Die wirkliche Revolution von Papst Franziskus erfolgt durch Ernennungen

Die Revolution Franziskus erfolgt durch Ernennungen
Die Revolution Franziskus erfolgt durch Ernennungen

(Rom) „Die wirkliche Revolution von Franziskus erfolgt durch Ernennungen.“ Das schreibt der Vatikanist Sandro Magister zur Ernennung des neuen Erzbischofs von Mecheln-Brüssel. Die Ernennung des neuen Primas von Belgien nennt Magister „die Revanche von Danneels gegen Ratzinger“ und „den Triumph des Clubs von Sankt Gallen“.

Um die Kurienreform und die Vatikanfinanzen kümmere sich Papst Franziskus eigentlich nur, weil er müsse, aber „nicht aus Leidenschaft“. Er habe dazu weder einen „Gesamtplan“ noch setze er auf die richtigen Leute. Mehr noch, der argentinische Papst „setzt zu oft auf die falschen Männer und Frauen“. Inzwischen sei ganz anderes klargeworden: „Papst Franziskus will das Bischofskollegium revolutionieren“. Und das betreibe er, im Gegensatz zur Kurienreform, „systematisch“.

Die Reden an den Episkopat der USA und Italiens

Die beiden Reden, die er im Herbst an die Episkopate der USA und Italiens richtete, „unterscheiden sein Pontifikat von seinen Vorgängern“.

Wenn es zwei bedeutende Länder der westlichen Welt gab, deren Episkopate mehr als 200 Bischöfe zählen, und die am meisten den Vorgaben der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gefolgt sind, „dann waren das genau jene der USA und Italiens“, so Magister.

Beide wurden von zwei beachtenswerten Führungspersönlichkeiten geleitet: Kardinal Francis George in den USA und Kardinal Camillo Ruini in Italien. Rund um Kardinal George entstand eine „homogene und starke Mannschaft von Kardinälen und Bischöfen“, die ein gemeinsames Kirchenverständnis, aber auch eine gemeinsame Handlungsweise verband. Rund um Kardinal Ruini hingegen nicht.

Als es um Kardinal Ruini altersbedingt ruhiger wurde, bedurfte es für Franziskus nur wenig, „um die italienische Bischofskonferenz zu demolieren, um sie dann ‚ex novo‘“ nach seinen Wünschen und Vorstellungen wieder aufzubauen. Gleiches ist ihm in den USA nicht gelungen, wie die jüngste Bischofssynode gezeigt habe. Die amerikanischen Synodalen bildeten zusammen mit den afrikanischen und osteuropäischen die entscheidende Sperrmauer gegen die Neuerer.

Befehl an die Episkopate der USA und Italiens „Marschrichtung zu ändern“

Am 23. September 2015 hielt Papst Franziskus seine Rede an die Bischöfe der USA in Washington, am 10. November 2015 seine Rede an die Bischöfe Italiens in Florenz.

„Es ist nicht meine Absicht, ein Programm abzustecken oder eine Strategie zu umreißen“, sagte der Papst in den USA. Ebensowenig wollte er, nach eigenen Worten, der in Florenz versammelten Führungsspitze der Kirche in Italien eine bestimmte Agenda diktieren. „Es besteht aber kein Zweifel, daß Papst Franziskus sowohl im einen wie im anderen Fall beiden Episkopaten befohlen hat, die Marschrichtung zu ändern“, so Magister.

Die beiden Reden seien zwar anders ausgearbeitet, „doch beide sind unmißverständlich darin, von den Bischöfen eine Änderung in Sprache, Stil und pastoralem Handeln“ zu verlangen.

„Streitbare Sprache“ aufgeben

Den US-Bischöfen sagte Franziskus:

„Aber weh uns, wenn wir das Kreuz zu einem Banner weltlicher Kämpfe machen und dabei vergessen, dass die Bedingung für einen dauerhaften Sieg darin besteht, sich durchbohren zu lassen und sich selbst zu entäußern.“

„Es ist uns nicht erlaubt, uns von der Angst lähmen zu lassen, indem wir einer Zeit nachtrauern, die nicht wiederkehrt, und harte Antworten auf die schon erbitterten Widerstände vorbereiten.“

„Eine erbitterte und streitbare Sprache der Spaltung ziemt sich nicht für die Lippen eines Hirten, hat kein Heimatrecht in seinem Herzen, und obschon diese für einen Augenblick eine scheinbare Vorherrschaft zu sichern scheint, ist letztlich nur der dauerhafte Reiz der Güte und der Liebe wirklich überzeugend.“

„Mir gefällt eine unruhige Kirche“

Und den italienischen Bischöfen sagte er:

„Wir dürfen nicht auf die Macht versessen sein, auch dann nicht, wenn sie das Gesicht einer nützlichen und funktionalen Macht für das soziale Erscheinungsbild der Kirche hat.“

„Möge Gott die italienische Kirche vor jedem Ersatz durch Macht, durch Ansehen und durch Geld bewahren. Die evangelische Armut ist kreativ, die nimmt an, stützt und ist reich an Hoffnung.“

„Mir gefällt eine unruhige italienische Kirche, die den Verlassenen, den Vergessenen, den Unvollkommenen immer näher wird.“

„Mir ist eine ‚verbeulte‘ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist. Ich will keine Kirche, die darum besorgt ist, der Mittelpunkt zu sein, und schließlich in einer Anhäufung von fixen Ideen und Streitigkeiten verstrickt ist.“

Synodaler Weg „in jeder Pfarrei, jeder Gemeinschaft, jeder Diözese“

Diese letzten Worte sind dem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium entnommen, einem Dokument, das Papst Franziskus selbst als „programmatisch“ für sein Pontifikat bezeichnet hat. Franziskus forderte die italienische Kirche auf, in den kommenden Jahren den „synodalen“ Weg „zu vertiefen“, und das auf allen Ebenen, „in jeder Gemeinschaft, in jeder Pfarrei, in jeder Diözese, in jeder Region“.

Seine Forderung unterstrich er mit der Ermahnung, der nie ganz erloschenen Häresie des Pelagianismus zu widerstehen.

„Der Pelagianismus bringt uns dazu, Vertrauen in die Strukturen, in die Organisationen, in die perfekten, weil abstrakten Planungen zu haben. Oft bringt er uns sogar dazu, einen Stil der Kontrolle, der Härte, der Normen anzunehmen. Die Norm gibt dem Pelagianer die Sicherheit, sich überlegen zu fühlen, eine klare Orientierung zu haben. Darin findet er seine Kraft, nicht in der Leichtigkeit des Wehens des Geistes. Vor den Übeln der Probleme der Kirche ist es sinnlos, Lösungen in Konservativismen und Fundamentalismen, in der Restauration von Verhaltensweisen und überholten Formen zu suchen, die nicht einmal kulturell die Fähigkeit haben, von Bedeutung zu sein. Die christliche Doktrin ist kein geschlossenes System, das unfähig ist, Fragen und Zweifel hervorzubringen. Sie ist vielmehr lebendig, weiß zu beunruhigen, weiß zu animieren. Sie hat kein strenges Gesicht, sondern einen Körper, der sich bewegt und sich entwickelt, hat ein zartes Fleisch: die christliche Lehre heißt Jesus Christus.“

Magister dazu: „Es ist geradezu unnötig zu erwähnen, daß die Gedanken der anwesenden italienischen Bischöfe beim Hören eines solchen Verweises nicht nur zur umkämpften Synode vom vergangenen Oktober und dem erwarteten päpstlichen Dokument wanderten, mit denen der Papst die Summe ziehen wird, sondern auch zur Ära Ruini und dessen ‚Kulturprojekt‘.“

Lob für progressive Führung der 1970er Jahre – Richtungswechsel Cupich

In Washington „vergaß es der Papst nicht, positiv die progressistische Führung der amerikanischen Bischöfe in den 70er und 80er Jahren unter Kardinal Joseph Bernardin in Erinnerung zu rufen“, dessen Motto „seamless garment“ Papst Franziskus wiederholte und durch seine eigenen Worte ergänzte: „Die unschuldigen Opfer der Abtreibung, die Kinder, die verhungern oder unter Bomben sterben, die Immigranten, die auf der Suche nach einer Zukunft ertrinken, die Alten oder die Kranken, auf die man gerne verzichten würde, die Opfer von Terrorismus, Krieg, Gewalt und Drogenhandel, die Umwelt, die von einer räuberischen Beziehung des Menschen zur Natur zerstört wird.”

Kardinal Bernardin war Erzbischof von Chicago. Auch Kardinal George war Erzbischof von Chicago und symbolisierte einen Richtungswechsel. „Und nun ist es seit einem Jahr Blase Cupich, der Mann, den Franziskus überraschend auf diesen entscheidenden Stuhl für die künftige Führerschaft eines amerikanischen, an den neuen Kurs angepaßten Episkopats setzte“.

Cupich von „liberalen“ Hauptstadt-Bischöfen McCarrick und Wuerl gewollt

Erzbischof Cupich (Chicago) mit Synoden-Generalsekretär Kardinal Baldisseri
Erzbischof Cupich (Chicago) mit Synoden-Generalsekretär Kardinal Baldisseri

„Cupich“, so Magister, „ist nach dem Urteil vieler nicht auf der Höhe seiner Vorgänger. Und er war unter den anderen Bischöfen nicht einmal beliebt, wie die wenigen Stimmen zeigen, die er 2014 bei den Wahlen zum Präsidenten und Vizepräsidenten der Bischofskonferenz erhielt. Seine Beförderung nach Chicago war jedoch von zwei amerikanischen Kardinäle der ‚liberalen‘ und ‚moderaten‘ Minderheit wärmsten empfohlen, von Theodor McCarrick und Donald Wuerl, die beide nacheinander Erzbischöfe von Washington waren.“

An McCarrick erinnert man sich in den USA vor allem noch wegen der Vertuschung des Schreibens, das vom damaligen Kardinal Joseph Ratzinger 2004 an die amerikanischen Bischöfe gerichtet war, mit dem sie ermahnt wurden, Politikern, die Abtreibungsbefürworter sind, nicht die Kommunion zu spenden.

Von Wuerl, der soeben altersbedingt seinen Rücktritt einreichte, ist vor allem seine kämpferische Haltung bei der Bischofssynode vom Oktober in Erinnerung. Dabei war er nicht von den amerikanischen Bischöfen zum Synodalen gewählt worden, sondern, genauso wie Cupich, von Papst Franziskus persönlich ernannt worden. Franziskus berief ihn auch gleich in das Redaktionskomitee für den Schlußbericht. Ein zehnköpfiges Komitee, dessen einseitige Besetzung mit Kasperianern so erdrückend war, daß sie schon plump wirkte. „Gestärkt durch diese Ernennungen griff Wuerl öffentlich die dreizehn Kardinäle an, die sich am Beginn der Synode an den Papst wandten, und unter denen sich auch US-Amerikaner befanden, darunter der Erzbischof von New York, Timothy Kardinal Dolan.“

Im Gegensatz zu den Gegenspielern wurde Wuerl auch zu einer der täglichen Pressekonferenzen der Synode eingeladen.

Franziskus‘ progressive Ernennungen in den USA

„Die vier von der amerikanischen Bischofskonferenz gewählten Synodalen gehörten alle der von Wojtyla und Ratzinger geprägten Mehrheitsströmung an. Auch der erste der Nicht-Gewählten, Erzbischof Salvatore Cordileone von San Francisco, gehört dieser Richtung an.“ Cupich war erst der zweite Nicht-Gewählte. „Doch Franziskus überging bei den 45 von ihm persönlich ernannten Synodalen den ersten und ernannte Cupich und fügte noch einen weiteren weitgehend unbekannten Bischof derselben Prägung wie Cupich, den Jesuiten Georg V. Murry von Youngstown hinzu.“

Noch zwei weitere Bischofsernennungen des Papstes in den USA wurden von den „Liberalen” begeistert als „Franziskus-konform“ aufgenommen: die Ernennung von John Charles Wester zum neuen Erzbischof von Santa Fe und von Robert W. McElroy zum neuen Bischof von San Diego.

„Nach der Rede von Washington ist vorhersehbar, daß dieser von Franziskus begonnene Austausch des US-Episkopats mit erhöhtem Tempo fortgesetzt werden wird.“

Die im Zweijahresrhythmus stattfindenden Wahlen für den Vorsitz in der Bischofskonferenz werden bereits im kommenden Jahr Auskunft über Verschiebungen geben.

Franziskus‘ progressive Ernennungen in Italien

In Italien „wurde der erste und entscheidende Schlag gegen die von Kardinal Ruini geprägte Bischofskonferenz“ bereits Ende 2013 gesetzt. Papst Franziskus entließ den damaligen Generalsekretär Mariano Crociata und „verbannte ihn in die kleine, periphere Diözese Latina“. An seiner Stelle ernannte der Papst Nunzio Galantino zum neuen Generalsekretär und damit ausgerechnet den Bischof „mit den wenigsten Stimmen auf der langen Liste der Vorgeschlagenen, die das ständige Komitee der Bischofskonferenz dem Papst vorgelegt hatte“.

Doch „die Letzten werden die Ersten sein“, und so bewegt sich Galantino „seither mit absoluter und uneingeschränkter Macht“, da er und alle anderen Bischöfe Italiens wissen, „daß er Papst Franziskus besonders nahesteht“. Damit mußte der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz gar nicht ausgetauscht werden, was für Aufsehen gesorgt hätte. Wer aber achtet schon auf einen Sekretärswechsel. Galantino, der „Mann des Papstes“, hat mit dieser informellen Visitenkarte Kardinal Angelo Bagnasco längst neutralisiert und in den Schatten gestellt.

Es folgten eine ganze Reihe von Ernennungen, die dem Richtungswechsel Konturen verleihen. Darunter wichtige Diözesen: in Padua den Pfarrer Claudio Cipolla, in Palermo den Pfarrer Corrado Lorefice und in Bologna den bisherigen Weihbischof von Rom, Matteo Zuppi.

„Schule von Bologna“ und Geheimzirkel „Sankt Gallen“

Lorefice und Zuppi sind bekannt für ihre Zugehörigkeit zur progressiven „Schule von Bologna“, jener geschichtswissenschaftlichen Richtung, von der die in der Weltkirche noch heute vorherrschende Lesart des Zweiten Vatikanischen Konzils als „Bruch“ und „Neubeginn“ stammt.

„Man kann noch hinzufügen, daß Bergoglio Zuppi seit Jahren persönlich kannte. Als führendes Mitglied der Gemeinschaft Sant’Egidio war Zuppi mehrfach in Buenos Aires, um Hilfe zu bringen. Nie vergaß er, den damaligen Erzbischof der argentinischen Hauptstadt zu besuchen“, so Magister.

Gerade in Italien ernannte Franziskus nicht Bischöfe von Diözesen zu Kardinälen, die traditionell mit der Kardinalswürde verbunden sind, wie Venedig und Turin, sondern kleinere Diözesen wie Perugia, Ancona und Agrigent.

Neo-Kardinal Edoardo Menichelli, Bischof von Ancona, ist eng mit Kardinal Achille Silvestrini verbunden, dessen persönlicher Sekretär er war. „Silvestrini wiederum war Mitglied jenes progressiven Kardinalsclubs, der sich regelmäßig in Sankt Gallen in der Schweiz traf, um über die Zukunft der Kirche zu diskutieren und der in den beiden Konklaven dieses Jahrhunderts zuerst die Wahl von Papst Benedikt XVI. zu verhindern versuchte und dann die Wahl von Papst Franziskus betrieb.“ Ein Club mit den führenden Köpfen Walter Kasper, Karl Lehmann, Carlo Maria Martini, Basil Hume, Cormac Murphy-O’Connor und Godfried Danneels.

Der Rest der Welt am Beispiel Brüssel

Kardinal Godfried Danneels, Geheimzirkel St. Gallen
Kardinal Godfried Danneels, Geheimzirkel St. Gallen

„Der ultraprogressive Danneels, emeritierter Erzbischof von Mecheln-Brüssel, gehört mit seinen 82 Jahren zu den Bevorzugten von Papst Franziskus. Sowohl 2014 als auch 2015 setzte er ihn an die Spitze der persönlich von ihm ernannten Synodalen, während er den amtierenden Erzbischof von Brüssel und Primas von Belgien, den konservativen André-Joseph Leonard zu Hause ließ“, so Magister.

Der argentinische Papst ließ sich „auch nicht davon beeindrucken, daß Danneels durch den Versuch 2010 die sexuellen Untaten des damaligen Bischofs von Brügge, Roger VanGheluwe zu decken, der seinen eigenen Neffen mißbrauchte, schwer diskreditiert ist“.

Am 6. November ernannte Papst Franziskus den neuen Erzbischof von Mecheln-Brüssel, der gleichzeitig Primas von Belgien, automatisch Vorsitzender der Belgischen Bischofskonferenz und Militärordinarius für Belgien ist. Ernannt wurde Bischof Jozef De Kesel, ein Protegé Danneels‘.

Danneels‘ Revanche

„Bereits 2010 wollte Danneels De Kesel als seinen Nachfolger. Benedikt XVI. verhinderte dies jedoch, indem er gegen die Empfehlung Danneels und des Apostolischen Nuntius, dem Deutschen Karl-Joseph Rauber, Leonard ernannte.“ Rauber kritisierte diese Ernennung später öffentlich, was ein offener Affront gegenüber dem Papst war. Ein Zeichen, wie sehr man in bestimmten Kreisen über die Ernennung Leonards, bzw. die Nicht-Ernennung de Kesels verärgert war.

„Doch selbst ein solcher Vertrauensbruch eines Nuntius beeindruckte Papst Bergoglio nicht und er ernannte De Kesel zum Erzbischof und belohnte Rauber mit der Kardinalswürde. Jener Würde, die er Erzbischof Leonard verweigerte. Die Ernennung Raubers erfolgte, weil ‚er sich im Dienst für den Heiligen Stuhl und die Kirche ausgezeichnet hatte‘“, so Magister.

Eine ganze Kette von deutlichen Signalen der Mißbilligung einer Richtung in der Kirche und der uneingeschränkten Förderung einer anderen.

Die „Revolution Franziskus“ erfolgt durch Ernennungen und wird damit noch Jahrzehnte nach seinem Abgang als Papst nachwirken.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Chiesa e postconcilio/CR/MiL

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71 Comments

  1. Franziskus: „Ich will keine Kirche, die darum besorgt ist, der Mittelpunkt zu sein, und schließlich in einer Anhäufung von fixen Ideen und Streitigkeiten verstrickt ist.“

    Lieber Bischof von Rom, was SIE wollen ist vollkommen egal, solange es nicht der römisch katholischen Lehre und Überlieferung entspricht. Für Sie würde es sich geziemen, sich von Ihrer fixen Idee des Modernismus zu lösen und sich nicht immer Streitigkeiten mit traditionellen Glaubensrichtungen der katholischen Kirche zu verstricken.

  2. Der „Stilwechsel“ sls Dauerzustand; aus „michaelmannheimer.net“:
    -
    „In den letzten Tagen der laufenden Familiensynode mehrten sich die Stimmen aus dem progressistischen Lager, das Wichtigste am Ganzen seien nicht unbedingt die Texte, die am Ende veröffentlicht werden, sondern das Ereignis an sich.

    In der Tat: Aus dem Linkskatholizismus ist schon seit Längerem zu hören, die Synode sei nicht das Ende, sondern der Anfang eines Prozesses, der schließlich die Kirche tiefgreifend verändern kann.

    Dies soll nicht bloß anhand einer Debatte rund um doktrinäre Themen geschehen, sondern durch die Einführung eines Stils, den die Progressisten als den „synodalen Stil“ bezeichnen.“
    -

    Diesen Weg hat Papst Franziskus bereits früh in einem seiner Interviews bei „Civilta Catollica“ angedeutet:
    -
    „Die Lehren der Kirche – dogmatische wie moralische – sind nicht alle gleichwertig. 
    Eine missionarische Seelsorge ist nicht davon besessen, 
    ohne Unterscheidung eine Menge von Lehren aufzudrängen. 
    Eine missionarische Verkündigung konzentriert sich auf das Wesentliche, auf das Nötige.
    Das ist auch das, was am meisten anzieht, was das Herz glühen lässt – wie bei den Jüngern von Emmaus. 
    Wir müssen also ein neues Gleichgewicht finden, sonst fällt auch das moralische Gebäude der Kirche 
    wie ein Kartenhaus zusammen, 
    droht, seine Frische und den Geschmack des Evangeliums zu verlieren. 
    Die Verkündigung des Evangeliums muss einfacher sein, tief und ausstrahlend. 
    Aus dieser Verkündigung fließen dann die moralischen Folgen.“
    -

  3. „Mir ist eine ‚verbeulte‘ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist.
    Um ein verbeulte, verletzte und verschmutzte Kirche zu bekommen muß man sie verprügeln und in den Schmutz der Straße treten sonst geht es nicht. Aber diese heilige Kirche sollte doch die Reinheit und die Schönheit suchen und den Menschen ein Wohlgefallen sein. Dieser Bischof von Rom hat keinen Geschmack.
    „Ich will keine Kirche, die darum besorgt ist, der Mittelpunkt zu sein, und schließlich in einer Anhäufung von fixen Ideen und Streitigkeiten verstrickt ist.“
    Und ich will keinen Papst der jede Kamera und jedes Mikrofon umspringen tut um ständig im Mittelpunkt zu sein. Für fixe Ideen und Streitigkeiten ist der Konzilsgeist zuständig denn er macht seit fünfzig Jahren nichts anderes.
    „Es ist uns nicht erlaubt, uns von der Angst lähmen zu lassen, indem wir einer Zeit nachtrauern, die nicht wiederkehrt, und harte Antworten auf die schon erbitterten Widerstände vorbereiten.“
    Ja ich trauere den Glauben meiner Kindheit nach und die härteste Antwort wird von dem Gott kommen zu dem ich getauft bin und dann wird eine lähmende Angst zu denen kommen die an meiner Trauer schuldig geworden sind.
    Per Mariam ad Christum.

  4. Auf ein klares kämpferisches Wort Bergoglios gegen den Islam anlässlich des Terrors von Paris warten wir natürlich vergeblich.

    Ich will hier nicht angeben, aber als am 13.3.2013 Bergoglio an der Balustrade erschien, war mein ALLERERSTER Eindruck: CIPOLLA aus Thomas Manns Meisternovelle „Mario und der Zauberer“! Dieses SCHMIERIGE! Und ich war damals noch nicht katholisch.

    Ich bin nur aus PRAGMATISCHEN Gründen kein SEDISVAKANTIST, bin mir aber ganz unsicher, ob mir Gott in so etwas Wichtigem Pragmatismus durchgehen lässt.

  5. was wir hier lesen mag stimmen nur das gab es 1970-1975 und von 1980-1983 ebenso stark in die jeweils entgegengesetzte Richtung und das ist das gute Recht des Papstes Papst Franziskus vollendet daß was Papst Paul VI entweder nicht konnte oder aus taktischen Gründen noch nicht wollte
    Also wozu die Aufregung alles völlig logisch Papst Benedikt XVI hätte es in der Hand gehabt eine wirkliche Änderung zu bewirken er hat es nicht getan
    also alles im Rahmen des päpstlichen Amtes

    • Nun, er, Ratzinger, hat es eben nicht in der Hand gehabt, weil die Medien und eine mächtige Konzilskamerilla sowie die Sankt Gallener Mafia (und wer weiß noch!) gegen ihn arbeiteten und schlußendlich zu Fall brachten. Ihre Analysen, Herr Kovacs, sofern man Ihren Schreibstil überhaupt entziffern kann, sind auch immer sowas von daneben!
      Wieso soll es ein gutes Recht von Bergoglio sein, den durch die faulen Früchte mittlerweile erwiesenermaßen falschen Weg Pauls VI. weiterzuführen!? Es ist vielmehr die Pflicht Bergoglios, Schaden von der Kirche abzuwenden und zur Konsolidierung des Katholischen und zur Ausbreitung der Lehre der Kirche beizutragen. Er tut genau das Gegenteil.

      • Herr Kovacs ist spastisch gelähmt. Seine Ausdrucksweise ist sachlich dennoch so verständlich, dass er Sie, bester hic, problemlos auf die Palme zu bringen vermag 😉

      • Pfui, @ hicesthodie, Sie schmähen einen Mann, der uns doch schon öfters erklärt hat, dass seine Tippfehler aufgrund einer Krankheit passieren!
        Das ist nicht mehr zu ertragen!

        Der Fanatismus ist erbarmungslos.

      • Dass Päpste und der Vatikan sich von Medien-Meinung einschüchtern und ihre Entscheidung davon beeinflussen lassen, ist ein Skandal. Muslime und ihre religiöse Führer lassen sich von den Medien nichts sagen, fürchten sie nicht und machen selbstbewusst was sie wollen, ohne sich von den Medien dazwischen quatschen zu lassen. Genau deswegen sind die liberalen Massenmedien die Stiefellecker des Islams vom Dienst. Wer aber Feigheit vor dem Feind und Erpressbarkeit signalisiert, indem er von den Medien ängstlich und duckmäuserisch kuscht, lädt geradezu ein, provoziert von den Medien fertiggemacht zu werden und zum Prügelknabe der Nation zu werden. Wer nicht das Rückgrat besitzt gegen falsche Anschuldigen, Kritik sich mannhaft zu wehren und zu dem zu stehen, was er sagt und denkt, darf sich nicht über mangelnden Respekt wundern.

        Die Katholische Kirche samt Papst und Vatikan soll endlich dieses Gekusche vor den Medien und dieses – „was sollen die anderen bloß von uns denken?“, sein lassen. Papst Benedikt und Johannes Paul II hatten es sehr wohl in der Hand gehabt Kasper und Danneels zu exkommunizieren, den Sumpf der Häretikern und der Gay- Lobbyisten trockenzulegen. Hierfür mussten sie die Medien nicht um Erlaubnis bitten. Leider meinten Benedikt und JP II eine sentimentale Nachsicht und Barmherzigkeit schriftwidrig gegenüber Apostaten, Glaubenzerstörern walten lassen zu müssen. Dass ein Papst, wenn er will, seine absolute Macht ausüben und Gegner kaltstellen kann, beweist der selbstherrliche Franziskus täglich.

        Es ist eine Form von Verblendung und Rebellion gegenüber der Heiligen Schrift, dass Papst Benedikt, JP II wie alle Vatikan II Päpste glauben lässt, sie seien weiser und barmherziger als die Bibel, wenn sie gegen Häretiker nicht vorgehen. Sie glaubten die Anweisungen, Mahnungen und Warnungen der Heiligen Schrift in den Wind schlagen zu können und die Bibel als Berater beiseiteschieben zu können um sich dann von glaubensfernen Experten beraten zu lassen.

      • Auch wenn Papst Franziskus eine Katastrophe für die Kirche ist, ändert es nicht daran, dass das pflichtwidrige Unterlassen von der gebotenen Handlung, nämlich Häretiker und Apostaten zu beseitigen seitens der beiden Vorgänger von Franziskus unentschuldbar ist.

        Durch das Unterlassen von notwendigen Säuberungsaktionen haben die Päpste und konservative Bischöfe die Konzilskamerilla und die Sank Gallener Mafia, all die Kirchenzerstörer selbst zum gefährlichen Monster hochgezüchtet und sich selbst dabei entmachtet. Das Papstamt ist nur so stark wie sein Inhaber. Der Heiliger Geist wird oft in der Kirche bemüht aber am Ende haben Experten, Medien-Meinung und das Ansehen vor der Welt das Sagen im Vatikan

      • @Zarah: Es belustigt mich ungemein, wie unsere werten ZuschreiberInnen immer ganz genau zu wissen meinen, was ein Papst zu tun und zu lassen hätte, wie man sich in aller Einfalt der Vorstellung hingibt, ein Papst Benedikt hätte genau so despotisch regieren können, wie ein Bergoglio, wenn er nur das Zeug dazu gehabt hätte. All diese Damen und Herren, die die hier die These vertreten, dass Bergoglio nur ein Produkt der Vorgängerpäpste sei und von diesen verhindert hätte werden können, verkennen oder wollen nicht zur Kenntnis nehmen, dass Bergoglio nur so herrschen kann, weil er die mächtige Konzilskamarilla und die tonangebende politische Linke von Obama, Merkel bis Scalfari hinter sich weiß. Ihm wird, ganz im Gegensatz zu Ratzinger, kein Haar gekrümmt, egal, welche Schnitzer er sich erlaubt, solange er nur die Kirche schädigt und schwächt. Wenn zwischen Ratzinger und Bergoglio eine Kontinuität bestanden hätte, wie hier immer wieder behauptet wird, dann hätte man sich keine Mühe geben müssen, um Ratzingers Pontifikat mit allen Mitteln abzukürzen. Die Hermeneutik der Kontinuität war das Maximum, was sich Benedikt erlauben konnte. Und schon damit hat er den Hass der Konziliaren auf sich gezogen und dieser Hass wütet heute gegen die Franziskaner der Immaculata, weil dieser Orden das weitaus erfolgreichste Modell der Razingerschen Reformen war. Hat man dieses allemal zarte Pflänzchen ohne nennenswerten Widerstand endgültig zertreten, dann sind auch die anderen dran, die heute noch so stolz auf ihre liturgischen Inseln der Seligen sind, ganz gleich ob sie ihre Reservate nun intra oder extra muros ecclesiae aufgebaut haben.

    • @Werter Herr Kovacs: Ich habe zwar schon einige Postings von Ihnen zur Kenntnis genommen, die mich in der Tat auch meist etwas ärgern, weil sie irgendwie auf Opposition gebürstet sind, aber ein Hinweis auf Ihre gesundheitlichen Einschränkungen ist mir dabei leider entgangen. Daher möchte ich mich für die Kritik an Ihrem Schreibstil in aller Form entschuldigen, es geschah nicht in böser Absicht, wie mir eine Dame hier zu unterstellen beliebt. Inhaltlich nehme ich jedoch nichts zurück, ich denke, dass ist auch in ganz in Ihrem Sinne.

      • …“…weil sie irgendwie auf Opposition gebürstet sind…“

        Das „Sie“ ist hier groß gemeint und meint den Herrn Kovacs.

        Dieser Nebensatz offenbart Ihre Haltung: Wer nicht denkt wie Sie, ist „auf Opposition gebürstet“ und muss mit irgendwelchen Tiraden abgewatscht werden.

        Eine „gewisse Dame“ – das bin ich – unterstellt Ihnen daher keine „böse Absicht“, sondern einen starren, selbstgerechten Eifer, der sich einbildet, er dürfe jeden, der nicht so denkt wie er selbst, als Querulanten behandeln.

      • @ An die drei Damen @ hicesthodie, @ Zarah und @ Zeitschnur!

        Ohne mich in Ihr Damenkränzchen einmischen zu wollen, erhebe ich Einspruch gegen die von zweien geäußerte These, Papst Benedikt XVI. habe aus gänzlich freiwilligen Gründen resigniert. Daher stellt sich die Frage an diese zwei Damen: Warum hat der Jesuit Papst Franziskus das Untersuchungsergebnis der drei Kardinäle zu Vatileaks I mit keinem Wort mehr erwähnt, wo er doch jede Äüßerungsmöglichkeit mit Freude am positiven Weltecho wahrnimmt? Warum hatte er ausnahmsweise einmal Interesse am Schweigen? Dreimal dürfen Sie raten!

      • Ich lese es aber so, dass mit „sie“ die Postings gemeint sind – Sie kommen erst weiter unten vor, Gnädigste !

      • @ Carlo

        Hier der ganze Satz an Thomas Kovacs:

        „Ich habe zwar schon einige Postings von Ihnen zur Kenntnis genommen, die mich in der Tat auch meist etwas ärgern, weil sie irgendwie auf Opposition gebürstet sind.“

        Sie könnten mir höchstens entgegenhalten, dass diese „einige Postinge von Ihnen“ (also von Kovacs), klein geschrieben: „sie“, „auf Oppositions gebürstet sind“. In jedem Fall ist hier Kovacs selbst oder das, was er postet, auf „Opposition gebürstet“.

        Und genau so oder als direkte Rede an Kovacs hatte ich es verstanden. Der Kommentar hicesthodies war ja an Kovacs gerichtet.

        Klar soweit?

  6. Aber mein Sohn wie reden Sie denn von den Jesuiten . Die sind nicht dumm. Papst Franziskus ist natürlich nicht dumm . Aber er redet so als wären wir dumm. Auch unsere Sprache soll einfach und bescheiden sein. Wenn man seine Predigten liest kann man sehr leicht feststellen, wie hölzern und schwerfällig das klingt . Ich habe Teile seiner Enzyklika gelesen. Lieber Himmel das macht keinen Spaß . Dieser junge Mann ist unser Papst . Ich werde müde . Ich hoff ich bekomm es irgendwann mal erklärt.

  7. Soviel zu dem berühmten Blatt Papier, das angeblich nicht zwischen Benedikt und Bergoglio passe. Die Wahrheit ist: zwischen Ratzingers Pontifikat und dem Bergoglionischen Absolutismus (ICH will.., MIR gefällt.., ICH will..) nach dem Motto: „L‘église, qui est moi!“ passen dreißig Jahre überwunden geglaubter Konzilsgeschichte. In Wahrheit ist nämlich Bergoglio der Rückwärtsgewandte, der nahtlos an die Konzilsbegeisterung der 70er Jahre anknüpfen und die Entwicklungen der Ära Woityla/Ratzinger ausradieren möchte. Bergoglio ist es, der einer Konzilseuphorie nachtrauert, die nicht wiederkehrt, Bergoglio ist es, der harte Antworten dem neuen Geist einer Hermeneutik der Kontinuität (Zerstörung der FI, Absetzung und Diskreditierung glaubenstreuer Bischöfe) entgegenschleudert und der Glaubenstreuen gegenüber eine ‚erbitterte und streitbare Sprache führt, die sich für die Lippen eines Hirten nicht ziemt‘, der mit seiner Rede von einer ‚verbeulten‘ und ‚unruhigen‘ Kirche seinen ganz persönlichen ‚Anhäufungen fixer Ideen und Streitigkeiten‘ folgt, die nicht nur dem Kirchenbild der Väter (Ecclesia militans) diametral entgegenstehen, sondern die Kirche zu einem Dienstboten eines innerweltlichen Humanismus degradieren und ihres eigentlichen Auftrags berauben. Dieser Mann ist wahrlich ein Trojaner im Organismus der Kirche.

    • hicesthodie:Und was noch fehlt in der Betrachtung über Bergoglio:Das sind seine ständigen ,matramässigen und kritiksüchtigen Äusserungen gegenüber der modernen Technik-wie unlängst betreffende des ‚Tag der modernen kommunikatiom,ect,ect:,Er mokiert sich darin über die heutige Jugend,die mittels Handy-Tablet,use.kommuniziert.Da sind seine Ausfälle wie-Palagianer,alte traurige Jungfern,Kaholiken sollen sich nicht wie Kaninchen vermehren,manchmal sind Schläge nötig,und dann immer und ewig diese stumpfe und abgedroschenen Leier,mit den armen,einsamen,verlassenen,ect,ect,Verbeulte Kirche,arme Kirche,and die Ränder gehen,blah,blah ,blah.Den Mittellstand der zunehmen geschröpft wird hat er allerdingsd glatt vergessen oder es ist ihm egal.Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen.Vielleicht kommt es diersem Herrn im weissen Anzug einmal in den Sinn und er erinnert sich an den wahren Spruch im Volksmund:Liebe macht dumm und blind! Aber Prolet bleibt halt Prolet,auch wernn er vorher Pfaffe,Bischof,Kardinal und jetzt Papst ist!!

  8. Worüber regt man sich im konservativen Lager auf?
    Das ist doch alles nur folgerichtig.

    Es gab eine Zeit, und sie dauerte bis in die späte Neuzeit, da konnte der Papst nicht einfach über die Köpfe weg Bischöfe ernennen.. er musste sich mit denen, die fortan diesem Hirten unterstellt waren, abstimmen. In unzähligen Konkordaten gab es Wahlmodi, die den Papst dazu verpflichteten, die zukünftigen Bistümer mitreden oder sogar in der Hauptsache bestimmen zu lassen. Im Altertum wurden Bischöfe durch Akklamation aus dem Volk (!) gewählt! Etwa Ambrosius.

    Es ist auch dieses Detail eine verheerende Entscheidung aufseiten der Ultramontanen und Infallibilisten gewesen, die mit gerade pathologischer Unbedarftheit im Ernst glaubte, wenn man aus dem Papst einen absolutistischen Herrscher machte, würde der Himmel fortan voller Geigen hängen.

    Man hat auf dem Vaticanum I, was unverzeihlich ist, nicht eine Sekunde bei allem Papalismus darüber nachgedacht, was man eigentlich machen soll, wenn ein künftiger Papst diese ihm nun verliehene Supermacht, der keinerlei Kontrollorgan entgegengesetzt wurde, nicht mal mehr ein schwaches, diese Supermacht ausnutzen wird, um die Kirche in den Abgrund zu stoßen. Man verbreitete stattdessen Aberglauben, dies könne „automatisch“ nicht passieren, obwohl es in der Geschichte sehr wohl ein paar mal passiert war.

    Fahrlässig und wahrscheinlich auch vonseiten dieser Reaktionäre bereits eine „freimaurerische“ Idee, wie sie von bekennenden Freimaurern ja auch vertreten wurde.

    Heute haben wir den Salat, und F. führt nur zu Ende, was sämtliche Vorgänger in Schlangenlinien vorbereitet haben.

    Manche seiner Sätze sind übrigens nicht falsch, und er steht Benedikt sogar sehr nahe darin, gerade was den Punkt der „Entweltlichung“ betrifft.
    Aber wie bei Benedikt auch wird das überwuchert von wilden Ranken widersrpüchlicher anderer Sätze und Handlungen, bleibt also ein Versatzstück zerbrochener Lehre und kann so keine Orientierung geben.

    • Sehr richtig, seit dem 19. Jhd. ist das Papsttum außer Rand und Band. Ich wurde gestern gebeten, für einen Freund die Enzyklika Ad Apostolorum Principis von Pius XII. zu lesen. Kein wirkliches Argument nur die Feststellung, es ist so, jeder der unerlaubt Bischöfe weiht, wird exkommuniziert, weil es uns grad lustig ist und politisch opportun.
      Nur um nicht mißverstanden zu werden, ich sage nichts gegen das Dogma von 1870, das ist klar und eindeutig, aber was die Päpste und die der Papolatrie bis heute frönenden Gläubigen daraus gemacht haben, das ist unerträglich, da es ja ohne weiters heute die Möglichkeit gibt katholisch zu leben (FSSPX und vernünftige Sedis und Ecclesia Dei-Priester) halte ich Franziskus für eine wundervolle Therapie für die Konservativen.

    • @ Zeitschnur

      „Man hat auf dem Vaticanum I, was unverzeihlich ist, nicht eine Sekunde bei allem Papalismus darüber nachgedacht, was man eigentlich machen soll, wenn ein künftiger Papst diese ihm nun verliehene Supermacht, der keinerlei Kontrollorgan entgegengesetzt wurde, nicht mal mehr ein schwaches, diese Supermacht ausnutzen wird, um die Kirche in den Abgrund zu stoßen.“

      Auch wurde der Fall nicht bedacht, wo ein Papst (wie es alle Päpste sein Vatikan II tun) sich weigert seine ihm verliehene Supermacht im Sinne und zum Schutz der Kirche auszuüben. Der Fall, wo er im Namen der Barmherzigkeit und Milde sich selbst entmachtet, Häretikern und Kirchenfeinde erlaubt die Sau rauszulassen.

      Es wurde somit nicht der Fall bedacht, wo ein Papst pflichtwidrig einer zur Erfolgsabwendung objektiv gebotenen und möglichen Handlung unterlässt sprich- Häretiker und Apostaten zu exkommunizieren, zu entfernen, kaltzustellen oder zu disziplinieren. Nichts fürchten Konservative Päpste und Bischöfe seit Vatikan II mehr als als unbarmherzige Puristen zu gelten. Daher meinen sie,sie müssten Toleranz, falsche Milde und Nachsicht bis der Arzt kommt betreiben und wundern sich dann, dass die Häretiker und Apostaten immer dreister werden, alles ausreizen und den Respekt vor dem Papsttum vollends verlieren.

      • Das sehe ich nicht als das Hauptproblem an – auch wenn es vielen so scheint. Wenn die wollten, griffen sie nämlich sehr wohl hart durch.

        Ich kann nicht sehen, dass die Päpste „konservativ“ waren, die Sie meinen. Die lehrten nur hinsichtlich des 6. Gebotes konservativ, sonst nicht.

        Was mir immer noch nicht in den Kopf geht, je mehr ich die Kirchengeschichte betrachte:

        Die Päpste hatten niemals diese absolute Macht! In der frühen Kirche ist es nicht genau auszumachen, wie da die sogenannte „Hierarchie“ funktionierte – aber in keinem Fall à la „Pastor aeternus“. Wie hätte sonst z.B. der hl. Paulus teilweise eine solche Vormachtstellung bekommen können?! Er gehörte ja nicht mal zu den Zwölfen! Er war doch eine „charismatisch“ erwählte Gestalt „außerhalb“ der Hierarchie.

        Man hatte damals noch nicht vergessen, was Jesus gebetet hatte: „Den Weisen und Klugen hast du es verborgen, den Kleinen hast Du es gegeben, Vater..“
        Und Jesus meinte mit den Weisen und Klugen die damalige Hierarchie.
        Das hielt sicher lange davor zurück, eine derart despotische Auffassung der Hierarchie zu „kultivieren“.

        Und: das war bei jedem Abgrund alleine die Rettung der Kirche. Es war jedesmal nicht der Papst oder die Hierarchie, die die Kirche vor dem Zusammenbruch bewahrte, sondern jemand, der nicht in der Hierarchie war oder jedenfalls kein Papst war. Sehr oft der Kaiser, weil anfangs nur durch seine Einberufung eines Konzils und durch die Besiegelung ein Dogma gültig wurde. Er war es auch, der oft hierarchische Häresie und Unklarheit, der die Hierarchie hemmungslos verfallen war, verhinderte.
        Athanasius war auch kein Papst…
        Und Honorius wurde posthum als Häretiker verurteilt und posthum unter bann gestellt.
        Später, zur Zeit der großen Schismen war es letztenlich das Konzil (Konstanz), das Ordnung schaffte und auch die lehramtliche Funktion ausübte.

        Es ist daher völlig unverständlich, wie man nach dieser desaströsen Papstgeschichte so blauäugig einen förmlichen Aberglauben entwickelt hat, mittels dessen man die „Unfehlbarkeit“ und den Jurisdiktionsprimaten festzementierte.

        Ich habe neulich schon festgestellt, dass dieser Papstwahn letztendlich dazu führte, dass ein formeller Häretiker und krimineller das Papstdogma formulierte, weil es dem Papst, der ihn zu dem Behuf begnadigte, gerade so passte.
        Und das war ein „Konservativer“.

        Wir haben also das Problem auch schon vor dem Vaticanum I, dass durch solche Machenschaften offene Häretiker durch den Papst als rechtgläubig installiert wurden und so ihr Unwesen treiben konnten. Beim Vaticanum II wirkten dann ebenfalls plötzlich salonfähige Häretiker vorne- oder hintenrum mit.
        Ob das nun von „Links“ oder „Rechts“ kommt, ist für das Desaster, dass das anrichtet, herzlich egal.

      • @ Zeitschnur
        Sie sagen:
        „In der frühen Kirche ist es nicht genau auszumachen, wie da die sogenannte „Hierarchie“ funktionierte – aber in keinem Fall à la „Pastor aeternus“. Wie hätte sonst z.B. der hl. Paulus teilweise eine solche Vormachtstellung bekommen können?! Er gehörte ja nicht mal zu den Zwölfen! Er war doch eine „charismatisch“ erwählte Gestalt „außerhalb“ der Hierarchie“.
        Das ist wieder einmal „locker vom Hocker“ geredet und daher muss ich Sie leider wieder einmal korrigieren. Was Sie über die „Vormachtstellung“ von hl. Paulus in der „frühen Kirche“ behaupten, ist rein vom Protestantismus her gedacht und stellt eine milieubedingte Verzeichnung der historischen Realität dar, wie sie noch krasser in dem Satz zum Ausdruck kommt: „Paulus war, daran gibt es keinen Zweifel, einer der ganz großen Neu- Entwerfer der Geschichte. Nicht Jesus, sondern er war der eigentliche Religionsstifter, an Bedeutung Mohammed gleich“ Tatsache ist, dass nach der Himmelfahrt Jesu bis zum Jahr 57 die Apostel Petrus, Johannes und der Herrenbruder Jakobus nach Pauli eigenen Worten in der von Jerusalem aus gesteuerten Urkirche das Sagen und Entscheiden hatten – und nicht Paulus, der sich wiederholt über seine Hintanstellung beklagt. Die Jahre nach 57 befindet sich Paulus zuerst in Caesarea maritima, dann in Rom bis zu seinem Tod 62/63 in Haft, wodurch sich seine Außenwirkung auf das Schreiben von Briefen beschränken musste. Doch angefangen mit dem Galaterbrief von 54 waren diese Briefe in jüdischen Augen mit einer Häresie belastet, die unter dem Namen „Rechtfertigungslehre“ bekannt geworden ist, und sogleich die Empörung der Juden gegen seine Person und noch zu seinen Lebzeiten den Hass gegen Christen insgesamt, für deren Sektenführer man Paulus hielt, auslöste.
        In den ersten drei Jahrhunderten hat die Kirche zwar die früh in den Kanon aufgenommenen Briefe in den Gottesdiensten verwendet, eine Rezeption seiner Rechtfertigungs-Theologie hat aber weder in den griechischen, noch in den lateinischen Reichsteilen stattgefunden, In den Schriften der Patristen spielt seine Rechtfertigungslehre ebensowenig eine Rolle, wie in der Kirchengeschichte des Eusebius. Von den Paulus zugeschriebenen Gemeindegründungen hat keine unter seinem Namen das erste Jahrhundert überlebt. Erst am Ende des 4. Jahrhunderts, mehr als dreihundert Jahre nach seinem Tod, beginnt zögerlich die Renaissance der paulinischen Rechtfertigungs-Theologie, eingeleitet durch die Kirchenväter des Westens Hieronymus und Augustinus. Zu dieser Zeit stand das Christentum unmittelbar vor der Anerkennung als Staatsreligion im Römischen Reich (395) – auch dank einer ausgebildeten Kirchenhierarchie mit Päpsten an der Spitze, welche die Lehre Jesu Christi als Offenbarung der Wahrheit über seinen göttlichen Vaters verstanden und vor Häresien geschützt hatten und weiterhin schützten wollten.

      • Wissen eigentlich die Damen, was Sie da schreiben!? „Tu es Petrus, et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam.“ Wo steht das geschrieben!? Die Lehre der vollen und obersten Jurisdiktionsgewalt ist de fide, Mesdames! In dem Sie sich hier über die Beschlüsse des I. Vatikanums mokieren, tun Sie Schlimmeres, als den Koran zu küssen!
        Im Übrigen ist das, was Sie hier als großes Fragezeichen definieren, dogmatisch längst geklärt, schreibt doch schon Ott (Dogmatik für Dummies): „Als oberster Gesetzgeber der Kirche ist der Papst an kirchliche Bestimmungen und Gewohnheiten nicht rechtlich gebunden, wohl aber an das göttliche Recht. Dieses verlangt, dass die kirchliche Gewalt entsprechend ihrem Zweck ZUM AUFBAU DES MYSTISCHEN LEIBES CHRISTI; NICHT ZUR ZERSTÖRUNG (2 Kor 10,8) VERWENDET WIRD. DAS GÖTTLICHE RECHT IST DAHER EINE WIRKSAME SCHRANKE GEGEN WILLKÜR. Wie oft hat man das Ihnen hier mit diesen oder anderen Worten schon versucht verständlich zu machen!? Aber man spricht bei Ihnen offenbar gegen Beton. Nur weil ein Kasper sich anmaßt, Papst zu spielen, schmeißen Sie sich den Protestanten an den Hals und schütten mit ihrer häretischen Kritik am päpstlichen Primat das Kind mit dem Bade aus. Frauen eben!

      • @ hicesthodie

        Genau – der Dogmatiker für „Dummies“, den Sie konsultiert haben, schreibt nur fest, was gerade Stand der Dinge war, aber ein Dogmatik-Handbuch ist ohnehin nicht das Lehramt.

        Ich hab weder Zeit noch Lust, das hier aufzublättern. Ich tu es oft genug an anderer Stelle.

        Nur ein Spot: Die Interpretation Ihres Bibelzitates ist nicht zwingend die der Epigonen des Vat. I.
        Es sind ganz andere Geister, die an den Folgen des Vat. I irre wurden. Es ist sogar ähnlich wie nach dem Vat. II, an dem auch viele irre wurden.

        Wer sich auskennt, entdeckt zu viele Widersprüche zu dem, was doch die ganze Kirchengeschichte über galt. Und es galt nun mal nicht das, was viele aus „Pastor aeternus“ ableiten. Definitiv nicht!

        Da genügt es wirklich nicht, den Ott zu lesen, auch wenn das lehrreich ist.

        Sobald man sich in die Vorgänge des 19. Jh vertieft, auch sehr komplex und weitgefächert, kann man unmöglich einen derart naiven Glauben aufrecht halten – ähnlich wie hinsichtlich des Vaticanum II.

        Ich erzähle oft von solchen Einzelheiten. Da muss man dann einhaken. Ein pauschal-globales Argument, wie Sie es vortragen, passt jedoch nicht zu den realen historischen Vorkommnissen und Zusammenhängen des 19. Jh. und der Papstgeschichte.
        Das ist das Problem.

        Hätte die Kirche „Pastor aeternus“ und seine infallibilistischen, ultramontanen Ausleger schon in Jahr 300 gehabt, wäre sie heute nicht mehr.
        Es waren so oft andere, die die Kirche vor dem Papst retten mussten, so oft andere, die den rechten Glauben gegenüber der Hierarchie aufrechthalten mussten….

        Wenn das damals schon so war, kann es heute kaum völlig anders sein.

        Und: die Verlogenheit des Vat. I liegt doch genauso auf der Hand wie die des Vat. II. Sie können unmöglich die ganzen Exzesse der letzten „Päpste“ absolut setzen, ohne wahnsinnig zu werden.

        Der katholische Glaube sollte uns aber wohl nicht schizophren machen, oder doch?

  9. Ein sehr detaillierter Artikel.
    Mir scheinen diese Ernennungen und allgemein die Tätigkeiten von Franziskus jedoch Schaumschlägerei zu sein.
    Von den Mitgliedern des Mafiaklubs Sankt-Gallen hört man nicht viel mehr:
    Martini ist tot, von Kardinal Lehmann hört man überhaupt nichts mehr (das Schweigen dieses Modernisten in den letzten Jahren und sein trotteligster Umgang mit den Sexproblemen in dem Kindergarten in seiner Diözese haben ihn vollends diskreditiert), von Basil Hume und Murphy-o‘Connor redet kein Mensch mehr, Walter Kasper wurde schon vor der 2. Synode figürlich theologisch an Flarden geschossen (während der Synode trat er nicht auf dem Vorplan) und Danneels bewegt sich wohl wieder etwas mehr in der Öffentlichkeit („herumspringen“ wäre bei seiner Leibesfülle zuviel gesagt), aber sagt und schreibt kaum etwas: einerseits darf er von seinen Rechtsanwälten fast nichts sagen, anderseits sagt er immer wieder sehr Heikles (wenn nicht ganz Uninteressantes: sein Geschwätz über den Mafiaklub Sankt-Gallen wurde bestimmt nicht in dem Vatikan erfunden).
    DeKesel ist dagegen schlappster Muckefuck:
    wenig intelligent, aus typisch flämisch-katholischdemokratischem Milieu, modernistisch-pro homo, nicht mutig und mit schwachen Nerven.
    Das ist wohl taktisch das Letzte um erfolgreich eine Revolution durch zu führen.
    Tibi Christe Splendor Patris

  10. Die Kardinäle Silvestrini und Bernardin gehören (höchstwahrscheinlich, da Decknamen) zu den Hauptkonspiratoren gegen Papst Johannes Paul II. in Malachi Martins Windswept House. Da kommt einem das Gruseln.

  11. Lieber Herr Mag. Schrems,
    Sie schreiben: Die Kardinäle Silvestrini und Bernardin gehören (höchstwahrscheinlich, da Decknamen) zu den Hauptkonspiratoren gegen Papst Johannes Paul II. in Malachi Martins Windswept House. Ja, nach der mir vorliegenden Liste sind sie, die Konspiratoren alle dechiffriert, wobei bei Bernardin die größten Fragen kommen. Auf der unabhängigen „P2 – Liste “ finden sich die Meisten wieder. Der von Ihnen zitierte und von mir geschätzte Malachi Martin hat die Entwicklung der Kirche analytisch aufgrund des Konzils vorausgesehen und er hat die Bosheit in der Kirche und ihrer kurialen und episkopalen Leitung schonungslos beschrieben.Wir sollten heute erkennen, dass die Kirche die einzige Institution auf Erden ist, die ihr eigenes Ende in Ihren heiligen Büchern vorausgesagt hat. Wir erleben heute den Zeitpunkt, dass die Bosheit offenbar wird, aber wir müssen warten, dass Christus sie mit dem Atem seines Mundes vernichten wird.Dies ist schwierig zu erkennen und akzeptieren. Nur der Glaube hilft uns.

  12. Die „verbeulte und verletzte Kirche“ ist nicht nur mehr ein frommer Wunschtraum des „Guten Berg-Hirten“, sondern längst Wirklichkeit geworden. Wie sollte sie sonst auch mit den „Hirten, die den Stallgeruch der Schafe angenommen haben“ einhergehen? (Es muss sich dabei ja nicht gerade um einen Karnickelstall handeln!)
    Was nicht passend ist wird eben passend gemacht! Auf gut Deutsch: Wie der Herr, so sein G’scherr!

  13. Neben den Ernennungen sind es auch die konkreten Taten, die Papst Franziskus als unübersehbare Zeichen verstanden wissen will.
    Als Geschenk anlässlich des Besuchs bei den Lutheranern ausgerechnet einen Kelch zu überreichen, finde ich mehr als fragwürdig.
    Abendmahl und hl. Messe – er bringt das durch diese „Gabe“ ganz locker zusammen.
    Und was er sonst noch so sagte …!
    http://www.faz.net/aktuell/politik/papst-franziskus-treibt-die-oekumene-voran-13914682.html

  14. @Thomas Kovacs: die PRAGMATISCHEN Gründe, kein SEDISVAKANTIST zu sein, bestehen darin, dass ich in einem Radius von 50 km rund um meinen Wohnort MITTENWALD (zwischen Garmisch und Innsbruck) TÄGLICH die alte Messe von der PETRUS- und der PIUS-Bruderschaft besuchen kann. Von einem Messort der SEDISVAKANTISTEN hier in.unserer Gegend habe ich noch nie gehört, bin aber dankbar fûr jeden Hinweis!

    • ja klar aber trotzdem kannman ja der Meinung sein es herrscht Sedisvakanz es wird immer nur eine Privatmeinung bleiben da niemand da ist der Sedisvakanz verbindlich erklären könnte

      • Man mag darüber ja denken, wie man will, aber Anfang der 80er hat Bischof Ngo Dinh-Thuc die Sedisvakanz erklärt.
        Man hat ihn aber systematisch von allen Seiten lächerlich gemacht und vonseiten Lefebvres auch reingelegt und anschließend stach die Piusbruderschaft allen anderen Leuten, die noch irgendwie wirksame Kritik am Vat. II und dessen Folgepäpsten übten, das Wasser ab und riss den gesamten „Tradi-Markt“ fast komplett an sich – ein Verhängnis.

        So haben wir heute auf dieser Seite nur diese düsteren Gestalten, die „Traditionen“ weitertragen, die schon im 19. Jh sehr zweifelhaft waren und eine enge mentale Verwandtschaft zum Faschismus aufweisen. Williamson ist ja kein Zufall und er ist auch nicht der einzige aus der FSSPX, der genau so denkt, wie er es öffentlich vorgetragen hat!

        Die „Konzilskirchentradis“ dagegen haben sich in mannigfachen anderen Schizophrenien eingebettet.

        Es ist also fast unmöglich, obwohl man von einer Sedisvakanz ausgehn muss angesichts der verheerenden Umstände, das Modell „Sedisvakanz“ zu leben.
        Es ist genauso unmöglich wie das Modell der „Papsttreue“ zu leben.

        Es ist zwar alles denkbar, in der Praxis aber auf Dauer jedenfalls unmöglich.

        Und daran gehen wir auch zugrunde, wenn der Herr uns nicht hilft.

  15. Nicht nur fragwürdig sind die Taten dieses Papstes. Dieser Mann zielt offenkundig direkt auf das Allerheiligte Altarsakrament und lässt keine Gelegenheit aus unseren Heiland zu beleidigen und jeden glaubenden Katholiken.

    Das Geschenk eines Kelchs mit der Patene für die Hostie in einem Holzkasten mit dem Wappen des Papstes, das übliche Geschenk des Papstes bei einem Besuch in einer anderen Diözese, an die protestantische Gemeinde hat hohen Symbolwert.
    Durch diese Gleichsetzung wird glatt die Transsubstantiation geleugnet.

    Nicht nur das, er zielt auch auf das Weihepriestertum indem er den Gemeindepfarrer Jens-Martin Kruse „meinen Bruder Pastor“ nennt. „Papstsein ist wie Pastor“ sagt der Papst zudem.
    Als hätte dieser beauftragte Laie die Vollmacht eines Priesters (und wohl auch des Papstes).

    Er ermuntert gemischt konfessionelle Eheleute zur Interkommunion, diese brauchen nur ìhr Gewissen zu prüfen und das gilt dann wohl auch für Ehebrecher etc.
    Gleichzeitig sagt er, es sei nicht seine Kompetenz als Papst, gemischten Ehen die gemeinsame Kommunion zu erlauben.

    Pastor Kruse sagte anschließend, der Papst habe deutlich gemacht, dass „es mehr Ökumene geben kann als es Bedenkenträgern“ lieb sein mag.

    Der Verrat von Judas kann wohl doch noch getoppt werden?

  16. Zu @ hicesthodies Ansicht, Benedikt sei an einer „Konzilscamarilla“ gescheitert:

    Ratzinger ist ja selbst eine Gallionsfigur des Konzils , genauso wie Woityla und Montini.
    Ich habe das früher selbst einmal nicht wahrnehmen wollen, musste es aber dann.

    Die Wahrheit macht frei – nur die Wahrheit.
    Ob Sie sich selbst einen Gefallen tun, wenn Sie die Augen verschließen vor der Realität Ratzingers?

    Sie schreiben gegen mich, Zarah oder Thomas Kovacs an, sind aber außerstande, sich mit dem, was vorgetragen wird, inhaltlich auseinanderzusetzen.

    Sie halten Benedikt etwas zugute, was Sie doch gar nicht wissen können! Haben Sie in diesen Hof hineingeschaut? Kennen Sie die genauen Zusammenhänge? Durchschauen Sie das komplizierte Gewimmel an Informationen und Enten?

    Auch diese Abwehrformel, wir „bildeten uns ein“ zu wissen, „was ein Papst zu tun und zu lassen“ habe, ist rein polemisch und völlig inhaltslos.

    Denn jeder weiß im Groben, was ein Papst zu tun und zu lassen hat: Er hat die Kirche unter Einsatz seines ganzen Lebens zu führen, die Lehre rein zu halten und Irrlehren abzuwehren.

    Benedikt hat sich dem aber nicht wirklich gestellt und das wissen Sie auch.

    Hinzukommt, dass er doch selbst Bestandteil der „Konzilscamarilla“ IST. Ebenso wie Woityla.

    Und das behaupte ich nicht „gefühlt“, sondern das ist mein derzeitiges Ergebnis umfangreicher Lektüre.
    Ratzinger hat sich absolut nicht so klar und glaubenstreu geäußert, wie Sie es gerne hätten.
    Ich habe immer wieder konkrete Gründe für diese Beobachtung genannt, die Sie und andere aber nicht hören wollen oder bagatellisieren. Hätte dagegen ein sogenanter Linker dergleichen geschrieben würden sie demselben mit einem Wilden Heer an den Hals fahren.

    In Ratzingers Denken sind große Unschärfen, man findet letztendlich sehr viel Hegelianismus und kann sich aussuchen, ob er gerade auf der Antithese oder der These herumschwimmt. Er tut es immer brillant und stilvoll, aber nichtsdestotrotz unscharf und so, dass er jederzeit zurückweichen kann vor der Konsequenz.

    Wäre das so, könnte man nicht verstehen, wieso er, der darum betete, vor den „Wölfen“ nicht zurückzuweichen, dann mit einer brillanten Erklärung doch vor den Wölfen auswich.
    Er wusste, dass er alles, nur das nicht tun darf.
    Er hat aber das getan und tut es noch.

    Das muss man ernstnehmen: Er will das so. Er will F. Er wusste, dass es so kommen würde.
    Was immer ihn bewegt, aber eines ist klar: Er ist frei zurückgewichen, weil er es wollte. Jeder hätte an seiner Stelle bleiben können, wenn er es gewollt hätte. Trotz allem.
    Überlegen Sie, was schlimmstensfalls dann hätte passieren können und ob es für die Kirche nicht das kleinere Übel gewesen wäre, als das, was wir jetzt haben.

    Es gibt davon abgesehen viele kluge Leute, die die Theologie Ratzingers aufarbeiten und all diese Wachsweichheiten und Widersprüchlichkeiten herausarbeiten. Ich nenne ja immer wieder Titel und Autoren, deren Analysen man kaum von der Hand weisen kann.

    • @ Zeitschnur

      Sie sagen: „Ich nenne ja immer wieder Titel und Autoren, deren Analysen man kaum von der Hand weisen kann“.
      Können Sie diese „Titel und Autoren“ nicht noch einmal im Zusammenhang auflisten? Das wäre hilfreich!

    • „Ratzinger ist ja selbst eine Gallionsfigur des Konzils , genauso wie Woityla und Montini.“
      Das würde ich so nicht unterschreiben. Ratzinger war der erste und einzige hochrangige Kardinal, der die Wirkungsgeschichte und damit auch die Dokumente des Konzils offen kritisierte und als Papst die Chance nutze, eine Gegenbewegung zum vielbeschworenen Geist des Konzils ins Leben zu rufen. Mit seiner „Hermeneutik der Kontinuität“ hat der den Nimbus des II. Vatikanums als Superkonzil zerstört und einen Prozess der Relativierung eingeleitet, aus dem sich in einem zweiten Schritt leicht die Überwindung des Konzils hätte ergeben können, wenn, ja, wenn die Traditionalisten und Konservativen die sich ihnen im ratzingerschen Pontifikat bietende Chance begriffen und mutig ergriffen hätten.
      „Sie schreiben gegen mich, Zarah oder Thomas Kovacs an, sind aber außerstande, sich mit dem, was vorgetragen wird, inhaltlich auseinanderzusetzen.“ Ach, so inhaltslos empfinde ich, bei aller Bescheidenheit, meine Postings nicht. Leider hat mir weder Zarah noch Herr Kovacs geantwortet. Da sind Sie schon die leuchtende Ausnahme, wenngleich Sie die bedauerliche Angewohnheit haben da, wo es konkrete Antworten Ihresrseits bedürfte, meine Postings einfach nicht weiterzulesen. Schade.
      „Sie halten Benedikt etwas zugute, was Sie doch gar nicht wissen können!“ Ich unterstelle ihm zunächst einmal, das Gute gewollt zu haben. Sie werfen ihm seinen Rücktritt als schweren Fehler vor. Offenbar kennen Sie die Gründe. Ich gratuliere Ihnen zu ihrem Insiderwissen!
      „Denn jeder weiß im Groben, was ein Papst zu tun und zu lassen hat: Er hat die Kirche unter Einsatz seines ganzen Lebens zu führen, die Lehre rein zu halten und Irrlehren abzuwehren.“ Ja, natürlich! Und Sie haben im Groben nicht zu stehlen und nicht zu lügen, sie sollen ihre Feinde lieben und ihnen die Wange hinhalten! Soviel zu polemischer und reichlich inhaltsloser Rhetorik.
      „Benedikt hat sich dem aber nicht wirklich gestellt und das wissen Sie auch.“
      Nein, das weiß ich nicht und wage es nicht zu beurteilen. Ihre Selbstgerechtigkeit ist bedrückend. Ich verstehe nun, warum Sie sich der jüdischen Religion aus tiefstem Herzen verbunden fühlen. Hoffentlich ist Ihr Richter dermaleinst der Gott Jesu Christi!
      „In Ratzingers Denken sind große Unschärfen, man findet letztendlich sehr viel Hegelianismus und kann sich aussuchen, ob er gerade auf der Antithese oder der These herumschwimmt.“ Natürlich ist er kein Scholastiker, aber Patrist und von dorther glasklar. Ich kann ihn als Theolog unmöglich so verwerfen, wie Sie.
      „Wäre das so, könnte man nicht verstehen, wieso er, der darum betete, vor den „Wölfen“ nicht zurückzuweichen, dann mit einer brillanten Erklärung doch vor den Wölfen auswich.“ Irrtum, er hat darum gebeten, dass man beten solle. Vielleicht haben wir das alle nicht genug getan. Bitte nicht immer die Schuld bei anderen suchen.
      „Er will das so. Er will F. Er wusste, dass es so kommen würde.“ Na, das wird aber langsam zur fixen Idee

      • ..bei Ihnen. Mir schien es immer, Ratzinger erwartete wie alle Welt den Mailänder Scuola als Nachfolger. Aber ja, sicher hat er mit bei den St. Gallener Freunden am Tisch gesessen und hat sich naß gemacht mit seiner Hermeneutik der Kontinuität, dem Maulwurf der CIA, Williamson, den Anglikanern, um seine ganzes Pontifikat am Ende dann Bergoglio zum Fraß vorzuwerfen. Naja, ich kenne die Abgründe der menschlichen Seele nicht und bin froh, in Ihnen den Seelenkenner zu finden, der mir die Welt erklärt.
        Gute Nacht, derweil!

      • @ hicesthodie

        Ihr Posting fing – vom Diskussinsstil her – gut an.
        Gegen Ende gerieten Sie wieder in das Fahrwasser, das man am besten ignoriert.
        Das dämliche Geschwätz davon, ob mein Richter wohl auch Jesus Christus ist – wie können Sie als Katholik eine solchen Blödsinn posten?!
        Abgesehen, davon, dass Sie vor allem ihr eigenes persönliches sGericht interessieren sollte, ist es mir völlig schleierhaft, wie ein Katholik bezweifeln kann, das Jesus IMMER der Richter ist, der Richter eines jeden, auch Ihrer. Nein?

        Ich kann das nicht ausführlich aufdröseln, aber Ratzinger strotzt vor theologischen Widersprüchen. ich sagte ja, dass ich es selbst früher nicht wahrhaben wollte. Als mein Ortspfarrer auf einem Besinnungsnachmittag aus einem Werk Ratzingers vorlas, dass er das „für alle“ sogar als notwendig erachtete, um das „pro multis“ recht zu verstehen, dämmerte mir allmählich etwas…
        Ich fng an, genauer zu lesen und entdeckte sie – all die Widersprüche und Seichtheiten.

        Auch der von Ihnen erwähnte Begriff der „Hermeneutik der Reform in Kontinuität“ (so nannte er es korrekt!) will Widersprüchliches zusammenbinden – ganz hegelianisch.

        Sie zitieren doch selbst das, was mir logische Bauchschmerzen bereitet!

        Und genau so war auch sein Engagement für die „alte Messe“ – irgendwie gibt er sie wieder frei, aber nur dann, wenn sie zwingend parallel und verwurschtelt mit dem NOM gefeiert wird und igrendwann mit ihm amalgamiert.

        Auf das Ergebnis werden wir warten bis zum St. Nimmerleinstag.

        Ich kann auch nicht darauf warten, dass ein rotes Kleid eines Tages eben doch blau ist und dabei rot bleibt… und darauf hoffen, dass man sich auf ein lila Kleid einigt.

        Wer ein rotes Kleid will, will ein rotes, und wer ein blaues liebt, liebt ein blaues. Lila ist zwar die Mischung, aber ein neuer Farbton.

        Benedikt ist der Papst der Farbtöne gewesen – aber in der Theologie geht das nicht.
        Es geht ja schon in der Mode nicht…

    • Werter @ Agricola!
      Bitte den ganzen Satz zitieren, der lautet: Da halte ich mich lieber an das Urteil von leibhaftigen Professoren der Theologie, die z.B. in dem zum Papstrücktritt im Herder-Verlag erschienenen Sammelband das Wort ergreifen:
      Der Theologenpapst: Eine kritische Würdigung Benedikts XVI.
      herausgegeben von Jan-Heiner Tück.
      Darin ist der mit Lehrverbot in „Theologie“ belegte Prof. Küng nicht als Autor vertreten.

  17. Kann der Mann in Weiß auf dem Foto oben sich jetzt endlich mal entscheiden, ob er nun endgültig seinen silbernen (Gute-Hirten?!)-Bischofsring aus Buenos Aires oder seinen „total bescheiden“ vergoldeten Fischerring, den man ihm bei seiner Inthronisation ansteckte, trägt?! Mit dem ewigen „Ringtausch“ stiftet er genauso Verwirrung wie mit seinen Lehren.
    Er wechselt die Ringe wie die Meinungen!

    • Oder sind es zwei Personen,wie in der Gehirntumorgeschichte. Irgendwie zu viel der unterschiedlicher Präsenz, denke schon an Harry Potter Geschichten.

  18. Bildüberschrift: Der Weise lächelt – der Tor lacht ! (Buch der Sprüche)

    oder auch: Wer zuletzt lacht – lacht am besten!°

  19. Richtig, das sehen wir gerade heute, Frauenpriestertumsbefürworter Schäuer ist neuer Bischof in Linz. Wäre Fairness gegenüber Satan angebracht müsste man ihm dazu gratulieren!

  20. Ich weiß jetzt:
    Doch, dieser ist mein Papst (auch wenn ivh mal etwas an ihm zu kritisieren habe) und
    ich werde auch weiterhin für ihn beten –
    allen – z.T. gehässigen – Angriffen in diesem Forum zum Trotz!

    KEHRT UM, BEVOR ES ZU SPÄT IST!

    • Na dann beten Sie mal kräftig weiter und wundern sich aber bitte nicht, wenn man „einen Greis aus Latium wiederum mit den alten Gewändern bekleiden wird“ ! (vgl. Vision des hl. Don Bosco über die Papstflucht)

    • Bester @Kassandro,

      Ihr Posting „Ich weiß jetzt…“ erinnert mich an den Introitus für das Fest der Hl. Apostel Peter und Paul (29.06):
      „Nunc scio vere, quia misit Dominus Angelum suum: et eripuit me de manu Herodis…“;
      (für @Marienzweig):
      „Nun weiß ich wirklich: denn der Herr hat seinen Engel gesandt und mich aus den Händen des Herodes rausgezogen…“
      (St. Peter nach dem Entkommen aus dem Kerker v. Herodes)

      Ob ein Papst en Engel ist: das ist natürlich eine gute Frage; in vielen Fällen war er es natürlich nicht und soviel wie ich weiß, hat auch die Kirche im Mittelalter und in der Renaissance die Frage nicht beantwortet.
      Ob Franziskus ein Engel ist: da habe ich höchste Bedenken.
      Und wer jetzt den Herodes ist, aus dessen Händen Franziskus mich befreien sollte: das hätte ich sehr gerne gewußt.
      St. Pius X, Erzbischof Lefebvre, einige eindruckweckende Äbte, einige sehr tapfere Bischöfe und Kardinäle, ein Bisschen auch EB Msgr. Léonard: diese Menschen als Herodessen zu bezeichnen, sträube ich mich;
      und dann schweige ich noch von den Heiligen und der Gottesmutter Maria.

      Keien Aufregung: nach Franziskus‘eigenen Aussagen werden wir alle gerettet- um so mehr Sünden, um so besser;
      ergo: ein Bisschen Pulverdampf schadet bestimmt nicht!

    • Aha, aber vom 13.3.13 bis gerade eben waren Sie sich nicht sicher. Dafür haben Sie sich JETZT einen Ruck gegeben. Fein.

      • @Zeitschnur
        die Person von Mgr Thuc war etwas problematisch, zuerst die Geschichte mit Palmar, wo jeder, der ein bisschen denken kann, sehen muß, das geht schief, weil die Grundlage, eine Privatoffenbarung, immer für eine Katastrophe garantiert. Dann hat er wieder den NOM in Frankreich konzelebriert, die von Ihm abgegebene Sedisvakanz-Erklärung stammt eigentlich von Dr. Eberhard Heller und ist in ihrer Begründung mehr als dürftig. Darauf etwas Solides aufzubauen, war unmöglich, und dann die Geschichte mit Bischofsweihen in alle Richtungen. Das alles hat ihn natürlich der Lächerlichkeit preisgegeben, auch die Umstände seines Todes und seiner Aussöhnung mit JPII sind mehr als dubios.

  21. @ Thomas Kovacs

    Das stimmt schon, was Sie sagen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es immer an ihm lag. Er war v.a. kein Traditionalist und an sich geistig unabhängig.

    Die Thuc-Frage harrt noch einer seriösen Erforschung.
    Die vietnamesischen Akten seiner Zeit als Bischof müssen ausgewertet werden. Seine Konzilsbeiträge müssen erst noch in einer Zusammenschau ausgewertet werden.

    Die Dubiosität seine sEndes bleibt dubios – aber dann kann ich sie auch nicht ihm selbst anlasten. Man weiß das nicht authentisch.

    Ob Eberhard Heller die Sedisvakanz-Erklärung abgegeben hat, weiß ich nicht – woher wissen Sie es? Hat Thuc damit nicht übereingestimmt?

    Für mich stehen Fragen im Raum:

    Wer korrigiert das Vat. I und das Vat. II? Dass das Desaster des einen mit dem des andern unlösbar verbunden ist, scheint mir eindeutig. Katholiken pflegen oft das eine zu beweihräuchern (die Progressiven tun es mit dem Vat. II, Tradis und Sedis mit dem Vat. I) und das andere zu verdammen und eigenmächtig als zweifelhaft zu erklären.
    Alleine das ist absurd und beides muss unwahr sein.
    Dabei muss man zugeben, dass beide Seiten (!) gute Gründe haben, das von ihnen abgelehnte Konzil zu bezweifeln. Diese beiden Konzilien können nicht nur nicht beide zugleich gültig sein, sondern keines von beiden ist kompatibel mit dem, was man bis kurz davor für die „Lehre der Kirche“ hielt.
    Das ist ein absolut verworrenes Thema, und niemand sollte es sich da zu leicht machen.

    Die Palmar-Geschichte ist abstrus, aber Lefebvre hängt auch in ihr drin, und er hat THuc überhaupt erst mit den Palmarianern in Kontakt gebracht. Lefebvre hat also auch nicht gecheckt, was hier lief! Oder er hat Thuc reingelegt. Eines von beidem, aber beides ist schlecht.!
    Immerhin hatte Thuc das Format, sofort danach zu bekennen, dass er einen schweren Fehler gemacht hat. Auf soviel Ehrlichkeit wartet man bei Piushausen bis heute.

    Da eins meiner Geschwister seit Jahrzehnten in Südostasien lebt und ich die dortige Mentalität etwas besser kenne, muss man bei Thuc, der geistig und begabungsmäßig ein „Überflieger“ war, einiges noch mal anders sehen.

    Aber wie gesagt: das harrt erst noch einer sauberen Aufarbeitung.

      • Aus meiner Sicht ein ziemlich abenteuerlicher Unsinn.
        Da haben sich ein paar arme, naive Leute was zusammengereimt – Siri müsste auch erst mal richtig beforscht werden…
        Man sagt ihm ja nach, dass er der Hauptakteur der Nazis- und Faschisten-“Rettung“ nach Südamerika war.
        Wenn manche ihn dann für den gewählten und angeblich unterdrückten Nachfolger Pius XII. halten wollen (warum hat er dann fröhlich von 1958-88 weiter Kardinal gespielt… und geschwiegen?!), dann dürfte das die konsopirative Mentalität unserer katholische Altfaschisten eher kennzeichnen als reale historische Ereignisse…

        Kein Wunder sind die miesten „Beweise“ für die „Siri-These“ auch Versatzstücke aus dubiosen Privatoffenbarungen, die noch dazu überhaupt nicht anerkannt sind.

      • Natürlich ist die Siri thesen absoluter Unsinn das wird nur von der Doppelgänger These von Paul VI überboten der ja ab 1978 in Capri gesessen sein soll

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