Im Januar erscheint Gesprächsbuch von Papst Franziskus: „Der Name Gottes ist Barmherzigkeit“

Gesprächsbuch von Papst Franziskus: Der Name Gottes ist Barmherzigkeit"
Gesprächsbuch von Papst Franziskus: „Der Name Gottes ist Barmherzigkeit“

(Rom) Papst Franziskus veröffentlicht im kommenden Jahr sein „erstes Buch“, so ADNKronos und Europa Press. Dabei handelt es sich um ein Gesprächsbuch, das zusammen mit Andrea Tornielli, dem Vatikanisten seines Vertrauens, entstanden ist. Es wird den Titel tragen: „Der Name Gottes ist Barmherzigkeit“. Die Herausgabe erfolgt gleichzeitig in sechs Ausgaben. Neben dem italienischen Original werden fünf Übersetzungen vorbereitet. Die deutsche Ausgabe erscheint im Kösel-Verlag.

Andrea Tornielli gehört zu den ständigen Besuchern des vatikanischen Gästehauses Santa Marta. Ausgestattet mit einem Sonderausweis hat er ungehinderten Zugang zum Papst. Tornielli berät Franziskus und  textet und korrigiert für den Papst.

Das Buch wird am 12. Januar 2016 in den Buchhandel kommen, einen Monat nach Eröffnung des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, das bis zum Christkönigsfest (Novus Ordo) 2016 dauert. Europa Press kündigte das Erscheinen mit einem Video an.

17 Verlagen arbeiten am Erscheinen des Gesprächsbuches mit, das zeitgleich in 84 Staaten in den Buchhandel kommen wird. Für den deutschen Sprachraum ist die Verlagsgruppe Random House des Bertelsmann-Konzerns zuständig, zu der seit 2005 der Kösel-Verlag gehört.

Über den Inhalt des Buches ist noch nichts bekannt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: ADNKronos (Screenshot)

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19 Comments

  1. Der Titel stellt eine Behauptung auf, und diese Behauptung ist verwirrend, wenn nicht irreführend.
    Nach dem überlieferten christlichen Glauben –und hierunter schließe ich ind iesem Punkt die traditionelle katholische und orthodoxe Dogmatik wie auch die bibelbasierte systematische (protestantische) Theologie ein– wird die Barmherzigkeit nicht als ein Name Gottes betrachtet, geschweige als d e r Name Gottes.
    Barmherzigkeit ist eine Eigenschaft, ein Attribut Gottes, näherhin des göttlichen Willens, und diese Eigenschaft der Barmherzigkeit ist unlöslich verbunden mit Gottes Gerechtigkeit.
    Was beabsichtigt Papst Franziskus mit diesem Verwirrung stiftenden Titel?
    Ich vermute vorab, er benutzt ihn in zwei Richtungen.
    Einmal zur Begründung einer veränderten Pastoral (vgl. Weltbischofssondersynoden über die Familie), die ein anderes, nach Paulus: verfluchtes, Evangelium einführt, nicht das Evangelium der Buße und des rettenden Glaubens an den Herrn und Erlöser Jesus Christus und sein Kreuzesopfer, und des Sieges über die Sünde durch die Kraft der Gnade, sondern ein falsches Evangelium der gleichsam automatischen Allvergebung, die den Begriff der Sünde überflüssig macht und den Unterschied zwischen Gut und Bös aufhebt.
    Zum andern wäre es nicht zu verwundern, wenn Papst Franziskus diesen „Namen Gottes“ als Brücke zum Islam nutzte, dessen Koransuren alle mit dem Spruch „Im Namen Allahs des Gnädigen, des Barmherzigen“ beginnen, um eine Gemeinsamkeit des Glaubens theologisch zu postulieren und praktisch in der gesamenten Kirche bis hinunter auf Ortsebene durchzusetzen.

    • Richtig, Barmherzigkeit ist ein Attribut Gottes. Barmherzigkeit ohne Umkehr wäre der Willkürakt des Dämonischen, weil in ihm alles Tun a priori gerechtfertigt wäre. Es käme in der Endkonsequenz der Aufhebung des Moralischen gleich. Dass Jesus Christus dies im Sinn gehabt haben könnte, ist absurd. Zwar vergibt die göttliche Liebe, sie tut dies aber nicht bedingungslos, sondern sie fordert den Sünder, seine Sünde zu bekennen, sie als solche auch anzuerkennen und sich vom sündhaften Tun abzuwenden. Die göttliche Liebe rechtfertigt nicht die Sünde – z.B. als menschliche Schwäche –, dies hat Jesus Christus ganz klar gesagt (Mt 13,8-9). Im Gegenteil, Jesus wendet sich gegen die Selbstsucht, die in der Sünde verharrt und stellt ihr das göttliche Gebot entgegen.

      Was derzeit unter dem Wort Barmherzig für ein Missbrauch getrieben wird, ist wirklich entsetzlich. Schlimmer kann man den christlichen Glauben nicht schädigen.

      • Ja, geehrter Suarez, so sehe ich das auch, und nie haben Jesus Christus und die Apostel anderes gelehrt.
        Nur ein Beispiel, da zufällig heute morgen wieder gelesen. Am Ende der Bergpredigt spricht Jesus von den zwei Wegen, warnt vor falschen Propheten und redet vom klugen und vom törichten Baumeister (Matthäus 7,13-29). Wir finden hier: zwei Pforten, zwei Wege, zwei Ziele, zwei Gruppen von Menschen; zwei Baumarten und zwei Fruchtsorten; zwei Gruppen im Gericht; zwei verschiedene Bauherren, die auf zwei unterschiedlichen Grundlagen bauen. Das sind Gegensatzpaare. Der Herr zieht eine klare Trennlinie zwischen dem Weg zum Untergang und dem Weg zum Leben.
        Die Kirche muss zu klaren Unterscheidungen und klaren Aussagen zurückfinden.

  2. Ein Buch von Franziskus und das mit seinem Lieblingswort “ Barmherzigkeit “ und weiteren Inter-
    religiösen Formulierungen. Das erinnert sofort an die Kampagne nach dem Konzil mit dem Slo-
    gan : Gott hat viele Namen wie Jahwe, Allah und so weiter. Deshalb ist zu vermuten, dass dieses Buch für einen Katholiken, nicht empfehlenswert sein wird. Es sei denn, man will Bescheid über
    negative Einflüsse im Glauben wissen. Nach den Erfahrungen mit Franziskus, wird Allerlösung,
    Interreligion und Heil in allen Naturreligionen, das Thema beherrschen. Vielleicht wird es ein Best-
    seller für moderne Theologen, Progressisten, Kasperianer und Kirchenfeinden. Deshalb kann man
    auf diese Buch getrost verzichten,

  3. Es heißt „Clementia Caesaris“ und nicht Barmherzigkeit korrekterweise, ich bitte um die korrekte Wortschöpfung! Lüg‘ doch nicht du Hirte Roms, wer den Herrn verleugnet holt sich das Gericht, so wie Du „Petrus“, den Herrn leugnest so verleugnest du einst seine Heerschaaren, von „Aliens“ sprachst wo doch wirklich nur Menschen sind, ja der „Papst“ wird wohl per pedes seinen Gang nach „Colonossa“ bald gehen um der Lügen willen wenn die schöne Stadt Rom brennt. 😉 , denn wer die Heerschaaren leugnet, der leugnet auch den Herrn, den Heerführer. Der Gottmensch wird den darwinistischen Affenmenschen und E.T, Fan bald richten am Tage des Zorns, heil dem Herrn der Heerschaaren! Was ein schöner Tag, wie freue ich mich doch auf meinen Marschbefehl, so viel Elend zu sehen da wird einem glatt speiübel. „INRIflamme“-Standarte der letzten Legion, Banner der Heerschaaren – AEIOU / Legio X IC. XP- PAX, ORI-ROI. Die Lilie vergeht nie, eher stirbt alles, Gottes Gerechtigkeit sein Geschenk für den Menschen. Cogito ergo sum, ich bin der der ich bin, JHVH. Heil dem Herrn der Heerschaaren, ewig lebt das Reich! Sancta Troia!

    • Ausgeflogen und evakuiert wird er nicht, von wem auch? 😉 Er sinniert ja über grüne Marsmenschen, und so etwas nennt sich dann auch noch Papst, Helmut Kohl würde wohl sagen, dieser Mann in „weiß“ ist „am Arsch des Propheten“, ja es muss ein sehr bekannter falscher Prophet sein dessen Früchte man täglich in den „News“ betrachten kann und den Kohl meinte, wer Freimaurer ist der ist Mohammedaner, und der Papst ist der höchste Freimaurer, wie die Maurerei längst bestätigte. Aufwachen hieROsólyMA !

      • Kohl (von jüd. Kohn = Priesterklasse / Name wurde aus diesem Grund geändert!) ist selber ein Hochgr. FM, wie übrigens sein Vorgänger H. Schmidt auch.
        Neben dem Vornamen ist das aber nicht die einzige Gemeinsamkeit die die beiden verbindet: Genauso wie übrigens die amtierende BK Ang. Merk. auch, können sie auf jüdische Vorfahren zurückschauen. Wahrscheinlich ist eine solche Abstammung ein Kriterium, um in dieses hohe Amt gewählt werden zu können. Selbst ein gewisser Adolf H. erfüllte die Voraussetzung dafür, wie man weiß.

      • @Severin
        Für mich sind die Juden nicht unsere „älteren Brüder“, da nur die im Namen des dreieinigen Gottes Getauften „Brüder und Schwestern“ sind. Mir sind die Juden nicht wichtiger oder weniger wichtig als andere Menschen. Ich habe nichts dagegen, dass sie ihre Interessen vertreten. Ich muss ihnen ja nicht darin folgen. Den Kopf schüttle ich hingegen über christliche Philosemiten oder Philozionisten, das ist eine seltsame historische bedingte Verirrung.
        Das schicke ich voraus. Nicht minder kurios finde ich, dass man einflussreichen Personen eine jüdische Abstammung andichtet und damit meint, sich alles erklärt zu haben, was man an ihrem Handeln nicht versteht. Nun verstehe ich auch nicht, was die Bundestrulla mit ihrer Einwanderungspolitik will, aber was soll es bringen, ihr eine irgendwie jüdische Abstammung anzudichten? Wem soll das helfen? Was soll das klären oder erklären?
        Angela Merkel soll Jüdin sein, so kann man oft im Internet lesen. Doch bei einer näheren Überprüfung läßt sich kein Beleg dafür finden. Das Märchen ist auch erst um ca. 2007 aufgetaucht, obwohl sie schon lange in der hohen Politik war.
        Da gibt es einen Großelternteil der aus „Polen“ stammt oder „polnisch“ ist, und weil einer einen fremdklingenden, in diesem Fall polnisch klingenden Familiennamen hat, meinen schon manche, im „Dunkel des Ostens“ alles andichten zu können. Der Großvater von Merkel hatte einen polnischklingenden Familiennamen, das ist auch schon alles. Er lebte aber nicht in Polen (auch nicht Kongress-Polen), sondern in Posen, das war damals Deutsches Reich (auch wenn das heute kaum mehr jemand weiß und sich noch weniger vorstellen kann). Er war so deutsch, daß er es, wie die meisten Posen-Deutschen, die nach dem Ersten Weltkrieg nicht in einem fremden Staat (Polen) leben wollten, und wegen des zunehmenden polnischem Druckes, vorzog, nach 1920 ins verkleinerte Deutsche Reich zu übersiedeln und zwar nach Berlin. Und dort wurde er gleich Polizeibeamter. Daß er in einer polnischen Einheit gedient oder sogar irgendwie gegen Deutschland im WKI gekämpft haben soll, ist nicht belegt, sein weiteres Leben widerspricht dem vielmehr ganz. Er war so deutsch, dass er 1930 seinen schwer lesbaren Namen eindeutschte. Das taten damals viele und in allen Staaten und Sprachen. Erstaunlicher ist, wenn schon, der Wechsel vom katholischen zum protestantischen Glauben, sodaß sein Sohn gar Pastor wurde und dazu auch gleich noch ein kommunistenfreundlicher. Nun denn, an Jüdischem jedenfalls findet sich aber nichts.
        Mit Kohl ist es nicht anders. Nur weil irgendwer irgendwas im Internet ohne Quellenangabe behauptet, meint das nicht, dass man es nachplappern soll.
        „Der ist Jude“, „hat jüdische Vorfahren“, ist „jüdischer Abstammung“ ist als Erklärung zwar vielleicht in manchen Köpfen bequem, weil es ihnen aus ihrer Sicht das Nachdenken erspart, aber stichhaltig und hilfreich ist es nicht. Die Dinge liegen eben doch komplizierter und verlangen nach mehr Auseinandersetzung, um zu verstehen, warum bestimmte Leute so handeln, wie sie handeln.

      • Und genau das ist der Grund, warum kein Mensch die Tradis ernstnehmen kann – das ist doch bereits pathologisch.

        Wenn Hobbygermanisten hier okkulte Namensforschung betreiben, dann wirds allmählich zu bunt.

        Aber keine Sorge – der Name kommt hundertfach im rheinland-pfälzisch-saarländischen-rheinhessischen Raum vor. Allein ich habe in meinem Bekanntenkreis mindestens 10 Kohls – alle keine Juden…hach!
        Der Name ist verbreitet in Europa und Nord- und Südamerika, in Israel gar nicht.
        Nach dem Nameslexikon von Bahlow ist „Kohl“ Übername des Kohlbauern. Ist zu unterscheiden von „Kohler“ (Kohlenbrenner-Beruf). Kohl kann auch als „Köhl“ auftreten (v.a. im Alemanischen) oder als „Kohlhas“.

        Der Verrückte, der das fälschlicherweise mit dem Namen „Kohn“ in eins setzt, der sollte mal auf den Teppich kommen.
        „Kohn“ kann von „Cohen“ (hebr. Priester) kommen, auch „Kahn“.
        „Kohn“ kann aber auch von „Kuhn“, d.i. „Konrad“ kommen.

        Es gibt daher jüdische und christliche Kohns im deutschsprachigen Raum.

        Aber dieses Geschwafel hier ist unerträglich. Man muss sich für die eigenen Glaubensgenossen bis unter die Haarwurzeln schämen.

        Und vor allem diese Leichtigkeit, mit der gelogen und verleumdet wird, wirkt alles andere als christlich.

  4. „Der Name Gottes ist Barmherzigkeit“ – und wieso hat das dem lieben Gott bisher noch niemand gesagt? Hätte ER seinen „richtigen“ Namen von Anfang an gewusst, hätte ER doch im Laufe der Geschichte ganz anders gehandelt! Die Vertreibung aus dem Paradies und die Sintflut hätten nie stattgefunden und am brennenden Dornbusch hätte ER sich Mose gleich mit richtigem Namen „Rahabim“ anstelle von „Jahwe“ vorstellen können! Die 10 Plagen wären den Ägyptern dann auch erspart geblieben und Sodom und Gomorrha wären heute blühende Städte!
    Natürlich würde Weihnachten dann auch ausfallen, denn wenn der Name Gottes Barmherzigkeit ist, ist die Geburt eines Erlösers völlig für die Katz – vom Tod am Kreuz ganz zu schweigen!
    Warum hat das dem lieben Gott denn noch keiner gesagt! ER hätte es sich doch so leicht machen können….mit seinem Volk!

  5. Die Kritik am Buchtitel ist nicht gerechtfertigt.
    Dass Barmherzigkeit zu den Eigenschaften Gottes gehört, weiß jedes Kind. Dass es eine der herausragenden Eigenschaften ist, weiß auch jedes Kind.

    Nach der scholastischen Lehre fallen bei Gott Potenz und Akt ineinander. Das heißt, er IST förmlich seine Eigenschaft.

    Wer das auseinanderdividieren will, kennt den Begriff der Heiligkeit Gottes nicht. Er ist heilig und er IST Heiligkeit total. Er IST Barmherzigkeit total…

    In der Tradition spricht man, abgeleitet von einem Psalmanfang (Ps. 89) von der „misericordias Domini“ (Des Herrn Barmherzigkeit).
    Es sind drei Königs-Eigenschaften Gottes, die die Tradition uns vor Augen stellt:

    1. Heiligkeit
    2. Barmherzigkeit
    3. Gerechtigkeit

    Daher beten wir auch in jedem Benedictus bei den Laudes das, was Zacharias gedichtet hat:

    „…Per viscera misericordiae Dei nostri: in quibus visitavit nos oriens ex alto…“

    Das heißt, wenn man es genau übersetzt:

    „… Durch das Mark der Barmherzigkeit unseres Gottes: durch dies besuchte uns der Morgenstern aus der Höhe…“

    Per viscera – durch die Eingeweide, durch das Fleisch, durch das Mark… Jesus Christus ist also direkte Folge der Barmherzigkeit Gottes. Und da Christus Gott ist, ist er eine Folge der „Eigenschaft“ Gottes, nämlich der Barmherzigkeit, die selbstverständlich in dem großen Gott auch vor der Inkarnation aufgrund der Identität von Akt und Potenz eine absolute Gestalt hat.

    Ich muss die Kritiker fragen, ob sie nicht ein Gottesbild haben, dass eher dem der Polytheisten gleicht als dem der Kirche.

    Man mag den Missbrauch der Barmherzigkeit, den v.a. Johannes Paul II. betrieben hat, kritisieren. Aber trotz des Missbrauchs ist Gott dennoch barmherzig und er IST die absolute Gestalt der Barmherzigkeit.

    Das Ineinanderfallen von potentieller Eigenschaft und absolutem Sein kommt in biblischen Texten ebenfalls zum Ausdruck:

    „Vocabitur nomen eius admirabilis Consiliarius, Deus fortis, Pater aeternitatis, Princeps pacis.“ (Is. 9, 5f)

    „Sein Name ist Wunderbarer Rat, Starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens.“

    Die Eigenschaften werden hier in die Nomen gewoben – aber bei Gott ist das eben aufgrund der genannten ontologischen Gestalt immer erlaubt.

    Ja, Gott IST Barmherzigkeit, aber er ist auch noch anderes: er IST Gerechtigkeit, Liebe, Heiligkeit, Trost, Kraft etc.

    __________

    Mich irritiert an dem Buchtitel etwa anderes:

    Die normalen und nicht herumbombenden Muslime betonen bei Allah auch unter dessen 99 Eigenschaften bzw. Seinsgestalten die des „Allerbarmers“:

    Ein Zitat eines Ilsamgelehrten:

    „Der Allerbarmer (Ar-Rahman) und der Gnadenspender (Ar-Rahim) beschreiben auch Allahs Beziehung zur Welt. Im Qurʾan ist festgelegt: „(Er ist) der Allerbarmer, der Sich auf den Thron niederließ.“ Barmherzigkeit ist das Signum der Schöpfung und der ontologische Faden, der sich durch alles zieht. Insofern fällt das gesamte Geschehen zu gegebener Zeit unter die Rubrik der kosmischen Gnade. —–

    (Forts.)

    • (Forts.)

      ——Diesen Gegenstand betreffend führte einer der großen Gelehrten an: „Hätte Allah stattdessen geoffenbart, dass ῾der Unterwerfer (Al-Dschabbar) sich auf den Thron niederließ᾿ würde die Schöpfung sich auflösen.“ In einem anderen Vers lesen wir „er hat sich selbst Barmherzigkeit vorgeschrieben“, um hervorzuheben, dass Barmherzigkeit das bestimmende Motiv des Kosmos und die fundamentale Absicht des Schöpfungsaktes ist.

      Dieser Blickwinkel wird zudem von der prophetischen Überlieferung unterstützt, in der es heißt, dass Allah sagt: „Wahrlich, meine Barmherzigkeit überwiegt meinen Zorn.“

      Quelle: http://www.islamische-zeitung.de/iz3.cgi?id=17776

      Für mich ist hier also die Frage, die ich auch bei Johannes Paul II., der ja bekanntlich ein Islamfreund war, schon gestellt habe: Warum wird die Barmherzigkeit Gottes nun von Päpsten so gewichtet, wie dies auch die Muslime tun, ohne kenntlich zu machen, dass hier ein Begriffsproblem vorliegt?

      Der zitierte Islamgelehrte fügt diesem Vorspann eine langatmige Apologie der aangeblichen Barmherzigkeit und Friedfertigkeit des Propheten an, der „nie blindwütig“ gehandelt habe und „Mekka (…) friedlich erobert“ habe.

      Der Bgeriff Barmherzigkeit als Eigenschaft und Seinsform Gottes steht also in einer Schlacht der Verfremdungen.

      Was unser Glaube mit Barmherzigkeit Gottes meint, muss anhand seiner anderen Eigenschaften geklärt werden.

      Wir kennen auch die sieben leiblichen und die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit. Sie sind abgeleitet aus dem, was Christus als Weltenrichter bei uns allen abfragen wird.

      Ein Vergleich derselben mit dem, was der Islam darunter versteht – und das ist bis auf das Almosegeben ganz und gar nicht dasselbe (!) – , eine eingehende Untersuchung wären notwendig.

      Ich habe nach allem, was vorausging, keine Hoffnung, dass F. diesmal ein präzises fundiertes Buch geschrieben hat.

      Leider.

      • Der Islamgelehrte äußert die ehrenwerte und sicher ganz ernsthafte Absicht, das Handeln jedes Muslim müsse von Barmherzigkeit geleitet sein, v.a. in der Ehe, aber auch in der Anerkennung aller Menschen, denen man nichts Böses zufügen dürfe – auch nicht den Ungläubigen (!).

        Allerdings – und hier liegt eben m.E. der Schlüssel: Für den Gelehrten ist Barmherzigkeit eine Eigenschaftsnachahmung, die wiederum abgeleitet wird aus der Willkür Gottes. Das Ur-Vorbild ist dabei der Prophet.

        Für uns Christen ist aber die Barmherzigkeit keine bloße Eigenschaft Gottes, die man nachahmen soll, sondern sie hat tatsächlich Gestalt angenommen in Christus: Gott IST Barmherzigkeit.
        Wir ahmen ihn darin nicht bloß auf der Attribute-Ebene nach, sondern wir werden umgestaltet. Auch unser Sein soll das der Barmherzigkeit werden. Unsere Teilnahme am Hl. Messopfer, bei dem buchstäblich und leibhaftig diese Barmherzigkeit Gottes essen, hilft bei diesem Umbau. Die 14 Werke der Barmherzigkeit fließen dann aus einem Sein und nicht aus Begriffen, die wir uns als Eigenschaften antrainieren, so wie man sich Schilder anklebt oder „Qualifikationen“ erwirbt, aus.

        Die Schafe sagen beim Weltengericht, sie wüssten nicht, wann sie die Werke der Barmherzigkeit getan hätten.

        Warum nicht?

        Weil ich, wenn etwas in mir seinshaft Gestalt wird, dies nicht mehr als etwas von mir Getrenntes, das ich wohlgefällig verbuchen könnte, erlebe.
        Der Mensch, in dem die Bamrherzigkeit Gottes in Christus Gestalt annimmt, ja, der Mensch IST SO.

      • Gott ist nicht nur Barmherzigkeit – das wäre viel zu klein gedacht und würde das Wesen Gottes nur einseitig beleuchten. – Nein, wenn man das Wesen Gottes absolut setzen will, dann nur mit dem Axiom: DEUS CARITAS EST – GOTT ist die LIEBE – alle anderen Beschreibungen sind unzureichend und treffen nicht den Kern.
        Wenn GOTT aber die LIEBE ist, dann ist er nicht nur BARMHERZIGKEIT, sondern immer auch GERECHTIGKEIT, denn die Liebe ist nicht nur barmherzig, sondern immer auch gerecht. Wenn Gott nur barmherzig wäre, könnte man ihn nicht ernst nehmen und er würde uns nicht ernst nehmen!
        Die Geschichte Gottes mit seinem Volk zeigt dagegen, dass Gottes Liebe die Freiheit der Menschen, der er keine Grenzen gesetzt hat, t o t a l ernst nimmt – eben weil ER die LIEBE ist.

      • Sagen Sie mal, @ Freya, nichts für Ungut, aber haben Sie überhaupt mein Posting gelesen?

        Sie widersprechen mir, um dann dann aufzulisten, was ich selbst oben geschrieben habe?
        Worum geht es Ihnen?

      • @zeitschnur
        Der erste Satz Ihres Postings war Zitat: „Die Kritik am Buchtitel ist nicht gerechtfertigt“ – da bin ich gegenteiliger Meinung: Der Buchtitel hat nur Alibifunktion für weitere Abwrackmaßnahmen im Namen der Barmherzigkeit.

      • Okay – aber Sie sollten dennoch mein Posting als Ganzes lesen, dann sehen Sie nämlich am Schluss auch, welche Probleme ich mit einer Überbetonung der Barmherzigkeit habe.

        Mein erster Satz bezog sich auf die unsachgemäße und philosophisch-dilettantische Kritik zweier Poster ganz oben, die behaupteten, man dürfe eine Eigenschaft Gottes nicht mit ihm selbst ins eins setzen.

        Indem Sie zu Recht auf die Enzyklika „Deus caritas est“ bzw. deren Titel verweisen, bestätigen Sie ja meine Abweisung dieser unsinnigen Kritik der beiden Poster. Auch in der Rede davon, dass Gott die Liebe selbst ist, bestätigen Sie, dass Eigenschaft und Sein bei Gott in eins fallen.

        Warum diese Kritik unsachgemäß ist, habe ich versucht, scholastisch zu begründen und bislang konnte mir das auch keiner widerlegen.

        Aber Sie werden auch bei mir lesen, dass Barmherzigkeit nicht die einzige Gestalt Gottes ist bzw. sein kann.

      • Lüge und die ihr verwandte Verleumdung sind tödlich für den Menschen, der sie begeht. Der Mensch kann einen kranken Körper und eine kranke Seele haben, solange sein Geist gesund ist, kann er sich retten. Aber wenn der Geist nicht mehr nach der Wahrheit strebt und die Wahrheit bewusst und mit Vorsatz leugnet, verdreht, zudeckt, dann sündigt er zutiefst gegen sein eigenes Wesen, dann ist das Böse tief in den Menschen eingedrungen, in sein Innerstes, welches der Geist ist. Der solcherart Sündigende erkrankt am Geist und trennt sich vom Heiligen Geist, der ja durch den Geist des Menschen hindurch im Menschen wirkt. Darum gehören die Lügner zu den in der Offenbarung namentlich aufgezählten Menschengruppen, deren Anteil der See von Feuer und Schwefel ist.

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