Wenn in Rom eine der katholischsten Stimmen die des Moskauer Patriarchats ist, sollte das ein Problem sein

Metropolit Hilarion
Metropolit Hilarion

(Rom) Wenn in Rom eine der katholischsten Stimmen die des Moskauer Patriarchats ist, sollte das ein Problem sein. Am vergangenen Dienstag überbrachte Metropolit Hilarion von Wolokolamsk dem Papst und der Bischofssynode die Grußbotschaft des Moskauer Patriarchats. Erzbischof Hilarion ist Leiter des Außenamtes der russisch-orthodoxen Kirche. Hier die vollständige Rede des Metropoliten. Die Hervorhebungen stammen von der Redaktion:

Heiligkeit,
Seligkeiten, Eminenzen und Exzellenzen,

im Namen Seiner Heiligkeit Kyrill, des Patriarchen von Moskau und der ganzen Rus, und der ganzen russischen orthodoxen Kirche richte ich unseren brüderlichen Gruß an euch alle anläßlich der XIV. Generalversammlung der Bischofssynode der katholischen Kirche, die dem Thema der Familie gewidmet ist.

In unserer turbulenten und beunruhigenden Welt, braucht der Mensch solide und unerschütterliche Grundlagen, auf die er sich stützen kann, um auf ihnen voll Vertrauen das eigene Leben aufbauen zu können. Die laizistische Gesellschaft, die in erster Linie auf die Befriedigung der individuellen Wünsche ausgerichtet ist, kann dem Menschen keine moralisch klaren Orientierungen geben. Die Krise der traditionellen Werte, die wir in der Konsumgesellschaft erleben, führt zu einem Widerspruch zwischen den verschiedenen Vorlieben, auch in den familiären Beziehungen. Wenn einerseits der extreme Feminismus in der Mutterschaft ein Hindernis für die Selbstverwirklichung der Frau sieht, wird andererseits der Kinderwunsch immer mehr als Recht betrachtet, das mit jedem Mittel verwirklicht werden kann. Immer häufiger wird die Familie als Verbindung zwischen zwei Personen unabhängig von ihrem Geschlecht gesehen, und man ist der Meinung, daß das Individuum die Zugehörigkeit zum einen oder zum anderen Geschlecht nach seinem persönlichen Geschmack wählen kann.

Andererseits treten neue Probleme auf, die direkt die Fundamente der traditionellen Familie betreffen. Die bewaffneten Konflikte der modernen Welt verursachen einen Massenexodus aus den vom Krieg betroffenen Regionen in Richtung den reicheren Ländern. Die Auswanderung führt häufig zum Bruch der familiären Bindungen und schafft gleichzeitig ein neues soziales Umfeld, in dem Verbindungen entstehen, die häufig interethnischen und interreligiösen Charakter haben.

Diese Herausforderungen und Bedrohungen sind für alle christlichen Kirchen gleich, die die Antworten suchen müssen, indem sie sich auf den ihnen von Christus anvertrauten Auftrag stützen, jenen, den Menschen zum Heil zu führen. Leider hören wir auch in christlichen Kreisen häufig Stimmen, die eine „Modernisierung“ des kirchlichen Gewissens fordern, also die Ablehnung der christlichen, scheinbar obsoleten Lehre über die Familie. Dennoch, wir dürfen die Worte des Apostels Paulus an die Christen in Rom nicht vergessen: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist.“

Die Kirche ist gerufen, ein Licht und ein Leuchtturm im Dunkel dieser Welt zu sein, und die Christen sind gerufen, das „Salz der Erde“ und das „Licht der Welt“ zu sein. Wir alle dürfen nicht die erschütternde Ermahnung des Erlösers vergessen: „Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten“ (vgl. Mt. 5,13-14). Ein solches Salz, das die Kraft des eigenen Geschmacks verloren hat, werden in dieser unserer Zeit einige protestantische Gemeinschaften, die sich christlich nennen, aber moralische Ideale predigen, die mit dem Christentum unvereinbar sind. Wenn eine Gemeinschaft von dieser Art, den Ritus der Segnung homosexueller Verbindungen einführt, und eine lesbische Frau, die sich selbst als „Bischof“ bezeichnet, dazu auffordert, aus den Hafenkirchen die Kreuze zu entfernen und sie durch islamische Halbmonde zu ersetzen, kann eine solche Gemeinschaft als „Kirche“ bezeichnet werden? Vor unseren Augen wird das Christentum verraten von jenen, die bereit sind, das Spiel der säkularisierten, entklerikalisierten und gottlosen Gesellschaft zu spielen.

Die Staatsführungen verschiedener Staaten Europas und Amerikas verfolgen, trotz zahlreicher Proteste, auch durch katholische Gläubige, weiter eine Politik, die mit Absicht auf die Zerstörung des Verständnisses von Familie abzielt. Nicht nur die homosexuellen Verbindungen werden legal der Ehe gleichgestellt. Man geht soweit, jene strafrechtlich zu verfolgen, die wegen ihres christlichen Glaubens es ablehnen, diese Verbindungen zu registrieren. Gleich nach dem Ende des Besuches von Papst Franziskus, hat der amerikanische Präsident Barack Obama offen erklärt, daß die Rechte der Homosexuellen wichtiger sind als die Religionsfreiheit. Das zeigt deutlich die Absicht der säkularisierten Autorität, den Angriff gegen die gesunden Kräfte der Gesellschaft fortzusetzen, die die traditionellen Werte der Familie verteidigen. Die Katholiken stehen in vorderster Linie in diesem Kampf, und gerade gegen die katholische Kirche ist eine regelrechte Kampagne der Diskreditierung und der Lüge im Gange. Daher sind die Kraft im Verteidigen der christlichen Überzeugung und die Treue zur Tradition der Kirche heute besonders notwendig.

Heute wird die Gesellschaft immer ähnlicher dem dummen Mann, „der sein Haus auf Sand baute“ (vgl. Mt 7,26). Es ist Pflicht der Kirche, die Gesellschaft an ihren festen Grund zu erinnern – die Familie als Bund zwischen Mann und Frau, der die Geburt und die Erziehung der Kinder zum Ziel hat. Nur eine solche Familie, vom Herrn zum Zeitpunkt der Erschaffung der Welt selbst festgelegt, ist imstande, das Abgleiten der modernen Gesellschaft in den Abgrund des moralischen Relativismus zu verhindern, oder zumindest zu verlangsamen.

Die orthodoxe Kirche, so wie die katholische, ist in ihrer Lehre über die Familie immer der Heiligen Schrift und der Heiligen Tradition gefolgt und hat das Prinzip der Heiligkeit der Ehe bekräftigt, das auf den Worten des Erlösers selbst gründet (vgl. Mt 19,6; Mk 10,9). In unserer Zeit muß diese Position vereinter und einstimmiger sein. Wir müssen gemeinsam verteidigen im Dialog mit den gesetzgebenden und ausführenden Gewalten der einzelnen Länder und auf der Ebene der internationalen Institutionen, wie der UNO und dem Europarat. Wir können uns nicht nur auf Ermahnungen beschränken. Wir müssen den rechtlichen Schutz der Familie vollkommen sicherstellen.

Die Solidarität der Kirche und aller Menschen guten Willens ist unerläßlich zum Zweck, die Familie vor den Bedrohungen der laizistischen Welt zu schützen und so unsere Zukunft zu sichern. Ich hoffe, daß eine Frucht dieser Synodenversammlung eine Weiterentwicklung der katholisch-orthodoxen Zusammenarbeit in dieser Richtung sein wird.

Ich wünsche euch den Frieden, den Segen Gottes und Erfolg bei eurer Arbeit!

Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Il Timone

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32 Comments

  1. Tja, das ist schon beschämend, dass der Moskauer Patriarch nochmals so deutlich den katholischen Bischöfen vor Augen führen muss, was die Substanz, das Salz, des Glaubens ist und was passiert, wenn der Glaube sich verwässert und schal wird.

    Diese bestechende Grußbotschaft, mit ihren klaren Mahnungen, die eigenen Wurzeln nicht auszureißen, ist insbesondere an das Oberhaupt der Katholischen Kirche gerichtet, Papst Franziskus. Dass die deutschen Bischöfe noch von ihrer Glaubens-Taubheit erlöst werden, scheint eher unwahrscheinlich, wenn man sich die jüngsten Äußerungen von Kardinal Marx vergegenwärtigt. Hier scheint wirklich Hopfen und Malz verloren.

    Aber wie Robert Kardinal Sarah in seinem Buch „Gott oder nichts“ in scharfer Deutlichkeit betont, werden diejenigen, die ihr häretisches Denken gegen Gott zum Gegenstand des Glaubens in der katholischen Kirche machen wollen, ihre göttliche Strafe erleiden. Das gilt für jeden, sowohl Laien als auch Bischöfe, ja selbst für den Papst.

  2. Die Installierung von „Papst“ Bergoglio, in einem nicht erlaubten fünften Wahlgang gewählt, hat die Freimaurerei an die Spitze der Hierarchie gebracht. Etliche Kardinäle dürften es schon bereut haben, ihn gewählt zu haben. Deswegen ist der Kampf noch keineswegs zugunsten der Zerstörer entschieden. Die Tatsache, daß ein hoher Vertreter der russ.- orthodoxen Kirche freimütig wesentliche Wahrheiten aussprechen konnte, ist dafür sicherlich ein Beleg.

    Wenn der Metropolit Hilarion offen den Abfall von protestantischen Gemeinschaften und die Selbstislamisierung anspricht, kann das bei Herrn Bergoglio und seinen Weggenossen nur starke Bauchschmerzen hervorrufen. Denn „Papst“ Bergoglio selbst führt die Kirche Christi in die gleiche Richtung- hin zu Abfall vom Glauben und hin zum Islam.

    • Dieses Gefühl beschlich nach der Konklave auch. Dann wurde ich etwas geblendet von den Gesten von Franziskus. Doch mehr und mehr durch seine Handlungen stellt sich ein anderes Bild dar.
      Trotzdem bete ich für Franziskus um dessen Erleuchtung und die Gnade Gottes.
      Vor allem auch zum Erzengel Michael dem Beschützer unserer Kirche. Vor allem weil die Freimaurer als erstes dafür kämpften diesen aus den Kirchen zu entfernen.
      Das Obama so denkt ist logisch, denn dieser Leibe soll er besonders zugetan sein.

      Die Orthodoxe Kirche denkt wesentlich klarer, Sie weiß noch genauer Bescheid über das leid das eine Kirchen-verfolgung verursacht.

      Ersten gibt es auch in der Orthodoxen Kirche Seher, über das Schicksal der Gläubigen, in der Zeit des 3. Weltkrieges der mit Hilfe der Hochgradfreimaurern, von Chassidischen Sekten vorbereitet wird. Denn das Armageddon, soll nach diesen Sekten in einer blutigen Geburt mit Millionen von Toten, den kommenden Messias kreissen!
      Danach diesen Sekten die Herrschaft über die Welt geben, der alle anderen Menschen als Sklaven zu dienen haben.
      Quelle W. Eggert Israels Geheimvatikan
      Zweitens ist die Verfolgung erst 1990 zu Ende gegangen.
      Neben Deutschland wird Russland am meisten zu leiden haben.

  3. Dad Wort legal würde ich durch juristisch oder gesetzgeberisch ersetzen, sonst ist der Satz missverständich.

  4. eine grandiose Botschaft, eines Patriarchen, eines Bischofs höchst würdig-möge Bergolio nur ein kleines Fünkchen davon zuteil werden.secundum illud Lk22:“wenn du bekehrt bist, bestärke deine Brüder“
    beten wir um die so grosse Gnade der Umkehr nicht nur für den Papst-vorallem auch für uns selbst.Stellen wir die Macht des Gebetes über alle Spekulationen und Diskussionen und wir werden Einmütigkeit und Frieden erlangen.Besonders in der Feier der hl. Messe:agnus die qui tollis peccata mundi dona nobis pacem!

    • Liebe hedi züger,
      mit Ihnen bin ich der Meinung, dass dies „eine grandiose Botschaft“ ist.
      Ob sie aber Gehör findet, jetzt oder auch später?
      Denn es mag ja sein, dass die Synode ein für die Beobachter versöhnliches Ende findet, aber was steckt wirklich unter der Decke, das dann zu gegebener Zeit wieder hervorgekramt wird?
      Ihnen, hedi züger, wünsche ich Gottes Segen.
      Ich habe schon so manches Mal an Sie gedacht und überlegt, wie es Ihnen wohl geht.

  5. Man kann nur noch staunen ! Da kommt noch zur rechten Zeit ein Schreiben an den Papst, ein
    Grußwort und zugleich eine Ermahnung des Moskauer Patriarchats, an die Synodalen. Die Bot-
    schaft die dieses Schreiben enthält, könnte direkt vom Himmel kommen. In seiner Sprache eine
    Klarheit und glaubensstark, wie man es von katholischer Seite lange nicht gehört hat. Das Schrei-
    ben macht deutlich, wie weit die katholische Kirch seit dem Konzil abgedriftet ist, siehe Synode.
    Eine Neuevangelisierung ( Benedikt XVI. ) ist notwendig. Sie sollte bei den Kardinälen und Bischö-
    fen beginnen. Noch wäre Zeit dazu, vielleicht morgen nicht mehr !

  6. Können wir bald auf die eine heilige katholische, orthodoxe und apostolische Kirche hoffen. Die orthodoxe Kirche ist daran unser teuflisches Finanzsystem zu kippen. Und der Islam wird sich vom Teufel abwenden, wenn er die Wahrheit in Christus erkennt. Das bezeugt das Wunder in Saudi Arabien, wo nach einer hl. Messe, Moslems massenhaft konvertierten. Mir tun die armen Wissenschaftler leid, die meinen ein tiefes Verständnis erlangt zu haben, ausserhalb der Gabe durch den Heilgen Geist. Ein scheinheiliges Geschwätz

    • @Freude herrscht

      dieses Wunder in Saudi Arabien ist ja faszinierend: waren Sie bei der hl. Messe dabei oder wie ist so etwas möglich in einem Land wo man nicht mal eine Bibel mitführen darf?

      In Persien, so habe ich erfahren gibt es immer mehr Moslems, die Klarträume von Jesus Christus haben und sich auch bekehren.

      Deutschland ist leider zu reich und wohlstandsgesättigt und hormongesteuert als daß sich ohne Katastrophe etwas zum besseren ändert.

      Momentan ist das Gebet zum hl. Georg, dem Drachenbezwinger sehr hilfreich!

  7. Auch dieser orthodoxe Bischof sagt wenigstens teilweise das, was man gerne in Rom hören würde.

    Allerdings sollte uns nicht entgehen, dass auch dieser Orthodoxe sich um das Hauptthema der Synode herumdrückt, nämlich die Kommunionszulassung der widerverheirateten Geschiedenen.

    Er ist an diesem Punkt sogar genauso verlogen wie die Kasperianer:

    „Die orthodoxe Kirche, so wie die katholische, ist in ihrer Lehre über die Familie immer der Heiligen Schrift und der Heiligen Tradition gefolgt und hat das Prinzip der Heiligkeit der Ehe bekräftigt, das auf den Worten des Erlösers selbst gründet (vgl. Mt 19,6; Mk 10,9).“

    Dass er ausgerechnet die Schriftstellen zitiert, an denen auch die orthodoxe Praxis sich so massiv und seit Jahrhunderten schon verschuldet, kann man nur als unaufrichtig bezeichnen.

    • Zeitschnur @ Genauso verlogen, wie die Kasperianer ? Sie finden natürlich wieder ein Haar in der Suppe. Dabei sollten Sie sich freuen, über dieses vom Inhalt her sehr katho-
      lischem Grußwort des Moskauer Patiarchats.

      • Haar in der Suppe?
        Immerhin ist die Zulassung wiederverheiratet Geschiedener zur Hl. Kommunion bei den Orthodoxen einer der Trennungsgründe zwischen Ost und West – also bitte!

        Es genügt nicht, nur gegen die Homos und die Feministen zu wettern und genau an dem Punkt, an dem die RKK erneut in Häresie stürzt – nämlich bei der Unauflöslichkeit der Ehe – selber bereits vom Glauben abgefallen zu sein, indem man zwischen Lehre und Pastoral fein säuberlich utnerschieden hat und bis zu drei Ehen zulässt!

        Das wäre so, als wolle der Dieb den Mörder übers Sündigen belehren – immerhin stiehlt er ja nur und tötet nicht.

        Und ich frage mich bei denen, die nun jubeln, wie katholisch sie eigentlich wirklich sind, wie wichtig ihnen das, was Kasper hinsichtlich der wiederverheiratet Geschiedenen eigentlich wirklich ist, wenn sie an dem Punkt mit zweierlei Maß messen.

      • @zeitschnur:
        Richtig ist, dass die orthodoxe Praxis der Zweit- und Drittehesegnung mehr als nur „ein Haar in der Suppe“ ist.
        Vielleicht sollte Sie aber einfach mal dazu übergehen, zunächst einmal das Gute zu unterstreichen und erst am Ende in Opposition zu gehen.
        Zum Beispiel könnte man der russisch-orthodoxen Kirche zugute halten, dass sie sich klar – ohne jede Einlassung – gegen Genderismus, Homosex und Graduität im Sinne eines vorehelichen Zusammenlebens von Mann und Frau (‚Verhältnis‘) ausspricht.
        Diese Punkte kann die Orthodoxie überzeugend ins Gespräch einbringen. Die Rückwirkung einer solch klaren Linie auf die Haltbarkeit von Ehen scheint mir einleuchtend und selbstredend.
        Ein anderes ist ihr berechtigter Kritikpunkt, wie oben bereits angeführt. Aber deshalb hier heuchlerisches Verhalten zu unterstellen, statt echter Besorgnis, ist m.E. viel zu spitz.

      • @ Pater Pio

        Dann haben Sie aber meinen ersten Satz überlesen? Ich sagte, dass er „teilweise“ das sagt, was man aus Rom hören wollte…

        Ich kann Ihre Meinung (und die aller anderen Poster hier) aus einem guten Grund nicht teilen:

        Anders als Sie alle glaube ich nicht an eine „graduelle“ Sexualmoral.

        Und am meisten fragwürdig in Ihrem Gedankengang ist m.E., dass Sie glauben, wenn man nur klar genug gegen Homo und Gender sei, wirke das zurück auf die Ehe.

        Diese Meinung stellt jede katholische Ethik auf den Kopf. Das redet der Halbheit das Wort! Der Lauheit!
        Von der Sünde wendet man sich aber doch zumindest prinzipiell ganz … oder eben gar nicht … ab. Im Fall der Ortodoxie also: gar nicht.. Die verbleibende „Restmoral“ dient nur der Selbstrechtfertigung und Überheblichkeit gegen die Sünder. Noch krasser erleben wir das im Islam, der eine ähnliche Struktur aufweist, natürlich viel ausgeprägter als bei der Orthodoxie.
        Davon abgesehen müsste die Orthodoxie dann schon längst ihre häretische Ehelehre korrigiert habe – hat sie aber nicht!
        Es hat also hier gar nichts „rückgewirkt“ und wird es auch bei uns nicht tun.

        Die katholische Ethik kennt keine „halbe Moral“. Ich weiß, aber dass die Katholiken sich Jahrhunderten mit halber Moral durch das Leben mogeln. Es ist das, was man ihnen protestantischerseits zu Recht als „Doppelmoral“ vorwirft und was in älterer Zeit innerkatholisch immer Anlass zu Reformbemühungen gab.

        Es tut mir leid, aber es IST Heuchelei, wenn man als orthodoxer Bischof den gewichtigsten Streitpunkt der römsichen Synode sorgsam umgeht, weil man selber Dreck am Stecken hat und den Kasperianern immerhin das ausdrücklich (von deren Seite) erklärte Vorbild für die Auflösung der Ehemoral abgibt, und dann aber lautstark gegen Homos wettert und so tut, als sei der Feminismus im Westen schuld an den Problemen mit der Ehe.

        Die Wahrheit ist, dass zur Untergrabung der Ehemoral – wie der Osten ja so schön vorführt – die gute alte Frauendiskriminierung völlig ausreicht und keiner Opposition gegen diese weitere Sünde bedarf.
        Wer einmal in die Maschinierei ungerechter Männerseilschaften geraten ist, was in früheren Zeiten an der Tagesordnung war und heute nach wie vor in vielen Zusammenhängen funktioniert, der wird angesichts der Legionen an schweren Sünden, die auf diesem Wege an Frauen geschehen sind, und gegen die Frauen in aller Regel kaum eine Handhabe hatten, weil man sie sozial mit weniger Rechten versehen hatte als ihre verschworenen Gegner, den „Feminismus“ (wobei zu klären wäre, was das eigentlich genau sein soll) mit wesentlich milderen Augen ansehen. Diese schweren Sünden und die damit verbundenen Eheprobleme jucken den Bischof aber nicht… es ist eher eine Sündenbocktheorie.

        Ich kann solche Erklärungen darum nicht anders als heuchlerisch ansehen.
        Sie haben zwar partiell recht, aber nicht im ganzen. Und vor allem basieren sie auf einem falschen Gottes- und Menschenbild und einer wenig hilfreichen Schwarzweißmalerei.

      • @Zeitschnur: Wir sind mittlerweile so ausgehungert, was die Verkündigung der Wahrheit betrifft, dass wir uns schon über eine o.g. russich-orthodoxe Stimme freuen und geneigt sind, dieser vorschnell und unüberlegt zuzustimmen.
        Gleichzeitig ist es wichtig, notwendige Kritik anzubringen; was sie ja (s.o.) gemacht haben.
        Wenn Sie es in diesem Lichte darstellen und auf die Wahrheit beziehen, muss ich meine Einwände zurücknehmen.
        Meine formal-stilistische Kritik hinsichtlich Ihrer häufig sehr unsanften und manchmal brachial anmutenden Äußerungen bleibt jedoch bestehen.
        Immerhin nehmen sie sich dann aber auch die Zeit und machen sich die Mühe, um den Sachteil ausführlich in einem weiteren Posting nachzuliefern.

      • @ Pater Pio

        Die postmoderne Empfindsamkeit, die an jeder allzu klaren Äußerung per se Anstoß nimmt und sie für gravierender hält als den Inhalt dessen, was geäußert wurde, ist einer der Hauptgründe für die derzeitige Verwirrung.

        Man will die Wahrheit einer Aussage daran messen, wie rhetorisch „gewinnend“ sie formuliert wurde.

        Auf diesem Wege lässt man sich die Lüge aufschwatzen und verkennt die Wahrheit.

        Wenn Sie so freundlich wären und Ihren Vorwurf der „Unsanftheit“ und der „Brachialität“ einmal objektiv an diesem Thread hier nachweisen wollen – ich bin gespannt, was Sie vortragen werden.

        Ist es nicht eher das Problem, dass ich ohne Umschweife etwas vortrage, was in keines der gängigen Muster passt und die schönen Träume vieler „brüskiert“, was aber nicht der Fehler meines vorgetragenen Gedankengangs, sondern allein der Haltlosigkeit und Fragilität der schönen Träume ist, was natürlich niemand, ohne dem anderen wenigstens auch noch irgendetwas Unscharfes anzukreiden, so einfach zugeben mag?

        Denn psychologisch gesprochen nimmt man die unverschämtesten Ausdrucksformen gerne hin, solange sie den eigenen Vorurteilen nur geflissentlich nachkommen. Solange man selbst nicht in Frage gestellt wird mit den eigenen Meinungen kann es einem nicht grob genug zugehen, nicht wahr?

        Ganz anders aber empfindet man es, wenn man plötzlich selbst in einer Ansicht in frage gestellt wird. Und hier zeigt sich, ob ein Mensch von der Wahrheit geleitet wird oder der Lüge.

        Sobald aber einer Klartext spricht mit Argumenten, an denen man nicht so einfach vorbei kommt, empfindet man dies im Sinne der narzisstsichen Kränkung als „grob“, „beleidigend“ oder „arrogant“ – auch dann, wenn der andere weder grob noch beleidigend noch objektiv überheblich auftrat. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass man dies selbst dem Herrn schon vorwarf: seine Rede sei angeblich „hart“. Und warum? Weil er unangenehme Dinge aussprach, weil er nicht um den heißen Brei herumschwafelte.
        Oder denken Sie an den hl. Stephanus. Er nahm kein Blatt vor den Mund, er kannte sich nicht aus mit Psychologie und auch die hl Schrift übrigens misst seinem Stil und seiner „Brachialität“ keinerlei Bedeutung zu: er sprach die Wahrheit – und das alleine ist relevant.
        Wer die Wahrheit liebt, wird an ihr keinen Anstoß nehmen – egal, wie sie vorgetragen wird.

    • @Zeitschnur,

      Sie können Kasper und Marx nicht mit den orthodoxen Bischöfen vergleichen.
      Fakt ist, die orthodoxen Bischöfe nennen sich nicht römisch- katholisch, bereiten nicht die feindliche Übernahme und wollen nicht die katholische Kirche unter falscher Flagge führen. Was Kasper und Marx mit der katholischen Kirche vorhaben, ist so ungeheuerlich, dass die Aussagen der orthodoxen Bischöfe im Vergleich dazu wie eine Rettungsbotschaft wirken.

      Die schlimmsten Angriffe und die größte Gefahr für die Katholische Kirche und ihre Lehre kommen weder von der ISIS noch von den Atheisten, sondern aus der Mitte der Kirche. Kasper und Marx orientieren sich nicht an der orthodoxen Kirche, auch wenn sie sich in der Frage der Kommunion für WvG auf sie berufen. Das ist nur Augenwischerei: Kasper und Marx orientieren sich vielmehr an der EKD. Sie wollen die EKD- Kirche was systemkonformer Kriecherei und die Heilige Schrift außer Kraft setzen angeht, links überholen. Wenn ein orthodoxer Bischof was Wahres sagt, dann muss man ihm als Katholik auch beipflichten können.

      • Wieder einmal eine treffende [email protected]! Danke. Wenngleich natürlich der bittere Beigeschmack bleibt, den @zeitschnur „ins Wort hebt“. Tja, wie @Pater Pio oben schon ausführte: so weit ist die konzilare Afterkirche unter Bergoglio schon heruntergekommen, dass man sich von Schismatikern belehren lassen und sich darüber auch noch freuen muss. Furchtbar!

      • @ Zarah

        Das, was Sie da alles anführen, mag wahr sein oder nicht (hinsichtlich der „größten Gefahr“ und wer was beabsichtigt etc.). Das müsste man im einzelnen sachlich prüfen.
        Nur habe ich davon ja nicht gesprochen.
        Ich bitte darum, tatsächlich nur die eingegrenzte Aussage, die ich gemacht habe, als ausgesagt zu nehmen.
        Zu den andern Themen habe ich nichts gesagt.

        Aber nun sage ich dazu etwas: Ich sehe das nicht so einseitig, wie Sie es vortragen. Schon Leo XIII. bemühte sich erneut, die Orthodoxie wieder ins Boot zu holen. Es bestehen seit dem Vat. II aber ziemlich deutliche Anbiederungen seitens der RKK an die Orthodoxie – mehr sogar als an die EKD. Es ist eher wiederum die Orthodoxie, auch v.a. die russische, die seit Jahrzehnten gute Beziehungen zur EKD pflegt – bessere als zur RKK.

        Anders: Die RKK biedert sich an die Orthodoxie an, aber das stößt nicht unbedingt auf deren Gegenliebe.
        Wenn ich nur an diese fragwürdige „Anerkennung“ der „Anaphora von Addai und Mari“ im ostsyrischen Ritus denke, die ohne Wandlungsworte auskommt und vom Papst 2006 für Katholiken zur Teilnahme freigegeben wurde. Plötzlich, so der Papst, seien die „Wandlungsworte“ nicht mehr zentral, um von einer gültigen Wandlung auszugehen. Dabei hatte er noch 1977 ausdrücklich der kath. Tradition gemäß geschrieben, es seien die Wandlungsworte, die notwendig seien für eine gültige Wandlung (in „Liturgie – wandelbar oder unwandelbar?“).
        Die Forschung geht davon aus, dass die Wandlungsworte in der ostsyrischen Liturgie selbstverständlich ausgesprochen, aber aus Ehrfurcht nicht aufgeschrieben wurden und irgendwann marginalisiert wurden. Dass der Vatikan nun, anstatt zu ermutigen, sie wieder aktiv einzufügen, die Liturgie ohne diese zentralen Worte anerkannte, ist eine der vielen Seltsamkeiten, die Benedikt XVI. eingeführt hat und mithilfe derer auch die Zerstörung unserer Liturgie weiter von gewisser Seite her als „rechtmäßig“ verteidfigt werden kann.
        (weitere Informationen dazu in: Steffen Köhler, Joseph Ratzinger – Papst Benedikt XVI. – Die neue Tradition, Dettelbach 2006)

        Man könnte viele andere Beispiele für diese geradezu erschütternd haltlose Anbiederei an diverse, von Rom getrennte Ostkirchen (hier die nestorianische) aufzeigen.

        Insofern glaube ich auch nicht, dass die Bezugnahme Kaspers hinsichtlich der häretischen Ehemoral auf die Orthodoxie nur „vorgeschützt“ ist.

        Auch das gehört in das ökumenistische Konzept. Dass die Orthodoxen aufgrund des Alters ihrer Traditionen in bunten Gewändern herumlaufen und wunderlichem Kopfputz mag uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie ja nicht ohne Grund von Rom getrennt sind. Anders als die eher bieder-formlosen Protestanten, deren äußerliche Hässlichkeit viele dazu verführt, alleine darin schon die Falschheit ihrer theologischen Ansätze bewiesen sehen zu wollen.

      • Forts.

        Ähnlich wie die Protestanten haben aber auch die Orthodoxen ihre Überlegenheitsgefühle gegen die RKK nicht abgelegt und nutzen jede Gelegenheit, als „Mahner“ aufzutreten.
        Man hat ihnen den kleinen Finger gegeben und sie ergreifen gleich beide Hände und ziehen den alten Feind (die RKK) aus seiner Position.

        Dass dabei unglücklicherweise auch immer wieder, ja sogar oft (!), Kritik zu Recht formuliert wird, kann dennoch die verkehrte Konstellation nicht verbergen.

    • Liebe Zeitschnur,
      bevor Sie hier mit katholisch-selbstgerechten Steinen nach der Orthodoxie werfen, sei Ihnen gesagt, dass die katholische Kirche genauso verlogen ist. Es gibt de-Facto nämlich außerhalb von Piusbruderschaft und ein paar bayerisch-katholischen Gemeinden so gut wie keine katholische mehr, in der der Priester legal jemand vom Kommunionempfang abhalten kann. Tut er es doch, wird er von seinem Bischof zurechtgewiesen. Das trifft sowohl für Homosexuell-praktizierende Menschen, als auch für Wiederverheiratete Geschiedene zu, ganz zu schweigen von den vielen, die gar nicht das apostolische Glaubensbekenntnis bekennen und nur Kirchensteuerzahlerchristen sind und deshalb einen de-facto „Anspruch“ auf Gegenleistung – nämlich den Sakramentenempfang haben. DAS IST REALITÄT in der katholischen Kirche in Deutschland – und das nicht erst seit dem „Amtsantritt“ von Bergoglio!

      Und zur Ehescheidung: Man braucht in der katholischen Kirche „nur“ ein Nichtigkeitsverfahren anstrengen, dass die regulär sakramentalisierte Erstehe für ungültig erklärt wird. Dabei soll ja auch mit Hilfe von Zeugenaussagen gelogen werden, bis sich die Balken biegen. Oder absichtlich in den Ehe-Ritus formale Fehler eingebaut werden, um sie später als ungültig zu erklären. Die „Ehrlichen“ sind dann die Dummen! Wer nun mit dem Finger auf die Orthodoxie zeigt, ist auf dem Weg der Pharisäer!

      Lesen Sie auch bitte 1. Kor 11,28: „Ein jeder prüfen sich selbst, bevor er von dem Brot isst oder aus dem Kelch des Herrn trinkt!“ – Das ist für den einzelenen Gläubigen eine Riesenverantwortung, aber nun mal so gottgewollt. Nicht der Priester hat zu prüfen, sondern der Gläubige. Alles andere ist fremde Lehre!

      • Sie tragen Eulen nach Athen… läsen Sie meine sonstigen Kommentare, wüssten Sie, dass ich Ihnen in Ihrer Grundaussage mehr als zustimme. Die rechtliche Lage der FSSPX sehe ich allerdings als komplizierter an, aber im Kern stimme ich Ihnen vollkommen zu!

  8. Wirklich grandios. Traurig, dass man das so sagen muss: das ist zum Orthodox-Werden! Moskau scheint vom „Dritten Rom“ inzwischen zum wahren, wirklichen Rom geworden zu sein.
    Es lebe das Heilige Russland! Es lebe Seine Seligkeit Patriarch Kyrill! Es lebe Präsident Wladimir Putin!

  9. „Rom wird den Glauben verlieren und der Sitz des Antichrist werden“-so aus der Botschaft von La Salette.
    Habe schon vor Jahren die Spekulation gehört,das das Zentrum des Glaubens von Rom nach Moskau verlegt wird.
    Damals konnte ich mir das überhaupt nicht vorstellen,habe es als Verschwörungstheorie abgetan..
    Aber wie wir heute sehen,bewahrheiten sich nun fast alle Verschwörungstheorien der letzten Jahre bzw.Jahrzehnte.
    Und hier schließt sich der Kreis:
    https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2015/10/07/freimaurerin-angela-merkel-bekennt-ihr-herrgott-sende-die-fluechtlingshorden-als-gutes-fuer-deutschland-freimaurer-herrgott-heisst-luzifer/

    • …aber dass man im herrlichen Moskau (und nicht nur da) unter der schismatischen Orthodoxie seit Jahrhunderten wiederverheiratet Geschiedene zur Hl. Kommunion zulässt, das wissen Sie?

      Kann mir einer erklären, was daran „besser“ sein soll?
      Das mit den Homos?
      Das lehnen auch Freikirchen ab – soll das dritte Rom dann nach Elizabethtown in eine Freikirche verlegt werden?

  10. So weit is schon gekommen, daß Hierarchen der Griechen die Wahrheit einmütig bekennen während in der heiligen römischen Kirche situationselastisch und kontextuell agiert wird sodaß man im Grunde genommen nichts mehr weiß was die Lehre ist. Ein heilloses Durcheinander von Kontradiktionen und Schizophrenien.
    Die Worte ++Kyrills und +Hilarions geben ihrer anvertrauten Herde Orientierung, Anleitung und Stärkung. Bei uns ist das zur großen Ausnahme geworden da man die Kirche nicht mehr als mater et magistra wahrnimmt sondern als eine NGO unter vielen und „Seelsorger“, welche eigentlich zu Sozialarbeitern verkommen sind. Alarmistischer Sozialkampf durch „Caritas“ das einzige noch bestimmende in den „Kirchenzeitungen“ (welche jetzt natürlich nicht mehr „Kirchenzeitung“ heißen dürfen sondern irgendeinen banalen Namen haben, welche der anthropozentristischen Wende durch die Konzilskirche Rechnung tragen) , ebenso „Flüchtlingshilfe“, „Umweltschutz und Klimaerwärmung“ aber Mahnung und Glaubensverkündigung Fehlanzeige.

    • Seit der Eröffnungsrede zum Konzil 1962, als Johannes XXIII. behauptete, nicht die Kirche sei unsre „Magistra“ (Lehrmeisterin), sondern die „historia“ sei diese „Magistra“, war die Richtung eindeutig vorgegeben.

      Wenn die Geschichte die Lehrmeisterin der Kirche ist, dann setzen Kasper, Bergoglio & Co nur um, was Johannes XXIII., der ja nun sogar als Heiliger verehrt werden darf damals angeordnet hatte, indem sie das tun, was in einem anderen Artikel hier Rainer Bucher vorschlägt:

      „Demnach seien in diesem integrativen theologischen Erkenntnisprozess, der die Pastoral (also die Weltzugewandtheit) zum Ziel habe, Dogma und Lehre nicht mehr vorab zu klärende oder gar kirchlich feststehende Größen, sondern Welt, Leben und Pastoral einerseits sowie Schriftauslegung, Dogmatik und Lehre würden in einem „wechselseitigen Erschließungs- und Lösungszusammenhang“ stehen.“

      http://www.katholisches.info/2015/10/22/konziliare-selbstanpassung-der-kirche-an-welt-und-zeitgeist/

      Unter den Teppich fällt jedoch die Problematik, dass die Kirche so in sich gar keine Substanz mehr hat. Als immer auf der Magisterium der Geschichte angewiesene „alternde“ Braut bleibt ihr nur mehr, am Ende, wie alles Fleisch, zu sterben.

      • Bes. Ihr letzter Absatz trifft es sehr gut.
        Auch Ihren obigen Kommentaren bezugnehmend auf die Ostkirchen möchte ich beipflichten.
        +Hilarion spricht zwar in dieser Ansprache so wie man es von einem Hierarchen der Kirche eigentlich nur zu erwarten hat. Da dies bei uns heute so selten geworden ist besteht natürlich Gefahr beim Enthusiasmus darüber all die vielen Dinge zu verdrängen, die trennend sind. Man sucht heute eben nach jedem Strohhalm, der aus der Verwirrung führt. Aber die Griechen sind gewiß nicht die Rettung.
        Die Sympathie ist auch vollkommen unilateral, und nur von der lateinischen Seite kommend. Die Orthodoxen haben gar eine gewisse Schadenfreude über die Zustände in der röm. Kirche, man soll da nicht naiv sein.

  11. Derjenige, der nach diesen Ausführungen noch weiß, was der Ausgangsartikel war, kann sich glücklich preisen. Ein Hin und Her und Kreuz und Quer. Es ging schlicht um eine Aussage Hilarions. Diese war das Thema.

  12. Selbst ohne postmoderne Empfindamkeit ist der Weg schmal, der zwischen diesem und jenem liegt, was mitunter und ich füge hinzu durchaus nicht ohne Grund angefügt worden ist. Wir sollten inne halten in dem Begehr dessen, mehr von Anderen zu verlangen. Das ist das Grundlegende an der ganzen fakultativen Denkweise mancher Korrelativisten.

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