Nuzzi stellte „Via Crucis“ vor: „Kein Dokument gestohlen“

Gianluigi Nuzzi bei der Buchvorstellung
Gianluigi Nuzzi bei der Buchvorstellung

(Rom) Der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi stellte heute in Rom sein neues Buch „Via Crucis“ vor. Nuzzi ist der Autor von „Sua Santità“ (Seine Heiligkeit), dem Buch, das mit dem Skandal Vatileaks 1 verbunden ist.

Die beiden in der Nacht auf den 1. November erfolgten Verhaftungen von Francesca Chaouqui und Msgr. Lucio Angel Vallejo Balda sind die beste Werbung für das neue Buch. Eine Bemerkung von Vatikansprecher Pater Federico Lombardi, im Zusammenhang mit der Bekanntgabe der Verhaftungen, setzt Nuzzi Buch jedoch einem Verdacht aus. Lombardi sagte, daß zwei Bücher unmittelbar vor dem Erscheinen stehen, deren Inhalt auf der Weitergabe vertraulicher Informationen und interner Dokumente beruhen, die mit den Verhaftungen und Ermittlungen zu tun haben.

Verleger: „Kein Dokument wurde gestohlen“

Nuzzis Verleger, Lorenzo Fazio vom Verlagshaus Chiarelettere, legte heute bei der Vorstellung des Buches Wert auf die Feststellung, daß das veröffentlichte Material über den Vatikan „nicht gestohlen“ worden sei. Das Material sei von „verschiedenen Personen, die freien Zugang“ dazu hatten, aus „freien Stücken“ übergeben worden. „Kein Dokument sei illegal eingesehen oder reproduziert worden.“

Der Titel „Via Crucis“ beziehe sich auf Papst Franziskus und dessen „Leidensweg“, um Reformen im Vatikan durchsetzen zu können.

Das hat von Nuzzi 2012 gegenüber Papst Benedikt XVI. noch ganz anders geklungen. Damals richtete sich die Aktion explizit gegen den deutschen Papst. Nun, drei Jahre später, wird behauptet, die „Enthüllungen“ geschehen zur Unterstützung von Papst Franziskus.

Dan-Brown-Brille

Losgelöst von diesen Bekundungen, sehen die beiden Aktionen ziemlich gleich und ziemlich schäbig aus und riechen nach billiger Geschäftemacherei auf dem Rücken anderer, in diesem Fall der katholischen Kirche.

Das Interesse, auch deutscher Medien, an der Buchvorstellung war sehr groß. Letztlich sehen viele große Medien die katholische Kirche, mangels tieferem Zugang, eben am liebsten durch die Dan-Brown-Brille.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Secretum meum mihi

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13 Comments

  1. Das will ich wohl glauben, dass da kein Dokument gestohlen wurde, handelt es sich doch bei dem Machwerk Nuzzis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um ein Auftragswerk der Bergoglianer zum Zwecke der Verächtlichmachung der Kurie, um diese um so leichter hinweg“reformieren“ zu können. Was für eine heuchlerische Schmierenkomödie nach demTebartz van Elst’schen Strickmuster (es hat alles seinen größeren Sinn- und Zweckzusammenhang) uns da aufgetischt wird! Ekelhaft!

    • Diese Publikationen kommen Bergoglio sehr gelegen. Die Medien stilisieren ihn ja bereits zum wackeren und selbstlosen Heros, welcher gegen die fürchterlich böse Kurie ankämpft. Jetzt kann er „reformieren“ und „aufräumen“, d. h. die letzten Personen und Institute des Widerstandes gegen ihn aus- bzw. gleichschalten.

      • Wie recht Sie haben. Es gibt soviele unselige Publikationen über Franziskus
        die auf den Markt geworfen werden. Erst jüngst das Buch von diesem Herrn Englisch, es heißt „Der Kämpfer“. Alle Publikationen dieses Herrn Englisch sind unerträglich wie der Autor selbst, der sich als der Insider des Vatikan in
        allen Talkshows feiern läßt. Wenn man diesen Herrn reden hört muß man an
        seiner geistigen Gesundheit ernsthaft zweifeln.

      • Von „aufräumen“ versteht Papst Franziskus ziemlich viel.
        Seinen Umgang mit den Franziskanern der Immakulata habe ich noch nicht vergessen,
        ebenso nicht die Absetzung des konservativen Bischofs Rogelio Livieres (Paraguay) im vergangenen Jahr;
        hinzu kommt der „Wechsel“ von Kardinal Burke zum Malteserorden;
        im Frühjahr die Absetzung des Bischofs Mario Oliveri von Albenga-Imperia, bekannt als der katholischste Bischof Italiens (viele Priesterberufungen),
        vor kurzem die „Reform“ des römisch-katholischen Verfahrens zur Annullierung der Ehe.

        Was dürfen wir noch alles in dieser Hinsicht erwarten?

      • Liebe @Marienzweig,

        Was können Sie bei „Papst Franziskus“ noch erwarten?
        – Im negativen Sinne: Alles.
        Was können sie bei „Papst Franziskus“ noch erwarten?
        – Im positiven Sinne: leider Nichts (oder sehr optimistisch: nicht viel)
        Das ist das Problem seiner Anhänger (naja: über deren gesunden Menschenverstand kann man geteilter Meinung sein) und vor allem seiner Mitarbeiter und Helfer und seiner Kollaborateuren.

        So pessimistisch als die geehrte Poster @J.G. Ratkai und @Reichsrömer sehe ich es nicht.
        Gestern bekam ich von einer deutschen Dombuchhandlung einen Reklamefolder für neu erschienene religiöse Schriften und Bücher zugesandt (wg. Advent, Weihnachten u.Geschenke usw.):
        Unmengen an Bücher über und auch v. Franziskus, viel Esoterik, sehr viel Pastellfarben: tonnenweise gedrucktes Papier- und alles wie Blei in den Läden liegend.
        Inhaltsloses Zeug, wirre Gedanken, äusserst langweilig gedruckt: die Katastrophe für einen Verleger.

        Ich kenne es sehr gut von Nordbelgien:
        es wird ein riesiger Berg von bedrucktem Papier produziert, die Autore ergötzen sich kurz an ihre Ergüsse, das Zeug gerät nicht an den Mann gebracht, es wird verramscht und in die Papiermühle gebracht, die Verlage laufen schlecht, müssen fusionieren und abschlanken (das ist wenigstens etwas Substanzielles für Gewerkschaftszeitungen) und dann kommt am Ende das Wichtigste:
        Diese Murkser wollen dann nicht viel später alles vergessen und vergessen lassen- und fast alles ist archiviert und dokumentiert und wird dann von christlichen Partisanen fachkundig offengelegt.

        Eine uralte Erfahrung:
        das Böse ist dumm und beschränkt;
        es führt zu Verstrickung und verstrickt sich selbst-
        Gott dagegen ist der Logos; Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

        In dieser Hinsicht ist grundlegender Optimismus angesagt.

      • Geschätzter Hr. Reichsrömer,
        Ja, dieser Englisch ist ein nicht ernst zu nehmender Primus unter den Bergoglio-Claqueuren. Vor zwei, drei Wochen war er da in irgendeiner Talkshow Freitag abends geladen, ich mußte gleich das Programm wechseln. Das Gebrüll dieses Prolls ist doch nicht auszuhalten. Das ist doch kein Journalismus mehr sondern Irreführung und Manipulation schlimmster Entartung kommuniziert in einer abgrundtief nivaulosen Sprache.

      • @Reichsrömer
        Dieser Buchautor ist m.E. nach mesmerisiert oder besessen, der steht voll unter Strom. Es gibt bei Fremdenlegionären einen gewissen Blick, der cafard, dem man nachsagt die Männer hätten den Wahnsinn gesehen; eine Kakerlake würde in den Kopf des Legionärs und dort über das Gehirn krabbeln und diesen Blick auslösen, ein Legionärsmythos. Genau solch‘ eine Art Blick haben auch mesmerisierte Menschen, diesen „Kakerlaken-Blick“, jedenfalls schaut der Mann so drein, daher meine Schlussfolgerung, entweder ist er mesmerisiert oder sogar besessen was auch sehr gut sein kann, normal ist der Blick jedenfalls auf keinen Fall, darüber hinaus ist der Mann hyperaktiv wie ein jemand der psychoaktive Drogen genommen hat, ja schon penetrant hyperaktiv. Irgendwas stimmt da ganz sicherlich nicht. Es wäre wirklich mal interessant das Wissen von Exorzisten zu diesem „Kakerlaken-Blick“ zu erfahren.

      • Heinrich
        Ich hätte es nicht so beschreiben können wie Sie, aber auch auf mich wirkt der Blick von Herrn Nuzzi schwer und unheimlich, etwas, dem ich nicht gern ausgesetzt bin. Nun blickt jeder denkende und fühlende Mensch irgendwann in die Abgründe des Daseins, aber die Frage ist: was tut man dann und wie kehrt man von da zurück…

      • @Leo Laemmlein
        Werter @Leo Laemmlein ich meinte mit dem Buchautor den von @Reichsömer erwähnten Autor Englisch nicht Herrn Nuzzi. Schauen Sie sich Herrn Englisch mal in Interviews an, dagegen ist Nuzzi schon normal. Nicht mal die krassesten Sektierer sind so abgefahren wie der Herr Englisch. Herr Englisch hat wirklich den „cafard“ der Legionäre und ist wie gesagt hyperaktiv wie jemand auf psychoaktiven Drogen. Herr Nuzzi dagegen wirkt schon gefasst und nüchtern, einer der klar versucht sich ein Scheibchen vom weltlichen Kuchen einzustecken, kühle Berechenbarkeit macht es aber definitiv nicht besser denn dann handelt man klar vorsätzlich und nicht unbewußt.

      • Man muss Herrn Andreas Englisch aber zugute halten, dass er sich vor noch nicht allzu langer Zeit erst „bekehrt“ hat und daher auch noch nicht so weit in die Materie des kath. Glaubens eingedrungen ist.
        Bei einem Fernsehinterview gab er unlängst preis, dass die Morallehre der Kirche (Humanae Vitae) sowieso nicht lebbar wäre und von den Katholiken auch nicht praktiziert wird, da die Gläubigen heute Gott sei Dank selbst entscheiden können wie sie ihren Glauben gestalten, ohne sich irgendwelche Vorschriften machen lassen zu müssen…. Auch mit einigen kirchl. Dogmen hat er so seine Probleme…

        Alles in allem ist er aber ein sehr smarter Bursche, der es versteht mithilfe seines neu gewonnenen Glaubens, einen nicht geringen Umsatz zu tätigen: Seine Bücher finden unter „Mainstream-Katholen“ reißenden Absatz.
        Wie wär es deshalb, wenn wir anstatt über ihn zu schimpfen, für ihn beten würden, damit er sich vom Halbherz- zum Vollblut-Christen wandeln kann. Es wäre doch wirklich ein nicht zu verachtender Zugewinn, wenn man diesen so umtriebigen Journalisten für den „alten Glauben“ an Land ziehen könnte.

      • @roman
        Also smart, wie Sie sagen, ist er auf jeden Fall. Das Bekehrte die verirrten „Altgläubigen“ wieder einnorden können ist ein Aspekt den man nicht unterbewerten sollte. Vielleicht kommt sein „unter Strom“ stehen ja noch aus alten Zeiten, es handelt sich definitiv nicht um Geschimpfe ich griff ihn ja nicht inhaltlich an, sondern sprach vom „cafard“, Abschreiben sollte man niemanden, bei mir gehen jedenfalls bei jemanden der nicht nachvollziehbar durch ein Trauma dazu gekommen ist die Warnlampe an da mesmerisierte Menschen auch so schauen und Mesmerismus alles andere als sauber ist, Mesmerismus ist eine Praxis aus dem Bereich Kybermagie, etwas das in okkulten Kreisen die Technik der freien Hand genannt wird und als Königsdisziplin dort gehandelt wird, aber es ist nur ein Teil davon. Bei traumatischen Auslösern ist sicherlich Respekt und Hilfe geboten, auch im Gebet das ist richtig. Aber dieses okkulte Wissen ist gefährlicher wie Atomwaffen, zumindest was die nichtrituellen Königsdisziplinen betrifft.

      • Heinrich
        Zwar habe ich einen gewissen Begriff von Okkultismus und Esoterik, aber in ihre Tiefen bin ich zum Glück nie eingestiegen. – Im allgemeinen ist es nicht möglich, über einen anderen zu sagen, ob er wirklich bekehrt ist oder nicht. Einem selbst bezeugt es der Heilige Geist. Es gibt freilich objektive Merkmale, wie die Frucht des Geistes – die klassische Stelle ist Galater 5,22 Wo diese fehlt, ist schwerlich von einer echten Wiedergeburt und Bekehrung zu reden.

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