Ingravescente Ætate – Vor drei Jahren: Der Amtsverzicht, der wie ein Blitz einschlug

Am selben Tag, an dem Papst Benedikt XVI. unerwartet seinen Amtsverzicht bekanntgab, schlug ein Blitz in den Petersdom ein.
Am selben Tag, an dem Papst Benedikt XVI. unerwartet seinen Amtsverzicht bekanntgab, schlug ein Blitz in den Petersdom ein.


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(Rom) Heute vor drei Jahren erklärte Papst Benedikt XVI. völlig überraschend seinen Amtsverzicht. 17 Tage später legte er das Petrusamt nieder und verließ den Vatikan. Damit veränderte er den Lauf der Geschichte.

Ingravescente Ætate“, wegen fortgeschrittenen Alters, lautete die Begründung, die wie ein Blitzschlag die Kirche durchfuhr. Tatsächlich schlug am selben Abend ein Blitz in die Peterskuppel ein. Ein Naturphänomen, dem bis zum heutigen Tag ein Schrecken anhaftet.

Damals wurde von mancher Seite abwiegelnd behauptet, dergleichen geschehe öfter und sei nichts Außergewöhnliches. Doch weder vorher noch seither ist „dergleichen“ belegt.

Benedikt XVI. lebt noch und ist, wie seine jüngsten Auftritte in der Öffentlichkeit zeigten, bei geistig gesunder Verfassung.

Sein Amtsverzicht kennt in der Kirchengeschichte nichts Vergleichbares. Kein Papst vor ihm legte aus „Altersgründen“ das ihm aufs Lebenszeit übertragene Amt nieder.

In zehn Monaten wird sein Nachfolger, Papst Franziskus, sein 80. Lebensjahr vollenden. Damit wäre er aus dem Kreis der Papstwähler ausgeschieden und damit de facto auch aus dem Kreis der „papabili“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL (Screenshot)

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23 Comments on Ingravescente Ætate – Vor drei Jahren: Der Amtsverzicht, der wie ein Blitz einschlug

  1. @ zeitschnur
    Lassen Sie Ihre Heulsusenattitude und Ihre Esculpationsversuche. Sie haben meine Geduld und die vieler Mitforisten mit Ihren „Aufführungen“ auf diesem Thread ausgereitzt! Das Forum ist nicht Ihre Ersatzfamilie, an der Sie bei jeder Gelegenheit Ihr Mütchen über Kirche und Katholiken kühlen können. Mit Ihren persönlichen Problemen mit der katholischen Kirche und ihrem geweihten und ungeweihten Personal haben Sie sich an Ihren Ortsbischof, Ihren persönlichen Oberhirten in Freiburg zu wenden. Er ist einer der 2500 Ortsbischöfe der Weltkirche und dafür mitverantwortlich, dass Papst Franziskus nach „Lumen gentium“ 18 ihnen „als immerwährendes und sichtbares Prinzip und Fundament der Glaubenseinheit und der Gemeinschaft“ vorsteht.
    Mahnen Sie sich diese bischöfliche Gesamtverantwortung bei Ihrem Freiburger Erzbischof an. Vielen, wohl den meisten Foristen in diesem katholischen Forum fehlt Zeit und Zuständigkeit zur Beschäftigung mit Ihren persönlichen Kirchenproblemen.

    • @ J. G. Ratkaj
      Sie behaupten, Sie hätten „die Sache“ eingehend studiert und stützen @ zeitschnurs Unterstellungen und Mutmaßungen? Dann kommen Sie doch einmal zur Sache! Aber das tun Sie nicht, sondern listen Gedankensplitter aus der Perspektive des Altkatholiken unter dem Anspruch des Wissenden auf und geben vor, zu wissen, wovon Sie reden.

      - Tragiken der Auswüchse päpstlicher Machtvollkommenheit
      - Bergoglio kein überaschendes Phänomen, das aus dem Nichts
      hervortaucht.
      - Wie weit die Verwirrung fortgeschritten ist, zeigt einmal mehr die
      Hoffnnung einiger, daß der nächste eventuell wieder „konservativ“…
      - Hier ist es manifest, daß alles an dem Willen dieses Amtsträgers nur
      mehr hängt

      Das ist plumpe Meinungsmache zu Lasten des Papstamtes.

      Als Papst Benedikt nach der erkennbar über die Grenzen seiner körperlichen Leistungsfähigkeit gehenden Mexikoreise im Sommer 2012 von dem Atheistenprodukt „ Titanic“ mit einem gelben Fleck auf seiner schneeweißen Soutane vorne und einem braunen hinten mit einer Beischrift, anspielend auf Vatileaks, die Löcher im Vatikan seien gefunden, konfrontiert wurde, und Papst Benedikt XVI. auf eine Anzeige verzichtete, wusste ich, dass sein Rücktritt bevorstand. Seine Rücktrittserklärung gibt unter dem Hinweis auf seine nachlassenden körperlichen Kräfte den wahren Grund für seine Rücktritteentscheidung an. Die Wahl Kardinal Bergoglios zum Papst ist das Ergebnis einer lange vorbereiteten konspirativen Planung der modernistischen St. Gallengruppe, die mit Papst Franziskus die in Deutschland schon lange, unter jesuitischen Vorzeichen geplante Kirchenreform umzusetzen trachtete – unter Hintanstellung der scholastischen Theologie. Nicht umsonst hat das unter der Leitung von Jesuiten stehende Sekretariat der DBK in Bonn den Antrag des Verlags, die in Arbeit befindliche Gesamtausgabe von Thomas von Aquin mit einer Parallelübersetzung ins Deutsche zu versehen, abgelehnt.
      Hinter Papst Franziskus muss man die Probleme in den europäischen Sektionen des Jesuitenordens suchen und nicht im Dogma von 1870.

      Der Präfekt der deutschen Sektion des Jesuitenordens Kiechle SJ hat schon 2010 gemeint, man müsse Papst Benedikt „vor sich selber schützen“. Aus seinem Umkreis verlautete zur gleichen Zeit, Papst Benedikt XVI. „fährt die Kirche an die Wand“. Zu Ostern 2012 sah sich der Jesuitengeneral persönlich während einer Papstmesse unter freien Himmel in Rom veranlasst, Papst Benedikt XVI. „Auge in Auge“ der Treue des weltweiten Jesuitenordens zu versichern. Warum hat man vom Bericht der drei Kardinäle über ihre Vatileaks-Befragungen im Auftrag von Papst Benedikt XVI., den dieser in die Hände von Papst Franziskus gelegt hatte, nichts mehr gehört?
      Sie sind mit Ihrem 1870/71er Mutmaßungen offensichtlich nicht mehr auf der Höhe der Zeit, wertester @ J. G. Ratkaj!

      • Der Kommentar war an Fr. Zeitschnur gerichtet und nicht an Sie. Er fasste kurz das zusammen worüber ich mehrmals bereits mit ihr mich ausgetauscht habe in den letzten Monaten.
        Auf Ihren Blockwart-AgitProp gehe ich nicht ein. Wie ich Ihre Kommentare ignoriere, ignorieren Sie auch meine. Das ist dem Frieden am förderlichsten.

      • @ J. G. Ratkaj
        Sie müssen, weil Sie keine Argumente gegen meinen Kommentar an Sie haben, sagen: „Wie ich Ihre Kommentare ignoriere, ignorieren Sie auch meine“.
        Das Ignorieren meiner Kommentare speziell durch Sie dient der Sache und dem Frieden nicht. Zu Ihrer Information: Ein Kommentar in einem Forum ist an alle Foristen und Mitleser gerichtet, nicht nur an die Person, um die und deren Sache es geht. Daher werde ich Ihre Kommentare auch in Zukunft nicht ignorieren, vor allem dann nicht, wenn Sie, wenn auch indirekt, meine Argumentationsinhalte mitbetreffen.

      • Nachtrag @ J. G. Ratkaj
        Ihre Restbestände aus dem kommunistischen AgitProp-Wortschatz Ihrer ungarischen Vergangenheit behalten Sie gefälligst für sich – in Ihrem eigenen Interesse, wenn Sie sich nicht noch mehr selbstderangieren wollen. Aber bitte, wie Sie wünschen!

  2. Für Alle die in Gottes Heiligen Geist stets allein die Freundschaft mit Ihm suchen wollen, zur Unterscheidung der Geister: Zu diesem bösen (dämonischen) Geist, der hier in diesem Forum immer wieder vorherrschen will, wie leider zur Kenntnis nehmen mußte, zur Unterscheidung: Die SCHADENFREUDE ist allein die DÄMONISCHE FREUDE, auf sie allein ist SATAN (Der TERROR) aus, den das ist SEIN WESEN, er selbst und sein Sinnen. So wie Gott die LIEBE ist und nur auf LIEBE aus ist und SEIN suchen sie ist… Der DURCHEINANDERBRINGER ist der Wegbereiter der Schadenfreude (siehe auch hier manche Postings und jene, die sie vertreten etc.). Die FREUDE im, aus und des HEILIGEN GEISTES aber, hat mit ihr (der SCHADENFREUDE) nicht das Geringste gemein oder mit ihr zu tun. Der Heilige Geist der Freude, ist ein stets fördender und hörender, ein DEMÜTIGER GEIST, die Muttergottes war von IHM ganz und gar erfühlt… Vielleicht hilft das einigen hier, die Geister zu unterscheiden und den dämonischen Geist der Schadenfreude, keine Aufmerksamkeit mehr zu schenken. Ich selber, obwohl ich das also wußte, habe mich hier verleiten lassen und bin in Zorn geraten etc. Es mußte mir durch eine Schwester im Herrn @Astrid Maria, wieder ins Bewusstsein gerufen werden. Für diesen Hinweis Gottes an meine Demut, bin ich Ihm und ihr sehr dankbar! Für diese KOMMUNIO im Heiligen Geist! DANKE! Und Gelobt sei JESUS CHRISTUS!

  3. Die formelle Erklärung des päpstlichen Unfehlbarkeitsdogma war doch zur Notwendigkeit geworden, als klar wurde, daß sich andernfalls die Kirche
    in Lehrstreitigkeiten verzetteln und verheddern könnte. Wenn der Papst kein formelles Primat zur Letztentscheidung hätte, liefe alles letztlich auf Heilsindividualismus zu, mitsamt dem folgenden Chaos. Immer neue Strömungen der Philosopie beeinflussten das Denken „moderner“ Menschen zunächst auf den Hochschulen, später fliesst es (von den einfachen Menschen meist unreflektiert) in die Gesellschaft ein. Daraus resultierten historisch immer wieder scheinbar völlig neue Ansatzpunkte. (welche in Wirklichkeit zumeist in schöner Regelmässigkeit in uralte längst als Irrtum verworfene Lehrgebäude münden) Eine Kirche, die in dogmatischen Fragen keine Letztentscheidung akzeptieren könnte, würde sich letztlich in Selbstauflösung bzw. im Chaos des Heilsindividualismus wiederfinden. Es ist heute längst klar, daß auch die „Entdogmatisierung“ keine Lösung darstellt. Weil letztlich alles vom Kerninhalt des Glaubens (auch in seinen Detailfragen) abhängt, bzw. auf diese immer wieder zulaufen, ob man das möchte oder nicht. Aus dem schlichten Grund, weil nur ein in sich schlüssiges Glaubensgewebe den Glauben auch stärken kann.
    Heute scheint ein „demokratisches Verständnis“ des Glaubens vielen naheliegend, doch stellen sie dabei zunächst die Wahrheitsfrage hinten an
    (man wisse darüber schliesslich zu wenig!?) und folgend, jeder „seinem“ Glauben anhängt. Mit ein wesentlicher Grund für die schleichende Vereinsamung und Heimatlosigkeit des menschlichen Individuums, für sein zunehmend gefühltes Unbehaben, ist die Auflösung gemeinsamer Basis im Denken, im Handeln, folgend in elementaren Fragen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Wenn man sich Heute mit den diversen Denominationen evangelikaler Gemeinschaften unterhält, so sieht man, wohin dies führen würde. Sich wechselseitig und endlos streitende, bekämpfende Schiftverständnisse und Auslegungen. (die sich in nicht wenigen Teilen diametral gegenüber stehen) Als gemeinsame Kirche hätte ein solches „Gebäude“ keine Überlebenschance. Deshalb kann auch für einen amtierenden Papst nur seine eigene Gebundenheit an die wahre Lehre der Kirche in Hermeneutik und Kontinuität seine Richtschnur der Amtsausübung sein. Spielräume kann es dabei nur unterhalb dieser Linie, der bereits erkannten Wahrheiten geben.

    • „Wenn der Papst kein formelles Primat zur Letztentscheidung hätte, liefe alles letztlich auf Heilsindividualismus zu, mitsamt dem folgenden Chaos.“

      Insofern ist es geradezu fahrlässig und vollkommen unnatürlich, dass der päpstliche Jurisdiktionsprimat seit fast 60 Jahren aus Angst vor ökumenischen oder innerkirchlichen Differenzen quasi nicht mehr zur Anwendung kommt. Das trägt ursächlich dazu bei, dass auch innert der katholischen Kirche unterschiedlichste Lehrmeinungen/Auffassungen fröhliche Urständ feiern. Verantwortlich für das Nichtausüben der obersten Hirtengewalt in Glaubens- und Sittenfragen ist die vom II. Vatikanum verbreitete Irrlehre von einer Einheit der Kirche, die unter Ausklammerung oder Subordination der Wahrheitsfrage zu suchen und zu wahren sei. Diese Irrlehre übersieht, dass die Einheit der wahren Kirche Jesu Christi immer besteht, insofern sie in der Wahrheit bleibt. Wer aber Wahrheit nicht in die jeweilige Zeit hinein definiert, beraubt sich selbst des Fundaments für die Einheit und treibt zerstiebend ins All. Diesen Zustand der inneren Auflösung der katholischen Kirche dürfen wir nun seit 50 Jahren hautnah miterleben. Und Bergoglio setzt dem Ganzen nunmehr die Krone auf.

      • @ hicesthodie
        Was Sie über die vernachlässigung des Jurisdiktionsprimat in den letzten 60 Jahren sagen, sehe ich genau so!
        Doch dann sagen Sie sagen einerseits:
        …Diese Irrlehre ( von einer Einheit der Kirche) übersieht, dass die Einheit der wahren Kirche Jesu Christi immer besteht, insofern sie in der Wahrheit bleibt.Dem stimme ich zu, sofern Sie die verschrifteten Grundlagen dieser Wahrheit in der Lehre Jesu, wie sie die apostolischen Augen- und Ohrenzeugen überliefert und die Tradition der Kirche unter Mitwirkung des Heiligen Geistes in ihrem Lehramt bewahrt hat und weiter vertieft hat, meinen.
        Anderseits sagen Sie:
        „Wer aber Wahrheit nicht in die jeweilige Zeit hinein definiert, beraubt sich selbst des Fundaments für die Einheit und treibt zerstiebend ins All“.
        Das klingt für mich insofern befremdlich, als es gerade Kardinal Kasper ist, der die Wahrheit Jesu Christi dem jeweiligen Zeitgeist anpassen will. Sie haben ja an jener Diskussion am 3/4. Oktober 2015 mit @ GW und @ Suarez teilgenommen, wo ich Kardinal Kasper zitierte, der, ausgehend von der Spätdatierung, die geoffenbarte Wahrheit relativierte: Wenn vom historischen Jesus in den späten, nicht authentischen Evangelien keine endgültige Wahrheit Gottes, sondern nur Relatives von Menschen überliefert ist, kann die Kirche keine absolute Wahrheit lehren. Daher ist Wahrheit für ihn nichts Absolutes, sondern ein laufendes „Geschehen“, das man nicht festhalten könne – „auch nicht in Dogmen“.
        Meine Frage: Was meinen Sie mit dem Halbsatz: Wer aber Wahrheit nicht in die jeweilige Zeit hinein definiert,…..“? Denn diese „Notwendigkeit“ würde auch Kardinal Kasper, der in diesen Fragen großen Einfluss auf Papst Franziskus hat, unter Hintanstellung der überlieferten Wahrheit für richtig halten und in etwa so ausdrücken können.

    • @ Feuer und Flamme

      Das, was das Papstdogma versuchte zu definieren, war weder fraglich noch NICHT mehrfach bereits ausgesagt worden. Auf verschiedenen Konzilien und in päpstlichen Schreiben war genau dies, allerdings wesentlich zurückhaltender bereits definiert worden.

      Dass der Papst die Letztentscheidung hat, ist nicht die Frage des Vat. I gewesen.

      Sie verkennen insofern vollkommen das, was damals diskutiert wurde. Es wurde auch, soweit ich den Mansi überblicken konnte, von keinem Bischof die Meinung vertreten, dass der Papst nicht die entscheidende Lehrkompetenz hätte.

      Das führt hier zu weit, aber es gibt ja auch sehr gut recherchierte wissenschaftliche Literatur zum Vat. I – es ging um wesentlich anderes, nämlich um die möglichst große Ausweitung der päpstlichen Entshciedungen, die als „infallibel“ angesehen werden sollen. Der bizarre Ultramontanismus hatte im Prinzip im Schild, ALLES, was Päpste sagen, als unfehlbar definieren zu lassen. Die heftige Debatte bezog sich auf die Grenzziehung, nicht auf das „Ob überhaupt“.

      Ich kann mich zu Ihren restlichen Überlegungen nur wiederholen:

      Sie müssen doch erkennen, dass das Dogma gerade nicht zu dem geführt hat, was es „retten“ sollte: Mit diesem Dogma begann der Zerfall der römisch-katholischen Kirche. Zunächst gabe es noch eine moderate und glückliche Phase mit Leo XIII., der allerdings den super-ultramontanen Kräften bereits ein Dorn im Auge war.

      Deren Bedürfnisse erfüllte dann Pius X. – er bereitete durch seine Administrations- und Diktaturbesessenheit den Boden für die Zerstörung der Kirche von oben her.

      Erst musste man die Kirche total zentralisieren, bevor man sie in den kompletten Abfall von oben her treiben konnte.
      Hätte sich die Kirche dezentrale Strukturen in größerem Ausmaß bewahrt, wäre dieser Abfall nicht so leicht zu erledigen gewesen.

      Ich weiß, dass durch jahrzehntelange Pius X.-Ideologisierung die traditionalistischen Gläubigen nicht mehr in der Lage sind, diese Problematik geistig zu erfassen.
      Das ist wie eine Gehirnwäsche abgelaufen.

      Wenn man man aber nüchtern denkt, sieht man das doch sofort: Nicht die Freimaurer haben den Vatikan usurpiert, sondern die Struktur, die Pius X. geschaffen hat, trägt bereits selbst freimaurerischen Charakter. Das sagte im übrigen auch Kardinal Gasparri beim Heiligsprechungsprozess aus – diese rigide, fast militärische Struktur inklusive eines ebensolchen Geheimdienstes – das war und ist die perfekte Grundlage für die Revolution gewesen.

      Und es kam nicht von Ungefähr – es gab genügend Warner. Dass durch diee Zentralisierung die Revolution in der Kirche herbeigerufen würde, sagte klipp und klar bereits Bischof Ketteler 1870.

      Man muss Ohren haben zu hören und Verstand, die wahren Zusammenhänge zu begreifen.

      Das, was die Kirche stabil hält, ist immer noch ihre übernatürliche Verfassung – nicht die irdische.

      • Ich kenne die konkrete Kirchengeschichte des. 19. Jh.s zu wenig, um sachkundig mitreden zu können, Ihre Beobachtungen scheinen mir aber einige Plausibilität zu haben. Ihre Voreingenommenheit gegen „Verschwörungstheorien“ lässt Sie dann zu der unrichtigen Schlussfolgerung kommen, das Freimaurerregime im Vatikan abzustreiten. Politische, wirtschaftliche, ideologische, propagandistische Geheimbündelei und Verschwörung der Herrschenden in einer Welt, die laut NT „im Argen liegt“, ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Aber Sie haben recht, die totale Zentralisierung der römisch-katholischen Kirche hat das negative Moment (neben dem positiven Moment, das sie auch hatte), die Voraussetzung für ihre Instrumentalisierung durch den Antichrist in der Endzeit zu bilden. Sein anderes Hauptinstrument ist der Islam, die antichristliche Religion par excellence. Beide zusammen machen die halbe Menschheit aus oder mehr. Keine anderen Organisationen können da mithalten, außer dem Judentum, das in dem Spiel aber eine andere Rolle einnimmt. Das dialektische Ausspielen der beiden Weltreligionen gegeneinander mündet ins Reich des Antichrists, der die beiden schließlich zerschlagen wird. Darum ist es auch so wichtig, dass die Katholiken und anderen Christen aufhören, bloß auf ihre Organisationszentren bzw. -spitzen zu starren, und dass sie lernen, sich vom Geist Gottes leiten zu lassen, nicht im Sinne des schwärmerischen bis dämonisierten modernen Charismatismus, sondern so, wie es nach dem Neuen Testament der Regelfall für jeden wiedergeborenen Christen sein soll. Der Heilige Geist wohnt in ihm und er wird von ihm geleitet, oder er ist kein Christ. Nur so, in kleinen, mit dem Herrn Jesus innerlich verbundenen und ihm unbedingt ergebenen Gruppen, werden Christen in der Drangsal nicht in die Falle des Tiers tappen und zum Martyrium fähig sein, das dann von ihnen gefordert wird. (Die Seelen der vielen „Enthaupteten“ unter dem Altar, Offb.).

  4. Ergänzung: Wenn ein amtierender Papst oder auch Bischof sich stellenweise nicht an diese rote Line hält so ist weder dem Papst noch Bischof an der Stelle zu folgen. Gerade die Katholiken müssen in Teilen noch lernen, hier mündiger zu werden. Mir erscheinen sie häufig zu Obrigkeitshörig. Ein Bischof oder Papst, ist eben kein Monarch, sondern Diener des Glaubens und „Hirte der Herde“. (was ihn Heutzutage wohl oft in eine Glaubwürdigkeitskrise bei den Gläubigen bringt, ist seine Rolle in der weltweiten Diplomatie. Hier geht es auch Darum, Druck von aussen von der Herde zu nehmen…sie aus der Schusslinie zu nehmen, um dadurch „Spielräume“ zu gewinnen. )

    • Sie irren in dem Satz „Ein Bischof oder Papst, ist eben kein Monarch, sondern Diener des Glaubens und „Hirte der Herde“.

      Das versuche ich hier den wirklich völlig blinden oder verbelndeten katholiken klarzumachen: Doch, spätestens seit dem Vat. I. ist der Papst ein Supermonarch, ein absolutistischer Monarchen-Despot nach den Konzepten des 18. Jh und nach ihm, als Vasallen, die Bischöfe in den Diözesen. das ist nun mal die rchtliche Struktur!

      Das ist ja auch der Grund, warum weltliche Fürsten hier ein Wort mitreden wollen – eben wegen dieses weltlichen Machtanspruchs, den sie nicht einschätzen können.

    • Werte @ anjali jain!
      Was heißt „Unser“? Ist Ihr, das heißt, der für Sie ganz persönlich zuständige holländische Bischof gestorben oder davongelaufen? Nein? Dann brauchen Sie nicht zu klagen, denn Ihr Bischof ist Ihr ganz persönlicher Hirte. Niemand anderes! Darum gibt es ja weltweit rund 2500 Bischöfe, die sich um die in Ihren Diözesen anvertrauten Herden zu kümmern haben!
      Und werden Sie nicht melodramatisch: Schafe verschiedener Herden tragen hier Differenzen aus. Jedes Schaf wird überleben – wenn auch nicht ganz ungeschoren davonkommen!

      • @Sophus: Ja, auch unser Bischof von Den Bosch ist schon vor einiger Zeit zurueckgetreten aus Gesundheidsgrunden und wir haben noch keinen neuen! Da auch hier in der Niederlanden die Kirche zerstritten ist. Aber diesen Hirten meinte ich natuerlich nicht.

  5. Danke @ Feuer und Flamme
    Ihr hervorragender Kommentar gegen die hier grassierenden, destruktiven Individalanschauungen gegenüber der römisch-katholischen Kirche, die noch vor 20 Jahren im begrenzten Horizont eines Stammtisches ihren Platz haben konnten, im Internet aber nicht „um des lieben Friedens Willen“ unwidersprochen bleiben dürfen, kommt in diesem Diskurs hier gerade zur rechten Zeit! Ihre ersten beiden Sätze erhellen die Notwendigkeiten von 1870/71 und des Antmodernismus vom hl. Papst Pius X. noch sehr deutlich.
    „Die formelle Erklärung des päpstlichen Unfehlbarkeitsdogma war doch zur Notwendigkeit geworden, als klar wurde, daß sich andernfalls die Kirche in Lehrstreitigkeiten verzetteln und verheddern könnte. Wenn der Papst kein formelles Primat zur Letztentscheidung hätte, liefe alles letztlich auf Heilsindividualismus zu, mitsamt dem folgenden Chaos“.

    Und die bereits pluralistisch-chaotisch agierenden Neomodernisten auf den Lehrstühlen fordern mehr: In der vor kurzem abgehaltenen Theologenkonferenz in München wurde wieder einmal unter Beisein von deutschen Bischöfen, darunter Kardinal Marx, der Anspruch auf ein „theologisches Lehramt“ erhoben. Und das von Theologieprofessoren, die in ihrer aufgeklärten Begrenztheit von den 27 Schriften des Neuen Testaments nur 7 einigermaßen richtig datieren können. Die restlichen 20 viel zu spät datierten Schriften verankern sie in unhistorischen „Lebensrealitäten“ und ziehen daraus notwendigerweise grundfalsche Schlüsse. Das wären schöne Irrlehren, die ein solches, schon in der Exegese irrendes „theologisches Lehramt“ unter dem Beifall der Welt dem römisch-katholischen Lehramt aufzudrängen bereit wäre – ganz im Sinne der Welt und ihres Zeitgeistes!

    • @sophus 13. FEBRUAR 2016 UM 11:38
      „Die historische Forschung ist sich weitgehend einig, dass der Jesus, wie ihn die Kirchen verkündigen und wie er teilweise schon in der Bibel verkündet wird, so niemals existiert hat.“
      Sie haben vollkommen Recht. Eine Frage an Sie als Historiker, sind eigentlich jemals die Thesen von Abelard Reuchlin wissenschaftlich untersucht und ausgearbeitet worden, und falls ja von wem? Es handelt sich dabei um sehr abstrakte Theorien über die Entstehung der Evangelien ohne jegliche Beweisführung seitens Reuchlin. So abstrakt Reuchlin aber auch sein mag die Kompassnadel weist bei ihm definitiv in die richtige Richtung, bezüglich Labarum und dem „C/-43 K1 Komet“ und wer Jesus wirklich war. Der Name Jesus ist rein kabbalistischer Natur und hat nichts mit der historischen Person zu tun, daher müssen auch definitiv kabbalistische Gehversuche wie sie Abelard Reuchlin anhand kabbalistischer Techniken unternahm respektiert und berücksichtigt werden von der Wissenschaft. Wenn der Protagonist Jesus schon eine kabbalistische Schöpfung ist wieso nicht die Autoren auch? Der Apfel fällt ja nicht weit vom Stamm.

      • Anmerkung:
        Die Bezeichnung „Jesus als kabbalistische Schöpfung“ bezieht sich auf die Namensgebung nicht auf die Person als solches.

      • Werter @ heINRIch
        Sie haben mich leider missverstanden!
        Sie zitieren den Autor der von mir angesprochenen Gegenrezension zu seinem eigenen Buch, nicht mich, wenn Sie sagen: „Die historische Forschung ist sich weitgehend einig, dass der Jesus, wie ihn die Kirchen verkündigen und wie er teilweise schon in der Bibel verkündet wird, so niemals existiert hat.“ Da ich im Gegensatz zu diesem Autor von der Richtigkeit der kirchlich tradierten Frühdatierung und damit von ihrer nachweisbaren Historizität ausgehe, befasse ich mich nicht mit kabbalistischen Deutungen der Evangelien, die nur auf der Basis der Spätdatierung möglich sind, welche die Autorenschaft von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes ausschließt und damit neue Spielwiesen für Jedermann eröffnet hat. Der historische Jesus, hingerichtet zum Pascha-Fest des Jahres 30, ist als historische Person auch außerhalb der Evangelien bezeugt und steht damit der Geschichtswissenschaft als „kabbalistische Schöpfung“ nicht zur Verfügung. Aber vielen Dank für die Frage.

      • @sophus

        Danke für die Klarstellung bezüglich des angesprochenen Satzes. Nur zur Klarstellung meinerseits die kabbalistischen Ausarbeitungen Abelard Richelins sind nicht inhaltlich auf die Evangelien gesetzt, sondern speziell auf deren Autorenschaft und die Herkunft der Evangelien. Beobachtet man die kirchliche Geschichte genauer ist sie seit 2000 Jahren im Kampf mit sich selbst am schwersten beschäftigt und sämtliche Absplitterungen kommen ja bekanntlich aus der Kirche. Ich finde Abelard Richelins Theorie bestätigt diesen Kampf und erklärt seine eigentlichen Ursachen sehr gut, erschreckend ist eigentlich das jüdische Rabbiner Richelin mit ihren antichristlichen Aussagen über ihren Kampf gegen Rom damit bestätigen. Die diegetische Transposition der Evangelien liefert eigentlich den Schlüssel zu der Täuschung die fabriziert wurde, man kann nicht einfach das Labarum, den Komet oder den Heiligen Konstantin den Großen aus der Geschichte tilgen. Sieht man Aussagen jüdischer Rabbiner über ihre Bekämpfung Roms dann ist ganz klar das seit 2000 Jahren ein Kampf getätigt wird gegen die Kirche dessen Ausmaß und die Konsequenzen für den Laien beider Religionen unvorstellbar sind aber das klar aufzeigt wie viel bald in der Welt zerstört wird, dann würde die Wahrheit alles vernichten und es gäbe einen gigantischen Krieg direkt folglich wie es ihn nie in der Geschichte der Menschheit zuvor gegeben hat – und genau dies ist prophezeit.

  6. Werter @ heINRIch
    Sie haben mich nun doch neugierig gemacht.Sicher gibt es öffentlichkeitssüchtige Autoren, die die Evangelien ins 2. Jahrundert datieren und aus dieser Falschdatierung „Kapital schlagen“ wollen. Doch dagegen stehen die Forschungsergebnisse des Wiener Handschriftenspezialisten Prof.Dr.Karl Jarós, der alle Handschriftenfragmente zu den Evangelien weltweit untersucht und datiert hat und dadurch auch von dieser Seite her die Richtigkeit der apostolischen Frühverschriftung bestätigt. Prof. Jaròs hat zur Thematik zwei Bücher veröffentlicht: „Das Neue Testament und seine Autoren“ UTB 2008 und „Die synoptische Tradition“, Böhlau 2010.

    • Vielen Dank, Ihre Verweise sind hochinteressant und ich werde mich damit eingehend befassen. Wie gesagt es gibt rabbinische Aussagen wonach die Rabbiner die Schriften beeinflusst haben und damit den historischen Tatbestand verwischt hätten, und seltsam ist und da kommt kein Katholik drum herum, dass die Pater das Labarum, den Kometen der für 7 Tage (7=Zahl Gottes) am Himmel stand während das Kreuz in Rom (!) errichtet wurde auf dem Messgewand verwenden. Über den Heiligen Konstantin den Großen sagte der Rabbiner Dr. Eli Ravage sinngemäß Konstantin sei vor den Rabbinern eingeknickt und hätte nicht vollkommen geschafft die Wahrheit wiederzuerrichten, doch Konstantins historisches Zeugnis strahlt als Sidus Iulium/Labarum durch den finsternen Rauch der ins Heiligtum einbrach. Die ganze Osterliturgie existierte schon lange vor dem Jahre Null, das Hochfest der Christen überhaupt!!! Selbst die Katharer feierten am 15.Nissan/15.März/ Iden des März das Osterfest, einen Tag vor Kapitulation der berüchtigt bekannten Festung Montsegur. Das bedeutendste historische Schriftwerk welches wohl wirklich Licht ins Dunkel bringen könnte ist leider verschwunden, das Hauptwerk von Gaius Asinius Pollio, sogar Plutarch und Sueton greifen darauf zurück. Wissenschaftlich gibt es denke ich noch viel zu entdecken, der Glaube selbst steht, selbst wenn er in falsche Gewänder gesteckt worden sein sollte so ist der Inhalt aber unverändert rein, außerdem haftet das Papsttum nicht für die Wissenschaft sondern für den Glauben. Wenn das alles so sein sollte, erscheint Jesu Aussage zu Petrus „Was geht es Dich an“ bezüglich Johannes in einem neuen Licht, denn dann hätte Caesar zu Marcus Antonius gesprochen bezüglich Octavian, demnach wäre das zweite Triumvirat von Caesar gewollt gewesen, Trennung von Staat und Kirche als Schutz vor einem Antichristen der alles auf einem Thron verkörpert so wie es die Juden gerne hätten. Es gibt sogar eine traditionelle katholische Kirche in Frankreich, wo auf dem Hochaltar(!) Cleopatra mit ihrem langen wallenden roten Haar abgebildet ist,viel zu viel deutet in die gleiche Richtung das man nicht einfach von „Zufall“ reden kann.

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