Priesterzölibat „nach dem Vorbild Christi“ – Kardinalstaatssekretär: „Man kann darüber reden, aber ohne Eile“

Tagung über den Priesterzölibat an der Gregoriana
Tagung über den Priesterzölibat an der Gregoriana

(Rom) An der Päpstlichen Universität Gregoriana fand in der vergangenen Woche eine hochkarätig besetzte Tagung zum Thema Priesterzölibat statt. Vom 4.-6. Februar wurde über den Zölibat als konstitutives Element des Priestertums gesprochen und dieser verteidigt. Die Planung zur Tagung begann noch in der letzten Zeit des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. Durchgeführt wurde sie nun zu einem Zeitpunkt, da es rund um Papst Franziskus rumort und eine Reihe von Gesprächspartnern des Papstes behaupten, er denke daran, den Priesterzölibat, den in der zweitausendjährigen Geschichte der Christenheit nur die lateinische Kirche verwirklichen und bewahren konnte, aufzugeben. Mit besonderer Spannung wurden daher das Eingangsreferat von Kurienkardinal Marc Ouellet, Präfekt der Bischofskongregation und das Schlußreferat von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin erwartet.

Beide verteidigten in ihren Ausführungen den Priesterzölibat energisch und führten dafür eine Fülle theologischer Argumente an. Der Priesterzölibat habe sich trotz der Herausforderung und mancher Schwierigkeiten auch in der Praxis bewährt.

„Tradition des Priesterzölibats geht bis auf die Apostel zurück und folgt dem Vorbild von Jesus Christus“

Kardinal Ouellet gründete seine Ausführungen auf das Neue Testament und das Vorbild Jesu Christi, von dem sich der priesterliche Zölibat herleite. Er bestätigte allerdings, daß die Frage auch nach 2000 Jahren „noch immer kontrovers“ gesehen werde.

„Die kirchliche Tradition des Zölibats und der Enthaltsamkeit der Kleriker ist nicht am Beginn des 4. Jahrhunderts als etwas Neues entstanden, sondern war vielmehr – sowohl im Osten wie im Westen – die Bestätigung einer Tradition, die bis auf die Apostel zurückreicht. Als das Konzil von Elvira in Spanien 306 bestimmte, daß die Priester die Pflicht haben, in perfekter Enthaltsamkeit zu leben, gilt es zu verstehen, daß diese Notwendigkeit der Kirche in den frühen Jahrhunderten sowohl den Zölibat und das Verbot wieder zu heiraten als auch die perfekte Enthaltsamkeit für jene, die bereits verheiratet sind, umfaßte.“

Kardinal Marc Ouellet, Präfekt der Bischofskongregation
Kardinal Marc Ouellet, Präfekt der Bischofskongregation

Mit noch größerer Spannung wurden die Ausführungen von Kardinalstaatssekretär Parolin erwartet. Als der damalige Nuntius im September 2013 von Papst Franziskus an die Spitze der Römischen Kurie berufen wurde, betonte er in einem Interview auffällig die Tatsache, daß der priesterliche Zölibat „kein Dogma“ sei und daher „diskutiert“ werden könne. Als institutionell höchstrangiger Mitarbeiter von Papst Franziskus und von diesem persönlich ausgewählt, kommt seinen Aussagen besonderes Gewicht zu.

Kardinalstaatssekretär Parolin: „Man kann reden, aber ohne Eile und konstruktiv“

Der Kardinalstaatssekretär war es dann auch, der in seinem Referat, mit dem die Tagung abgeschlossen wurde, die Tür verhältnismäßig am weitesten in Richtung möglicher Ausnahmen öffnete. Die Tür zu Ausnahmen war bereits vom Zweiten Vatikanischen Konzil aufgetan worden. Die sichtbarste Erscheinungsform dafür sind seither in der lateinischen Kirche ständige Diakone, die zum Zeitpunkt der Diakonatsweihe verheiratet sein können. Diese sogenannten „viri probati“ gelten manchen seither als „Vorstufe“ zur Zölibatsaufhebung nach dem Beispiel der griechischen Kirche.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin

Die Ostkirchen haben den Zölibat nicht durchgehalten und weitgehende Ausnahmen gestattet. Die Bischöfe und Mönche leben zölibatär, während der Diözesanklerus verheiratet ist. Das hat zur Folge, daß alle Bischöfe dem Mönchstum entstammen. Wer zum Zeitpunkt der Weihe verheiratet ist, kann es als Weltpriester bleiben. Nach der Weihe ist auch in der Ostkirche eine Heirat oder eine Wiederheirat ausgeschlossen. Ein innerkirchlicher Aufstieg ist für den verheirateten niederen Weltklerus allerdings nicht möglich.

Wörtlich sagte Kardinal Parolin:

Der Zölibat ist eine Berufung, der in der lateinischen Kirche als besonders angemessen für jene gesehen wird, die zum priesterlichen Amt gerufen sind. Die zölibatäre Spiritualität des Presbyters ist ein „positiver“, konstruktiver Vorsatz, der darauf abzielt, daß das Volk Gottes immer von der Gefahr der Korruption und der Verbürgerlichung radikal freie Hirten hat.

Und weiter:

Die Höhe anzuerkennen, die dieser Vorsatz mit sich bringt, macht ihn aber nicht exklusiv, wie das Zweite Vatikanische Konzil in Presbyterorum ordinis sagte, indem es erklärte, daß er „nicht vom Wesen des Priestertums selbst gefordert (ist), wie die Praxis der frühesten Kirche und die Tradition der Ostkirchen zeigt, wo es neben solchen, die aus gnadenhafter Berufung zusammen mit allen Bischöfen das ehelose Leben erwählen, auch hochverdiente Priester im Ehestand gibt“.

Und ebenso:

Die katholische Kirche hat den Ostkirchen die zölibatäre Entscheidung nie aufgezwungen. Andererseits hat sie auch im Laufe der Geschichte Ausnahmen erlaubt wie im Fall von verheirateten lutherischen, calvinistischen oder anglikanischen Hirten, die – in die katholische Kirche aufgenommen – eine Dispens erhielten, um das Weihesakrament empfangen zu können. Das geschah bereits während des Pontifikats von Papst Pius XII. 1951.

In jüngster Zeit hat 2009 das Motu proprio Anglicanorum coetibus von Papst Benedikt XVI. die Errichtung von Territorialordinariaten der lateinischen Kirche erlaubt, wo zu katholischen Priestern geweihte, ehemalige anglikanische Pastoren ihr Amt ausüben.

Im Gefolge der massiven Emigration der Katholiken aus dem Nahen Osten hat Papst Franziskus 2014 mit dem päpstlichen Dekret Praecepta de clero uxorato orientali den verheirateten orientalischen Priester erlaubt, in den christlichen Gemeinschaften der Diaspora und damit auch außerhalb ihrer historischen Gebiete zu wirken, indem er bisherige Verbote aufhob.

In der aktuellen Situation wurde dann häufig eine Art „sakramentaler Notstand“ durch den Mangel an Priestern betont, besonders in einigen Gegenden. Das hat von mehreren Seiten die Frage nach der Eventualität aufkommen lassen, die sogenannten „viri probati“ zu weihen.

Wenn die Problematik auch nicht unbedeutend scheint, ist es aber sicher nicht angebracht, übereilte Entscheidungen und nur aufgrund von Dringlichkeiten zu treffen. Dennoch ist es auch wahr, daß die Notwendigkeiten der Evangelisierung, zusammen mit der Geschichte und den vielfältigen Traditionen der Kirche, die Möglichkeit zu legitimen Debatten offenläßt, wenn sie von der Verkündigung des Evangeliums motiviert sind und auf konstruktive Weise geführt werden, wobei immer die Schönheit und Höhe der zölibatären Entscheidung zu bewahren ist.

Der Zölibat ist ein Geschenk, das es erfordert, mit freudiger Ausdauer angenommen und gepflegt zu werden, damit es wirkliche Früchte bringen kann. Um ihn gewinnbringend zu leben, ist es notwendig, daß jeder Priester sich das ganze Leben lang ständig als Jünger auf dem Weg fühlt, der manchmal der Wiederentdeckung und der Stärkung seiner Beziehung zum Herrn bedarf und auch der „Heilung“.

Das Referat von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin „Der in persona Christi geweihte Priester“ in voller Länge (italienisches Original).

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL/Chiesa e postconcilio/kairosterzomillennio (Screenshots)

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41 Comments

  1. In der Erzdiözese Wien gibt es an die 200 ständige Diakone, von denen der Großteil verheiratet ist. Ich kenne einige persönlich und weiß, dass ein beachtlicher Teil jederzeit bereit wäre, sich zum Priester weihen zu lassen, wenn nicht die Ehe das Hindernis wäre. Einer wurde vor einiger Zeit (weil seine Frau gestorben ist – soll man vielleicht noch dazu sagen: Gott sei Dank?) zum Priester geweiht. Werden hier nicht Berufungen zum priesterlichen Dienst mutwillig verhindert? Ich halte es für fahrlässig und den Willen Gottes missachtend, diese Weihen nicht zu ermöglichen. Wir hätten mit einem Schlag wahrscheinlich an die 100 Priester mehr und es würde durch die ehrenamtliche Tätigkeit, die ja beibehalten werden kann, keinen Cent kosten.

    • @galilei
      Ganz und gar nicht werden Berufungen durch den Zölibat „verhindert“. Wenn Sie genau nachdenken, werden Sie das selbst erkennen.
      Was ist das für eine Berufung, wenn ein „Berufener“ sagt, ja schon, aber… Die Frau ist ihm dann eben wichtiger. Damit fehlt die letzte Bereitschaft zur Nachfolge im Priestertum. Die Orthodoxen wissen genau, was eigentlich gefordert wäre, haben aber der menschlichen Schwäche nachgegeben.
      Ihr Gedanken ist menschlich verständlich: Priestermangel, wie fülle ich die Reihen.
      Ohne Zölibat ist das Priestertum ein „Job“ wie andere, ein besserer Sozialarbeiter mit Beamtengehalt und dann geht man in Pension. Und wenn die Arbeitslosigkeit zunimmt, füllen sich die Seminare. Job ist Job.
      Das Priestertum hat aber eine geistliche Dimension: Daher will uns auch der Priestermangel etwas sagen: nämlich daß der Glauben und die Kirche in einer Krise sind. Um die eigentliche Ursachensuche des Priestermangels drücken sich die Diözesen aber gerne herum.
      Berufungen sind Gnadengeschenke Gottes. Wer das so sieht und darauf vertraut, wird auch keine Berufungsprobleme haben. Schau einer an!!
      Der Zölibat ist ein geradezu idealer Sieb, den Jesus Christus durch Sein Vorbild eingebaut hat.
      Es heisst ja, der Zölibat ist kein Dogma. Die Dogmen schon, an die muss sich jeder halten. Ist dem aber so? Nein. Wir wissen, dass es genug Priester gibt, die da ihre „Probleme“ haben. NUR: die Dogmen sind äusserlich nicht fassbar. Lehnt ein Priester ein Dogma ab, braucht er sich nur darüber auszuschweigen, oder es nur nicht vor eingeschaltetem Mikrophon leugnen.
      Der Zölibat aber ist äusserlich fassbar, ein nachvollziehbare Beweis, ob jemand es ernst meint und auch, ob er wirklich berufen ist GANZ Priester, nicht nur gerne AUCH Priester, eben ein Sozialarbeiter zu sein.
      Nein, nein, der Zölibat ist genial in jeder Hinsicht. Gott weiß genau, was Er tut, einsetzt und erwartet. Die gefallene Natur des Menschen reibt sich daran natürlich wie an anderem, das gehört dazu. Daraus darf man aber nicht die falschen Schlüsse ziehen.
      Manche, die sich berufen fühlen, aber doch lieber eine Frau haben, werden enttäuscht sein, vielleicht ein Leben lang, aber die Entscheidung liegt bei ihnen.

      • Ich weiß nicht, wieso Sie auf die absurde Idee kommen, dass der Zölibat das „Sieb“ für die richtigen Berufungen ist, der Prüfstein, ob es jemand ernst meinst oder nicht. Und wieso soll die geistliche Dimension fehlen und es ein Job wie jeder andere sein ohne Zölibat? Diesen Gedanken kann ich nicht folgen. Der Zölibat hat seinen Ursprung in den Aussagen Jesu: Wer es fassen kann, der fasse es. Jesus hat aber keine zölibatären Männer als Apostel gewählt! Und die Durchsetzung des Zölibats in der westlichen Kirche ruht auf dem Begriff der „Kultischen Reinheit“. Der hat aber mit der Botschaft Jesu nichts zu tun, sondern da sind eher außerchristliche Vorstellungen ins Christentum eingebrochen. Zuerst hat man Geschlechtsverkehr vor der Eucharistiefeier untersagt. Das ging ja noch, solange nur einmal pro Woche am Sonntag gefeiert wurde. Mit dem Aufkommen der Wochentagsmessen in der westlichen Kirche (in der Ostkirche ist das ja eher nicht Usus) kam dann natürlich das Problem. Und dann hat es bis in die Mitte des 2. Jahrtausends gedauert, um das zumindest formal durchzusetzen. Das Konzil von Trient musste die Eheschließung formalisieren, um ein Mittel zur Hand zu haben, die heimlichen Priesterehen zu verhindern. Nein, der Zölibat schafft zwar möglicherweise eine Freiheit für den Priester, aber wesenhaft hat er mit dem Dienst des Priesters nichts zu tun. Wäre dem so, hätte Jesus lauter zölibatär lebende Apostel berufen. Aber ich seh schon, dass da jetzt sicher einer kommt und behauptet, die Apostel wären zwar verheiratet gewesen, aber sie haben ab der Berufung zölibatär gelebt.

      • @Galilei
        Diesem Gedanken können Sie sogar sehr gut folgen, wenn Sie sich ernsthaft mit der Frage beschäftigen und bereit sind, auch ihre derzeitige Zufallsmeinung in Frage zu stellen.
        Der Zölibat ist ein geniales Sieb, weil er durch 2000 Jahre Kirchengeschichte bestätigt wird. Für mich, verheiratet, war das nie ein Verständnisproblem, sondern immer sonnenklar. Vielen Menschen fehlt dieses Verständnis für den Zölibat „um des Himmelreiches willen“. Vielen fehlt auch das Verständnis für zahlreiche Glaubenswahrheiten, das ist kein Grund für die Kirche daran etwas zu ändern (was ohnehin unmöglich ist).
        Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dass die Kirche diese Frage endlich klärt. Vielleicht gerade weil die Zeit so ungünstig ist. Allein schon wegen der Ökumene mit den Orthodoxen und wegen der Unierten scheuen ja manche in der Kirche diese Klärung.
        Der Zölibat ist der Welt unverständlich und manchen sogar ein Ärgernis. Genau darin aber leuchtet das „ganz andere“ der Nachfolge Christi auf, das sollte man keineswegs geringschätzen.
        Nein, es geht nicht um „kulturhistorische“ Fragen, ob historisch oder außerchristlich. Die Sache ist viel einfacher: Es geht um das Beispiel Christi. Christus blieb ehelos. Das hat eine Bedeutung, wie eben alles, was von Ihm stammt.
        Und natürlich ist ein verheiratetes Priestertum nur mehr irgendein Job. Es gibt Erhebungen, ganze Statistiken, dass ein Grossteil der protestantischen Pastoren so gut wie nichts glaubt, viele nicht einmal an die Existenz Gottes. Was ist das dann? Die sehen im Pastorenamt eben nur oder vor allem einen sicheren, bequemen Job. Was sonst soll einen Gottlosen ins Pastorenamt treiben.
        Was würde es hindern, dass dieser Wahnsinn nicht auch in der katholischen Kirche einreissen würde? Nichts! Schon heute gibt es genug Laien-SeelsorgerInnen (Job), die alle möglichen Glaubenswahrheiten leugnen. Kann man sie entschuldigen, weil sie an vielen kath. Fakultäten alles, nur nicht die Wahrheit des Glaubens gelehrt bekommen, sondern in die Irre geführt werden?
        Nein, Nein, der Zölibat ist – selbst wenn man es nur praktisch sehen wollte – ein genialer Schachzug Gottes. Dass er manchen ein Ärgernis ist, ist in Wirklichkeit sein Gütesiegel. Wer es fassen kann, der fasse es. Daran haben sich Generationen um Generationen die Zähne auszubeissen.
        Gelobt sei Jesus Christus auch im von Ihm gestifteten Priesterzölibat um des Himmelreiches willen.

    • Es gibt fast keine größere Zumutung als verheiratete Diakone!!!

      Herr verschone uns vor allen Verheirateten am Altar!!!

      • @Emma: Entschuldigung, aber ihre zwei wenigen Sätze lassen auf ein Menschenbild schließen, das ich mit meinem christlichen Glauben nicht mehr vereinbaren kann… Der Diakonat auch für Verheiratete wurde im VAT II wiederbelebt… wer dies schon nicht akzeptieren will oder gar belächelt… der soll besser gehen!

    • @Galilei,
      Die Charismen eines Priesters und eines Diakens sind unterschiedlich.
      Es ist ein vielkolportierter Unsinn daß die Priesterweihe von Diakens die schwierige pastorale Situation der nachkonziliären Zeit bessern würde.
      Das Charisme des Priesters ist anders als das eines Diakens, und ebenso anders als das einer Schwester, einer Nonne, eines Fraters und eines Mönchs.
      Diakens sind keine Hilfspriester zweiter Klasse, ebensowenig als ein Bruder minderwertig ggb. eines Paters ist.
      Im Bistum brügge, o der ex-Bischof vanGheluwe sehr viel Diakens weihte, darunter sehr viel psychisch merkwürdige Figuren, hat man im Augenblich gewaltig viel Probleme: die Familien und die Nachkommen der Diakens sind nicht immun gegen Trennung und Scheidung, und due Sakramente werden nicht selten sehr spektakulär gespendet.
      Bei etwaigen Problemen schweigt der Bischof und das Bistum:
      Besonders berüchtigt hier der Fall des Diakens Ivo Poppe (übrigens erst 2 Jahr als Seminarist in Brügge), später Krankenpfleger und dann auch Diaken (erst im ehenambt, später Vollzeit); Poppe wurde Ende 2014 verhaftet nachdem er 44 Menschen nachweislich umgebracht hat, mit noch einmal 220 mögliche Tötungen (die Exhumierungen wurden bis jetzt noch nicht durchgeführt).
      Ich will nicht daran denken daß Ihren Wünschen und Überlegungen zufolge ein „verheiratet Priester“ dies hätte begehen können.
      Die Familie (Frau und 2 Kinder) steht inzwischen ganz in dem Regen.

      • Natürlich sind die Charismen für Diakonat und Priesteramt unterschiedlich. Aber die Diakonatsweihe ist nun einmal die erste Stufe des Weihesakramentes. Und jeder Priester war einmal Diakon. Wenn er nur die Charismen für einen Priester hätte, hätte er nicht Diakon sein dürfen. Und niemand kann von vornherein behaupten, Diakone hätten kein Charisma für das Priesteramt.
        Ihre Schilderung eines Einzelfalles eines Diakons ist für das, was Sie daraus schließen, in höchstem Maß unseriös. Solche Fälle gibt es und sie hängen weder am Amt noch auf der Lebensform. Daraus ein Argument für den Priesterzölibat zu konstruieren ist schlechtweg völlig unlogisch.

      • @Adrien Antoine: Sehen Sie, das ist es doch, was all diese Zölibatsaufhebungsromatiker nicht sehen oder sehen wollen: mit der Abschaffung des Zölibats für Kleriker würde ja nicht nur der Priester, der in die besondere Christusnachfolge gerufen ist und der in der Eucharistie ad personam Christi handelt, Weisung und Beispiel Jesu Christi aufgeben und sein Gesalbtsein zum Priestertum gänzlich in die weltliche Ebene eines Ehemanns und Kindsvaters auflösen. Es träten dann auch genau jene moralischen Konflikte auf, wie wir sie von den Gmeindeleitern der Protestanten hören und sehen.

        Nicht nur, dass Priesterkinder zeitlebens psychisch durch ihre Vorbildfunktion, Kind eines Pfarrers zu sein, leiden, wir hätten über kurz oder lang Priester, die sich scheiden lassen, Priester, die sich eine Geliebte neben der Ehefrau halten, Priester, die sich homosexuell betätigen und Männer heiraten wollen, Priester, die vorehelichen Geschlechtsverkehr ausüben, die vielleicht sogar an Abtreibungen mitwirken usw. usf.

        Egal, wo man dann die Grenzen dann ziehen wollte, es würde immer dagegen angerannt werden, sobald die Bresche “Aufhebung des Zölibats” geschlagen ist. Dann verstößt es gegen das Menschsein, einen Transgender nicht zur Weihe zuzulassen, oder es wäre unmenschlich, einem homosexuellen Pfarrerpaar den Kinderwunsch per Leihmutterschaft abzusprechen usw. usf.

        Das ganze Lehr- und Moralgebäude der Kirche, ohnehin angefragt und kaum mehr verkündigt, würde ins Wanken geraten und einstürzen. Priester wären nicht länger Gesalbte des Herrn, die ihrer Gemeinde ungeteilt dienen und die ihren Pfarrkindern geistliche Wegbegleiter, moralische Vorbilder sind. Sie wären armselige Gestalten, die bis zum Hals im weltlichen Sumpf stecken.

        Die römisch-katholische Kirche würde mit der Aufgabe des Klerikerzölibats ihre Identität insgesamt verlieren und sich zu etwas völlig Weltlichem entwickeln. Dieses Gebilde wäre nicht mehr Salz der Welt, sondern ein Verein, überflüssig wie ein Kropf. Dass so viele Menschen das Besondere des katholischen Priestertums anscheinend nicht mehr begreifen und es im Weltlichen auflösen möchten, zeigt wie sehr der Erosionsprozess des Glaubens, die Auflösung katholischer Identität, schon fortgeschritten ist. Die Kirche müsste hier schnellstens handeln und den Zölibat aus der Schusslinie nehmen. Aber von solchen Gestalten wie denen da oben und ihrem Bergoglio, ist diese Entschlossenheit und geistliche Autorität wohl kaum zu erwarten. Da ist es halt viel einfacher, mit dem Strom zu schwimmen und weiter in den Untergang zu waten und in aller Demut und mit aller Brutalität den Ungeist des Konzils zu vollenden.

        @Galilei: Die Diakonenweihe ist eine Vorstufe zur Priesterweihe. Dies bedeutet, dass ein Priester auch das Charisma und die Vollmacht eines Diakons besitzt, das Diakonenamt aber nicht ausübt. Der “ständige Diakon” -diese Erfindung des II. Vatikanischen Konzils, geboren aus dem Geist romantisch-naiver Sehnsucht nach einem Zurück zu den Anfängen – hingegen ist dazu geweiht, das Amt des Diakons (Caritas) auszuüben, ihm geht die Weihe und die Vollmacht des Priestertums ab. Daher hat der ständige Diakon, mag er nun verheiratet sein oder nicht, ein ganz anderes Charisma als der Priester. Das, werter Galilei, ist die der nachkonziliaren Ämtertheologie innewohnende Logik. Bestechend ist sie nicht, wie so vieles Unausgegorene, was der Ungeist des Konzils hervorgebracht hat.

      • Werter @hicesthodie,
        Ihren Ausführungen kann ich mich nur anschließen.
        Fantastisch formuliert!

  2. Sehr gut, @Lioba! Sie schreiben die Wahrheit. Hat mich sehr gefreut, solche Worte zu lesen.

    Dank sei Jesus für den Zölibat, denn dieser ist heilig und ermöglicht die vollkommene Hingabe an Gott.

    Und überhaupt:

    Wer sind wir eigentlich, mehr und besser wissen zu wollen, als Jesus Selbst?

    • Auch ich kann Lioba sehr gut folgen.

      Wie zutreffend es ist, dass der Zölibat manchen nicht nur „ein Ärgernis“ ist (und schon immer war), sondern umgekehrt geradezu krankhaften Aktivismus auszulösen vermag, sieht man allein daran, dass bspw. die Machthaber der Französischen Revolution Priester generell zur Ehe ZWINGEN wollten.

      Wer nicht müde wird, sich mit der langweiligen Relativierung zu begnügen, dass es sich dabei doch „bloß um ein Kirchengesetz“ handele, möge mal die uralte Definition „Sacerdos Alter Christus“ vor dem Hintergrund dessen lesen, was zum Wesen der Eheleute durch Mose gesprochen und durch den Herrn ausdrücklich bestätigt worden ist:

      Matthäus 19:4 f.
      „Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, dass der, welcher sie schuf, sie von Anfang an als Mann und Frau schuf und sprach: «Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und es werden die zwei ein Fleisch sein», so dass sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch?“

      Es ist also schlicht schizophren, gleichzeitig ein „alter Christus“ und ein (guter) Ehepartner zu sein. Aber nicht nur für Priester, sondern auch für alle Ordensleute ist somit der aus Liebe zu Christus angenommene Zölibat die angemessene Form.

      Eine Einschränkung zum „Sieb“: Wir verstehen uns, dass nicht jeder, der nicht „durchfällt“, allein deshalb eine echte Berufung zum Priester- oder Ordensleben hat…

  3. Ichb will keine Sakramente empfangen von einen verheirateten „Priester“, und ich werde auch nicht mitzahlen an seinem Gehalt. Das ist doch eine Art von Protestantismus!

  4. Pater Alban Cras von der Petrus-Bruderschaft hat eine vortreffliche Abhandlung über den Zölibat geschrieben.
    Seine gleichsam Kernaussage:
    -
    [….]
    „Den Zölibat aufgeben hieße, auf den Druck des Zeitgeistes hin zu verkünden, dass die Gnade unzureichend ist, dass sie nicht dazu befähigt,
    ein übernatürliches Leben zu führen.
    Die Folgen wären katastrophal:
    Der Geist würde vor dem Diktat der leiblichen Bedürfnisse kapitulieren.
    Der „alte Mensch“ trüge seinen Sieg über den getauften Menschen davon,
    und letztendlich würde es sich um einen Sieg des Heidentums über das Christentum handeln.“
    [….]
    -

    • @Defendor : Was bitte soll denn ein übernatürliches Leben sein , freuen
      wir uns doch an den natürlichen Gaben die wir haben ?!
      Aus übernatürlich wird dann doch leicht unnatürlich .
      Dass der Geist vor den leiblichen Bedürfnissen kapituliertist reine
      Klerikerspeak .Warum sind wir denn mit Leib und Sinnen erschaffen , wenn
      die Freude am Leiblichen Tabu ist .Was der Herr Cras schreibt , ist Krass
      und das komisch zu finden hat nichts mit „Zeitgeist“ zu tun , sondern
      diese Befremdlichkeit zieht sich durch alle Jahrhunderte hindurch .

      .

      • Sehr geehrter @ martin eisel,
        ohne die heiligmachende Gnade, die eine übernatürliche Gabe ist, kann niemand zu Gott gelangen.
        Deshalb braucht es die Übernatur.
        Diese wird dem Menschen geschenkt durch den Glauben (und die Taufe).
        Der natürliche Mensch kann nicht das übernatürliche Endziel erreichen, das Gott ihm gesetzt hat.
        Das ganze Christentum ist Übernatur.
        Ein bloß natürliches Christentum ist keins.

  5. @Lioba: Entschuldigung aber ihre Ausführungen klingen so negativ und unkonstruktiv, dass genau ist doch das Problem in der Diskussion! Sie erzählen von irgendwelchen negativen Erfahrungen u. a. aus dem protestantischen Bereich und übertragen diese ins Allgemeine! Das bringt uns nicht weiter! Außerdem kann ich ihren Beiträgen kein Fünkchen an Wertschätzung für das Sakrament der Ehe erkennen – Entschuldigung es ist ein heiliges Sakrament! Von ihnen könnte man ja meinen sie sehen die Ehe nur negativ oder ein weltlich Ding wie Luther! Auch der Zölibat ist heilig und war die Lebensform Jesu – keine Frage! Aber ich sehe es wie Paulus, jeder soll frei wählen! Die Kirche wird es nie zum Dogma erheben, kann sie gar nicht! Es ist eine Lebensform, auch eine heiligmäßig gelebte Ehe und Familie ist ein großes Zeugnis… beide Lebensformen sind wichtig! Die Wahl soll freistehen für ein authentisches Leben ohne Heuchelei, der eine so der andere so, wie Paulus sagt! Ich kenne viele ständige Diakone persönlich, die eine vorbildliche Ehe führen und zugleich wirklich Diener in der Gemeinde sind und sich hingeben für diesen Dienst – wieso sollten sie nicht auch nach reiflicher Prüfung Priester werden können? Und wenn ich schon höre zu so einem Priester würd ich nie in die Heilige Messe gehen… Entschuldigung das ist erstens Unreife, denn auch dieser Priester ist dann ein Priester Christi und zweitens zeugt das nur von Hochmut erster Klasse, die Demut nicht zu haben, sich den legitimen Entscheidungen der Kirche Christi zu unterwerfen… Man hat manchmal wirklich den traurigen Eindruck dass manche zwar im Gesicht den Stempel kirchen- und papsttreu tragen, aber hinterrucks in ihren eigenen Kirchenvorstellungen gefangen sind, wenn mal was nicht so läuft wie sie es sich vorstellen! Das ist wirklich absurd! Veni Sancte Spiritus! Amen

    • @Jean-Marie
      Da haben Sie mich aber gründlich missverstanden (oder nicht gelesen: Nichts von dem „Negativen“, das sie gelesen haben wollen, entspricht meiner Meinung. Sagen Sie es doch ehrlich raus: Sie sind gegen den Priesterzölibat und möchten ihn gerne abschaffen, deshalb passt Ihnen meine Verteidigung nicht.
      Ich finde den Zölibat grossartig und sage das jedem, der an ihm herummotzt.Warum: Weil er direkter Ausdruck des Lebensstandes unseres Herrn Jesus Christus ist.
      Mich nervt das ewige Rumgenörgle am Zölibat, das ich seit meiner Kindheit anhören muss. Kein Wunder, dass es wenige Berufungen gibt, wenn das zölibatäre Priestertum ständig negativ gemacht wird.
      Berufung zum Priestertum ist eine Gnade Gottes und Er schenkt dazu auch die Gnade für den Zölibat. Das Priestertum ist nur wenigen vorbehalten, weshalb der Zölibat ja auch nicht als allgemeine Massentauglichkeit angelegt ist.
      Gott fordert nichts, was nicht auch geleistet werden kann. Dazu gehört im Christentum grundsätzlich und immer auch das Opfer. Jedes Opfer bringt gleichzeitig aber wieder reiche Gnade. In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch der Zölibat.
      Wir reden hier eben nicht über die Ehe, sondern über das Weihesakrament. Jeder Stand hat seinen Reichtum und seine Besonderheiten. Wenn ich über das Priestertum rede, muss ich also nicht über die Ehe reden.
      Ja, wie Paulus: jeder soll frei wählen: Ehe ODER Priesterum. Das ist die Wahl. Was wäre das sonst für eine Wahl. Abgesehen davon ist diese „Wahl“ immer eine Antwort auf einen Ruf Gottes, zur Ehe oder zum Priestertum. Der Ausdruck „Wahl“ ist daher ziemlich ungenügend.
      Warum soll die Kirche den Priesterzölibat nicht zum Dogma erheben können? Natürlich kann sie das, und m.E. sollte sie das auch. Es ist Propagandatrick, wenn auf der Nicht-Dogmatisierung herumgeritten wird. Dogmen wurden immer dann verkündet, wenn eine Frage besonders umstritten war. Deshalb wäre der Zeitpunkt für das Dogma Zölibat eigentlich recht günstig.
      Die Kirche hat das Dogma m.E. bisher nicht verkündet, weil es immer ein Spannungsfeld war, wo viele in der Kirche dagegen gearbeitet haben, wohl vor allem die innerlich zerrissenen Kleriker. Wir können feststellen, das hat Kardinal Ouellet getan, den Sie zitieren, dass der Zölibat heute kein Dogma ist. Eine Tatsachenfeststellung, nicht mehr und nicht weniger. Das heisst aber nicht, dass er morgen nicht zum Dogma gemacht werden kann.
      Ich verstehe nicht, warum sie einen Gegensatz zwischen Ehe und Priesterstand konstruieren wollen: Die Ehe ist die Ehe, für die, die dazu berufen sind; das zölibatäre Priestertum ist das zölibatäre Priestertum, für die, die dazu berufen sind. Niemand zwingt jemanden zum Priestertum, wenn aber einer Priester werden will, sprich sich berufen fühlt und die Kirche diese Berufung anerkennt, dann muss er auch den Zölibat annehmen, wie die Glaubensdogmen usw.
      Das glaube ich Ihnen aufs Wort, dass es ständige Diakone gibt, die eine vorbildliche Ehe führen, solche kenne ich auch. Dennoch hege ich grosse Zweifel bei der Sache mit den „viri probati“. Sie ist ein typisch modernes Konstrukt. Allein das spricht schon dagegen.
      Das wurde m.E. nur erfunden, weil man den Zölibat kappen wollte (will). Das war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich, so zumindest die Absicht. Dann kam aber Johannes Paul II. und machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Und heute versucht man es eben mit dem Gejammer vom Priestermangel. Doch den Priestermangel hat man selbst produziert. Quizfrage: Kenne Sie (oder sonstwer) einen liberalen Priester, der aus seiner Pfarrei Priesterberufungen hervorgebracht hat? Ich nicht. Wer gegen den Zölibat ist, bewusst oder unbewusst, sieht im Priestermangel die „Chance“ die Kirche zur Aufhebung des Zölibats zu zwingen. Das aber wird nicht gelingen, davon bin ich überzeugt.
      Hören Sie doch auf mit der reiflichen Prüfung. Warum wollen Sie aus Äpfeln Birnen machen. Immer dieser hochmütige Wahn des Menschen, alles bestimmen zu können, auch Gott zum Trotz. Christus hat eben nicht geheiratet. Das hat seinen Grund. Er hätte es ja tun können und vielleicht ein gottähnliches Geschlecht halb Mensch halb Gott begründen können, vielleicht mit ewigem Anspruch auf das erbliche Papsttum oder so. Ich überlasse es Ihrer Phantasie den Gedanken weiterzuspinnen.
      Eben, wer gegen den Zölibat ist, hat nicht die Demut, sich Christus und Seinem Vorbild und dem von Kirche vertretenen Zölibat zu unterwerfen. Das alte Leiden, es sollte immer nach unserem Gutdünken (egal ob wohlmeinend oder böswillig) gehen. Demut ist, nach dem zu fragen, was Gott offenbart hat und nach Seinem, nicht unserem Willen.
      Sparen Sie sich Ihre Krokodilstränen, versuchen Sie doch lieber die Schönheit und den Reichtum der Kirche zu entdecken. Fällt das so schwer?
      Und lassen Sie bitte den Heiligen Geist aussen vor. Mich nervt es schon, dass wann immer jemanden in der Kirche etwas nicht passt und er das nach seinem Kopf ändern will, dafür den Heilige Geist in Anspruch genommen wird, nur weil er sich nicht hörbar dagegen wehren kann. Er wehrt sich schon, aber auf seine ganz eigene Art, deshalb wird die Rechnung der Ungehorsamen und Liberalen in der Kirche nicht aufgehen. Und das finde ich tröstlich und wunderbar. Gott sei alle Ehre.

      • Ich kenne leider keinen einzigen verheirateten Diakon, der eine vorbildliche Ehe führt und noch dazu seinen Dienst an den Armen und Benachteiligten, für die der Diakon ja in erster Linie geweiht wird, zufriedenstellend ausübt. Würden die Diakone vorbildliche Ehemänner sein, würden sie mindestens fünf Kinder ihr eigen nennen und hätten als treu sorgende Familienväter ueberhaupt keine Zeit für den Diakonatsdienst. So ueben sie eben beide Berufungen nur sehr oberflächlich aus und vernachlässigen in erster Linie den Dienst an der eigenen Familie.
        Fleischliche Lust und der Dienst am Altar gehen nun mal nicht zusammen,
        und deshalb verlangt die Kirche auch von den verh. Diakonen eine Abstinenz von drei Tagen; wenn man dann ab und zu noch seirnen ehelichen Pflichten nachkommen will, bleibt mindestens eines auf der Strecke. In der frühen Kirche lebten auch die Diakone zölibataer; Jungfräulichkeit war geradezu das Markenzeichen der jungen Kirche, besonders in den ersten drei Jahrhunderten.
        Es ist eine nicht zu leugnende Tatsache, dass der HERR die keusche Reinheit ueber alles liebt und sie deshalb von seinen Auserwaehlten auch einfordert. Ueber seine heilige Mutter liess er der hl. Brigitta von Schweden (im 13. Jh.) ausrichten, dass wenn ein Papst es wagen sollte, Hand an den vom Hl. Geist gewirkten Zölibat zu legen, dieser Bekanntschaft mit dem ewigen, nie endenden Feuer machen würde.
        Nur so viel dazu!

        Lassen wir den HERRN HERR sein und wagen wir es nicht, IHM in SEIN Werk zu pfuschen!

  6. @Redaktion: ich finde es schade, dass das Statement von Kardinal Ouellet nicht genannt wird:

    Kurienkardinal Ouellet: Zölibat kein Dogma

    Bei der gleichen Konferenz an der Päpstlichen Gregoriana-Universität betonte der kanadische Kurienkardinal Marc Ouellet, der Präfekt der Bischofskongregation: „Man könnte sich auch für die lateinische Kirche durchaus vorstellen, dass eine andere Lebensform, nämlich die Ehe, mit dem priesterlichen Dienst verbunden wäre.“

    Die Kirche habe dies nämlich nie auf die dogmatische Ebene erhoben. Vielmehr habe sie den pastoralen Wert dieser Verbindung betont, der in dem Dienst die exklusive, ewige und totale Entscheidung für die einzige und ewige Liebe zu Christus sieht. Aber die für diese Entscheidung höchste Autorität der Kirche, nämlich der Papst, „hat es bislang aus ernsthaften Gründen vorgezogen, an dem Gesetz des Pflichtzölibats festzuhalten“, so Ouellet.

    • Würde die lat. Kirche das Zölibat aufgeben, würde sie ihr ureigenstens Wesensmerkmal verlieren und dürfte sich nicht mehr katholisch nennen.
      Die Folgen für die Gesamtkirche wären verheerend: Der eh schon stark verwüstete Weinberg des Herrn würde zum Trümmerfeld aller Häresien werden!

  7. @Lioba, am 10. Februar 2016 um 13:48

    Ihre Verteidigungsrede zum Priesterzölibat möchte ich gerne noch mit einem Gedanken unterstützen.

    Wenn ich heirate und tief im Innersten weiß, dass es nur dieser eine, nur dieser ganz spezielle Mann sein kann, mit dem ich mein künftiges Leben teilen möchte, gebe ich das Treueversprechen am Altar doch aus tiefer Überzeugung und aus dem Willen heraus, es auch einzuhalten – in guten Lebensphasen wie auch in schwierigen. Das in Freiheit gegebene Treueversprechen am Altar ist dann nicht nur so dahergesagt, es ist ein Bund.
    „Ein Bund für´s Leben“ sagte man früher.

    Weiß sich ein Mann wirklich zum Priesteramt berufen, möchte er doch im gleichen Maße wohl auch Jesus Christus treu sein und sich IHM ganz anheimstellen. Und aus dieser inneren, hingebenden Haltung heraus wird es ihm wichtig werden, sich den Menschen zuzuwenden und sie im Idealfall zu Gott zu führen.

  8. @Lioba: leider hab ich keine Zeit mich im Details mit Ihnen auseinander zu setzen! EINES möchte ich jedoch noch festhalten, weil es eine grundlegend falsche Annahme ist: JEDER Mensch hat grundsätzlich die Berufung zur Ehe, das ist in die Natur des Menschen hineingelegt, dass er sich nach Ehe und Familie sehnt, auch der Priester. Das Zölibat ist eben eine übernatürliche Berufung, dass die natürliche aber nicht auslöscht… sonst hätten wir ein schöpfungstheologisches Problem! Jeder der sich zum Zölibat berufen sieht, soll es tun… aber ohne Zwang, weil er sonst die Berufung zum Priester nicht leben könnte… Eine Entscheidung für Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen ja/nein und nicht priester/Ehe… Das Zölibat ist kein Dogma und wird es nicht werden, selbst wenn sie sich am Kopf stellen… Vorher müsste man dann schon mal den ersten Timotheus Brief aus dem Kanon streichen und die gr.-kath. aus der Union schmeißen… aber ich bin mir sicher auch dafür werden sie eine passende Ausrede finden… Im Gegenteil es wird ein Überdenken geben und vielleicht auch eine Umorientierung geben, sowie schon Joseph Ratzinger 1970 schrieb: „Die Kirche der Zukunft …. wird neue Formen des Amtes kennen und bewährte Christen die im Beruf stehen, zu Priestern weihen.“ Ich weiß viele wollen diesen Satz vom späteren Papst nicht mehr hören… aber er hat es geschrieben und er wird seine Gründe gehabt haben!

    • @Jean-Marie,
      Sie irren.
      Es gibt keinen größeren Unsinn als zu glauben, daß jeder Mensch grundsätzlich die Berufung zur Ehe hat.
      Sehr viel Unglück ist schon entstanden, weil Personen einen Ehebund schlossen, ohne fest davon überzeugt zu sein.
      Darüberhinaus gibt es auch Naturen, die homophil veranlagt sein und dies auch in hs Taten umsetzen; die haben jedoch nicht immer vor eine feste Verbindung bis zum Tode einzugehen.
      Da gibt es in Nordbelgien eine ellenlange Reihe ähnlicher Personen; besonders auffallend- ja knetterjeck- ist hier Tom Schellekens, erst Student der Sexuologie und Psychologie an der Uni Löwen, dann Seminarist für Antwerpen: direkt vor seiner Weihe lud er die ganze Lokalpresse ein, um über seine Rufung zu sprechen; ein Jahr später lud er wieder die ganze Lokalpresse ein, um mitzuteilen, „daß schlicht und einfach zu wenig auf dem Küchentisch lag, um Priester zu sein“(sic); er setzte sich dann ab, lebte anderthalb Jahre mit einer jungen Frau zusammen und verließ dann auch sie.
      Und dann der Clou: das Bistum Antwerpen (alias „Bischof“ Bonny) nahm ihn erneut als Priester auf – und die bei diesem Vaudeville verblüfften Gläubigen bekamen vom Ordinariat zu hören: „Welch ein Glück, daß wir damals die Personalakten nicht nach Rom gesandt haben; eine Wiedereinsetzung wie jetzt bei uns wäre dann nicht so leicht möglich gewesen“(!) (sic-Zitat aus der lokalen Zeitung GVA).

    • Gott hat den Menschen als Mann und Frau erschaffen und deshalb hat jeder die Veranlagung für die Ehe. Ehe ist demnach keine Berufung, sondern eine natürliche Veranlagung, die in jeden Menschen hineingelegt ist.
      BERUFUNG aber ist ein HERAUSRUFEN aus der natürlichen Veranlagung in eine neue SEINSWEISE hinein. Das hebräische Wort, das in den Evangelien für die Berufung der Apostel benutzt wird, macht deutlich, dass es sich dabei um eine NEUSCHOEPFUNG in VOLLMACHT handelt, etwas vorher nie Dagewesenes!

      Wer den gottgeweihten Zölibat immer und immer wieder in Frage stellen muss, hat ueberhaupt nicht kapiert was ein katholischer Priester im Wesentlichen (in seinem ureigensten Wesen) eigentlich ist!!!

  9. Ganz praktisch:
    Fragen Sie einmal den Hl. Pfarrer von Ars, ob er Zeit hätte für Frau und Kinder?
    Es ist mir völlig unverständlich, warum das zölibatäre Leben immer als „kaum lebbar“ angesehen wird. Jeder, der nicht verheiratet ist, ist zum „zölibatären Leben“ verpflichtet. Ich kenne viele junge Männer und Frauen, die ob der verdorbenen Jugend heute noch mit über 30 Jahren keine anständige Freundin finden konnten, die zölibatär leben. Ich kenne viele Geschiedene, die zölibatär leben. Auch in der Ehe muss zeitweise zölibatär gelebt werden. Wo ist das Problem? Vielleicht in der Versexualisierung unserer Gesellschaft, in den pornographischen Medien, in der Aberziehung der Scham und der fehlenden Erziehung zur Keuschheit?
    Der Apostel empfiehlt, dass es besser ist zölibatär zu leben, als zu heiraten; Ich denke Gott beruft zur Ehe ODER zum Priestertum und Er gibt ausreichend Gnaden dazu.
    Es gibt Studien, dass Menschen, die sich nicht sexuell betätigen, eine Freiheit im Geist erfahren. Kann ja jeder mal selbst ausprobieren, die Fastenzeit eignet sich hervorragend dazu.
    Wer Jesus so liebt, dass er am Altar Ihn in persona vertreten möchte, liebt bereits mit der Gnade Gottes auf Erden „wie im Himmel“ – ohne Sexualität.

  10. Ich möchte für alle, die hier so vehement den Zölibat für Priester verteidigen, auf eines meiner Argumente weiter oben nochmals eingehen. Wenn für Jesus die zölibatäre Lebensweise eine essentielle Voraussetzung für den Priesterdienst gewesen wäre, wie es hier ja fast durchgehend behauptet wird, eine einfache und klare Frage: Warum hat Jesus keine zölibatären Männer als Apostel ausgewählt?
    Wie heißt es in 1 Kor 9, 5: „Haben wir nicht das Recht, eine gläubige Frau mitzunehmen, wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und wie Kephas?“.

    • @Galilei
      Ganz einfach deshalb, weil es zurzeit Jesu fast keine Zölibataeren gab:
      Im Judentum war die Ehelosigkeit alles andere als eine Bevorzugung Gottes.
      Jesus verlangte deshalb von seinen engsten Freunden noch viel mehr als die heutigen Zölibatsbemitleider verkraften können, nämlich die radikale Nachfolge, d.h. das Verlassen der ach so vertrauten Ehefrauen mitsamt den lieben Kinderchen! (Nachzulesen u.a. in „Visionen der hl. Katharina Emmerick“).
      Wie grausam aber auch, wo doch die Sexualität die natürlichste (Neben-) Sache der Welt ist!
      Und was halten Sie eigentlich davon, dass der Herr selbst, eben jenen einst so glücklich verheirateten Familienvätern, das blutigste aller Martyrien zumutete?
      Wie passt das in Ihr ach so idyllisches Apostelbild?

      • @Severin: Wieso idyllisches Apostelbild? Davon habe ich aber nichts geschrieben, denn das Familienleben war für die Apostel sicher alles andere als einfach. Aber dass sie ihre Frauen und Kinder verlassen mussten, höre ich zum ersten Mal. Und Sie wissen sicher ganz genau, dass gemäß Katechismus Privatoffenbarungen nicht zum Glaubensgut der Kirche gehören und vor allem die endgültige Offenbarung Christi nicht vervollständigen können. Also, aus welcher Bibelstelle geht hervor, dass die Apostel Frau und Kinder verlassen mussten? Wenn man weiß, unter welch schwierigen Umständen in den damaligen Verhältnissen Witwen leben mussten (deswegen auch immer die „Witwen“, um die sich die christlichen Gemeinden sorgen sollten), dann wäre es Wahnsinn gewesen, wenn die Apostel ihre Frauen im Stich lassen hätten müssen. So eine Forderung hatte die ganze Botschaft Jesu konterkariert!

    • @Galilei
      Sie fragen: „Warum hat Jesus keine zölibatären Männer als Apostel ausgewählt“?
      Die Antwort liegt auf der Hand: Die Zwölf mussten rund um die Uhr in ihren Grundbedürfnissen versorgt, bedient und mit Geldmittel ausgestattet werden. Andernfalls hätten die Männer vor lauter „Selbstversorgungssorgen“ nicht auf das Wort ihres Meisters Jesus von Nazareth hören, es memorieren, später mündlich wiedergeben und verschriften können. Kurz gesagt: Ohne die flankierende Arbeit der Ehefrauen der Zwölf und anderer Frauen in deren Begleitung wäre wohl die dreijährige konzertierte Erlösungsmission Jesu an den Alltagsproblemen gescheitert.

      • O, das ist aber eine interessante Theorie. Sie haben Phantasie, die ich offensichtlich nicht habe. Ehefrauen der Apostel als Arbeitsknechte! Die Versorgungsarbeit für die Apostel als Ausnahme vom Zölibat. Wär doch auch vielleicht heute eine Begründung als Ausnahme für den Zölibat, oder nicht?
        Also, man lernt nicht aus, so eine obskure Begründung habe ich bisher noch nicht gehört.

      • @ Galilei
        Obskure Begründung? Haben Sie in der Funktion der Priesterversorgerin den Beruf der Priesterhaushälterin noch nicht wahrgenommen, der für den Priester unter entsprechenden Lohnleistungen beides möglich macht: Versorgtwerden und zölibatäres Leben – eine Jahrhunderte alte Symbiose! Ein Schuft, der Schlechtes dabei denkt!

  11. Ein Priester soll mit der Kirche verheiratet sein. Ebenso wie eine Nonne Braut Christi ist. Das zoelibat bedeutet also mit Gott verheiratet zu sein. Und das ist wirklich viel schoener als eine weltliche Ehe zu fuehren.Jemand der von Gott gerufen wird soll stolz sein und sich freuen das er auserwaehlt worden ist!

  12. Es gibt keine allgemeine Berufung zur Ehe wie manche hier sagen. Es gibt auch keine allgemeine „natürliche Veranlagung“ dazu. Es gibt neben der „Berufung“ zur Ehe auch die „Berufung“ zur lebenslangen Keuschheit. Und das hat noch nichts mit Priestertum und Orden zu tun.

    „… Wer es fassen kann, der fasse es“, sagt der Herr.

  13. Die Aussage v. Kard. Parolin „Man könne über alles reden, aber ohne Eile“ erinnert mich an die Aussage von Franziskus, wenige Tagen vor dem Beginn der 2. Synode für die Familie;
    nachdem die erste Synode in ein Debakel für Franziskus und seine moderne Truppe ausgemündet war und im Vorfeld der 2. Synode die treukatholische Medien sehr präsent und aktiv waren und die Gläubigen für das Leben und für die Familie auf die Straße gingen, war die Stimmung sehr mies.
    Dann fiel wütend die Aussage, daß „Wenn man sowieso nicht vorhätte etwas zu ändern, man die Synode nicht hätte zusammenrufen brauchen“.
    Merke: das „man“ (1) ist nicht das „man“ (2).
    Man quasselt und quasselt und quasselt in der Erwartung daß hinten dann doch etwas neues Anderes herauskommt.

    • Werter @ Adrien Antoine
      Bereits im Dezember 2014 hat der von Papst Franziskus eingesetzte Generalsekretär der Weltbischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, dem die Antworten des in Rom zusammengekommenen Päpstlichen Familienrates zu den 46 Fragen des neuen Fragebogens offensichtlich nicht entsprochen hatten, gesagt, dass „es keinen Sinn habe, eine Synode abzuhalten, wenn man dann nur wiederhole, was schon immer gesagt wurde“
      Baldisseri gehört zu jenen Kirchenvertretern, die unter Papst Franziskus die steilste Karriere erlebt haben. Franziskus machte ihn zum Kardinal und setzte ihn auf einen wichtigen Vertrauensposten. Daher kommt dem Generalsekretär der Synode eine zentrale strategische Rolle zu: Er testete einen Satz, den Papst Franziskus später sagen wollte. Ich fürchte, Sie täuschen sich, wenn unter der REGIE DER JESUITEN von der Gregoriana im Vatikan nur „gequasselt“ wird. Daher habe ich im Thread „Zweites Video“ vorsorglich darauf hingewiesen, dass verbindliche Glaubenswahrheiten nur nach der Definition von 1870 (ex cathedra) und nicht im Zwiegespräch mit einem Freund in St. Martha in die Welt gesetzt werden können.

  14. Ich erlaube mir hier noch eine Antwort an @alfredprivat auf seinen Kommentar vom 8. FEBRUAR 2016 UM 17:54 zum gleichen Thema unter http://www.katholisches.info/2016/02/04/zoelibat-weiht-papst-franziskus-in-mexiko-verheiratete-diakone-zu-priestern/
    nachzureichen, da der Kommentarbereich bereits geschlossen war:
    „Lieber Mitforist. Ihre Position in allen Ehren und wenn Sie über die Einführung des Zölibates besser Bescheid wissen, nehme ich das an.“

    Das ehrt Sie.

    „Mir geht es darum, diese Leute (Priester) nicht auf ein Podest zu stellen.“

    Sie sind Berufene zu einem besonderen Dienst. Sie sind in den allermeisten Fällen keine Heiligen, aber ihrer Berufungsgnade (diese schließt die Befähigung zum zölibatären Leben ein) sollten sie schon treu bleiben. Das ist in der Tat eine große Bürde, aber auch eine große Würde, denn die sakramentale Weihe, als Folge und Ergebnis göttlicher Berufung, schafft dem Priester auf Ewig ein neues Sein in Christus. Er ist erwählt und befugt, Christus in der Eucharistie zu repräsentieren, durch ihn spricht Christus und durch ihn wandelt Christus uns Brot und Wein in sein Fleisch und Blut. In Zeiten, in denen dies Gläubigen noch tiefinnerlich bewusst war; nannte man die Priester deshalb auch Hochwürden.

    „Mir erschließt sich aber nicht, warum dazu der Zölibat gehören soll. Im Zölibat begibt sich doch der Priester einer der wichtigsten Facetten des Menschseins.“

    Das Zölibat ist eine ganz natürliche, in allen Religionen und zu allen Zeiten praktizierte Form religiöser Ganzhingabe. Würde es Ihnen einfallen, Buddhistischen Mönchen oder dem Dalai Lama anzuraten, doch ihre Sexualität auszuleben, damit sie endlich ganz Mensch sein können? Nein, denn sie sind ganz Mensch auf ihre spezifische Weise, sie sind glücklich und im Einklang mit sich und Gott. So auch der Priester.
    Nicht die Zeiten sind krank und unnatürlich, die die sexuelle Enthaltsamkeit aus religiösen (und anderen) Gründen ganz selbstverständlich akzeptieren, sondern vielmehr sind die Zeiten krank und unnatürlich, in denen Sexualität so überbewertet wird, dass man sexuelle Enthaltsamkeit als krank und unnatürlich empfindet. Wir leben gegenwärtig in solch kranken, die sexuellen Greuel spätrömische Dekadenz weit hinter sich lassenden Zeiten. Kein Wunder, dass das Zölibat heute angefragt und angefeindet wird wie nie. Aber gerade deshalb muss die Kirche am Wissen, an den Überzeugungen und an der Überlieferung aus gesunden Zeiten festhalten und sie gegen alle Widerstände und gegen allen Unverstand verteidigen.

    “..sondern wir haben es mit einem Fehler des Systems zu tun.“

    Dagegen spricht das Gelingen zölibatären Lebens, das die Anzahl der Gescheiterten an Frucht und Zahl weit übertrifft. Ich gebe ihnen recht, dass es das Scheitern am Zölibat zu allen Zeiten gegeben hat, aber es gibt eben auch Zeiten in denen dieses Scheitern durch bestimmte gesellschaftliche oder geistige Konstellationen sehr begünstigt wird. Und das Konzil hat unbestreitbar eine Atmosphäre religiöser Erschlaffung hervorgerufen, die die moralische Laxheit begünstigte (einmal ganz abgesehen von der gesellschaftlichen Bewegung der 68er). Auch das muss man ehrlicher Weise in Betracht ziehen. Ich bleibe dabei, zölibatäres priesterliches Leben kann gelingen und glücklich machen und zum vollen Menschsein führen, auch heute, falls die Voraussetzungen, göttliche Berufung und lebendiger Glaube, stimmen.

    „Sollte nicht das Zentrum unseres Glaubens Jesus Christus und dessen Rede sein?“

    Ja, eben! Und der forderte: wer mir nachfolgen/mein Jünger sein will, nehme sein Kreuz auf sich, verlasse alles, was er hat und folge mir nach. Wer Mutter, Vater, Bruder, Schwester (ergänze Frau und Kinder) mehr liebt, als mich, ist meiner nicht wert. Und wenn Sie Jesu Ehelosigkeit nicht im Evangelium finden, dann erst recht nicht sein Eheleben.

    Nein, im Klerikerzölibat besitzt die Kirche einen riesengroßen spirituellen Schatz, der ihr von Jesus Christus selbst durch Wort und Beispiel eingestiftet wurde! Diesen für das Linsengericht zeitgeistiger, ökumenistischer Anpassung wegzuschenken, wäre Wahnsinn!

  15. Liebe Mitforisten,
    für mich ist der verpflichtende Priesterzölibat schlicht ein Systemfehler mit menschenunwürdigen Folgen.
    Natürlich sind wir alle mit leiblichen Bedürfnissen geschaffen. Die nicht zu erfüllen kann nicht gesund sein.
    Nun wird der Zölibat überwiegend mit der Tradition begründet. Ein Vorredner meinte gar, eine abweichende Position wäre schon schlecht, weil sie modern sei. Außerdem meint jemand, der Mensch sei nicht zur Ehe geschaffen, weil viele Ehen scheitern.
    Hier nähern wir uns dem Problem: Zölibat und zölibatäres Leben werden hier als Ideal behandelt. Ideale sind bekanntermaßen nie zu erreichen.
    Wovon nicht gesprochen wird, sind Priester, die im Sinn der Kirche weit am Ideal vorbeileben.
    Wir alle kennen hinreichend Priester, die mit einer Frau oder einem Mann liiert sind und ihre Beziehung leben. Wir alle sind Menschen und brauchen als soziale Wesen ein Gegenüber.
    Wirklich problematisch wird die Angelegenheit, wenn aus der Beziehung Kinder hervorgehen. Die Frau des Priesters muß offiziell als alleinerziehend auftreten, die Kinder können nicht zu ihrem Vater stehen, kennen ihn evt. nicht einmal. Wenn der Priestervater nämlich das Angebot der Diözese annimmt, die Alimente zu übernehmen, unterschreibt er ein Kontaktverbot zu Mutter und Kind. Das ist schlicht ein Skandal!

    Bitte verschonen Sie micht jetzt mit dem Argument, liierte Priester seien eine verschwindende Minderheit und so etwas gäbe es erst seit dem Konzil.
    So einfach ist das nicht. In der Literatur geht man von 30 – 50 % liierten Priestern aus. Aus meinem eigenen Erfahrungsbereich kann ich das in etwa bestätigen.
    Eine Folge des Konzils ist diese Situation auch nicht, weil es schon immer Priester mit Anhang gegeben hat.

    • @ alfredprivat
      Sie sagen: „In der Literatur geht man von 30 – 50 % liierten Priestern aus. Aus meinem eigenen Erfahrungsbereich kann ich das in etwa bestätigen“. Das ist schon aus Ihren Worten erkennbar.
      Die „liierten Priester“ sind neben den Falschlehrern von den Hochschulen wahrscheinlich auch der Grund für den Niedergang des Messbesuchs zumindest im deutschsprachigen Raum.
      Daher gilt, was oben zu Ihnen gesagt worden ist:
      „Nein, im Klerikerzölibat besitzt die Kirche einen riesengroßen spirituellen Schatz, der ihr von Jesus Christus selbst durch Wort und Beispiel eingestiftet wurde! Diesen für das Linsengericht zeitgeistiger, ökumenistischer Anpassung wegzuschenken, wäre Wahnsinn“!(hicesthodie)

    • 1963!!! hat Seine Exzellenz, Bischof Pohlschneider von Aachen bei einem Vortrag vor einer Kloster Gemeinde zugegeben, das Bistum Aachen zahle für 25 Priester Alimente.

      • Werter Petrus, dann müssen Sie in Ihrer Statistik auch erwähnen, für wieviele PriesterExzellenz Pohlschneider 1963 KEINE Alimente zahlen musste, dann erst ergibt sich ein Bild.

        Ich sagte ja schon zu alfredprivat, Verfehlungen gegen den Zölibat hat es immer gegeben, so wie es Verfehlungen anderer Art schon im Jünger und Apostelkreis gab. Verfehlungen gibt es, weil der Mensch schwach, verführbar ist, weil er seine Berufungs/Gotteskindschaftsgnade ein manchmal sehr langes und steiniges Leben in irdenen Gefäßen mit sich herumträgt und somit stets in Gefahr steht zu fallen. Aber da gibt es als Christ vor Gott und den Menschen immer auch die Möglichkeit der Reue, Umkehr und Buße und den daraus resultierenden echten Neuanfang. Daher war es richtig von Exzellenz Pohlmann, jenen 25 an ihrer Zölibatsgnade Gestrauchelten diese Umkehr anzurechnen und einen Neuanfang zu gewähren, andererseits die Frucht jenes Strauchelns, also die 25 Kinder und deren Mütter, nicht unversorgt zu lassen.

        Wenn man immer alle Institutionen gleich in die Tonne werfen wollte, nur weil sich nicht alle an Versprechen, Regeln und Gesetze halten, dann könnte man gleich die Anarchie ausrufen.

        Es ist daher der falsche Weg, den Zölibat aufgrund von Zölibatsbrechern in Frage zu stellen, vielmehr sollte uns jeder Bruch des Zölibatsversprechens ein Anlass sein, ob unserer menschlichen Schwachheit zu erschaudern (nicht gegenüber dem Sünder in augenzwinkernde, verständnisvolle Kumpanei zu verfallen, so wie es heute unter Klerikern wie Laien üblich geworden ist) und uns die tiefe Wahrheit vor Augen zu führen, dass wir unser Heil unter Furcht und Zittern bewirken müssen, damit wir Christen unter dem falschen Geschlecht wie Sterne zu leuchten vermögen(Phil 2.12-18)!

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