Priesterzölibat „nach dem Vorbild Christi“ – Kardinalstaatssekretär: „Man kann darüber reden, aber ohne Eile“

Tagung über den Priesterzölibat an der Gregoriana
Tagung über den Priesterzölibat an der Gregoriana

(Rom) An der Päpstlichen Universität Gregoriana fand in der vergangenen Woche eine hochkarätig besetzte Tagung zum Thema Priesterzölibat statt. Vom 4.-6. Februar wurde über den Zölibat als konstitutives Element des Priestertums gesprochen und dieser verteidigt. Die Planung zur Tagung begann noch in der letzten Zeit des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. Durchgeführt wurde sie nun zu einem Zeitpunkt, da es rund um Papst Franziskus rumort und eine Reihe von Gesprächspartnern des Papstes behaupten, er denke daran, den Priesterzölibat, den in der zweitausendjährigen Geschichte der Christenheit nur die lateinische Kirche verwirklichen und bewahren konnte, aufzugeben. Mit besonderer Spannung wurden daher das Eingangsreferat von Kurienkardinal Marc Ouellet, Präfekt der Bischofskongregation und das Schlußreferat von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin erwartet.

Beide verteidigten in ihren Ausführungen den Priesterzölibat energisch und führten dafür eine Fülle theologischer Argumente an. Der Priesterzölibat habe sich trotz der Herausforderung und mancher Schwierigkeiten auch in der Praxis bewährt.

„Tradition des Priesterzölibats geht bis auf die Apostel zurück und folgt dem Vorbild von Jesus Christus“

Kardinal Ouellet gründete seine Ausführungen auf das Neue Testament und das Vorbild Jesu Christi, von dem sich der priesterliche Zölibat herleite. Er bestätigte allerdings, daß die Frage auch nach 2000 Jahren „noch immer kontrovers“ gesehen werde.

„Die kirchliche Tradition des Zölibats und der Enthaltsamkeit der Kleriker ist nicht am Beginn des 4. Jahrhunderts als etwas Neues entstanden, sondern war vielmehr – sowohl im Osten wie im Westen – die Bestätigung einer Tradition, die bis auf die Apostel zurückreicht. Als das Konzil von Elvira in Spanien 306 bestimmte, daß die Priester die Pflicht haben, in perfekter Enthaltsamkeit zu leben, gilt es zu verstehen, daß diese Notwendigkeit der Kirche in den frühen Jahrhunderten sowohl den Zölibat und das Verbot wieder zu heiraten als auch die perfekte Enthaltsamkeit für jene, die bereits verheiratet sind, umfaßte.“

Kardinal Marc Ouellet, Präfekt der Bischofskongregation
Kardinal Marc Ouellet, Präfekt der Bischofskongregation

Mit noch größerer Spannung wurden die Ausführungen von Kardinalstaatssekretär Parolin erwartet. Als der damalige Nuntius im September 2013 von Papst Franziskus an die Spitze der Römischen Kurie berufen wurde, betonte er in einem Interview auffällig die Tatsache, daß der priesterliche Zölibat „kein Dogma“ sei und daher „diskutiert“ werden könne. Als institutionell höchstrangiger Mitarbeiter von Papst Franziskus und von diesem persönlich ausgewählt, kommt seinen Aussagen besonderes Gewicht zu.

Kardinalstaatssekretär Parolin: „Man kann reden, aber ohne Eile und konstruktiv“

Der Kardinalstaatssekretär war es dann auch, der in seinem Referat, mit dem die Tagung abgeschlossen wurde, die Tür verhältnismäßig am weitesten in Richtung möglicher Ausnahmen öffnete. Die Tür zu Ausnahmen war bereits vom Zweiten Vatikanischen Konzil aufgetan worden. Die sichtbarste Erscheinungsform dafür sind seither in der lateinischen Kirche ständige Diakone, die zum Zeitpunkt der Diakonatsweihe verheiratet sein können. Diese sogenannten „viri probati“ gelten manchen seither als „Vorstufe“ zur Zölibatsaufhebung nach dem Beispiel der griechischen Kirche.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin

Die Ostkirchen haben den Zölibat nicht durchgehalten und weitgehende Ausnahmen gestattet. Die Bischöfe und Mönche leben zölibatär, während der Diözesanklerus verheiratet ist. Das hat zur Folge, daß alle Bischöfe dem Mönchstum entstammen. Wer zum Zeitpunkt der Weihe verheiratet ist, kann es als Weltpriester bleiben. Nach der Weihe ist auch in der Ostkirche eine Heirat oder eine Wiederheirat ausgeschlossen. Ein innerkirchlicher Aufstieg ist für den verheirateten niederen Weltklerus allerdings nicht möglich.

Wörtlich sagte Kardinal Parolin:

Der Zölibat ist eine Berufung, der in der lateinischen Kirche als besonders angemessen für jene gesehen wird, die zum priesterlichen Amt gerufen sind. Die zölibatäre Spiritualität des Presbyters ist ein „positiver“, konstruktiver Vorsatz, der darauf abzielt, daß das Volk Gottes immer von der Gefahr der Korruption und der Verbürgerlichung radikal freie Hirten hat.

Und weiter:

Die Höhe anzuerkennen, die dieser Vorsatz mit sich bringt, macht ihn aber nicht exklusiv, wie das Zweite Vatikanische Konzil in Presbyterorum ordinis sagte, indem es erklärte, daß er „nicht vom Wesen des Priestertums selbst gefordert (ist), wie die Praxis der frühesten Kirche und die Tradition der Ostkirchen zeigt, wo es neben solchen, die aus gnadenhafter Berufung zusammen mit allen Bischöfen das ehelose Leben erwählen, auch hochverdiente Priester im Ehestand gibt“.

Und ebenso:

Die katholische Kirche hat den Ostkirchen die zölibatäre Entscheidung nie aufgezwungen. Andererseits hat sie auch im Laufe der Geschichte Ausnahmen erlaubt wie im Fall von verheirateten lutherischen, calvinistischen oder anglikanischen Hirten, die – in die katholische Kirche aufgenommen – eine Dispens erhielten, um das Weihesakrament empfangen zu können. Das geschah bereits während des Pontifikats von Papst Pius XII. 1951.

In jüngster Zeit hat 2009 das Motu proprio Anglicanorum coetibus von Papst Benedikt XVI. die Errichtung von Territorialordinariaten der lateinischen Kirche erlaubt, wo zu katholischen Priestern geweihte, ehemalige anglikanische Pastoren ihr Amt ausüben.

Im Gefolge der massiven Emigration der Katholiken aus dem Nahen Osten hat Papst Franziskus 2014 mit dem päpstlichen Dekret Praecepta de clero uxorato orientali den verheirateten orientalischen Priester erlaubt, in den christlichen Gemeinschaften der Diaspora und damit auch außerhalb ihrer historischen Gebiete zu wirken, indem er bisherige Verbote aufhob.

In der aktuellen Situation wurde dann häufig eine Art „sakramentaler Notstand“ durch den Mangel an Priestern betont, besonders in einigen Gegenden. Das hat von mehreren Seiten die Frage nach der Eventualität aufkommen lassen, die sogenannten „viri probati“ zu weihen.

Wenn die Problematik auch nicht unbedeutend scheint, ist es aber sicher nicht angebracht, übereilte Entscheidungen und nur aufgrund von Dringlichkeiten zu treffen. Dennoch ist es auch wahr, daß die Notwendigkeiten der Evangelisierung, zusammen mit der Geschichte und den vielfältigen Traditionen der Kirche, die Möglichkeit zu legitimen Debatten offenläßt, wenn sie von der Verkündigung des Evangeliums motiviert sind und auf konstruktive Weise geführt werden, wobei immer die Schönheit und Höhe der zölibatären Entscheidung zu bewahren ist.

Der Zölibat ist ein Geschenk, das es erfordert, mit freudiger Ausdauer angenommen und gepflegt zu werden, damit es wirkliche Früchte bringen kann. Um ihn gewinnbringend zu leben, ist es notwendig, daß jeder Priester sich das ganze Leben lang ständig als Jünger auf dem Weg fühlt, der manchmal der Wiederentdeckung und der Stärkung seiner Beziehung zum Herrn bedarf und auch der „Heilung“.

Das Referat von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin „Der in persona Christi geweihte Priester“ in voller Länge (italienisches Original).

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL/Chiesa e postconcilio/kairosterzomillennio (Screenshots)

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Galilei
In der Erzdiözese Wien gibt es an die 200 ständige Diakone, von denen der Großteil verheiratet ist. Ich kenne einige persönlich und weiß, dass ein beachtlicher Teil jederzeit bereit wäre, sich zum Priester weihen zu lassen, wenn nicht die Ehe das Hindernis wäre. Einer wurde vor einiger Zeit (weil seine Frau gestorben ist – soll man vielleicht noch dazu sagen: Gott sei Dank?) zum Priester geweiht. Werden hier nicht Berufungen zum priesterlichen Dienst mutwillig verhindert? Ich halte es für fahrlässig und den Willen Gottes missachtend, diese Weihen nicht zu ermöglichen. Wir hätten mit einem Schlag wahrscheinlich an die 100 Priester… weiter lesen »
Lioba
@galilei Ganz und gar nicht werden Berufungen durch den Zölibat „verhindert“. Wenn Sie genau nachdenken, werden Sie das selbst erkennen. Was ist das für eine Berufung, wenn ein „Berufener“ sagt, ja schon, aber… Die Frau ist ihm dann eben wichtiger. Damit fehlt die letzte Bereitschaft zur Nachfolge im Priestertum. Die Orthodoxen wissen genau, was eigentlich gefordert wäre, haben aber der menschlichen Schwäche nachgegeben. Ihr Gedanken ist menschlich verständlich: Priestermangel, wie fülle ich die Reihen. Ohne Zölibat ist das Priestertum ein „Job“ wie andere, ein besserer Sozialarbeiter mit Beamtengehalt und dann geht man in Pension. Und wenn die Arbeitslosigkeit zunimmt, füllen… weiter lesen »
Galilei
Ich weiß nicht, wieso Sie auf die absurde Idee kommen, dass der Zölibat das „Sieb“ für die richtigen Berufungen ist, der Prüfstein, ob es jemand ernst meinst oder nicht. Und wieso soll die geistliche Dimension fehlen und es ein Job wie jeder andere sein ohne Zölibat? Diesen Gedanken kann ich nicht folgen. Der Zölibat hat seinen Ursprung in den Aussagen Jesu: Wer es fassen kann, der fasse es. Jesus hat aber keine zölibatären Männer als Apostel gewählt! Und die Durchsetzung des Zölibats in der westlichen Kirche ruht auf dem Begriff der „Kultischen Reinheit“. Der hat aber mit der Botschaft Jesu… weiter lesen »
Lioba
@Galilei Diesem Gedanken können Sie sogar sehr gut folgen, wenn Sie sich ernsthaft mit der Frage beschäftigen und bereit sind, auch ihre derzeitige Zufallsmeinung in Frage zu stellen. Der Zölibat ist ein geniales Sieb, weil er durch 2000 Jahre Kirchengeschichte bestätigt wird. Für mich, verheiratet, war das nie ein Verständnisproblem, sondern immer sonnenklar. Vielen Menschen fehlt dieses Verständnis für den Zölibat „um des Himmelreiches willen“. Vielen fehlt auch das Verständnis für zahlreiche Glaubenswahrheiten, das ist kein Grund für die Kirche daran etwas zu ändern (was ohnehin unmöglich ist). Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dass die Kirche diese Frage endlich… weiter lesen »
Emma

Es gibt fast keine größere Zumutung als verheiratete Diakone!!!

Herr verschone uns vor allen Verheirateten am Altar!!!

Jean-Marie

@Emma: Entschuldigung, aber ihre zwei wenigen Sätze lassen auf ein Menschenbild schließen, das ich mit meinem christlichen Glauben nicht mehr vereinbaren kann… Der Diakonat auch für Verheiratete wurde im VAT II wiederbelebt… wer dies schon nicht akzeptieren will oder gar belächelt… der soll besser gehen!

Adrien Antoine
@Galilei, Die Charismen eines Priesters und eines Diakens sind unterschiedlich. Es ist ein vielkolportierter Unsinn daß die Priesterweihe von Diakens die schwierige pastorale Situation der nachkonziliären Zeit bessern würde. Das Charisme des Priesters ist anders als das eines Diakens, und ebenso anders als das einer Schwester, einer Nonne, eines Fraters und eines Mönchs. Diakens sind keine Hilfspriester zweiter Klasse, ebensowenig als ein Bruder minderwertig ggb. eines Paters ist. Im Bistum brügge, o der ex-Bischof vanGheluwe sehr viel Diakens weihte, darunter sehr viel psychisch merkwürdige Figuren, hat man im Augenblich gewaltig viel Probleme: die Familien und die Nachkommen der Diakens sind… weiter lesen »
Galilei

Natürlich sind die Charismen für Diakonat und Priesteramt unterschiedlich. Aber die Diakonatsweihe ist nun einmal die erste Stufe des Weihesakramentes. Und jeder Priester war einmal Diakon. Wenn er nur die Charismen für einen Priester hätte, hätte er nicht Diakon sein dürfen. Und niemand kann von vornherein behaupten, Diakone hätten kein Charisma für das Priesteramt.
Ihre Schilderung eines Einzelfalles eines Diakons ist für das, was Sie daraus schließen, in höchstem Maß unseriös. Solche Fälle gibt es und sie hängen weder am Amt noch auf der Lebensform. Daraus ein Argument für den Priesterzölibat zu konstruieren ist schlechtweg völlig unlogisch.

hicesthodie
@Adrien Antoine: Sehen Sie, das ist es doch, was all diese Zölibatsaufhebungsromatiker nicht sehen oder sehen wollen: mit der Abschaffung des Zölibats für Kleriker würde ja nicht nur der Priester, der in die besondere Christusnachfolge gerufen ist und der in der Eucharistie ad personam Christi handelt, Weisung und Beispiel Jesu Christi aufgeben und sein Gesalbtsein zum Priestertum gänzlich in die weltliche Ebene eines Ehemanns und Kindsvaters auflösen. Es träten dann auch genau jene moralischen Konflikte auf, wie wir sie von den Gmeindeleitern der Protestanten hören und sehen. Nicht nur, dass Priesterkinder zeitlebens psychisch durch ihre Vorbildfunktion, Kind eines Pfarrers zu… weiter lesen »
Adrien Antoine

Werter @hicesthodie,
Ihren Ausführungen kann ich mich nur anschließen.
Fantastisch formuliert!

fede speranza carità

Sehr gut, @Lioba! Sie schreiben die Wahrheit. Hat mich sehr gefreut, solche Worte zu lesen.

Dank sei Jesus für den Zölibat, denn dieser ist heilig und ermöglicht die vollkommene Hingabe an Gott.

Und überhaupt:

Wer sind wir eigentlich, mehr und besser wissen zu wollen, als Jesus Selbst?

carlo
Auch ich kann Lioba sehr gut folgen. Wie zutreffend es ist, dass der Zölibat manchen nicht nur „ein Ärgernis“ ist (und schon immer war), sondern umgekehrt geradezu krankhaften Aktivismus auszulösen vermag, sieht man allein daran, dass bspw. die Machthaber der Französischen Revolution Priester generell zur Ehe ZWINGEN wollten. Wer nicht müde wird, sich mit der langweiligen Relativierung zu begnügen, dass es sich dabei doch „bloß um ein Kirchengesetz“ handele, möge mal die uralte Definition „Sacerdos Alter Christus“ vor dem Hintergrund dessen lesen, was zum Wesen der Eheleute durch Mose gesprochen und durch den Herrn ausdrücklich bestätigt worden ist: Matthäus 19:4… weiter lesen »
anjali jain

Ichb will keine Sakramente empfangen von einen verheirateten „Priester“, und ich werde auch nicht mitzahlen an seinem Gehalt. Das ist doch eine Art von Protestantismus!

defendor

Pater Alban Cras von der Petrus-Bruderschaft hat eine vortreffliche Abhandlung über den Zölibat geschrieben.
Seine gleichsam Kernaussage:
-
[….]
„Den Zölibat aufgeben hieße, auf den Druck des Zeitgeistes hin zu verkünden, dass die Gnade unzureichend ist, dass sie nicht dazu befähigt,
ein übernatürliches Leben zu führen.
Die Folgen wären katastrophal:
Der Geist würde vor dem Diktat der leiblichen Bedürfnisse kapitulieren.
Der „alte Mensch“ trüge seinen Sieg über den getauften Menschen davon,
und letztendlich würde es sich um einen Sieg des Heidentums über das Christentum handeln.“
[….]
-

martin eisel

@Defendor : Was bitte soll denn ein übernatürliches Leben sein , freuen
wir uns doch an den natürlichen Gaben die wir haben ?!
Aus übernatürlich wird dann doch leicht unnatürlich .
Dass der Geist vor den leiblichen Bedürfnissen kapituliertist reine
Klerikerspeak .Warum sind wir denn mit Leib und Sinnen erschaffen , wenn
die Freude am Leiblichen Tabu ist .Was der Herr Cras schreibt , ist Krass
und das komisch zu finden hat nichts mit „Zeitgeist“ zu tun , sondern
diese Befremdlichkeit zieht sich durch alle Jahrhunderte hindurch .

.

Leo Laemmlein

Sehr geehrter @ martin eisel,
ohne die heiligmachende Gnade, die eine übernatürliche Gabe ist, kann niemand zu Gott gelangen.
Deshalb braucht es die Übernatur.
Diese wird dem Menschen geschenkt durch den Glauben (und die Taufe).
Der natürliche Mensch kann nicht das übernatürliche Endziel erreichen, das Gott ihm gesetzt hat.
Das ganze Christentum ist Übernatur.
Ein bloß natürliches Christentum ist keins.

Jean-Marie
@Lioba: Entschuldigung aber ihre Ausführungen klingen so negativ und unkonstruktiv, dass genau ist doch das Problem in der Diskussion! Sie erzählen von irgendwelchen negativen Erfahrungen u. a. aus dem protestantischen Bereich und übertragen diese ins Allgemeine! Das bringt uns nicht weiter! Außerdem kann ich ihren Beiträgen kein Fünkchen an Wertschätzung für das Sakrament der Ehe erkennen – Entschuldigung es ist ein heiliges Sakrament! Von ihnen könnte man ja meinen sie sehen die Ehe nur negativ oder ein weltlich Ding wie Luther! Auch der Zölibat ist heilig und war die Lebensform Jesu – keine Frage! Aber ich sehe es wie Paulus,… weiter lesen »
Lioba
@Jean-Marie Da haben Sie mich aber gründlich missverstanden (oder nicht gelesen: Nichts von dem „Negativen“, das sie gelesen haben wollen, entspricht meiner Meinung. Sagen Sie es doch ehrlich raus: Sie sind gegen den Priesterzölibat und möchten ihn gerne abschaffen, deshalb passt Ihnen meine Verteidigung nicht. Ich finde den Zölibat grossartig und sage das jedem, der an ihm herummotzt.Warum: Weil er direkter Ausdruck des Lebensstandes unseres Herrn Jesus Christus ist. Mich nervt das ewige Rumgenörgle am Zölibat, das ich seit meiner Kindheit anhören muss. Kein Wunder, dass es wenige Berufungen gibt, wenn das zölibatäre Priestertum ständig negativ gemacht wird. Berufung zum… weiter lesen »
Michael
Ich kenne leider keinen einzigen verheirateten Diakon, der eine vorbildliche Ehe führt und noch dazu seinen Dienst an den Armen und Benachteiligten, für die der Diakon ja in erster Linie geweiht wird, zufriedenstellend ausübt. Würden die Diakone vorbildliche Ehemänner sein, würden sie mindestens fünf Kinder ihr eigen nennen und hätten als treu sorgende Familienväter ueberhaupt keine Zeit für den Diakonatsdienst. So ueben sie eben beide Berufungen nur sehr oberflächlich aus und vernachlässigen in erster Linie den Dienst an der eigenen Familie. Fleischliche Lust und der Dienst am Altar gehen nun mal nicht zusammen, und deshalb verlangt die Kirche auch von… weiter lesen »
Jean-Marie
@Redaktion: ich finde es schade, dass das Statement von Kardinal Ouellet nicht genannt wird: Kurienkardinal Ouellet: Zölibat kein Dogma Bei der gleichen Konferenz an der Päpstlichen Gregoriana-Universität betonte der kanadische Kurienkardinal Marc Ouellet, der Präfekt der Bischofskongregation: „Man könnte sich auch für die lateinische Kirche durchaus vorstellen, dass eine andere Lebensform, nämlich die Ehe, mit dem priesterlichen Dienst verbunden wäre.“ Die Kirche habe dies nämlich nie auf die dogmatische Ebene erhoben. Vielmehr habe sie den pastoralen Wert dieser Verbindung betont, der in dem Dienst die exklusive, ewige und totale Entscheidung für die einzige und ewige Liebe zu Christus sieht. Aber… weiter lesen »
Severin

Würde die lat. Kirche das Zölibat aufgeben, würde sie ihr ureigenstens Wesensmerkmal verlieren und dürfte sich nicht mehr katholisch nennen.
Die Folgen für die Gesamtkirche wären verheerend: Der eh schon stark verwüstete Weinberg des Herrn würde zum Trümmerfeld aller Häresien werden!

Marienzweig
@Lioba, am 10. Februar 2016 um 13:48 Ihre Verteidigungsrede zum Priesterzölibat möchte ich gerne noch mit einem Gedanken unterstützen. Wenn ich heirate und tief im Innersten weiß, dass es nur dieser eine, nur dieser ganz spezielle Mann sein kann, mit dem ich mein künftiges Leben teilen möchte, gebe ich das Treueversprechen am Altar doch aus tiefer Überzeugung und aus dem Willen heraus, es auch einzuhalten – in guten Lebensphasen wie auch in schwierigen. Das in Freiheit gegebene Treueversprechen am Altar ist dann nicht nur so dahergesagt, es ist ein Bund. „Ein Bund für´s Leben“ sagte man früher. Weiß sich ein… weiter lesen »
Jean-Marie
@Lioba: leider hab ich keine Zeit mich im Details mit Ihnen auseinander zu setzen! EINES möchte ich jedoch noch festhalten, weil es eine grundlegend falsche Annahme ist: JEDER Mensch hat grundsätzlich die Berufung zur Ehe, das ist in die Natur des Menschen hineingelegt, dass er sich nach Ehe und Familie sehnt, auch der Priester. Das Zölibat ist eben eine übernatürliche Berufung, dass die natürliche aber nicht auslöscht… sonst hätten wir ein schöpfungstheologisches Problem! Jeder der sich zum Zölibat berufen sieht, soll es tun… aber ohne Zwang, weil er sonst die Berufung zum Priester nicht leben könnte… Eine Entscheidung für Ehelosigkeit… weiter lesen »
Adrien Antoine
@Jean-Marie, Sie irren. Es gibt keinen größeren Unsinn als zu glauben, daß jeder Mensch grundsätzlich die Berufung zur Ehe hat. Sehr viel Unglück ist schon entstanden, weil Personen einen Ehebund schlossen, ohne fest davon überzeugt zu sein. Darüberhinaus gibt es auch Naturen, die homophil veranlagt sein und dies auch in hs Taten umsetzen; die haben jedoch nicht immer vor eine feste Verbindung bis zum Tode einzugehen. Da gibt es in Nordbelgien eine ellenlange Reihe ähnlicher Personen; besonders auffallend- ja knetterjeck- ist hier Tom Schellekens, erst Student der Sexuologie und Psychologie an der Uni Löwen, dann Seminarist für Antwerpen: direkt vor… weiter lesen »
Paulus
Gott hat den Menschen als Mann und Frau erschaffen und deshalb hat jeder die Veranlagung für die Ehe. Ehe ist demnach keine Berufung, sondern eine natürliche Veranlagung, die in jeden Menschen hineingelegt ist. BERUFUNG aber ist ein HERAUSRUFEN aus der natürlichen Veranlagung in eine neue SEINSWEISE hinein. Das hebräische Wort, das in den Evangelien für die Berufung der Apostel benutzt wird, macht deutlich, dass es sich dabei um eine NEUSCHOEPFUNG in VOLLMACHT handelt, etwas vorher nie Dagewesenes! Wer den gottgeweihten Zölibat immer und immer wieder in Frage stellen muss, hat ueberhaupt nicht kapiert was ein katholischer Priester im Wesentlichen (in… weiter lesen »
bellis
Ganz praktisch: Fragen Sie einmal den Hl. Pfarrer von Ars, ob er Zeit hätte für Frau und Kinder? Es ist mir völlig unverständlich, warum das zölibatäre Leben immer als „kaum lebbar“ angesehen wird. Jeder, der nicht verheiratet ist, ist zum „zölibatären Leben“ verpflichtet. Ich kenne viele junge Männer und Frauen, die ob der verdorbenen Jugend heute noch mit über 30 Jahren keine anständige Freundin finden konnten, die zölibatär leben. Ich kenne viele Geschiedene, die zölibatär leben. Auch in der Ehe muss zeitweise zölibatär gelebt werden. Wo ist das Problem? Vielleicht in der Versexualisierung unserer Gesellschaft, in den pornographischen Medien, in… weiter lesen »
Galilei

Ich möchte für alle, die hier so vehement den Zölibat für Priester verteidigen, auf eines meiner Argumente weiter oben nochmals eingehen. Wenn für Jesus die zölibatäre Lebensweise eine essentielle Voraussetzung für den Priesterdienst gewesen wäre, wie es hier ja fast durchgehend behauptet wird, eine einfache und klare Frage: Warum hat Jesus keine zölibatären Männer als Apostel ausgewählt?
Wie heißt es in 1 Kor 9, 5: „Haben wir nicht das Recht, eine gläubige Frau mitzunehmen, wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und wie Kephas?“.

Severin
@Galilei Ganz einfach deshalb, weil es zurzeit Jesu fast keine Zölibataeren gab: Im Judentum war die Ehelosigkeit alles andere als eine Bevorzugung Gottes. Jesus verlangte deshalb von seinen engsten Freunden noch viel mehr als die heutigen Zölibatsbemitleider verkraften können, nämlich die radikale Nachfolge, d.h. das Verlassen der ach so vertrauten Ehefrauen mitsamt den lieben Kinderchen! (Nachzulesen u.a. in „Visionen der hl. Katharina Emmerick“). Wie grausam aber auch, wo doch die Sexualität die natürlichste (Neben-) Sache der Welt ist! Und was halten Sie eigentlich davon, dass der Herr selbst, eben jenen einst so glücklich verheirateten Familienvätern, das blutigste aller Martyrien zumutete?… weiter lesen »
Galilei
@Severin: Wieso idyllisches Apostelbild? Davon habe ich aber nichts geschrieben, denn das Familienleben war für die Apostel sicher alles andere als einfach. Aber dass sie ihre Frauen und Kinder verlassen mussten, höre ich zum ersten Mal. Und Sie wissen sicher ganz genau, dass gemäß Katechismus Privatoffenbarungen nicht zum Glaubensgut der Kirche gehören und vor allem die endgültige Offenbarung Christi nicht vervollständigen können. Also, aus welcher Bibelstelle geht hervor, dass die Apostel Frau und Kinder verlassen mussten? Wenn man weiß, unter welch schwierigen Umständen in den damaligen Verhältnissen Witwen leben mussten (deswegen auch immer die „Witwen“, um die sich die christlichen… weiter lesen »
Sophus

@Galilei
Sie fragen: „Warum hat Jesus keine zölibatären Männer als Apostel ausgewählt“?
Die Antwort liegt auf der Hand: Die Zwölf mussten rund um die Uhr in ihren Grundbedürfnissen versorgt, bedient und mit Geldmittel ausgestattet werden. Andernfalls hätten die Männer vor lauter „Selbstversorgungssorgen“ nicht auf das Wort ihres Meisters Jesus von Nazareth hören, es memorieren, später mündlich wiedergeben und verschriften können. Kurz gesagt: Ohne die flankierende Arbeit der Ehefrauen der Zwölf und anderer Frauen in deren Begleitung wäre wohl die dreijährige konzertierte Erlösungsmission Jesu an den Alltagsproblemen gescheitert.

Galilei

O, das ist aber eine interessante Theorie. Sie haben Phantasie, die ich offensichtlich nicht habe. Ehefrauen der Apostel als Arbeitsknechte! Die Versorgungsarbeit für die Apostel als Ausnahme vom Zölibat. Wär doch auch vielleicht heute eine Begründung als Ausnahme für den Zölibat, oder nicht?
Also, man lernt nicht aus, so eine obskure Begründung habe ich bisher noch nicht gehört.

Sophus

@ Galilei
Obskure Begründung? Haben Sie in der Funktion der Priesterversorgerin den Beruf der Priesterhaushälterin noch nicht wahrgenommen, der für den Priester unter entsprechenden Lohnleistungen beides möglich macht: Versorgtwerden und zölibatäres Leben – eine Jahrhunderte alte Symbiose! Ein Schuft, der Schlechtes dabei denkt!

anjali jain

Ein Priester soll mit der Kirche verheiratet sein. Ebenso wie eine Nonne Braut Christi ist. Das zoelibat bedeutet also mit Gott verheiratet zu sein. Und das ist wirklich viel schoener als eine weltliche Ehe zu fuehren.Jemand der von Gott gerufen wird soll stolz sein und sich freuen das er auserwaehlt worden ist!

Franzel

Es gibt keine allgemeine Berufung zur Ehe wie manche hier sagen. Es gibt auch keine allgemeine „natürliche Veranlagung“ dazu. Es gibt neben der „Berufung“ zur Ehe auch die „Berufung“ zur lebenslangen Keuschheit. Und das hat noch nichts mit Priestertum und Orden zu tun.

„… Wer es fassen kann, der fasse es“, sagt der Herr.

Adrien Antoine
Die Aussage v. Kard. Parolin „Man könne über alles reden, aber ohne Eile“ erinnert mich an die Aussage von Franziskus, wenige Tagen vor dem Beginn der 2. Synode für die Familie; nachdem die erste Synode in ein Debakel für Franziskus und seine moderne Truppe ausgemündet war und im Vorfeld der 2. Synode die treukatholische Medien sehr präsent und aktiv waren und die Gläubigen für das Leben und für die Familie auf die Straße gingen, war die Stimmung sehr mies. Dann fiel wütend die Aussage, daß „Wenn man sowieso nicht vorhätte etwas zu ändern, man die Synode nicht hätte zusammenrufen brauchen“.… weiter lesen »
Sophus
Werter @ Adrien Antoine Bereits im Dezember 2014 hat der von Papst Franziskus eingesetzte Generalsekretär der Weltbischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, dem die Antworten des in Rom zusammengekommenen Päpstlichen Familienrates zu den 46 Fragen des neuen Fragebogens offensichtlich nicht entsprochen hatten, gesagt, dass „es keinen Sinn habe, eine Synode abzuhalten, wenn man dann nur wiederhole, was schon immer gesagt wurde“ Baldisseri gehört zu jenen Kirchenvertretern, die unter Papst Franziskus die steilste Karriere erlebt haben. Franziskus machte ihn zum Kardinal und setzte ihn auf einen wichtigen Vertrauensposten. Daher kommt dem Generalsekretär der Synode eine zentrale strategische Rolle zu: Er testete einen Satz,… weiter lesen »
hicesthodie
Ich erlaube mir hier noch eine Antwort an @alfredprivat auf seinen Kommentar vom 8. FEBRUAR 2016 UM 17:54 zum gleichen Thema unter http://www.katholisches.info/2016/02/04/zoelibat-weiht-papst-franziskus-in-mexiko-verheiratete-diakone-zu-priestern/ nachzureichen, da der Kommentarbereich bereits geschlossen war: „Lieber Mitforist. Ihre Position in allen Ehren und wenn Sie über die Einführung des Zölibates besser Bescheid wissen, nehme ich das an.“ Das ehrt Sie. „Mir geht es darum, diese Leute (Priester) nicht auf ein Podest zu stellen.“ Sie sind Berufene zu einem besonderen Dienst. Sie sind in den allermeisten Fällen keine Heiligen, aber ihrer Berufungsgnade (diese schließt die Befähigung zum zölibatären Leben ein) sollten sie schon treu bleiben. Das… weiter lesen »
alfredprivat
Liebe Mitforisten, für mich ist der verpflichtende Priesterzölibat schlicht ein Systemfehler mit menschenunwürdigen Folgen. Natürlich sind wir alle mit leiblichen Bedürfnissen geschaffen. Die nicht zu erfüllen kann nicht gesund sein. Nun wird der Zölibat überwiegend mit der Tradition begründet. Ein Vorredner meinte gar, eine abweichende Position wäre schon schlecht, weil sie modern sei. Außerdem meint jemand, der Mensch sei nicht zur Ehe geschaffen, weil viele Ehen scheitern. Hier nähern wir uns dem Problem: Zölibat und zölibatäres Leben werden hier als Ideal behandelt. Ideale sind bekanntermaßen nie zu erreichen. Wovon nicht gesprochen wird, sind Priester, die im Sinn der Kirche weit… weiter lesen »
Sophus

@ alfredprivat
Sie sagen: „In der Literatur geht man von 30 – 50 % liierten Priestern aus. Aus meinem eigenen Erfahrungsbereich kann ich das in etwa bestätigen“. Das ist schon aus Ihren Worten erkennbar.
Die „liierten Priester“ sind neben den Falschlehrern von den Hochschulen wahrscheinlich auch der Grund für den Niedergang des Messbesuchs zumindest im deutschsprachigen Raum.
Daher gilt, was oben zu Ihnen gesagt worden ist:
„Nein, im Klerikerzölibat besitzt die Kirche einen riesengroßen spirituellen Schatz, der ihr von Jesus Christus selbst durch Wort und Beispiel eingestiftet wurde! Diesen für das Linsengericht zeitgeistiger, ökumenistischer Anpassung wegzuschenken, wäre Wahnsinn“!(hicesthodie)

PETRUS

1963!!! hat Seine Exzellenz, Bischof Pohlschneider von Aachen bei einem Vortrag vor einer Kloster Gemeinde zugegeben, das Bistum Aachen zahle für 25 Priester Alimente.

hicesthodie
Werter Petrus, dann müssen Sie in Ihrer Statistik auch erwähnen, für wieviele PriesterExzellenz Pohlschneider 1963 KEINE Alimente zahlen musste, dann erst ergibt sich ein Bild. Ich sagte ja schon zu alfredprivat, Verfehlungen gegen den Zölibat hat es immer gegeben, so wie es Verfehlungen anderer Art schon im Jünger und Apostelkreis gab. Verfehlungen gibt es, weil der Mensch schwach, verführbar ist, weil er seine Berufungs/Gotteskindschaftsgnade ein manchmal sehr langes und steiniges Leben in irdenen Gefäßen mit sich herumträgt und somit stets in Gefahr steht zu fallen. Aber da gibt es als Christ vor Gott und den Menschen immer auch die Möglichkeit… weiter lesen »
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