat er wohl unter Dr. Ivo Fürer gearbeitet. Leider hatte Renato Gollino gestern keine Zeit, da er dringend etwas anderes erledigen musste.
    (Hatte mit ihm beim letzten Besuch über diesen Artikel geredet: http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/kantonstgallen/tb-sg/Papst-von-St-Gallens-Gnaden;art122380,4374029 ). Lustigerweise kenne ich einen Verwandten von ihm, er heisst Erich Gollino und dieser hatte ein Baugeschäft in Appenzell AI. Heute abend war ich in der lokalen Messe in CH-9206 Bütschwil SG im Toggenburg und habe noch lange mit dem Pfarrer Josef Manser geredet. Er hat in jungen Jahren unter anderem bei Erich Gollino als Handlanger gearbeitet. Erich Gollino und seine Mutter kamen manche Jahre lang zu uns nach CH-9056 Gais AR in die Predigten von meinem Vater. (Gais AR ist die Nachbargemeinde vom Städtli Appenzell AI). Arnold Lauchenauer, mein Vater, war rund 25 Jahre lang Prediger in einer kleinen Freikirche „Evangelische Gesellschaft der Kantone St. Gallen und beider Appenzell“. Er arbeitete hauptsächlich in Gais AR, aber auch in Bühler AR, manchmal in Trogen AR und auch in Altstätten, Rebstein und glaub Marbach im angrenzenden St. Galler Rheintal. Die Vorgesetzen von meinem Vater warn in St. Gallen rund 500 m vom Bischofssitz entfernt (in einem ehemaligen Katharinen-Kloster; nördlich vom Marktplatz).
    (Meine Mutter Nelly Lauchenauer-Zürcher war noch katholisch getauft worden. Die Familie der Grossmutter kam ursprünglich aus Haslen-Schlatt AI in der Nähe vom Städtli Appenzell Innerrhoden (wir sagen das „Doof“ wobei die Innerrhoder das „R“ verschlucken) und sie ist in Niederteufen aufgewachsen. Ihr Vater war ein Trinker und obgleich er Katholik war, hat er Tiere und Menschen „geheilt“, in dem er die Namen der 3 Höchsten nicht angerufen sondern beschworen hat. Was ja eigentlich Zauberei ist. Waren also eher merkwürdige Verhöltnisse wo die Grossmutter und die „Tante Gotte“ aufgewachsen sind. – Meine Grossmutter hat dann einen Stickereizeichner, Carl Zürcher, geheiratet, der protestantisch (evangelisch nach dem Reformator „Zwingly“) war und es wurde vor der Heirat vereinbart – wie so üblich bei uns –, dass die Kinder dann katholisch getauft und erzogen werden sollen. Mein Grossvater hat sich darauf hin mit evanglischen Freikirchlern angefangen zu treffen und ist zu einem persönlichen Glauben an Jesus Christus als seinem Herrn gekommen. Hat aufgehört in Sportvereinen usw. mitzuwirken und wurde, wie man bei uns so sagt „ein Frömmler“. Sein ältester Sohn Carl und Tochter Nelly wurden noch römisch-katholisch getauft, dann hat sich aber meine Grossmutter Theresia auch von der römisch-katholischen Kirche abgewandt und wurde eine Gläubige – heute würde man sagen – Evangelikale. Die folgenden Kinder wurden dann nicht mehr katholisch erzogen und waren dann aber auch nicht Mitglied in der protestantischen Kirche der Schweiz.

    5.) Zwischen meinen beiden Besuchen im Kloster St. Gallen hatte ich Gelegenheit ca. 20 Minuten lang ein (telefonisches) Interview mit Dr. Ivo Fürer zu führen in Bezug auf den Artikel im St. Galler-Tagblatt vom 30. September 2015: „Papst von St. Gallen’s Gnaden“. Habe Dr. Fürer manche konkrete Fragen gestellt und er hat mir bereitwillig geantwortet. Schlussendlich fragte ich ihn sehr direkt: „Kann man sagen, dass ihr (> St. Galler-Gruppe; auch „die Mafia“ genannt) Cardinal Bergoglio zum Papst gemacht habt?“ – Antwort von Dr. Fürer: „Nein. So kann man das nicht sagen. Es waren ja möglicherweise auch andere, die in der gleichen Richtung gearbeitet haben. – Dann sagte er mir, wenn ich noch mehr wissen möchte,sollte ich doch das französische Buch: „Biographie über den belgischen Kardinal Godfried Danneels und dessen Mitgliedschaft in einem angeblichen innerkirchlichen «Geheimzirkel» lesen.“ Dieser „Geheimzirkel“ bestehend aus Kardinälen und Bischöfen, habe jeweils in St. Gallen getagt; angeblich in der bischöflichen Wohnung im Kloster (vielleicht auch mal in einer der guten Restaurants oder ich weiss nicht wo). Diese Zusammenkünfte sollen von 1995 bis und mit 2006 angdauert haben. Einige sagen, dass dies möglicherweis auch später der Fall gewesen ist.
    Ziel dieses Zirkels sei gewesen, Kardinal Ratzinger als Papst zu verhindern; was ihnen nicht gelungen ist und Kardinal Bergoglio (Jesuit>) von Argentinien auf den „Thron St. Petri“ zu hieven. Angeregt hätten diese Treffen der mittlerweile verstorbene Kardinal Carlo Maria Martini und er selbst, so Ivo Fürer. (Dass Martini und Fürer sich schätzten und befreundet waren, ist seit Jahrzehnten bekannt.) Kardinal Martini von Mailand hat dann angeblich irgendwann Papst Benedikt XVI. angeblich zu verstehen gegeben, dass sie von ihm verlangten, dass er zurücktreten solle (??).
    Ratzinger – oder Benedikt XVI. – ist dann zurückgetreten und in der nächsten Konklave hat dann Bergoglio gesiegt und wurde Papst Franziskus. Der erste Jesuit als Papst im Vatikan. Bei den einen sehr beliebt, da er offensichtlich etwas viel vom Geist der Aufkärung getrunken hat – bei den anderen eher verhasst, da er offensichtlich dabei ist, viele Dinge in der katholischen Kirche grundsätzlich auf den „Kopf zu stellen.“ Man lese nur seine Enzyklika „Laudato sì ‚“…. (Ein wichtiger Mitarbeiter dabei war ja der Potsdamer Professor Hans Joachim Schelnnhuber, Mitglied im Club of Rome, von der Queen 2004 mit dem „Orden des britischen Empires….“ ausgezeichnet, persönlicher Freund von Prinz Charles und auch im IPCC, dem Verein, der CO2 als „das Grundübel“ der jetzigen Welt hinstellt. Schelnnhuber war auch derjenige, der verlauten liess, dass wenn das Weltklima sich um 2° C plus erhöhe; das ganze System zusammenbreche und chaotische Verhältnisse auf dieser Welt kommen würde… Dabei ist Schelnnhuber entweder Pantheist oder Atheist und vertritt überdies die These, dass diese Erde nicht mehr als 1 Milliarde Menschen ertragen kann — wir fast alle anderen sind somit überflüssig — oder sollten gar zum Verschwinden gebracht werden ???? Oder wie denn??? Auch ist Schellnhuber jetzt Mitglied in der päpstlichen Akademie der Wissenschaften — usw.

    Fortsetzung folgt

  8. „Man hat vielmehr beschlossen, ihn auf einer weniger offiziellen und formellen Ebene fortzusetzen, um Raum und Zeit für eine Reifung der Beziehungen auf der Linie einer Haltung des Vertrauens und des gegenseitigen Zuhörens zu schaffen, um ein Klima geeigneter Beziehungen zu fördern, und darin auch theologische und doktrinelle Diskussion anzusiedeln.“

    Im Klartext: Heimliche Verhandlungen mit heimlichen Abmachungen zwischen den Clanchefs, die den Gläubigen verschleiert werden. Intransparent also und möglicherweise unannehmbar für viele, die sich jetzt aus der Amtskirche zur FSSPX „flüchten“ oder „geflüchtet haben“.

    Ein Trauerspiel:
    Herauskommen wird, dass die Amtskirche die FSSPX einverleibt, erst mit irgendwelchen Versprechungen, die man zunächst einhält, aber dann einseitig mit Gründen, die sich dann einfinden werden – ein Papst darf das schließlich nach dem Vat. I – auch wieder verschärfen kann, aber dann sitzt die Maus in der Falle.
    Es wird einen erneuten Bruch geben in der FSSPX-Szene, wie es sie seit Jahren immer wieder aufs Neue gibt. Aber das, was dann das Spiel nicht mitmacht, werden zu 80% Fanatiker, Sonderlinge und Gewalttäter sein.

    Es ist wirklich vorbei. Wirklich und wahrhaftig vorbei.

    Nur ein Wunder könnte uns noch retten, aber die Frage ist, wer denn im Ernst nach dem Willen Gottes gerettet werden will. Wie viele Menschen werden das sein? Jeder hält sich selbst natürlich für gerecht und betont zu dem Behuf gelegentlich, dass auch er fehlbar ist…wir irren in einem Käfig des Irrsinns zwischen den immer selben Motiven hin und her, und da immer wieder neue „Flüchtlinge“ sich einfinden, fließt immer eine pseudohoffnungsvolle Schicht nach, während hinten die desillusionierten und vollkommen abständigen Erfahrenen aus der Tradiszene wieder ausscheiden. Ich kenne inzwischen mehrere, die das durchlaufen haben. Auch ein paar Priester. Aber auch viele Laien. Einer davon war auch der sehr bekannte Schriftsteller Kaltenbrunner.

    • „Im Klartext: Heimliche Verhandlungen mit heimlichen Abmachungen zwischen den Clanchefs, die den Gläubigen verschleiert werden. Intransparent also und möglicherweise unannehmbar für viele, die sich jetzt aus der Amtskirche zur FSSPX „flüchten“ oder „geflüchtet haben“.“

      Was für eine infarme Unterstellung. Wer oder was sind Sie, das Sie sich das Recht herausnehmen so etwas nicht nur zu denken, sondern auch noch schreiben. Ist es Neid, weil Sie zu den Gesprächen nicht eingeladen wurden?

      Was soll denn passieren? Sie unterhalten sich, die Piusbruderschaft trägt ihre Positionen vor, wie die Jahre zuvor. Da wird es keine Abweichung geben. So wie Lev. gesagt hat, er habe keine neue Lehre, so hat auch die heutige Piusbruderschaft keine neue Lehre. Sie wird nicht die neue Messe lesen. Sie wird weiter den Katechismus von Trient hochhalten usw.

      Sie sollten Ihren Standespflichten nachgehen und nicht Päpstin sein wollen.

      Wenn die Ergebnisse der Gespräche offengelegt werden, so können Sie diese gern prüfen und im Gebet um die richtige persönliche Entscheidung bitten, sollten Sie weiterhin Probleme damit haben, dass es Priester, Bischöfe und einen Papst gibt, die auf Grund ihrer Aufgabe, ihrer Ausbildung und Kraft ihres Amtes höhrer stehen als Sie.

      Übrigens das die Gespräche nicht öffentlich geführt werden ist mehr als gut und vernüftig. Die Kirche ist kein weltlicher Gartenverein. Die Würde der Kirche und die Würde der Wahrheit erfordert einfach mehr Respekt als Sie zugestehen möchten.

      Fazit: Kümmern Sie sich um Ihre Angelegeheiten und wiegeln Sie nicht die Leute auf.

      • Ich habe selten eine dermaßen dumme Argumentation gelesen und dabei auch noch unverschämt… die Frage bleibt trotzdem im Raum: Was ist mit all den Gläubigen, die aus der Amtskirche zur FSSPX geflüchtet sind, eben weil sie es dort nicht mehr ausgehalten haben und das nicht aus subjektiven Erwägungen, sondern aus theologischen, die ihnen noch dazu die FSSPX ja jahrzhentlang auch gepredigt hat? Und was ist mit dem pathetischen Impetus des Gründers, der den ganzen Aufstand nur gemacht haben sollte, um anschließend, nach fast vollendeter Apostasie in der Kirche, deren Exponenten man „ins Angesicht widerstehen muss“, die Gläubigen, die man draußen „schützte“, dieser häretischen Hierarchie auszuliefern?

        Wer sind eigentlich Sie, Sie armer Anonymus, dass Sie glauben, andere an Standespflichten erinnern zu sollen?

        Ihre Standespflicht wäre zumindest mal Höflichkeit gegenüber einem andern Menschen, auch wenn Sie seine Fragen nicht hören wollen.
        Und wenn auf den Benimmebene schon nichts zu erwarten ist… was soll man dann theologisch fordern?

  9. Also die richtige Schreibweise ist „Schellnhuber“… Sorry für die Fehler oben.
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    6.) Gestern war ich dann praktisch nur unten im Keller des Klosters im sogenannten „Lapidarium“ 2 Stockwerke tiefer als die weltberühmte Stiftsbibliothek. Das Kloster St. Gallen und auch besonders die Stiftsbibliothek sind ja ein UNESCO Weltkulturerbe geworden. Unten im Lapidarium, wenn man reinkommt, gerade links, steht geschrieben, dass „…. dies in der merovingischen Tradition“ wohl geschrieben wurde („Merovinger“ !??? Soll ich dem „Dan Brown“ noch ein bisschen Stoff für einen weiteren Knüller liefern? https://de.wikipedia.org/wiki/Dan_Brown – Dan Brown ist nach meinem Verständnis
    a) sehr gut informiert und
    b) ein Desinformationsagent, der die Massen so manipulieren soll, dass sie schlussendlich den „Messias der Esoteriker, Freimaurer und Anhänger der Neuen Weltordnung und der Juden, die ja noch immer – mehrheitlich – auf den Messias warten“ annehmen und verehren sollen.

    7.) Plötzlich entdecke ich ein Bild von einer „jungen“ Hillary Clinton, die so ganz herzlich dem Bischof Dr. Ivo Fürer die Hand drückt (Nach allem was ich bis jetzt rausgekriegt habe, war das mal nach einem „World Economic Forum“ in Davos, wo sie teilnahm. Die anderen gingen dann auf dem Säntis – dessen Spitze uns Hundwilern AR 😉 lol – gehört und die Hillary Rodham Clinton wollte es etwas ruhiger nehmen und „ging ins Kloster“ – aber wohl nicht sehr lange). – Sie wurde dort von Dr. Fürer empfangen und besuchte ihn in seiner bischöflichen Privatwohnung im bischöflichen Ordinat. Angeblich sei sie auf dem „roten Thron“ des Bischofs gesessen; war wohl ein roter Lehnstuhl oder Sofa oder so was…. (Der Cardinal Bergoglio war ja auch schon in jener bischöflichen Wohnung bevor er zum Papst gemacht wurde). – Pfarrer Manser sagte mir, dass der Bischof ganz stolz gewesen sei, dass die Hillary ihn besucht habe… ;)… ein eher zweifelhafter Ruf, wenn man die Geschichte von Bill Clinton und der Hillary Rodham Clinton (ziemlich genau kennt… Eine furchtbar tragische Geschichte; aber die gehört jetzt nicht hie her).

    8.) In der Stiftsbibliothek – die während der Reformation in St. Gallen wohl fast geplündert und zerstört wurde (aber der St. Galler Reformator genannt „Vadian“ war ein Gelehrter, der in Wien studiert hat; und dieser hat dafür gesorgt, dass die Stiftsbibliothek mir ihren rund 160′000 Bänden erhalten geblieben ist) gibt es auch Sarkophage und eine „schwarz-grauenhafte“ Mumie aus dem alten Aegypten. https://de.wikipedia.org/wiki/Stiftsbibliothek_St._Gallen Es soll sich um eine rund 30 jährige Frau gehandelt haben. Ihr Name soll „Schepenese“ sein. Und es wurde mir mitgeteilt, dass ihr Vater – auch als Mumie – in einem Berliner-Museum liege; das hatte ich bei meinem 1. Besuch von einem Angestellten der Stiftsbibliothek gelernt und heute wurde mir noch gesagt, dass ihre Mutter – auch als Mutter – im „Louvre“ in Paris liegen soll. – Vielleicht können Sie sich erinnern, dass vor dem Louvre in Paris vor einigen Jahren eine „Glaspyramide im Sinne der grossen Pyramiden von Giza/Gizeh“ errichtet wurde: https://de.wikipedia.org/wiki/Louvre
    https://de.wikipedia.org/wiki/Glaspyramide_im_Innenhof_des_Louvre
    http://structurae.de/bauwerke/pyramide-des-louvre (34 Bilder)

    9.) Eigentlich für mich sehr merkwürdig und unpassend, dass in einer der berühmtesten antiken Bibliotheken des „Abendlandes“ eine Mumie ausgestellt wird… Und dann noch das Folgende: Ihr Vater war Priester des AMUN in Theben….
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tempel_des_Amun-Re_%28Karnak%29
    „Mit seinen insgesamt zehn Pylonen, der größte ca. 113 Meter breit und ca. 15 Meter dick bei einer geplanten Höhe von ca. 45 Meter, und einer Gesamtfläche von ca. 30 Hektar (530, 515, 530 und 610 Meter Seitenlänge) ist der Tempel des Amun-Re der größte Tempel Ägyptens.[1] Er enthielt neben dem Tempel des Amun-Re noch den Tempel des Chons, den Tempel der Opet, den Tempel des Ptah, den Tempel des Amenhotep II. und verschiedene Stationskapellen für die Götterbarke, wie die Weiße Kapelle und die Rote Kapelle.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Theben_%28%C3%84gypten%29 (Theben, Luxor, Karnak in Oberägypten).

    9.) Ich habe mit Frau und den ersten drei Kindern ca. 2 – 2 1/1 Jahre in Aegypten gelebt. Unsere Wohnung war in Giza an der 8, Mourhaek bin Amr und gerade gegenüber von uns war die Adresse Nil Strasse Nr. 8. Das war der Wohnsitz von Dr. Boutros Boutros-Ghali, dem UNO-Generalsekretär anfangs der 90er Jahre, der nach einer „Amtszeit“ von „Bill Clinton“ rausgekickt wurde; weil sich Dr. BBG offensichtlich nicht dem Druck vom arroganten Bill Clinton gebeugt hat. Wir bekamen diese Wohnung durch Vermittlung eines Bruders von einem Freund der Familie und ca. 1 Monat nachdem wir einzogen war Dr. BBG UNO-Generalsekretär. Sein Grossvater war Premierminister unter britischer Kolonialzeit. Die Mutter von Dr. BBG war ein Jüdin und die Frau von Dr. BBG – weiss nicht ob sie noch lebt oder nicht; sie heisst „Mirit“ – kommt aus einer angesehenen jüdischen Familie aus Alexandrien. Also mit Dr. BBG hatten wir a) den 1. afrikanischen, b) den 1. ägyptischen, c) den 1. koptischen und d) den 1. jüdischen UNO-Generalsekretär.
    Dr. BBG hatte seinerzeit Anwar el Sadat auf seiner Reise nach Jerusalem begleitet als er in der Knesseth (israelisches Parlament) ungefähr folgende Rede hielt: „Wir haben jetzt lange genug miteinander Krieg geführt. Eigentlich könnten wir doch viel besser Frieden machen!“
    Dr. BBG war dann einer der Hauptverantworktlichen für den Friedensvertrag zwischen Sadat (Aeypten) und Menachem Begin (Israel) war wohl auf Camp David.

    wird später fortgesetzt

    Schönen Sonntag wünsche ich Ihnen 🙂

  10. Erzbischof Pozzo unterscheidet noch immer zwischen dem „wahren Konzil“ und dem „Parakonzil.“ Das „wahre Konzil“ hat demnach mit der Zerstörung der katholischen Kirche, die wir ohnmächtig und leidend gezwungen sind, miterleben zu müssen, nichts zu tun.
    Daran ist letztlich Benedikt XVI. gescheitert. An seiner Illusion der „Hermeneutik der Reform in der Kontinuität.“ Es war die Illusion des Theologieprofessors, der die agnostische neuzeitliche Philosophie mit dem katholischen Glauben versöhnen wollte.
    Seine Motive waren edel, doch sie waren zum Scheitern verurteilt. Wir erleben es tagtäglich: Junge Menschen, die ihr Leben der Kirche weihen wollen als Priester oder als Laien, haben keine Chance, in einem Priesterseminar, in einer katholischen Fakultät der Universität im deutschsprachigen Raum, den katholischen Glauben irrtumsfrei kennenzulernen. Nicht nur das: Sie werden meistens noch mit antikatholischen Ressentiments während des ganzen Studiums gegen die vorkonziliare Kirche geradezu gefüttert.
    Erzbischof Pozzo meint es sicher gut, und ich gehe davon aus, dass Benedikt XVI. noch immer hofft, das II. Vatikanische Konzil werde irgendwann richtig verstanden, und die katholische Kirche blüht wieder auf.
    Alles spricht dafür, dass sie aus Europa verschwinden wird, bis auf einen kleinen Rest.
    Sie kann in Asien Fuß fassen und blühen, sich in Afrika weiter ausbreiten. Wir wissen es nicht. Es bleibt der Vorsehung des dreifaltigen Gottes überlassen.

    • Die Heimholung der Tradition hat nur dann einen Sinn, wenn damit auch seitens des Lehramtes ein Wille zur Korrektur der falschen Entwicklung erkennbar ist, die die Kirche seit Vat II. genommen hat.

      Die Hermeneutik der Kontinuität war eine solch erkennbare Korrekturabsicht, die das Abenteuer Heimholung FSSPX als eine logische und zugleich fast notwendige Konsequenz erscheinen ließ. Ja, man konnte gewissen Äußerungen Ratzingers (etwa zur Liturgiereform) sogar eine Fundamentalkritik an Vat. II entnehmen, was zur Vermutung berechtigte, es ginge ihn in Wahrheit um eine Relativierung, wenn nicht gar Überwindung des Konzils selbst, da er als überragender Denker natürlich erkannt haben musste, dass die Wurzel des Übels in den Dokumenten von Vat II. selbst vergraben lag.

      Das hätte er, als Papst, natürlich nie offen sagen dürfen, wollte er nicht eine Revolution der Progressisten riskieren (die dann ohnehin stattfand und in seinem Sturz endete). Für eine Fundamentalkritik an Vat II. war und ist die Zeit nicht reif.

      Durch die Heimholung der FSSPX unter Ratzinger hätte die Tradition – in Zusammenarbeit mit allen Ecclesia Dei Gemeinschaften und den lehramtstreuen Kräften – jedoch in der Kirche Raum greifen können, um mittels guter Früchte und eifriger Mission dem Konzilsungeist peu à peu das Wasser abzugraben. Zugegebenermaßen ein Kampf David gegen Goliath, nur gewinnbar, wie wir wissen, wenn echter Glaube und Gottvertrauen ausreichend tief gewesen wären.

      Seit Bergoglio hat sich jedoch der Wind um 180° gedreht. Unser Papst-Ötzi, geistig eingefroren in 68ern, möchte nahtlos an die Aufbruchsbewegung des Konzils anschließen. Für ihn stellt sich die Fehlentwicklung der Kirche nicht als Folge des Vat II., sondern als Folge einer ungenügenden Rezeption des Vat II. dar! Er geriert sich deshalb als eine Art Messias für die Geister des Konzils, er, ein Papst, der endlich die Fenster wieder öffnet, die in der restaurativen Ära Johannes Paul II. zugeschlagen wurden, bereit, das Konzil in aller Demut und Brutalität im Sinne einer Hermenutik des Bruchs zu vollenden.

      Insofern darf man sich fragen, was jetzt, unter Bergoglio, unter solch völlig veränderten Voraussetzungen, das Ziel einer fortgesetzten – noch dazu möglicherweise bedingungslosen – Heimholung der Tradition noch für einen Sinn macht. Und da sehe ich eigendlich nur den, die Tradition als Hort des Widerstands auszuschalten und sie gleichzeitig als Legitimation für Bergoglios vorgebliche Katholizität zu missbrauchen.

      Insofern macht Exzellenz Pozzos Unterscheidung zwischen wahrem Konzil und Parakonzil auch keinen Sinn mehr, wenn das oberste Lehramt nur das eine Interesse verfolgt, jenem Parakonzil volle Geltung zu verschaffen und es weiterzuentwickeln! Unter solchen Voraussetzungen wäre die FSSPX dann tatsächlich bestenfalls nur noch eine geduldete Folkloretruppe aus Kaisers Zeiten.

      Aber Gott kann auch auf krummen Zeilen gerade schreiben. Die wahre Kirche würde auch diese Babylonische Gefangenschaft überstehen.

  11. Unlängst war hier in einem Kommentar zu lesen, dass die Piusbruderschaft „nicht alle neuen Messen für ungültig“ halte. Diese Aussage ist mir im Gedächtnis geblieben, weil sie, denkt man darüber nach, Ungeheuerliches beinhaltet. Sie besagt, dass die Konzilskirche keine sicheren Sakramente gewährt. Immerhin ist die Sakramentenspendung einer der Hauptdaseinsgründe für die katholische Kirche, die von ihrem Wesen her sakramental verfasst ist. Nun ist es dem Katholiken verboten, unsichere Sakramente zu empfangen. Eine unsichere Eucharistie birgt die Gefahr des Götzendienstes, denn wenn sie tatsächlich ungültig ist, wird Brot angebetet statt Gott, und das ist Götzendienst.
    Hat die Piusbruderschaft mit ihrer Behauptung recht oder irrt sie? Wenn sie recht hat: Wird sie dann bei den (unsicheren?) Chrisam-Messen mit dem Ortsordinarius konzelebrieren, wie das den Ecclesia-Dei-Gemeinschaften zur Auflage gemacht ist? Oder wird sie sich weigern, und würde Rom sich damit abfinden? Irrt aber die Piusbruderschaft, weil die Novus-Ordo-Messen in der Regel gültig sind: Wie kann Rom es dulden, dass die Piusbruderschaft mit sochen Äußerungen Zweifel und Unsicherheit unter die Gläubigen sät? Sind das nicht Fragen, die sich einem normalen katholischen Gläubigen (wie ich einer war) stellen müssen, wenn es ihm ernst ist mit dem Glauben und nicht nur um altehrwürdige Formen?

  12. Insofern die Worte gültig oder nicht gültig überhaupt noch die ganze Problematik abbildet. Längst haben Gläubige selbst, „aus ihrem Gewissen heraus“, ein ungutes Gefühl bei manchen Messen, in der z.B. ein Priester in der Predigt zu erkennen gibt, daß er selbst beim Feiern dieser Messe gar nicht wirklich der Intention der Kirche im Messgeschehen folgt. Selbst, wenn formell gültig zelebriert wird, ist noch immer die Frage, in wie fern steht ein zelebrierender Priester den katholischen Lehrwahrheiten nah oder fern, über die Geheimnisse die in der Messe geschehen, und die Rolle die er darin ausübt? Liegt evt. ein Intentionsdefekt vor? Eine Messe in der sich der Gläubige, angesichts der Gesten und dem Gesagten, z.B. ständig fragen müsste, ob der Zelebrant denn an die Lehre der Kirche und die Wahrheit der Hl. Schrift glaubt, birgt den Intentionsdefekt in sich.

  13. Zudem wäre zu beachten, daß ja auch zumindest die deutschsprachigen Bischöfe selbst, sich nicht in einem Gehorsamsverhältnis gegenüber der eigenen Tradtion, bzw. sich selbst in einem Oppositionsverhältnis und faktisch in einem Status der Auflehnung gegenüber Rom befinden. Allein
    die Richtigstellung/Änderung der Wandlungsworte in „für viele“ wird einfach im offenen Ungehorsam nicht ausgeführt.

  14. @hicesthodie
    Obwohl ich keine Anhängerin von Pfr. Hans Milch bin, denke ich, dass er recht hatte, wenn er davon ausging: Die „Wende“, die Rückkehr zum wahren katholischen Glauben, kann nur von einem Papst selbst ausgehen. Und zwar wird dieser Papst dann die ganze Vollmacht, die ganze Autorität, die er kraft seines Amtes als Nachfolger des Apostel Petrus, als Stellvertreter Jesu Christi auf Erden, besitzt, einsetzen müssen, um diese Fehlentwicklungen zu beenden.
    Die FSSPX und die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften können den Boden bereiten oder für uns, „als Rest“, den Glauben bewahren. Herbeiführen können sie die Wende nicht, auch wenn sie noch so glaubenstreu tätig sind. Nur der Papst, mit seiner ganzen Autorität, die er ausdrücklich in Anspruch nimmt, kann den Irrweg beenden.
    Ich denke, es ist klar: Benedikt XVI. hatte nicht diese Macht, wir wissen heute ungefähr, wie viel mächtige innerkirchliche Feinde er hatte. Und er wäre zu einem solchen Schritt nicht bereit gewesen. Er, der als Glaubenspräfekt nur die schlimmsten Vergehen gegen den Glauben sehr milde ahndete, der einen Hans Küng als einen unter Vielen nicht exkommunizierte, obwohl dieser bis heute alle wichtigen Glaubenswahrheiten leugnet und Priester bleiben darf, er bestrafte Erzbischof Lefebvre mit der schlimmsten Kirchenstrafe. Weil dieser, in Anbetracht seines hohen Alters und als Sorge um die katholische Kirche, unerlaubt Bischöfe weihte, um das traditionelle Priestertum zu retten.

    Mir liegt nichts daran, den ehemaligen Glaubenspräfekten zu kritisieren, er war schon damals relativ machtlos. Wie es aussieht, konnte Bergoglio nicht mehr verhindert werden.

    Im übrigen wundert es mich, wie leicht sich hier alle vorstellen können, dass eine Anerkennung der FSSPX möglich ist bevor der doktrinelle und kirchenrechtliche Rahmen feststeht.
    Die deutschen Bischöfe z. B., die der Petrusbruderschaft das Leben so schwer wie möglich machen, hätten plötzlich mit der FSSPX auf „ihrem Terrain“ Priester, die ihnen nicht gehorchen müssen, Kirchen und Kapellen, in denen ungestört die Tridentinische Messe zelebriert wird. Und wäre die FSSPX besser vorbereitet, sie bekäme Zulauf von Katholiken, die bisher nur deshalb nicht kamen, weil sie die Trennung vom Papst nicht ertragen wollten. Das Hindernis wäre weg. Und die Petrusbruderschaft bekommt in mancher Diözese kein Fuß auf den Boden, weil die Ordinariatsbürokratie sie nicht wünscht.
    Wäre Weihbischof Galarreta nicht ein besonnener Mann, ich würde das alles für eine Zeitungsente halten.

    • @Thea: „Die FSSPX und die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften können den Boden bereiten“
      Ja, das wäre ihre Aufgabe (gewesen).

      „Nur der Papst, mit seiner ganzen Autorität, die er ausdrücklich in Anspruch nimmt, kann den Irrweg beenden.“
      Ja, natürlich. Wenn der Boden bereitet ist.

      „der einen Hans Küng als einen unter Vielen nicht exkommunizierte“
      Sie sagen selbst, er war zu schwach dazu, einfach weil ein Papst oder Glaubenspräfekt des 21. Jh. nicht mehr die Machtfülle wie etwa im 19. Jh. besitzt, es sei denn, er handelte im Sinne oder Auftrag des weltlich-kirchlichen Estabishments. Sie wissen, wer in Kirche und Welt alles hinter Küng steht!?

      „bestrafte Erzbischof Lefebvre mit der schlimmsten Kirchenstrafe“
      Das mag ungerecht erscheinen (und ich empfinde es auch so!), war aber die gebotene kirchenrechtliche Konsequenz aus dem Handeln des in die Enge getriebenen Bischofs Lefebvre. Ich denke, dass Ratzinger, als Papst, sein überdurchschnittliches Engagement für die FSSPX auch als eine Form der Wiedergutmachung verstand.

      „Wie es aussieht, konnte Bergoglio nicht mehr verhindert werden.“
      Bergoglio hätte verhindert werden können, wenn das Pontifikat Ratzingers nicht massiv geschwächt worden wäre. Eines der vielen Todestöße war m.E. das Williamson-Interview und der sich anschließende Nazi-Shitstorm, durch das Ratzinger mit seinem Plan zur Heimholung der FSSPX in äußersten Rechtfertigungsdruck und somit endgültig die Defensive geriet. Alle Verhandlungen nach dieser geplatzten Interview-Bombe waren dann ohnehin nur noch Makulatur.

      „Im übrigen wundert es mich, wie leicht sich hier alle vorstellen können, dass eine Anerkennung der FSSPX möglich ist bevor der doktrinelle und kirchenrechtliche Rahmen feststeht.“
      Nun, ich halte es für wahrscheinlich, dass diese Pläne schon längst ausgearbeitet in Ratzingers Schubfach lagen. Es hätte nur der Zustimmung bedurft. Im Grunde wäre es nur möglich gewesen mittels eines Personalordinariates der Tradition, so wie es Ratzinger auch den Anglikanern angeboten hat. Die FSSPX hätte unabhängig von den Ortsbischöfen ganz normal und finanziell eigenständig weiterarbeiten können, wäre dem Papst direkt unterstellt gewesen und nach und nach wären die Ecclesia Dei Gemeinschaften diesem Personalordinariat angegliedert worden. Ach ja, ein schöner Traum…

      Wie sich die Heimholung unter Bergoglio gestaltet, wage ich mir nicht vorzustellen!

  15. „Im Spätsommer 2015 erklärte Papst Franziskus, daß die Absolution durch Priester der Piusbruderschaft für die Dauer des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit „legitim und gültig“ ist.“
    Ist das so zu verstehen, daß einen Tag nach Ablauf des Heiligen Jahres die Absolution durch Priester der PB nicht mehr gültig ist?
    Wenn das so ist, dann ist daß wieder ein Beweis dafür, daß Bergoglio kein Gespür für die Bedingungen der priesterlichen Gewalt hat. Entweder ist die Absolution, sowie auch die weiteren priesterlichen Vollmachten gültig, oder nicht. Heute nein, dann morgen ja, und dann übermorgen wieder nicht? – Das gibt es nicht.

    • Doch, József, beim Beichtsakrament verhält es sich m.W. so. Hier geht es nicht nur um Erlaubtheit-Unerlaubtheit bei unbeschadeter Gültigkeit, wie bei anderen Sakramenten, sondern um Gültigkeit als solche, die nur besteht, wenn der zuständige Hierarch dem Priester die Erlaubnis erteilt, Beichte abzunehmen und Absolution zu erteilen. So wurde von den kirchlichen Autoritäten nie die Gültigkeit der Messfeiern bei der Piusbruderschaft in Frage gestellt, diese galten nur als unerlaubt und die Zelebration und Teilnahme daran deshalb als sündhaft (von Ausnahmen abgesehen), aber das Bußsakrament galt als ungültig, da ohne Erlaubnis der Kirche praktiziert. Wie solches Herumhantieren mit den Sakramenten auf die Gläubigen, ihren Geist und ihre Psyche wirkt, ist eine andere Frage.

  16. Über diese ganzen doktrinellen Fragen macht Franziskus I. m. E. nach doch sowieso einen Haufen. Sie interessieren ihn schlicht einfach gar nicht.

  17. So sehr ich mir eine Versöhnung wünschen würde – doch der Preis für die Eingliederung der Piusbruderschaft in die offizielle Kirche wäre sehr hoch: Identitätsverlust.
    Kann die FSSPX das wirklich wollen?

    • Ein Werk der Kirche kann durch institutionelle Eingliederung in die Kirche keinen Identitätsverlust erleiden.

      • @Tridentinus
        Nur ein Beispiel:
        Die offizielle Kirche sieht alles rings um die Kommunion mehr oder weniger nur noch als Mahl an, die Bruderschaft die hl. Messe jedoch als Opfer Christi.
        Dies zu bewahren ist Teil ihrer Identität.

      • Die Frage, ob es sich um die „Afterkirche“ handelt, kann man, muss man angesichts der Zustände dort stellen.

        Ich finde demnach auch doe Vorstellung, die „Tradition“ möge doch so bald wie möglich „in die Kirche zurückgeholt werden“, wie man manchmal lesen kann, seltsam.

        Was ist das für eine Kirche, die diese Tradition gar nicht mehr in sich trägt?

      • Nun, zeitschnur, ich glaube, dass in dieser Afterkirche totz allem die wahre Kirche Jesu Christi west, geschlagen und geschunden zwar, wie der Herr am Kreuz, aber doch ganz alternativlos die wahre Kirche Jesu Christi. Und ich denke, auch Lefebvre hat das nie anders gesehen. Als er die FSSPX gründete, „damit die Kirche fortbestehe“, war er sicher – trotz mancher harter Urteile in Folge – bis zuletzt nie der Auffassung, dass in der FSSPX selbst die wahre Kirche fortlebe, sondern sah die Bruderschaft vielmehr als Hüterin der Überlieferung, die sie dieser Kirche bewahren solle, damit diese zu gegebener Zeit gesunde. Deshalb tun seine Epigonen auch nichts verwerfliches, wenn Sie ihrerseits danach trachten, in und für diese Kirche wirken zu können. Aber andererseits muss es auch seitens der Kirche ein Sensus dafür geben, dass ihr durch das Anknüpfen an die Tradition geholfen werden könne, sonst wäre alle Heimholung nur eine Farce. Und genau dieses Empfinden nehme ich bei Bergoglio nicht wahr, eher ganz das Gegenteil. Und das verleiht der ganzen Sache für meine Begriffe einen so schalen Geschmack..

      • Das ist eine verbreitete Ansicht – das mit dem geschlagenen und wesenden Herrn in der „Afterkirche“.
        Daran überzeugt mich aber mehrerlei nicht:

        1. In irgendeiner Weise muss ja diese sichtbare Kirche den Herrn noch darstellen – und zwar positiv, nicht in der Negation.

        2. Nun ist uns seit Jahrhunderten gepredigt worden, dass sich in der Hierachie bald die Engelshierarchie oder im Papst gar der Herrgott selbst darstelle und die Laien einfach nur zu gehorchen haben, samt den Bischöfen übrigens, deren Status nach dem Vat. I endgültig in den Keller gerutscht ist hin zu bloßen Geistempfängern aus Rom, die administrativ und lehrend das umzusetzen haben, was der Papst von oben herab befiehlt. Genau davon versprach man sich eine Gesundung des auch damals schon für krank gehaltenen Leibes Christi –

        - allein: die Krankheit verschlimmerte sich dadurch nur noch mehr…

        3. Es ist ausgesprochen heikel – diese Ansicht, man müsse angesichts der Zustände nun zupacken und die „Tradition“, von der Pius IX. immerhin noch den ungheuerlichen Satz aussprach: „La tradizione sono io.“ irgendwie weiterehalten, wenn auch nicht als Ersatz für die Kriche, die da west…
        Das ideologische Bild vom Papsttum, das an sich selbst die lebendige Tradition sei wird auch die FSSPX, die ja ansonsten der Theologie auch Pius IX. extrem folgt, alleine aus logischen Gründen irre. Wenn der Satz Pius IX. wahr wäre, erlischt mit dem Abfall des Papstes diese Tradition.

        (Ich halte den Satz für unsinnig – denn wenn das so wäre, würde bei jeder natürlichen Sedisvakanz die Tradition abbrechen, und manche Wahlen dauerten in der Geschichte Jahre…dennoch muss man fragen, wie lange die Kirche es aushält ohne den „La tradizione sono io“, auch wenn man diesen Satz für anmaßend und verstiegen hält. Aus denselben sozilane Gründen, die wir natürlicherweise kennen, zersprengt sich eine Herde ohne Hirten und Gruppierungen, die behaupten, sie trügen die Glut weiter, gibt es dann in aller regel mehrfach und konkurrierend.)

        ad 1. Die Vorstellung, die Kirche sei im Nichtsein sichtbar, so wie der Herr im Grab, ist absolut temerär: das kann man dann auch zur Dauererklärung machen, und es IST seit Jahrzehnten die Erklärung, die aber um ein weiteres eine theologische Prämisse vornimmt, die fragwürdig ist: Der Herr hat nirgends gesagt und die Kirche hat nirgends gelehrt, dass die Kirche am Ende mit dem Herrn sterben würde. da er kein zweites Mal stribt, sondern auferstanden ist für immer, ist das unmöglich, dass sein Leib noch einmal in der Kirche stirbt.

  18. @hicesthodie
    Weitgehend stimme ich Ihnen zu. Doch erlauben Sie mir einen Hinweis: Von unserem Glauben aus gesehen stammt die Machtfülle des Papstes von Jesus Christus. Sie ist untrennbar mit seinem Amt verbunden. Niemand kann sie ihm nehmen, wenn der Papst es nicht will. Wenn er den Preis bezahlen will, d.h. Verfolgung und/oder Martyrium.
    Doch dafür muss die Zeit reif sein.
    Ich denke, Kardinal Ratzinger/Benedikt XVI. wurde medial sehr verfolgt. Vielleicht waren es die Kardinäle leid, sie wussten wahrscheinlich, mit Bergoglio würde in dieser Hinsicht eine Entspannung einkehren. -
    Das Personalordinariat wäre die einzig denkbare erfolgversprechende Lösung gewesen. Doch Benedikt XVI. hatte keine Macht mehr, diese Lösung durchzusetzen. Sein Sturz wäre erfolgt. Er ist sowieso geschehen, an einen freiwilligen Rücktritt zum damaligen Zeitpunkt glaube ich nicht.

    • Nunja, wenn man diese Machtfülle mystisch betrachtet, dann ja. Ich denke, dass die Kirche massiv gedrängt wird, sich der neuen Weltordnung anzudienen. Entweder ihr macht mit, oder wir werden Euch vernichten.. vielleicht gibt es sogar welche in der Kirche, die da gerne und aus Überzeugung mitmachen. Ich denke, der weltweit orchestrierte Hype um die kirchlichen Missbrauchsfälle war bspw. so ein deutliches Warnsignal an die Kirche. Kann sein, dass Ratzinger, vor die Wahl zwischen Skylla und Charybdis gestellt, an einen Punkt kam, an dem er sich sagte, da kann ich guten Gewissens nicht mehr mitmachen oder für sich persönlich keinen Handlungsspielraum mehr erkannte und zu dem Schluss gelangte, dann ist es für die Kirche besser zu gehen und einem anderen Platz zu machen. Die gesundheitlichen Gründe waren jedenfalls nur vorgeschoben.

      • Nach meiner Vermutung fiel die strategische Grundentscheidung für den geänderten Kurs der Kirche seit Vatikanum 2 irgendwann gegen Ende des Pontifikats von Papst Pius XII., ob mit oder ohne seine Zustimmung ist letztlich unerheblich. Ich glaube kaum, dass das 2. Vatikanum wie ein Blitz aus heiterem Himmel kam – unerwartet kam es nur für die meisten Katholiken. Gründe für meine Vermutung: 1. die Unbeirrbarkeit, ja Sturheit, mit der dieser Kurs auf Biegen und Brechen seither von allen Päpsten eingehalten wird (möglicherweise mit Nachhilfe: siehe die Kriminal-Hypothese vom Doppelpapst Paul VI.; der plötzliche Tod Papst Johannes Pauls I.; der Amtsverzicht Papst Benedikts XVI.); 2. Hinweise in dem Buch „Die Macht und die Herrlichkeit“ des Vatikaninsiders Pater Malachi Martin. Beweggründe für den Kurswechsel sehe ich auch zwei: Einen Grund nennen Sie – die Drohung seitens der übermächtig gewordenen Globalisten (Illuminaten, Freimaurer etc. pp.), die auch schon Einfluss im Vatikan erlangt hatten. Der andere Grund ist der, den ich woanders gegenüber Lioba als Vermutung äußerte, und soviel traue ich der katholischen Kirche zu, dass dies ihr Hauptgrund war: dasselbe Ziel mit neuen Mitteln erreichen. (Erinnert an den Zusammenbruch des Warschauer Pakts als zeitweilige strategische Konzession.) Welches Ziel ist das? Der verstorbene Pater Leopold Bertsche O.Cist. hat es in einem Büchlein so ausgedrückt:

        „Welches Ziel steuern Sie an?
        Die Eroberung der ganzen Welt für Christus. Weniger darf es nicht sein.“

        Wenn das ein Katholik sagt, ist damit stets mitverstanden, auch wenn es nicht ausgesprochen wird: die Eroberung der Welt für die katholische Kirche, d.h. für den Vatikan und den Papst. Das würde auch den Jesuiten auf dem Papstthron zusätzlich erklären.

  19. Vielleicht ist gerade der Umgang Roms mit den Franziskaner der Immakulata ein Wahrnhinweis der Göttlichen Vorsehung; so hätte zumindest diese Verfolgung und Verleumdung einen Sinn! Die Gegensätze zwischen der Konzilskirche und der FSSPX waren nie so groß, wie in diesem Scheinpontifikat. Bedenkenswert wäre das allemal, wenn es gerade unter einem „Papa dubius, (Papa nullus)“ zu einer Einigung käme. „Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann.“ (1 Petr 5,8)

  20. Die FSSPX repraesentiert die unverkuerzte Weitergabe des katholischen Glaubens.
    Wenn sich jemand eingliedern muss dann Rom.
    Solange aber ueber das Konzil und die schlimmen Erklaerungen nicht diskutiert weren, sowie der NOM auf den Muell geworfen wird, ist doch der Vorgang rein kosmetisch.
    Franz so denke ich, weiss ueberhaupt nicht wofuer FSSPX steht.
    Es duerfte ein teuflischer Winkelzug von Kasper und Co. sein, die FSSPX unbedingt vernichten wollen.

  21. Wenn man sich die vielen guten Kommentare und Informationen hier durchliest, dann muß man sehr schwarz sehen für die Kirche; allerdings soll man die ganze Freimaurerei und Logentätigkeit auch nicht über die Maßen bewerten. Dann ist die Kirche im Innern unheilbar krank und zwar schon lange. Und das hat nur unmittelbar mit dem 2.Vat. Konzil zu tun m.Er.
    Da war schon zuvor vieles faul. So gesehen sind manche (nicht alle) Ansprüche der Piusbruderschaft von selbst vernünftigermaßen nicht wahrheitsgemäß und zukunftsfähig, weil die Diagnose nicht ganz stimmt. Was nützt es manch alten, schon in der Zeit vor dem Konzil geschmacklosen Brei immer wieder neu aufzuwärmen?
    Der Fehler von Erzischof Lefebvre lag in seiner Weigerung, Papst Johannes Paul II. zu gehorchen. Das konnte der Papst nicht dulden. Der frz. Erzbischof hatte sich da verhoben (Gallikanismus oder so) und damit der Kirche und sich selbst eine Wunde zugefügt. Papst Bendikt XVI. aber wollte diese Wunden wieder heilen.

    Und er hatte und hat recht, wenn er bzgl. des Konzils von Hermeneutik der Reform in der Kontinuität spricht. Alles andere ist abwegig, egal von welcher Seite innerkirchlich das propagiert wird. „Eng ist der Weg, eng ist die Pforte“.

    „Papst“ Franziskus aber wird jetzt dem „Geist des Konzils“ den Garaus machen. Er ist dabei, diese „Konzilskirche“ der St.Gallen-Kardinäle, der Heerscharen von TheologInnen usw., zu beerdigen- auf seine Weise. Das haben sie in ihren Irrtümern vielleicht nicht begriffen. Recht geschieht ihnen. So gesehen müßte man diesem Papst applaudieren.
    Aber nein: das geht nicht, denn er zerstört gewußt die wahre Kirche.

    Die Piusbruderschaft befindet sich nunmehr in einer wirklichen, echten Zwickmühle wie es aussieht. Wenn sie in manch falschen „Doktrinen“ verharrt, ist es schlecht und wenn sie das vergiftete Geschenk dieses Papstes annimmt, wahrscheinlich ebenso. Es ist für alle in der Kirche die Zeit der Ehrlichkeit und Umkehr und Buße- und nicht für trügerische Barmherzigkeiten.

  22. „De Galaretta betonte die Richtigkeit des entschiedenen Handelns des Generaloberen der Bruderschaft, Bischof Bernard Fellay, der auf die Präambel der Glaubenskongregation umfassend geantwortet habe, was die Bruderschaft sei, was sie lehrt, was sie tut, was sie nicht tut und auch was sie nicht zu tun bereit sei.“
    Bischof Fellay hat vielmehr die in der Doktrinellen Präambel enthaltenen unannehmbaren Forderungen angenommen und für richtig erachtet.
    Alles was darin enthalten ist, wurde doch bereits von Bischof Fellay anerkannt, zugelasssen und akzeptiert: Die „Konzilspäpste“ wurden darin als rechtmäßige Autoritäten anerkannt, ferner das Konzil, wenn es „im Licht der Tradition“ interpretiert wird, die Neue Messe ist nach ihm „rechtmäßig promulgiert“, das darin benannte Neue Kirchenrecht, das die Exkommunikation der Zugehörigkeit zur Freimaurerei gestrichen hat, wurde von Fellay akzeptiert.
    „Laut Bischof de Galaretta könnte Papst Franziskus einen anderen Weg gehen als sein Vorgänger Benedikt XVI. Anstatt von der Piusbruderschaft als Voraussetzung für die kanonische Anerkennung die Unterzeichnung einer Doktrinellen Präambel zu verlangen, könnte der Papst die Bruderschaft einseitig und ohne weitere Vorleistung anerkennen.“
    Diese Vorleistungen wurden bereits in der Doktrinellen Präambel Bischof Fellays gegeben und abgewickelt.
    Um dieser „Versöhnung“, um dieser „Anerkennung“ willen konnte es bereits 2001 zu der Erklärung des Generaloberen Fellay kommen, gemäß der „das zweite Vatikanische Konzil zu 95% angenommen werden kann“ (DICI‘, n. 8, 18 Mai 2001)
    Wortlaut: “Man könnte meinen, dass wir das zweite Vatikanische Konzil in seiner Vollständigkeit verwerfen. Aber das ist nicht so, wir akzeptieren 95% davon. Es ist vielmehr einem Geist, einem Gebärden den wir uns widersetzen ..“

    Will die Piusbruderschaft jetzt alles so hinstellen, als wüßte sie nichts von einem gewollten Abkommen, von einem Anerkanntseinwollen, jetzt soll es nur noch Rom sein, das dies will, wo sie doch alles schon befürwortet hat, was Rom verlangte.

    Das vorläufige Abkommen kam bereits zustande, nachdem innerhalb der GREC die Interpretation des Zweiten Vatikanischen Konzils „im Licht der Tradition, der Hermeneutik der Kontinuität“ – von Ratzinger angeboten – von der Priesterbruderschaft St. Pius X. angenommen wurde. In dieser Zeit wurde Ratzinger darüber informiert.

    In „Le Groupe de Réflexion Entre Catholiques“ (GREC) begannen die ersten Vorbereitungen zum geplanten Abkommen. Unterstützt von führenden Piusbrüdern und von Bischof Fellay gebilligt, traf man sich immer wieder in Frankreich zu geheimen Gesprächen. Immer mehr wurden die Verhandlungen öffentlich und es nahmen weitere Interessenten daran teil: Institut des Guten Hirten, Petrus-Bruderschaft, Institut Christ König, Kardinäle, Botschafter u.a.

    Père Michel Lelong rollte die zuvor geheime Versammlung (GREC), die bereits mit Bewilligung von Fellay 2000 begann, in seinem Buch „Pour la nécessaire réconciliation – Le Groupe de Réflexion Entre Catholiques (GREC),“ auf.

    In Einklang mit Bischof Fellay vertrat auch der Vordenker und bedeutender Sprecher von „GREC“, Dr. Gilbert Pérol, der in den 60er Jahren wichtige Aufgaben an der Seite des Präsidenten Charles de Gaulle zu erfüllen hatte (doch wer war Charles de Gaulle!) die Meinung, dass einige Texte des zweiten Vatikanischen Konzils in sich gut seien, diese aber von den Progressisten schlecht interpretiert worden seien. Deswegen sei es notwendig, diese Texte „im Lichte der Tradition“ zu interpretieren.

    Bereits vom damaligen Generaloberen Pater Schmidberger wurden „Vorleistungen“ realisiert.
    Pater Paul Aulagnier, Mitglied des Instituts des Guten Hirten und ehemaliger Distriktoberer der FSSPX in Frankreich führte mit Pater Lelong ein Interview, das in dem o.a. Buch abgedruckt wurde (S. 98-114). Darin wird aufgeworfen, daß schon 1984 der damalige Generalobere der FSSPX, Pater Franz Schmidberger, die von Rom nachdrücklich verlangten Bedingungen anerkennen und akzeptieren hat müssen, nämlich die volle Anerkennung der Rechtmäßigkeit des Zweiten Vatikanums, des Novus Ordo Missae von Paul VI. und dies in Zusammenhang mit dem von Schmidberger an Rom gesandten Gesuch um die Freigabe der Pius V.-Messe. Daraufhin habe am 3.10.1984 Johannes Paul II. einen „Indult“ gewährt.
    Msg. Antonio de Castro Mayer bezeichnete diesen Indult als „böswillig“!
    Im kleinsten Kreis begannen dann bereits 1992 die ersten Zusammenkünfte im Hinblick auf ein Abkommen mit Rom.

    Die Piusbrüder befinden sich also in keiner „Zwickmühle“, das „einseitige Befürworten“ war so gewünscht, u.U. abgemacht mit Rom, um sagen zu können, wenn Rom dies jetzt so eindringlich wünscht, können wir uns nicht mehr heraushalten und uns dem widersetzen. Wir waren daran nicht beteiligt. Eine Schläue ersten Ranges!

  23. Ich schließe mich den konzisen Kommentaren und Begründungen von Tridentinus oben wie auch im anderen Thread voll an.

    Einer Anerkennung durch die Kurie zu diesen Bedingungen, nämlich keinen, kann sich ein kirchliches Werk, das nie eine Sedisvakanz behauptet hat, tatsächlich nicht verschließen. Gemäß Mgr. de Galarreta wird sie das auch nicht, wie umgekehrt Franziskus – erstaunlich genug – schon in Buenos Aires bewiesen hatte, keine Zweifel an der Zugehörigkeit der Priesterbruderschaft zur Kirche haben.

    Sollten da Kardinal Müller, Mgr. Pozzo oder andere nochmals mit einem Katalog dessen oder ähnlichem aufwarten, was Mgr. Fellay schon mal zurückgewiesen hatte, wird der barmherzige Monarch einmal mehr wohl einfach handeln. Im Unterschied zum dbzgl. nicht zuletzt durch Mgr. Williamsons damalige Interviewintrige geschwächten Pontifikat Benedikt XVI. wird bei Franziskus keine „namhafte europäische Regierung“ diplomatisch drohend dagegen auf die Bühne treten. Und die Bischofskonferenzen kuschen, denn mit einem, der wie auf dem Bild im Artikel zum Empfang des argentinischen gwvh. Präsidentenpaars aus der Wäsche zu schauen versteht, wagen sich Intriganten nicht anzulegen, schon gar nicht wenn der Protagonist im für sie maßgebenden – öffentlichen Lager derart populär ist.

    Wie gesagt, ist die Beziehung/Konstellation Franziskus : Priesterbruderschaft sehr erstaunlich – aber zu Hartz IV brauchte es auch einen SPD-Schröder! Vielleicht haben einige 2010 zu früh und falsch „Kairos!“ gerufen; diese sollten jetzt nicht angerührt grummeln.

    Dass diese Aussichten (!) sogar Fr. Zeitschnur ihrer Moll-Partitur breits jetzt nochmals ein paar b einfügen lässt, ist angesichts ihrer bisher vertretenen Storyline fast so erstaunlich, spielte dies doch keine Rolle (mehr). Doch wenn die Priesterbruderschaft es mit der temporären Notsituation ernst meint, wird sie sich natürlich beim erstbesten Zeitpunkt – den es bisher so NICHT gegeben hat –, daraus verabschieden wollen. Hat der Erzbischof das denn nicht immer so gewollt?

    Und auch der nicht kirchlichen Haltung unsicherer Kantonisten à la Marienzweig, die mit Riechsalz und Taschentuch immer noch in ihre NOM-Pfarre gehen, sich aber die Priesterbruderschaft als „unabhängigen“ Fallback offen halten möchten, wird man da keine Priorität einräumen können.

    • Über soviel pragmatischen Optimismus kann nun ich nur staunen…aber naja, vielleicht werden Dogmen ja doch auf dem Bolzplatz verhandelt, verspielt und wieder gerettet …

      Übrigens: Das musikalische Vorzeichen „B“ hat mit Dur und Moll nix zu tun. Die Kirchentonarten sind alle Molltonarten (Dorisch, Phrygisch etc.) und das Dur mag man als alteriertes Moll auffassen… Die Vorzeichen (Kreuz/B) werden nach der Systematik der Leitern gesetzt und nicht nach einem Willen, etwas zu erhöehn oder zu erniedrigen. Das folgt rein theoretischen Notwendigkeiten… auch wenn die Bs im Geruch stehen, gedrücktere Stimmungen zu verbreiten, insbesondere Geiger, die lieber Kreuztonarten spielen…(ist ein Witz)
      Infos für Einsteiger hier https://de.wikipedia.org/wiki/Vorzeichen_%28Musik%29

      • Danke für die Musiklektion, Gnädigste. Aber nachdem Sie mir unlängst schon die Jeans vergällt haben („primitive Arbeitsklamotten!“), müssen Sie mir nun nicht noch mein simples, aber hart erarbeitetes Musikweisen-Zuordnungsverständnis madig machen!

    • @carlo
      Als ich vor ca. 12 Jahren als Folge eines schlimmen Autounfalls Umkehr erfahren durfte, war ich einfach überglücklich. Mein intensiver Wunsch war weniger, viel über Kirchengeschichte zu lernen, sondern den wiedererlangten Glauben zu vertiefen.
      Aus dieser Zeit entstanden Bindungen, es gab Menschen, die mich auf dem Glaubensweg begleitet und unterstützt haben. Ich habe dann auch begonnen, im Kirchenchor mitzusingen und tue dies heute noch mit Herzblut.
      Solche Bindungen kann und will ich nicht von heute auf morgen abstreifen und muss es auch nicht.
      Es wäre undankbar!
      Ich besuche gerne die hl. Messe der Bruderschaft. Der Unterschied zur üblichen Eucharistiefeier wird mir immer mehr bewusst.
      Wie ich gestern in einer privaten Mail geschrieben habe:
      Es ist im Moment eine schwierige Zeit: Im „normalen“ Messritus fühle ich mich nicht mehr so richtig zuhause und im feierlichen alten bin ich noch nicht richtig angekommen.
      Manche Menschen führen gleich und radikal eine Trennung mit ihrem bisherigen Leben herbei, andere durchleben einen langen Prozess der Loslösung.
      Jeder von uns geht unterschiedlich mit auftauchenden Problemen um.
      Mit „Riechsalz und Taschentuch“ hat dies nur wenig zu tun.

      • Machen Sie ruhig weiter, so wie der Geist es Ihnen eingibt liebe Marienzweig. Papst Benedikt spricht ja von den 2 Formen des römischen Ritus.
        Sonntags gehe ich immer zur Tridentinischen Messe- das kann kaum anders sein, da die andere oft zu viele Defizite aufweist mitsamt manchem Aktivismus-, aber werktags besuche ich auch die sog. neue Messe. Das ist auch kein Problem, sondern für mich ergänzem sich beide Formen.

  24. @carlo
    Unserem Schäferhund kann man schwerlich „eine kirchliche Haltung“ zuschreiben.
    Er ist jedoch viel besser katholisch als viele Prälate und großmundige Menschen- er hat nämlich noch nie etwas Schädliches gegenüber den Glauben getan, sondern sich für den Lebensunterhalt von vielen einfachen gläubigen Menschen sehr verdient gemacht.
    Der letzte Absatz Ihres Postings ist unter jedem Niveau.
    Es zeugt schon von großem Hochmut und intellektueller Allwissenheit suchende Christen in verwirrende Zeiten „unsichere Kantonisten“ zu nennen, auch noch „Riechsalz und ein Taschentuch“ zu bemühen (Salmiak ist übrigens schon lange aus der Mode) und die FSSPX als „Fallback“ zu benennen (ich habe erst noch an einen Fallschirm gedacht).
    Und das gerade in der Fastenzeit: Sie sollten sich schämen.

    • An der Haltung, die die von @ Carlo im letzten Absatz Angesprochene gelegentlich kundtut – eigentlich der sichtbaren Kirche verpflichtet sein, aber empfinden, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht und daher Schutz und Zuflucht bei der FSSPX zu suchen:

      Das meinte ich oben. Gehen diese Leute zur FSSPX, um am Ende auf langen Umwegen wieder dahin geführt zu werden, woraus sie sich geflüchtet hatten?

      Nennen wir die FSSPX für manche meinetwegen ein Refugium (trotz all meiner sonstigen Kritik-Punkte et. etc.) – diees Refugium wäre dann weg.

    • Adrien Antoine: Ich gehe davon aus, dass Sie sich aus – hier vielfach bezeugter – persönlicher Sympathie und langjähriger Verbundenheit ex kathnet äußern. Ich finde dies nicht unsympathisch und kann damit gut leben.
      Im übrigen zähle ich darauf, dass Sie künftig wieder spätnachts posten und so zu alter Sachlichkeit zurückfinden.

  25. Ist es nicht eigentlich ganz einfach? Die FSSPX wurde ja damals kanonisch errichtet. Dann wurde sie verboten. Bekanntlich wird jedoch seitens der FSSPX argumentiert, dieses Verbot sei wegen Formfehlern nichtig. Wenn nun im Vatikan eine Kommission diese Argumentation prüfen würde und zu dem Schluß käme, dass das Verbot nur ein scheinbares war, aber doch nicht wirklich bestand, so wäre die FSSPX wieder in jenem kanonischen Status, den sie am Tag vor dem unwirksamen Verbot hatte. Ich schätze, wenn der Papst möchte und diesen Wunsch vorher intern bekundet, dass so ein Formfehler von dieser noch fiktiven Kommission gefunden werden soll, dann ließe der sich auch finden. Und schwupp di wupp wäre dieser Teil des Problems aus der Welt.

  26. Franzel 29. Februar 2016 um 19:49

    Vielen Dank für Ihre Ermunterung, lieber Franzel!
    Ähnlich wie Sie halte auch ich es.
    Da wegen der Neubildung der SE unter der Woche sowieso kaum mehr hl. Messen in unserem Dorf gefeiert werden, nutze ich gern diese wenigen Gelegenheiten und gehe hin. Vor allem, wenn unser Kaplan die Meßfeier zelebriert. Bei ihm bin ich sicher, dass er die richtige Intention hat.
    An eines glaube ich sowieso ganz fest:
    Wenn wir selbst mit möglichst lauterem, aufrichtigem Herzen die hl. Messe mitfeiern, wird Jesus Christus wohl keinen Unterschied machen, welchem Ritus wir beiwohnen.
    ER sieht unseren guten Willen. Darauf baue ich!

    • Auch Ihnen ein Dankeschön liebe Marienzweig.
      Ja, Gott sieht auf das Herz. Und wenn man sich konzentriert und mit dem Herzen bei den Texten ist und dann der Opferfeier, dann ist auch die Neue Messe kein Problem in der Regel, aber es kommt sehr auf den Priester (was man da alles erleben kann!)oder auch die Gemeinde an. Und diese Probleme gibts ja bei Tridentinischen Messe gar nicht und auch keine manchmal zweifelhaften Fürbitten und Auslassungen.
      Ich würde mir wünschen, daß die Tridentinische Messe wieder in der Kirche zur Regel wird.

  27. Bei aller Diskussion ob es richtig oder falsch ist, daß die FSSPX das Angebot einer durch und durch häretischen Hierarchie annehmen, und somit Teil dieser Hierarchie werden soll, deren Haupt Franziskus einen geradezu pathologischen Haß auf alles hat, was mit der Tradition der vorkonziliaren Kirche zusammenhängt, kann ich nur sagen, daß dies ein fataler Fehler wäre. Seit nunmehr 38 Jahren bin ich der FSSPX tief verbunden, und habe ihren heroischen Kampf schon seit deren Anfängen, Anfang der 70er Jahre mit viel Sympathie begleitet. Daher bin ich der festen Überzeugung, daß die kanonische Anerkennung durch diesen Papa haereticus katastrophale Folgen für die FSSPX hätte. Sie wäre dann Franziskus voll ausgeliefert, und das könnte deren Ende bedeuten.

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