Konziliare Selbstanpassung der Kirche an Welt und Zeitgeist

Zweites Vatikanum Herder
Zweites Vatikanum Herder

Für modernistische Theologen sind die schwammigen Formulierungen der Pastoralkonstitution des Konzils ein idealer Ansatz, um Kirche und kirchliche Lehre „in der Welt von heute“ aufzuheben.

Ein Gastbeitrag von Hubert Hecker.

Der 50. Jahrestag der Verabschiedung des letzten Konzilstextes „Gaudium und spes“ am 6. Dezember 1965 wirft seine Schatten voraus. In Bischofskonferenzen und Akademie-Vorträgen versucht man in immer neuen Anläufen die Kirche in die Welt einzupassen. Das Grundkonzept dieser Anpassungsstrategie kann man in einer Herder Korrespondenz spezial vom Oktober 2012 studieren, die den Titel trägt: „Konzil im Konflikt. 50 Jahre Zweites Vatikanum“.

Professor Höhn hat Visionen…

Im einleitenden Aufsatz „Zwiespältig und unbequem“ macht Theologie-Professor Hans-Joachim Höhn (Köln) gleich im ersten Abschnitt seine Konzilssicht deutlich: Das Konzil stehe für „Ideale“ und „Visionen“, zusammengefasst im „Geist des Konzils“. Hinter dem Beschwören solcher schwer fassbaren Realitätsdestillate steht die Auffassung, in den Konzilstexten sei nur der Anfang von „Reformimpulsen“ gesetzt worden, das Eigentliche des Konzils, eben sein Geist, verwirkliche sich erst im nachkonziliaren Prozess christlicher Praxis im Dialog mit der Welt, in der es die Kirche schon „fraglos weit vorangebracht“ habe.

Beliebige Ausdeutung von verschwommenen Begriffen

Es ist nicht schwer zu erraten, dass für solche dehnbaren Konzilsdeutungen die schwammige Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ (GS) das zentrale Konzilsdokument darstellt, aus dem die modernistischen Konzilsdeuter den Geist des Konzils destillieren – etwa als „dialogische Bestimmung des Verhältnisses von Kirche und Gesellschaft“. Im 4. Kapitel von GS glaubt Höhn die „Kurzformel“ oder „Regieranweisung“ gefunden zu haben, nach der die Kirche konzilsgemäß fortschreiten könne: „…nach den Zeichen der Zeit forschen und sie im Lichte des Evangeliums deuten, so dass sie (die Kirche) in einer der jeweiligen Generation angemessenen Weise auf die bleibenden Fragen der Menschen nach dem Sinn des gegenwärtigen und des zukünftigen Lebens (…) Antwort geben kann.“

Das Pastoraldokument ist bei progressistischen Theologen wohl auch deshalb so beliebt, weil dessen Begriffe besonders unscharf und daher in beliebige Richtungen ausdeutbar sind: „Zeichen der Zeit“ gehört dazu wie auch die Phrase „die heutige Welt“. Im neuen Vorwort vom 7. Band seiner Werke kritisiert Papst Benedikt die mangelnde Klärungsarbeit des Konzils: „Hinter dem verschwommenen Begriff ‚Welt von heute‘ steht die Frage des Verhältnisses zur Neuzeit. Um sie zu klären, wäre es nötig gewesen, das Wesentliche und Konstitutive für die Neuzeit genau zu definieren“. Eine notwendige Darstellung der Problematik der Moderne – etwa als Ambivalenz der Moderne oder Dialektik des Fortschritts – sei „nicht gelungen“. Für die Pastoralkonstitution gilt das gleiche Verdikt, dass der Papst zu der Konzilserklärung Nostrae aetate ausgesprochen hat, dass nämlich nur die positiven Seiten aufgeführt werden und die „kranken und gestörten Formen“ übersehen wurden. Für die Zeit der Moderne seit der Aufklärung hat der Papst schon vielfach auf die „Pathologien der Vernunft“ im Denken der Neuzeit hingewiesen – mit den bekannten politischen Folgen verschiedener Schreckensherrschaften.

Eine rosarote Sicht von Welt und Wirklichkeit

Den fatalen blauäugigen Fortschrittsoptimismus hatte schon Papst Johannes XXIII. in seiner Konzilseröffnungsrede den Konzilsvätern auf den Weg gegeben und zugleich die Irrtümer und Fehlentwicklungen der „Welt von heute“ heruntergespielt. In diesem Sinne legte das Konzilsdokument GS selbst eine weltoptimistische Deutung der Zeitzeichen vor: Man sah in der „heutigen gesellschaftlichen Dynamik“ vorwiegend „Gutes“ heranwachsen. Das Konzil „blickt mit großer Achtung auf alles Wahre, Gute und Gerechte, das sich die Menschheit in den verschiedenen Institutionen geschaffen“ habe und immer neu schaffe.

Anscheinend waren die Konzilsväter nicht nur blind für die theologische Wahrheit, dass die von der Erbsünde geprägte Menschheitswelt nicht zum Guten und Gerechten neigt, sondern sie verschlossen auch die Augen vor der realen Weltentwicklung Anfang der 60er Jahre, die sie hätte zu skeptisch-realistischen Einschätzungen führen müssen:
Es war die Welt des Kalten Krieges, die mit der Kubakrise an der Schwelle zum 3. Weltkrieg stand, Atombomben-waffenstarrende Aufrüstung mit der Drohung vom doppelten Overkill, blutige Kolonial- und Bürgerkriege in der 3. Welt; die USA stiegen in den Vietnamkrieg ein, Chruschtschow verkündete das definitive Ende jeglicher Religion, die Sowjetunion hielt ein Dutzend Ostblockstaaten in Knechtschaft, die DDR war komplett eingemauert. Mao Tse-tung plante seine mörderische Kulturrevolution – da schrieb Sartre sein Manifest: „Sozialismus oder Barbarei“ – eine Agitationsschrift für die kommenden Studentenunruhen.

Selbstanpassung der Kirche an den Zeitgeist

Was im Pastoraldokument schon angelegt war, wurde nach dem Konzil weitgehend zum Programm der Kirche in ihrem Verhältnis zur Welt gemacht: formal ein Dialog, faktisch eine „Selbstanpassung an den jeweils herrschenden Zeitgeist“ – wie Höhn richtig bemerkt, aber nicht richtig zur Nachkonzilszeit zuordnet. Stattdessen gibt er wohlfeile Wortspenden ab über „kritische Solidarität der Kirche mit der Welt“. Im Zusammenhang mit dem allumfassenden und damit nichtssagenden Begriff „Welt“ bekommt der inzwischen abgemünzte Ausdruck „Solidarität“ den Charakter eines gutmenschlichen Blendwortes oder linguistischen Sozialkitsch’. Allerdings kann man mit solchem sprachlichen Blendwerk auch falsch orientierte Praktiken rechtfertigen – etwa als die deutschen Bischöfe glaubten, bei der staatlichen Abtreibungsberatungspraxis weltsolidarisch mit einsteigen zu müssen.

Gutmenschlicher Sozialkitsch und einlullender Schönsprech

Ebenso neblig ist eine andere Zeitzeichendeutung von Höhn, wenn er aus den „dramatisch sich verändernden Lebensverhältnissen“ den Auftrag der Kirche ableitet, eine „evangeliengemäße Resonanzfähigkeit“ dafür auszubilden … . Auch diese Phrase ist wieder so ein einlullendes Schönwort, das Situation und Folgerung treffend zu beschreiben scheint, bei genauer Hinsicht aber teuflische Details beinhaltet: Soll die Kirche etwa den verbreiteten Stimmen und Stimmungen nach straffreier Abtreibung, In-Vitro-Selektion, erlaubter Suizidhilfe, Scheidung und Wiederverheiratung, Lebensabschnittspartnerschaften und serieller Monogamie wirklich nur „Resonanz“ bieten oder hat sie nicht vielmehr den „evangeliengemäßen“ Auftrag, gegen diese Tendenzen ethischer Beliebigkeit „Resistenz“ zu zeitigen?

Noch ein Blendwort: wechselseitiger Erschließungszusammenhang von Pastoral und Lehre

Auch der Pastoraltheologe Rainer Bucher (Graz) erhebt in dem Aufsatz „Nur ein Pastoralkonzil?“ die Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ zu einem Schlüsseldokument des Konzils, in dem alle anderen Konzilstexte aufgehoben seien. Als Verhältnis der Kirche zur „Gesamtheit der Wirklichkeiten“ (GS 2) sei die vom Konzil gemeinte Pastoral eine spezifische Weise der Gegenwärtigkeit von Kirche und zugleich der Ernstfall der Lehre. Das Konzil verstehe Pastoral nicht mehr wie früher als (sekundäre) Anwendungsdisziplin der vorab geklärten Lehre, sondern Dogma und Pastoral ständen in einem Verhältnis „wechselseitiger Integration“. Dabei bringe die Pastoral(-Wissenschaft) den Realitäts- oder Weltbezug in den theologischen Diskurs ein, also die Situiertheit des Menschen sowie die Geschichtlichkeit der Gesellschaften in ihren Dimensionen Wirtschaft, Kultur und Politik. Demnach seien in diesem integrativen theologischen Erkenntnisprozess, der die Pastoral (also die Weltzugewandtheit) zum Ziel habe, Dogma und Lehre nicht mehr vorab zu klärende oder gar kirchlich feststehende Größen, sondern Welt, Leben und Pastoral einerseits sowie Schriftauslegung, Dogmatik und Lehre würden in einem „wechselseitigen Erschließungs- und Lösungszusammenhang“ stehen – so Rainer Bucher.

Primat der pastoralen Praxis über die Lehre

Wenn in dieser Formulierung die am Erkenntnisprozess Beteiligten, also Dogmatik und Pastoral, noch einen gleichwertige Status zu haben scheinen, so zeigen die weiteren Ausführungen Buchers, dass die Pastoral die Rolle der theologischen Führungswissenschaft beansprucht. Denn nach diesem Ansatz sind Welt, Leben, Lebenspraxis und Pastoral als das entscheidende Interpretationsformat für Glauben, Evangelium, Orthodoxie und Dogmatik anzusehen. Aus dieser Argumentation folgt eine Anpassung von Kirche und Lehre an Zeit und Zeitgeist – etwa so: „Unter spätmodernen Bedingungen der Freisetzung des Individuums zu religiöser Selbstbestimmung, welche die Kirche von einer herkunftsbestimmten, unverlassbaren Schicksalsgemeinschaft zu einer Dienstleistungsorganisation auf dem Markt von Sinn, Religion und Lebensorientierung transformieren, sind alle hierarchistischen Ekklesiologien schlicht dysfunktional.“

Eine bedürfnisorientierte Dienstleistungskirche als Ziel der Pastoral

Es seien also die von der Pastoral festgestellten spätmodernen Gesellschaftsbedingungen, die für die dogmatische Ekklesiologie festlegen, welches Kirchenbild für eine bedürfnisorientierte Dienstleistungskirche funktional sei. Mit dieser Interpretation der Pastoralkonstitution hat der Theologe Bucher vollständig das konziliare Selbstverständnis der Kirche als „Heilssakrament“ verlassen.

Korrelationspädagogik als Vorreiterin für die pastorale Glaubensverdunstung

Der Ansatz, der Glaubenslehre von Seiten der zeitgeistigen Lebenspraxis her Maß und Form zu geben, erinnert frappant an die Korrelationsdidaktik des Religionsunterrichts, die seit der Würzburger Synode 1974 in den Schulen praktiziert wird und seither mehr als zwei Generationen von Schülern vom katholischen Glauben eher weggeführt hat. Der Theorie nach sollen sich Glaube und Lebenspraxis gegenseitig erschließen. Tatsächlich wirkt dabei die zeitgenössische Lebenswelt vielfach als Filter, durch das die katholische Glaubenslehre gesiebt wird: Die nicht zeitgeistkompatiblen Glaubensinhalte wie Erbsünde, Gottessohn, Wunder, Erlösungstod, Auferstehung, Gericht, Himmel und Hölle werden entweder ausgesiebt oder rein lebenspraktisch interpretiert – etwa die Auferstehung als ein immer wieder Aufstehen nach Rückschlägen.

Text: Hubert Hecker
Bild: herder-korrespondenz.de

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9 Comments

  1. Eine im Internet gefundene Aussage eines nicht namentlich genannten Verfassers umschreibt
    in etwa – nein sogar punktgenau – die grosse Gefahr der unbedachten „Fenster-Öffnung“ der Kirche:
    -
    „Sie meinen, die Nähe zur Welt suchen zu müssen, um sie zu heilen. Dabei erkennen sie nicht, daß die Welt sie anzieht, um sie anzustecken und zu beherrschen.“
    -

    Bereits im Jahre 1832 hat Papst Gregor XVI. in seiner Enzyklika „Mirari Vos“ vor den menschengedachten „Erneuerungen“ gewarnt:
    -
    [….]
    Deshalb wäre es völlig widersinnig und für die Kirche höchst beleidigend, von einer Erneuerung und Wiederbelebung zu sprechen, die notwendig wäre, um ihren Bestand und ihr Wachstum zu sichern, als ob man glauben würde, sie sei dem Untergang, der Verdunkelung oder anderen Mängeln dieser Art ausgesetzt.
    Die Erneuerer legen mit solchen Bestrebungen die Grundlagen zu neuen, rein menschlichen Einrichtungen und versuchen zu erreichen, was Cyprian immer verabscheut hat, und zwar die Kirche, die eine göttliche Angelegenheit ist, zu einer menschlichen Sache werden zu lassen.“
    -

  2. „… , Dogmatik und Lehre würden in einem „wechselseitigen Erschließungs- und Lösungszusammenhang“ stehen – so Rainer Bucher.“

    Wechselseitiger Erschließungs-und Lösungszusammenhang – das ist eigentlich genau das was in den Hochgraden der Freimaurerei gelehrt wird und die Esoterik für den profanen Konsumenten am Tropf des Zeitgeistes übernommen hat, ich nenne es mal der „regenerative Mensch“. Der „regenerative Mensch“ kann keine Sünde gebrauchen, Reue und Umkehr würden seine Existenz in Frage stellen, der sich selbst recycelnde Mensch lebt wie es im 18. Grad gelehrt wird, der „freimaurerische Vogel“ beißt sich selbst ins Fleisch, sündigt, und ernährt die Küken mit seinem eigenen Blut, dem sündigen Blut, der Frucht der Verderbnis. Wie Phoenix aus der Asche, permanenter Tod durch Sünde und die permanente „geistige und emotionale“ Auferstehung, mit jedem Tag aufs Neue. Reue und Umkehr sind Axt und Säge für diesen Baum der Erkenntnis. Der Mensch sieht die schwarz-weiße Welt, die Dualität in der Schöpfung und möchte das nach seinem eigenen Bild simulieren und Gott werden, ohne dabei die ganze Schöpfung wirklich jemals betrachtet zu haben, ein fatales und heikles Experiment auf Kosten der Seele. Man sollte meinen durch die historischen Lehren der Zeitgeschichte sei die Kirche dem Problem gewachsen, man hatte ja schon den Gnostizismus und die Katharer erdulden müssen. Aber das Problem ist, intuitiv resümiert, im Menschen selber durch den Sündenfall verankert und weniger auf Verschwörung, dieser Geist des „regenerativen Menschen“ verbreitet sich wie von selbst wie ein Virus bei Menschen die nicht geimpft sind, die sichere Impfung dagegen ist die katholische Lehre. Das Einschwenken auf diesen Konzilsgeist des „regenerativen Menschen“ zeigt schockierend auf wie einige Konzilsteilnehmer nicht „geimpft“ waren. Der „regenerative Mensch“ erlöst sich selbst, er braucht Jesus Christus nicht mehr, es ist ein androgyner Mensch der mit der Technik verschmelzen soll und so wie Gott werden soll. Der „freimaurerische Vogel“ im Rosenkreuzergrad wird oft als Storch fehlgedeutet, es ist ein Pelikan und der Pelikan ist rosa, eine interessante bildliche Projektion das Blut färbt das weiße Gefieder rosa. Aber der rosa „regenerative Mensch“, der neue Hermaphrodit ist das Gegenteil vom zölibatären Menschen, er kostet von dieser Welt, sieht die schwarz-weiße Welt, Venus war nackt als Rosenkreuz sie sah, und vermengt beides, die Säulen im salomonischen Tempel rücken aneinander und der Baldachin stürzt dem Hermaphroditen auf dem Kopf. Phoenix aus der Asche, oder der Mensch aus dem Abyssus, das Konzil war das Tor zur Hölle. Der Sarg-Ritus ist nichts anderes wie der Pelikan, der „regenerative Mensch“. Der Sarg-Ritus, ist wie eine Taufe aber diese Taufe ist nicht von Gott. Der „Pelikan-Mensch“ ist das Gegenteil vom zölibatären Menschen und alle anderen sind diesem Kampf beider Fraktionen ausgesetzt und muss eine Wahl treffen, für Gott oder gegen IHN, Evolution oder Re-Evolution.

  3. Korrektur:
    Der „regenerative Mensch“ kann keine Reue und Umkehr gebrauchen, Sünde würde seine Existenz in Frage stellen,…

  4. Da kann man nicht anders, als nochmal an die Eröffnung des Konzils durch Papst Johannes XXIII.
    zu erinnern. Vollmundig wollte man in ein neues Zeitalter der Kirche eintreten, nicht auf die Un-
    glückspropheten hören und die Fenster weit aufmachen für die Welt. Wenn man bedenkt, dass
    die Mutter Gottes für 1960 die Bekanntmachung de 3. Geheimnisses gewünscht hat, muten die
    Worte des Papstes fast diabolisch an. Nun, man hat die Kirche geöffnet, die Welt kam herein und
    das Kirchenvolk zog aus. Inzwischen ist die Euphorie gewichen, aber der geistige Zusammenbruch
    wird nicht erkannt. Von Kardinal Lehmann bis zum Papst, lobt man bis heute, den großen Aufbruch
    und Errungenschaften des Konzils, sehend aber blind. Durch überstürzte Neuerungen, vieldeutige
    Vorgaben, neue Theologie, Kampf gegen das Weihepriestertum, Bischofskonferenzen, Laiengre-
    mien, Zusammenbruch des Religionsunterrichtes, Ökumene und, und, und. Was bleibt von dem
    groß angekündigten II.Vatikanum ? Ein Ergebnis, dass sich bei der Synode in Rom offenbaren wird.

  5. „Nun, man hat die Kirche geöffnet, die Welt kam herein und
    das Kirchenvolk zog aus.“

    Ein starker Satz, würdig für die Geschichtsbücher der Zukunft als Mahnung an den Menschen ist dieser Satz von Ihnen werter Fredius.

  6. @ Heinrich

    Zunächst einmal: Der Vogel Pelikan ist in der traditionellen (schon mittelalterlichen) katholischen Ikonografie ein Sinnbild für Jesus Christus. Vgl. http://www.kirchengucker.de/2014/05/29/ein-bekanntes-christus-symbol-der-pelikan/
    Das hat also mit den FM gar nichts zu tun. Die missbrauchen dieses Bild für sich. Es ist genauso, wie die Carbonari unter den „Wölfen“ Kleriker verstanden und auch sonst alle diese Sinnbilder umkehrten.
    man findet zahlreiche Pelikandarstellungen, um auf Christus zu verweisen. Verfolgen Sie das selbst einmal, und Sie werden das auch festetellen müssen. Wobei diese Pelikan-Symbolik viel älter als die Maurerei ist.

    Sie schreiben an anderer Stelle:

    „Aber das Problem ist, intuitiv resümiert, im Menschen selber durch den Sündenfall verankert und weniger auf Verschwörung, dieser Geist des „regenerativen Menschen“ verbreitet sich wie von selbst wie ein Virus bei Menschen die nicht geimpft sind, die sichere Impfung dagegen ist die katholische Lehre.“

    Wenn Sie den natürlichen Menschen „fair“ behandeln, müssen Sie ihm zugestehen, dass er, wenn er überhaupt einen Lebenssinn behalten will und sich nicht selbst vernichten will, die Illusion einer beständigen Regenration sogar aufrecht halten MUSS. Diese Illusion steht auch hinter den diversen Reinkarnationsmodellen.

    Es ist eine christuslose Weise, sich aus dem offenkundigen Schlamassel zu retten. Bzw. retten zu wollen.

    Es ist die Frage, wie man glaubenslos angesichts der regelmäßig fehlgeschlgenen Regenerationsmodelle daran noch festhalten kann. das funktioniert nur über die Hoffnung auf einen „Fortschritt“, der vormalige Hindernisse aufheben könnte.

    Es ist alles logisch. Nur funktioniert es eben dennoch nicht.
    Warum nur, warum ist die Abwehr gegen den Heiland und Retter so groß?

    Andererseits überfällt mich tiefe Scham, wenn ich ich all die Exzesse in der Kirche ansehe, die lange Jahrhunderte vor dem „Konzil“ bereits eine gottlose Blutspur durch die Geschichte ziehen. Nichts hat die Menschen mehr von Christus abgestoßen als das falsche und missbräuchliche Zeugnis für ihn. Für Christus gingen viele förmlich über Leichen.

    Man hält das wohl nur aus, wenn man sich radikal eingesteht, dass keiner von uns auch nur im Entferntesten weiß, was es heißt, dass Jesus „von Herzen demütig“ war.
    Und die, die am meisten von „Demut“ faseln und sich zu Spürhunden mangelnder Demut bei anderen ausbilden, sind dabei die, deren Herz im Hochmut erstarrt.
    Niemand von uns ist demütig.
    Das ist die Wahrheit.
    Wer demütig ist, kann es naturgemäß nicht wissen.

    Wie viele oder wenige solcher Heiligen und IHR Zeugnis hat aber die Kirche?
    Wie viele davon hat sie heute?
    Heute?!

    O Maria hilf!

    • Das mit der Ikonografie wußte ich bisher nicht bezüglich Pelikan/Jesus und das es sich dabei um eine Pervertierung handelt, danke für diesen Hinweis. Ich wunderte mich schon hier und da mal darüber den Pelikan in Kirchen zu sehen. Mit der Regeneration und der Reinkarnationslehre haben Sie recht, die gleiche Art von Illusion. Ich glaube des Pudels Kern ist das der Mensch denkt er könne sich selbst erlösen anstatt sich einfach Fallen zu lassen, man sieht das heute sehr gut wie luziferanisch die Menschen sind jeder möchte über seinem Stand hinaus, Bauer wollen Fürsten sein und Fürsten wollen Könige sein. Ihr Hinweis mit der Demut weist ja in diese Richtung, und Jesus‘ Mahnung wie die Kinder zu sein und sich an den Kindern orientieren bedeutet ja auch kindliche Demut lernen. Aber diese Bereitschaft zum Fallen lassen muß man ja auch in der Ehe haben, und dann heiraten so viele ohne diese Bereitschaft, die vielen Scheidungen und Trennungen sprechen Bände. Durch den Sündenfall wurde der Mensch hochmütig, eine Narbe der Erkenntnis aus dem Garten Edens. Das mit den Heiligen der heutigen Zeit beschäftigt mich auch, vielleicht ist es ein Plan Gottes. Wenn das himmlische Zeichen für alle sichtbar wird, stehen die Heiligen auf und ziehen in den Kampf. Fast jede Epoche hatte seine Heiligen, es ist fast wie ein Mysterium dieses laute Schweigen der himmlischen Armee, der Heiligen, auf dem Schlachtfeld unter dem Ansturm der feindlichen Horden. Ist es die Ruhe vor dem Sturm?
      „Wenn Sie den natürlichen Menschen „fair“ behandeln, müssen Sie ihm zugestehen, dass er, wenn er überhaupt einen Lebenssinn behalten will und sich nicht selbst vernichten will, die Illusion einer beständigen Regenration sogar aufrecht halten MUSS. Diese Illusion steht auch hinter den diversen Reinkarnationsmodellen.“

      Ich will es niemandem absprechen und entmündigen, möchte jedoch doch anmerken das es sinnvoller ist auf den Lehrer (Jesus) zu hören anstatt nachsitzen zu müssen. Denn wer A sagt muß auch B sagen können und das können nur die wenigsten um Heil aus so einem Experiment heraus zu kommen und darüber sind sich die meisten nicht bewußt. Eliten bestehen aus den Wenigen, selbst im Himmelreich. Und selbst Ungläubige sehen schon was langsam auf die Welt zu rollt und das die Zeit für Experimente knapp wird, keine Zeit für Russisches Roulette.

      • Hoffentlich kam in meinem Posting rüber, dass ich natürlich nicht plädiere für einen christuslosen Versuch!
        Aber der natürliche Mensch versucht es naturgemäß erst einmal ohne Christus – das meinte ich.

        Und rein innerweltlich betrachtet, „funktioniert“ die Illusion eines sinnvollen Lebens nur über die Vorstellung, man könne sich regenerieren. Typisch ist dafrü z.B. das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse – sehr beliebt….
        Die Tatsache, dass das aber immer doch abstirbt oder sagen wir doch ehrlich: scheitert, und im Tod endet, überbrückt der christuslose Mensch stets mit einer Fortschrittsideologie, egal, wie sie nun im einzelnen gelagert ist. Er stellt sich vor, die „noch“ bestehenden Hindernisse könnten eines Tages überwunden werden, bringt enorme Kraft und Kreativität dafür auf, weil er glaubt, dafür lohne es sich, zu leben.

        Genau diese Illusion wurde nun in die Theologie rückprojiziert.

        Dabei ist dieses „Siehe, ich mache alles neu!“, das Jesus Christus sagt, ja keine Fortschrittsidee.
        Er sagt ja nicht: „Ich mache immerzu und ständig alles neu.“ Oder dergl.
        Nein.
        Er sagt: Ich mache alles neu. Also: Es gibt einen Zustand vor dem Eintritt des Neuen. Nennen wir ihn „das Alte“. das Neue ist mit seinem Tod und seiner Auferstehung eingetreten. Seither ist alles neu geworden.
        IST. IST – es wird nicht, sondern es IST bereits. Das IST entfaltet sich aus der Ewigkeit nur in unsere Zeitlichkeit, aber nicht in dem Sinne, dass dieses jeweils „Neue“ ständig noch einmal erneuert werden müsste, sondern so, dass das Neue allmählich den letzten Winkel unserer Seele erober – wenn einer sich wirklich „fallenlässt“, wie Sie es nennen, an Jesus Christus.

      • christus vincit + christus regnat + christus imperat

        Ihre Formulierung „erobert“ trifft den Nagel auf den Kopf, ER nimmt ein, besetzt und stellt Ordnung wieder her, aber mit Liebe. Der Regenerationsgedanke wie er im Okkultismus verbreitet aufgefaßt wird lädt im Widerspruch zu Christus wiederholt bewußt ein weiter zu sündigen, Erkenntnis wird nicht nur über die Sünde gesetzt, die Sünde darf auch die Erkenntnis erweitern ist sogar manchmal zwingend erforderlich in diesem System. Die Selbsterneuerung der Natur, Bsp. Zyklen der Jahreszeiten, sind dafür einfach benutzte Paradigmen wie vieles andere auch um einfach diese Irrlehre die schon den mosaischen Bund verunreinigt hat (mosaische Scheidung) weiter durch die Welt zu jagen mit dem Versuch das Mark von Christen zu treffen; und das ist das Herz. Das unbefleckte Herz ist für mich persönlich von absolut zentraler Bedeutung, denn vom Herz geht alles aus, es inspiriert unsere Gedanken, läßt das Blut fließen, ist anatomisch Alpha und Omega, und läßt ein Mensch Jesus Christus in sein Herz dann ist der Mensch wie eine Frau die geschwängert wurde, man hat den Samen empfangen. Man muß dann das Kind nur noch austragen und ordentlich aufziehen. Da fängt dann die Mühsal an, das ist was ich einmal damit meinte Otto Rahn hat es damals wirklich verstanden, es liegt keine Märchenprinzessin hinter der Dornenhecke sondern eine wunderschöne Müllerin der man dienen muß. Der Gesetzlose will alles umsonst, der Gerechte trägt mühselig das Kreuz des Pilgers.
        Die Infizierung der Theologie. Da stellt sich die Frage wann geschah es genau, wo dringt das Wasser ins Boot, denn die Assisi-Feten sind ja nur die Pflanze eines Samens der viel früher in die Erde der Theologie gepflanzt wurde. Ich denke man muss in die Zeit der Lateranverträge zurückgehen, da biß Rom in den Apfel wieder weltlich präsent zu sein auf dem machtpolitischen Parkett, man nahm heidnischen Faschismus bedingungslos in Kauf an dem wir heute noch alle in der EU laben müssen. Rom wandte sich ab von der Monarchie und damit auch von sich selbst. Und was war auf dem Aachener Treffen damals von Jesuiten und Freimauerern abgehalten wirklich los 1928? Wurde vielleicht schon über Konzepte philosophiert bezüglich Afterkonzil und der Lateran-Fusion? Es muss ja eine Vorarbeit stattgefunden haben vor dem Konzil. Das Zeitfenster damals würde ins Bild passen. Sogar Benedikts Rücktritt wäre „rituell symbolisch“wie ein Fingerzeig, damals nahm man am 11.02. die Arbeit auf und er legte sie am 11.02. nieder. Der Kreis schließt sich, die Lilie blüht. Der letzte Papst der päpstliches Papstum forderte war Bonifatius VIII., man ermordete ihn, kurz darauf war De Molay an der Reihe, aber laut Volksmund blüht der Lorbeer alle 700 Jahre; 1314+700=2014. Dieses heidnisch faschistische Rom und seine EU Schergen werden bitterlich fallen, ewiglich strahlt die weiße Lilie im Kreis und tritt bald den Siegeszug an.

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