Papst Franziskus in Florenz: „Pelagianische und gnostische Versuchung der Kirche“

Papst Franziskus am 10. November 2015 in der Kathedrale von Florenz
Papst Franziskus am 10. November 2015 in der Kathedrale von Florenz

(Florenz) Am Dienstag, den 10. November stattete Papst Franziskus den Städten Prato und Florenz in der Toskana einen Pastoralbesuch ab. In der Kathedrale Santa Maria del Fiore von Florenz traf sich das katholische Kirchenoberhaupt mit den Vertretern der 5. Nationaltagung der italienischen Kirche. Vor ihnen hielt Papst Franziskus eine Ansprache. Das Kirchenoberhaupt sprach dabei über den „neuen Humanismus von Jesus Christus“. Dieser äußere sich in mehreren Gefühlen, von denen der Papst über drei sprach: Demut, Selbstlosigkeit und Seligkeit, um dann auf die „Versuchungen“ in der Kirche überzuleiten.

Über die pelagianische und gnostische Versuchung hatte Papst Franziskus bereits mehrfach in der Vergangenheit gesprochen, erstmals im Juni 2013 vor Vertretern der Konferenz lateinamerikanischer Ordensoberer und im Juli 2013 vor dem Lateinamerikanischen Bischofsrat CELAM. Seither wurde ebensooft die Frage diskutiert, wen Papst Franziskus in der Kirche als Pelagianer und wen als Gnostiker sieht und kritisiert.

Damals, wie auch später, wurde päpstliche Kritik an den „Pelagianern“ meist als Kritik an traditionsverbundenen und „konservativen“ Kreisen in der Kirche verstanden. Diese Zuweisung drängt sich nach den Papstschelten während und nach der Bischofssynode, und der dabei gebrauchten Wortwahl auf. Der Wiedererkennungswert ist hoch. Die Kritik an den Gnostikern, als Kritik an modernistischen und progressiven Kirchenkreisen angenommen, läßt sich hingegen nicht so deutlich erkennen. Sie war Ende Juli 2013 in der CELAM-Rede deutlicher, allerdings nicht im offiziellen Redetext, sondern durch freie Einschübe des Papstes, die in den Medien jedoch kaum Niederschlag fanden, weil sie, im Gegensatz zu freien Einschüben bei anderen Gelegenheiten, nicht Eingang in die veröffentlichte Rede fanden.

Während sich die „Konservativen“ durch die Kritik des Papstes also gemeint und zu Unrecht gescholten fühlen, ist Vergleichbares auf der gegenüberliegenden Seite bisher ausgeblieben. Im deutschen Sprachraum beispielsweise fühlten sich die in kirchlichen Gremien und im Verbandskatholizismus dominanten „Strukturreformer“ bisher jedenfalls nicht davon betroffen.

Wen meint der Papst aber wirklich? Stimmen die von verschiedener Seite genannten Zuordnungen? Was bezweckt der Papst mit der häufigen Wiederholung dieser Kritik?

Traditionsverbundene Beobachter wie jüngst Riscossa Christiana, äußern einen grundsätzlichen Zweifel, ob das dialektische Mittel, durch Kritik an tatsächlichen oder konstruierten „Extremen“ sich selbst als „goldene Mitte“ zu präsentieren, für die Verkündigung der Wahrheit geeignet sei. Zweifel wurden auch geäußert, ob das vom Papst dargelegte Äquivalent tatsächlich eines ist, oder ob es in der Praxis nur als Vorwand für eine einseitige Kritik und Benachteiligung jener Teile der Kirche dient, die sowohl katholische Lehre als auch Praxis verteidigen und daher Strukturreformen im Weg stehen. Strukturreformen, für die zwar das „Wehen des Geistes“ in Anspruch genommen wird, die letztlich doch nur Strukturreformen sind?

Die Zwischentitel stammen von der Redaktion.

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Der neue Humanismus von Jesus Christus

„[…] Wir wissen aber, daß es die Versuchungen gibt. Es gibt viele Versuchungen, denen man sich gegenübersieht. Ich stelle Euch zumindest zwei vor. Erschreckt nicht. Das wird keine Liste der Versuchungen, wie jene fünfzehn, die ich der Kurie genannt habe!

Die erste, die pelagianische Versuchung der Kirche

Florenz 2Die erste von ihnen ist die pelagianische. Sie drängt die Kirche, nicht demütig, nicht selbstlos und nicht selig zu sein. Sie tut es mit dem Anschein eines Wohls. Der Pelagianismus bringt uns dazu, Vertrauen in die Strukturen, in die Organisationen, in die perfekten, weil abstrakten Planungen zu haben. Oft bringt er uns sogar dazu, einen Stil der Kontrolle, der Härte, der Normen anzunehmen. Die Norm gibt dem Pelagianer die Sicherheit, sich überlegen zu fühlen, eine klare Orientierung zu haben. Darin findet er seine Kraft, nicht in der Leichtigkeit des Wehens des Geistes. Vor den Übeln der Probleme der Kirche ist es sinnlos, Lösungen in Konservativismen und Fundamentalismen, in der Restauration von Verhaltensweisen und überholten Formen zu suchen, die nicht einmal kulturell die Fähigkeit haben, von Bedeutung zu sein. Die christliche Doktrin ist kein geschlossenes System, das unfähig ist, Fragen und Zweifel hervorzubringen. Sie ist vielmehr lebendig, weiß zu beunruhigen, weiß zu animieren. Sie hat kein strenges Gesicht, sondern einen Körper, der sich bewegt und sich entwickelt, hat ein zartes Fleisch: die christliche Lehre heißt Jesus Christus.

Die Reform der Kirche – und die Kirche ist semper reformanda – ist dem Pelagianismus abgeneigt. Sie erschöpft sich nicht im x-ten Plan zu Strukturreformen. Sie bedeutet hingegen in Christus einzumünden, sich in Ihm zu verwurzeln, indem man sich vom Geist leiten läßt. Dann wir alles mit Genie und Kreativität möglich sein.

Die italienische Kirche lasse sich tragen von Seinem mächtigen und deshalb manchmal besorgniserregenden Wehen. Sie nehme immer den Geist ihrer großen Entdecker an, die auf den Schiffen von der Leidenschaft der Seefahrt auf offenem Meer ergriffen und nicht von den Grenzen und den Stürmen verängstigt waren. Sie soll eine für die Herausforderungen der Gegenwart offene und freie Kirche sein, nie in der Defensive aus Angst, irgend etwas zu verlieren. Nie in der Defensive aus Furcht irgend etwas zu verlieren. Und indem sie die Leute entlang der Straßen trifft, soll sie den Vorsatz des heiligen Paulus annehmen: ‚Den Schwachen wurde ich ein Schwacher, um die Schwachen zu gewinnen. Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten‘ (1 Kor 9,22).

Die zweite, die gnostische Versuchung der Kirche

Kathedrale von Florenz
Kathedrale von Florenz

Eine zweite zu besiegende Versuchung ist der Gnostizismus. Sie führt dazu, auf die logische und klare Überlegung zu vertrauen, die jedoch die Zartheit des Fleisches des Bruders verliert. ‚Die eine ist die Faszination des Gnostizismus, eines im Subjektivismus eingeschlossenen Glaubens, bei dem einzig eine bestimmte Erfahrung oder eine Reihe von Argumentationen und Kenntnissen interessiert, von denen man meint, sie könnten Trost und Licht bringen, wo aber das Subjekt letztlich in der Immanenz seiner eigenen Vernunft oder seiner Gefühle eingeschlossen bleibt‘ (Evangelii gaudium, 94).

Der Unterschied zwischen der christlichen Transzendenz und jeder Form von gnostischem Spiritualismus liegt im Geheimnis der Fleischwerdung. Das Wort nicht in die Praxis umzusetzen, nicht zur Wirklichkeit zu machen, heißt, auf Sand zu bauen, in der bloßen Idee zu verharren und in Intimismen zu degenerieren, die keine Frucht bringen, seine Dynamik fruchtlos machen.

Die italienische Kirche hat große Heilige, deren Vorbild ihr helfen können, den Glauben mit Demut, Selbslosigkeit und Freude zu leben, von Franz von Assisi bis Philipp Neri. Denken wir aber auch die Einfachheit erfundener Gestalten wie Don Camillo zusammen mit Peppone. Es beeindruckt, wie sich in den Geschichten von Guareschi das Gebet eines guten Pfarrers mit der offensichtlichen Nähe zu den Menschen vereint. […]“

Dann setzte der Papst in seiner Ansprache mit Worten über die Seligpreisungen fort.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican.va (Screenshots)

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25 Comments

  1. Diese einschmeichelnden, seligen Worte und Gesten hat man zur genüge in diesem Pontifikat
    gehört und erfahren. Was genau so oft und immer wieder zu hören ist, die Schelte an diejenigen
    die nicht mit der neuen Lehre einher gehen. Dazu wird immer wieder der Hl.Geist ins Spiel ge-
    bracht, wohl wissend, das der Hl.Geist weht wo er will und niemand kann deshalb sein Wehen
    für sein Tun in Anspruch nehmen. Die Taten von Franziskus an seinen Mitarbeitern, die Verset-
    zungen und Reglementierung, zum Beispiel der Franziskaner der Immakulata, zeigen ein ande-
    res Bild der Barmherzigkeit und Nachsicht gegenüber den Schwachen. Diese ewigen Unklarhei-
    ten und Zweideutigkeiten, runden das Bild einer orientierungslosen Leitung der Kirche ab. Was
    deutlich zu erkennen ist : die totale Ablehnung der Tradition und was damit zusammen hängt.

  2. ich dachte, Pelagianer leugnen die Erbsünde? Insofern wären ja Kasper und Konsorten die Pelagianer?

  3. „Pelagianismus“ ist eines der Fremdworte, welche der ungebildete Bergoglio irgendwann einmal gehört. sich gemerkt hat und daher sehr oft benützt. Sein Wortschatz ist nicht „einfach“ sondern primitiv und albern.

    • Danke lieber @Ratkaj Sie sprechen mir aus der Seele.
      Ich koennte explodieren vor Wut, wenn ich diesen dummen Unsinn hoere, dieser „Mietling“ hat von der Kirche Christi keinerlei Ahnung und plappert alles nach, was ihm die Kasperle soufflieren.
      Sein Gerede ist wirklich gefaehrlich, weil er es nicht unterlaesst das „die Welt“ konservative Kreise der Kirche mit islamischen Wirrkoepfen gleichsetzt.
      Das hat fuerchterliche Folgen !
      Lieber Herr Bergoglio das muessen Sie einmal vor Christus verantworten, dann gnade Ihnen Gott !
      Einfach man die Klappe halten und vielleicht den Rosenkranz beten !!!!!!!!!!!!

  4. „Vor den Übeln der Probleme der Kirche ist es sinnlos, Lösungen in Konservativismen und Fundamentalismen, in der Restauration von Verhaltensweisen und überholten Formen zu suchen, die nicht einmal kulturell die Fähigkeit haben, von Bedeutung zu sein.“
    Überholte Formen?
    Gut nun wissen wir das es übelste Probleme in der Kirche gibt. Von alleine wären wir nie draufgekommen. Wenn er uns nun noch klar und deutlich sagen würde was genau diese “ Überholten Formen“ sind dann wären wir ein bißchen schlauer. Bischof von Rom tue der Kirche einen großen Gefallen und schweig mal ein ganzes Jahr.
    Per Mariam ad Christum.

  5. Eine Versuchung ist vor allem die Lagerbildung. In meinem Bruder nicht mehr meinen Bruder zu sehen, sondern zum Beispiel einen „Pelagianisten“ oder „Gnostizisten“. Das wirkt spaltend. Vgl. 1. Kor 3,4

  6. Wenn F. die Konservativen „Pelagianer“ nennt, dann meint er vermutlich die Meinung aufseiten der historischen pelagianer, man könne sich gewissermaßen „am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen“ durch strikten Moralismus und Gesetzlichkeit.
    Dass man das könne ergibt sich aus der Behauptung, es gäbe keine Erbsünde.
    Auch wenn postmoderne Tradis nicht behaupten, es gebe keine Erbsünde, leitet F. deren mentale Verfassung dennoch aus der Haltung des Pelagius her.

    Insofern knüpft das an seine Rede von den „Pharisäern“ am Ende des Synode an.
    F.s „Pelagianer“ sind auch F.s „Pharisäer“-

    Die Zeichnung der Gnostiker finde ich sehr schwer zuzuordnen. Offenbar meint er diejenigen, deren Glaube ein Abstraktum bleibt, Geist ohne Fleisch. Das trifft auf alle zu, in denen Christus keinen Raum nimmt trotz frommer Sprüche. das dürfte jedoch quer durch alle „Lager“ gehen.
    Das mit der „Zartheit des Fleisches des Bruders“ finde ich daneben.
    Das „zarte Fleisch“ des Glaubens ist immer Jesus Christus im Allerheiligsten Altarsakrament – und genau das wird z.Zt. durch „Theologie auf Knien“ u.ä. mit Füßen getreten.

    Der Satz, dass es unmöglich ist, die desolate der Kirche durch Fundamentalismen und Restauration zu retten, ist demgegenüber richtig.
    Nur bleibt es bei dieser Konstatierung leider auch.
    Man erhält keine Ahnung, wie es denn dann gehen soll…

    Sehr verwirrend finde ich, dass es ja die historischen Pelagianer waren, die den Wert von Gebet und Sakramenten abgewertet haben zugunsten moralischem Handeln.
    Eigentlich träfe dieses Phänomen dann eher auf die progressiven Kräfte zu und weniger auf die Tradis.
    Die Tradis werten dagegen insgesamt „Leistungen“ gegenüber der Gnade hoch, sind also insofern den Pelagianern nah.

    Puh – insgesamt kann man nur sagen: F. will hier zwei Versuchungen erklären, kann sie aber weder klar beschreiben, noch hat er Mittel dagegen.

  7. Habe im Lexikon unter „Pelagianismus“ und „Gnostizismus“ nachgeschaut. Mit dem was Papst Franziskus sagt hat das wenig zu tun. Andererseits: Wer soll das denn wissen wenn nicht der Papst? Ist das Lexikon vielleicht nicht katholisch genug?

  8. Ach Du liebe Plaudertasche Bergoglio.Gehe doch lieber in Rom eine Piza essen aber lass uns gefälligst in Ruhe mit Deinen Jesuitischen Albernheiten.Amen

    • @leone
      Gute Idee, vielleicht moechte er in Deutschland im Fernsehen auftreten und „Wetten das“ wiederbeleben.
      Aber bitte vorher seinen jetzigen Job schnell noch aufgeben, damit waere vielen geholfen.

  9. Es scheint wirklich, dass der Papst die Bedeutung dieser beiden Fremdworte nicht kennt, sonst würde er sie richtig verwenden.

    Bei Bergoglio muss man aber nicht nur den zweiten, sondern auch den dritten Boden sehen.

    Hier ein Erklärungsversuch-

    Erste Ebene:
    - Der Papst Bergoglio erzählt mal wieder widersprüchlichen Unsinn. Verleitet Gebildeten zum Schmunzenln, die Welt zum Lachen und die einfachen Gemüter zur Verwirrung.

    Zweite Ebene:
    - Der Teufel, der ihn leider inspiriert, lügt, „auch wenn er die Wahrheit sagt“, wie die Exorzisten sagen.

    Dritte Ebene:
    - Gott, der über allem herrscht, zwingt den Bergoglio inspirierenden Teufel die Wahrheit zu sagen.

    Beispiel „Pelagianismus“

    Erste Ebene:
    - Beleidigung der traditionellen oder der übehaupt praktizierenden Katholiken, wegen der angeblicher „Werkgerechtigkeit“. Alter Hut des Protestantismus, der Aufklärung, des Antiklerikalismus. Gehen wir weiter.

    Zweite Ebene:
    - Das Rosenkranzbeten und die Erfüllung der Werke der Gerechtigkeit und Frömmigkeit ist etwas wertvolles, sonst würde der Teufel nicht dagegen angehen.

    Dritte Ebene:
    - Nach dem Konzil herrscht tatsächlich eine Art des Pelagianismus, obwohl nicht direkt in der altkirchlichen Leseweisen, denn:
    a. Es wir seit Rahner, de Lubac et consortes kaum von der Erbsünde geredet und daher
    b. Gibt es praktische keine Gnadenlehre mehr.
    c. Der Mensch, da ontisch gut und sogar ontisch göttlich, braucht keine Gnadenhilfen mehr. Siehe dazu die hervorragende Analyse in „Gethsemani“ von Kard. Siri.

    Ergo: Es gibt tatsächlich in der Kirche eine Bedrohung des Pelagianismus. Heilmittel: Zurück zur Erbsünden- und Gnadenlehre. Je scholastischer desto besser.

    (Fortsetzung folgt)

  10. (Die Fortsetzung)

    Beispiel „Gnostizismus“

    Erste Ebene:
    - Eine Falschdefinition der Gnosis, die gerade sehr irrational war und durchaus am „Fleisch des Bruders“ (aha.. hört sich recht homophil an) interessiert war.

    Zweite Ebene:
    - Der Hunger nach Spiritualität ist an sich etwas Gutes, weil es eine Suche nach Gott ist. Ebenso das Streben nach einer rationalen, im katholischen Sinne von ratio und fides, Erkenntnis. Wären sie nicht gut, so würde der Teufel sie nicht bekämpfen und verzerren.

    Dritte Ebene:
    - Wir haben es seit dem Konzil tatsächlich mit einem Aufleben des Gnostizismus zu tun. Fast alle nachkonziliaren „Erneuerungsbewegungen“ sind gnostisch, insbesondere:

    a. Neokatechumenat
    b. Opus Dei
    c. Charismatische Bewegung,
    d. St, Egidio und andere

    Natürlich sind alle Geheimgesellschaften und in der letzten Zeit viele Orden, wie die Jesuiten, extrem gnostisch.

    Der jetzige Katholizismus zerfällt zur Gnosis und Papst Franziskus treibt es voran.

    Die Gnosis konnte es nicht wahr haben, dass Gott tatächlich Fleisch angenommen hat. Heute äußert es sich in der praktischen Leugnung der Göttlichkeit Christi per „unser Bruder“, „der gute Mann aus Nazareth“.

    Da Gott Fleisch geworden ist, daher müssen wir das Fleisch, spirch unsere Körperlichkeit als Tempel des Heiligen Geistes hochachten. Durch heiliggemäßes Leben und Askese.

    Gnostisch ist all das vegetarisch-ökologische-Vegane. Gnostisch ist diese ganze Sexualisierung, wie sie in der Kirche stattfindet.

    Wir werden auch dazu etwas auf unserem Blog veröffentlichen.

    Summa summarum: Papst Franziskus sagt auch manchmal was Wahres.

    Soweit kurz dazu.

    • Ich weiß, was Sie sagen wollen, aber mir geht das teilweise zu weit. Wir können nicht argumentativ durchspielen, dass der Teufel F. regelrecht „inspiriert“.
      Das ist eine schwierige Aussage, die man nicht in einem logischen Spiel anwenden sollte.
      Das ist aus der Position heraus, die wir haben, nicht in Ordnung.

      Ich frage mich nach wie vor, was mit all den Seiltänzereien auf einer Linie am Boden gewonnen sein soll.
      Es ist pseudoscholastisch, pseudologisch und bringt gar nichts.

      Im letzten Ende sind diese Rundumschläge, die seit Pius X. in der Kirche Mode geworden sind, eine Katastrophe. Mit „Pascendi“ wurde m.W. erstmalig ein pauschaler Rundumschlag gegen angebliche und wirkliche Häretiker geführt, allerdings ohne Präzisierung und folglich brach eine hemmungslose „Modernistenhatz“ aus, die im Prinzip nicht wusste, was Ross und was Reiter ist.
      Der nächste Rundumschlag war das Vaticanum II und das Geschwätz Roncallis: Genauso unscharf und pauschal laberte er etwas von „Unglückspropheten“, die man nun nicht mehr brauche. Und das Konzil selbst parierte Pius X. und warf ihm das Echo seiner Unschärfe und Unsachlichkeit zurück. Bis heute würgt die Kirche an diesen beiden total unklaren Entwürfen, der vom jeweiligen Fanclub für DAS Superkonzil bzw. DEN Superpapst stilisiert wird, aber bis heute weiß keine Seite, wovon sie eigentlich redet und ergibt sich Geistern, deren Richtung nicht klar ist.

      F. ist eine späte und ultimative Frucht dieser unseligen Stil-Tradition. Seien wir etwa gnädiger mit ihm – er hat eine lange Reihe von Vorgängern und toppt sie allesamt!

      Die Kirche fuhr erheblich wahrhaftiger, solange sie einfache Sätze definiert oder aber verworfen hatte. Damit konnte man halbwegs umgehen und auch der Einzelne Gläubige war eher geschützt vor dem Vorwurf, ein Häretiker zu sein.
      Nur einen vergleichbaren – auf geistiger Ebene vergleichbaren Exzess – gab es zuvor, auch wenn das Lehrmat ihn nicht wirklich fundieren wollte: den frühneuzeitlichen Hexenwahn.

      Eins muss uns klar sein: F. beschuldigt damit weite Teile der Kirche, häretisch zu sein.

      • @ zeitschnur

        Natürlich wirken Dämonen inspirierend, daher auch die discretio spirituum, d.h. die Unterscheidung der Geister in Plural.

        Siehe das Werk von Kardinal Bona zu diesem Thema. https://traditionundglauben.wordpress.com/category/geistliches-leben/aszetik/kardinal-bona/

        Katholizismus ist nicht nur ratio. Die letzten Gründe der Wirklichkeit sind geistlich und wie alle großen Seelenführer sagen, Kard. Bona auch, man erkennt den Geist an seinen Folgen ex effectibus cognoscitur.

        Bitte nicht „pseudoscholastisch“, sondern scholastisch.

        Es bringt uns die Einsicht, wozu diese Rede gut sind.
        Der Hl. Ignatius von Loyola, der Bergoglio sicherlich nicht verdient hat, sagte ja, dass man wissen sollte, wohin der böse Geist und führen will und das Gegenteil tun. Aber der böse Geist ist selten eindeutig und deshalb muss man vieles entwirren. Die Wahrheit ist einfach, die Lüge nicht und je mehr Schlangenlinien, desto mehr Schlange.

      • Geehrte @ zeitschnur,

        „Teuflische Inspiration“: richtig verwortet.
        Man muß sich nur einmal eindenken, was in den Köpfen der Hirten und Mitarbeiter in nächster Umgebung von Bergoglio vorgeht.
        Dum mundus volvitur, Crux stat.
        Stemus iuxta Crucem.

      • Werte Frau @ Zeitschnur!
        Sie sagen über Papst Pius X. in der Ihnen eigenen herablassenden Sprechweise: „Mit „Pascendi“ wurde m.W. erstmalig ein pauschaler Rundumschlag gegen angebliche und wirkliche Häretiker geführt, allerdings ohne Präzisierung und folglich brach eine hemmungslose „Modernistenhatz“ aus, die im Prinzip nicht wusste, was Ross und was Reiter ist.“
        Ihr Nachsatz über die fehlende Präzisierung usw. ist falsch, denn das Gegenteil ist richtig!

        Das Dekret von Pius X. „Lamentabili sane exitu“ vom 3. Juli 1907 enthält zu folgenden 7 Bereichen 65 konkrete, modernistische Ansichten, die allesamt verurteilt worden sind. Die 65 verurteilten Sätze sind im Internet nachlesbar.

        2.1 Die Emanzipation der Exegese vom Lehramt der Kirche
        2.2 Die Inspriation und Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift
        2.3 Der Begriff der Offenbarung und des Dogmas
        2.4 Christus
        2.5 Die Sakramente
        2.6 Die Verfassung der Kirche
        2.7 Die Unveränderlichkeit der religiösen Wahrheit

        Einleitend sagt der Papst:

        „Es ist eine traurige Tatsache, daß unsere Zeit jeder Leitung überdrüssig, bei der Erforschung der höchsten Fragen nicht selten dem Neuen so nachjagt, dass sie das Erbgut der Menschheit preisgibt und den schwersten Irrtümern anheimfällt. Diese Irrtümer werden umso gefährlicher sein, wenn es sich um die heiligen Wissenschaften handelt, um die Erklärung der Heiligen Schrift, um die vorzüglichsten Glaubensgeheimnisse.

        Es ist aber sehr zu bedauern, daß sich auch unter den Katholiken nicht gerade wenige Schriftsteller finden, welche die von den Vätern und von der Heiligen Kirche selbstgesetzten Grenzen überschreiten und unter dem Schein einer höhern Einsicht und im Namen der geschichtlichen Auffassung einen Fortschritt der Dogmen anstreben, der in Wahrheit ihre Zersetzung ist.

        Damit aber derartige Irrtümer, die täglich unter den Gläubigen verbreitet werden, in ihrem Herzen keine Wurzel fassen und die Glaubensreinheit beeinträchtigen, hat es dem Heiligen Vater Pius X. gefallen, dass die Heilige römische und allgemeine Inquisition die vorzüglichsten derselben kennzeichne und verurteile.

        Darum haben die erlauchten Herren Kardinäle, die in Sachen der Glaubens- und Sittenlehre Generalinquisitoren sind, nach vorheriger sorgfältiger Untersuchung und nach Einholung des Gutachtens der Konsultoren ihr Urteil dahin abgegeben, dass folgende Sätze zu verurteilen und zu verfolgen sind, wie es durch folgendes Generaldekret geschieht“

        Nehmen Sie dies bitte zur Kenntnis, bevor Sie selber Rundumschläge verteilen!

      • @ Tradition und Glauben

        Ich sagte ja, dass ich verstehe, was Sie meinen. Aber es ist mir so zu kurz gegriffen. Ich versuchte Ihnen doch zu beschreiben, dass ich F. bereits für eine Frucht lange vor ihm wirkender Geister halte.

        Er ist wahrscheinlich vor allem inspiriert von den Geistern, die andere Päpste vor ihm riefen.

        Noch ein Wort zur „Discretio“:

        Sie ist ein Charisma, das nicht jeder hat.
        Wie oft haben Katholiken gemeint, sie hätten dieses Charisma und in einem zelotischen Eifer genau übers Ziel hinausgeschossen!
        Dieser Zelotismus ist das Grundproblem der konservativen/reaktionären Katholizismus.
        Man kann auch diese faulen Früchte inzwischen doch sogar beschämend reichlich erkennen nach fast 200 Jahren!

        Eine scholastische Deduktion ist im übrigen ja noch keine Garantie dafür, dass man damit ein Charisma an sich reißen konnte.

        Mit Scholastik kann man genauso dem Bösen dienen wie ohne sie – es kommt immer auf die Anwendung und die Inspirationen an.

      • @ Adrien Antoine

        Ja, das kann sein, was Sie sagen, und ich verteidige den Geist dieser Leute ja nicht.
        Aber die Gemengelage ist komplizierter, wie ich @Tradition und Glauben gegenüber darlegte!

      • und noch ein Nachtrag an @ TuT

        Immer wieder wird die Frage gestellt, ob nicht das große Problem der gesamten SJ durchaus dem Geist des Ignatius entsprungen ist.

        Ich beantwrrte diese Frage hiermit NICHT, weil ich mich damit zu wenig befasst habe. – nota bene.

        Aber sie steht eben auch im Raum der Fragen zur Krise.

        Sie nehmen dagegen eine Klassifizierung vor im Hinblick auf den Ordensgründer, ohne vielleicht auch hier vorsichtig zu sein.

        All das, was heute wie eine Eiterblase aufbricht, hat sich lange entzündet. F. ist nur die Endkonsequnez aus vielem, was teilweise Jahrhunderte, aj vielleicht sogar Jahrtausende alt ist.

    • Hochgeehrte(r) @Tradition und Glauben,
      Sie haben es eindrucksvoll analysiert und die Essenz getroffen.

      Dieser Vortrag ist totaler Unsinn, wie auch der Kommentar von A. S. auf einer anderen Homepage, und wie Bergoglios Predigt heut 13.November 2015 veröffentlicht über die Beichte.
      Das Wort „Pelagianismus“ ist eine Worthülse, schon vor 1600 Jahren benutzt, um sehr unterschiedliche Begriffe und Gedanken als „Cocktail“ unter einem Hut zu bringen.
      Pelagius wurde übrigens von Päpsten sowohl verurteilt als auch wieder in seine Ehre wiederhergestellt.
      Von Pelagius und seinen Nachfolgern haben wir kaum direkte schriftliche Überlieferungen; einiges aber natürlich voreingenommen in den Schriften der Gegner.
      Kompliziert wird das Ganze dadurch, daß Augustin schon des Griechischen kaum mächtig war und eine wichtige Ressource ihm nicht zur Verfügung stand.
      Der Antipelagianismus wurde übrigens auch von der Kirche als einseitig angesehen.
      Der Hl. Augustinus konfrontiert den Pelagianismus übrigens meist mit dem Manichäismus (wobei die Gnosis doch ca. 6 Jahrhunderte beschlägt, v. ca. 200 v.C. bis ca. 400 n.C.).
      Die Gnosis hat übrigens auch ihre Spuren in der Hl. Schrift und in den Apokryphen zurückgelassen.
      Es ist sehr problematisch einen zweipoligen Kontrast aufzubauen zwischen 2 Denkgebäuden die bis zu 600 Jahren auseinanderliegen und die dann nochmals durch große zeitliche Distanz von uns verzerrt gesehen werden.
      Wenn es Latein gewesen wäre, hätte ich gesagt:
      „Est latina de coquina“.
      „Senkrecht klassieren“ (über dem „Reißwolf“)
      Der Kontrast

    • Hochgeehrter @Tradition und Glauben,

      „…zärtlich auf das Fleisch des Bruders…“:
      diese Passage ist mir auch aufgefallen.
      Dokumentieren, analysieren, kommentieren -
      Was sagt eigentlich @Elias dazu?

  11. Es ist sehr schlimm:
    wer sich an den Katechismus hält und sonntags trotz Müdigkeit und alternativer Unterhaltungsmöglichkeiten gerne zur Hl. Messe geht und die seinen mitnimmt, den Kindern lehrt, dies zukünftig auch immer zu tun, weil es eben die Sonntagspflicht gibt – böser Pelegianer
    wer beim Ehepartner bleibt, obwohl es manchmal sehr schwer und zum Davonlaufen ist, weil die Ehe halt unauflöslich ist – sturer Pelegianer
    wer sagt, gegen die Lehre der Kirche zu verstoßen, ist Sünde – unbarmherziger Pelegianer

    Also, das sich Abarbeiten an den Geboten des Herren ist nicht nötig, sondern blöde und auch noch schlecht?
    Ja dann, Freunde, lasst es krachen !……….?

    • Richtig erkannt! Bergoglio verkündet das altbekannte lutherische „esto peccator et pecca fortiter“, was in der „pastoralen Praxis“ nichts anderes heisst als, unser Gott ist der Bauch (und das, was sich darunter befindet). Deshalb gefällt Bergoglio der hedonistischen Welt so sehr, weil er ihrem ungezügelten Treiben die Absolution erteilt. Eine solche Afterreligion hat in den Augen der dekadenten Welt durchaus Zukunft. Sie werden durch Allahs Jünger noch eines besseren belehrt werden.

      • Eben nicht!
        Genau das tut er eben nicht – er ergreift eben nicht wie Luther eine klare, wenn auch häretische Position, die man fassen könnte.

        Er redet so, dass man nicht weiß, was er genau eigentlich ausdrücken will.
        In seinen Reden irrlichtert die gesamte Sprache sämtlicher theologischen Auseinandersetzungen der 2000-jährigen Geschichte der Kirche.
        Ein wildes Flackern mit flüchtigen Konturen.

        Denn im Zweifelsfall spricht er auch von „Sünden, die schlimmer sind als eine Sünde“, was dann eher an „himmelschreiende Sünden“ gemahnt oder endgültige Verwerfungen der Täter.

  12. Mal Pelegianer, mal Pharisäer, P. Franziskus schimpft, wo er nur kann auf die Treuesten im Glauben. Das sind diejenigen, die an das glauben, was seine Vorgänger und die Konzile gelehrt haben.
    Was bedeutet dies??

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