Seliger Engelmar Unzeitig, der „Engel von Dachau“ und weitere neue Heilige, Selige, Märtyrer und Diener Gottes

Pater Engelmar Unzeitig, der "Engel von Dachau", wird seliggesprochen
Pater Engelmar Unzeitig, der "Engel von Dachau", wird seliggesprochen

(Rom) Papst Franziskus unterzeichnete gestern die Dekrete, mit denen ein erstes Wunder bei Dienern Gottes oder ein zweites Wunder bei Seligen auf deren Fürsprache oder das Martyrium um des Glaubens willen anerkannt wurde. Die Dekrete betreffen drei Heiligsprechungen, einen Ordensgründer, einen Diözesanpriester und einen Laien und Märtyrer sowie fünf Seligsprechungen und zwei Zuerkennungen des heroischen Tugendgrades. Unter den Märtyrern und Seligen befindet sich auch der Deutschböhme Engelmar Unzeitig, der im KZ Dachau ums Leben kam.

Die neuen Heiligen

Bei den neuen Heiligen handelt es sich um:

den polnischen Seligen Stanislaus von Jesus Maria (1631-1701), bürgerlich Johann Papczynski, den Gründer der Congregatio Clericorum Marianorum sub titulo Immaculatae Conceptionis Beatissimae Virginis (MIC), der 2007 von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen wurde;

den argentinischen Seligen José Gabriele del Rosario Brochero (1840-1914), Diözesanpriester des Erzbistums Cordoba, der 2014 von Papst Franziskus seliggesprochen wurde;

Der Cristero Jose Sanchez del Rio wird heiliggesprochen
Der Cristero Jose Sanchez del Rio wird heiliggesprochen

den mexikanischen Seligen José Sánchez del Río (1913-1928), einen jungen Laien, der als Cristero in Mexiko das Martyrium erlitt; am 10. Februar 1928 wurde er im Alter von erst 15 Jahren nach schwerer Folter aufgefordert, Christus zu verleugnen, um sein Leben zu retten, was er mit dem Ruf „Viva Cristo Rey“ beantwortete und durch Kopfschuß hingerichtet wurde; 2005 wurde er von Papst Benedikt seliggesprochen.

Die neuen Seligen und Märtyrer

Die neuen Seligen sind:

der Diener Gottes Francesco Maria Greco (1857-1931), ein Diözesanpriester aus Acri in Kalabrien und Gründer des Frauenordens der Kleinen Arbeiterinnen des Heiligsten Herzens (POSC);

die Dienerin Gottes Elisabetta Sanna (1788-1857), Laiin, Witwe, Angehörige des Dritten Ordens des Heiligen Franz von Assisi (OFS) und Mitglied der Vereinigung des Katholischen Apostolats (Unio) des Heiligen Vinzenz Pallotti.

Als Märtyrer wurden anerkannt:

der spanische Diener Gottes Genaro Fueyo Castañón (1864-1936), Diözesanpriester, und drei Laien-Gefährten, die 1936 im spanischen Bürgerkrieg aus odium fidei ermordet wurden;

Dom Justo Takayma, der "Samurei Christi"
Dom Justo Takayama, der „Samurei Christi“

der japanische Diener Gottes Dom Justo Takayama Ukon (1552-1615), ein Samurei und japanischer Amtsträger, der sich zu Christus bekehrte und sich bei der Christenverfolgung weigerte, seinen Glauben aufzugeben, stattdessen verzichtete er 1615 auf Amt und Besitz und verließ Japan und führte auch andere japanische Katholiken ins Exl auf die Philippinen, wo er wenige Tage später starb; in Manila erinnert eine Statue an den „Samuarei Christi“;

der deutsche Diener Gottes, Engelmar (Hubert) Unzeitig (1911-1945), Ordenspriester der Kongregation der Missionare von Mariannhill (CMM); geboren in Greifendorf bei Zwittau (Böhmen) in der deutschen Sprachinsel Schönhengstgau, 1928 trat er bei Augsburg in den Missionsorden der Marianhiller Missionare ein, 1939 wurde er nach dem Studium in Würzburg zum Priester geweiht und Pfarrer von Glöckelberg bei Oberplan (Bezirk Krumau) in Südböhmen (ab 1938 Teil Oberösterreichs, damals Gau Oberdonau); wegen seines Protestes gegen die Judenverfolgung wurde er 1941 von der Gestapo verhaftet und im KZ Dachau interniert, aufgrund seiner aufopfernden Krankenfürsorge bei einer Flecktyphus-Epidemie und der Seelsorge unter den Mithäftlingen wurde er von diesen als „Engel von Dachau“ und „Maximilian Kolbe der Deutschen“ bezeichnet; kurz vor Kriegsende, erlag er im März 1945 selbst dem Flecktyphus.

Die neuen Diener Gottes

Der heroische Tugendgrad eines Dieners Gottes wurde zuerkannt:

dem italienischen Priester Arsenio da Trigolo (1849-1909), bürgerlich Giuseppe Migliavacca, Profeß des Kapuzinerordens (OFM Cap), Gründer der Suore di Maria Santissima Consolatrice (SMC);

der italienischen Ordensfrau Maria Luigia des Allerheiligsten Sakramentes (1826-1886), bürgerlich Maria Velotti, Angehörige des Dritten Ordens des Heiligen Franz von Assisi, Gründerin des Instituts der Franziskanerinnen von der Anbetung des Heiligen Kreuzes (ADSC).

Text: Giuseppe Nardi
Bild: hausderheimat.at (Screenshot)

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10 Comments

  1. endlich etwas Positives von diesem sehr speziellem Papst.Nach meinen Erfahrungen kommt danach wieder eine unerhörte Ungeheuerlichkeit.Herr, heile und beschäme in dieser Sache mein tiefliegendes Misstrauen!Biete auf deine unsagbare Barmherzigkeit, damit du in deinem Sohn für deine geliebte Braut deine Kirche nicht vergebens gestorben und auferstanden bist!

  2. wikipedia – José Sánchez del Río
    Am 10. Februar 1928 […] Seine Hinrichtung wurde vom späteren Gründer der Legionäre Christi, Marcial Maciel, mit eigenen Augen miterlebt.
    Da rest is history.

  3. Kleiner Fehler im Vorstellungstext: Zu Engelmar Unzeitig muss es statt (Böhmen)heißen: (Mähren)

  4. Der beste Termin für die Heiligsprechung des Seligen José Sánchez del Río wäre meines Erachtens die Mexiko-Reise Papst Franziskus‘ im Februar.

  5. Zum Nachdenken.
    „Gepriesen sei Gott, der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut!“ Psalm 72,18.
    „Ich bin der HERR, das ist mein Name; und ich will meine Ehre keinem anderen geben, noch meinen Ruhm den Götzen!“ Jesaja 42,8

  6. Da sind sehr ehrenwerte Gläubige dabei, dennoch habe ich bei der Inflation an Heiligen ein gewisses Unbehagen. Heilig ist doch eine ganz andere Dimension als nur besonders vorbildhaft zum Beispiel.

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