Papst Franziskus und die „gescheiterten Ehen“ – Neuregelung kündigt Chaos an

Papst Franziskus mit den Richtern der Heiligen Rota Romana
Papst Franziskus mit den Richtern der Heiligen Rota Romana

(Rom) Der 8. Dezember 2015 kann als intensiver Tag bezeichnet werden. Es wurde nicht nur das Hochfest Mariä Unbefleckte Empfängnis begangen, mit der Öffnung der Heiligen Pforte das Jubeljahr der Barmherzigkeit begonnen und mit umstrittenen Licht-Projektionen auf Fassade und Kuppel des Petersdoms zur Unterstützung der UNO-Weltklimakonferenz in Paris die Öko-Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus ins Bild gesetzt. An diesem Tag traten auch die Bestimmungen in Kraft, mit denen Papst Franziskus die Ehenichtigkeitsverfahren der katholischen Kirche revolutioniert hat. Eine „Revolution“, die Fragen nach der Absicht aufwirft und die von Juristen heftig kritisiert wird.

Die neuen Normen sind im Motu Proprio Mitis iudex Dominus Iesus (Der milde Richter Herr Jesus) über die Reform des kanonischen Verfahrens für Ehenichtigkeitserklärungen im Codex des Kanonischen Rechtes enthalten, das Papst Franziskus am vergangenen 15. August unterzeichnet hatte. Mit einem zweiten Motu Proprio, Mitis et misericors Iesus, reformierte der Papst gleichzeitig auch die Ehenichtigkeitsverfahren in den mit Rom unierten Ostkirchen.

Der Historiker und katholische Intellektuelle, Roberto de Mattei, sprach bereits zwei Tage nach Bekanntgabe der Neuregelung davon, daß der christlichen Ehe eine „Wunde“, zugefügt wurde.

Revolution bereits dreimal korrigiert – aber nicht verbessert

Seither reißt die Kritik führender Kirchenrechtler an den Maßnahmen des Papstes nicht ab. Kritisiert werden die Reform selbst, aber auch die Korrekturen, die die vatikanischen Stellen vor und inzwischen auch schon nach Inkrafttreten der Motuproprien vorzunehmen versuchten.

Die erste Korrektur erfolgte bereits am 13. Oktober und trägt die Unterschriften des Vorsitzenden des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, Kardinal Francesco Coccopalmerio, und des Sekretärs dieser Institution, Kurienbischof Juan Ignacio Arrieta. Da Coccopalmerio auch Mitglied der vom Papst am 27. August 2014 eingesetzten Kommission zur Vorbereitung der Reform der Ehenichtigkeitsverfahren war, durfte angenommen werden, daß seine Korrekturen verbindlichen Charakter hatten. Ein Irrtum, wie sich herausstellen sollte.

Der Vatikanist Sandro Magister erläutert das Durcheinander anhand eines konkreten Beispiels. Nach Veröffentlichung des Motu Propro Mitis Iudex erging an den Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte die Anfrage, wie das neue Motu proprio mit dem Motu Proprio Qua cura von Papst Pius XI. vom 8. Dezember 1938 in Einklang zu bringen sei. Letzteres führte für Italien auf der Ebene der vom Kirchenrecht vorgesehenen Kirchenregionen interdiözesane Kirchengerichte ein. Die Grenzen dieser Kirchenregionen entsprechen noch heute der damaligen Verwaltungseinteilung Italiens. „Diese Regionalgerichte zeichneten sich durch einen leichten Zugang und faktische Kostenlosigkeit aus, da der Großteil der Kosten von der Bischofskonferenz getragen wurde“, so Magister. Damit erfüllte die bisherige Regelung letztlich bereits, was Papst Franziskus als Ziel seiner Reform erklärt hatte. Sein Motu proprio sieht jedoch vor, daß jede Diözese ihr eigenes Gericht errichten könne, daher die Anfrage an die zuständige vatikanische Stelle. Der Päpstliche Rat für die Gesetzestexte antwortete, daß das Motu Proprio Qua cura weiterhin in vollem Umfang in Geltung bleibe. Will sich ein Bischof vom interdiözesanen Kirchengericht trennen, müßte er beim Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur eine Dispens einholen.

Reskript ex audientia vom 7. Dezember

Papst Franziskus mit Msgr. Pinto, dem Dekan der Rota Romana
Papst Franziskus mit Msgr. Pinto, dem Dekan der Rota Romana

Bereits am 4. November folgte durch eine andere vatikanische Institution eine ganz andere Auslegung, dieses Mal sogar mit Zustimmung des Papstes. Bei der Eröffnung des Akademischen Jahres des Studio Rotale gab der Dekan der Heiligen Rota Romana, Msgr. Pio Vito Pinto, der auch Vorsitzender der erwähnten Vorbereitungskommission für die Reform der Ehenichtigkeitsverfahren war, im Auftrag von Papst Franiskus eine „authentische Interpretation“ der Motuproprien. Qua cura fand keine Erwähnung, dafür aber der Hinweis, daß jeder Bischof „kraft diesem päpstlichen Gesetz“ persönlich die „Funktion des Richters ausüben und sein Diözesangericht errichten kann“. Also braucht es keine Dispens durch die Apostolische Signatur.

Der Dekan der Rota Romana betonte zwar, daß seine Erklärungen im Namen des Papstes „Klarheit“ schaffen sollen, doch dem war dann doch nicht so. Am 7. Dezember, am Tag vor Inkrafttreten der neuen Normen, griff Papst Franziskus noch einmal persönlich und direkt ein. Er überreichte dem Dekan der Rota ein Reskript ex audientia, das am 11. Dezember veröffentlicht wurde.

Der erste Teil ist nur wenige Zeilen lang und hebt das Motu Proprio Qua cura von Pius XI. und vergleichbare ältere Bestimmungen auf.

Papst verlangt: „Im Zweifel für die neue Ehe“

Im zweiten Teil verbietet der Papst einen Rekurs, also Einspruch bei der Rota Romana, „nachdem ein Teil eine neue kanonische Ehe geschlossen hat, außer die Ungerechtigkeit der Entscheidung ist offensichtlich“.

Eine päpstliche Entscheidung, die den Kirchenrechtler Guido Ferro Canale zu einer scharfen Kritik herausforderte. Ziel der päpstlichen Reform ist die schnelle Ehenichtigkeitserklärung. Das sei offenkundig durch die Abschaffung des doppelten Urteils und werde durch das Verbot unterstrichen, bei der Rota Romana Einspruch einzulegen. Die päpstliche Koppelung im Reskript mit einer bereits geschlossenen neuen Ehe werde in Praxis dazu führen, daß im Zweifel zugunsten der neuen Ehe entschieden wird. Das aber „bedeutet die Leugnung der Unauflöslichkeit der ersten Ehe“, so Ferro Canale, da selbst einem zweifelhaften Urteil durch die Schließung einer zweiten Ehe, die Wirkung zuerkannt wird, das Eheband gelöst zu haben.

Kritik am Papst: „Gescheiterte Ehe“ und „nichtige Ehe“ meinen nicht dasselbe

Obwohl die neuen Bestimmungen bereits am 15. August veröffentlicht wurden, verdeutliche erst das Reskript die Absichten von Papst Franziskus, so Magister. Das Schlüsselwort, das von Franziskus gebraucht wird, lautet „gescheiterte Ehe“, Der Papst spricht von „verwundeten Familien“, denen die Kirche nahe sein wolle, und vom „Drama der gescheiterten Ehe“, die durch das Heilungswerk Christi erreicht werden solle. Die kirchlichen Strukturen sollen „sich als neue Missionare der Barmherzigkeit Gottes gegenüber anderen Brüdern zum Wohl der Institution Familie entdecken“. Der Begriff „gescheiterte Ehe“, vom Papst schon in Mitis Iudex gebraucht, wurde von Juristen bereits im Zusammenhang mit diesem Motu proprio kritisiert.

„Gescheiterte Ehe“ meine etwas ganz anderes als „nichtige Ehe“. Die Nichtigkeit ist ein formaler Aspekt und besagt, daß eine bestimmte Ehe in Wirklichkeit nie eine solche war. Eine gescheiterte Ehe ist ein meritorischer Aspekt und kann sich auch auf eine gültige Ehe beziehen, im konkreten Fall sind damit faktisch sogar großteils gültig geschlossene Ehen gemeint.

Der neue Begriff, den Papst Franziskus ohne nähere Erläuterung eingeführt hat, legt eine Gleichsetzung der Ehenichtigkeit mit der Scheidung nahe. Das spricht für eine revolutionäre Absicht des Papstes, die Kritiker dem Kirchenoberhaupt im Zusammenhang mit seiner Neuregelung der Ehenichtigkeitsverfahren vorwerfen. Es fällt die scheinbare Sorglosigkeit des Papstes im Umgang mit Worten auf. Scheinbar, weil es schwerfällt, anzunehmen, daß die renommierten Kirchenrechtler in der Vorbereitungskommission, darunter Kardinal Coccopalmerio und Dekan Pinto, nicht auf den gravierenden Bedeutungsunterschied hingewiesen haben. Die Wortwahl erstaunt um so mehr, da der Papst in Mitis Iudex an einer bestimmten Stelle selbst Bedenken zu äußern scheint:

„Es ist Uns allerdings nicht entgangen, wie sehr ein abgekürztes Verfahren das Prinzip der Unauflöslichkeit der Ehe gefährden könnte; […].“

Kirchliche Neuregelung wird in den Staaten ganz unterschiedliche zivilrechtliche Folgen haben

Juristen warnen zudem davor, daß die neuen Ehenichtigkeitsverfahren nach Franziskus, nicht nur im kirchlichen, sondern auch im weltlichen Bereich ernste Schwierigkeiten nach sich ziehen könnten.

In Konkordatsländern wie Italien hat eine Ehenichtigkeitserklärung durch ein Kirchengericht auch zivilrechtliche Folgen. Durch ein Exequatur kann ein ziviles Gericht die Vollstreckbarkeit als Scheidung erklären. Voraussetzung für ein Exequatur ist, daß das Urteil des Kirchengerichts – oder eines ausländischen Gerichts – nach einem ordentlichen Verfahren zustandekam, in dem alle beteiligten Seiten die gleichen Möglichkeiten hatten, ihre Position zu vertreten. „Es fällt nicht schwer, den Kontrast zu erahnen, der aufgrund der unterschiedlichen Rechtsordnungen zwischen Italien und der Kirche entstehen wird. Italien ist dabei nur ein Beispiel unter vielen“, so Magister.

„Durch die Erwählung jedes Bischofs zum Gnadenökonom in seiner Diözese, mit den Vollmachten, „gescheiterte“ Ehen aufzulösen, hat Papst Franziskus einen Präzedenzfall geschaffen, der ernste Auswirkungen auch extra ecclesiam haben wird mit juristischen Gegenschlägen, die von Staat zu Staat verschieden sein werden.“, so Magister.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Cristianesimo Cattolico/MiL (Screenshot)

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30 Comments

  1. Was soll man dazu sagen ? Die Unklarheit in der Auslegung ist nach wie vor gegeben.
    Unterm Strich ist es das Ziel einer “ katholischen Ehescheidung “ mit vielen Worten
    umschrieben, aber nicht deutlich ausgesprochen. Franziskus geht eigenmächtig seinen
    eingeschlagenen Weg, ohne die Folgen zu bedenken. Jetzt sollen auch noch die Bischöfe
    mitwirken, was zusätzliche Probleme produzieren wird. Es wird auch dazu führen, dass
    das Sakrament der Ehe formal besteht, aber in der Praxis lax gedeutet und ausgelegt
    wird. Mit anderen Worten, eine Ehe kann leicht geschieden werden. Das Aufweichen der
    Sakramente durch die neue Barmherzigkeit, wird sich fortsetzen und das Kirchenvolk
    wird es akzeptieren.

  2. Wahnsinn, wie der Hinkefuß seine Revolutionsgesetze mit der heißen Nadel strickt, um die Ehescheidung auf katholisch brachial durchzusetzen. Anstatt Klarheit schafft er nichts als Chaos und anstatt „verwundete Familien“ zu heilen, zementiert und schafft er neues Leid, denn vor allem die Kinder leiden doppelt: einmal am Scheitern der Ehe ihrer Eltern und dann am Eingehen einer neuen Verbindung der getrennten Ehepartner, die nun neuerdings auch von der Kirche abgesegnet und sogar in den Stand eines Sakramentes gehoben werden soll. Man muss es sich einmal vorstellen, der Papst sagt den Kindern aus der gültigen Ehe ins Gesicht: April, April, ihr seid im Grunde Bastarde, denn im Scheitern der Ehe, in der ihr gezeugt seid, zeigt sich die Nichtigkeit des Ehebandes. Bislang konnten sich Kinder aus gescheiterten Ehen damit trösten, dass die Ehe der leiblichen Eltern vor Gott bestand hat und diese vor Gott und der Kirche legitim bleibt. Jetzt sind sie nach bergoglionischem Denken lediglich Produkte des Scheiterns, peinliche Relikte einer nichtexistierenden Ehe. Pfui, wie teuflisch!

    • „Hinkefuß“…“Bastarde“….“legitim“…

      Meine Güte, bei aller Kritik an Bergoglios Aktionen: welch ein antichristlich-frommes Denken!

      Keine Kind auf dieser Welt ist ein „Bastard“, und behinderte Päpste sind keine „Hinkefüße“, auch dann nicht, wenn sie unrechtmäßig sind.

      Behinderten- und „Bastarde“- als katholische Tugend! Bravo!

      Ein Kind ist vor Gott immer legitim – egal, was seine Eltern getan haben. Nein, das Kind ist kein „Bastard“!
      Und ob die Ehe der Eltern gültig ist oder nicht – das Kind hat damit moralisch nichts zu tun. Und das sollte die Kirche auch immer vermitteln.
      Hat sie aber in der Vergangenheit nicht immer: man strafte zuerst das Kind, den „Bastard“, durch gnadenlose soziale Ausgrenzung, danach die Mutter, die „Hure“, und der Vater wurde meist gar nicht schief angesehen. Männer dürfen viel mehr als Frauen und Kinder – auch unter Katholiken, und das schon immer. Wozu Zweitehe, wenn es auch mit Mätresse geht, gegen die die Kirche nie etwas unternahm!

      Auch wenn dieser widerliche Zustand seit vielleicht 70 Jahren zu Ende ist: das Gedächtnis der Geschädigten ist nicht gelöscht.

      Bergoglios Handlungen sind falsch, aber die, die nun darüber herfallen, sind in aller Regel noch falscher als er, weil sie die Rechtgläubigkeit zum Deckmantel unsäglicher Bosheit gemacht haben.

      Es wird niemals eine Menschheit ohne „Bastarde“ geben. Leider gibt es aber auch keine Menschheit, auch keine Christenheit, die aufhören würde, diese „Bastarde“ als „Bastarde“ zu behandeln und zu sozialisieren.

      Hier wird immer für „Monica“ geworben – wie viele Abtreibungen gehen auf das Konto der „Bastard“-Ideologie?

    • @hicesthodie
      Auch wenn Sie/wenn wir Papst Franziskus überwiegend kritisch sehen oder ihn gar ablehnen, rein körperliche Einschränkungen oder Defizite sollten bei der Bewertung eines Menschen keine Rolle spielen.
      Papst Franzikus zieht seine Sache durch und das ist das, was uns beunruhigt. Wir befürchten den großen Schaden, den er hinterlässt.
      Und dies führt dann manchmal zu unbedachten Äusserungen, die besser nicht getan werden.
      Pace e bene

    • hicesthodie @ Ihr Name klingt lateinisch. Das verträgt sich aber nicht mit Ihren
      Bezeichnungen gegen Franziskus. Einig sind wir, dass das Pontifikat Franziskus wie
      ein Schiff auf Grund gelaufen und sinken wird. Es ist zu wünschen, dass das Kirchen-
      volk rechtzeitig die Gefahr erkennt und aussteigt. Aber wir dürfen uns nicht hinreis-
      sen lassen, den Menschen Franziskus, den MENSCHEN zu beleidigen.

      • @fredius Papst Franziskus kann man nicht beleidigen.Er darf,wohl,uns beleidigen,was nicht so schmerzlich wäre,jedoch verwirrend.Es geht hier und jetzt um die Existenz der R.k.Kirche und das Seelenheil der Menschen,der Kinder.Und Worte ,die früher zu Keule wurden und neue werden,…mögen wir Worte,im Licht der ewigen Wahrheit sehen.Nein,es ist keine Beleidigung,einem Hinkendem,auch bildlich,es zu sagen und das Wort Bastard,konnte ich selbst oft hören,jahrelang, bei meiner unehelichen Tochter und das von praktizirenden Katholiken.

      • Danke, Methodus. Sie sind offensichtlich einer der wenigen, die die wahre Natur dieser Dame erkannt und ihr jüngst in einem luiziden Kommentar förmlich die Maske vom Gesicht gerissen haben.

      • Papst Franziskus ist ein falscher Lehrer und falscher Prophet. Er führt den größten Teil der Katholiken, der Christenheit und der ganzen Menschheit in die Irre. Wer das erkannt hat, ist verpflichtet, es klar auszusprechen.

    • Ich muss mich schon sehr wundern, dass sich die verehrte Leserschaft von dem scheinheiligen Kommentar einer sich als Moralapostel aufplusternden Foristin aufhetzen lässt, die, was ihre eigenen Einlassungen betrifft, leider an unterstem Schubladenniveau, an provokanter, unbelehrbarer Bosheit und sprungbereiter Verleumdungsbereitschaft nur schwer zu überbieten ist, die folglich mit ihren haltlosen Vorwürfen und Unterstellungen bekanntermaßen regelmäßig die Atmosphäre dieses Forums vergiftet. Erinnert sei nur an die lästerhaften Herabsetzungen sämtlicher Päpste, einschließlich des Heiligen Pius X., insonderheit aber Papst Johannes Pauls II. und ihr schäbiger, unmenschlicher Spott über dessen Leidensweg, an die strafrechtlich relevante Verleumdung eines Bischof Graber als angeblichen Hitlerbejubler und glühenden Antisemiten, an die unverfrorene Aussage, der Heilige Ignatius von Loyola müsse nicht ganz richtig im Kopfgewesen sein, an die zynischen Schmähungen und kruden Verdächtigungen bezüglich Werk und Person des Hl. Pater Pio, um von den sinnfreien, aus der Luft gegriffenen Abschätzigkeiten gegenüber Kardinal Burke, Bischof Scheider ect. pp. sowie den „Tradis“ im Allgemeinen einmal ganz zu schweigen. Einer solch pharisäischen Stimme schenkt die verehrte Leserschaft also bereitwillig Gehör und beugt sich offensichtlich nur allzu gern dem Diktat ihres Empörungsszenarios. Mir ist jedoch nicht bekannt, dass Bergoglio einen Hinkefuß (medizinisch: Klumpfuß) besäße, noch, dass er wie etwa Shakespeares Richard III. übermäßig hinken würde. Der Vorwurf, man mache sich über seine körperliche Gebrechen lustig, ist also vollkommen aus der Luft gegriffen! Sine ira et studio müsste also vielmehr im Kontext des Gesagten klar werden, dass die Bezeichnung „Hinkefuß“, von mir im übertragenen Sinne gebraucht, auf das diabolische Moment in der Persönlichkeit Bergoglios anspielt und sich also auf die von ihm hervorgerufene Begriffsverwirrung hinsichtlich der Unauflöslichkeit des Ehebandes bezieht resp. zugegebenermaßen kritisch darauf abzielt. Kann man nun in dieser Angelegenheit noch von einer bedauerlichen Missinterpretation ausgehen, wird jedoch die böse Absicht jener Dame in deren gekünstelter Empörung über den Gebrauchs des Wortes Bastard überdeutlich. Eher weniger geschickt wird versucht, eine Skandalisierung hervorzurufen, indem man dem vom Schreiber rein deskriptiv gebrauchten Begriff ein subjektives Werturteil anzudichten versucht, um damit die originäre inhaltliche Aussage bis in ihr Gegenteil zu verzerren. Mein Gott, diese peinlichen Methoden lernt man vermutlich bei der Stasi, in der Sonntagsschule linksgerichteter Anarchistengruppen oder aus Büchleins wie „Rhetorik für Dummies“ von der Ramschbuchandlung um die Ecke.

      • Lieber hicesthodie,
        ich darf Ihnen sagen, dass ich mich nicht aufhetzen ließ, nur lediglich meinem Empfinden Raum gab.
        Vor etlichen Jahren sagte ein schon schmerzhaft liberaler Priester unserer SE (Mit-Initiator und Unterzeichner der Freiburger (Rebellen-)Priester-Initiative „Den Aufbruch wagen“) zu mir, dass ich ein „Krüppel“ sei. Dies war nicht so dahergesagt, sondern durchaus ernst gemeint. Ich war geschockt und sprachlos. Ich sei deswegen ein Krüppel, meinte er, weil ich noch keinen Rechner besäße. Lange hatte ich daran zu kauen.
        Dass Wort „Krüppel“ traf mich insofern hart, da ich tatsächlich als Baby an Kinderlähmung erkrankt war und man dies auch sehen kann.
        Und Ihr Begriff hat wohl etwas in mir wachgerufen, daher mein -doch sicher- sachlicher Kommentar dazu.
        Vielleicht lässt Sie dieses persönliche Detail jetzt etwas besser verstehen.

      • Hallo lieber @hicesthodie
        auch von mir uneingeschraenkte Zustimmung, Sie drücken Wahres deftig aus, aber es bleibt wahr.
        Wie sehr werden alle Gutmenschen und Jasager nachher schreien, wenn das Kind im Brunnen ist ?
        Ich erinnere an Erich Honecker den unseligen Führer der DDR, nein was wurde dieser Kerl hofiert und in Samt gepackt, bekam Milliarden und schoss auf Fluechtende, nein was waren sich alle einig „Wandel durch Annäherung“ zu predigen, bis zu seiner Entmachtung, da kannte ihn niemand mehr.
        Genauso ists mit diesem bescheuerten Franziskus Kult, dieses kritiklose Nachgeplapper von seinen theologischen Hohlheiten.
        Man kann das Kind ruhig beim Namen nennen, dieser Mann verwüstet die kath. Kirche Jesus Christi immer weiter und man darf darüber ruhig zornig werden, ich bin es schon länger.

    • Die Freimaurerei !!
      Er wurde von denen !! über die Helfershelfer in der Kurie gewählt und hat deren Auftrag zu erfüllen.
      Gewiss, das sind harte Worte, aber wie soll man das sonst erklären ?
      Die Hochfinanz (die im wesentlichen aus Freimaurern besteht) „muß“ auf ihrem Weg, die Menschheit weiter auszubeuten und letztlich zu versklaven, die christlichen Normen zerstören. Nur so können „sie“ ihr Ziel erreichen.

  3. In Schwaben würde man sagen: ein Machheniker (statt ein Mechaniker).

    Überall ist eine Zunahme der Gesetzlosigkeit zu beobachten.

    Wir leben in den letzten Tagen. „Es wird sein wie in den Tagen Noahs…“

    Marana tha!

  4. Wer die Ehezwecke auf den Kopf stellt, der muß halt irgendwann auch die Unauflöslichkeit auf den Kopf stellen. Der Teufel weiß genau, was er tut.
    Leider hat die Kirche ihre bewährte Nüchternheit in Sachen Ehe aufgegeben und es hat noch nie so viele respekt- und lieblose Ehen gegeben, wie seit der Zeit als der oberste Ehezweck die „Liebe“ wurde.

    @zeitschnur: Ganz falsch ist das nicht, was Sie schreiben. Und ich sehe den Schwachsinn des Geredes von einer „verantworteten Elternschaft“ auch als Verlängerung des Vorwurfs „Bastard“ an. So kann man natürlich die alte und richtige Idee von Kindern als Geschenke Gottes (subtil) auch torpedieren. Im Grunde ist Kinderbekommen nur mit Gottvertrauen zu handhaben und nicht mit Verantwortung. Sie tun der Kirche hingegen unrecht, denn diese hat sehr oft Partei für die ungerechtfertigt behandelten Frauen bezogen und oft genug auch wirksam durchgesetzt. Es ist viel Gutes in der Kirche seit 2000 Jahren immer wieder gewesen.

    • …sicher, ich leitete meine Kritik ja mit einem relativierenden Satz ein:

      „Hat sie (die Kirche) aber in der Vergangenheit nicht immer:…“ und dann kam die Beobachtung, dass auch in der Kirche massiv uneheliche Kinder bastardisiert werden konnten…

      Es gab in der Kirche sicher echte Barmherzigkeit mit dem schwachen Menschen, aber auch sehr viel Ungerechtigkeit und ein schamloses Messen mit zweierlei Maß.

      Man findet genügend historische Quellen und Belege für beides.

  5. @Hicesthodie: Bei der Dame zeitschnur habe ich schon seit geraumer Zeit den Eindruck, dass sie die Rolle eines Trolls (Trollin) spielt. Um die anderen zu ärgern , also eine Art von Haarspalterei zu betreiben. Und warum macht die Dame das? Weil deren Horizont ein Kreis mit Radius Null ist – und das nennt sie dann ihren Standpunkt. Das ist im Grunde alles.Und im übrigen sollten wir uns davon nicht die angenehmeren Seiten des Lebens vermiesen lassen. Bitte nicht immer von Dramen sprechen, das ist etwas für Griechen. Aber wir sind doch keine Griechen…

  6. Nebenbei: der Terminus „Bastard“ ist a priori nicht negativ zu sehen.
    Gerade im Mittelalter und in der neueren Zeit war man diesbezüglich sehr offen.
    Sehr bekannt ist der „Bâtard de Bourgogne“, offizieller Titel übrigens, der illegitime Lieblingssohn vom burgundischen Herzog Karl dem Kühnen, von einem Flämisch-Primitiven Maler wunderbar gemalt (schon dies zeigt das Respekt und die liebevolle Hochachtung für den Porträtierten, war dies doch äusserst kostspielig).
    Kaiser Karl V hat offiziell per Dekret alle seine illegitime Kinder anerkannt und mit dem Familiennamen „Minne“ versehen (in den Niederlanden und Belgien reichlich vorkommend).
    Don Juan d‘Austria, ebenfalls illegitim, leitete die christliche Flotte bei Lepanto.
    Die Vergangenheit war sehr viel offener als man heute gemeinhin denkt; darüberhinaus eignet sie sich schlecht für die Projektion von eigener Frust und Voreingenommenheit.

  7. Gelobt sei Jesus Christus.
    Liebe Schwester Zeitschnur, lassen sie sich nicht unterbuttern. Ich lese seit Monaten hier auf dieser Seite und erfreue mich über jeden ihrer Kommentare. Sie sind eine sehr kluge Frau und ihre Aussagen leider im Gegensatz zu vielen anderen Mitbrüdern (Freimaurer, Weltverschwörung, Wut, Hass und alles andere was man hier so hört…) ein wahrer Goldschatz.

    • @ DerjungeJünger
      Junge, Junge, ein Jünger! Oder noch jünger?
      Scheinheiliger Scherzbold! Trollen Sie sich zu Ihrem Goldschatz! Aber überheben Sie sich nicht beim Heben!

  8. Gelobt sei Jesus Christus.
    Liebe Mitchristen, der Umgangston hier in diesem Forum ist katastrophal. Behandelt man sich als Katholik etwa gegenseitig so? Wenn viele im Leben so wie hier in diesem Forum mit ihren Mitmenschen umgehen, dann tun diese mir leid. Was mich jedoch erzürnt ist, wie sie den Namen unserer hl. kath. Kirche damit in den Dreck ziehen. Viele hier schimpfen sich Katholiken? Hm man postet zum ersten Mal hier etwas im Forum und bekommt gleich so ein Paket wie das von Sophus. Purer Hass schlägt hier einek beim Lesen vieler Kommentare entgegen. Ich frage mich wie man sich Katholisch nennen kann, damit implizieren dass man unseren Herrn Jesus Christus folgen möchte und dann hier sowas von sich geben. Schon mal auf die Idee gekommen, dass auch Nichtchristen dieses Forum lesen (können). Was macht das für nen Eindruck von uns Katholiken? Liebe Freunde im Glauben, denkt doch mal bitte darüber nach.

    • Jammern Sie nicht @ Jüngling !
      Mit Ihrer unqualifizierten Parteinahme für @ zeitschnur haben Sie meine Reaktion hervorgerufen. Diese nämlich war keineswegs katastrophal! Wer nicht die Vorgeschichte kennt, sollte sich erst einmal entsprechend informieren, bevor er postet. Was den Umgangston betrifft, gilt der alte Satz: Wie man in den Wald hineinruft, tönt es zurück! Wenn Sie diesen Rückton nicht aushalten, was suchen Sie hier?

    • Danke dass Sie mich verteidigen.

      Ich sehe das allerdings so: Es steht in der Schrift, es müsse offenbar werden, was in den Herzen ist.
      Nicht das Herr-Herr-Sagen, nicht das fromme Getue ist entscheidend, sondern die Frage, was über den Mund aus diesen Herzen kommt.
      Das ist der Gradmesser.

      Man weiß also angesichts dieses hasserfüllten Umgangstones, mit wem man es zu tun hat und ist gleich vorsichtig und geht diesen Leuten am besten aus dem Weg und leistet ihnen Widerstand in Wort und Tat.

      Die Kirche ist von innen zutiefst beschmutzt, und dies seitdem es sie gibt.
      Früh schlichen sich gewalttätige Ungeister ein, die den Glauben als Deckmantel ihres Machtwahns und ihrer Bosheit missbrauchten. Von ihnen stammt die entsprechende und nachgeahmte Attitüde eines gewissen nachchristlichen Propheten. Er hat diesen Ungeist von Christen übernommen, von falschen Christen.

      Letztendlich stehen wir am Ende jeder alleine vor unserem Richter.
      Ein alter Priester (übrigens ein sehr traditionsverbundener) sagte mir mal, es sei ein wirklich katastrophales Zeichen der traditionalistsichen Katholiken schon immer gewesen, dass sie sich nie um ihr eigenes Seelenheil kümmern, sondern immer nur bei anderen deren kleine und große Sünden nicht nur aufspüren, sondern ihnen auch noch weitere dazu anhängen.

      Es sind Gewalttäter – ganz einfach. Gewalttäter, wie sie seit Jahrhunderten, ja Jahrtausenden de Kirche geschändet haben – von innen. Wir hatten selbst Päpste von diesem Ungeist. Unsere größten Heiligen wurden von solchen Gewalttätern IN der Kirche geschlagen und teilweise sogar ermordet.

      Jesus hat uns aber genau das auch vorhergesagt: Sie kommen wie Schafe daher und sind inwendig reißende Wölfe.
      Reißende Wölfe erkennt man an ihrer Art, mit anderen umzuspringen. Sie zerfetzen jeden, der ihnen in die Quere kommt.

      Mich kümmert es nicht – ich muss vor Jesus bestehen und nicht vor diesen Wölfen. Ich will vor Jesus bestehen können. Auch er ließ sich schlagen mitten im Volk Gottes.
      Das einzige, was mich wirklich kümmert, ist, dass ich ihn verraten könnte aus Feigheit oder unter dem Druck der Wölfe.
      Jesus verhindere dies! Jesus halte mich immer fest! Jesus verhindere, dass ich dir irgendwie abhanden komme! Maria, bitte für mich!

      • @zeitschnur
        Der von mit aus guten Gründen hochverehrte @ Suarez hat im „Höllenthread“ zu Ihnen mit Recht gesagt:
        „Ihre Kommentare sind doch nichts anderes als Kampfschriften!
        Sie haben wirklich das unnachahmliche Talent, sich selbst als letzte Wahrheit zu postulieren.
        Ihr Anliegen ist sichtbar emanzipatorisch, wobei Sie den Glauben lediglich als Vehikel benutzen“.
        Diese seine Kurzanalyse trifft den Kern Ihres Problems, das darin besteht, dass Sie ihre eigenen kleinen und großen Gemeinheiten gegenüber Mitforisten nicht mehr erkennen können. Realitätsverlust nennt man so etwas gemeinhin! Wenn Sie glauben, hier das Alpha-Tier spielen zu können, das bei den von Ihnen mehrfach herbeizitierten Wölfen nicht zufällig immer ein Weibchen ist, täuschen Sie sich gewaltig! Denn Alpha-Tiere bei den Wölfen sorgen für Ruhe im Rudel! Das kann man von Ihnen nicht behaupten – im Gegenteil!
        Was Sie hier als Verteidigungsschrift abgeliefert haben, ist
        eine reine Kampfschrift zur Selbstrechtfertigung mit dem Glauben als Vehikel. Deren Zweck besteht darin, ihre eigenen Wortgewalttätigkeiten zu kaschieren, derer Sie sich gegenüber Mitforisten, die Ihre verqueren Ansichten nicht teilen oder Ihnen gar widersprechen, hemmungslos bedienen. Oben ist dazu von @ hicesthodie das Nötige gesagt worden.

  9. Liebe Glaubensschwester, ihr Wort in Gottes Ohr. Ich bin in vielerlei Hinsicht ganz ihrer Meinung. Obwohl ich es kritisch sehe, dass Christen das Schwert erheben, so ist doch die hl. Jeanne d’Arc eins von vielen unzähligen Beispielen dafür, wie die damals ach so „fromme Kirche“ mit (best.) Menschen umging. Seitdem die Kirchenoberen den Schulterschluss mit der weltlichen Macht suchten, also schon wenige Jahrhunderte nach Christi Auferstehung, kommt die Kirche nicht wirklich mehr wieder davon los. Es ist eine Schande, dass einst sogar Päpste Armeen aufstellten, um wie Könige eigene Territorien zu beherrschen. Das gr. Schisma, Luther, das zweifelhafte Vat. I und das noch zweifelhafterer Vat. II, all das haben nicht irgendwelche äußeren Kräfte wie Freimaurer, Juden oder was (übrigens moralisch sowieso aber auch teils strafrechtlich relevantes) noch so hier geäußert wird zu verantworten. Nein, stattdessen ist vielmehr unserer Kirche, in gr. Teilen selbst dran Schuld gewesen. Die Christen der ersten Jahrhunderte, freilich die sollten uns als Vorbild dienen. Der Papst, Kardinäle und Priester sich endlich von der weltlichen Macht entkoppeln. Wo war das Gros der Priesterschaft während des 1. und 2. WK. Wo blieb das unaufhörliche Predigen für Frieden in jeder noch so kleinen Kapelle Europas? Oder wurden stattdessen die Kanonen auf den Feldern gesegnet? Wo sind die Priester heute in Anbetracht der massenhaften Tötung Ungeborener? Oder verschließen sie die Augen davor, weil der Staat das Menschsein gesetzlich an eine Frist knüpft? Wo werden die Priester morgen sein, wenn christliches Leben von staatlicher Seite immer weiter eingeschränkt wird? Oder werden „Christen“ Christen verfolgen?
    Ich kanns trotzdem nicht lassen und muss Fr. Zeitschnur nochmals in dieser Hinsicht loben. Die kirchliche Leitunng war in der Mehrzahl damals nicht weniger „unheilig“ als heute. Schimpfen wir nicht auf die heutigen Päpste und behaupten das die damaligen alle Heilige waren. Vertrauen wir Gott. Die katholische Kirche wird ihre Mission erfüllen, selbst wen ihr weltlicher Teil völlig abdriftet. Es wird immer fast überall auf der Welt mind. ne Handvoll Katholiken geben, die mit Gottes Segen dafür Sorgen werden. Beten wir trotzdem für unsere Oberen und hoffen wir auf einen Wandel. Vlt. bedarf die katholische Christenheit ja eines großen Crash, damit sie wieder zu ihren Wurzeln zurückkehrt. Gelobt sei Jesus Christus.

    • @ DerjungeJünger
      Das Lob der Klugheit in Frau @zeitschnurs Ohr! Aber bedenken Sie dabei, was @ Suarez im Zusammenhang mit Z. über den Gebrauch von Klugheit gesagt hat: „Klugheit wird immer dann belastend, wenn sie sich nicht frei in den Dienst der Wahrheitssuche stellt, sondern ein Denkschema verteidigt, das persönlicher Verletzung entspringt“.
      Das gilt für jeden, der versucht, seine Verletzungen durch Inkaufnahme von Unwahrheiten abzuarbeiten (vgl. Schluss vom 68er Thread). Dennoch: Ein gesegnetes Weihnachtsfest!

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