Das „Wunder des roten Fadens“ – Der Talmud bestätigt das Kreuzesopfer Christi

Roter Faden, Altstadt von Jerusalem (2015)
Roter Faden, Altstadt von Jerusalem (2015)

Der Talmud ist, neben dem Tanach, den für das Judentum normativ geltenden Bibeltexten, die wichtigste Schrift der Juden. Er liefert in beiden Versionen, sowohl dem Babylonischen als auch dem Jerusalemer Talmud, eine ganze Gegenerzählung, ein Anti-Evangelium, um die Hinrichtung Jesu zu rechtfertigen, und enthält eine Vielzahl abscheulicher Aussagen gegen Christus und die Christen. Dennoch bestätigt auch er, unbeabsichtigt, das Kreuzesopfer Jesu.

Talmud und Sohar berichten, daß der jüdische Hohepriester nur einmal im Jahr, an Jom Kippur, dem „Tag der Sühne“ oder „Versöhnungstag“, das Allerheiligste des Tempels betrat, um Tieropfer darzubringen (siehe auch Hebr 9,6-7). Damit bat er um Vergebung für die Sünden der Juden, die einst Israeliten genannt wurden. Der Sohar ist die bedeutendste Schrift der Kabbala, einer jüdischen Geheimlehre. Beide Schriften erwähnen „das Wunder des roten Fadens“.

Im Sohar heißt es im Kommentar zum Wajikra, wie das Buch Levitikus oder dritte Buch Mose auf hebräisch heißt:

„An diesem Tag werden alle Sünden vergeben […] die Unreinheiten der Seelen und Körper […] sie alle, an diesem Tag […] Gott vergibt Israel und befreit es von allen Sünden. An diesem Tag bittet der Priester für sich, sein Haus, die Priester, für alle und für das Heiligtum um Vergebung […] durch einen besonderen roten Faden, wissen sie, ob der Priester Erfolg hatte“ (Wajikra, 3).

Wenn der rote Faden sich von rot zu weiß verfärbte, herrschte Jubel im ganzen Volk. Wenn er rot blieb, herrschte allgemeine Niedergeschlagenheit, denn es war das Zeichen dafür, daß das Opfer des Hohepriesters und seine Gebete von Gott nicht erhört wurden. Priester und Volk wußten, daß Gott ihnen die Sünden nicht vergeben hatte.

Die Entstehung des Sohar wird von der Forschung inzwischen ins 13. Jahrhundert datiert und die Autorenschaft Mosche de Leon zugeschrieben. Nicht nur das orthodoxe Judentum hält jedoch an der Autorenschaft Schimon ben Jochais, eines talmudischen Rabbi des 2. nachchristlichen Jahrhunderts, fest.

Der Prophet Jesaja spielt auf diesen „Faden“ an, ohne ihn ausdrücklich zu nennen. Das war für die Juden auch gar nicht notwendig. Sie wußten die Worte zu deuten:

„Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle“ (Jes 1,18).

40 Jahre blieb das Wunder aus

Der Talmud berichtet, daß dieses große Wunder der göttlichen Bestätigung für die Annahme des hohepriesterlichen Opfers, und damit die Vergebung der Sünden, bereits vierzig Jahre vor der Zerstörung des Jerusalemer Tempels aufhörte.

„Ursprünglich befestigten sie den roten Faden am Tor des äußeren [Tempel-]Hofes. Wurde er weiß, freute sich das Volk, wenn er nicht weiß wurde, war es bekümmert. […] Vierzig Jahre lang vor der Zerstörung des Tempels wurde der rote Faden nicht mehr weiß, sondern blieb rot“ (Babylonischer Talmud, Rosh Hashanah 31b).

Gleiches berichtet der Jerusalemer Talmud (yYom 6,3,43c).

Jesus vor Kaiphas, der sich die Kleider zerreißt, Duccio di Buoninsegna, um 1300
Jesus vor Kaiphas, der sich die Kleider zerreißt, Duccio di Buoninsegna, um 1300

Der Talmud ist die zentrale Schrift des Judentums, die nach der Verleugnung und Hinrichtung Christi entstanden ist. Die zitierte Stelle geht auf die Zeit des pharisäischen Rabbi Gamaliel II. zurück, der im Jahr 114 nach Christus gestorben ist. Gamaliel sorgte für den endgültigen Ausschluß der Judenchristen aus der Synagoge und ihre Verfluchung als Häretiker.

 

Der Tempel wurde im Jahr 70 nach Christus durch die Römer unter, dem militärischen Oberbefehl von Titus, zerstört. Titus war der Sohn von Kaiser Vespasian und wurde selbst später Kaiser. Das „Wunder des roten Fadens“ trat demzufolge seit dem Jahr 30 nach Christus nicht mehr auf. Das entspricht genau der Zeit, als Jesus auf Golgota gekreuzigt wurde. Das Neue Testament lehrt, das von Juden geschrieben wurde, die Christus erkannten und ihm nachfolgten, daß das Kreuzesopfer Christi die Tieropfer des Alten Bundes ersetzte. Der alte Tempel hatte seine Bedeutung verloren und die Tieropfer ihre Wirksamkeit. An die Stelle des alten Bundes war ein neuer Bund getreten.

Der Übergang vom Alten Bund zum Neuen Bund

Im Brief an die Hebräer wird der Übergang theologisch erklärt:

„Christus opferte auch nicht das Blut von Böcken und Kälbern für unsere Sünden. Vielmehr opferte er im Allerheiligsten sein eigenes Blut ein für alle Mal. Damit hat er uns für immer und ewig von unserer Schuld vor Gott befreit.
Schon nach den Regeln des alten Bundes wurde jeder, der nach den religiösen Vorschriften unrein geworden war, wieder äußerlich rein, wenn er mit dem Blut von Böcken und Stieren oder mit der Asche einer geopferten Kuh besprengt wurde.
Wie viel mehr wird das Blut Jesu Christi uns innerlich erneuern und von unseren Sünden reinwaschen! Erfüllt von Gottes ewigem Geist, hat er sich selbst für uns als fehlerloses Opfer Gott dargebracht. Darum sind unsere Sünden vergeben, die letztlich nur zum Tod führen, und unser Gewissen ist gereinigt. Jetzt sind wir frei, dem lebendigen Gott zu dienen“ (Hebr 9,12-14)

Der Vorhang zum Allerheiligsten im Tempel riß entzwei

Dieser Übergang vom Alten zum Neuen wird in der Heiligen Schrift auch durch äußere Zeichen überliefert, indem sie berichtet: Zum Zeitpunkt, als Jesus am Kreuz einen schrecklichen Tod starb, „herrschte eine Finsternis im ganzen Land“ (Mt 27,45; Mk 15,33; Lk 23,44). „Die Sonne verdunkelte sich“ (Lk 23,45a). „Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich“ (Mt 27,51b). „Da riß der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei.“ (Mt 27,51a; Mk 15,38; Lk 23,45b). „Die Gräber öffneten sich und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt“ (Mt 27,52).

Mit dem Zerreißen des Vorhanges stand allen der Blick ins Allerheiligste offen, der bis dahin nur dem Hohepriester vorbehalten war. Der Vorhang sollte das Allerheiligste verbergen: die Bundeslade. In Wirklichkeit war es leer, weil die Bundeslade seit der Babylonischen Gefangenschaft, also seit vielen Jahrhunderten, verschollen war. Ungeachtet dessen war der Bund Gottes mit den Israeliten wirksam geblieben. Nun machte der zerrissene Vorhang das Ende des alten Allerheiligsten und den Übergang zum neuen Allerheiligsten sichtbar, das Christus selbst ist durch den Opfertod am Kreuz.

Der Prozeß gegen Jesus

Jesus vor Kaiphas, Szene aus dem Spielfilm "Die Passion" von Mel Gibson (2005)
Jesus vor Kaiphas, Szene aus dem Spielfilm „Die Passion“ von Mel Gibson (2005)

Diesen Übergang wollten der damalige Hohepriester und die Mehrheit des Volkes nicht erkennen. Sie erkannten aber das Ende ihres Allerheiligsten. Dieses Ende wurde bereits früher eingeleitet und durch ein weiteres Zeichen sichtbar. Kaiphas, der von 18–36 n. Chr. Hohepriester war, ließ als höchster Vertreter des Judentums Jesus vor dem Hohen Rat, dem Sanhedrin, anklagen. Die Anklage lautete auf Gotteslästerung, dem schlimmsten aller denkbaren Verbrechen, weil Jesus von sich sagte, der Sohn Gottes zu sein. Kaiphas war dabei von blinder Entschlossenheit getrieben, Jesus zu vernichten und für immer zum Schweigen zu bringen (Mt 26,3-4; 26,59; 27,20).

Im Matthäus-Evangelium wird der entscheidende Moment der Ratsversammlung wie folgt berichtet:

„Darauf sagte der Hohepriester zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, sag uns: Bist du der Messias, der Sohn Gottes? Jesus antwortete: Du hast es gesagt. Doch ich erkläre euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen“ (Mt 26,63-64).

Daraufhin wurde Jesus vom Sanhedrin schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Um ein sicheres Todesurteil zu erreichen, empörte sich der Hohepriester mit theatralischem Gestus und tat dabei etwas, was im Judentum durchaus üblich, ihm aber verboten war:

„Da zerriß der Hohepriester seine Gewänder und rief: Wozu brauchen wir noch Zeugen? Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was ist eure Meinung? Und sie fällten einstimmig das Urteil: Er ist schuldig und muß sterben“ (Mk, 14,63-64; Mt 26,65).

Das Ende des jüdischen Hohepriestertums

Das Zerreißen der Kleider brachte in der jüdischen Welt eine tiefe Gefühlsregung zum Ausdruck, besonders in Momenten der Verzweiflung, größter Empörung, tiefer Trauer oder großer Demütigung. Die Heilige Schrift berichtet mehrere Episoden (Gen 37,18-35; Hiob 1,18-20; 1 Sam 4,12-17; 2 Kön 22,8-13; Apg 14,14; 22,23). Verpflichtend war das Zerreißen des Gewandes, wenn ein Jude eine Lästerung des Gottesnamens hörte. Eben das, was Kaiphas in der Sanhedrin-Versammlung von Jesus behauptete. Aber bereits der Prophet Joel mahnte, daß eine innere Zerknirschung entscheidender sei, als ein äußerlicher Gestus:

„Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider, und kehrt um“ (Joel 2, 13).

Das Buch Levitikus enthält die Vorschriften für das Priestertum. Darin aber heißt es vom Hohepriester:

„Der Priester, der unter seinen Brüdern den höchsten Rang einnimmt, auf dessen Haupt das Salböl ausgegossen wurde und der durch das Anlegen der heiligen Gewänder eingesetzt ist, soll […] seine Kleider nicht zerreißen“ (Lev 21,10).

Das Zerreißen der Kleider durch Kaiphas sei daher, unbeabsichtigt, „eine prophetische Geste“ gewesen, mit der er das Ende des Hohepriestertums anzeigte, so Papst Leo der Große (440-461), der von West- und Ostkirche als Heiliger verehrt wird.

Tatsächlich ist kein anderes Beispiel eines Hohepriesters bekannt, der sein Gewand zerrissen hat. Der häufig genannte Jonathan (1 Makk 11,71) dürfte zum Zeitpunkt der Zerreißung noch nicht Hoherpriester gewesen sein. Vor allem handelte er, im Gegensatz zu Kaiphas gegenüber Jesus, nicht als oberster Priester, sondern als Feldherr.

Rechtfertigungsversuche für Kaiphas

Talmudische Autoren verteidigen Kaiphas, indem sie Levitikus 21,10 nach pharisäischer Art auslegen und Ausnahmen behaupten. Unter anderem damit, daß dem Hohepriester beim Hören einer Gotteslästerung das Zerreißen des Obergewandes nicht verboten gewesen wäre. Dem steht entgegen, daß im Alten Testament zwar von zahllosen Gotteslästerungen berichtet wird, aber von keinem Hohepriester, der deshalb sein Gewand zerrissen hätte. Das unterstreicht die Einzigartigkeit der Situation zwischen Kaiphas und Jesus.

In seinem Eifer zerriß Kaiphas nicht nur sein Obergewand, sondern auch das Untergewand (Mk 14,63).

Er tat es zudem nicht in der, laut jüdischen Autoren, für den Hohepriester in einem so schwerwiegenden Ausnahmefall vorgesehenen Art und Weise. Ein Jude hatte sein Obergewand von oben nach unten zu zerreißen, der Hohepriester aber als einziger von unten nach oben. Darin sind sich die jüdischen Autoren, von Rabbi Jonathan ben Usiel, einem Tanait der ersten Generation, Schüler Hillel des Älteren und Zeitgenosse Jesu, über Maimonides bis Michael Creizenach einig. Dieser Unterschied im Gestus des Kleiderzerreißens wird erkennbar, daß sich die jüdischen Gelehrten durchaus bewußt war, mit den Ausnahmebestimmungen vom Verbot in Levitikus 21,10 letztlich gegen göttliches Gebot zu verstoßen. Bis Kaiphas hatte dennoch kein Hohepriester von den behaupteten Ausnahmen Gebrauch gemacht. Vielmehr ist anzunehmen, daß die Frage zu Levitikus 21,10 im Judentum erst durch Kaiphas und seinen Gestus Bedeutung erhielt.

An dieser Stelle soll nicht weiter auf die Details der jüdischen Gepflogenheiten im allgemeinen und jener für den Hohepriester im besonderen eingegangen werden. Auch nicht auf die Kleiderordnung des Hohepriesters, die besonderen Stoffe, Farben und Webarten seiner Gewänder. Entscheidend ist, daß Kaiphas spätestens durch die Art, wie er seine Gewänder zerriß, unbeabsichtigt, selbst das Ende des alten Hohepriestertums anzeigte.

Das Hohepriestertum endete de facto mit der Zerreißung der Kleider durch Kaiphas in den Abendstunden des Gründonnerstages (zwei Tage vor Pascha), dem Zerreißen des Tempelvorhanges am Karfreitag (einen Tag vor Pascha) und dem Ausbleiben der Verfärbung des roten Fadens an Jom Kippur im September/Oktober desselben Jahres.

Formal bestand das jüdische Hohepriesteramt auch nach Jesu Tod und Auferstehung weiter. Phannias ben Samuel bekleidete von 66-70 als letzter das Amt des Hohepriesters, obwohl er selbst keiner priesterlichen Familie entstammte. Im Jahr 70 fand er bei der Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch römische Truppen den Tod. Mit ihm endete das alte Hohepriesteramt auch de jure.

Der Verlust der Kapitalgerichtsbarkeit

Zerstörung des Jerusalemer Tempels, Francesco Hayez (1867)
Zerstörung des Jerusalemer Tempels, Francesco Hayez (1867)

Ein weiterer Aspekt verdient in diesem Zusammenhang Erwähnung. Mit dem Todesurteil durch den Sanhedrin wäre das Schicksal Jesu besiegelt gewesen. Doch wie beide Talmud-Überlieferungen, sowohl der Jerusalemer als auch der Babylonische, übereinstimmend berichten, wurde dem Sanhedrin 40 Jahre vor Zerstörung des Tempels, also wiederum im Jahr 30 nach Christus, von den Römern die Kapitalgerichtsbarkeit entzogen (Babylonischer Talmud, Sanhedrin 41b; Jerusalemer Talmud, Sanhedrin I,1). Auch die Heilige Schrift berichtet dies (Joh 18,31).

Mit dem Jahr, in welchem Jesus von der jüdischen Elite der Prozeß gemacht wurde, war es dem Sanhedrin nicht mehr möglich, Todesurteile zu vollstrecken. Um Jesus dennoch hinrichten zu können, mußten Kaiphas und seine sadduzäische und pharisäische Gefolgschaft notgedrungen bei Herodes Antipas und Pontius Pilatus vorsprechen, obwohl sie den einen verachteten und den anderen haßten. Herodes Antipas aus der idumäischen Dynastie der Herodianer, römische Klientelkönige, war Tetrarch von Galiläa. Pontius Pilatus war von 26–36 mit harter Hand römischer Präfekt von Judäa.

Anstatt zur erhofften Hinrichtung kam es jedoch zu einer vierfachen Feststellung der Schuldlosigkeit Jesu: eine erste Feststellung der Schuldlosigkeit durch Pilatus, gefolgt von einer ebensolchen Feststellung durch Herodes, einer zweiten Feststellung der Schuldlosigkeit durch Pilatus und auch noch einer dritten Feststellung der Schuldlosigkeit durch Pilatus. Erst als der Präfekt die unerbittliche Entschlossenheit der jüdischen Führung und der von ihnen aufgebotenen Volksmenge erkannte und einen Aufstand befürchtete, gab er nach und ließ das Urteil des Sanhedrin vollstrecken (Lk 23,1-24).

Vom Tieropfer zum Kreuzesopfer: Vollendung des Hohepriestertums

Auch die jüdische Überlieferung bestätigt damit, wenn auch unbeabsichtigt, den Zusammenhang zwischen dem Kreuzestod Jesu und dem Ende des alten Hohepriesteramtes, dem Ende des Jerusalemer Tempels und dem Ende der Tieropfer zur Sündenvergebung des Alten Bundes.  Im Jahr 30 ging das Hohepriestertum auf Christus über. Er machte sich zugleich selbst durch den Tod am Kreuz zum Opfer, um die Sünden der Menschen zu sühnen, und stiftete damit einen Neuen Bund (Hebr 9,11ff). Das Hohepriestertum findet in ihm seine Vollendung als wahrer und ewiger Hohepriester. Die Tatsache, daß er dabei vom Hohepriester des Jerusalemer Tempels ans Kreuz gebracht wurde, ist dabei – wie dargelegt – keineswegs ein Zufall.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Lloyd Wolf/Christus vor Kaiaphas, Duccio (um 1300)/Wikicommons/Youtube (Screenshot)

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Hans
Die Leidensberichte der Evangelisten sind sehr nüchtern geschrieben. Sie protokollieren das Geschehen eher, als sie den Leidenden und die Zeichen seines Leidens beschreiben. Sie entsprechen formal dem römischen Kanzlei- und Protokollstil und dokumentieren das Geschehene. Sie überlassen aber die Beurteilung dem Leser. Dieses gilt insbesondere für den johanneischen Prozessbericht. Im Sinne dieses hochinteressanten Artikels, sollte der johanneische Prozessbericht näher betrachtet werden: Dort heißt es in Johannes 19,16: die Hohen Priester „riefen wir haben keinen König als den Kaiser.“ Diese Anerkennung des Kaisers als höchste Autorität durch die Hohen Priester vor Pilatus muss unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden: 1. Der offizielle… weiter lesen »
zeitschnur

Sehr spekulativ – und v.a. wie kann der Hohepriester „den Heilsweg des jüdischen Volkes mit Jahwe einseitig durch den Hohepriester“ aufkündigen?

Korrekt wäre es zu sagen: „Der Hohepriester kündigte … auf“. Er ist aber nicht „das jüdische Volk“. Wissen wir, wo die einzelnen Menschen des jüdischen Volkes tatsächlich standen?

Andernfalls müsste Sie akzeptieren, dass auch Sie durch Franziskus‘ Irrlehren einseitig den Heilsweg der Kirche mit dem lebendigen Gott aufkündigen.

zeitschnur
So tragisch und zugespitzt die Sachlage ist – aber Israel hat schon mehrfach durch Glaubensabfall „einseitig“ den Bund „aufgekündigt“ – man denke an die furchtbaren Baalskulte in Israel. Das alles aber war nicht Zeichen dafür, dass Gott seinerseits seinen Bund aufgekündigt hätte. Er kann einen Bund niemals aufkündigen, weil ein Bund Gottes immer ein Bund Gottes ist. Er ist ja kein Mensch und bindet sich in Treue an seine Zusagen. Falls es also wieder mal drum gehen sollte zu beweisen, dass Gott seinerseits das Volk „verstoßen hat“, dann: forget it! Jesus hat gesagt, dass selbst die schlimmste Lästerung gegen den… weiter lesen »
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