Synode: Franziskus schweigt, doch Pater Spadaro sagt, wie Papst entscheiden wird

Papst Franziskus mit Pater Spadaro SJ
Papst Franziskus mit Pater Spadaro SJ

(Rom) Papst Franziskus hätte die Frage der wiederverheirateten Geschiedenen längst durch ein klares Wort zur Unauflöslichkeit des Ehesakraments entschärfen können. Hat er aber nicht. Vielmehr wurde von ihm die Frage erst aufgeworfen und das schon kurz nach seiner Inthronisation. Der Papst spricht nicht selbst. Im Februar 2014 beauftragte er Kardinal Walter Kasper beim Kardinalskonsistorium zu sprechen. Seither spricht man von Kasperianern, um jene Fronde in der Kirche zu benennen, die das Ehesakrament aushöhlen will. Mit zahlreichen Gesten signalisierte Franziskus jedoch, ein „Kasperianer“ zu sein.
Auch nach der Bischofssynode hat er nicht gesprochen. Er zeigte seinen Unmut über den aus Kasperianischer Sicht mißlungenen Ausgang, nimmt man die ursprünglich genannten Ziele zum Maßstab. Er müsse noch darüber nachdenken, sagte Franziskus bei der Generalaudienz am vergangenen Mittwoch
Dafür hat ein anderer Papst-Vertrauter gesprochen, und das sicher nicht ohne päpstliche Erlaubnis. Gesprochen hat Pater Antonio Spadaro, der Chefredakteur der römischen Jesuitenzeitschrift La Civiltà Cattolica, die vorab für jeden Artikel eine Druckerlaubnis des Staatssekretariats braucht.

„Offene Tür für Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene“

Pater Spadaro schreibt in einem Artikel der Zeitschrift, was Papst Franziskus in der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen entscheiden wird. Eine Vorwegnahme, mit der die Kirche auf die päpstliche Entscheidung vorbereitet und mögliche Reaktionen getestet werden sollen. Der Artikel wurde bereits im Internet veröffentlicht. In der gedruckten Ausgabe ist er im Heft 3970 vom 28. November 2015 enthalten.

Am 4. November sagte Papst Franziskus zu den Gläubigen am Petersplatz, das sei nicht der Moment, um die Schlußfolgerungen der Synode einer Prüfung zu unterziehen, „über die ich selbst nachdenken muß“. Zu diesem Zeitpunkt hatte Pater Spadaro, einer der engsten Papst-Vertrauten, bereits seinen Artikel „Offene Tür für die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen“ für die aktuelle Ausgabe der Civiltà Cattolica geschrieben gehabt.

„Für Papst Franziskus ist Pater Spadaro alles. Berater, Interpret, Vertrauter, Sekretär. Die Bücher, Artikel und Tweets lassen sich nicht zählen, die er unermüdlich über den Papst schreibt. Um von den päpstlichen Reden, die seine Handschrift tragen, erst gar nicht zu sprechen“, so der Vatikanist Sandro Magister.

Deshalb kommt der Darstellung Spadaros über den Synodenausgang eine herausragende Bedeutung zu. Auch dieser Artikel „ging, wie immer, erst in Druck, nachdem die Entwürfe das Gästehaus Santa Marta passiert und das Placet der höchsten Autorität erhalten hatten“, so Magister.

Was Papst Franziskus denkt

Der 20 Seiten lange Aufsatz Spadaros gilt als Wegbereiter für die Schlußfolgerungen, die Papst Franziskus aus der Synode gezogen hat. Spadaro war selbst Synodale. Franziskus hatte ihn persönlich sowohl 2014 als auch 2015 zum Synodalen ernannt.

Kardinal Kasper gab dem Schlußbericht seine Lesart und zeigte sich „sehr zufrieden“. Der junge Dominikanertheologe Thomas Michelet zeigte die gegensätzliche Lesart zwischen der Hermeneutik der Kontinuität und der Hermeneutik des Bruchs ihrer jeweiligen Vertreter auf. Bischof Athanasius Schneider legte mit seinem „Non possumus“ eine ebenso klare, wie scharfe Kritik an Defiziten des Schlußberichts vor. Dieser sei mangelhaft, weil sich in ihm auf der Suche nach einem Kompromiß mehrdeutige Formulierungen finden.

Der Jesuit Spadaro legt mit seinem Artikel ein eindeutiges Bekenntnis zur Kasper-Lesart vor. Daß das Wort „Kommunion“ oder ein Synonym im Schlußbericht nicht einmal erwähnt wird, kümmert ihn herzlich wenig. Er läßt eine vorgefertigte Meinung erkennen, die in den Schlußbericht hineinliest, was man drinnen haben will. Die Civiltà Cattolica hat sich seit Ankündigung der Dppel-Synode in den Dienst der Kasperianer gestellt und das bedingungslos. In der römischen Jesuitenzeitschrift findet sich in den vergangenen zwei Jahren kein einziger Artikel, der die lehramtstreue Position von Kardinal Müller oder Kardinal Burke wiedergibt. Umgekehrt findet sich eine Vielzahl von Leitartikeln, Aufsätzen, Rezensionen und Interviews zugunsten der Position der Kasperianer. Eine Blattlinie, die man als einseitig qualifizieren darf.

Wiederverheiratete Geschiedene: Die Synode „hat eine Tür aufgetan“

Der entscheidende Satz in Spadaros Ausführungen lautet: „Für den Zugang zu den Sakramenten hat die ordentliche Synode effektiv die Grundlage gelegt, indem sie eine Tür auftat, die hingegen bei der vorhergehenden Synode verschlossen blieb“.

Der Vatikanist Sandro Magister hat fünf thematische Auszüge aus dem langen Spadaro-Artikel ausgewählt und die Schlußfolgerungen. Spadaro nennt insgesamt acht „kritische Knoten“, die er ausbreitet. Sie bieten Einblick über das Kirchenverständnis, das die Kasperianer antreibt und ein weit über die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen hinausreichendes Programm. Ein Programm, das von Papst Franziskus geteilt wird. Mehr noch, in ihm ist der eigentlich Kopf der Kasperianer zu anzunehmen. Darüber sollte sich niemand Illusionen machen.

Beispiel 1: Auf dem Weg zu einer pluralen Kirche

Die Synodalität impliziert die Diversität. […] Eine gute Lösung für Neuseeland ist keine für Litauen, ein in Deutschland brauchbarer Ansatz ist es nicht in Guinea. So hat der Papst selbst, jenseits der dogmatisch vom Lehramt der Kirche definierten Fragen, in seiner Schlußansprache vor der Synode festgestellt, daß es offenkundig ist, daß das, was für den Bischof eines Kontinents normal scheint, für den Bischof eines anderen Kontinents seltsam erscheinen kann, ja fast wie ein Skandal – fast! Was in einer Gesellschaft als Verletzung eines Rechts betrachtet wird, kann die selbstverständliche und unantastbare Vorschrift in einer anderen sein. Was für einige Gewissensfreiheit ist, ist für andere nur Verwirrung.

Beispiel 2: Doktrin als Steine

Ein kritischer Knoten ist der, der die Bedeutung der Doktrin betrifft. Bereits am Ende der Synode 2014 hatte der Papst von der Versuchung gesprochen, „das Brot in Steine zu verwandeln und gegen die Sünder, die Schwachen und die Kranken zu schleudern, es also in unerträgliche Last zu verwandeln“. Die Doktrin ist Brot und nicht Stein. Am Ende der ordentlichen Synode hat der Papst das Bild wiederholt und gesagt, daß es „allen bezeugt hat, daß das Evangelium für die Kirche das lebendige Brot der ewigen Neuheit bleibt, gegen jene, die es in toten Stein indoktrinieren und gegen andere schleudern wollen“.

Die Lehre – wie in einigen Arbeitsgruppen bekräftigt wurde – ist die Lehre Christi, ist das Evangelium selbst. Aus diesem Grund hat sie nichts mit jenen „verschlossenen Herzen“ zu tun, „die sich oft sogar hinter den Lehren der Kirche oder hinter den guten Absichten verstecken, um sich auf den Stuhl des Mose zu setzen und – manchmal von oben herab und mit Oberflächlichkeit – über die schwierigen Fälle und die verletzten Familien zu richten“, wie Franziskus gesagt hat.

Beispiel 3: Das Belagerungssyndrom

Ein zentraler Punkt der Diskussion war das Modell der Beziehung zwischen der Kirche und der Welt. […] Für einige Väter ist die Kirche von einer feindseligen und dämonischen Welt umgeben, vor der man sich verteidigen und die man durch die Proklamation der Lehre angreifen muß. Andere hingegen haben erklärt, daß die Aufgabe der Kirche es ist, zu unterscheiden, wie Gott in der Welt gegenwärtig ist und wie er sein Werk fortsetzen wird. Andererseits können wir weder eine Welt träumen, die es nicht mehr gibt, noch dem Masada-Komplex verfallen, dem Belagerungskomplex. Darin besteht die Gefahr eines Mangels an Glauben an Gott, der in der Geschichte handelt.

Beispiel 4: Die „Verschwörung“ der dreizehn Kardinäle

Zweimal hat Papst Franziskus aufgefordert, „jede konspirative Hermeneutik zu überwinden, die soziologisch schwach und geistlich nicht hilfreich ist“. Und das, weil, wie er selbst feststellte, „die Meinungen sich frei geäußert haben“, aber „manchmal mit nicht ganz wohlwollenden Methoden“. Auch die deutsche Gruppe äußerte „große Betroffenheit und Trauer“ wegen der „öffentlichen Äußerungen einzelner Synodenväter zu Personen, Inhalt und Verlauf der Synode (…). Dies widerspricht dem Geist des Zusammengehens, dem Geist der Synode und ihren elementaren Regeln. Die gebrauchten Bilder und Vergleiche sind nicht nur undifferenziert und falsch, sondern verletzend. Wir distanzieren uns entschieden.“ Ihre Mitglieder – und mit ihnen viele andere – haben sich einhellig distanziert. Die Synode war also weder ganz frei von einem Stilverlust noch von Versuchen, von außen und von innen Druck auf die Aula auszuüben – vor ihrem Beginn und während ihres Ablaufs – , einige davon fanden in den Medien ihren Niederschlag.

Beispiel 5: Geschlossene Tür und offene Tür

Die Tür wurde von einigen als „geschlossen“ bezeichnet oder als endgültig zu schließen, so im Fall der Eucharistie für die standesamtlich wiederverheirateten Geschiedenen; von anderen als „offen“ oder aus den entgegengesetzten Gründen und, um in allgemeinen Begriffen zu sprechen, aus einer grundlegenden pastoralen Haltung zu öffnen. […] Der Papst hat das Bild von der Tür in der Messe zur Synodeneröffnung gebraucht, indem er die Kirche anspornte, „ ein ‚Feldlazarett‘ zu sein mit offenen Türen, um jeden aufzunehmen, der anklopft und um Hilfe und Unterstützung bittet; mehr noch: aus der eigenen Einzäunung herauszutreten und auf die anderen zuzugehen mit wahrer Liebe, um mit der verletzten Menschheit mitzugehen, um sie mit einzuschließen und sie zur Quelle des Heils zu führen.“

Die Schlußfolgerungen zu den wiederverheirateten Geschiedenen

Die Realtio synodi halte „vor allem fest, daß sie ’stärker auf verschiedenste Weise in die christliche Gemeinschaft zu integrieren sind‘’“. Die „Richtschnur“ der Paragraphen 84-86 des Schlußberichts sei eine „solide pastorale Begleitung“. Die Kirche erweise sich als „Mutter, indem sie den wiederverheirateten Geschiedenen sagt, sich bewußt zu machen, daß sie dem ‚Leib Christi, der die Kirche ist‘ angehören, daß sie ‚Brüder und Schwestern‘ sind. Es wird gesagt, daß ‚der Heilige Geist ihnen Gaben und Charismen eingießt für das Wohl aller‘.” Spadaro breitet aus, was in den drei Paragraphen an „Positivem“ über die Genannten gesagt wird, um zur individuellen Gewissensentscheidung vorzustoßen. Der Priester, so sage es die Synode, habe die Aufgabe auf dem Weg der „Unterscheidung“ zu begleiten, „gemäß der Lehre der Kirche und den Richtlinien des Bischofs“.

Die „pastorale Unterscheidung“ sei der entscheidende Aspekt, der auf die Autorität des „Hirten, Richters und Arztes“ verweise, der vor allem „Diener der göttlichen Barmherzigkeit“ sei. Ein Weg, so Spadaro, der ganz auf der Linie der jüngsten päpstlichen Reformen des Ehenichtigkeitsverfahrens sei, wo Franziskus den Bischöfen wichtige Zuständigkeit übertragen habe.

„Das Dokument setzt auf diesem Weg der Unterscheidung der einzelnen Fälle fort, ohne der Integration irgendeine Grenze zu setzen, wie es hingegen in der Vergangenheit schien.“

Zudem sei nicht zu leugnen, daß unter einigen Umständen „ein Mangel an Anrechenbarkeit und Verantwortung gegeben“ sei. Es gebe eine allgemeine Norm, aber die Verantwortung sei nicht in allen Fällen dieselbe, deshalb brauche es „Unterscheidung“, um nicht alle gleich zu behandeln.

Kirche wird sich bewußt, nicht mehr über abstrakte Kategorien sprechen zu können, für die eine Regel gilt

„Die Schlußfolgerung ist, daß die Kirche sich bewußt wird, daß man nicht mehr über eine abstrakte Kategorie von Menschen sprechen kann und die Praxis der Integration nicht mehr in eine völlig generalisierte und in jedem Fall gültige Regel einsperren kann. Es wird nicht gesagt, wie wohin der Integrationsprozeß gehen kann, doch es werden auch nicht klare und unüberwindbare Grenzen gesetzt.“

Und Spadaro weiter: „Kardinal Schönborn, von Civilità Cattolica vor der Synode interviewt, hatte gesagt: ‚Es gibt Situationen, in denen der Priester, der Begleiter, der die Personen innerlich kennt, dazu kommen kann, zu sagen: Eure Situation ist so, daß ich laut Gewissen, eurem und meinem als Hirten, euren Platz im sakramentalen Leben der Kirche sehe.‘ Und das kann der Beichtvater feststellen, indem er die Bedingungen betrachtet, die von Familiaris Consortio vor 35 Jahren gesetzt wurden, und einen Schritt weitergeht, indem er es offener und aufmerksamer konkretisiert, als es bisher der Fall war.“

„Geistige Kommunion wird nicht mehr erwähnt“ – „Ein neuer Schritt“

Entscheidend sei, daß Familiaris Consortio feststellte, daß wiederverheiratete Geschiedene sich nicht als von der Kirche getrennt betrachten sollten. „Ein Konzept, das auch Papst Franziskus mehrmals wiederholte“. Damit stelle sich aber die Frage, worin denn dieses Nicht-Getrenntsein von der Kirche konkret bestehe. „Wie ist es möglich, wirklich in der kirchlichen Gemeinschaft zu sein, ohne – früher oder später – eine vollständige sakramentale Gemeinschaft? Zu behaupten, eine vollständige kirchliche Gemeinschaft sei möglich ohne die volle sakramentale Gemeinschaft scheint kein Weg, der beruhigen kann.
Zudem ist zu bemerken, daß die ‚geistige Kommunion‘ als Alternativweg zum Sakrament nicht mehr genannt wird, wie es hingegen noch bis zur außerordentlichen Synode der Fall war.
Der Weg der Unterscheidung und des Forum internum setzt der Möglichkeit von Willkürentscheidungen aus, gewiß, aber das laissez-faire war nie ein Kriterium, um eine gute pastorale Begleitung zurückzuweisen. Es wird immer die Aufgabe des Hirten sein, einen Weg zu finden, der der Wahrheit und dem Leben der Personen entspricht, die er begleitet, ohne vielleicht allen erklären zu können, warum diese zu einer Entscheidung statt einer anderen führt. Die Kirche ist Heilssakrament. Es gibt viele Wege und viele Dimensionen zugunsten des salus animarum zu erforschen.
Was den Zugang zu den Sakramenten betrifft, hat die ordentliche Synode daher effektiv die Grundlage gelegt, indem sie eine Tür geöffnet hat, die hingegen bei der vorherigen Synode verschlossen geblieben ist.
Mehr noch: vor einem Jahr war es nicht einmal möglich, mit qualifizierter Mehrheit die Debatte zum Thema zu bestätigen, die es in Wirklichkeit gegeben hatte. Daher kann man mit gutem Grund von einem neuen Schritt sprechen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Settimo Cielo

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9 Comments

  1. Man sollte bedenke wie viel Zeit normaler Weise zwischen einer Bischofssynode und dem päpstlichen Dokument das im Anschluß erscheint bedenken

  2. Es kommt alles ans Tageslicht ! Das Ergebnis der zwei Synoden steht schon fest, nicht vom Papst
    selber, sondern von Pater Spadaro in der Jesuiten-Zeitschrift. Keiner der die Synoden verfolgt hat,
    hat annehmen können, dass die Vorgabe Hl.Kommunion für Geschiedenen, aufgegeben worden
    sind. Dafür ist die Freude der Kasperianer und Jesuiten, ein beredtes Zeugnis. Es war auch vor-
    raus zu sehen, dass weiter an der Lehre gewurschtelt wird, jetzt erst recht und mit Rückende-
    ckung von Franziskus. Die deutschen und österreichischen Synodalen haben hier in einer gehei-
    men Zusammenkunft, für ihre Zwecke, gute Vorarbeit geleistet. Für die Weltkirche ist der Schaden
    übergroß und kann die Einheit, die je schon gestört ist, zum Erliegen bringen.

  3. Punkt 1 bedeuted nichts mehr und nichts weniger, als die Abschaffung der gesamtkirchlichen Lehre und damit die Auflösung der katholischen Kirche als solcher. Wer da tatenlos zusieht, macht sich mitschuldig an dieser abgefeimt-jesuitischen Meuchelei.

  4. Ich bin kein Theologe,aber der Grundfehler der Progressisten scheint mir aus dem Artikel hervorzuheben: es ist der Gedanke, dass möglichst alle dazugehören müssen, niemand ausgeschlossen sein darf. Die Lehre soll dahinter zurücktreten. Pastoral ist alles. Auf Dauer führt das nur dazu, dass alle zu einem inhaltlosen Nichts dazugehören. In der Konsequenz werden sich die Menschen von diesem Nichts natürlich abwenden, da es ihnen „nichts gibt“, “ nichts bringt“. Wirkliche Pastoral setzt eine klare Lehre voraus, aber davon wollen die Progressisten nun einmal nichts wissen.

  5. Es gibt überhaupt keinen Zweifel mehr daran, daß auf der Synode zwar ein offener Bruch vermieden wurde- und das aus sicher guten Gründen-, aber es gibt auch keinen Zweifel mehr, daß es diesen Bruch faktisch gibt. Und diese Spaltung war bereits ersichtlich durch den Blitzeinschlag in St. Peter am Abend des 11.02.2013.
    „Papst“ Bergoglio hat etliche Mitverschwörer, zu denen ich auch diejenigen zähle, die so im Fahrwasser der Kritik ihr eigenes Süppchen kochen.
    Nun ja, jetzt läuft das ganze Programm der Zerstörung eben ab. Man kann sich darauf einstellen und entsprechend verhalten. Der Allmächtige läßt sich sowieso nichts vormachen.
    Ehebruch bleibt Ehebruch und Sünde bleibt Sünde ob in Deutschland, in Belgien, Österreich oder in Buenos Aires/Argentinien.

    • Gegen diese planvolle Zerstörung des Glauben und der Kirche hilft nur die Wahrheit zu verkünden. Selbst wenn der gesamte Klerus dies nicht bereit wäre mehr zu tun, wären tatsächlich wir Laien gefragt dies um so lauter überall zu tun.

      Vor der Wahrheit fürchten sich diese nihilistischen Zerstörung.

      Der Hl. Paulus erinnert uns in Röm 8 an:
      Die Gewissheit der Glaubenden
      31 Was ergibt sich nun, wenn wir das alles bedenken? Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?32 Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?33 Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht.34 Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.35 Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert?36 In der Schrift steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat.37 Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.38 Denn ich bin gewiß: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten39 der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

  6. Der Grundirrtum, der sich nun auch radikal in der katholischen Kirche auswirkt, manifestiert sich in einem verabsolutierten Emanzipationsverständnis, das in der Aufklärung seinen Ursprung hat. Das menschliche Sein wird nicht mehr aus göttlichem Willen hervorgehend und damit auf ihn bezogen verstanden, sondern als Verwirklichung einer von allen metaphysischen Bezügen befreite Selbstbestimmung des Menschen. Die Lebenswirklichkeit ist also nicht länger eine von Gott her geprägte, sondern eine des frei sich entfaltenden Willens des Menschen. Das Maß des moralischen Handelns liegt nicht länger im göttlichen Gebot, sondern in der freien Setzung von sogenannten „Werten“, die lediglich zeitlich ausgedeutet werden können. Die Befolgung der Gebote Gottes wird in diesem Denken nicht mehr als Befreiung aus der Verstrickung des Menschen in seine Unzulänglichkeiten verstanden, sondern als unzeitgemäße Einschränkung der Persönlichkeit, die sich an nichts außer dem eigenen Gewissen binden will. Das Gewissen wiederum wird auf die subjektive Anschauung herunter gebrochen, in ihm herrscht der Relativismus, der nichts anderes hervorbringt als die Auflösung aller Verbindlichkeit. In der Totalität der Selbstverwirklichung, wie wir sie heute allenthalben in der westlichen Welt sehen, wird der Mensch zur Monade, in die der göttliche Ruf nicht mehr zu dringen vermag. Der Mensch hört nicht mehr das göttliche Wort, er erfindet es sich aus der subjektiven Suggestion.

    Wer heute nüchtern auf den Zustand der Welt blickt, auf das, was die Emanzipation des Menschen bewirkt hat, der kann nur das Scheitern der Aufklärung und ihrer Ideologie konstatieren. Die Selbstermächtigung hat zur Verabsolutierung einer Irrationalität geführt, die sich als Fortschritt ausgibt. Das bloße Fortschreiten stellt aber noch keine Qualität da und wir sehen heute mit erdrückender Klarheit, dass die Menschheit nicht ins Licht, sondern immer bedenklicher dem Abgrund entgegengeht. Es haben sich längst alle zwischenmenschliche Bezüge in Abstraktionen eines Systemdenkens aufgelöst, die den Menschen zur Marionette werden lassen.

    Bergolio fühlt sich, wie die Kardinäle Kasper, Marx, Lehmann und Danneels, um nur diese zu nennen, der auf die Aufklärungsideologie bezogenen Moderne verbunden. Die Moderne müsse in die Lehre der Kirche Eingang finden, so jüngst Kardinal Marx. Was diese „Neuerer“ jedoch verkennen, ist, dass die Aufklärung in ihren letzten Konsequenzen, die notwendig zu ziehen sind, wenn es noch um Wahrheit gehen soll, nihilistisch ist und ein Glaube an Gott und seine Gebote kein Platz mehr ist. Dass man heute in der katholischen Kirche so locker das Wort Jesu Christi beiseite schiebt, entspringt eben dem Geist der aufklärerischen Emanzipation, der nur auflöst und nichts schafft. Die Barmherzigkeit Kaspers ist leer, sie ist im strengen Sinne negativ, weil aus ihr nichts Positives hervorgeht. Anders gesagt, der Glaube befindet sich in diesen progressiven Strömungen in der Auflösung, er verdunstet.

  7. Sehr geehrter @Suarez: vielen Dank für ihre richtigen und wahren Worte. Ich habe mir diese in aller Ruhe durchgelesen.

    Nun, wir leben in dieser Welt so wie sie jetzt ist oder auch lediglich erscheint. Wir haben bei uns diese Kirche und keine andere. Ja, man kann zur Piusbruderschaft gehen, aber da stellen sich ebenfalls Fragen. Die hl. Messe ist ja richtig und gut, aber die Menschen sind ja nicht oder kaum anders als die anderen. Die Piusbruderschaft versucht auf ihre Weise, den Problemen Herr zu werden. Kann das aber ein Beispiel für alle sein?
    Könnte man sagen: wir legen alles beiseite wie etliche Sekten (ich meine nicht die Piusbruderschaft) und bleiben soz. unter uns? Wir gehen zu keinem Arzt der anderen und spenden auch kein Blut für andere.

    Wir haben eine Kirche und eine lange Tradition des Glaubens in unseren Breiten. Man kann also nicht von vorn anfangen-. Oder aber man muß die „Pharisäerkirche“ lassen wie die ersten Christen ihr Judentum gelassen hatten und gründet demgemäß das Richtige und auch Neue. Dazu bräuchte es aber eine wirkliche Autorität, die doch nur Christus selbst oder der Hl. Geist sein kann.
    In jedem Falle bräuchte es doch neue Christen mit einem neuen guten Geist und quasi eine Neugründung der Kirche. Und die neuen Christen müssten weg von den Fleischtöpfen Ägyptens (die heutige Kirche), weg von „Jerusalem“ und seinem Tempel. Das ist ja am Untergehen.

    Es wird jedenfalls eine neue Kirche geben und ich meine, man muß sich dafür innerlich bereit halten- im Halten der Gebote und im Gebet. Daß wenn der Trompetenschall soz. erklingt, man bereit ist wie die 5 klugen Jungfrauen.

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