Kampagne gegen Erzbischof Luigi Negri: „Er hat Papst Franziskus den Tod gewünscht“

Erzbischof Luigi Negri von Ferrara
Erzbischof Luigi Negri von Ferrara

(Rom) Erzbischof Luigi Negri von Ferrara-Comacchio in der italienischen Romagna zählt zu den markantesten Bischofsgestalten Europas. Daß Erzbischof Negri mit der Linie von Papst Franziskus nicht besonders glücklich ist, ist kein Geheimnis. Nun aber wird mit einem Frontalangriff am Bischofsstuhl des unbequemen Mahners gesägt.

Revolverblatt startet Angriff „für Papst Franziskus“

Das linke Revolverblatt Il Fatto Quotidiano (FQ) startete vor zwei Tagen einen Frontalangriff gegen Erzbischof Negri. Die Stoßrichtung ähnelt jener des Journalisten Gianluigi Nuzzi, der sich nun im Vatileaks 2-Skandal wegen Aneignung und Weitergabe vertraulicher Vatikandokumente vor Gericht verantworten muß. Sein Buch „Via Crucis“ will er geschrieben haben, „um Papst Franziskus zu helfen“.

Ähnlich argumentierte nun Il Fatto Quotidiano. Auch die kirchenfeindliche Tageszeitung gibt vor, Papst Franziskus zu Hilfe zu eilen, gegen unwürdige (Nuzzi) und papstfeindliche (Fatto Quotidiano) Prälaten.

Laut FQ wünsche sich Erzbischof Negri den Tod von Papst Franziskus. Die Schlagzeile auf der Titelseite lautete: „Franziskus muß dasselbe Ende finden wie jener andere Papst“.

Belauschtes Gespräch im Zug?

FQ berichtete über ein Gespräch des Erzbischofs mit seinem Sekretär, das andere, ungenannte „Fahrgäste“ zufällig während einer Zugfahrt am 28. Oktober mitangehört haben wollen. Erzbischof Negri habe zu seinem Sekretär gesagt: „Hoffen wir, daß die Jungfrau mit Bergoglio dasselbe Wunder wirkt wie mit dem anderen.“ Den „anderen“ habe Erzbischof Negri zwar nicht genannt, doch FQ behauptet, damit sei Papst Johannes Paul I. gemeint gewesen, der 1978 nur 33 Tage Papst war, ehe er an einem Herzversagen starb.

Der unerwartete Tod des seit langem herzkranken Albino Luciani, ließ zahlreiche Verschwörungstheorien ins Kraut schießen, von denen jedoch keine belegt werden konnte.

Il Fatto Quotidiano folgerte aus dem hinterbrachten Zuggespräch, daß Erzbischof Negri auch dem amtierenden Papst einen schnellen Tod wünsche.

Die Zeitung stellte zudem einen Zusammenhang mit Kritik von Msgr. Negri an den jüngsten Bischofsernennungen her. Negri habe, so FQ, in einem Telefongespräch mit dem Journalisten Renato Farina, von der Tageszeitung Libero, die Ernennungen von Matteo Zuppi und Corrado Lorefice zu Erzbischöfen von Bologna und Palermo kritisiert. Negri habe wörtlich gesagt: „Nach den Ernennungen von Bologna und Palermo könnte auch ich Papst werden. Das ist ein Skandal. Unglaublich. Mir fehlen die Worte. So etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Farina dementierte inzwischen, je ein solches Telefongespräch mit Erzbischof Negri geführt zu haben, und kündigte rechtliche Schritte gegen den Fatto Quotidiano an.

Erzbischof Negri: „Angriff gegen meine Würde als Mensch und als Kirchenvertreter“

Erzbischof Negri wandte sich gestern mit einer Erklärung an seine Diözese. Der FQ-Artikel habe „seine Würde als Mensch und als Kirchenvertreter, aber auch die Würde der Kirche schwer verletzt“. Die Tageszeitung habe die elementarsten journalistischen Regeln mißachtet „und mir unter Anführungszeichen Aussagen zugeschrieben, die ich nie gemacht habe, und andere aus dem Zusammenhang gerissen, um daraus das Gegenteil dessen zu machen, was ich gesagt habe.“ Der Fatto Quotidiano habe „eine Mutmaßung des Journalisten zur Gewißheit gemacht“.

Wegen seiner klaren Haltung zur katholischen Glaubenslehre, seiner unerschrockenen Ablehnung der Freimaurerei und seinen kräftigen Worten, die ihn von anderen Bischöfen unterscheidet, hat sich Erzbischof Negri nicht nur außerhalb der Kirche Gegner zugezogen. In seiner Gestalt konzentriert sich derzeit alles, was kirchenferne Kreise außerhalb und progressive Kreise innerhalb der Kirche verachten und als „anti-franziszeisch“ brandmarken, indem sie einen tatsächlichen oder vermeintlichen Gegensatz betonen und sich selbst hinter den Papst stellen.

Negri verkörpert alles, was derzeit kirchlich als „Out“ gilt

Erzbischof Negri gilt als traditionsverbunden, was bedeutet, daß er in einigen italienischen Kirchenkreisen als „Traditionalist“ verschrien ist. Er kritisierte wiederholt die progressiven Vorstöße, mit der Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen das Ehesakrament aushebeln zu wollen. Ebenso deutlich erhob er seine Stimme gegen die „Homo-Ehe“ und die Gender-Ideologie. In seiner Erzdiözese trat er unerschrocken in Konflikt mit Politikern und Bürgermeistern, die bei den Standesämtern Register für Homo-Paare einrichten wollten. Wegen seiner Zugehörigkeit zur Gemeinschaft Comunione e Liberazione (CL) gilt er der politischen Linken als dem Mitte-rechts-Lager nahestehend, in dem bekannte CL-Vertreter, wie der langjährige Regierungschef der Lombardei, Roberto Formigoni, Positionen hatten. Eine Richtung, die übrigens jüngst innerhalb von CL in die Minderheit gedrückt wurde. Auch das ist ein Ergebnis des derzeitigen Pontifikats. Die neue CL-Mehrheit sucht die Nähe zu Papst Franziskus. Das erklärt, warum sich CL beeilte, nach dem FQ-Artikel auf Distanz zu Erzbischof Negri zu gehe und ihn in ruppigem Ton aufzufordern, „seine Aussagen zu klären“.

„Rücktritt“ herbeireden?

„Warum Il Fatto Quotidiano Erzbischof Negri angreift, ist nicht schwer zu verstehen. Er ist das Aushängeschild einer Kirche, die derzeit keinen leichten Stand hat gegen die ‚neue Kirche‘ von Papst Franziskus, der die Progressiven und die Karrieristen in der Kirche und die weltlichen Medien applaudieren“ so IntelligoNews. Es erscheine zweifelhaft, daß der Erzbischof öffentlich in einem Zug unter zahlreichen Mitreisenden dergleichen gesagt haben könnte. „Besitz der FQ über Mitschnitte von illegal abgehörten Telefongesprächen oder hat ihm ein untreuer Mitarbeiter Negris etwas hinterbracht? Wir wissen es nicht. Unter den zahlreichen Fragen rund um den FQ-Artikel gibt es jedoch eine, die „vielleicht am meisten stört: Ist es erlaubt, Papst Franziskus zu kritisieren, ohne Gefahr zu laufen, ausspioniert, auf die Titelseite geknallt und öffentlich an den Pranger gestellt zu werden? Oder ist es vielleicht doch so, wie Negri sagt, daß sich dahinter nur ein weiteres Beispiel für eine theologischen Haß gegen die Kirche verbirgt?“, so IntelligoNews.

Wie ernst es den Gegnern von Erzbischof Negri ist, zeigen weitere Medienberichte. La Repubblica, Flaggschiff der linke Presse Italiens und einzige Zeitung, die Papst Franziskus täglich liest, titelte: „Der Schock-Satz des Bischofs von Ferrara“. Die Tageszeitung La Nuova Ferrara, die in der Bischofsstadt Negris erscheint, schrieb: „Der Rücktritt liegt in der Luft“.

Das scheint das eigentliche Ziel der Aktion sein. Erzbischof Negri dürfte nicht unbeschädigt aus der Kampagne hervorgehen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: InfoVaticana

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20 Comments

  1. Sind wir schon wieder in den Zeiten angelangt, wo ein Witz gegen den „Führer“ – in diesem Falle den religiösen Führer Bergoglio –, eine lügnerische Unterstellung oder windige Denunziation ausreicht, um einen Menschen an die Wand zu stellen!? Wie heuchlerisch, unglaubwürdig und zugleich vielsagend ist das denn: eine kirchenfeindliche Presse wirft sich plötzlich zum Hüter des Papstes gegenüber seinen Brüdern im Bischofsamte auf.
    Es wäre allerdings sehr unklug von Bergoglio, diesem Bischof auch nur ein Haar zu krümmen, denn es käme einer Demaskierung gleich und würde zur weiteren Entfremdung zwischen Bergoglio und seinem Episkopat beitragen. Vielleicht ist das ja auch die wahre Absicht jener selbsternannten medialen Helferlein.

  2. Wer in Rom oder überhaupt Franziskus kritisiert, muss damit rechnen, dass das unangenehme Konsequenzen nach sich zieht. Ein linkes Tagesblatt hat sich auf Erzbischof Negri von Ferrara
    eingeschossen und will mit unbewiesenen Aussagen, diesen Kirchenmann als untragbar hin-
    stellen. Da nun diese linke Zeitung das Lieblingsblatt von Franziskus ist, kann man sich denken, wie es weiter gehen wird. Das ist die Taktik der Medien, da wird ein Kirchenmann aufs Korn ge-
    nommen, bis er versetzt oder in die Wüste geschickt wird. Dieses Opfer hat dann auch nicht die
    Möglichkeit sich vor dem Papst zu rechtfertigen, denn Franziskus in seiner neuen Barmherzigkeit
    wird so mit ihm verfahren, wie mit den Kirchenmänner vor ihm, die ohne Angaben von Gründen,
    versetzt wurden. So kommt es dann, dass alle Kritiker die den Glauben verteidigen, ausgeson-
    dert und zum Schweigen gebracht werden, zumindest in der Öffentlichkeit.

  3. Die italienische Presse, welche Bergoglios Abbruchwerk die mediale Propaganda bereit stellt, hat eine widerwärtige Kampagne gegen Msgr. Negri gestartet. Der obige Artikel hat nur das wichtigste zusammengefasst. Msgr. Negri ist vielen ein Ärgernis, intelektuell kommen sie ihm nicht bei so greifen sie zu Diffamierung und Lügen um ihn zu stürzen. Das ist nichts neues wenn es darum geht mißliebige Hierarchen abzuwickeln. Jedenfalls wird das für Msgr. Negri nicht überraschend kommen, altgläubige Prälaten wie er sind Hauptgefährdete in der bergoglioanischen Smuta.

    • Parallelen zum politischen Tagesgeschäft in Deutschland tun sich auf. Wer gegen die neuen Segnungen des Antichristen ist, wird übel dargetan. In Rom und anderswo.

  4. Eine Story, die wieder mal auf Gerüchten, Verschwörungstheorien und Herrentratsch basiert.
    So und so herum.

    Was soll man da als einer, der alles nicht mitbekommen hat und die Personen nicht einschätzen kann (allesamt, auch den Bischof nicht…), sagen?

    Bei solchen Meldungen stelle ich die Ohren auf Durchzug. Was soll das?

    Dass allerdings viele Tradis F. den baldigen Tod wünschen, wurde auch hier schon unverhohlen von einigen besonders frommen Postern geäußert.

    Mich beschäftigt ein anderer Gedanke viel, viel stärker: Was wird eigentlich nach dem Pontifikat F.s sein? (Gleich, ob er, wie er selbst schon andeutete, auch zurücktreten will wie Benedikt oder als inzwischen auch bereits Hochbetagter einen ganz natürlichen Tod stirbt.

    Ich kann seltsamerweise da nicht hindenken – nur eine große Leere entsteht in meinem Bewusstsein, wenn ich daran denke, so, als ob danach nichts mehr käme, das auch nur noch im entferntesten dem ähnelt, was uns bislang vertraut war.

    • Geehrte @zeitschnur,
      Daß auf dieser Webseite irgend jemand (wie nett schreiben Sie übrigens „Tradis“, wo doch viele modern Angehauchte durch krüppelige Übersetzungen nicht nur Traduttori (italienisch: Übersetzer) sondern auch echte Traditori (Verräter) sind) jetzt Franziskus den Tod gewünscht hat, habe ich noch nicht gelesen.
      Möglicherweise habe ich nicht aufgepaßt.
      Aber im täglichen Leben kommt das sehr selten vor; ein paar Mal hörte ich es in einer Trauergruppe, und wohl bei stark Verletzten nach einer Ehescheidung (es kommt dann immer sofort zu Kollisionen mit Verwitweten).

      Nur ist die ganze Aufregung in den kirchenfeindlichen Blättern doch wirklich weltlich:
      Der Tod ist für einen Christen das Tor zum Ewigen Leben;
      und St. Franziskus von Assisi selbst hat den Tod auch als einen guten Bruder bezeichnet;
      als „guter Bruder“ wird der Tod in dem Sonnenlied von St. Franziskus genannt;
      und auch St. Franziskus Xaverius war in dieser Hinsicht äusserst tapfer.

      Der berühmte französische Fabeldichter Jean de la Fontaine, übrigens schon stark von dem Geist der Aufklärung geprägt, hat es in seinem Endkommentar in dem Gedicht „Le Bûcheron et la Mort“ (Der Holzhacker und die Tod) sehr schön in Reimen gefaßt:

      „…La mort vient tout guérir;
      mais ne bougeons d‘où nous sommes:
      plutôt souffrir que mourir,
      c‘est la devise des hommes“.
      „Der Tod kommt alles genesen;
      aber lassen wir uns trotzdem nicht bewegen von unserer Stelle:
      eher leiden als sterben
      ist der Wahlspruch der Menschen“.

      Erzbischof Negri hat strictu sensu nichts Anderes gesagt als der Jakobusbrief (Jak 4,16):
      „…So der Herr will und wir (oder jemand anders lebt“.
      Und mit St.Paulus: „Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn“:
      das gilt für uns alle, und nicht nur für einen mir bekannten alten Kirchenpfleger, der diesen Spruch wegen der Einkünften bei Beerdigungen als Lieblingsmotto erkoren hatte.

      Und was Ihr letzter Gedanke betrifft:
      die Antwort kommt aus dem Hochmittelalter (übrigens sehr berühmt):
      „Aliter!“-“Aliter aliter!“-“Totaliter aliter!“
      Noch einen schönen Adventssontag!

      • „Tradi“ habe ich übrigens von den Tradis selbst übernommen – es ist eine Selbstbezeichnung.
        Der Ritt auf dem Begriff ist nichts als heiße Luft. wie das alles sowieso m.E. heiße Luft ist.

        Der Verwurf an die „ganze Aufregung in den weltliche Medien“ geht zurück an uns selbst hier: auch die ganz Frommen regen sich auf… und schreiben endlose Predigten an Mitposter, die sich zu dem Inhalt ja nicht geäußert hatten… non?

        Haben Sie mein Posting überhaupt gelesen?
        Ich habe über das, was der Erzbischof gesagt oder nicht oder nicht so oder anders gesagt hat, ja… absolut nichts gesagt…

        Und wissen Sie warum?

        Na?

        Weil ich als vernünftiger Mensch dazu nichts sagen kann.
        Nur Zyniker geben dazu ihren inhaltlichen Senf und bestätigen ohne es zu bemerken, dass unter den „Tradis“ eben doch die Mentalität herrscht, eine Mentalität der Häme und Selbstgerechtigkeit.
        Neulich gab natürlich hier auch einer den entsprechenden Senf unvorsichtigerweise direkt ab – und wünschte F. einen baldigen Tod. Und es gab auch noch ein paar anständige Mitposter, die sofort dagegen antworteten.

        Bei der Gewohnheit, sich selbst großzügig alle Sünden zu verzeihen, sie dem andern aber immer meterdick aufs Butterbrot zu schmieren, kommt natürlich eine Totalwahrnehmungsstörung in die eigene Richtung raus.

        Man kennt das aus der forensischen Medizin.

  5. Diese linksliberale Sumpfpresse ist fieberhaft auf der Suche nach neuen Opfern, welche sie ihren geliebten prolligen, ultralinken Pseudopapa Bergoglio zur Vernichtung vor die Füße legen können. Jetzt ist Erzbischof Negri an der Reihe. Wann schließen sich die noch halbwegs glaubenstreuen Kräfte in der Kirche endlich zusammen um diesen Häretiker auf dem Stuhle Petri endlich zu stürzen? Jeder Tag dieses unerträglichen Pontifikats ist ein Tag zuviel.

  6. Also wenn man nichts konkretes in der Hand hat für eine Anschuldigung, geht man feige spitzeln, und bastelt sich dann einfach selber die gewünschte Anschuldigung zusammen, indem man aus dem eigenen Herzen das hervorholt, was eben dort wohnt: Schmutz und Verleumdung.

    Im heiligen Evangelium haben wir alles, um exakt gegenteilig zu handeln! Wehe uns, wenn wir kein Evangelium hätten! Wir wären wohl alle in der Falle der oben beschriebenen Journalisten gefangen!

  7. Per Mariam ad Christum.

    Die Hoffnung ist eine der drei fundamentale christliche Eigenschaften: häufig vergessen oder zurückgesetzt gegen den Glauben (sehr schön dogmatisierbar) und die auf dem ersten Blick so einfach zu betreibende Liebe.
    Die Hoffnung ist schon allein so wichtig, weil sie deutlich macht, daß jetzt und hier alles noch nicht in Ordnung ist und wir allen und die jetzige Situation Besserung bedürfen.
    Insoweit ist es ein großes Zeichen von christlichem Glauben daß ein Erzbischof hofft, und dies auch auspricht.

    Daß ein Erzbischof dann auch noch sagt, daß Maria Wunder bewirken kann, ist fantastisch.
    Jeder Christ sollte froh sein, daß an ihm Wunder erbracht werden:
    Im Magnificat beten wir jedesmal mit Maria: „…Quia fecit mihi magna qui potens est et sanctum nomen ejus …“ (Weil Er an mich Großes tat, Der mächtig ist und heilig ist Sein Name).
    Insoweit hat Erzbischof Negri nichts ungebührliches, sondern Tiefchristliches gesagt- und mit gesunder Vernunft in kirchlich verwirrten Zeiten.

    Cui bono?
    Der Journalist Farina wurde kurz berühmt, die Zeitung Il Fatto Quotidiana wurde etwas mehr verkauft; wobei inzwischen beide ein Bisschen prozessieren wer hier die Wahrheit sagt.
    Unwichtig.
    Und „kirchenfeindliche Zeitungen und Medien“ sind „papstfreundlich“: auch keine Neuigkeit.
    Und papstkritische Stimmen oder dafür gehaltene Personen werden „in ruppigem Ton aufgerufen ihre Aussagen zu klären“ : nil novi sub sole.

    Interessant jedoch ist die Aussage „Ein Frontalangriff an(gegen) den bischöflichen Stuhl des unbequemen Mahners“:
    vielleicht darf ich S.E. EB Negri einen kleinen militärtaktischen Rat geben:
    in einer englischen Biographie v. General Heinz Guderian, Entwickler der deutschen Panzerwaffe zwischen 1925 und 1945, steht am Ende der Satz:
    “ Nur eine gut bewaffnete tief ausgebaute Front mit mobilen gut bewaffneten Einsatzkräften in der Reserve und mit Luftunterstützung kann einen gepanzerten Frontalangriff widerstehen“.
    Lepanto.

  8. Das Ganze fängt damit an, dass niemand das Recht hat irgendjemanden abzuhorchen und auszuspionieren und nachher daraus gar einen Zeitungsartikel zu machen. Dann gibt der Satz „Hoffen wir, daß die Jungfrau mit Bergoglio dasselbe Wunder wirkt wie mit dem anderen“ sehr viel Interpretationsspielraum her, falls dieser wörtlich so geäußert worden sein sollte. Hätte man etwas mehr Wohlwollen, könnte man diesen Satz auch anders interpretieren. Wer weiß, vielleicht gab es wirklich einen Papst, der ähnlich wie Papst Franziskus sich von anderen Päpsten „abgehoben“ hat und sich dann auf wunderbare Weise bekehrt hat. Zu der hier berichteten Vorgangsweise fällt mir am Ehesten der Begriff „Schmutzkübelkampagne“ ein, da die Ausführenden wissen dürften(sonst hätten sie es ja nicht getan), wie Papst Franziskus auf derartige Medienkampagnen reagiert, wir haben es ja beim Limburger Ex-Bischof Tebartz van Elst gesehen.
    @Zeitschnur:
    Also ich persönlich könnte mich spontan nicht daran erinnern, gelesen zu haben, dass jemand Papst Franziskus den Tod gewünscht hätte. Auch ich kann mir irgendwie nicht recht vorstellen, was nach Papst Franziskus kommt, was weiß man schon? Vorstellbar wäre für mich, dass es so kommt wie von Anna Katharina Emmerich prophezeit. Also dass zwei Päpste und zwei Kirchen bestehen werden, eine davon als die wahre katholische Kirche mit den gewohnten Festzeiten, Sakramenten, dem Altar und dem Tabernakel und eine zweite als verweltlichte, humanistische, inhaltsleere Götzenkirche ohne alldem, wo dann alle Religionen geeint sind und alle dieselben Rechte haben, weil die Sünde lehramtlich abgeschafft sein wird.
    http://www.katholisches.info/2013/06/24/prophezeiungen-der-mystikerin-anna-katharina-emmerick-und-die-verwustung-der-kirche/
    Meiner Meinung nach liegt es an jedem Einzelnen für sich selbst zu entscheiden, ob er/sie an welche Privatoffenbarungen auch immer, glaubt oder nicht. Die eigene Meinung aufzudrängen, indem man mit dem verbalen Hammer auf Privatoffenbarungen einschlägt, ist meines Erachtens Besserwisserei, Effekthascherei und der falsche Weg. Sich auszuschweigen und die Lage weiter zu beobachten halte ich für einen guten Weg, damit ist man auf der sicheren Seite.

    • Ach @ dhmg, wenn es denn so einfach wäre….
      Besserwisserei, wenn man seltsame Privatoffenbarungen auch als solche kenntlich macht?
      Die Emmerick-Sache finde ich auch sehr interessant, und ich glaube auch Fatima und La Salette, argumentiere manchmal ergänzend auch damit.
      Aber:
      Wir sollten uns an das halten, was die Schrift uns für das Ende voraussagt, und sie sagt uns erstaunlich viel.
      Vieles, was Privatoffenbarungen behaupten, findet sich nicht in der Schrift, ja legt sogar das Gegenteil nah. Da geh ich auf Abstand. Sorry.

      Wenn Sie meinen, dass jeder, der begründete Zweifel hat, sie verschweigen soll, dann sind Sie im Unrecht. Die Kirche hat ausdrücklich jedem Gläubigen das Recht zugesprochen, wenn er gute Gründe hat zu zweifeln, diese Zweifel auch vorzutragen – oder soll man die anderen sehenden Auges dem Bösen ausliefern?

      Und an dem Punkt verschließe ich mich dagegen: Ich kann nur einem Herrn dienen. Bei Privatoffenbarungen weiß man ja nicht sicher, v.a. wenn sie nicht anerkannt oder von zweifelhaften Bischöfen anerkannt wurden, ob ncht auch der Böse seine Samen reingemischt hat.

      Andererseits sind Privatoffenbarungen auch abgelehnt worden, die nicht ordnungsgemäß oder erpresserisch und mithilfe von Straftaten abgewehrt wurden (so etwa durch Bischof Senestrey hinsichtlich der Erscheinungen von Mettebuch im 19. Jh).

      Das ist ein weites, sehr weites Feld.

      Ich stamme selbst aus bayerischen Familien und ein Seher kam aus meinem familiären Umfeld aus Eisenstein. Die Menschen schlagen auf Seher an – und vieles, was Leute „schauen“, kann nicht nur dämonischen Urspungs sein, sondern schlicht eine sensible und kreative Reaktion auf kollektive Ängste in einer bestimmten Zeit. Auch das ist denkbar und möglich, v.a. in autoritären Ländern, in denen Menschen sich kaum anders als verschlüsselt äußern können.

      Ich will damit jedenfalls nichts zu tun haben, falls dies der Fall ist und halte mich lieber an das, was uns dogmatisch gesehen gewiss ist.

      • Es kommt ganz darauf an, an welche Privatoffenbarungen man denkt, wenn man seine Meinung darüber äußert. Ich habe ganz bewusst keine einzige umstrittene Privatoffenbarung erwähnt, sondern im Grunde allgemein gesagt, dass es aus meiner Sicht nicht gut ist, wenn jemand Privatoffenbarungen besserwisserisch in ein schlechtes Licht stellt. Der Apostel Paulus sagte über Privatoffenbarungen, man solle alles prüfen und das Gute behalten. Aber mit Paulus‘ Aussagen zur größeren Schuld Evas, statt Adams am Sündenfall, war ihre Meinung ja genauso wenig kompatibel. In diesem Sinne halte ich es sehr einfach, was Privatoffenbarungen angeht. Ihre Äußerungen dagegen erscheinen mir wieder einmal zu sprunghaft und unnötig verkomplizierend, aber da bin ich ja nicht der Erste der das feststellen muss.
        Vielleicht hilft es ja konkret ein Beispiel eines Sehers zu nennen, der für mich kein Betrüger ist bzw war, nämlich Alois Irlmaier. Ihm wurde vor Gericht die Gabe der Hellseherei bescheinigt und es ist meiner Meinung nach unseriös, wenn man ihm posthum willentlich einen teuflischen Ursprung seiner Gabe nachsagen würde, nur weil es der eigene Intellekt nicht erfassen will oder kann, was er seherisch zu leisten im Stande war. Man darf nur nicht den Fehler machen und verallgemeinern, dass deswegen alle anderen sogenannten „Seher“ ebenfalls solche wären.
        Ein Beispiel das zeigt, wie leicht die öffentliche Meinung über Privatoffenbarungen veränderbar ist, ist das Hin und Her bezüglich der möglichen Echtheit der Botschaften von Medjugorje. Kaum weht ein Medienlüftchen in Richtung Unechtheit dieser Botschaften, werden alle vorsichtig und nehmen Abstand davon.
        Wenn man ein wenig Kenntnis davon besitzt was die Botschaften von Medjugorje betrifft, muss man zu der Einsicht kommen, dass dort nichts verkündet wird, das von der Lehre der katholischen Kirche abweicht. Maria ruft dort höchst unspektakulär dazu auf, die Bibel zu lesen, zur Beichte und Eucharistie zu gehen, den Rosenkranz zu beten und zu fasten. Die Botschaften und Erscheinungen von Medjugorje für unecht zu erklären, das würde logischerweise den Interessen der Progressiven dienen, die ja tendenziell nicht soviel von den aufgezählten Dingen halten. Zusätzlich scheint sich die öffentliche Meinung festgesetzt zu haben, dass es nach dem 2. Vatikanischen Konzil keine Anerkennung mehr für Privatoffenbarungen(was ein abwertender Begriff ist) geben darf, dieser Eindruck wiegt aus meiner Sicht schwer.

      • @ dhmg

        Sie drehen mir aber tatsächlich das Wort im Munde um und dem Apostel Paulus gleich noch dazu.

        Ich habe mich nirgends generell ablehnend gegen Privatoffenbarungen geäußert – im Gegenteil: ich habe darüber öffentlich schon mit Frau Küble gestritten und hier im Forum hatte ich darüber eine Debatte mit einer gweissen Frau Zeitlos, die dann manche mit mir verwechselt haben, seitdem sie einen Namen annahm, der dem meinen ähnelt.

        Geht Ihre falsche Zuordnung auf diese Posterin damals zurück?

        Auch haben Sie Paulus verzerrt gelesen.
        Wo sagt er, dass Eva „größere Schuld“ hat?
        Er sagt, sie sei zuerst verführt worden, und Adam sei nicht verführt worden.
        Zugleich spricht er davon, dass in Adam (nicht Eva!) alle gesündigt hätten.
        Also zum Mitschrieben für Sie:
        Die Frage danach, wer größere Schuld hat, wird hier bei Paulus an keiner Stelle verhandelt.
        Schuld haben offenbar beide.
        Dennoch scheint er Adam die Hauptverantwortung zuzuschreiben, sonst würde er ja nicht sagen, in Adam hätten alle gesündigt.
        Warum er Adam die Hauptverantwortung zuschreibt kann verschiedene Gründe haben.
        Einer ist dem Genesisbericht entsprechend der, dass er Adam dieses Gebot gegeben hatte, bevor Eva geschaffen war, Adam also auch für dessen Einhaltung verantwortlich war.
        Aber schon im Bericht in Genesis 2 und 3 wird beschrieben, wie Adam offenbar sehenden Auges zusah, wie seine Frau verführt wurde und ihr nicht widersprach oder sie hinderte, sondern fröhlich mitaß.
        Gott spricht Adam später darauf direkt an und Adam tut dasselbe, was Sie tun: Erschiebt die Schuld auf Eva – sie sei schuld daran, dass er gegessen habe.
        Gott aber weist das schon an dieser Stelle zurück und hält Adam das eigene Versagen vor Augen: Du hast auf deine Frau gehört, obwohl ich, der große Gott, dir – nicht Eva – ein Gebot zur Wahrung gegeben hatte.

        Und sehen Sie: Was Sie hier kundtun, ist die Einstellung des gefallenen Adam, die Paulus mit Sicherheit nicht mehr hatte. Denn wenn er Eva immerhin zugesteht, dass sie verführt wurde, Adam dagegen nicht, dann heißt das dasselbe, was es auch heute heißt:
        Bei einem Geblendeten wird immer ein milderes Urteil gesprochen als bei einem Täter oder meientwegen Mittäter, der ausdrücklich (laut Paulus) NICHT verführt worden war, sondern sehenden Auges Gebote übertritt.

        Gott sagt vor dem Rauswurf aus dem Garten Eden, Adam bilde sich nun ein, er sei wie Gott. man hat diese Stelle übrigens aus der alten Vulgata rausgestrichen und das Wort „Adam“ (wie es im Hebr. steht) als „homo“ neu übersetzt. Angeblich, weil „Adam“ Mensch hieß. Das stimmt aber nicht! „Adama“ heißt „Erde“, Das Wort „Mensch“ heißt auf Hebr. „Ben-Adam“.

        So hat man also bewusst den Schrifttext ebenfalls zu dem Zweck verändert, um die Zuspitzung der Verantwortung auf Adam zu eliminieren.

        Wie Gott zur Frau steht, hat er bereits in der Genesis ausführlich gesagt und so ist es gekommen.
        Sie war und wurde wieder sein letztes und edelstes Geschöpf.
        Und darum fiel auch der Satan die Frau zuerst an!

      • Es geht um den 1. Brief des Apostels Paulus an Timotheus 2, 8-15:

        8 Ich will, dass die Männer überall beim Gebet ihre Hände in Reinheit erheben, frei von Zorn und Streit.
        9 Auch sollen die Frauen sich anständig, bescheiden und zurückhaltend kleiden; nicht Haartracht, Gold, Perlen oder kostbare Kleider seien ihr Schmuck,
        10 sondern gute Werke; so gehört es sich für Frauen, die gottesfürchtig sein wollen.
        11 Eine Frau soll sich still und in aller Unterordnung belehren lassen.
        12 Dass eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, dass sie über ihren Mann herrscht; sie soll sich still verhalten.
        13 Denn zuerst wurde Adam erschaffen, danach Eva.
        14 Und nicht Adam wurde verführt, sondern die Frau ließ sich verführen und übertrat das Gebot.
        15 Sie wird aber dadurch gerettet werden, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie in Glaube, Liebe und Heiligkeit ein besonnenes Leben führt.

        Für mich spricht das eine deutliche, klare Sprache was die Stellung der Frau im Vergleich zum Mann betrifft.
        Sie vermitteln auf mich den Eindruck, als würden sie sich die Frau als solche schöndenken und schönreden mit Willkür und falscher Interpretationskunst. Wie wären wohl ihre Ausführungen, wenn sie selbst männlich wären? Wäre dann umgekehrt die Frau die Böse und der Mann der Gute? Ich traue mich wetten, dass dem so wäre.
        Feststeht, dass Eva zuerst vom Baum des Lebens gegessen hat, obwohl es verboten war. Ohne verführt zu werden sündigt man nicht, man kann daher nicht sagen, dass sie, obwohl sie zuerst sündigte, eine geringere Schuld als Adam hätte – das ist unlogisch. Noch dazu hat sie dann Adam dazu gebracht ebenfalls zu sündigen, und schon war die Erbsünde über die Menschheit gebracht. Ich denke dabei nicht, dass Evas Trachten nachdem sie die Sünde beging weniger schlecht war, als das von Adam. Möglich, dass es bei Adam größere Bedeutung hatte, weil er ein Mann war und zuerst geschaffen wurde, aber der Ursprung der Sünde ging von einer Frau, von Eva aus. So einfach ist das.

  9. Ich wohne zur Zeit in Ferrara und habe viele Predigten von Msgr. Negri gehört. Er hat mich von Anfang an sehr fasziniert und in den Bann gezogen. Nach der Messe war er ständig von vielen Menschen umgeben, alle wollten in seiner Nähe sein. Es war mir sofort klar, dass er ein richtiger Hirte ist, der die Schafe vor dem Wolf schützt.
    Dass er nun dermaßen angegriffen wird macht mich sprachlos. Natürlich fallen alle über ihn her wie die Geier, weil er nicht das morderne Schema der Kirche passt. In meinen Augen ist das der Beginn eines totalitären Systems. Denn wenn man öffentlich niemanden kritisieren darf (sei es der Papst, sei es irgendein Politiker) ohne dafür diffamiert zu werden, dann ist das keine tolerante Gesellschaft mehr.
    Ich hoffe sehr, dass Msgr. Negri stark bleibt und nicht einknickt. Gerade jetzt haben wir jemanden wie ihn so dringend nötig!

    • Danke für diesen Kommentar! Msgr. Negri ist eine Ausnahmeerscheinung im gesamten Episkopat. Er ist seinen Widersachern intellektuell-geistig überlegen, daher greifen sie zu diesen Mitteln und Propaganda der Zertrümmerung schießt aus allen Rohren.
      Die Kampagne gegen ihn ist aüßerst brutal wenn man die Blätter derzeit studiert.

    • Schon, schon, @ Maddalena, aber bitte sagen Sie mir, wann wir denn einmal in dem idyllischen Zustand einer toleranten Gesellschaft waren und man nicht diffamiert wurde, wenn man nicht mit den Wölfen heute?

      Je nachdem, in welcher Szene Sie sind, werden Sie nämlich IMMER diffamiert, wenn Sie nicht deren ideologische Vorgabe erfüllen, und was mich erschreckt, ist, dass dies rundum, ob links ob rechts, immer brutaler und ungenierter und unmenschlicher geschieht.

      Allerdings kann ich den Negri-Fall nicht beurteilen.

      • @zeitschnur,
        Man sollte nicht so sehr auf die eigene Bedrängung als wohl auf die bedrängte Situation der anderen schauen. ( Thomas a Kempis)

        Mir scheint, wir sollten neben dem Glauben auch besonders die Hoffnung und die Charis, die anmutige Liebe, beherzigen.
        (Besonders im Advent).

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