„Ausdruck eines Kompromisses zwischen zutiefst unterschiedlichen Positionen“ – Bischof Bernard Fellay (FSSPX) zum Schlußbericht der Synode

Bischof Bernard Fellay
Bischof Bernard Fellay

Der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Bischof Bernard Fellay, gab eine Erklärung zur Relatio finalis, dem Schlußbericht der Bischofssynode über die Familie ab:

Der Schlußbericht der zweiten Sitzung der Synode über die Familie, der am 24.10.2015 veröffentlicht worden ist, ist weit davon entfernt, eine Übereinstimmung der Synodenväter erkennen zu lassen; er ist vielmehr der Ausdruck eines Kompromisses zwischen zutiefst unterschiedlichen Positionen. Man kann in ihm gewiß lehrmäßige Wiederholungen über die Ehe und die katholische Familie lesen, aber auch bedauernswerte Zweideutigkeiten und Auslassungen; vor allem wurden Breschen in die Disziplin geschlagen im Namen einer relativistischen pastoralen Barmherzigkeit. Der allgemeine Eindruck, den man von diesem Text gewinnt, ist jener einer Verwirrung, die bestimmt ausgenützt wird in einem Sinn, der der ständigen Lehre der Kirche widerspricht.

Darum erscheint es uns notwendig, die von Christus empfangene Wahrheit über die Funktion des Papstes und der Bischöfe1 sowie über die Familie und die Ehe2 aufs neue klar herauszustellen. Wir tun dies im selben Geist, der uns dazu geführt hat, an Papst Franziskus ein inständiges Bittgesuch vor der zweiten Sitzung dieser Synode zu richten.

1. Die Funktion des Papstes und der Bischöfe

Als Söhne der katholischen Kirche glauben wir, daß der Bischof von Rom, Nachfolger des heiligen Petrus, der Stellvertreter Christi ist und gleichzeitig damit Oberhaupt der ganzen Kirche. Seine geistliche Gewalt ist im eigentlichen Sinne jene einer Hirtengewalt. Die Hirten wie die Gläubigen der Ortskirchen, jeder einzeln und alle vereint wie zum Beispiel auf einem Konzil, einer Synode oder in Bischofskonferenzen sind ihm gegenüber durch eine Pflicht der hierarchischen Unterordnung und des wahren Gehorsams gehalten.

Gott hat die Dinge in dieser Weise angeordnet, damit die Kirche Christi nur eine einzige Herde unter einem einzigen Hirten sei, indem sie mit dem Bischof von Rom die Einheit des kirchlichen Lebens und das Bekenntnis des einen Glaubens bewahre. Die heilige Kirche Gottes ist in göttlicher Weise als eine hierarchische Gesellschaft verfaßt, bei der die Autorität, welche die Gläubigen lenkt und leitet, von Gott kommt durch den Papst und die ihm unterworfenen Bischöfe.

Hat das höchste päpstliche Lehramt den authentischen Sinn der geoffenbarten Wahrheit auf dogmatischem Gebiet wie auch in Sachen der Disziplin einmal festgehalten, dann steht es den kirchlichen Organismen, die der Autorität nach auf einer niedrigeren Stufe stehen, ‑ wie zum Beispiel die Bischofskonferenzen ‑ nicht zu, dort Veränderungen einzuführen.

Der Sinn der heiligen Dogmen, der für immer bewahrt werden muß, ist jener, den das Lehramt des Papstes und der Bischöfe ein für alle mal verkündet hat, und es ist nie in unser Belieben gestellt, sich davon zu entfernen. Von da an muß die Pastoral der Kirche, wenn sie sich in Barmherzigkeit kleidet, damit beginnen, das Elend der religiösen Unwissenheit zu heilen, indem sie den Seelen den Sinn der Wahrheit aufschließt, die sie rettet.

In der so von Gott eingesetzten Hierarchie wurden auf dem Gebiet des Glaubens und des Lehramtes die geoffenbarten Wahrheiten als eine göttliche Hinterlassenschaft den Aposteln und ihren Nachfolgern, nämlich dem Papst und den Bischöfen, anvertraut, damit sie dieses Glaubensgut treu bewahren und mit Autorität lehren. Dieses Glaubensgut ist, was seine Quellen betrifft, in den geschriebenen Büchern der Heiligen Schrift und ungeschriebenen Überlieferungen enthalten, die, von den Aposteln aus dem Munde Christi selbst empfangen oder von den Aposteln selbst auf Diktat des Heiligen Geistes gleichsam von Hand zu Hand weitergegeben, bis auf uns gekommen.

Wenn die lehrende Kirche den Sinn dieser in der Heiligen Schrift und in der mündlichen Tradition enthaltenen Wahrheiten erklärt, dann erlegt sie ihn den Gläubigen mit Autorität auf, damit sie diesen als von Gott geoffenbart annehmen. Und es ist falsch zu sagen, daß es dem Papst und den Bischöfen obliegt, das zu bestätigen, was ihnen der sensus fidei oder die gemeinsame Erfahrung des Volkes Gottes eingibt.

Wir haben dies schon in unserer „Inständigen Bitte“ an den Heiligen Vater schriftlich so ausgedrückt: „Unsere Beunruhigung rührt daher, dass der hl. Pius X. in der Enzyklika Pascendi eine solche Angleichung des Dogmas an die angeblichen zeitgenössischen Notwendigkeiten verurteilt hat. Pius X. und Ihr, Heiliger Vater, haben die Fülle der geistlichen Gewalt zu lehren, zu heiligen und zu leiten im Gehorsam Christus gegenüber empfangen, der das Haupt und der Hirte der Herde zu allen Zeiten und an allen Orten ist, und dessen treuer Stellvertreter der Papst auf dieser Erde sein muß. Der Inhalt einer dogmatischen Verurteilung kann im Laufe der Zeit nicht zu einer erlaubten pastoralen Praxis werden.“

Dies ist es, was Erzbischof Marcel Lefebvre in seiner Erklärung vom 21.11.1974 schreiben ließ: „Keine Autorität, selbst nicht die höchst in der Hierarchie kann uns zwingen, unseren Glauben, so wie er vom Lehramt der Kirche seit 19 Jahrhunderten klar formuliert und verkündet wurde, aufzugeben oder zu schmälern. Der heilige Paulus sagt: ‚Allein, wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündete, als wir euch verkündet haben, der sei ausgestoßen!‘“3

2. Die Ehe und die katholische Familie

Was die Ehe anbetrifft, so hat Gott für das Wachstum des Menschengeschlechtes gesorgt, indem er die Ehe eingesetzt hat, welche die feste und dauernde Verbindung eines Mannes und einer Frau ist.4 Die Ehe Getaufter ist ein Sakrament, denn Christus hat sie zu dieser Würde erhoben. Die Ehe und die Familie sind also göttlicher und naturrechtlicher Einsetzung.

Das erste Ziel der Ehe ist die Fortpflanzung und die Erziehung der Kinder, und kein menschlicher Wille kann dieses ausschließen, indem er Handlungen vollzieht, die diesem Ziel entgegenstehen. Der untergeordnete Zweck der Ehe ist die gegenseitige Unterstützung, die sich die Eheleute gewähren, wie auch das Heilmittel gegen die Begierlichkeit.

Christus hat die Einheit der Ehe als endgültig eingesetzt, sowohl für die Christen als auch für alle Menschen. Diese Einheit erfreut sich der Unauflöslichkeit dergestalt, daß sie nie gebrochen werden kann, weder durch den Willen der beiden Eheleute noch durch eine menschliche Autorität: „Was Gott verbunden hat, das kann der Mensch nicht trennen.“((Matthäus 19,6)) Im Fall der sakramentalen Ehe der Getauften erklärt sich die Einheit und Unauflöslichkeit auch aus der Tatsache, daß sie Zeichen der Einheit Christi mit seiner Braut, der Kirche, ist.

Alles, was die Menschen gegen die Einheit oder Unauflöslichkeit der Ehe verordnen oder unternehmen können, entspricht nicht dem, was die Natur noch das Wohl der menschlichen Gesellschaft fordert. Darüber hinaus haben die katholischen Gläubigen die schwere Pflicht, sich nicht nur durch eine Zivilehe zu binden, ohne die Eheschließung vor der Kirche in Betracht zu ziehen, welche dies vorschreibt.

Der Empfang der Eucharistie bzw. der sakramentalen Kommunion fordert den Stand der heiligmachenden Gnade und die Einheit mit Christus durch die göttliche Liebe; sie vermehrt diese Liebe und bezeichnet gleichzeitig die Liebe Christi für die Kirche, die ihm als einzige Braut vermählt ist. Folglich können diejenigen, die aus freiem Willen heraus außerhalb der Ehe oder selbst im Ehebruch zusammenleben – entgegen den Gesetzen Gottes und der Kirche ‑ zur eucharistischen Kommunion nicht zugelassen werden und sind wie öffentliche Sünder zu betrachten, denn sie geben das schlechte Beispiel einer Verfehlung gegen die Gerechtigkeit und die Liebe. „Wer eine entlassene Frau heiratet, begeht Ehebruch.“5

Gemäß dem Gesetz Gottes hat der Mensch das Recht, von seiner Geschlechtlichkeit Gebrauch zu machen, nur in der legitimen Ehe, und indem er die durch die Moral festgesetzten Grenzen respektiert. Deshalb widerspricht die Homosexualität dem natürlichen göttlichen Gesetz. Die außerhalb der Ehe vollzogenen Vereinigungen der frei Zusammenlebenden, der im Ehebruch Lebenden oder gar der Homosexuellen sind eine den Anforderungen des göttlichen natürlichen Gesetzes entgegengesetzte Unordnung und stellen damit eine Sünde dar. Man kann darin nicht irgendeinen Teil von sittlicher Gutheit feststellen, auch nicht eine weniger vollkommene Gutheit.

Angesichts der gegenwärtigen Irrtümer und der zivilen Gesetzgebungen gegen die Heiligkeit der Ehe und der Reinheit der Sitten ist festzustellen: Das Naturgesetz duldet keine Ausnahme, denn Gott hat in seiner unendlichen Weisheit in der Verkündigung seines Gesetzes alle Fälle und alle Umstände vorausgesehen, im Gegensatz zu den menschlichen Gesetzgebern. Daher kann man keiner Situationsethik das Wort reden, bei der man die Verhaltensregeln, so wie sie durch das Naturgesetz vorgegeben sind, den veränderlichen Umständen der verschiedenen Kulturen angleichen will. Die Lösung der Probleme auf dem moralischen Gebiet darf nicht allein dem Gewissen der Eheleute oder der Hirten anheimgestellt werden, das Naturgesetz drängt sich vielmehr dem Gewissen als eine Regel für das Handeln auf.

Die Fürsorge des barmherzigen Samariters gegenüber dem Sünder offenbart sich durch ein Erbarmen, das mit der Sünde nicht gemeinsame Sache macht, genauso wie der Arzt, der einem Kranken wirksam helfen will, daß er die Gesundheit wiedererlangt, nicht gemeinsame Sache macht mit der Krankheit, sondern ihm hilft, diese zu überwinden. Man kann sich von der Lehre des Evangeliums nicht im Namen eines subjektivistischen Pastoral befreien, indem man sie als gemeingültig darstellt und sie im Einzelfall abschafft. Man kann nicht den Bischöfen die Erlaubnis, das Gesetz der Unauflöslichkeit der Ehe ad casum aufzuheben zugestehen, ohne sich der Gefahr einer bedeutenden Abschwächung der Lehre des Evangeliums auszusetzen wie auch einer Zerstückelung der Autorität der Kirche. Was nämlich bei einer solchen irrtümlichen Sicht lehrmäßig behauptet wird, könnte pastoral geleugnet werden; was de jure eher verboten ist, könnte de facto erlaubt werden.

Inmitten dieser äußersten Verwirrung kommt es hinfort dem Papst zu, ‑ gemäß seinem Amt und in den Grenzen, die ihm Christus selber gesteckt hat – mit Klarheit und Festigkeit die katholische Lehre quod semper, quod ubique, quod ab omnibus ((S. Vinzenz von Lerins, Commonitorium)) zu verkünden und zu verhindern, daß dieser allgemein gültigen Wahrheit in der Praxis und an verschiedenen Orten widersprochen wird.

Indem wir der Aufforderung Christi: vigilate et orate folgen, beten wir für den Papst: oremus pro pontifice nostro Francisco, und wir bleiben wachsam: non tradat eum in manus inimicorum eius, damit Gott ihn nicht in die Gewalt seiner Feinde fallen lasse. Wir flehen Maria, die Mutter der Kirche an, ihm die Gnaden zu erlangen, die ihm erlauben, der getreue Verwalter der Schätze ihres göttlichen Sohnes zu sein.

Menzingen, 27. Oktober 2015

+ Bernard FELLAY

Generaloberer der Priesterbruderschaft Sankt Pius X.

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Zuwendungsübersicht
  1. Matthäus XVI, 18-19; Io XXI, 15-17; Konstitution Pastor Aeternus des Ersten Vatikanischen Konzils []
  2. Konzil von Trient, IV. Session; Erstes Vatikanisches Konzil, Konstitution Dei Filius; Dekret Lamentabili, Nr. 6. []
  3. Galater 1,8 []
  4. Genesis 2, 18-25 []
  5. Matthäus 19,9)

    Um die Nachlassung der Sünden im Rahmen der sakramentalen Beichte zu empfangen, ist es notwendig, den festen Vorsatz zu haben, nicht mehr zu sündigen; folglich können jene, die es zurückweisen, ihrer ungeordneten Situation ein Ende zu setzen, die gültige Absolution nicht empfangen. ((Leo XIII., Arcanum divinae sapientiae; Pius XI., Casti connubii []

13 Comments

  1. „Zerstückelung der Autorität der Kirche…“

    Wird es ausgehend von diesem Synodenergebnis zu einer Entwicklung wie im Protestantismus kommen: Jeder legt die Schrift (das Lehramt?) nach eigenem Geist aus?
    Wieviele protestantische Denominationen gibt es heute?
    Wieviele katholische werden sich unter Berufung auf diese Synode entwickeln?
    Liegt der Erfolg der Kasperianer mit dem Nicht-Ergebnis gerade in dieser neuen Freiheit?

  2. Sehr gut. Und sprachlich weit weniger theatralisch-anachronistisch als das „Bittgesuch“, das inhaltlich auch gut war, aber sprachlich sicher selbst dazu beitrug, nicht ernstgenommen zu werden.

  3. So kann es nicht weiter gehen, bedenkt man mit welcher Unklarheit die Synode zu Ende gegan-
    gen ist und der Papst mit seinen Äußerungen diese Unklarheit noch bekräftigt, kann man beim
    besten Willen nicht das Wirken des Hl.Geistes erkennen. Bei Gott gibt nur ein Ja oder Neín, da-
    zwischen gibt es nichts und Halbwahrheiten kommen erst recht nicht von Gott ! Durch den er-
    zwungenen Kompromiss wurde der Papst vor einer Katastrophe bewahrt, aber der Schaden für
    Kirche ist enorm. Die vielen Eingaben die von verschiedenen Ebenen kamen, wie hier von Bi-
    schof Fallay von der Piusbruderschaft, verhallten ungehört. Sie wurden nicht zur Kenntnis genom-
    men und blieben ohne Einfluss. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Papst stur seinen ein-
    geschlagenen Weg weiter verfolgt und unterstützt von den Kasperianern und den deutschspra-
    chigen Kardinälen und Bischöfen, seine Demontage der katholischen Kirche vermehrt fortführen
    wird und was Gott verhindern möge, sie letztendlich zerstört.

  4. Ein hervorragendes Dokument:
    Auf den eigenen Worten Unseres Herrn Jesus Christus und wichtigste Stücke der Kirchenlehre fundiert, in klarer deutlicher Sprache, vollkommen zur Sache gehend ohne nebulöse Umschweifungen, und in nicht erregten Worten.
    Die offizielle Meldungen, Erklärungen und Kommentaren des Vatikans bei und nach der Synode werden in Kontrast dazu gezeigt was sie wirklich sind:
    ein gewaltiger Haufen Papier mit verirrenden Tendenzen.

    Drei Absätze haben mich besonders ergriffen:
    1. Der vorletzte Absatz, wo klar und ohne Herumschweifegesagt wird, was ein Papst nach der Kirchenlehre zu tun hat.
    St. Robertus Bellarminus SI hat das Weitere hierzu geschrieben.
    2. Das Zitieren von Galater 1,8 und explizit der Erklärung von EB Msgr. Lefebvre vom 21.11.1974:
    diese Aussage wurde damals auch gegen die Abgesandte der Kongregation f.d. Glaubenslehre und der Kurie gemacht und niemals beantwortet- laß stehen doctrinär beanstandet.
    Damals war ich jung und die die katholische Welt total uninformiert, und der Haß auf und die Verfolgung von Msgr. Lefebvre enorm.
    Inzwischen ist alles anders: die Information ist exzellent und weltweit zugänglich, das Fachwissen (biblisch, patristisch, musikalisch) ist breit vorhanden und geschichtliche Erfahrung haben wir alle in Fülle und Überfülle.
    En avant.
    3. Für mich das Wichtigste:
    Die Erklärung von Bischof Fellay schließt mit der Anrufung der Gottesmutter Maria:
    gerade in dem Rosenkranzmonat Oktober, wo durch diese unselige Synode soviel Unsinn gesprochen und mit Mühe abgewehrt bzw. in nebulösen Erklärungen und Kompromissen versteckt wurde, wurde die Hl. Jungfrau Maria kaum beachtet.
    Wenigstens die FSSPX und diese Website hat hier tiefe Liebe zu der Gottesmutter gezeigt.

    Nigra sum

  5. Nun fehlt jedoch in dieser seiner Stellungnahme seine eigene Position zu dieser antikatholischen Synode mit einem antikatholischen Mann an der Spitze. Er spricht vom „päpstlichen Lehramt“. Um welches Lehramt handelt es sich hier? Und verurteilt Fellay dieses irrige falsche „päpstliche Lehramt“ und warnt davor? Keineswegs! Nicht die Bischöfe sind die Erstverantwortlichen, sondern Bergoglio, in seinen Augen jedoch wahrer Nachfolger Petri, ein wahrer Lehrmeister des Glaubens.

    Bischof Fellay schreibt in seiner Stellungnahme zur Synode:
    „Als Söhne der katholischen Kirche glauben wir, daß der Bischof von Rom, Nachfolger des heiligen Petrus, der Stellvertreter Christi ist und gleichzeitig damit Oberhaupt der ganzen Kirche. Seine geistliche Gewalt ist im eigentlichen Sinne jene einer Hirtengewalt.“
    Er sagt aber nicht, daß dies auf Bergoglio nicht zutrifft!
    Diese seine Stellungnahme beweist, daß er keinen Millimeter abzurücken bereit ist von seiner Idee der Verbrüderung und Beziehung mit Rom. Das ist es doch, was unter den Gläubigen Verwirrung schafft.
    Wir können soviel Verstellung nicht ertragen. Heute ein wenig aufzeigen, was in dieser Synode „zweideutig“ ist, morgen jedoch wieder händeschüttelnd mit Rom paktieren.

    Bischof Fellay sagt: „Der allgemeine Eindruck, den man von diesem Text gewinnt, ist jener einer Verwirrung, die bestimmt ausgenützt wird in einem Sinn, der der ständigen Lehre der Kirche widerspricht.
    Auch dieser Text ist ausgekocht und durchtrieben, denn nicht die Verwirrung schafft den Widerspruch in der Lehre, sondern der TEXT SELBST. Wir wollen eine offene und klare Beurteilung jener, die diesen widersprüchlichen Text geschaffen haben. Wir wollen eine klare Aussage, ob diese noch zur Katholischen Kirche gehören.

    Bischof Fellay müßte auch endlich nachweisen, daß wir es bei Bergoglio (und seinen Vorgängern) mit dem Nachfolger des heiligen Petrus zu tun haben. Wir jedoch können nachweisen – aufgrund der Aussage von Fellay selbst – daß diese Männer fortwährend der unantastbaren Lehre der Kirche widersprechen. Wir wollen hören, was das zur Folge hat. Welche Strafe verhängt die Kirche hierfür?

    Nur zu sagen, daß der Papst treuer Stellvertreter Christi sein muß, deckt doch das Übel nicht auf! Darauf hinzuweisen, was ein Papst nach der Kirchenlehre zu tun hat, beseitigt doch nicht den Schaden und entlarvt auch nicht Bergoglio.
    „Der Sinn der heiligen Dogmen, der für immer bewahrt werden muß, ist jener, den das Lehramt des Papstes und der Bischöfe ein für alle mal verkündet hat, und es ist nie in unser Belieben gestellt, sich davon zu entfernen..“
    Wem gilt dieses „ist nie in unser Belieben gestellt“? Wer ist dieses „unser“? Wer ist es denn, der diese unauflösliche Lehre der Kirche antastet und verfälscht? Warum nennt er den Täter nicht mit Namen? Und kann sein „Heiliger Vater“, kann das Oberhaupt der Katholischen Kirche überhaupt der unantastbaren Lehre der Kirche jemals widersprechen?

  6. DAS TREUEVERSPRECHEN
    das die Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. ablegen müssen gegenüber den Positionen der FSSPX

    Wenn es im von Pius X. festgelegten Antimodernisteneid heißt: „Ich, N.N., umfasse fest und nehme samt und sonders an, WAS VOM IRRTUMSLOSEN LEHRAMT DER KIRCHE definiert, behauptet und erklärt wurde, vor allem diejenigen Lehrkapitel, die den Irrtümern dieser Zeit unmittelbar widerstreiten…“, warum bedarf es bei der Piusbruderschaft zusätzlich eines Treueversprechens, wo von einem „irrtumslosen Lehramt“ nicht mehr die Rede ist? Das ist Lehre der Kirche: Das Päpstliche Lehramt ist in Fragen des Glaubens und der Moral UNFEHLBAR, ohne Irrtum und ganz katholisch. Niemand ist es gestattet, etwas anzunehmen und anderes zu verwerfen.
    Auf der Hand liegt: Diese Priester müssen zwei sich widersprechende Versprechen ablegen.
    Ist das für einen Katholiken überhaupt möglich, wenn die Priesterbruderschaft St. Pius X. sagt, sie habe sich zwar in Glaubensfragen von der modernistischen schismatischen und häretischen Autorität losgesagt, bleibe aber trotzdem mit ihr in Gemeinschaft?
    Und sie bleibt mit ihr in Gemeinschaft!
    Dafür hat sie das
    TREUEVERSPRECHEN
    geschaffen, die jeder Priester noch vor seiner Priesterweihe abzulegen hat und zwar verpflichtend, das heißt, oftmals gegen sein Gewissen. Es lautet:

    Ich, der Unterzeichnete,
    anerkenne Jorge Bergoglio als legitimen Papst der heiligen katholischen Kirche (!). Deshalb bin ich bereit, öffentlich für ihn zu beten. Ich lehne es ab, ihm zu folgen, wenn er sich von der katholischen Tradition entfernt, insbesondere in der Frage der Religionsfreiheit und des Ökumenismus sowie bei jenen Reformen, die für die Kirche schädlich sind.

    Ich anerkenne, daß nicht alle nach dem neuen Ritus zelebrierten Messen ungültig sind. Doch angesichts der schlechten Übersetzungen des N.O.M., seiner Zweideutigkeit, die seiner Interpretation in protestantischem Sinne Vorschub leistet, sowie der Vielzahl der Arten, auf die er zelebriert wird, räume ich ein, daß die Gefahr der Ungültigkeit sehr groß ist.
    Ich bekräftige, daß der neue Meßritus zwar keine Häresie ausdrücklich formuliert, sich jedoch sowohl in seiner Gesamtheit als auch im Detail in beeindruckender Weise von der katholischen Theologie der heiligen Messe entfernt, und aus diesem Grund ist der neue Ritus in sich schlecht.
    Deshalb werde ich die heilige Messe niemals nach diesem neuen Ritus zelebrieren, nicht einmal unter Androhung kirchlicher Sanktionen; und ich werde nie irgend jemandem anraten, aktiv an einer solchen Messe teilzunehmen.

    Ich anerkenne schließlich die Liturgiereform Johannes‘ XXIII. als legitim und traditionskonform. Ich akzeptiere also sämtliche diesbezüglichen liturgischen Bücher, Meßbuch, Brevier etc., als katholisch und verpflichte mich, sie entsprechend ihrem Kalender und ihren Rubriken ausschließlich zu benutzen, insbesondere bei der Zelebration der Messe und beim Beten des Breviers…

  7. Forts. Treueversprechen

    Ich wünsche dadurch den Gehorsam (!) zu bekunden, der mich mit meinen Vorgesetzten verbindet, ebenso wie jenen, der mich mit dem Römischen Papst in all seinen legitimen Akten verknüpft.
    Was die Interpretation und Verwendung des Neuen Kodex des kanonischen Rechts anbelangt, so erkläre ich mich schließlich bereit, die Anweisungen meiner Vorgesetzten zu befolgen.

    (Ort, Datum und Unterschrift)

    Hier stehen eine ganze Reihe offener Fragen im Raum.

    „die Anweisungen meiner Vorgesetzten zu befolgen“.
    Warum haben sich die Priester der Piusbruderschaft nicht dem Kodex von 1917 zu verpflichten? Warum wurde der Neue Kodex nicht kurzerhand zurückgewiesen? Warum sollen sie sich an die Oberen einer Bruderschaft binden und deren Anweisungen abwarten und nicht an die Katholischen Kirche? Warum sollen sich die Priester von dem abwenden, was die Kirche im Kodex von 1917 festgelegt und was auch Erzbischof Lefebvre bestätigt hat:
    „Ebenso ist der neue Kodex des Kirchenrechtes an mehreren Stellen von wesentlicher Bedeutung aufgrund seines Gegensatzes zu dem, was die Kirche in ihrem Lehramt als endgültig definiert hat, unannehmbar.“
    (Briefwechsel von Erzbischof Lefebvre mit Kardinal Ratzinger (April, Mai 1985)
    Wenn er unannehmbar ist, weshalb dann ein Zögern? Heute wird es klar warum dieser Text! Bischof Fellay akzeptiert nämlich heute den Neuen Kodex!
    An anderer Stelle sagt Lefebvre:
    „Was das Kirchenrecht betrifft, wie können wir unsere Identität wahren und den Kampf weiterführen, wenn wir uns den allgemeinen Rechtsvorschriften der Konzilskirche, nämlich dem NEUEN KIRCHENRECHT, unterwürfen?“

    Was die Neue Messe betrifft:
    Kann es einen von der wahren Katholischen Kirche schlechten Ritus überhaupt geben? Kann dieser Ritus gültig sein, wenn er in häretischer Weise der katholischen Lehre widerspricht?

    „Ich anerkenne, daß nicht alle nach dem neuen Ritus zelebrierten Messen ungültig sind. Doch angesichts der schlechten Übersetzungen des N.O.M., seiner Zweideutigkeit, die seiner Interpretation in protestantischem Sinne Vorschub leistet, sowie der Vielzahl der Arten, auf die er zelebriert wird, räume ich ein, daß die Gefahr der Ungültigkeit sehr groß ist.“

    Weder die Vielzahl der Arten noch die schlechten Übersetzungen sind die Ursache, daß man die Neue Messe verwerfen muss, sondern es ist der veränderte Glaubensinhalt dieses antikatholischen Meßritus.
    Lefebvre sagt:
    “..Aber weil diese von den liberalen Katholiken gewollte Vereinigung der Kirche mit der Revolution und der Subversion eine ehebrecherische Verbindung ist, können aus dieser Verbindung nur BASTARDE hervorgehen. Und wer sind diese BASTARDE? Es sind unsere Riten. Der Messritus ist ein illegitimer Ritus. Die Sakramente sind illegitime Sakramente…“

  8. Wenn Erzbischof Marcel Lefebvre in seiner Erklärung vom 21.11.1974 anführt: „Keine Autorität, selbst nicht die höchste in der Hierarchie kann uns zwingen, unseren Glauben, so wie er vom Lehramt der Kirche seit 19 Jahrhunderten klar formuliert und verkündet wurde, aufzugeben oder zu schmälern. Der heilige Paulus sagt: ‚Allein, wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündete, als wir euch verkündet haben, der sei ausgestoßen!“, muß man feststellen, daß die Neo-Piusbruderschaft trotz des Verkündens eines anderen Evangeliums durch Rom sie heute dennoch diesem Rom anhangen will und sich zwingen ließ, das Konzil, die Neue Messe und das Neue Kirchenrecht anzuerkennen.

    „Die Fürsorge des barmherzigen Samariters gegenüber dem Sünder offenbart sich durch ein Erbarmen, das mit der Sünde nicht gemeinsame Sache macht, genauso wie der Arzt, der einem Kranken wirksam helfen will, daß er die Gesundheit wiedererlangt, nicht gemeinsame Sache macht mit der Krankheit, sondern ihm hilft, diese zu überwinden.“

    Nun will aber gerade Bischof Fellay „gemeinsame Sache“ machen mit der Krankheit, mit diesem falschen „Päpstlichen Lehramt“.

    „Der allgemeine Eindruck, den man von diesem Text gewinnt, ist jener einer Verwirrung, die bestimmt ausgenützt wird in einem Sinn, der der ständigen Lehre der Kirche widerspricht.
    Diesen Eindruck einer Verwirrung gewinnen die Gläubigen jedoch, wenn die Piusbruderschaft fort und fort vom „Oberhaupt der Katholischen Kirche“, vom „Heiligen Vater“ spricht, wo dieser doch der ständigen Lehre der Kirche widerspricht und damit außerhalb der Kirche steht – eo ipso.

    • @ Makariel

      Ich stimme Ihnen in den meisten Punkten zu – so sehr Fellay Dinge ausspricht, die man bei Konzilskirchenbischöfen vermisst, so sehr vollzieht er auf der von Ihnen genannten Ebene dieselbe „Verwirrung“, die auf der Synode hinsichtlich der Ehe betrieben wird:

      Er erkannt Bergoglio als Papst an, obwohl er doch offenkundig die genannten Häresien vorantreibt und die Bischöfe, die sie offen aussprechen und fordern, maximal unterstützt hat von Anfang an.
      Er wirft den Bischöfen wie Kasper vor, sie wollten eine Krankheit durch Verbrüderung mit der Krankheit heilen.

      Nichts anderes aber betreibt die FFSPX!

      Auch sie will die Krankheit der Irrlehre durch Verbrüderung mit dem Irrlehrer heilen – fellay betrügt so die armen und naiven, sich nach Wahrheit sehnenden Gläubigen noch viel hinterhältiger, als Bergoglio & Co dies tun. Letztere sind offene Häretiker, Fellay tut superfromm und unterstützt unter frommem Schein…auch die Häretiker…

  9. Die Piusbruderschaft befindet sich in einer Zwickmühle wie es aussieht.
    In der Kirche geht alles drunter und drüber. Mit „Papst“ Bergoglio ist die Disziplin nun völlig zusammengebrochen, was Papst Benedikt und der hl. Papst Johannes Paul II. mit ihren Kräften zu verhindern suchten.
    Die Kirche steht nach dieser Synode offenkundig vor einem Scherbenhaufen. Das ist das Ergebnis der Wühlarbeit von Generationen von Theologen und Bischöfen, nicht zuletzt der deutschen.

  10. @Die PIUSBRUDERSCHAFT befindet sich nicht nur in einer Zwickmühle,sie befindet sich auch in einer KRISE und in einem Widerspruch. z.B.in Basel.Das Priorat am Schliengerweg ist offfline-es hat die drei Priester nicht mehr.Der eine wegen Krankheit-der zweite wegen SONSTIGER ABWESENHEIT(Urlaub),der dritte wegen Abgang..Gegenwärtig wird der Gottesdienst von Solothurn aus geleitet.Der überzeugendere Grund dürfte aber woanders liegen.IN DER ABNEHMENDEN ZAHL der Gläubigen Kapellen Besucher.Diese haben auch getscheckt,wohin Fellay driftet……

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