Beruft Papst Franziskus nächste Synode zum Thema Aufhebung des Zölibats und Frauenpriestertum ein?

"Amazonas-Werkstatt": Kardinal Hummes und Bischof Kräutler
"Amazonas-Werkstatt": Kardinal Hummes und Bischof Kräutler
Papst Franziskus mit Indios
Papst Franziskus mit Indios

(Rom) Papst Franziskus wird im Februar 2016 den mexikanischen Bundesstaat Chiapas besuchen. Dort gibt es eine Ausnahmediözese, in der es nur 80 Priester, aber fast 350 ständige und meist verheiratetet Diakone gibt. Papst Franziskus könnte in dem großen Mexiko zahlreiche Diözesen besuchen. Er aber will in das Bistum San Cristobal de Las Casas. „Auch im Amazonasgebiet scheint eine Wende nahe. Alles stand bereits in der Agenda von Kardinal Martini geschrieben“, so der Vatikanist Sandro Magister. Wird Papst Franziskus die nächste Synode zum Thema Aufhebung des Priesterzölibats und Frauenpriestertum einberufen?

Während die Kirche noch immer auf die Entscheidung von Papst Franziskus in Sachen Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen wartet, nachdem zwei Synoden zwei Jahre lang darüber gestritten haben, zeichnet sich bereits der nächste umstrittene Synodenmarathon an: „zum Thema verheiratete Priester“, so Magister.

Die Themenwahl für eine Synode steht dem Papst zu. Wie bereits bei der Familiensynode wird erwartet, daß Franziskus seine Entscheidung im Alleingang trifft, unabhängig davon, was der fünfzehnköpfige Rat vorschlagen wird, der als Brücke zwischen einer Synode und der anderen errichtet wurde und in den die Synodenväter mit großer Stimmenmehrheit Verteidiger der katholischen Ehe-und Morallehre gewählt haben.

„Daß die verheirateten Priester das nächste Thema sein werden, läßt sich aus verschiedenen Indizien ablesen“, so Magister.

"Ante-Papst" Kardinal Carlo Maria Martini
„Ante-Papst“ Kardinal Carlo Maria Martini

Indiz 1

Das erste Indiz ist der Wille von Papst Franziskus, die 1999 von Kardinal Carlo Maria Martini mit einer Rede vor der damals tagenden Bischofssynode formulierte Agenda umzusetzen. 1999 tagte bereits der von Kardinal Martini zusammengerufene Geheimzirkel Sankt Gallen, um eine „andere Kirche“ durchzusetzen. Der 2012 verstorbene Kardinal war damals Erzbischof von Mailand und galt als der „Ante-Papst“ unduldsamer progressiver Kirchenkreise, die eine Gegenposition der Kirche zum vorherrschenden Zeitgeist kaum mehr ertragen konnten. Kardinal Martini brachte dieses „andere“ Kirchenverständnis in seinem letzten Interview vor seinem Tod zum Ausdruck, als er der Kirche vorwarf, 200 Jahre hinter der Zeit zurückgeblieben zu sein durch die Ablehnung der Französischen Revolution und ihrer Zielsetzungen. Es ist nicht bekannt, daß Jorge Mario Bergoglio dem Geheimzirkel Sankt Gallen angehörte. Mit Martini verband ihn vor allem die Zugehörigkeit zum Jesuitenorden. Als Martini im Konklave 2005 seine Chancenlosigkeit gegen Joseph Kardinal Ratzinger erkennen mußte, lenkte er seine Stimmen auf Kardinal Bergoglio um, der durch eine Sperrminorität die Wahl Ratzingers verhindern sollte. Doch nicht Ratzinger gab nach, sondern Bergoglio. 2013 waren es wiederum führende Mitglieder der Gruppe Sankt Gallen, die die Wahl Bergoglio unterstützten.

„1999 sagte der damalige Erzbischof von Mailand, Jesuit und unumstrittener Anführer des ‚liberalen‘ Flügels der Kirche, einen ‚Traum‘ gehabt zu haben, von einer Kirche, die imstande ist, sich eine ständige synodale Verfassung zu geben, mit einem ‚kollegialen Austausch zwischen allen Bischöfen zu einigen wichtigen Themen‘“, so Magister.

Die wichtigen Themen, die Martini als „Knoten“ bezeichnete, nannte er gleich dazu:

Der Priestermangel, die Rolle der Frau in Gesellschaft und Kirche, die Ehe, die katholische Sexuallehre, die Bußpraxis, die Beziehungen mit den orthodoxen Kirchen und generell die „Notwendigkeit der ökumenischen Hoffnung“ neuen Schwung zu verleihen, die Beziehungen zwischen Demokratie und Werten und zwischen staatlichen Gesetzen und den Moralgesetzen.

Mit der Doppelsynode über die Familie, die letztlich nur um die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen und abgeschwächt um die Homosexualität kreiste, griff Papst Franziskus das Thema „Ehe“ aus dem Martini-Verzeichnis auf und, untergeordnet, das Thema „Sexuallehre“.

Das Thema der nächsten Bischofssynode könnte daher das von Martini an erster Stelle genannte Thema „Priestermangel“ stehen.

Für Missionsbischof Erwin Kräutler ist der Zölibat Vergangenheit
Für Missionsbischof Erwin Kräutler ist der Zölibat Vergangenheit

Indiz 2

Der Mangel an Priestern, die in der lateinischen Kirche zölibatär leben, ist in einigen Gegenden besonders akut. Das gilt erstaunlicherweise gerade für Lateinamerika.

2014 erhob der österreichische Missionsbischof Erwin Kräutler, in seiner Heimat Liebkind der kirchenfernen Medien, in Brasilien Ordinarius der Amazonas-Prälatur Xingu sein Stimme und forderte die Priesterweihe von „viri probati“. Das ihm unterstehende Gebiet ist größer als Italien, wenn auch nur dünnbesiedelt. Dafür habe er nur 25 Priester. Die Heilige Messe werde in entlegenen Orten nur zwei-oder dreimal im Jahr zelebriert. Unter Benedikt XVI. meinte Kräutler zum Thema Priesterberufungen: Missionsbischof Kräutler: Um Priesterberufungen beten? „Da mache ich nicht mit“.

Kräutler wird von „liberalen“ Kirchenkreisen des Westens unterstützt, die nach einer Bresche suchen, um den Priesterzölibat zu Fall zu bringen. Unterstützt wird er auch vom brasilianischen Kardinal Claudio Hummes, einem Wähler von Papst Franziskus (Die Geisteswelt eines „Papstmachers“: Homo-Ehe, Zölibat und Frauenpriestertum). Hummes ist trotz seiner 81 Jahre Vorsitzender der Amazonas-Kommission der Brasilianischen Bischofskonferenz. Im vergangenen November erklärte er Radio Vatikan, „solange zu arbeiten, bis es eine indigene Kirche gibt, eine Kirche, die in die Kultur und die Religion der Indios eingetaucht ist und die von einem indigenen Klerus angeführt wird. Sie haben ein Recht darauf. Sie sind die letztere Peripherie, die wir haben, die entfernteste.“ Gegenüber Radio Vatikan sagte der Kardinal nicht mehr. „Man weiß aber, daß die Rede vom ‚indigenen Klerus‘ einen auch verheirateten Klerus meint“, so Magister.

Der Kardinal öffnete Kräutler und seiner „Amazonas-Werkstatt“ für ein neues Priestertum die Türen zu Papst Franziskus.

Der Papst empfing Kräutler in Audienz, der im Anschluß betonte, dem Papst die „dringende Notwendigkeit“ der Weihe von „viri probati“ nahegelegt zu haben. Hinter der „hochtrabenden Formulierung“ verbirgt sich die schlichte Tatsache, daß verheiratete Männer zu Priestern geweiht werden sollen. Anders ausgedrückt, daß auch Männer das Priestertum erlangen sollen, die nicht bereit sind, für den Priesterstand auf den Ehestand zu verzichten. Kurzum: das Ende des Priesterzölibats, wie er sich nur in der lateinischen Kirche bewahrt hat und der als ein Zeichen für die wahre Kirche Christi in der katholischen Kirche gesehen wird.

Kräutlers Forderung ist nicht neu. Die brasilianischen Bischöfe, aber nicht nur sie, haben sie mehrfach vorgebracht. Doch weder unter Papst Johannes Paul II. noch unter Benedikt XVI. konnten sie mit Nachgiebigkeit in dieser Frage rechnen. Um so mehr richten sich die Hoffnungen seit 2013 auf Papst Franziskus.

In diesem Jahr war das Gerücht in Umlauf, Papst Franziskus habe Kardinal Hummes einen Brief geschrieben, in dem er seine Unterstützung bekundete, über den Zölibat und die Priesterweihe von „viri probati“ nachzudenken. Vatikansprecher Federico Lombardi leugnete auf Nachfrage die Existenz eines solchen Schreiben, fügte aber hinzu: „Es stimmt hingegen, daß der Papst mehr als einmal die brasilianischen Bischöfe eingeladen hat, mit Mut pastorale Lösungen zu suchen und vorzuschlagen, die sie für angemessen halten, um den großen pastoralen Probleme in ihrem Land zu begegnen.“

Subcomandante Marcos der Zapatistischen Befreiungsarmee und Bischof Ruiz Garcia verstanden sich
Subcomandante Marcos der Zapatistischen Befreiungsarmee und Bischof Ruiz Garcia verstanden sich

Indiz 3

In einer anderen Gegend Lateinamerikas, im Süden Mexikos, liegt der Bundesstaat Chiapas. Auch dort wird seit einigen Jahrzehnten Druck zur Priesterweihe von verheirateten Männern ausgeübt. Zentrum dieser Bewegung ist die Diözese San Cristobal de las Casas. Das bereist 1539 errichtete Bistum ist so groß wie Baden-Württemberg und zählt 1,7 Millionen Einwohner, von denen etwa 1.350.000 Katholiken sind. In der Diözese gibt es kaum mehr als 80 Priester und die sind meist fortgeschrittenen Alters, dafür aber Hunderte ständige Diakone. Offiziell werden mehr als 330 von ihnen gezählt. Kritiker sprechen von einer „auf den Kopf gestellten Berufungspastoral“. Betrieben wurde die Massenweihe von Diakonen, die alle verheiratet sind, in dem 40 Jahre dauernden Episkopat von Bischof Samuel Ruiz Garcia. Ruiz leitete von 1959-2000 das Bistum und wollte auf seine Weise die Abschaffung des Zölibats herbeiführen. Ruiz wurde auch wegen seiner Nähe zum Subcomandante Marcos bekannt, der eine zentrale Rolle im langjährigen Chiapas-Konflikt zwischen dem Ejercito Zapatista de Liberacion (EZLN) und der mexikanischen Regierung spielte.

Die Zapatistische Befreiungsarmee war die erste sozialistische Guerillabewegung, die nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Ostblocks in Erscheinung trat. Entsprechende Sympathien fanden die Zapatisten unter linken Globalisierungskritikern.

Mit der altersbedingten Emeritierung von Ruiz Garcia untersagte Rom zugleich weitere Weihen von verheirateten Diakonen. Die Gottesdienstkongregation erließ ein entsprechendes Dokument. Zudem wurde die Bezeichnung als „indigene Diakone“ verboten, da der Eindruck entstanden war, als handle es sich dabei um eine neue Form des Weihamtes, die sich von jenen der Kirche unterscheidet. Den Frauen dieser Diakone wurde vom Vatikan, mit gewohnter Verspätung untersagt, sich „Diakonissen“ zu nennen und so zu tun, als hätten auch sie Anteil am Weiheamt ihres Mannes. Der Grund dafür lag darin, daß Bischof Ruiz Garcia bei der Diakonatsweihe der „viri probati“ aus welchen Gründen auch immer, auch deren Frauen die Hände auflegte. Rom verlangte von den bereits geweihten Diakonen eine öffentliche Erklärung, daß ihre Weihe damit endete und nicht eine Etappe zum Priestertum darstellte.

Nach der Wahl von Papst Franziskus wurde das 2000 erlassene Verbot, verheiratete Diakone zu weihen, aufgehoben. Im Mai 2014 erlaubte Rom dem Nachfolger von Ruiz Garcia, Bischof Felipe Arizmendi Esquivel die Diakonatsweihen wieder aufzunehmen. Der Bischof kündigte sofort an, die Weihe von hundert verheirateten Männern zu beabsichtigen.

Ex-Priester mit ihren Frauen und Kindern drängen auf Wiederzulassung
Ex-Priester mit ihren Frauen und Kindern drängen auf Wiederzulassung

Indiz 4

Unterdessen ging Papst Franziskus daran, an der Römischen Kurie grundlegende personelle Umbauarbeiten an der Kleruskongregation vorzunehmen. Unter Benedikt XVI. war sie zu einer Hochburg gegen die Abschaffung des Priesterzölibats ausgebaut worden.

Es gibt aber noch mehr. „Es ist inzwischen sicher, daß Papst Franziskus bei seiner nächsten interkontinentalen Reise Mitte Februar 2016 Station im Staat Chiapas und zwar in der Diözese San Cristobal de las Casas machen wird“, so Magister.

Am vergangenen 10. Februar empfing der Papst zwölf Priester, wie es hieß, von denen aber fünf ihr Priestertum aufgegeben hatten, um zu heiraten. Heute drängen sie als verheiratete Männer auf die Rückkehr in den priesterlichen Dienst. Papst Franziskus sagte zu ihnen: „Das Problem habe ich in meiner Agenda.“ Was immer der Papst genau damit meinte, es deutete an, daß Papst Franziskus die Frage des Zölibats nicht als abgeschlossen betrachtet.

Damit wurden die Hoffnungen in den organisierten Gruppen „verheirateter (Ex-)Priester“ genährt, die neuen Schwung erhielten. Nicht nur in ihren Kreisen geht die Rede um, daß Papst Franziskus „nicht nur den Priesterzölibat in Frage stellen könnte, sondern auch das Weiheverbot für Frauen“, so Magister. Das jedenfalls hofft die amerikanische Benediktinerin, Sr. Joan Chittister ebenso wie der österreichische Benediktiner Christian Haidinger, Abtpräses der Österreichischen Benediktinerkongregation und Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs.

Text: Settimo Cielo/Giuseppe Nardi
Bild: Settimo Cielo/MNFPC/Ja(Wikicommons (Screenshot)

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Don Quijote

Wenn Bergoglio das ernst meint, so steht er im Widerspruch zur Lehre des von ihm selig gesprochenen Paul VI. (Sacerdotalis coelibatus, 24. 6. 1967) und des von ihm heiliggesprochenen Johannes Paul II. (Ordinatio Sacerdotalis, 22. 5. 1994). Ob ich diesem Papst, der offenbar eine befreiungstheologisch verseuchte, kryptoprotestantische Neukirche anstrebt, noch folgen kann, ist eine schwere Frage.

hicesthodie

Es wurden doch nicht umsonst vor allem jene Bischöfe aus ihren Diözesen gemobbt, die sich mittels voller Priesterseminare gegen ungeschriebene Gesetze der postkonziliaren Afterkirche vergingen und den hausgemachten „Mangel an Berufungen“ vor aller Welt Lügen straften.

michael

Eine kühne These, aber warum eigentlich nicht ?
Es würde zu diesem Pontifikat passen, aber er würde es ja nicht aufheben sondern streng an den Dogmen orientiert kleine und große Hintertüren öffnen mit denen man dann alles praktizieren kann und es immer schon so war, aber bitte immer streng nach dem Dogma.
Wobei mir langsam der Verdacht kommt das Herr B. wahrscheinlich das kleine Latinum in seiner Schule mit dem Theologiestudium verwechselt hat, das würde viele seiner hanebüchenen Aussagen erklären.
Hoffentlich beendet Christus diesen Spuk bald.

Elias
Ich fürchte alles kommt noch viel schlimmer! WENN wir in der Zeit der APOSTASIE, die von Paulus gemeint ist, leben; wenn das Papsttum das Hindernis ist, das beseitigt (kann auch heissen: umfunktioniert) werden muss, damit der AC erscheinen kann, dann ist alles was wir erleben noch nichts gegen das kommende. Aber es ist m. E. noch nicht klar, ob es so weit ist. Es braucht jetzt viel Wachsamkeit. Warum hier und anderswo noch Zeit verlieren mit pseudotheologischem Geschwafel, mit persönlichen Angriffen, mit Seinen-Senf-zu-allem-geben? Was mich angeht, so ziehe ich mich aus dem Kommentar-Geschäft zurück, bevor es eine Sucht wird .… weiter lesen »
carlo

Come on! Weder hat Elias viel geschrieben, noch sieht so der Track eines potenziell Süchtigen aus.

Wer sich aus den von Ihnen genannten Gründen unter die Decke zu verziehen beginnt, wird beim Aufwachen katerig feststellen, dass er immer noch da ist. Und Geschwafel, persönliche Angriffe und reine Senfabsonderungen sollte man sich zu jeder Zeit zu unterlassen vornehmen.

Severin

So lange Sie noch keinen Vitamin D Mangel haben, weil Sie kaum an die Sonne kommen, brauchen Sie auch keine Suchtbedenken haben!
Ansonsten empfehle ich die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel, um einem Knochenabbau und Muskelschwund vorzubeugen. Das Hüftgold und die Rettungsringe lassen sich dann aber doch nicht mit Pillen abbauen; dazu sollte man dann doch ab und zu die Welt von draußen sehn!

Adrien Antoine

@Elias,
Es kennzeichnet einen intelligenten Menschen daß er bereit ist nach reiflicher Überlegung seine Meinung zu revidieren;
daß Sie dies nach schon nach 17 Stunden tun: Chapeau!
Sie sind noch schneller als der wankelmütige Bischof v. Brügge DeKesel am 29. Oktober 2014 in dem Fall Tom Flavez.
„…quasi folium universi…“ (Vs. 2. Rorate caeli desuper)

defendor
Zitat eines Freimaurers – Marsaudon – über die neue Strategie der Freimaurerei: - „Nicht mehr die Vernichtung der Kirche ist das Ziel,  sondern man sucht sie zu benützen, indem man in sie eindringt“ - „In die Kirche eindringen“ ist denn die neue Strategie der Freimaurerei. Dieses Ansinnen scheint ihr gelungen zu sein. Letztendliches freimaurerische Ziel aber ist die eigentliche  „Entpriesterlichung“ der Heiligen Mutter Kirche „zu Gunsten“ einer „Laienkirche.“ Um dies bewerkstelligen zu können, bedarf es denn z.B. zunächst einer „Übergangsform“; zölibatäre Priester und verheiratete „Priester“ nebeneinander ! Und nun schauen wir uns um; unentwegt hören wir aus modernistischen Kreisen das Gerede von der… weiter lesen »
Leo Laemmlein
//Als Martini im Konklave 2005 seine Chancenlosigkeit gegen Joseph Kardinal Ratzinger erkennen mußte, lenkte er seine Stimmen auf Kardinal Bergoglio um, der durch eine Sperrminorität die Wahl Ratzingers verhindern sollte. // Beim Lesen dieses Satzes kam mir erstmals der Gedanke, dass wohl irgendwann die Lenker des „Prozesses“ den Plan gefasst haben, einen Jesuiten auf den Stuhl Petri zu erheben – entgegen den Regeln (oder Statuten?) dieses Ordens –, der die Rolle des letzten der Malachias’schen Päpste, Petrus Romanus, auf sich nehmen sollte. Martini hatte unvergleichlich mehr theologisches Format als Bergoglio, dafür hat Bergoglio andere Qualitäten, und Revolutionäre sind sie beide.… weiter lesen »
Stella
@ Leo L.: mit Petrus Romanus laut der Malachias-Liste ist der echte Petrus gemeint,nicht ein Papst gleichen Namens. Das würde sich sicher auch keiner anmaßen. Siehe dazu Elisabeth Canori-Mora,von der ich bislang nichts wusste. http://www.kommherrjesus.de/endzeit/visionen/elisabeth-canori-mora Dieses behütetwerden der kleinen Herde könnte man fast als Entrückung auslegen. Erst nach der Reinigung der Erde kommt ein neuer Papst und eine Erneuerung des Glaubens und der Kirche. Deckt sich übrigens auch mit Emmerick,Taigi und der Botschaft von La Salette. Nach einer Friedenszeit ( laut La Salette 25 Jahre ) erscheint dann erst der Antichrist und es kommt zum Endkampf und anschließendem Gericht. Der… weiter lesen »
roman

Im Jahr der Barmherzigkeit wird es in der kath. Kirche nichts mehr geben was es nicht geben wird!
F. wünscht ausdrücklich, dass j e d e r die Erfahrung der Barmherzigkeit machen soll, wenn nicht gar machen muss – Barmherzigkeit ohne Grenzen!
Der Markt der Möglichkeiten ist eröffnet – hereinspaziert – alle Wünsche werden erfüllt – keiner muss draußen bleiben – a l l e sind e i n g e l a d e n !

Reinhold

Barmherzigkeit wäre, wenn dieser Papst sein Amt niederlegen würde. Das wäre Barmherzigkeit mit den geplagten Gläubigen, die seinenm Zirkus tagtäglich mitkriegen.

Feuerbach

Wo liegt eigentlich das Problem ? Der Zölibat ist eine recht neue Erfindung in der Kirche und es ist ja nicht gerade so, als gäbe es in der RKK keine verheirateten Priester …

Severin

Der Zölibat ist eine Erfindung des HL. GEISTES, der die Kirche lenkt, leitet und regiert!

Denkmalnach
Und der „Hl. Geist“ steht wohl damit gegen den Brief des Apostels Paulus an Timotheus, welcher aus als „katholischer“ Brief bezeichnet wird: “ […] Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet, nüchtern, besonnen, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren; […]“ Achsoo, das bezieht sich ja auf den Bischof, nicht auf die Priester….. Und selbst der von mir hochgeschätzte Benedikt16 hat zugegeben, dass die Lehre des Zölibats KEINE Glaubensdogma ist, sondern eine Regelung innerhalb der römischen Kirche. Die heilige orthodoxe Kirche hingegen lehrt klar, das „Weltpriester“ verheiratet sein müssen, denn „[…] Wer seinem eigenen Hauswesen… weiter lesen »
Freya
Haben Sie schon mal versucht in einem Land mit vorherrschend orthodoxer Prägung eine Werktagsmesse zu besuchen? Werden sie nicht schaffen, weil gibt nicht! Es sei denn Sie treffen auf ein Kloster! Orthodoxe verheiratete Priester haben die gleiche Auflage wie unsere Diakone, drei Tage vor dem Dienst am Altar enthaltsam zu leben – da die ehelichen Pflichten auch nicht zu kurz kommen dürfen, kann nur am Sonntag die Hl. Messe stattfinden. Das orthodoxe Kommunionverständnis ist auch eine Wissenschaft für sich. Wie glücklich war ich im Bulgarienurlaub endlich auf eine kath. Gemeinde zu stoßen, die von Franziskanern geleitet wurde: Jeden Tag Hl.… weiter lesen »
zeitschnur
Der Zölibat ergibt im Novus Ordo offenbar für sehr viele, die einst Priester wurden, gar keinen Sinn. Sie leben ohnehin vielerorts schon offen in irgendwelchen Beziehungen, und die Laiisierungsrate ist ebenfalls hoch. Priester, die ihr Brevier nicht mehr beten und v.a. in endlosen Sitzungen und Verwaltungsarbeiten beschäftigt sind, und nebenbei noch diese oberflächliche Messe zelebrieren sollen, mit Beichthören kaum noch befasst sind, können m.E. sogar zu Recht keinen Sinn darin sehen, zugunsten des Lebens eines Büromanagers und Verwaltungsangestellten ohne Ehe zu leben. Das Gefüge, innerhalb dessen der Zölibat zweifellos Sinn ergeben hatte, ist immer weiter zerstört worden. Da vielerorts auch… weiter lesen »
Agricola
Liebe @zeitschnur // Aber keine Sorge: das Frauenpriestertum wird niemals eingeführt – denn in der Frauenfrage sind sich die bösen Freimaurer mit den Reaktionären immer vollkommen einig gewesen. // Davon bin ich nun wirklich nicht überzeugt. Küng bspw. äußerte in seiner Rede anläßlich der Verleihung des Kulturpreises Deutscher Freimaurer 2007: „Dazu natürlich die Rolle der Frauen, die nicht nur in der Kirche, sondern auch im Freimaurertum ein Problem ist. Doch ob eine als Männerbund gegründete Gemeinschaft Frauen aufnehmen soll oder ein Frauenklub Männer, darüber läßt sich füglich und trefflich diskutieren. Undiskutabel aber erscheint mir, daß eine Kirche, die von Anfang… weiter lesen »
zeitschnur
Nein, das ist es nicht – es ging ums Frauenpristertum oben im Artikel. Sehen Sie noch mal nach. Und ich meinte: Das wird es niemals geben! Mein Satz war natürlich polemisch formuliert, aber er ist wahr: Wissen auch Priester heute nicht mehr, warum sie Priester sind, aber eines weiß Rom: Frauen dürfen nicht mitspielen. Und die Freimaurer – bleiben Sie mir doch fort! Küng ist ohnehin nicht sehr realitätssinnig. In den Logen und hohen Graden sitzen keine Frauen – alles nur das nicht, nicht anders als in der katholischen Hierarchie UND dem sonstigen Amtsapparat. Es ist allerdings wahr, dass ganz… weiter lesen »
Reinhold

Kräutler legt sich doch mit allen an und das zum Schaden der ihm Anvertrauten. Ein Besserwisser der Gutmenschenart, die uns etwas sagen will. Lassen wir das nicht länger zu.

Walter Richter

Wenn das in diesem Tempo so weiter geht, bleibt für mich nur noch ein Ausweg aus dieser
immer mehr verkommenden Katholischen Kirche: „Die Piusbruderschaft“. Dann kann ich wenigstens auch in Zukunft katholisch bleiben.

carlo

Ihre Wortmeldung ist (leider) ein weiterer Beleg für die früher einmal gemachte Aussage der hiesigen Frau Praezeptorin, dass es den Konservativen erst beim Sexthema aushängt. Messe, Sakramentenverständnis, Priesterbild oder kurz: eigentlich alles konnte bis zur Unkenntlichkeit verändert werden, ohne dass man ob dieser Fragen, die ja grundlegend für alle anderen sind, anscheinend Zweifel hatte, ob dies noch katholisch ist.

Kostadinov
ich mach mal einen Erklärungsversuch, warum es den „Konservativen“ erst bei diesem Thema „aushängt“, wie Sie so schön schreiben. Der durchschnittliche Konservative, der vielleicht nicht übermässig theologisch geschult ist, hat sich auf die Behauptung Pauls VI des verlassen, es würde nix geändert ausser der Form – alles, was vom Papst kommt, abnicken, ist ja auch ein Charakteristikum dieser Spezies… vielleicht beschleicht ihn im Novus Ordo sogar ein Gefühl der Leere, er spürt das etwas fehlt, aber naja, der Papst hat ja gesagt…dass sich dann bei den meisten das Sakramentenverständnis und das Priesterbild – vermutlich schleichend, nicht abrupt – verändern merkt… weiter lesen »
Sophus

@ Carlo
Sie meinen, „dass es den Konservativen erst beim Sexthema aushängt“ usw.
Und wie erklären Sie sich den Rückgang des sonntäglichen Messbesuchs von 50% auf unter 10% in den vergangenen 50 Jahren?

zeitschnur
@ Kostadinov Sie liegen nicht schief – das ist ja das Problem, von dem ich ebenfalls seit langem rede: dieser jesuitisch aufgeblasene ecclesia-docens-Megaballon der den Papst zum Magier und Zauberer oder zum okkulten Medium in Himmelhöhen gemacht hat – das ist der Schwachsinn der Reaktionäre des 19. Jh, der sich aber schon mit Ignatius angebahnt hatte. Mancher Papst hat sich das auch vorher schon angemaßt via selbstherrliches/teilweise sogar kriminelles Verhalten, aber dass einer das theologisch festlegt und auch noch einen Exerzitiendrill und ein extra Ordensgelübde damit verbindet, der sonst zu weiten Strecken ganz unverfänglich scheint – das ist der Wahnsinn…… weiter lesen »
carlo
Kosta: habe nichts zu kloppen. Sophus: Wegen der Messe. Ist das „Zentrum und Wurzel des christlichen Lebens“ beschädigt, ohne dass wirksame Reparaturmaßnahmen ergriffen werden, stürzt alles rundum ein. In etwa wie 2001 das WTC, nur (für unsere Augen) im Zeitlupentempo. Erst recht bei einem Angriff von innen. Als einer, der ausschließlich NOM-Kindheitserinnerungen und erst gegen 30 die überlieferte Messe kennengelernt hat, wage ich die(se) Behauptung, dass nicht nur deren Form, sondern verhängnisvollerweise auch die „Washeit“ verändert wurde. In derselben Dynamik geht die Göttlichkeit desjenigen Bach ab, der gekommen war, den Willen des Vaters zu erfüllen und dabei u.a. die Ehelehre… weiter lesen »
Leo Laemmlein

@ Sophus
Ich habe auf Ihren letzten Kommentar (unter dem schon älteren „CO2″-Strang) zum Blutverzehrverbot geantwortet und einen weiteren Aspekt, den der mündlichen jüdischen Gesetzesauslegung, ins Thema gebracht. Here we go:

http://www.katholisches.info/2015/12/01/vater-vergib-mir-meine-co2-emissionen-der-papst-und-das-weltklima/comment-page-1/#comment-69195

Leo Laemmlein

Man kommt gar nicht mehr mit, wenn man auf dem laufenden bleiben möchte, was in der Kirche vorgeht. In Krefeld will man eine gemeinsame katholisch-evangelische Gemeinde schaffen, die sich in der Praxis teilweise schon herausgebildet hat. Jetzt komme bloß keiner mit langweiligen Wahrheitsfragen – schließlich sind wir keine gnostische Pelagianer, oder semipelagianische Gnostiker, oder wie war das noch…

Elias

@ CARLO
Da bin ich wieder – der Kater ist weg, verschwunden; aber ich hoffe, auch der erste Teil meiner Zuschrift sei gelesen worden! (nein, nein, nicht weil ich so wichtig wäre).

carlo

Sie bieten Abwechslung, deshalb: claro.

Kirchen-Kater

Nein, der Kater ist noch da!
Gruß in die Runde und mein Dankeschön an die Dame Praezeptorin (Carlo, das haben Sie schön gesagt) und die Herren.

Galilei
„Kurzum: das Ende des Priesterzölibats, wie er sich nur in der lateinischen Kirche bewahrt hat und der als ein Zeichen für die wahre Kirche Christi in der katholischen Kirche gesehen wird.“ Soll dieser Satz etwa heißen, dass die katholischen Ostkirchen nicht die wahre Kirche Christi sind? Und was ist mit den Priestern im römischen Ritus, die vom Protestantismus zum Katholizismus konvertieren und ihre Ehe fortführen dürfen. Ist dadurch jetzt auch der große Teil der universalen katholischen Kirche, nämlich der des römischen Ritus, nicht mehr die wahre Kirche Christi? Man sieht, wie unsinnig die Argumentation ist. Damit wäre auch die Urkirche… weiter lesen »
Aventin
Was mache ich bloß, wenn es den Progressisten vollumfänglich gelingt, ihre Agenda durchzusetzen? Was mache ich bloß? Schon jetzt sind die Hintergrundinformationen, die ich hier auf katholisches.info lese, die größte Gefährdung meines Glaubens. Bezeichnend übrigens auch ein Kommentar des „katholischen Haustheologen“ der FAZ in dieser Woche, die sehr offen erkennen ließ, was die Progressisten eigentlich wollen, aber unter JP II und Benedikt nicht zu sagen wagten. Letztlich wollen sie eine katholische Kirche, die alles hinter sich läßt, was sie einmal ausgemacht hat, eine katholische Kirche, die keine mehr ist. Herr Gott, ich verstehe es nicht. Warum läßt Du all das… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Aventin swir uns für Ihn entscheiden, dass wir Ihn lieben mit unserem ganzen Herzen, mit unserer ganzen Seele und mit all unserem Leistungsvermögen, und den Nächsten wie uns selbst. Das ist nicht schwer zu begreifen. Was darunter zu verstehen ist, erfahren wir vor allem in der Bibel. Wenn Sie nicht mehr ein und aus wissen wegen der Verwirrung in der Kirche, lesen Sie die Bibel, besonders das Neue Testament, und tun Sie, was Jesus von uns verlangt. Wir sollen Buße tun, das heißt uns von unseren alten Wegen der Sünde entschieden abwenuden und uns mit unserem ganzen Wesen Gott zuwenden.… weiter lesen »
Leo Laemmlein

Aventin
(Leider spielt mir die Tastatur Streiche. Der Anfang meiner Antwort wurde versehentlich gelöscht.) Ich schrieb, dass Gott uns dieses Leben geschenkt hat, um uns zu prüfen. Er will, dass wir uns frei für Ihn entscheiden…

Wenn Sie nicht weiter wissen: beten Sie zu Ihm, dass Er Ihnen Licht schenkt ! Gott wartet auf unser aufrichtiges Gebet.

Kirchen-Kater

Warum auch immer, werter Aventin, warum auch immer …
Und: Vom „Machen“ sich verabschieden, dies ist gar nicht so schlecht. Bewahren wir uns das Bewußtsein der Zuversicht: Die Feinde der Kirche können längst machen, was sie wollen, fürwahr. Nur obsiegen können sie nicht. Und sie ahnen es bereits, mehr unbewußt. Daher die Beschleunigung, die Raserei und die Tobsucht, die Ungeduld und die Maßlosigkeit. Die Agenda der Moderne wirft bereits, ihrer Vollendung entgegensehend, die Schatten ihrer endgültigen Unmöglichkeit.

Marienzweig
@Aventin Vielleicht verwechseln Sie etwas. Wenn Sie im Glauben wirklich gefestigt sind, werden die Hintergrundinfos auf katholisch.info Ihren Glauben nicht gefährden. Es ist vielmehr der Glauben an das Gute und Wahre an der katholischen Kirche, der ins Wanken gerät. Und das ist doch ein großer Unterschied. Lassen Sie sich also nicht verwirren! Mir ging es ähnlich: Die schiere Häufigkeit an negativen Nachrichten machte mich mutlos und verzagt, ich fühlte mich geradezu erstarrt. Legte ich dann eine mehrtägige Pause ein oder machte zwischendurch Exerzitien und kümmerte mich in dieser Zeit aussschließlich um mein persönliches Verhältnis zum Herrn, kam ich seelisch wieder… weiter lesen »
Aventin

Danke für die Reaktionen, Marienzweig, Leo Lämmlein und Kirchen-Kater!!
Jede einzelne von ihnen ist wertvoll für mich, danke!

Sophus
Die Frage: „Beruft Papst Franziskus nächste Synode zum Thema Aufhebung des Zölibats und Frauenpriestertum ein?“ scheint beantwortet zu sein. Die Antwort lässt Papst Franziskus in seiner Ansprache, die er am 8.12.2015 zur Öffnung der Heiligen Pforte in Anwesenheit von Papst em. Benedikt XVI. gehalten hat, bereits durchscheinen. „Wenn wir heute durch die Heilige Pforte gehen – hier in Rom und in allen Diözesen der Welt –, wollen wir auch an eine andere Pforte denken: an die Tür, welche die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils vor fünfzig Jahren zur Welt hin aufgestoßen haben. Dieses Jahresgedenken darf aber nicht nur wegen des… weiter lesen »
Sophus
Fortestzung: Die Tübinger Professoren Peter Hünermann und Bernd-Jochen Hilberath, letzterer der Lehrstuhlnachfolger von Hans Küng, brachten 2006 einen lang vorbereiteten, fünfbändigen Kommentar zum „Geist des Konzils“ des II. Vatikanischen Konzils heraus, um diesen „Geist“ einer jungen, konzilsresistenten Theologen-Generation zugänglich machen. Der Kommentar wurde demonstrativ Papst Benedikt XVI. übergeben und von Kardinal Walter Kasper in Rom vorgestellt. Bischof Gebhard Fürst würdigte den Kommentar mit den Worten: „Eine Theologie, die aus Geist und Erbe des Konzils schöpft, bleibt stets jung und belebend und kommt unserer Kirche wie eine Erinnerung aus der Zukunft als bleibende Mahnung für ausstehende Reformanliegen entgegen.“ Und was wären… weiter lesen »
Sophus
Fortsetzung: Mit Beginn des Pontifikats Benedikts XVI. mussten die Anhänger des „nebulösen“ Konzilsgeistes mit Widerstand aus Rom rechnen. Papst Benedikt XVI. hat in seiner ersten Weihnachtsansprache nach seiner Wahl am 22. Dezember 2005 Grundsätzliches zur Problematik dieser progressivistischen Konzilsauffassung gesagt: „Ihre Vertreter behaupten, dass die Konzilstexte als solche noch nicht wirklich den Konzilsgeist ausdrückten. Nicht in diesen Kompromissen komme jedoch der wahre Geist des Konzils zum Vorschein, sondern im Elan auf das Neue hin, das den Texten zugrunde liege: nur in diesem Elan liege der wahre Konzilsgeist, und hier müsse man ansetzen und dementsprechend fortfahren. Eben weil die Texte den… weiter lesen »
Sophus
Fortsetzung Soll jetzt weitergehen, was in der Liturgiereform seinen Anfang genommen hatte? Für den Gläubigen war in dieser „Reform“ die Fehlentwicklung in der Rezeption des Konzils am deutlichsten sichtbar geworden. Joseph Kreiml, Professor für Fundamentaltheologie in St. Pölten, erinnerte im Rahmen eines Vortrages an das vom Konzil liturgisch Gewollte: „Die Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium des Konzils hat das Ziel der Liturgiereform klar umschrieben: Die Überlieferung solle gewahrt bleiben und dennoch solle dem Fortschritt eine Tür aufgetan werden. Sacrosanctum Concilium beschreibt aber keine Anpassung an den Zeitgeist, sondern eine Erneuerung der Liturgie für den modernen Menschen. Das Zweite Vatikanische Konzil wollte aber… weiter lesen »
Sophus
Fortsetzung Im Dezember 1968 musste Papst Paul VI. bekennen: „Die Kirche durchquert heute eine Zeit der Unruhe. Einige üben sich in Selbstkritik, man könnte auch sagen, in Selbstzerstörung. Es ist ein heftiger und vielschichtiger innerer Umbruch, den niemand nach dem Konzil erwartet hatte. … Die Kirche wird von denen angegriffen, die zu ihr gehören (Mattei, Konzil, S.621). Drei Jahre später ist die Rückerinnerung an die blühende Frühlingsblume der Erleuchtung und das geöffnete Fenster seines Vorgängers Papst Johannes XXIII. aus dem Bewusstsein Papst Pauls VI. gewichen. Verblieben ist der Eindruck, „dass der Rauch Satans durch irgendwelche Ritzen in den Tempel Gottes… weiter lesen »
Sophus
Schluss: Aufgrund der protestantischen Spätdatierung, welche die katholischen Progressionisten seit dem Konzil mit allen theologischen Folgen an den Universitäten übernommen und in der Kirche des Westens verbreitet haben, verweigern sie sich den schriftlich niedergelegten Konzilstexten, die wie alle 20 Konzilien der bisherigen Kirchengeschichte von einer frühen, apostolisch bezeugten Evangelienentstehung ausgegangen sind. Nun aber wurde bereits während des Konzils dieses Zeugnis der apostolischen Zeugen von Selbstoffenbarung Gottes in seinem Mensch gewordenen Sohn Jesus Christus in Zweifel gezogen und durch das von Theologen gruppendynamisch erfühlte Kunstprodukt namens „Geist des Konzils“ ersetzt. Papst Benedikt XVI. misstraute dem „Geist des Konzils“ von Anfang an… weiter lesen »
Suarez
Verehrter Sophus, herzlichen Dank für diese umfangreichen Kommentare und die interessanten Textzitate. In der Tat hat der „frische Wind“, der nach dem Konzil in der Kirche wehte, nicht zu einem neuen Aufbruch in der Kirche geführt, sondern zum Abbruch, was sich schon objektiv am Niedergang der Messbesuche zeigt. Interessanterweise verweigern eben jene, die immer wieder von einem „Sich-Verschließen“ der Kirche reden, sich dieser Realität zu stellen. Analog politischer Ideologien, wie dem Sozialismus, träumt man immer noch vom wahren Sozialismus, obwohl doch längst der reale Sozialismus das Denkgebäude als Lüge entlarvt hat. Die Versöhnung des Glaubens mit dem Atheismus, der ja… weiter lesen »
Suarez
Ergänzung In Band 7/2 „Zur Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils“ der GS von Joseph Ratzinger halt dieser zu dem Konzilstext „Dei Verbum“ in einem Kommentar fest: „Der Text sieht die ganze Geschichte einerseits unter dem Zeichen des Falls, als gefallene Geschichte also, anderseits unter dem Zeichen der Verheißung und der Obsorge Gottes, die allen »die Geduld des guten Werkes« und so das ewige Leben ermöglicht. Hier wird man freilich die Frage nicht unterdrücken können, ob das Konzil bei seiner Zeichnung von Offenbarung und Heilsgeschichte nicht doch von einer zu ausschließlich optimistischen Sicht ausgegangen ist, der die Tatsache aus dem Auge… weiter lesen »
Suarez
Leider hat sich in meinem letzten Textabschnitt beim Kopieren ein Fehler eingeschlichen: Es muss heißen: Und zu „Gaudium et spes“ heißt es in einem Kommentar Ratzingers: „Gewiss, die Kirche ist an den einmaligen Ursprung in Jesus von Nazareth gebunden und in diesem Sinn »chronologisch« auf die Kontinuität mit ihm und mit dem Zeugnis des Anfangs verpflichtet. Aber weil der »Herr der Geist« ist (2 Kor 3,17) und durch den Geist Gegenwart bleibt, darum gibt es für die Kirche nicht nur die chronologische Linie mit ihrer Verpflichtung zur Kontinuität und Identität, sondern darum gibt es auch für sie den Augenblick, den… weiter lesen »
Sophus
Vielen herzlichen Dank, hochverehrter @ Suarez, für Ihre erweiternden Zitate aus dem Werk Joseph Kardinal Ratzingers und den damit verbundenen Kommentaren. Beides zusammen erhellen die gegenwärtige Situation noch deutlicher. Mit dem Anschneiden des Themas „Geist des Konzils“ hoffte ich im Rahmen meiner Möglichkeiten der hier öfters vertretenen, vorschnellen Meinung entgegenzuwirken, Papst Franziskus „schwimme“ in seinem Petrusamt, dem er nicht gewachsen sei. Wer in Erinnerung hat, dass er im Zusammenhang mit dem Thema „unvollendetes Konzil“ auch seine Absicht erklärt hat, Entscheidungen zu treffen, die die nächsten 300 Jahre Bestand haben würden, wird ihm keine Planlosigkeit im Reden und Handeln unterstellen können.… weiter lesen »
C.Eckstein

Eine Synode zu den Themen Aufhebung Zölibat und Erlaubnis Frauenpriestertum wird nicht kommen.
Diese Fragen werden mit der Errichtung der Eine-Welt-Religion und Eine-Welt-Kirche obsolet. Das kommende Menschmachwerk wird Ehren- und Würdenämter für Mann und Frau haben…

Die neue Barmherzigkeit (Franziskus) führt zudem ein Sündenverständnis ein, dass jedes wahre/echte Sündenbewusstsein obsolet macht.
Wir erfahren aus dem Vatikan:
Jede Sünde wird vergeben. Von aufrichtiger Reue, Buße, Umkehr und dem Auftrag „Sündige nicht mehr!“ hört man wenig und das nur leise…..

zeitschnur

Nein! Sie haben vielleicht recht mit der Errichtung einer synkretistischen religion, die JP2 schon sorgsam vorbereitet hat.

Aber es wird kein Frauenpriestertum geben, jedenfalls kein „gleiches“.

Denken Sie doch mal nach, ob das gewisse andere Religionen mitmachen würden!

Es wird vielmehr die Frauendiskriminierung udn die Sexualisierung der Frau und die Ausbeutung von ihren Talenten für die „Wirtschaft“ schamlos fortschreiten.

Sophus
Nachtrag1 zum Thema „Geist des Konzils“: Es stellt sich die Frage: War das Konzil zu früh gekommen? Hätte das Konzil seine Breitenwirkung 20-30 Jahre später wesentlich vergrößern können? Johannes XXIII. hatte mit der Konzilsankündigung alle überrascht. Sie war nicht erwartet worden. Die europäische Neuorientierung nach 1945 war noch nicht abgeschlossen. Der Ost-West-Konflikt hatte seine kälteste Phase noch lange nicht erreicht, in Deutschland begann erst wirklich die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, die politische Welt wurde durch die Entkolonialisierung völlig verändert. In der Gesellschaft regten sich die ersten 68er. In der Bibelwissenschaft setzte sich gerade die Bultmann-Schule durch, mit dem Ziel, durch… weiter lesen »
Sophus
NachtragII Die „Confessio“ des Weihekandidaten Jorge Mario Bergoglio SJ aus dem Jahr 1969 zeigt, in welche Existenzkrise auch katholische Priesteranwärter geraten können, wenn sie sich im Studium der liberalen Leben-Jesu-Forschung ausliefern müssen. Was das inhaltlich bedeutet, lässt der promovierte, ehemals evangelisch-lutherische Theologe und nunmehrige atheistische Verleger und Autor Werner Kubitza erkennen. Der Autor verdeutlicht mit einem Buch „Der Jesuswahn“ mit dem Untertitel „Wie die Christen sich ihren Gott erschufen. Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche Forschung“ (2011, 3. Aufl. 2013), welchen Glaubensgefährdungen der aus einem italienischen Frömmigkeitsmilieu stammende ehemalige Chemieangestellte Jorge Mario Bergoglio SJ schon in seinem Studium ausgesetzt… weiter lesen »
Sophus
NachtragIII Hier die protestantische Spätdatierung, der, Kardinal Kasper anhängt, dort die apostolische Frühdatierung, von deren Richtigkeit Joseph Ratzinger/Papst em. Benedikt XVI. in der Tradition der Kirche überzeugt ist. Wer von beiden ist glaubwürdiger? Rein aus Vernunftgründen scheint die Wahrscheinlichkeit der Spätdatierung sehr gering zu sein, wenn ihre Vertreter behaupten, dass erst nach der Tempelzerstörung zwischen 70 und 100 mündlich umherirrendes, dabei bereits verändertes Jesusmaterial von unbekannten Verfassern, zu unbekannten Zeiten, unter falschem Namen, in unbekannten Gemeinden, unabhängig voneinander, gesammelt, geordnet, erweitert, zum Teil aus dem Alten Testament herausgesponnen, mythologisch überformt, an den Zeitgeist angepasst und endlich zu den vier Evangelien… weiter lesen »
Sophus
NachtragIII Hier die protestantische Spätdatierung, der, Kardinal Kasper anhängt, dort die apostolische Frühdatierung, von deren Richtigkeit Joseph Ratzinger/Papst em. Benedikt XVI. in der Tradition der Kirche überzeugt ist. Wer von beiden ist glaubwürdiger? Rein aus Vernunftgründen scheint die Wahrscheinlichkeit der Spätdatierung sehr gering zu sein, wenn ihre Vertreter behaupten, dass erst nach der Tempelzerstörung zwischen 70 und 100 mündlich umherirrendes, dabei bereits verändertes Jesusmaterial von unbekannten Verfassern, zu unbekannten Zeiten, unter falschem Namen, in unbekannten Gemeinden, unabhängig voneinander, gesammelt, geordnet, erweitert, zum Teil aus dem Alten Testament herausgesponnen, mythologisch überformt, an den Zeitgeist angepasst und endlich zu den vier Evangelien… weiter lesen »
Sophus
Nachtrag2 Die „Confessio“ des Weihekandidaten Jorge Mario Bergoglio SJ aus dem Jahr 1969 zeigt, in welche Existenzkrise auch katholische Priesteranwärter geraten können, wenn sie sich im Studium der liberalen Leben-Jesu-Forschung ausliefern müssen. Was das inhaltlich bedeutet, lässt der promovierte, ehemals evangelisch-lutherische Theologe und nunmehrige atheistische Verleger und Autor Werner Kubitza erkennen. Der Autor verdeutlicht mit einem Buch „Der Jesuswahn“ mit dem Untertitel „Wie die Christen sich ihren Gott erschufen. Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche Forschung“ (2011, 3. Aufl. 2013), welchen Glaubensgefährdungen der aus einem italienischen Frömmigkeitsmilieu stammende ehemalige Chemieangestellte Jorge Mario Bergoglio SJ schon in seinem Studium ausgesetzt… weiter lesen »
Sophus

Liebe Redaktion!
Durch einen Bedienungsfehler bei der Fehlerkorrektur habe ich gestern zwei störende Doubletten „erzeugt“, die ich, wenn möglich, zu löschen bitte:
Es handelt sich um NachtragIII von 19.03 und um Nachtrag2 von 19.15!
Danke!

Suarez

Hochverehrter @ Sophus,

herzlichen Dank nochmals für Ihre interessanten und tiefgreifenden Ausführungen zum Thema Datierung der Evangelien.

Sophus
Danke, hochverehrter @ Suarez. Ihre positive Replik ist mir sehr wertvoll. Was ich hier eingestellt habe, entstammt meinem Manuskript zur Frühdatierung, aus dem ich mich auch in meinem Synoden-Rundschreiben an die Kirche als „Gemeinschaft aller Gläubigen“ bedient hatte. Werter @ Leo Laemmlein! Für Ihre Antwort auf meinen letzten Kommentar (unter dem schon älteren „CO2″-Strang) zum Blutverzehrverbot danke ich Ihnen sehr herzlich. Ihr mitgeteilter weiterer Aspekt, „den der mündlichen jüdischen Gesetzesauslegung“, ist für mich sehr wichtig, da er einen zusätzlichen Beleg darstellt, dass die Apostelgeschichte vor 70 geschrieben sein muss, denn ein später hellenistischer Gemeindetheologe wäre nach der Tempelzerstörung wohl nie… weiter lesen »
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