Das Ergebnis der Familiensynode III – Die veröffentlichte Meinung: Eine Schönborn-Synode?

Schönborn-Synode
Die Schönborn-Synode?

(Rom) Die Synode ist zu Ende, die Synoden-Interpretation hat begonnen und damit auch das Ringen um die Deutungshoheit. Unabhängig vom wörtlichen Inhalt des Schlußberichts, gilt es nach der Absicht der Synodenväter zu fragen, die ihn beschlossen haben, zudem nach einem möglichen „Geist der Synode“ und nicht zuletzt, sondern vor allem nach dem, was die Massenmedien und die katholischen Medien darüber berichten. Sie bestimmen, welchen Eindruck die Öffentlichkeit vom Synodenausgang gewinnt und was zur vorherrschenden öffentlichen Meinung wird. Den Synodenschlußbericht werden die meisten Katholiken nie lesen, noch weniger die Nicht-Katholiken.

Die Schlagzeilen der veröffentlichten Meinung zur Relatio finalis sind erwartungsgemäß sehr unterschiedlich ausgefallen. Es überwiegt eine, wenn auch unterschiedliche Wenderhetorik. Ein Teil der offiziellen kirchlichen Medien scheint nach dem teils heftigen und harten Ringen hinter den Kulissen auf Beruhigung abzuzielen. Andere zeigten die Absicht, durch die Verbreitung von zweifelhaften oder sogar falschen Schlagzeilen, den Konflikt mit anderen Mitteln fortsetzen zu wollen.

Eine kleine Presseschau soll zeigen, was gemeint ist.

Radio Vatikan – Italienische Sektion:

Papst bei Synodenschlußmesse: Es ist Zeit der Barmherzigkeit und der Inklusion. In der Schlußmesse der Synode über die Familie warnt der Papst „vor einem Glauben, der es nicht versteht, im Leben der Leute zu verwurzeln“ und erinnert, daß „die Situationen des Elends und des Konflikts für Gott Gelegenheiten der Barmherzigkeit sind. Heute ist die Zeit der Barmherzigkeit.“

Soweit die Position von Papst Franziskus. Eine völlige Falschmeldung verbreitete gleichzeitig ANSA, die italienische Nachrichtenagentur und damit Quelle für andere Nachrichtenagenturen.

Synode: Hostie für Geschiedene mit einer Stimme Vorsprung durch. Relatio beschlossen: alle Teile mit zwei Drittel. Papst: weder dem Relativismus noch der Dämonisierung verfallen.

La Repubblica, die einzige Tageszeitung, die Papst Franziskus laut eigener Angabe täglich liest, titelte und begann ihren Bericht mit den Worten:

Synode, Kommunion für die Geschiedenen: „Man wird Fall für Fall entscheiden“. Schlußdokument mit Zweidrittelmehrheit beschlossen.
Zur Homosexualität kommen nur Hinweise, um den christlichen Familien zu helfen, die in ihrem Inneren eine homosexuelle Person haben. Es wird jedenfalls der Papst sein, der die Schlußfolgerungen zieht. Und Franziskus kommentiert: „Die Debatte hat die verschlossenen Herzen bloßgelegt, die sich hinter der Lehre verstecken, um mit Oberflächlichkeit zu urteilen.“

Der Corriere della Sera schrieb:

Synode und Kommunion für Geschiedene: „Die Priester sollen Fall für Fall prüfen“. Kardinal Schönborn: „Es gibt nicht weiß und schwarz und daher genügt nicht ein einfaches ja oder nein.“

Kardinal Schönborn wird vom Corriere della Sera als entscheidende Gestalt der Synode dargestellt, zitiert und auffallend groß ins Bild gesetzt. In der Tat hatte Wiens Erzbischof in der deutschen Arbeitsgruppe vermittelt, bis Formulierungen gefunden wurden, denen trotz gegensätzlicher Positionen doch alle irgendwie zustimmen konnten. Manche seiner Stichworte finden sich auch im Schlußbericht wieder.

Die New York Times titelte:

Amid Splits, Catholic Bishops Crack Open Door on Divorce.

CNN berichtete im selben Tenor:

Catholic bishops conclude ’spicy‘ meeting with compromise.

Der ANSA-Wenderhetorik folgte faktisch die gesamte weltliche Presse, obwohl die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene im Synodenschlußbericht mit keinem Wort erwähnt wird. Der Tonfall der Massenmedien: Die Synode folgt Papst Franziskus knapp aber doch. Seine Person und sein Einsatz sind daher entscheidend, damit sich die Kirche ändert. Er führt die Kirche auf neue Wege, darunter auch zur „Kommunion für Geschiedene“.

Doch nicht nur weltliche, auch kirchliche Medien verbreiteten dieselbe Falschmeldung, so Famiglia Cristiana, die größte katholische Wochenzeitung und Familienzeitschrift Italiens:

Die Geschiedenen sind nicht exkommuniziert, sie können wie lebendige Steine der Kirche leben, die sie annimmt.

Oder die sich doch recht katholische sehende Internet-Tageszeitung Il Sussidiario:

Familiensynode: Schlußdokument beschlossen – Wegen einer Stimme geht das Ja zu Geschiedenen durch.

Dem folgten weitgehend auch die deutschen Massenmedien, wenn sich diese auch zugeknöpfter geben und offenkundig „Revolutionäreres“ erhofft hatten.

Immerhin bemühte sich Radio Vatikan – Deutsche Sektion um gute Stimmung:

Bischofssynode: Das ist Reform à la Franziskus.

Querschnitt nachsynodaler kirchlicher Kakophonie – Beispiel Schweiz

Einen beeindruckenden Querschnitt kirchlicher Kakophonie im dissonanten Gegen- und Nebeneinander lieferte Kath.ch, das Katholische Medienzentrum der Schweizer Bischofskonferenz mit dem Bericht „Kontroverse Stimmen zum Abschluß der Bischofssynode“. Gewissermaßen ein Heimspiel Progressiver aller möglichen Schattierungen mit einem Kontrapunkt wie in einer Fernsehdiskussionsrunde, wo die Verteilung häufig lautet: alle sind einer Meinung, außer einer.

An erster Stelle kam Eva-Maria Faber, Dogmatik-Professorin in Chur, zu Wort, die im vergangenen Mai am Geheimtreffen der Kasperianer in Rom teilnahm, die sich auf die Synode vorbereiteten. Sie würdigte den Prozess der Synode. Darin zeige sich „eine Kirche, die sich der Mühe des Hörens unterzieht, zur Selbstkritik fähig ist und aufhört, pauschal zu richten, weil sie der Aufgabe der Unterscheidung und des Begleitens Vorrang gibt», teilte Faber auf Anfrage von kath.ch mit.

Dann folgt Christian Rutishauser, Provinzial der Schweizer Jesuiten: „Ich bin stolz, katholisch zu sein, nach der Synode“. Er freut sich insbesondere über die Rolle des Papstes, der die Gläubigen als Teil der Kiche und als mitdenkende Menschen ernst nimmt, statt ihnen vorzuschreiben, was sie tun sollen. Enttäuscht zeigt sich der Jesuitenprovinzial hingegen beim Thema „Homosexualität“. Rutishauser bedauerte, daß die Synode hier keine neue Perspektive wagte.

Der Kapuziner Willi Anderau, Mitglied im Vorstand der Pfarrei-Initiative Schweiz (in Österreich und Deutschland Pfarrer-Initiative), stellte fest, daß die Bischofssynode „die Türe zu den Fragen um Ehe, Sexualität und Partnerschaft einen Spalt breit aufgestossen hat“, daß es aber letztlich nichts Neues unter der Sonne gebe, denn, was die Synode jetzt sage, das seien in der westlichen Kultur und der zeitgenössischen Theologie „sattsam bekannte Erkenntnisse“. „Theologische und pastorale Arbeit vor Ort ist jetzt gefordert, passen wir auf, dass der Schuh nicht wieder zurückgezogen wird.“

Ähnlich sieht es auch der Kapuziner Adrian Müller, Vorsitzender des Vereins Tagsatzung.ch. Gut sei, daß die Synode zumindest versucht habe „die Welt auch positiv und nicht nur negativ zu sehen“. Das sei ein „Schritt in die richtige Richtung“. Erfreut zeigte er sich, daß Papst Franziskus „vom kirchlichen Alleinherrscher Abstand nimmt“. Allerdings sei das „Volk Gottes“ an der Synode noch untervertreten.

Der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) zeigte sich ebenfalls erfreut, daß das Männergremium „erstmals offen redete“. „Als Frauenverband finden wir es aber einmal mehr stossend, dass unter Ausschluss der Frauen über Ehe und Familie beraten wurde“, so der SKF gegenüber kath.ch. Aus Sicht des Verbandes wird der Weg der Gleichberechtigung „zu langsam“ beschritten. Man werde sich aber weiterhin für eine „geschwisterliche Kirche“ einsetzen.

Die einzige gegenläufige Stimme kam vom Churer Generalvikar Martin Grichting: „Firewall des Heiligen Geistes hat kirchliche Lehre geschützt.“ Was den Umgang der Kirche mit den wiederverheirateten Geschiedenen betrifft, zeigt sich der Churer Generalvikar Martin Grichting erfreut über die Ergebnisse des Bischofstreffens. Die Synode halte fest, „auf der Basis der kirchlichen Lehre soll die Seelsorge den zivil Wiederverheirateten zeigen, was ihre volle Einheit mit der Kirche verhindert“, so Grichting auf Anfrage gegenüber kath.ch. Grichting stellte fest, die Synode habe die „Gender-Ideologie“ und die „hierzulande propagierte Familienvielfalt“ abgelehnt. „Die Firewall des Heiligen Geistes hat die kirchliche Lehre gegen schadhafte Software geschützt.“

Damit noch nicht genug der von Kath.ch berichteten Stimmen zum Synodenabschluß:

Auch Arnd Bünker, Leiter des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts wurde befragt und beklagte: „Homosexualität war ein zu heisses Eisen“ für die Synode gewesen.

Kardinal Koch wiederum erklärte sich: „Froh, dass keine Türen zugegangen sind“. Der Schweizer Kardinal Koch war an der Bischofssynode Mitglied der deutschsprachigen Gruppe. Von dieser kam ein fortschrittlicher Vorschlag zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, so Kath.ch.

Letztlich sind alle Befragten irgendwie froh. Die Progressiven führen einen Dialog unser sich. Die „gemäßigten“ Progressiven, wie Faber und Rutishauser, sind erfreut und betonen gegenüber den „radikalen“ Progressiven den erzielten „Fortschritt“ nach dem Motto: Seht, so schlimm ist die Kirche doch nicht. Die radikalen Progressiven sind trotz eines ständigen Griesgrams zumindest ein bißchen erfreut und sehen etwas „Fortschritt“, der ihnen aber zu wenig weit geht.

Die Konservativen sind erfreut, daß die Lehre unverändert geblieben ist, was in etwa besagen will, man sei froh darüber, mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Man habe die progressiven Sturmböcke letztlich solange herumgedreht, daß am Ende die Kirche im Dorf bleibt und doch so etwas wie ein oberstes Ziel erreicht werden konnte: ein weitgehend einhelliges Votum.

Und die meisten Oberhirten vermitteln, zumindest im deutschen Sprachraum, den Eindruck einfach grundsätzlich und gewissermaßen von Amtswegen immer froh zu sein, worüber auch immer.

Dokument zwischen „Vielfalt“ und „Durcheinander“

Kritische, katholische Vatikanisten in weltlichen Medien berichteten dieselbe Meldung ganz anders als ANSA und Famiglia Cristiana:

Sandro Magister/L’Espresso: „Die wiederverheirateten Geschiedenen in der ‚Relatio finalis‘. Doch nicht einmal der Schatten von einer Kommunion.“

Matteo Matzuzzi/Il Foglio: „Die vorsichtige Öffnung der Synode zu den wiederverheirateten Geschiedenen: Es wir nie von ‚Kommunion‘ gesprochen.“

Die katholische spanischsprachige Internetseite Adelante la Fe und die englischsprachige Internetseite Rorate Caeli bezeichneten den Schlußbericht fast im gleichen Wortlaut als „Triumph der Mehrdeutigkeit“.

Die Vielstimmigkeit in der Berichterstattung und Bewertung der Synode ließe sich zwischen den unterschiedlich schattierten katholischen und den weltlichen Medien beliebig und Land für Land fortsetzten.

Wie ist das Schlußdokument letztlich zu bewerten? Sie wurde weder ein Kasper-Papier gemäß seiner Rede vor dem Konsistorium von 2014 noch die in mehreren Appellen von gläubigen Katholiken erhoffte und erbetene unzweideutige Bekräftigung der katholischen Lehre. Sie wurde etwas irgendwo dazwischen, wobei die indirekte Handschrift der Verteidiger der katholischen Ehe- und Morallehre erstaunlich deutlich zum Vorschein kommt, wenn man bedenkt, daß sie kaum Anteil am Redaktionskomitee hatten, die den Text der Synode vorlegte.

Der Gesamteindruck bleibt dennoch sehr ambivalent, da es an Deutlichkeit fehlt in der Unterscheidung der Geister. Kann dieser Schlußbericht ein taugliches Hilfsmittel für Katholiken und vor allem katholische Familien sein, sich in den Herausforderungen der heutigen Zeit zu orientieren?

Wie die unterschiedlichen Stellungnahmen aus der Schweiz zeigen, kann jeder sich seine Position hineininterpretieren. „Konservative“, daß die Lehre verteidigt werden konnte, „Progressive“, daß nicht die Zeit der Lehre, sondern der Praxis sei.

Genau das wohl meinen Adelante la Fe und Rorate Caeli mit dem „Triumph der Mehrdeutigkeit“. Blieb die Lehre unangetastet? Und wenn ja, wie relevant ist das, angesichts eines vielfach längst praktizierten Vorrangs der Praxis vor der Lehre?

Vor allem: War es nicht Kardinal Kasper, der seit seiner Konsistoriumsrede unermüdlich wiederholte, daß die Lehre unangetastet bleiben und sich „nur“ die Praxis ändern solle?

Damit erhält der Satz des Schweizer Kapuziners Adrian Müller entscheidende Bedeutung, mit dem er sagte:

„Theologische und pastorale Arbeit vor Ort ist jetzt gefordert, passen wir auf, dass der Schuh nicht wieder zurückgezogen wird.“

Eben jener progressive Schuh, der seiner Einschätzung nach in Sachen Ehe- und Sexualmoral in die Tür gestellt werden konnte.

Und damit bleiben alle Bedenken, mit denen lehramtstreue Katholiken in den vergangenen zwei Jahren die Synode(n) begleitet haben.

Der Schlußbericht wird nicht dazu beitragen, eine innerkirchliche Situation, die – je nach Perspektive – als „Vielfalt“ oder als „Durcheinander“ bezeichnet wird, zu klären. Er hat ohnehin nur beratende Funktion. Was Papst Franziskus daraus machen wird, wird sich zeigen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Settimo Cielo

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10 Comments

  1. Machen wir uns nichts vor: dieses Dokument kann nur als Sieg der Kasperianer gelten, wenn sie auch noch Krokodilstränen über das Verfehlen ihrer Maximalforderungen vergießen, denn einmal mehr lässt dieses Kompromisspapier alle „Hintertüren offen“ (Bode) und wird Bergoglio als Freibrief für die sukzessive, aber vollumfängliche Einführung der kasperianischen Reformen dienen. Man könnte meinen, die Bischöfe haben aus 50 Jahren Konzilsgeschichte nichts gelernt. Nun, Bergoglio hat, was er wollte. Die „Reformen“ in ihrem Lauf, halten weder Ochs noch Esel und schon gar nicht halbherzige, auf Wahrung der Einheit mittels falscher Kompromisse bedachte Bischöfe auf!

    • Das ist so und nicht anders. Wer von einer „Schlappe“ für Bergoglio spricht oder über einen „Sieg der Konservativen“ fabuliert dem ist nicht mehr zu helfen. Man soll sich doch nichts vormachen Bergoglio und die Seinen sind voll auf Kurs.

  2. „Papst“ Bergoglio und die Schönborns und Kaspers haben ihr Ziel komplett erreicht. „Mehrdeutigkeit“ ist ein gutes Stichwort und heißt eben nicht Eindeutigkeit. „Mehrdeutigkeit“ nützt dem Bösen. Das Schisma wurde vorläufig abgewendet, aber um einen hohen Preis, dem Preis der Verbiegungen und Windungen. Trotzdem würde ich sagen, daß die treuen Kardinäle einen guten Kampf gekämpft haben, aber es hat eben nicht gereicht- leider.
    Die Kommunion für alle sog. wvh. Geschiedene wird kommen wie auch die „katholische“ Scheidung für alle kommen wird wie es aussieht. Die Sakramente sind und werden ausgehöhlt- ganz praktisch.

  3. „Den Synodenschlußbericht werden die meisten Katholiken nie lesen, noch weniger die Nicht-Katholiken.“
    Und die meisten wiederverheiratenen Geschiedenen auch nicht. Es macht doch eh jeder was er will. Aber dieses Sakrament steht nur noch auf dem Papier und darum ging es.
    Per Mariam ad Christum.

    • Wenn es jetzt noch ein Priester wagen sollte, die Kommunion zu verweigern, kann er seinen Priesterberuf gleich an den Nagel hängen.
      Wenn nach A.K. Emmerick nur noch das Sakrament steht, dann heißt das doch, dass die Kirche/das Kirchenvolk zerstreut ist, die Anbindung zum wahren Christus der Offenbarung und des Glaubens aber verloren gegangen ist.
      Nur noch das Sakrament ohne die Vorhalle(n), d.h. den Leib und die Glieder des Herrn ist faktisch Jesus Chritus allein, ohne Glaubensvolk.

  4. Auch der Kaiser-Opportunist Graf v. Schönborn wird einmal Rechenschaft für seine Lauheit ablegen müssen. Von wegen es gäbe nicht weiß und nicht schwarz…
    „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.“

    • Wer Bibellesen kann, ist klar im Vorteil. Das von Ihnen zitierte Herrenwort aus der Bergpredigt bezieht sich überhaupt nicht auf Meinungsäußerungen usw., sondern konkret darauf, dass man unter Anrufung des Gottesnamens nicht schwören soll.

  5. Zusammen mit der Uneindeutigkeit des Synodenpapiers, den Schlussworten des Papstes und dem am 8.12. in Kraft tretenden Motu Proprio Mitis Iudex… hat der Papst bereits gesprochen:
    „Wer sind wir, um einen Kommunikanten von der Kommunion fern zu halten.“ Jetzt gibt es wirklich keine Handhabe mehr. Die letzte Bastion ist gefallen.
    Im Leben der Kirche regelt sich alles über den Ungehorsam in der Praxis (vgl. Mundkommnion).

    • Und diese Kirche ist dann die besagte „Afterkirche“ der Emmerick. (der Wurmfortsatz, der letzte Rest)
      Es ist eine Kirche nicht fern vom Protestantismus: will sagen, sie hat mehr Gemeinsamkeiten mit dem Abendmahlsverständnis des Protestantismus als mit dem sakramentalen Leibverständnis und der imitatio Jesu Christi im Katholizismus. Vorne stirbt Jesus – und wir sitzen hinten und machen Halligalli (sprich sündigen kräftig drauf los, weil’s so schön ist und nach Leben riecht; auf dass wir keine billige Gnade mehr haben. So wird die Gnade übergroß! (Luther)) Welche Perversion und Vermehrung, ja Schändung des Leibes und Leidens Christi. Denn so wird das Leiden Christi wahrhaft übergroß!!
      Impliziet ist damit die Leugnung von Hölle und Vedammnis verbunden. Das aber ist die Sünde wider den Hl. Geist.

  6. Wie ich das sehe, ist das Schlussdokument der Bischofssynode von Unklarheiten geprägt. Der Papst soll also jetzt diese Paragraphen-Texte in seinem Denken interpretieren und dann wird daraus erst etwas Konkretes, was etwaige Veränderungen in der Kirche angeht.
    Ich bleibe dabei, eine Kommunion für Wiederverheiratete Geschiedene, und das ist der Punkt um den sich alles dreht, ist kirchenrechtlich nur möglich wenn beide sich in der sogenannten Josefsehe befinden und alles was darüber hinausgeht ist nicht barmherzig, sondern eine Häresie. Das heißt wenn sich nach dieser Bischofsversammlung das Kirchenrecht oder die Glaubenslehre verändern sollte, dann handelt der Papst in einem schwerwiegenden Irrtum. Es bleibt aus meiner Sicht weiter abzuwarten, wohin die Reise für die katholische Kirche geht.

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