„Der Teufel muß nicht mehr arbeiten, es kommen so viele von allein in die Hölle“

Ettore Gotti Tedeschi: "Der Teufel hat aufgehört zu arbeiten, weil so viele von allein in die Hölle kommen"
Ettore Gotti Tedeschi: "Der Teufel hat aufgehört zu arbeiten, weil so viele von allein in die Hölle kommen"

(Rom) Der ehemalige Präsident der Vatikanbank Ettore Gotti-Tedeschi legte wenige Tage vor Weihnachten, zusammen mit dem Journalisten Paolo Gambi, das Gesprächsbuch „Un mestiere del Diavolo“ (Ein Handwerk des Teufels) vor. Darin sagt der Ex-Banker des Papstes: „Der Teufel hat aufgehört zu arbeiten“. Der Grund dafür sei, weil inzwischen so viele ganz von alleine in die höllischen Flammen wandern würden. „Vielleicht gibt es ja deshalb die menschengemachte Erderwärmung…“ Was ironisch klinge, sei durchaus ernstgemeint, so der Vatikanist Sandro Magister.

Bankier sui generis

Gotti-Tedeschis Gesprächsbuch habe „vom Titel weg“ zumindest eine Sache mit Papst Franziskus gemeinsam. Im Mittelpunkt steht eine Gestalt, die auch in der Bibel eine zentrale Rolle spielt, nämlich der „Fürst der Lüge“.

Gotti-Tedeschi „ist ein Bankier sui generis, ein brennender Katholik und ein Humanist“, so Magister. Er sei mehr Einzelgänger, dem das Gruppenspiel nicht besonders liegt. Als er 2009 in den Vatikan berufen wurde, um der Vatikanbank IOR vorzustehen, machte er sich die Aufgabe „mit absoluter Hingabe“ zu eigen, wie jemand, der sich selbst „zum Eunuchen macht, um des Himmelsreiches willen“, wie er in Anlehnung an das Neue Testament selbst sagt.

Konkret wollte er die IOR wieder zu dem machen, was sie eigentlich sein sollte, nur eine bankähnliche Einrichtung, um die Arbeit der Kirche reibungslos erfüllen zu können und ihre Unabhängigkeit zu sichern.

Der Teufel der „große Pensionist“, weil er „heute nicht mehr arbeiten muß, um die Hölle zu füllen“

„Prompt wurde er 2012 aus dem Amt gejagt“, so Magister. Auch im Buch sagt er nicht von wem. Letztlich sei das da auch zweitrangig. „Nicht zweitrangig ist hingegen der unsichtbare Gast auf jeder Seite des Buches, der Teufel, den Gotti-Tedeschi, den ‚großen Pensionisten‘ nennt, weil er heute von so vielen ‚Fans’ umlagert ist, daß er gar nicht mehr arbeiten muß, um die Hölle zu füllen.“

Die wahren Wurzeln für die Unordnung in der Welt sieht Gotti-Tedeschi in der Moral und letztlich in der Theologie. Die ökonomischen und ökologischen Desaster seien nicht die Ursache, sondern die Wirkung. Doch in den Worten des Bankiers ist kein trauriger oder resignierter Unterton herauszuhören. „Wenn der Teufel sich auch amüsiert, gibt es immer noch jemanden, der weiterarbeitet und erleuchtet und am Ende siegt. Es ist die Göttliche Vorsehung, dank der auf geheimnisvolle, aber unfehlbare Weise alle Dinge ‚cooperantur in bonum‘.“

Respekt für den Papst, doch andere Kardinäle schätzt er mehr an der Spitze der Kirche

Der Dialog zwischen Gotti-Tedeschi und seinem Gesprächspartner „ist ein Schwimmen gegen den Strom mit ironischen und überraschenden Überlegungen“, so Magister. Die Themen sind aber immer gewichtig: Wirtschaft, Umwelt und Kirche „mit dissonanten Spitzen im Gegensatz zur allgemeinen, aber häufig wenig getreuen Narration, die Papst Franziskus weltweit umhüllt.“

Dem Papst zollt Gotti-Tedeschi Respekt und pflichtschuldigen Gehorsam, ohne dabei jedoch zu verbergen, daß er Kardinäle wie Robert Sarah, Carlo Caffarra, Gerhard Müller, Raymond Burke und George Pell, letzteren „als Theologen“, wie er betont, als geistliche Führer an der Spitze der Katholischen Kirche mehr schätzt und bewundert.

Un mestiere del diavolo. Paolo Gambi im Gespräch mit Ettore Gotti Tedeschi, Verlag Giubilei Regnani, Cesena 2015, 260 Seiten, Euro 15,00

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Settimo Cielo/Giulei Regnani (Screenshot)

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34 Comments

  1. Ach naja, viel Gegacker, nichts Konkretes, Gegrummel höchstens, Ross und Reiter fehlen. Wozu solche Bücher?

    Wer das kauft, erhoffte sich wahrscheinlich etwas Aufschluss.

    Bekommt er den?

      • O Elias, Experte für Senfsorten, Parolkäfige und Rosen mit Dornen, schriebe ich nur Gegacker – weder Sie noch Ihre Brüder und Schwestern im Schwertgeiste würde stets sprungbereit darauf reagieren!

      • (aktiv bekämpfen führt nur zu (Über-)Reaktionen. Ignorieren darf man aber immer, und es verletzt auch niemanden!)

  2. Wir können, ohne das Buch nicht gelesen zu haben, kaum urteilen. Aber ich nehme schon an, dass es mehr als „Gegacker“ und „Gegrummel“ bietet.
    Ettore Tedeschi benennt darin immerhin die o.g. Kardinäle als „geistliche Führer an der Spitze der Katholischen Kirche“. Damit spricht er diese geistige Führung Papst Franziskus ab, zumindest für sich persönlich.
    Wenn man länger darüber nachdenkt – welche Brisanz beinhaltet das? Wieviel sagt das aus?
    Der Autor hat Stellung bezogen!
    Daran ändert auch nichts, dass Tedeschi Papst Franziskus in seiner Funktion respektiert.

    • Na also – er sagt also außer Andeutungen nichts. Bravo und danke für die Bestätigung!
      Da ist der neueste Artikel von Herrn Obenauer, wenn auch gedrechselt, doch erheblich eindeutiger und klarer.
      Übrigens: Obenauer redet seinen eigenen Worten nach nur, weil die Bischöfe es nicht tun.

      Die Tedeschi’schen Heldenbischöfe werden also auch von diesem Autor, sagen wir es doch mal ungeschminkt, als nichtssagend wahrgenommen! Denn andernfalls sähe er sich nicht verpflichtet, sich zu äußern!

      Man muss sich das mal vorstellen:

      Das Papstvideo vom Januar hat keinerlei – ich betone KEINERLEI – „Widerstand bis zum Äußersten“ hervorgerufen, auch nicht bei den „eigentlichen geistlichen Führern“, ja: gerade bei denen mal wieder nicht! Wo waren die Herren in Lila, die Herren Pell, Burke, Schneider etc. etc. etc.
      Naja, es ging ja nicht um Sex, Homo oder Gender. Und für fremde Rituale in Samt und Seide, kostbare Stickereien und meterlange Schleppen, sofern sie nur märchenprinzessinnenhaft genug sind, dürfte man als wert-konservativer Alte-Messe-Folklorist sogar ein Faible haben…macht doch nichts, wenn es dem falschen Glauben dient, Hauptsache stilvoll.

      Geht es dagegen um das alleinige Königtum Christi – und das steht zur Disposition in apokalyptischem Ausmaß, lohnt sich wohl kein Aufstand bei unseren Brokatträgern…

      • Gähn. Naja, nicht jeden kleidet gendergerechter Sack-und-Asche-Fummel von Dawanda, nicht wahr, liebste zeitschnur.

      • Nicht ablenken, – es ist halt nix mit den Heldenbischöfen. Und zum Thema Sack und Asche, werden Sie sich dran gewöhnen müssen, dass der abendländische Büßer mehr oder weniger immer schon gegendert hat… das Reich Gottes ist nicht äußerer Schein.

        Der König von Ninive zerriss seine Kleider und tat umgehend Buße und verordnete allen Bewohnern, selbst den Tieren, einen Sack zu tragen: so wurde die Stadt gerettet.

        Das wäre auch unsere Marschroute, aber wie will man das begreifen, wenn man einen rein veräußerlichten, altbacken-verkrusteten Pracht-Klamotten-Glauben für den wahren Glauben hält…

        So kämene wir vielelicht weiter – Donatell, 15. Jh:
        https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Maria.Magdalena.jpg

  3. Was die Vatikanbank angeht, habe ich überhaupt kein Vertrauen. Nur einer von vielen Artikeln dazu: http://www.welt.de/kultur/article148454504/Tote-Paepste-fuehren-noch-Konten-bei-der-Vatikanbank.html – Das Buch von Herrn Ettore Gotti-Tedeschi wird wahrscheinlich nicht die wirklichen Hintergründe bringen. Das Buch „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzuges“ von Ernst Wolff (Tectum Sachbuch, 2014) über das Geldunwesen und die Ausbeutung der Völker dadurch ist sehr viel erhellender. Hier ein sehr sehenswertes Interview mit dem Autor: https://www.youtube.com/watch?v=GCkKxITTKYw – „Im Gespräch mit Ernst Wolff, dem Autor des Buches „Weltmacht IWF“, erhärtet sich der Verdacht, dass der Internationale Währungsfond eher als global handelnder Kredithai bezeichnet werden muss. Wem dieser Hai mit sogenannten Struckturanpassungsprogrammen Schaden zufügt, kann man längst auch in Europa erkennen. Aber wem nützt dieser Hai ?“ (Zitat aus der Videobeschreibung von youtube KenFM).
    In Wirklichkeit gibt es keine unabhängige Bank, da alle Banken zum Weltfinanzsystem der Finanz-Eliten gehören. Folgendes Interview von ‚Deutsche Wirtschaftsnachrichten‘ mit dem Autor des Buches „Die Plünderung der Welt: Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen“ erklärt dies aufschlussreich: https://www.youtube.com/watch?v=MdAsNyMby9E (Teil 1) + https://www.youtube.com/watch?v=WpyA3qn4t6Y (Teil 2). Die Vatikanbank ist Teil eines globalen Ausbeutungssystems bei dem die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Jetzt wollen sie ja anfangen das Bargeld (in Deutschland jetzt erst mal auf 5000 euro begrenzt) abzuschaffen. Cui bono ? Es riecht nach orwellscher Totalkontrolle.

  4. Aber auch er wird sich,wie alle,irgendwann entscheiden müssen,ein Lavieren zwischen den Fronten,wie es etwa ein Andreas Englisch in Reinkultur betreibt wird es ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr geben.
    Was im Irdischen funktionieren mag,ein jein,gibt es bei Gott nicht,entweder jaja oder neinnein,“alles andere ist von Übel“.
    Gerade diese Nacht hatte ich einen merkwürdigen Traum,ich versuche mal,es zusammenzubringen.
    Ich musste mich für oder gegen das Christsein entscheiden wobei ich wusste,das, wenn ich mich dafür entscheide, ich sterben muß.
    Mir wurde so etwas wie ein kleines grünes(!)Kissen vorgehalten,darauf sollte ich drücken,wenn ich dafür bin.
    Ich tat es sofort und ohne zu zögern,aber weiter weiß ich nicht.
    Hoffentlich bin ich,wenn es in der Realität mal darauf ankommen sollte auch so mutig…

  5. Jetzt ist es wohl so weit :..der Teufel ist arbeitslos geworden ! Früher sagte
    man über den Teufel :..fleißig ist er ja ! Jetzt kann er sich ausruhen, denn es
    scheint, als hätte er die Christenheit im Sack. Jetzt setzt er seine Dämonen
    auf die an, die stur ihrem Glauben treu bleiben. Hier versucht er durch Streit,
    Lügen, Verleumdung und Angst, die Christen zu verunsichern und zum zweifeln
    zu bringen. Aber bei den gefestigten Christen wird er sich seine faulen Zähne
    ausbeissen.

    • Nein – das ist falsche Sicherheit. In der Apokalypse heißt es, es sei ihm gestattet worden, die Heiligen (!) zu besiegen. Und nur die, die von Anbeginn der Welt im Buch des Lebens standen, werden gerettet, weil Gott die Zeit abkürzt – denn sonst würden auch sie verführt und besiegt.

  6. Die Überschrift ist eine Art kritisches Bonmot über den Zustand der Kirche, besonders ihrer Führung. Doch verharmlost Herr Tedeschi damit auch den Teufel. Der ist nämlich fleißig ohne Rast und Ruh bis zum Ende und treibt die Seinen, ob Geister oder ihm verschworene Menschen, zu unermüdlichem Fleiß an, um in der Kürze der ihm verbleibenden Frist eine möglichst große Seelenernte für sein Reich der Finsternis und Qual einzufahren.

    • Das stimmt, heißt es doch über die Apokalypse, der Satan sei auf die Erde geworfen worden und verwüste dort mehr denn je die Seelen.

      Gotti Tedeschi verharmlost aber auch die Apokalyptik des gesamten Äons nach Christus: das IST insgesamt die Apokalypse und Zeiten, in denen der Teufel „mehr“ kämpfen musste, dürfte es wohl kaum gegeben habe. Ihm war noch nicht soviel Macht zugestanden worden – das muss man schließen, wenn Gott sie ihm am Ende für einen kurze Zeit total gibt.

  7. ach Trauerkloß,köcheln Sie ruhig weiter in Ihrer trüben Brühe.
    Eigentlich eine Ehre für uns,je mehr Trolle,um so näher sind wir an der Wahrheit.

  8. Allen Zuschreibern, die nur über den ersten Teil des Satzes von Gotti – Tedeschi diskutieren, möchte ich nochmals die Tragik seiner Ausssage in Erinnerung rufen: „Der Teufel muß nicht mehr arbeiten, es kommen so viele von allein in die Hölle“. Diese ungeheure Botschaft wagt heute kein Bischof und kein Berufener mehr seinen anvertrauten „Schäfen“ zu predigen. Statt dessen wird uns zum Vergessen der Wahrheit und zum Vergessen von Gottes Gerechtigkeit die „Barmherzigkeit“ gepredigt und zwar so als hätten wir ein Anrecht darauf im Glauben auf die übergroße Barmherzigkeit Gottes weiter zu sündigen nach dem Motto „Gott wird nicht müde zu verzeihen“. Dieser Artikel ist für mich eine Warnung, die Gerechtigkeit Gottes nicht zu verschweigen und die Barmherzigkeit als Frucht der Gerechtigkeit zu verstehen. Denn der Vater der Lüge ist dabei durch Verzerrung der Wahrheit den Kampf um die Seelen zu gewinnen. Für die klaren Worte einen herzlichen Dank an Gotti – Tedeschi.

    • Sehr gut beobachtet, danke!

      Ich kenne auch andere Artikel von Gotti-Tedeschi, er ist ein echter Fachmann auf seinem Gebiet, und zudem scheint er einen felsenfesten Glauben zu haben, und das auch offen zu bekunden (es gibt heutzutage wohl mehr gute Laien-Prediger als gute, geweihte Kollegen…).

  9. Zum letzten Kommentar von Herrn @ Hans…
    Ich lese gerade mit großem Vergnügen die für Kinder aufbereitete Fassung des christlichen Klassikers „Pilgerreise…“ von John Bunyan und möchte daraus eine Passage zitieren, die gut zum Thema passt.

    Christs Rat
    Nachdem sie eine Weile miteinander geredet hatten, trat Getreu zu Christ und sagte leise: »Ach, was haben wir doch für einen netten Weggefährten gefunden!« Doch Christ erwiderte: »Jetzt will ich dich erst mal aufklären
    über diesen Burschen. Ich kenne ihn recht gut, denn er lebt in unserer Stadt. Sein Name ist ›Schwätzer‹, und er ist der Sohn eines gewissen ›Redselig‹. Er wohnt in der Schwatzgasse. Er hat eine gewandte Zunge und ist voll schöner Worte, aber in seinem Herzen ist kein Platz für den Glauben.« Getreu: »Da habe ich mich aber schwer in diesem Mann getäuscht. Wie sollen wir ihn loswerden?« Christ: »Tu, was ich dir sage! Fang ein Gespräch an über irgendein ernstes Thema, und dann frag ihn freiheraus, ob
    sein Glaube echt ist oder ob er nur in schönen Worten besteht! Dann wirst du bald herausfinden, dass er dich ebenso satthat wie du ihn.«

    Getreu stellt Schwätzer auf die Probe
    Da trat Getreu auf Schwätzer zu und fragte ihn: »Nun, wie steht es mit dir?« Schwätzer: »Ach, danke, ganz gut. Wir hätten inzwischen schon ein langes Gespräch führen können.« Getreu: »Wenn’s dir recht ist, so wollen wir uns jetzt über folgendes Thema unterhalten: Wie offenbart sich die rettende Gnade Gottes in den Herzen der Menschen?«

    Sie sprechen über Sünde und Gnade
    Schwätzer: »Das ist eine wichtige Frage. Zuerst ruft die Gnade eine starke Entrüstung über die Sünde hervor.« Getreu: »Ich finde, du solltest lieber sagen: Die Gnade bringt die Seele dazu, die Sünde zu hassen.«

    Schwätzer besteht die Prüfung nicht
    Schwätzer: »Nanu, was ist denn für ein Unterschied zwischen der Entrüstung über die Sünde und dem Hassen der Sünde?« Getreu: »Oh, ein sehr großer! Ich habe schon manch einen gehört, der sich auf der Kanzel über die Sünde entrüstet hat, sie aber heimlich in Herz und Haus gehegt hat. Besteht dein
    Glaube nur in schönen Worten oder in der Tat und in der Wahrheit?« Bei diesen Worten lief Schwätzer rot an und fragte: »Wie kommst du denn dazu, mir solch eine Frage zu stellen?«

    Getreu und Schwätzer trennen sich
    Getreu: »Weil du mit schönen Worten so schnell bei der Hand bist. Aber sonst scheint sich dein Christenglaube mit allem zu vertragen: mit Saufgelagen, mit Habsucht, mit Fluchen und Lügen.« Schwätzer: »Da du so rasch über mich das Urteil fällst, schließe ich daraus, dass du ein übellauniger Schwarzseher bist, mit dem man nicht reden kann. Darum: Leb wohl!«

    »Halte dich von solchen Menschen fern!«
    Da trat Christ heran und sprach zu seinem Glaubensbruder: »Hab ich dir das nicht gleich gesagt? Deine Worte und seine Begierden passten nicht zusammen. Lieber wollte er auf deine Gesellschaft verzichten als sein Leben ändern. Nun ist uns die Mühe erspart geblieben, uns von ihm loszusagen. Er wäre doch nur ein Schandfleck für uns gewesen. Auch schreibt Paulus: ›Halte dich von solchen Menschen fern‹« (1. Timotheus
    6,5).

    Christ lobt Getreu
    Getreu: »Ich bin froh über dieses kurze Gespräch mit Schwätzer. Ich habe ihm alles klar gesagt. Wenn er jetzt nicht Buße tun will, bin ich unschuldig an seinem Blut.« Christ: »Du hast richtig gehandelt, als du so offen mit ihm redetest. Ich wünschte, dass alle Menschen so sprächen. Dann
    würden es die Menschen lernen, aufrichtig zu sein, oder sie würden sich in der Gesellschaft von gläubigen Christen nicht mehr wohlfühlen.«

    John Bunyan, Pilgerreise in Bildern, Ausgabe für Kinder (…), gebunden, 256 Seiten. ISBN / EAN: 978-3-86699-339-6
    http://clv.de/Buecher/Erzaehlungen-Romane/Pilgerreise-in-Bildern.html?listtype=search&searchparam=John%20Bunyan

    Als pdf-Datei gratis herunterladbar:
    http://clv.de/clv-server.de/wwwroot/pdf/256339.pdf

    • Werter @ Leo Laemmlein,

      Ich freue mich, dass Sie die Pilgerreise mit großem Vergnügen lesen.

      In seiner Autobiografie „Überreiche Gnade“ lässt John Bunyan den Leser in allen Höhen und Tiefen an dem übermäßigen Erbarmen Gottes in Christus Jesus teilhaben. … mit welchen Anfechtungen er zu kämpfen hatte und wir Gott ihn durch alle Situationen durchgetragen hat.

      Ein kleiner Ausschnitt daraus:
      Der Versucher griff mich vielfach mit folgenden Fragen an: Wie kannst du feststellen, dass Jesus unser Erlöser ist, obwohl die Türken Mohammed in ihren Schriften als Erlöser darlegen? Kann ich mir denn vorstellen, dass so zahllose Zehntausende in so vielen Ländern und Reichen ohne Kenntnis des rechten Weges zum Himmel sein sollen (gesetzt es gäbe wirklich einen Himmel); und dass einzig wir, die wir in einem Winkel der Erde leben, mit dieser Erkenntnis gesegnet sein sollen? Jedermann hält seine eigene Religion für die allein richtige, Juden wie Mauren und Heiden, und wie, wenn unser ganzer Glaube, und Christus, und die Schrift ebenfalls nur Einbildung wäre?
      Ab und an habe ich mich bemüht, wider diese Einflüsterugen zu argumentieren und ihnen einige der Aussagen des hl. Paulus entgegenzusetzen. Doch ach, ich merkte schnell, wenn ich das tat, dass die Einwände wie die folgenden sich abermals gegen mich wandten: Obwohl wir von Paulus und seinen Worten sehr viel Aufhebens machen, wie kann ich tatsächlich beweisen, ob er, da er ein scharfsinniger und erfindungsreicher Mann war, sich nicht in der Tat damit abgegeben hat, mittels stärker Täuschungen die Menschen irregeleitet hat; und also auch jene mühevolle Reisen unternahm, um seine Genossen zu vernichten und zuschanden zu machen?

      • Sehr geehrte @ Christin,
        nun lese ich auch die unbearbeitete vollständige Version. Wichtig ist es auch, die Bibelstellen, die er angibt, nachzuschlagen.
        Dieser Kesselflicker mit kaum mehr Ausbildung als Grundschule hat ein Stück Weltliteratur geschaffen, obwohl er nicht einmal literarische Ambitionen hatte.
        Die Anfechtung durch den Islam ist aufschlussreich. Der Islam ist neben dem Christentum die größte Weltreligion und gerade dabei, es zahlenmäßig zu überflügeln. In seiner fast 1400jährigen Geschichte hat er eine Zivilisation hervorgebracht und zusammengehalten und auch manche, wenngleich nicht viele kulturelle Leistungen aufzuweisen. Er hat eine ausgeklügte Exegese, Überlieferungs- und Rechtswissenschaft geschaffen. Trotzdem ist er eine falsche Religion, er ist die antichristliche Religion par excellence. Was kann uns das lehren? Kulturelle, wissenschaftliche, zivilisatorische Leistungen, imponierende Tradition, verzweigte Glaubenswissenschaft und Morallehre, weltweite Verbreitung, usw. usf. – das alles verbürgt an und für sich keine Wahrheit, keine Erlösung und Rettung. Alle Weltreligionen können dergleichen vorzeigen.
        In der heutigen Täuschung und Verwirrung tun wir gut daran, genau zu prüfen, wo Wahrheit ist, sie vom Irrtum zu scheiden und ihr und nur ihr zu folgen.

  10. Liebe Stella! Grün ist die Farbe des ISLAM. Wenn Du Deinen „Kopf“ durch ihn verlierst d.h. „stirbst“ von JESUS CHRISTUS Zeugnis geben wirst, wirst Du leben, glaube ich. Im Gebet mit Dir verbunden, hoffe wie Du, ich werde das auch zu Wege bringen, so Gott will…?!

  11. @zeitschnur Ihr Kommentar ist leider oft sehr aggressiv, stets sehr intelligent und hetzt unentwegt gegen etwas oder wen auf, oder soll wohl einige hier „aufbringen“ (in Wut bringen) für wen und was… Die Frage ist: Wer tut das vor allem und wem dient das…?! Sie müsste auch Ihnen, so Sie bekennender und ein praktizierender Christ sind, der unter der Obhut eines kath. Priesters steht und die Demut übt, wohl auch bekannt sein ?! Oder doch noch immer nicht?! Als ein „Troll“, dessen Image Sie zur Zeit uns hier vor Augen führen und pflegen, schon. Zu den Äusserlichleiten einiger Prälaten, wie Sie sie uns anprangerten und verdammten, glaube ich, zumindest einige von Ihnen zogen es vor, zu diesem oder jenem „Thema“, zu schweigen und das GEBET in die erste Reihe zu stellen, was ich auch Ihnen hiermit (und uns allen) sehr empfehle! Gelobt sei JESUS CHRISTUS der Herr!

    • Sie reden wie die linken Hetzer, bloß auf Rechts. Sie haben sage und schreibe nicht ein einziges, inhaltlich fassbares Argument vorgetragen, dafür aber ein langes Posting mit persönlichen Anwürfen abgesetzt – ist das der Geist der Demut?

      Es ist in jedem Fall Realsatire!

  12. …ohne das Gebet tun wir „das“ (uns selber vor allem (!) in den Vordergrund stellen und uns als etwas Besseres betrachten, so dieser „fehlt“ und ihn, den Nächsten, verdammen). Und wirklich: Der Teufel muss uns nur hierbei zuhören, wie wir uns selber durch diese Selbsterhöhung (Lieblosigkeit) in die Hölle hineinreden und uns den Himmel verschliessen…

  13. Von des Teufels Reich

    Es gibt ein Reich der Finsternis, es gibt in der unsichtbaren Geisterwelt eine große Menge böser Geister, die unter einem Fürsten, unter einem Obersten der Teufel stehen, und in großer Einigkeit auf Einen Zweck losarbeiten. Ihr Wesen ist Feindschaft und Empörung gegen Gott, und ihre Absicht geht darauf, die Werke Gottes zu zerstören. Dieses Reich der Finsterniß ist sehr stark und mächtig…
    Dies alles könnte uns nun ziemlich gleichgültig sein, wenn der Teufel und sein Reich uns nicht angingen. Wenn der Satan und sein Reich noch so mächtig wäre, wenn er noch so grimmig gegen Gott wütete und tobte, und er hätte keinen Einfluß auf uns und stünde in keiner Verbindung mit uns: so könnten wir ruhig dem Ablauf des Kampfes zusehen, und es der Herrlichkeit Gottes zum Voraus zutrauen, daß Er Seine Ehre auch gegen Satans Horden werde zu behaupten und zu retten wissen. Aber wir stehen nicht so entfernt von des Teufels Reich. Das Reich der Finsterniß hat seinen Hauptsitz, sein Heerlager auf dieser Erde, also sehr nahe bei uns. Und ist es nicht nur nahe bei den Menschen, sondern es ist unter ihnen, mitten unter ihnen. Die Welt, die ganze Welt, sagt Johannes, liegt im Argen. Ein schrecklicher Ausdruck! Sie liegt im Argen, im Teufel, wie ein Kind in seiner Mutter liegt; sie ist also von seinen Kräften ganz eingenommen und durchzogen; sie zieht ihr Leben, ihre Nahrung aus ihm; sie ist mit ihm verwachsen; sie ist seiner Art, seines Geschlechts, sein Geist durchdringt und durchwirkt sie. Und in dieser Welt, die im Argen liegt, leben wir. Gehöre ich auch zu ihr? Liege ich auch im Argen? Gehöre ich auch zum Reich Satans? Stehe ich auch unter der Obrigkeit der Finsterniß? Gewiß sehr wichtige Fragen. Denn gehören wir zum Reiche Satans. so haben wir keine Gemeinschaft mit dem Reiche Gottes, und haben wir das nicht: so haben wir auch kein Erbe und Teil am Himmel, sondern unser Erbe und Teil ist das Erbe und Teil des Teufels, nämlich ewige Finsternis.
    Wer sind denn nun die Leute, die unter der Obrigkeit der Finsternis stehen, die zum Reich des Teufels gehören? Ich habe dieser Tage von Leuten im Morgenlande gelesen, die sich Freunde des Teufels nennen, und sich eine besondere Ehre daraus machen, so zu heißen. Ihr müsset nicht meinen, als ob diese die Einzigen seien, die in Gemeinschaft mit dem Reiche der Finsternis stehen. Auch müßt ihr nicht meinen, als ob diejenigen unserer Mitmenschen, die man Heiden heißt, die von Gott nichts wissen, und vor ihren stummen Götzen knieen auch wohl Gräueltaten verüben, ihren Götzen zu gefallen, die einzigen Untertanen des Teufels auf dieser Erde seien. Zwar hat allerdings Satan unter ihnen seine Hauptfestungen, und läßt sich auf eine Weise unter ihnen merken, daß man es mit Händen greifen und gar leicht erschließen kann: hier ist Satans Stuhl; aber doch sind die armen, verfinsterten Leute bei weitem nicht seine einzigen Knechte.
    In der Christenheit selber, mitten unter Denen, die auf Christum getauft sind, gibt es unzählige Seelen, die er in schwerer, in entsetzlicher Knechtschaft hält. Hierbei müsset ihr aber wieder nicht bloß an die Menschen denken, die in den Zuchthäusern und Gefängnissen liegen, oder doch wenigstens so offenbar sind mit ihren Sünden, daß man mit Fingern auf sie weist, und sagt: das ist ein schlechter, ein liederlicher, ein betrügerischer, ein verstohlener, ein boshafter Mensch, diesem möchte ich nicht über die Straße trauen u.s.w. O nein! sondern unter der Obrigkeit der Finsterniß stehen alle die, die den HErrn JEsum nicht von Herzen lieb haben, wie der Heiland sagt in unserem Evangelium: „wer nicht mit mir ist, der ist wider mich“ – wer aber wider Ihn ist, der ist Sein Feind, und ein Freund Seines Feindes. Auf das Herz kommt es ganz allein an. Ist dein Herz von Liebe zu JEsu und zu Seiner Sache eingenommen, geht das innerste Streben deines Geistes einzig auf JEsum: so bist du gewiß von den Ketten Satans entbunden; und ist das nicht der Fall bei dir: so bist du ein Sklave Satans, du seist im Uebrigen, wer du seist, und du glaubest es oder nicht.
    (Ludwig Hofacker 1798-1828)

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