Päpstliche Standpauke für deutsche Bischöfe: Deutsche Kirche nicht die fortschrittlichste, sondern die zerrüttetste

Ad-Limina Besuch der deutschen Bischöfe bei Papst Franziskus
Ad-Limina Besuch der deutschen Bischöfe bei Papst Franziskus

(Rom) In der katholischen Kirche herrscht ein Konflikt um die geforderte Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen. Es herrscht auch Verunsicherung darüber, was Papst Franziskus in seinem nachsynodalen Schreiben vorlegen wird. Laut der veröffentlichten Meinung weltlicher Medien habe sich bei der Bischofssynode im vergangenen Oktober die „deutsche Fraktion“ unter der Führung von Kardinal Walter Kasper durchgesetzt. Bei ihrem Ad-limina-Besuch am 20. November sagte Papst Franziskus den deutschen Bischöfen allerdings, daß ihre Kirche aber keineswegs „die fortschrittlichste, sondern die zerrüttetste“ sei, wie der Vatikanist Sandro Magister berichtet.

Den deutschen Bischöfen hielt der Papst eine handfeste Standpauke:

- Er beklagte das Fehlen eines „katholischen Profils“ in den karitativen Einrichtungen und katholischen Schulen.

- Er beklagte den Rückgang der Meßbesucher und das Verschwinden des Beichtsakraments.

- Er tadelte, daß „immer neue Strukturen“ für immer weniger Gläubige geschaffen werden.

- Er ermahnte die Bischöfe, „Lehrmeister des Glaubens“ zu sein, der „in der lebendigen Gemeinschaft der Weltkirche weitergegeben und gelebt“ wird.

- Er erinnerte, daß in den Pfarreien „die wertvolle Mitarbeit durch gläubige Laien kein Ersatz für den priesterlichen Dienst werden oder diesen sogar als bloße Option erscheinen lassen darf“, denn „ohne Priester gibt es keine Eucharistie“.

- Er forderte dazu auf, „bedingungslos das Leben vom Augenblick der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu schützen“, weil „wir hier keine Kompromisse eingehen können, ohne daß auch wir selbst zu Schuldigen der Wegwerfkultur werden“.

Außer Kontrolle geratene Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene war kein Thema

Eine einzige Frage habe Papst Franziskus allerdings nicht angesprochen, so Magister: „Die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen, die in Deutschland – aber nicht nur dort – inzwischen allgemeine Praxis ist, die von zahlreichen Bischöfen de facto erlaubt ist und das ganz unabhängig von dem, was bei der Bischofssynode gesagt wurde und ohne zu warten, welche operativen Entscheidungen der Papst dazu trifft, wie es ihm zusteht.“

Die Kommunionspendung an wiederverheiratete Geschiedene breitet sich in manchen Gegenden rapide aus. „Ein Phänomen, das außer Kontrolle gerät“, so Magister, „ohne daß durch Rom, das diesen Prozeß angestoßen hat, irgendeine Bestimmung dazu erlassen wurde“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: CR

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31 Comments

  1. Oft fällt es mir schwer, Franziskus zu verstehen. Doch dieser Rede, sollte er sie wirklich in dieser Form als „Standpauke“ gehalten haben, stimme ich uneingeschränkt zu.

    • Das Entscheidende steht in den letzten beiden Absätzen.
      Bei der „Standpauke“ könnte es sich also um Sperrfeuer handeln, um das Sakrament der Wiederverheiratetenkommunion widerstandsarm durchzudrücken.

    • Werter @ Moguntius!
      Sandro Magisters Bericht bezieht sich auf die Schlussansprache des Papstes vom 20. November 2015 zum Ad-limina Besuch der deutschen Bischöfe, die im Wortlaut verbreitet worden ist. Die Würzburger Tagespost hat den Text bereits in ihrer Samstagausgabe vom 21. November auf Seite 13 (neben der Abschlussansprache von Kardinal Marx auf Seite 12) vollständig abgedruckt. Die Lektüre lohnt sich und verbietet Mutmaßungen. Darüber hinaus ist der Leitartikel der Zeitung vom Tag diesem deutschen Ad-limina Besuch gewidmet!

  2. Ja, das hört sich ja wirklich gut an. Das sind wahrhaftig päpstliche Worte. Eine richtige Standpauke in der Tat. Da müßten doch die meisten Bischöfe wie es aussieht ganz rot geworden sein.

    Wird sich aber etwas ändern?- Nein, sicher nicht außer vielleicht ein paar kosmetischen Korrekturen hier und da. Der Kirche bei uns war nicht zu helfen und ist nicht mehr zu helfen.
    Die Kirche in Deutschland ist nicht mehr römisch-katholisch weithin und will es auch nicht sein.
    Also dann sollen sie doch mit ihren Drohungen vom Februar endlich ernst machen und sich trennen.

    • Das ist doch nicht so, wie Sie es darstellen: Guter Papst-böse Diözesen In Deutschland. Das ganze Durcheinander wird doch vom Papst geradezu geschürt. Er hält sich dann selbst eine Standpauke. Die Modernisten sind einfach nur noch widerlich.

  3. Die Reaktion wird immer dieselbe sein.
    Passt es unseren Bischöfen, macht es Spass Katholisch zu sein und wenn nicht, ja dann ignorieren wir es halt, nach dem Motto, alles richtig alles gut und schön, Hauptsache wir kriegen unsere geliebte Kirchensteuer.
    Und vor zuviel Lob für Herrn Bergoglio sei gewarnt, denn er als oberster Hirte hat die Fäden in der Hand, an diesem Trauerspiel einiges gehörig zu ändern.
    Worte sind billig, was ist seine Reaktion, natürlich gar keine.
    Wie wäre es zb. mit der Freiwilligkeit der Kirchensteuer, wer nicht zahlt ist nicht exkommuniziert und bleibt Katholisch !
    Deutschlands kath.Kirche muss dringend entschlacken, immer mehr Amts- und Würdenträger und kaum noch Gläubige, dafür zahllose Gschaftlhuber die sich selbst darstellen wollen.
    Unerträglich.
    Also lieber Bischof von Rom, es waere schoen, den hehren Worten ENDLICH einmal Taten folgen zu lassen.

  4. angelsächsische Blogs (Father Z, Father Hunwicke) spekulieren schon, wer der Ghostwriter des Papstes für diese Rede war – die angesichts ihrer Klarheit, Direktheit und Logik so gar nicht nach seinem sonstigen Stil klingt…

    http://liturgicalnotes.blogspot.ch/2015/11/the-german-church.html schwankt zwischen Müller und Benedikt XVI

    http://wdtprs.com/blog/2015/11/pope-francis-to-german-bishops-your-church-is-a-mess-fix-it-and-go-to-confession/ tippt auf Ghostwriter Benedikt XVI

  5. Nun, es ist fast nicht zu glauben, es geschehen noch Zeichen und Wunder, der Papst hält den deut-
    schen Bischöfen den Spiegel vor. Die allgemeine Meinung ist, dass die deutsche Bischofskonferenz
    unter Kardinal Marx, ein Lieblingskind von Franziskus ist. Mit dem Standbild Kardinal Kasper und
    dem Steuergeld im Rücken und den Ämtern des Kardinal Marx in Rom, schien die deutsche Kirche
    in Rom ein Schwergewicht zu sein. Scheinbar hat sich Kardinal Marx zu weit aus dem Fenster ge-
    beugt mit seiner Aussage : …wir können nicht warten bis Rom entscheidet…wir sind keine Filiale
    Roms. Aber die Deutlichkeit die Franziskus an den Tag legt, ist schon bemerkenswert. Das was er
    den Bischöfen vorhält, entspricht total der Wirklichkeit. Das katholische Profil der deutschen Kirche
    ist schon lange verloren gegangen, sagt der Papst, das gilt aber auch für Rom. Neue Strukturen
    und unnütze Aktivitäten, für immer weniger Gläubigen mit leeren Kirchen und der übermäßige Ein-
    satz von Laien, geißelt Franziskus die Bischöfe. Der Priester ist durch nichts zu ersetzen, die Bi-
    schöfe müssten die Lehrmeister und Verkünder des Glaubens sein, auch das gilt für Rom. So
    gesehen, könnte man meinen, dass hier ein Wandel eingetreten ist und das wäre zu schön um
    wahr zu sein

  6. I‘m not impressed. Die Standpauke kann sich der Papst sparen, denn er hat die deutschen Bischöfe, die Verwalter von Asche in der Synode mehr Macht und Einfluss gegeben, ihr Zerstörungswerk an der Heiligen, Katholischen Kirche auf Weltebene auszuweiten. Dieser Papst ist two faced seit Tag eins und ich habe seine Spielchen so satt.

  7. Auf Gloria.tv ist ein eindrückliches Video zu sehen,unter dem Titel: Deutsche Bischofskonferenz-neue Wege beschreiten. Hinweis: Oben bei der Skala auf video-suchen klicken.Das Video ist mit dazu passender Musik begleitet.Sehr empferhlenswert…..

  8. Was Pater Antonio Spadaro SJ in einem anderen Zusammenhang über die Kommunikations-Rhetorik von Papst Franziskus gesagt hat, nämlich lieber eine zweideutige Kommunikation „pflegen“, die Prozesse anstößt, als das eindeutige Wort, das nicht kommuniziert, trifft auf diese Schlussansprache von Papst Franziskus vor den deutschen Bischöfen nicht zu. Der Papst hat Klartext gesprochen und durch keine Zweideutigkeit an der geistlichen Substanz der Kirche gerührt und gerade vor diesem Kreis in Kauf genommen, dass Eindeutigkeit zuweilen auch entzweien kann, wenn sie die Erwartungen der Zuhörer nicht beflügelt , sondern beschneidet.

    So hat Papst Benedikt XVI, ohne geliebt sein zu wollen, stets die eindeutige „Lektion“ bevorzugt, wie sie dem Papst als Stellvertreter Jesu Christi ziemt. Denn Jesus hat immer Eindeutiges gelehrt und das mit herrschaftlichem Anspruch, nicht mit dem eines Landpfarrers, der mit dialogischen Zweideutigkeiten seine Schäfchen bewegen will. Rainer Riesner stellt in seinem Buch „Jesus als Lehrer“ dar, was Jesus von seinen Aposteln erwartet hat: Das Gehörte mit Hilfe von Mnemotechnik in ihre Gedächtnisse schreiben, um seine Frohbotschaft getreu seiner Lehre allen Völkern überliefern zu können. Das haben sie getreulich als Augen- und Ohrenzeugen getan, das Gelernte durch Verschriftung gesichert und dessen Wahrheit durch ihre Martyrien besiegelt. Hätten sie es nicht getan, und wie die deutschen Relativisten in den Ordinarien und Theologischen Fakultäten heute noch meinen, der Phantasie von hellenistischen Gemeindetheologen überlassen, gäbe es kein Christentum, keine Kirche, kein Lehramt und keinen Papst. Vielleicht hat der pastoral ausgerichtete Papst Franziskus, der erste Jesuit auf dem Stuhl Petri, von Relativisten frühzeitig theologisch unter die Fittiche genommen, nunmehr erkannt, woher der Wind kommt, der ihm entgegen zu wehen beginnt.

  9. Eine Bemerkung vorweg. Die Rede hielt nicht Papst Benedikt XVI, sondern Papst Franziskus!!! Der Autor dieser Rede kennt jedoch die deutschen Verhältnisse – so scheint mir – besser als die deutschen Bischöfe, d !

    Einige in der Rede fett gedruckte Gedanken sollten wir in der Diskussion mit den Bischöfen aufgreifen und immer wieder daran erinnern:

    1. Der Papst kennt die Erosion des katholischen Glaubens, wenn er sagt: Angesichts dieser Tatsachen ist wirklich von einer Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland zu sprechen.

    2. Er kennt die von den Bischöfen gepflegte Tendenz zu fortschreitender Institutionalisierung der Kirche und sagt: „Es werden immer neue Strukturen geschaffen, für die eigentlich die Gläubigen fehlen. Es handelt sich um eine Art neuer Pelagianismus, der dazu führt, unser Vertrauen auf die Verwaltung zu setzen, auf den perfekten Apparat. Eine übertriebene Zentralisierung kompliziert aber das Leben der Kirche und ihre missionarische Dynamik, anstatt ihr zu helfen,“ (vgl. Evangelii gaudium, 32).

    3. Er führt ferner aus: „Die Kirche ist lebendig, sie stellt sich den Menschen vor Ort, sie kann in Unruhe versetzen und anregen. Sie hat ein Gesicht, das nicht starr ist. Sie ist ein Leib, der sich bewegt, wächst und Empfindungen hat. Und der gehört Jesus Christus“.

    4. Dier folgende Abschnitt der päpstlichen Rede steht in krassem Gegensatz zu den Reformbemühungen aller deutschen Bischöfe, die eine Entklerikalisierung betreiben. Ihnen gibt der Papst Folgendes mit: „Wenn wir ferner einen Blick auf die Pfarrgemeinden werfen, die Gemeinschaft, in der der Glaube am meisten erfahrbar und gelebt wird, so muss dem Bischof in besonderer Weise das sakramentale Leben am Herzen liegen. Hier seien nur zwei Punkte hervorgehoben: die Beichte und die Eucharistie. Das bevorstehende Außerordentliche Jubiläum der Barmherzigkeit bietet die Gelegenheit, das Sakrament der Buße und der Versöhnung wieder neu zu entdecken. Die Beichte ist der Ort, wo einem Gottes Vergebung und Barmherzigkeit geschenkt wird. In der Beichte beginnt die Umwandlung des einzelnen Gläubigen und die Reform der Kirche. Ich vertraue darauf, dass im kommenden Heiligen Jahr und darüber hinaus dieses für die geistliche Erneuerung so wichtige Sakrament in den Pastoralplänen der Diözesen und Pfarreien mehr Berücksichtigung findet. Desgleichen ist es notwendig, die innere Verbindung von Eucharistie und Priestertum stets klar sichtbar zu machen. Pastoralpläne, die den geweihten Priestern nicht die gebührende Bedeutung in ihrem Dienst des Leitens, Lehrens und Heiligens im Zusammenhang mit dem Aufbau der Kirche und dem sakramentalen Leben beimessen, sind der Erfahrung nach zum Scheitern verurteilt. Die wertvolle Mithilfe von Laienchristen im Leben. „ der Gemeinden, vor allem dort, wo geistliche Berufungen schmerzlich fehlen, darf nicht zum Ersatz des priesterlichen Dienstes werden oder ihn sogar als optional erscheinen lassen. Ohne Priester gibt es keine Eucharisti.

    • @ Hans

      Zu Ihrer Vorwegbemerkung!!!

      Hat jemand angenommen, dass nicht Papst Franziskus, sondern Papst Benedikt XVI. die Rede gehalten hat? Wohl nicht, oder? Eine andere Frage ist, wer sie Papst Franziskus in seinem Sinne geschrieben hat. Damit Eindeutigkeit in der Rezeption hergestellt wird, ist sie schriftlich vorab ausgefertigt und an die Bischöfe und die Journalisten verteilt worden. Zweideutige Extemporierungen hätte die Rede auch nicht vertragen. Das ist ein Fortschritt in der Kommunikation gegenüber bisherigen Gepflogenheiten, die mit schöner Regelmäßigkeit zu Irritationen geführt und Pressesprecher Lombardi SJ zu Nacherklärungen gezwungen hatten. Nun scheint man zu der Tradition zurückgekehrt zu sein, die Papst Benedikt XVI. seinen eigenen öffentlichen Reden angedeihen hat lassen – nach Form und Inhalt.

  10. Papst Franziskus sendet extrem widersprüchliche, gegensätzliche, miteinander unvereinbare Signale aus. So etwas ist mir in heutiger Zeit nur vom sogenannten Mind-Control (Bewusstseinskontrolle) bekannt. Diese Technik wird verwendet, um multiple Persönlichkeiten, mind slaves, heranzuziehen, zu programmieren und einzusetzen. Dieselbe Person foltert ein Kleinkind und tritt danach liebevoll zu ihm auf. Resultat bei dem Opfer ist Bewusstseinsspaltung. Die abgespaltenen Persönlichkeitsanteile können programmiert und abgerufen werden. Man verzeihe mir den Vergleich, aber die extreme Widersprüchlichkeit von Papst Franziskus ist rätselhaft. Sie kann aber nicht zufällig sein und muss eine verborgene Absicht haben.

    • @Leo Lämmlein
      Ich kann Ihnen sehr gut folgen. Sie beschäftigen sich zunächst mit den Empfängern solcher konträren Signale. Wie aber steht es um den Signalgeber, den Sender, im allgemeinen? Wie hält eine Person das aus? Das bedeutet doch wohl mehr als nur zwei Seelen in der Brust zu haben? Wird einer da nicht krank dabei?
      Der spezielle Fall, Papst Franziskus, ist in der Tat sehr rätselhaft. Er ist ein intelligente Person. Warum tut er sich das an?

    • Werter @ Laemmlein!
      Sie sagen: „Papst Franziskus sendet extrem widersprüchliche, gegensätzliche, miteinander unvereinbare Signale aus“.
      Gilt das auch für die hier erörterte „Standpauke“? Wenn ja, in Bezug zu welcher anderen „Pauke“ sehen Sie diese?
      Was Sie behaupten, kann ich in dieser radikalen Form nicht erkennen! Lesen Sie nicht aus Ihrer sog. Mind-Control rückwärtsgewandt etwas in die Aussagen von Papst Franziskus hinein, was die nicht hergeben? Aber ich will mich gern belehren lassen! Weisen Sie bitte die Richtigkeit Ihrer diesbezüglichen Behauptungen an Hand von Beispielen nach! Danke!

      • Sophus,

        Eine solche „andere Pauke“ kann Ihnen bspw. aus der „Repubblica“ vom 21.11.2015 wie folgt präsentiert werden:

        The Pope: “No to proselytism in Catholic schools”

        Vatican City: Never proselytize in schools. Pope Francis said this in the Paul VI Audience Hall to seven thousand participants at the World Congress on Catholic Education organized by the Congregation in charge of Catholic Education.

        „Christian education – the Pope says – is not only teaching catechism and proselytizing. Never proselytize in schools.“
        http://rorate-caeli.blogspot.com/2015/11/pope-francis-orders-no-conversions-in.html

        Am 20.11. den Deutschen [zurecht] den Niedergang des Katholischen vorwerfen, aber ein Tag später vor Lehrern Konversionen zu untersagen. Geht’s noch widersprüchlicher?

        Wie aber schon von anderen gemutmaßt, dürfte die angebliche Standpauke an die deutschen Bischöfe nur eine Finte sein, schließlich hat er sich ja für den ganzen Kontinent Europa ausgerechnet den Chef dieser – in seinen Augen – Versagertruppe als Berater in seinen C9-Rat geholt.

        Dafür entspricht das, was er den Lehrern sagte, durchaus dem, was er bisher abgezogen hat.

      • Werter @ Carlo

        Ihre „andere Pauke“ aus der „Repubblica“ vom 21.11.2015 ist keine, denn seit der Königsteiner Erklärung wird in Deutschland im Fach Katholische Religionslehre vor allem in mittleren und höheren Klassen der Schulen nicht anders verfahren. Auf Glaubensunterweisung im kirchlichen Sinn wird weitgehendst verzichtet und statt dessen Unterricht in „Religionen“ erteilt, zu denen lehrplanmäßig auch der Atheismus gezählt wird. Ziel war und ist es, Konflikte zu vermeiden, daher “No to proselytism in Catholic schools” – eine Strategie, um die sich in Großstädten islamische Schüler allerdings wenig scheren und den Streit mit den „Schweinefleischfressern“ geradezu suchen. Haben Sie keine andere „Pauke“ auf Lager?

      • @sophus
        Genau das was Sie beschreiben fordert der Papst ja in der von Carlo zitierten „anderen Pauke“ ein – sprich, die beiden Pauken widersprechen sich aufs Gröbste!
        ….er beklagte das Fehlen eines katholischen Profils in den karitativen Einrichtungen und kath. Schulen…
        Erklären Sie mir jetzt bitte mal, wo das „katholische Profil“ bei diesem Pontifikat zu finden ist, auf das Franz I.-Wechsel-Dich-Papst so konsequent bedacht ist!
        Von katholisch kann nun wirklich schon lange keine Rede mehr sein!

      • @ roman

        Was in Deutschland längst Usus ist, von den Ordinarien und den Kultusministerien über die Lehrpläne und Buchzulassungen politisch gewollt und zugelassen, kann heute im Munde des Papstes keine „Pauke“ mehr sein – schon gar nicht im Vergleich zu seiner Ad limina-Rede, die wirklich nach Form und Inhalt eine neue Qualität darstellt. Das von @ Carlo gebrachte Beispiel ist als „Antipauke“ in Bezug auf die deutschen Verhältnisse unbrauchbar!

    • Der eine Papst sagt die Wahrheit, aber sie wollen und glauben ihm nicht. Der andere machts anders, aber sie wollen ihn. Wo liegt da die Bewußtseinsspaltung?

      Jetzt hat der Papst der Kirche in Deutschland mal die Leviten gelesen und es ist auch nicht recht. Wo liegt die „Bewußtseinsspaltung“?- Ja, es ist doch so. Sie interpretieren geehrter @Leo Lämmlein etwas hinein in den Vorgang, was doch wie das Seihen von Mücken ist.
      Glauben Sie doch bitte nicht dem soziologischen oder psychoanalytischen Unsinn: bei solchen Personen fehlts an Bewußtsein.

    • @ Leo Laemmlein

      Ich glaube, dass er weiß, was er tut, denn es geht um die Destruktion der Kirche. Und zwar um die Destruktion von allen, auch den früheren oder angeblichen Verbündeten. Deswegen ist es einmal Hü und dann Hott.

      Ein dämonologischer Vergleich bietet sich hier an. Angeblich quälen sich die Dämonen in der Hölle selbst, die Ranghöheren die Rangniedrigeren, jeder, jeden, es herrscht ein Chaos vom Schrecken regiert. Natürlich war diese Reaktion des Papstes für die „fortschrittlichen“ deutschen Bischöfe, die schon längst die Forderungen der Herbstsynode „ganz selbstverständlich“ praktizieren die Abfuhr ein Schlag ins Gesicht. Aber warum nicht, wenn es nur um die Destruktion geht?

      Sie setzen voraus: „Bergoglio ist rational und er handelt rational.“ Er tut es nicht, denn jede Rationalität hat letztendlich etwas Positives im Sinne, welches dann verstandesgemäß einsichtig ist. Papst Bergolio ist weit davon entfernt und deswegen wurde er gewählt. Vielleicht gibt es unter den Kardinälen noch andere Früchtchen? Das nächste Konklave wird es zutage bringen.

      Ich halte es für möglich, dass Papst Franziskus besessen ist, denn dafür würde:
      - seine Abscheu vom Heiligen sprechen, keine Kniebeuge, Meiden der Sakramentalien
      - seine Irrationalität und Widersprüchlichkeit,
      - sein Umfeld: Homosexuelle etc.
      - sein gnostisches Gerede
      - seine recht häufigen Anspielungen auf den Teufel, „wer nicht zu Gott betet, betet zum Teufel“
      - sein Zeichen „der Liebe in der Taubstummensprache“ mit kard. Tagle in Manila, in anderen Bereich auch als Satansgruß bekannt,
      - seine Wahl des Hauses der Sankta Marta mit der pyramidenförmigen Kapelle,
      - seine Abscheu vor der Tridentinischen Messe und dem Rosenkranz (Pelagianismus)
      - sein umgekehrter sensus fidei

      Nun ja, es ist eine Ferndiagnose und eine Gewissheit würde nur ein Exorzismus bringen. Wie man hört und liest kann ein Besessener ohne Probleme sogar die Hl. Kommunion empfangen und hat solange keine Probleme, solange er sich nicht bekehrt. Dann fangen die verschiedenen Manifestationen an. Für diejenigen denen Exorzismen unbekannt sind: Es reicht nicht ihn mit Weihwasser zu besprengen. Denn eine sehr intensive Mitarbeit des Besessenen an seiner Bekehrung und Heiligung ist notwendig. Es können viele Rückfälle folgen, man hat sein Leben lang damit zu kämpfen. Es ist tatsächlich mit einer schweren Drogensucht vergleichbar, wo der Rückfall droht.

      Er selbst müsste es wollen, denn der freie Willen wird, von den Zeiten der Manifestationen abgesehen, lädiert. Der Mensch hat manchmal keine Gewalt über seinen Körper über seine Seele schon.

      Vielleicht gibt es hier praktizierende Exorzisten, die es bestätigen können.

      Die nur-rationale Ebene reicht manchmal nicht aus und das wirre und irrationale ist niemals göttlichen Ursprung, denn Gott liebt die Logik und eine geläuterte Rationalität, natürlich nicht im Sinne der Aufklärung, ist auch die Ebenbildlichkeit Gottes in uns, siehe die Konstitution Dei Filius des Vat. I.

      • Sehr geehrte(r) @Tradition und Glauben,

        Sehr genau observiert.
        Es gibt inzwischen eine gewaltige Menge sehr verdächtige Fotos, Videos, Aussagen und schriftliche Erklärungen;
        und das Wichtigste: es gibt keine Tendenz zu Besserung, sondern das Verdächtige tritt immer wieder auf und wird öffentlich demonstriert.

  11. Wieder ein typischer Fall von Antitraditionalismus und Progressismus schlimmster Sorte. Im ersten teil der Ansprache macht „Papst“ Bergoglio aka Franziskus die vollkommen zutreffende Diagnose des massiven Verlustes an der substantia Ecclesiae. Im nächsten Teil folgt dann in wenigen Worten der Ausbruch des Bösen: Wes soll das heißen: „Sicherlich ist es nicht möglich, aus dem Strandgut „der guten alten Zeit“ etwas zu rekonstruieren, was gestern war.“ ?! Ist denn das nichts anderes als die vollkommene Hermeneutik des BRUCHS?? Nur, und nur aus der Tradition läßt sich die Kirche erneuern! Das weiß bergoglio, weshalb er ja auch der Piusbruderschaft nachjagt, wie ein Wolf dem Schaf. Die Piusbrüder sollen sich die Finger schmutzig machen (siehe

    LETTERA DEL SANTO PADRE FRANCESCO
    CON LA QUALE SI CONCEDE L‘INDULGENZA
    IN OCCASIONE DEL GIUBILEO STRAORDINARIO DELLA MISERICORDIA
    vom 1. September!) Die Deutsche Nationalkatholische Kirche ist doch schon längst schismatisch. Wo ist der Mut des Papstes, endlich einen traditionstreuen Priester wie Prof. Michael Fiedrowicz, Prof. Andreas Wollbold oder einen promovierten Priester eines der „Ecclesia Dei“-Institute zum Bischof zu ernennen? Wo bleibt die Zurechtweisung der Bischöfe für die Einsetzungsworte? Wo ist die Aberkennung in forma abrogationis für die grauenhafte Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, der schismatischen Würzburger Synode, der häretischen Praxis der Kommunion an Wiederverheiratete sub nomine ignorantiae, die Aufhebung des Beschlusses zur Praxis der Kirchensteuer, der nichts anderes ist als eine faktische Kirchentrennung, etc…, wo die Aufforderung, endlich die Normen des Motu Proprio „Summorum Pontificum“ durchzusetzen, etc…pp.?? Nein das tut er ja nicht, es wäre „Strandgut“, also fort mit der überlieferten Liturgie, etc… Im Grunde genommen waren die Ad limina – Besuche der DNK-Bischöfe wieder ein klassisches Beispiel für Geldverschwendung. Und die geht vom „Papst“ aus!!

  12. Sie berühren ein heikles Thema, worüber zu sprechen man sich scheut.
    Der Gedanke ist jedoch naheliegend. Einem so außerordentlich hohen Amtsträger hat Gott, so kann man annehmen, eine ganze Schar von Engeln
    beigegeben. Entsprechendes unter entgegengesetztem Vorzeichen findet dann wohl statt, sollte diese Amtsgnade für finstere Ziele vorsätzlich und systematisch missbraucht werden…
    Verschiedene Leute in aller Welt hatten Träume und Visionen, die Ihre Hypothese zu bestätigen scheinen.
    Die Vorstellung ist schauerlich. Das darf uns nicht davon abhalten, für Papst Franziskus zu beten, im Gegenteil.

  13. Vieleicht kann man sagen, daß die deutschen Bischöfe nunmehr auch nicht mehr wissen, wo sie mit „ihrem“ Papst dran sind. Er hats ihnen auf seine Weise mal gegeben. Jetzt sind sie abgestürzt und ihr Sturz ist groß. Er ist jedenfalls der, den sie wollten. Und sie haben sich in ihm getäuscht.

    Wären diese Bischöfe lehramtstreu, dann hätte er wohl einen linken Hammer auf sie niedergehen lassen. Er läßt sich wohl nicht gern in Schubladen stecken. So gesehen ist er ein „Freidenker“. Er macht wohl ungern das, was er meint das andere von ihm erwarten. Dabei hat er sicherlich seine Überzeugungen. Er hat etwas gegen ein kirchliches „Establishment“, weil er eine andere Einstellung dazu hat. Aber auch den Armen ist er nicht immer wohlgesonnen, wenn sie bspw. zu viele Kinder seiner Meinung nach bekommen. Er stößt sie alle irgendwie vor den Kopf.
    Lange kann das kaum noch gutgehen, falls ich mit dem Gesagten richtig liege.

    Aber auch jeder andere Papst hätte es heute extrem schwer. Die vielen Christen sind Teil der komplizierten Welt- und wie will man da alles auf einen Nenner bringen? Es muß sich ja jeder selsbt auch durchwurschteln, da man Teil der Welt ist und hier und da eingebunden ist, auch als Staatsbürger. Man kann natürlich auch alles hinter sich zu lassen suchen und sektenmäßig werden. Damit sind aber die Probleme wie auch Notwendigkeiten nur umgangen und nicht gelöst. Es wäre die Abdankung der Vernunft auch. Das alles ist ja auch das Problem der Piusbrüder.

  14. Bemerkenswert!
    Die Münchner Kirchenzeitung hat die Nachricht von der päpstlichen Standpauke ihren Lesern verschwiegen!
    Sie titelt: Bischöfe danken Franziskus
    Ad-limina-Besuch: Synodale Kirche als Chance
    Im Text ist von der Schlussansprache des Papstes mit keinem Wort die Rede!
    Dort heißt es wörtlich:
    „Die deutschen Bischöfe haben Papst Franziskus für seine Botschaften für eine stärkere Dezentralisierung der katholischen Kirche gedankt. Dies erfordere die Verschiedenheit der kulturellen Situation in den einzelnen Teilen der globalisierten Welt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, während einer Audienz mit seinen Amtskollegen bei Franziskus im Vatikan. „Eine stärker synodale Kirche würde die Chance bieten, das Verhältnis von zentraler Steuerung der Kirche durch den Nachfolger Petri einerseits und angemessenen Formen dezentraler Festlegungen und Vorgangsweisen neu zu justieren.“
    Vergangene Woche hatten die 67 deutschen Bischöfe ihren turnusgemäßen Ad-limina-Besuch in Rom absolviert, um dem Papst und der Kurie über die Situation der Kirche in Deutschland zu berichten“.
    @ Leo Laemmlein sagt oben: „Papst Franziskus sendet extrem widersprüchliche, gegensätzliche, miteinander unvereinbare Signale aus…..die extreme Widersprüchlichkeit von Papst Franziskus ist rätselhaft. Sie kann aber nicht zufällig sein und muss eine verborgene Absicht haben“. Unser hochverehrter @ Suarez könnte diese Denkweise genauer erklären. Sie kommt bei vielen Reformern vor und ist auch Kardinal Kasper eigen. Sie beruht im Grunde auf dem hegelianischen Dreisatz von These – Antithese – Synthese und eignet sich zur Infragestellung von Zuständen, beinhaltet allerdings erhebliche Gefahren, wie die Stufentheorie des historischen Materialismus nach Karl Marx nachdrücklich zeigt. Daher würde sich die Erkenntnistheorie von Karl Popper nach dem Modell These 1 – Falsifikation – These 2 – Falsifikation usw. wohl eher für die Entwicklung von Reformen in der Kirche eignen, ohne verunsichernd und verstörend zu wirken.
    Legt man aber das hegelianische Modell dem Ad-limina-Besuch zugrunde, könnte man nach dem Bericht der Kirchenzeitung die These in den Berichten der deutschen Bischöfe und die Antithese in der Abschlussrede des Papstes erkennen. Dann müssten wir nur noch auf die Synthese warten. 🙂

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