Höchststand der päpstlichen Popularität – Tiefststand der Beichtzahlen

Beichtstuhl im Petersdom
Beichtstuhl im Petersdom

(Rom) Die zum Jahresschluß von Kurienerzbischof Georg Gänswein als Präfekt des Päpstlichen Hauses gewohnheitsgemäß veröffentlichten Teilnehmerzahlen bei den päpstlichen Generalaudienzen, sorgten für Aufsehen und bereiten seither nicht nur in Rom einiges Kopfzerbrechen. Die Präfektur legte schwarz auf weiß die Zahlen vor, daß der seit 2013 vielbeschworene „Franziskus-Effekt“ ausbleibt. Die Zahl der Beichtenden erreicht in Rom einen Tiefststand, während die päpstliche Popularität ihren Höhenflug fortsetzt.

Gegenläufige Tendenzen

Die Teilnehmer an den Generalaudienzen am Mittwoch gingen von 1.199.000 im Jahr 2014 auf 704.100 im Jahr 2015 zurück. Die Teilnahme am sonntäglichen Angelus halbierte sich sogar von 3.040.000 Teilnehmern im Jahr 2014 auf 1.585.000 im Jahr 2015.

Gleichzeitig ist die Popularität von Papst Franziskus weiterhin enorm. „Seine Popularitätswerte sagen jedoch nichts über den Grad der religiösen Praxis aus“, so der Vatikanist Sandro Magister. Anders ausgedrückt: Die große Popularität der Person Franziskus steht in Kontrast zur sinkenden religiösen Praxis.

Aufschlußreicher, so Magister, seien andere Erhebungen, wie jene des italienischen Statistikamtes, mit denen jährlich das Alltagsleben der Italiener erfaßt werden soll. Die jüngst verfügbaren Daten beziehen sich auf das Jahr 2014, dem ersten Jahr, das zur Gänze vom Pontifikat von Papst Franziskus abgedeckt wurde. Laut Statistikamt gingen 28,8 Prozent der Italiener 2014 mindestens einmal in der Woche in die Kirche. Ein Wert, der im Vergleich zu anderen westlichen Staaten ziemlich hoch ist. Allerdings bedeutet auch er im Vergleich einen deutlichen Rückgang. Während des gesamten, achtjährigen Pontifikats von Papst Benedikt XVI. lagen die Werte konstant noch bei 32–33 Prozent.

Auch die Zahlen der Kirchenbesuche zeigen einen gegenläufigen Trend zur außergewöhnlichen Popularität von Papst Franziskus.

Magister: „Liebdienerischer Konformismus ein schädliches Laster des neuen kirchlichen Establishments“

Magister veröffentlichte den Brief eines Priesters, mit langjähriger Erfahrung als Beichtvater. Den Namen des Priesters nannte Magister nicht, da er „zu sehr vorhersehbarer Vergeltung durch ein neues kirchliches Establishment“ ausgesetzt sei, das „einen liebdienerischen Konformismus gegenüber diesem Pontifikat zu einem seiner schädlichsten Laster gemacht“ habe. Aus Magisters Angaben und dem Brief läßt sich jedoch soviel entnehmen, daß der Priester eine herausragende akademische Ausbildung verfügt und Lehraufträge an in- und ausländischen Universitäten hat und daß er als Beichtvater an einer römischen Kirche in den äußeren Stadtvierteln wirkt.

Der Priester berichtet mit dem Schreiben über seine Erfahrungen mit der Wirkung des Pontifikats von Papst Franziskus ad intra und ad extra Ecclesiae. Er enthält sich, wie er selbst betont, einer Wertung, möchte aber durch Fakten belegte Widersprüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufzeigen. „Ich überlasse es den Liebhabern der Religionssoziologie, der Öffentlichkeitsarbeit und der Kirchenpolitik“, den seit drei Jahren kontinuierlichen und schnellen Rückgang der Teilnehmerzahlen an den öffentlichen Ereignissen mit dem Papst zu bewerten, und zu beurteilen, was das für den Zuspruch zur Glaubensverkündigung und dem angeblichen „neuen Frühling“ der Kirche bedeute. Wesensmerkmal dieses Pontifikats sei ja eine Kirche mit „weit offenen Türen für alle“.

Doch, so der Priester, soweit er sich erinnern könne, spreche der Evangelist Lukas von einer „engen Pforte“. Um durch sie hindurchzugelangen, brauche es der „Anstrengung“ und daß zwar viele es versuchen, aber nur wenige schaffen würden. Die „Vergebung“ scheine durch die „Barmherzigkeit“ verdrängt zu werden.

„Bonum populi Dei“ mit „populari consensus“ verwechseln

Kritik übt er am „neuen kirchlichen Establishment“, das salus animarum mit vota aliquorum und bonum populi Dei mit popularis consensus zu verwechseln scheine, also das Seelenheil mit den Wünschen einiger und das Wohl des Gottesvolkes mit Popularität.

Kern des Briefes sind jedoch zwei Beobachtungen: Erstens, daß die Zahl der Beichtenden vor Weihnachten noch nie so gering war im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit, und zweitens, daß die Beichtqualität nachlasse.

Dazu führt der Priester zwei Beispiele an, die unter Wahrung des Beichtgeheimnisses „für alle“ stehen sollen.

Wenn Beichtende dem Beichtvater Aussagen von Papst Franziskus entgegenhalten

Ein Mann beichtete mehrfach schwerwiegende Verstöße gegen das Siebte Gebot. Da er sich mit einer gewissen Leichtigkeit bezichtigte, wollte der Priester wissen, ob er denn wirklich bereue. Die Antwort war ein Zitat von Papst Franziskus: „Die Barmherzigkeit kennt keine Grenzen.“ Der Beichtende zeigte sich zugleich erstaunt, daß ihn der Beichtvater daran erinnerte, daß Reue und der Vorsatz, nicht mehr dieselbe Sünde zu begehen, Voraussetzungen für die Lossprechung seien. „Was ich getan habe, habe ich getan. Und was ich tun werde, werde ich entscheiden, sobald ich hier draußen bin. Was ich über das denke, was ich getan habe, ist eine Sache zwischen mir und Gott. Ich bin nur hier, um mir zu holen, was allen zumindest zu Weihnachten zusteht. Bei der Mette die Kommunion empfangen zu können!“ Zum Abschluß habe er noch jenen berühmten Ausspruch von Papst Franziskus paraphrasiert: „Wer sind Sie denn, um über mich zu urteilen?“

Eine junge Frau hatte eine schwere Sünde gegen das Fünfte Gebot gebeichtet. Der Priester erlegte ihr zur Buße Gebet vor dem Allerheiligsten auf und eine Spende nach ihren Möglichkeiten für die Armen. Die Frau reagierte unwirsch: Der Papst habe erst vor wenigen Tagen gesagt, „daß niemand etwas im Gegenzug für die Barmherzigkeit Gottes fordern dürfe, weil sie gratis ist“. Sie müsse ins Stadtzentrum, um Weihnachtseinkäufe zu tätigen und habe keine Zeit, in der Kirche zu beten. Und Geld für die Armen habe sie auch nicht, die bräuchten das auch nicht, denn die hätten ohnehin „mehr als wir“.

Mißverständliche Papst-Botschaften

„Es ist offensichtlich, daß manche Botschaft des Papstes, jedenfalls so wie sie die Gläubigen erreichte, sich leicht für Mißverständnisse eignet und daher nicht der Reifung des Gewissens nützt“, um sich der eigenen Sünden bewußt zu werden und der Bedingungen, die für die Lossprechung notwendig sind.

„Den „zickzackhaften Gang‘ zwischen den Konzepten, ohne sich je damit aufzuhalten eines zu präzisieren, in dem Msgr. Dario Viganò, Präfekt des Kommunikationssekretariats des Heiligen Stuhls, den Vorzug des ‚Kommunikationsstils von Papst Franziskus erkennt, der imstande sei ‚ihn für den modernen Zuhörer unwiderstehlich zu machen‘ stellt einige geistliche und pastorale Schwierigkeiten von nicht geringer Bedeutung dar, wenn es um die Gnade und die Sakramente, den Schatz der Kirche geht.“

Der Priester berichtet, daß er sich zunächst mit der Annahme getröstet habe, daß die Zahl der Beichtenden in den Basiliken mit den Heiligen Pforten in Roms Altstadt um so größer sein werde. Doch Nachfragen bei Mitbrüdern, die dort als Beichtväter wirken, ergaben das genaue Gegenteil. Die anderen Priester bestätigten dieselben Beobachtungen, die der Priester gemacht hatte.

Das Pontifikat dieses Papstes und der Gesundheitszustand der Kirche könne natürlich nicht einseitig an diesem Maßstab gemessen werden. „Wir sollten aber einige besorgniserregende Signale, die aus den Kirchen an den ‚Rändern‘ wie aus jenen der ‚Mitte‘ kommen, nicht vernachlässigen.“

Die Bischöfe, „zumindest bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil und in vielen Fällen auch danach“, hätten nicht Unrecht gehabt, wenn sie bei Pfarrvisitationen in ihren Diözesen von den Pfarrern vor allem auch die Zahl der Beichten und der Kommunionen wissen wollten. „Ebensowenig hatten die Päpste unrecht, wenn sie sich in der Vergangenheit von Bischöfen bei deren Besuchen ad limina apostolorum die Gesamtzahl der in deren Diözesen gespendeten Sakramente übergeben ließen“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Lifeisaprayer (Screenshot)

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht
michael
Wer die Worte von Franz, zb. bei den Protestanten hoert, der erkennt das er eigentlich wenig vom Katholischsein haelt(alles wird vom persoenlichen Gewissen geregelt, wozu also Beichte ?) Beichte, Ablass, Hoelle, Fegefeuer zum Beispiel kommen ihm nicht ueber die Lippen, seine Audienzen sind von theologischer Flachheit das man das Grausen bekommt. Wie sollen die Glaeubigen, die taeglich vom Liberalismus bombardiert werden, in der Kirche noch die Mittlerin zur Ewigkeit entdecken? Und zum Thema Popularitaet, das ist so fluechtig wie der Wind und dreht sich auch so oft. Das Absurde ist, diejenigen die ihn hofieren, tun das WEIL er der Kirche… weiter lesen »
Marmotta
Man bittet um Entschuldigung für den anderenorts angeführten fehlerhaften und inhaltlich unzulänglichen Text. Die derzeitige Situation geht ganz schön an die Nerven. Hier der richtige Text: Was hier berichtet, ist nur der augenblickliche Stand der Dinge. Weit verheerender ist die Aussicht, dass der Mann noch binnen Jahresfrist heimkehren wird, um wieder ungehemmt Straßenbahn zu fahren. Nach der Zeremonie auf dem Balkon hat er, wenn man einem anwesenden Zeugen glauben darf, geäußert: „“Questo era l´ultomo natale“. Zuvor wird er aber – zwar nicht doktrinell, aber gewohnt medienwirksam de facto – die Ehe zerstört (schon geschehen), und Priestertum („fakultativer Zölibat“) und Einheit… weiter lesen »
zeitschnur
Sie sprechen das aus, was auch ich vermute: Er war ein Strohmann, er hielt dem, was da im Vatikan an Sünden aufgehäuft war und ist, noch den Rücken frei. Sobald diese Sünden öffentlich verhandelt werden, ist es aus mit der Kirche. Daher auch das lustlose Gequatsche täglich. Ist ihm doch wurscht, was er sagt. So wirkt das auf mich, er macht es wie ein gedungener Trauerredner ohne Glauben. Bergoglio ist selbst erpressbar wegen seiner Machenschaften in Südamerika. Nur deswegen ist er gewählt worden. Er ist theologisch die absurdeste Besetzung des Stuhles Petri seit Jahrhunderten! Das wäre die einzige sinnvolle Erklärung.… weiter lesen »
Angelico

lieber @Michael,
„Das Absurde ist, diejenigen die ihn hofieren, tun das, WEIL er der Kirche so schadet …“
Es ist eine schmerzliche, aber zugleich eine sehr treffliche Schlussfolgerung, die Sie hier anstellen!

Beten wir weiterhin für den derzeitigen Nachfolger Petri, auf dass er seine Worte und Taten bereut und sich eines Besseren besinnt!

dhmg

@die Zeitschnur:

Papst Benedikt XVI hatte mit der Vatikanbank-Affäre nichts zu tun. Er hat darüber aus dem Fernsehen erfahren und es lag nicht in seiner päpstlichen Kompetenz auch noch die Geschäfte der Vatikanbank zu betreuen.
Und bei Georg Ratzinger ist bis jetzt nichts erwiesen, was sie ihm da unterstellen. Solange das so ist, gilt die Unschuldsvermutung.

Marmotta

Was hier berichtet wird mag eine böse Entwicklung sein. Weit verheerender ist die Aussicht, dass der Mann noch binnen Jahresfrist heimkehren wird, um wieder ungehemmt Straßenbahn zu fahren. Zuvor wird er aber – nicht doktrinell, aber medienwirksam de facto – Ehe, Priestertum („fakultativer Zölibat“) und Einheit der Kirche („Dezentralisierung“) durchdrückt haben.
Der dann den Scherbenhaufen übernehmen soll, wird in Rom schon „l´erede“ (der Erbe) genannt. Der wird es auch zweifellos schaffen, denn für seine Eignung spricht seine Achillesferse, die schon seit langem – freilich hinter vorgehaltener Klerikerhand – in aller Munde ist.
Es gnade uns der barmherzige Gott!

zeitschnur

…dabei lädt er doch tatsächlich nachweislich zur Beichte ein…

Reinhold

Ihn nehmen die Gläubigen nicht besonders Ernst. er ist auf Effekthascherei aus.

fredius

Der Franziskus-Effekt ist also ausgeblieben ? Wer wundert sich denn da noch ? Das
ganze Pontifikat Franziskus ist durchsetzt mit Zeitgeist und Widersprüchen. Zur
eigentliche Lehre der Kirche trägt Franziskus nichts bei. Die widersprüchlichen
Synoden mit ihrem Unfrieden, zeigen den Abstieg des Papsttums in nie gekannter
Form. Franziskus hat die Tore des II.Vatikanums noch weiter aufgestoßen und ern-
tet jetzt schlechte Früchte. Wo keine geistigen Vorgaben zu finden sind, da muss
auch das Ergebnis negativ sein. Die Christenheit hungert nach Sakralität und
den daraus resultierenden Glauben und nicht Zeitgeist. Es ist also kein Wunder wenn
das Glaubensleben erschlafft.

W. Grossse

Es ist schon sehr erstaunlich, wie verstaubt und mit wie wenig Empathie Papst Franziskus gesehen wird. Selbstreflektion ist das unverzichtbar anzusetzen.Zwänge und traditionelles Denken sind oft große „Klötze“ am Bein. Fundamentalismus ist keinerlei Hilfe!!!

Athanasius

Wann stehen die Bischöfe und Kardinäle endlich auf und benennen Häresie, was Häresie ist.
Je länger sie schweigen, um so mehr machen sie sich schuldig.

Baselbieter

Lehre der Kirche ist, dass es eine *providentia supernaturalis* gibt.
Diese wirkt in der Bewahrung des obersten kirchlichen Lehramts vor Irrtum.

zeitschnur

…ja: aber nur, wenn der Papst in Fragen des Glaubesn und der Sitten ex cathedra, also unter ausdrücklicher Bezugnahme auf seine Autorität eine Lehre definiert.

Definieren ist nicht dasselbe wie täglich Quasseln und auch nicht dasselbe wie „Gedanken äußern“, ja nicht eimal dasselbe wie „Lehren (im allgemeinen und besonderen)“, wenn es nicht unter der Vorgabe der ausdrücklichen Definitionsautorität geschieht.

Baselbieter

Ich teile Ihre Meinung!
.
Indessen weise ich freundlich darauf hin, dass ältere Lehrbücher der Katholischen Dogmatik (wie Pohle-Gierens, Michael Schmaus oder Bernhard Bartmann) und auch neuere (wie Gerhard Ludwig Müller oder Peter Hofmann) hier einen weiteren Kreis ziehen.
.
Danach wirkt die providentia supernaturalis auch bei regulairen Glaubensentscheidungen, und als Beispiel wird dann häufig die Heiligsprechung durch den Papst genannt.

zeitschnur
@ Baselbieter Ich weiß, dass manche Dogmatiker das relativ dreist behauptet haben. Auch der in diesem Zusammenhang gern zitierte J.B. Heinrich. Das ist die maximalistische inafallibilistische Position, der ich mich zwar mal angenähert hatte, aber inzwischen nicht mehr teilen kann. Die Debatten auf dem Vaticanum I zeigen ja, dass man sich wohlweislich auf die dogmatische Definition selbst noch unter maximalistischem Einfluss zurückziehen musste, weil man sonst irre an der Kirche werden müsste – man gerät in einen wahren Morast logischer und pseudo-unfehlbarer Widersprüche, an dem man den Glauben früher oder später verliert oder zum Sektierer wird. Ludwig Ott gibt in… weiter lesen »
W. Grossse

An erster Stelle steht der Mensch. So war es auch bei Jesus. Das Gesetz war bei den Pharisäern im Vordergrund und wie soll man Ihre Denkweise einschätzen?

Kostadinov

Wer die Türen derartig weit aufreisst, erleichtert den Leuten das Davonlaufen 😉

Spaß beiseite, wenn der Herr so barmherzig wäre, wie es zumindest in der Presse vom aktuellen Amtsinhaber rüberkommt, dann kann man am Sonntag auch mal ungestraft länger ausschlafen – kann ja nicht schlimmer sein als Ehebruch, oder?

Reinhold

Meinetwegen kann dieser Papst den ganzen Tag verschlafen. Das ist immer noch besser, als wenn er für weitere Wirrnisse sorgt.

fredius

Kostadinov @ Die 10 Gebote sagen es deutlich : ..du sollst den Sabbat ( Sonntag )
heiligen. Von Anfang an kamen die Christen am Tag des Herrn zusammen, um das
Brot zu brechen und Gott die Ehre zu geben. Der katholische Christ ist gehalten
am Sonntag die Hl.Messe zu besuchen, mit der Begegnung mit Jesus im Hl.Sakra-
ment. Das Glaubensleben, ist deshalb so schwach, weil sich nicht mehr viele an
dieses Kirchengebot halten.

Kostadinov

ich glaube, Sie haben meine Ironie nicht verstanden. Natürlich gehe ich jeden Sonntag zur Messe (bei der FSSP). Ich wollte nur verdeutlichen, daß der gute Mann eigentlich an dem Ast sägt, auf dem er sitzt. Wenn nämlich Ehebruch nicht von der Kommunion ausschließt, dann auch Sonntag daheimbleiben nicht, und wenn jeder zur Kommunion kann, dann versinkt alles in Beliebigkeit… und genau deswegen gehen die Beichtzahlen zurück, wird ja eh alles sowieso „vergeben“. Vielen Dank für die freundliche Ermahnung, aber ich hoffe, mein Punkt ist jetzt klarer 😉

Stella

Wenn die Teilnehmerzahlen von allen päpstlichen Veranstaltungen sinken ( auch die Systempresse berichtete davon,im Ton des Bedauerns)woran misst man dann die angeblich wachsende Popularität?
Gibt es da eine neue Maßeinheit-ein Milli-oder Megafranz-oder so ähnlich!?
Na ja,unsere BKlerin hat ja auch noch seeehr hohe Umfragewerte….

martin eisel
[email protected] : Der „Antichrist“ erscheint als Schreckgespenst immer wieder in der Kirchengeschichte und dient als Totschlaginstrument der Argumentation für Dinge , die einem nicht passen oder unheimlich sind . In der Frühzeit des Christentums gab es überhaupt keine Ohrenbeichte , ein Konzil des 13. jahrhunderts beschließt die Verpflichtung zu einer Beichte mindestens einmal im Jahr , es gibt also in der Tradition des Bußsakramentes nicht die rigorose Praxis , wie sie hier zum Teil dar- gestellt und erwünscht wird . Höllenvisionen sind Bilder (oft auch im Bild wiedergegeben ) , die soweit geführt haben , dass aus der Angst der… weiter lesen »
zeitschnur
Allerdings, Herr Eisel, gab es die öffentliche Beichte, die sehr wohl verpflichtend war. Aber Sie haben recht – diese rigorose Praxis gabe es nicht. Selbst im Katechismus Pius X. (!) wird nur von einer Verpflichtung zur Beichte einmal im Jahr ausgegangen und ansonsten eben dann, wenn Schwerwiegendes vorliegt. Aber das sollte ja möglichst nicht häufig sein! Die Ohrenbeichte wurde aus Schonung und Rücksichtnahme auf die Sünder eingeführt. Ohne Sündenbekenntnis auch keine Vergebung – das ist Schriftwort. Wie genau das immer zu geschehen hat – schwer zu sagen. Die Kirche hat daher auch im Notfall niemals abgewiesen, dass das zerknirschte Herz… weiter lesen »
W. Grossse

Ganz richtig!!!

Pater Pio
Man muss aber wohl klar sagen, dass das Sündenbekenntnis im Beichtstuhl tausendmal mehr genützt als geschadet hat. Missbräuche hat es immer gegeben. Die sind keine Ausrede für ein Nichtmehrbeichtenwollen! Viele nicht mehr beichtende Protestanten haben gerade die katholische Kirche um dieses wunderbare Gnadengeschenk beneidet. Heute sind die Zimmer der Psychologen so voll, da es keine praktizierende Beichte mehr gibt. Keiner ist mehr bereit, ein Korrektiv und eine Hirtenfunktion über sich anzuerkennen. Mochte die damalige Zeit es mit dem Druck beichten zu müssen übertrieben zu haben, stellen wir heute ein klares Defizit fest. Darüberhinaus stellen erfahrene Exorzisten immer wieder fest: Bei… weiter lesen »
zeitschnur
Ich stimme Ihnen zu – wenn Sie mein Posting vollständig und genau gelesen haben, hätten Sie das doch lesen müssen: Sündevergebung geht nur über ein zerknirschtes Herz und Reue und Bekenntnis. Nirgends wollte ich einer Vernachlässigung der Beichte das Wort reden! Vielmehr wollte ich etwas anderes andeuten: die Menschen sehnen sich nach Beichtvätern, die diesen Titel überhaupt verdienen. Die Menschen haben kein vertrauen mehr – darum geht es. Bedenken Sie aber bitte, dass Pius X. mit der verfrühten beichte ein absolutes Novum in der Kirchengechichte eingeführt hat. das hat mit Psychologie usw. gar nichts zu tun. ich weiß, dass auch… weiter lesen »
W. Grossse

Ganz richtig!!!Aber die härtere Kost ist ein SCHMARRN!!

Pater Pio

Warum ein Schmarrn??? Ich brauchte Sie und habe nach ihr geradezu verlangt.
Nur weil Sie für Sie nichts ist, muss das nicht für alle Seelen gelten.
„Geh, deine Sünden sind dir vergeben – und sündige fortan nicht wieder.“ Beide Aussagen gehören in einen Satz! Vergebung und Umkehr gehören zusammen.
Fordern und Fördern gilt auch in der Bußpraxis. Sonst lacht man Sie aus.
Die Folge: Niemand geht mehr beichten. Sünde abgeschafft. Wieso brauchen wir dann noch das Beichtsakrament?
Wieso dann noch das Heilige Messopfer, wozu noch Jesus als Christus und Gottessohn?
Man sollte die Dinge schon zuende denken. Ansonsten kann man den Laden gleich dicht machen.

Pater Pio
Es geht meines Erachtens darum, Kinder an die Beichtpraxis heranzuführen. Gerade in der heutigen Zeit wird es immer schwieriger, bereits pubertierende Kinder im Alter von meinetwegen 11 oder 12 Jahren an die Beichte heranzuführen. Das muss früher geschehen. Es geht nicht darum, ob das Kind einen Keks gestohlen hat oder nicht, und darum wochenlang ein schlechtes Gewissen haben soll. Vielmehr geht es darum, das Beichtsakrament als Vorzimmer zur Begegnung mit Jesus im Bewusstsein des Kindes zu verankern. Die bedeutende und überragende Rolle der Eltern in der Familie – als Kirche im Kleinen – steht natürlich außer Frage. Wenn ich an… weiter lesen »
zeitschnur
Das mit dem infantilen Zustand mag ja stimme, jedenfalls bei vielen, aber ich habe auch Probleme mit den pauschalen Sichtweisen auf den heutigen Menschen. ich erlebe immer wieder, dass ungläubige Menschen viel aufrichtiger sind als ich es von den meisten Katholiken her kenne. Wer weiß das schon, was in ihnen vorgeht? Ob sie wirklich keinerlei Gewissensprüfung kennen? Ihre Luther-Auffassung ist allerdings auch nicht gerade reif. Luther hat keine autonome Gewissensfreiheit gelehrt, weil er ja schon die Willensfreiheit bestritt. ich würde nicht jede katholische, antiprotestantische hetze glauben, sondern lieber prüfen, ob da so überhaupt stimmt. (Und nun bitte nicht wieder über… weiter lesen »
Pater Pio
„Ihre Luther-Auffassung ist allerdings auch nicht gerade reif.“ Woher wollen Sie das denn beurteilen? Wissen Sie, wie gut ich Luther kenne oder nicht und wie ich ihn lese und verstehe? Ich beurteile Luther nicht auf der Ebene der Kapriolen seines selbstgefälligen Geschreibsels, sondern auf Grundlage der dahinter stehenden Not seines Seelenzustandes, seinen Motivationen und Emotionen. Ich sehe durchaus seine Nöte… „Luther hat keine autonome Gewissensfreiheit gelehrt, weil er ja schon die Willensfreiheit bestritt.“ Im Ende läuft es aber darauf hinaus, und nur darauf kommt es an. Wenn ich mich als Mensch der Sünde ausliefere, war ich halt nicht frei. Ich… weiter lesen »
Pater Pio

Kurz gesagt: Der Name Jesu als Deckmäntelchen für die Sünde. Das ist dür mich der Protestantismus.

wpDiscuz