Kardinal Ratzingers Antwort auf die Dezentralisierungspläne von Papst Franziskus

Papst Franziskus: zwischen Santa Marta und Synodenaula
Papst Franziskus: zwischen Santa Marta und Synodenaula

(Rom) Am 17. Oktober hielt Papst Franziskus im Zusammenhang mit der Bischofssynode eine „programmatische Rede“ (ORF), in der er unter anderem eine Dezentralisierung der Kirche durch Aufwertung der Bischofskonferenzen ankündigte. Eine programmatische Aussage, die sich bereits im Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium von November 2013 findet.

Der katholische Intellektuelle Roberto de Mattei schrieb, daß eine Dezentralisierung der Kirche „Glauben und gesunden Menschenverstand beleidigt“.

Widerspruch gegen die Absicht von Papst Franziskus formulierte sein Vorgänger Benedikt XVI. bereits 1984. Damals führte der bekannte katholische Publizist Vittorio Messori ein Gespräch mit dem damaligen Kardinal Joseph Ratzinger, der gerade seit zwei Jahren Präfekt der römischen Glaubenskongregation war. Daraus entstand das Buch „Zur Lage des Glaubens“, das 1985 in deutscher Ausgabe erschien und wie kaum ein anderes Buch Ratzingers innerkirchliche Diskussion und Bewegung auslöste.

„Zur Lage des Glaubens“ befaßte sich vor allem mit der Nachkonzilszeit. Ein Glaubenspräfekt, und damit mit höchster Autorität, formulierte 19 Jahre nach dem Ende des Konzils eine Kritik, die unter den damaligen Verhältnissen ein regelrechter Tabubruch war.

Im vierten Kapitel „Priester und Bischöfe“ ist ein eigenes Unterkapitel den Bischofskonferenzen gewidmet:

Die Bischofskonferenzen

Kardinal Ratzinger mit Vittorio Messori
Kardinal Ratzinger mit Vittorio Messori

Kommen wir nun von den „einfachen“ Priestern zu den Bischöfen, das heißt zu denen, die als „Nachfolger der Apostel“ die „Fülle des Weihesakramentes“ innehaben, die „authentische Lehrer“ der christlichen Lehre sind, denen „in den ihnen anvertrauten Diözesen ordentliche, eigenständige und unmittelbare Gewalt“ zusteht, deren „Prinzip und Fundament der Einheit“ sie sind, und die, vereint im Bischofskollegium mit ihrem Haupt, dem Papst, „in der Person Christi handeln“, um die universale Kirche zu leiten.
Alle Definitionen, die wir gegeben haben, stammen aus der katholischen Lehre über den Episkopat und sind vom II. Vatikanum bekräftigt worden.

Das Konzil, erinnert Ratzinger, „wollte eben die Rolle und die Verantwortung des Bischofs stärken, indem es das Werk des I. Vatikanums wieder aufnahm und vervollständigte, das durch die Eroberung Roms unterbrochen wurde, nachdem es sich nur mit dem Papst beschäftigen konnte. Diesem letzteren hatten die Konzilsväter die Unfehlbarkeit im Lehramt bestätigt, wenn er als oberster Hirte und Lehrer eine Glaubens- und Sittenlehre für verbindlich erklärt“.

So war bei manchem Theologen ein gewisses Ungleichgewicht entstanden, sobald nicht genügend betont wurde, daß auch das Bischofskollegium dieselbe „Unfehlbarkeit im Lehramt“ genießt, vorausgesetzt, daß die Bischöfe „das Band der Communio untereinander und mit dem Nachfolger Petri bewahren“.

Ist also mit dem II. Vatikanum alles wieder in Ordnung?

„In den Dokumenten ja, aber nicht in der Praxis, wo sich noch eine weitere jener paradoxen Folgen der Nachkonzilszeit gezeigt hat“, antwortete er. „Die entscheidende Neubetonung der Rolle des Bischofs ist in Wirklichkeit verhallt, oder sie droht durch die Einbindung der Bischöfe in immer straffer durchorganisierte Bischofskonferenzen mit ihren oft schwerfälligen bürokratischen Strukturen geradezu erstickt zu werden. Wir dürfen nicht vergessen, daß die Bischofskonferenzen keine theologische Grundlage haben, sie gehören nicht zur unaufgebbaren Struktur der Kirche, so wie sie von Christus gewollt ist: sie haben nur eine praktische, konkrete Funktion.“

Dies, so sagt er, bestätigt übrigens der neue Codex des kanonischen Rechtes, der den Umfang der Autorität der Konferenzen festlegt, die nicht „im Namen aller Bischöfe handeln (können), wenn nicht alle Bischöfe einzeln ihre Zustimmung gegeben haben“, außer es handelt sich um Materien, „in denen das allgemeine Recht es vorschreibt oder eine besondere Anordnung diese bestimmt, die der Apostolische Stuhl (…) selbst erlassen hat“ (CIC Can. 455). Das Kollektiv ersetzt folglich nicht die Person des Bischofs, der – so erinnert der Codex in Bestätigung des Konzils – „der authentische Künder und Lehrer des Glaubens für den seiner Sorge anvertrauten Gläubigen“ ist (vgl. CIC Can. 753). Ratzinger bestätigt: „Keine Bischofskonferenz hat als solche eine lehramtliche Funktion. Entsprechende Dokumente verdanken ihr Gewicht allein der Zustimmung, die ihnen von den einzelnen Bischöfen gegeben wird.“

Warum beharrt der Präfekt auf diesem Punkt?

„Weil es darum geht“ – so antwortet er –, „gerade das Wesen der katholischen Kirche, die auf einer episkopalen Struktur und nicht auf einer Art Föderation von Nationalkirchen basiert, zu bewahren. Die nationale Ebene ist keine kirchliche Größe. Es müßte von neuem klar werden, daß es in jeder Diözese nur einen Hirten und Lehrer des Glaubens gibt in Gemeinschaft mit den anderen Hirten und Lehrern und mit dem Stellvertreter Christi. Die katholische Kirche basiert auf dem Gleichgewicht zwischen der Gemeinschaft und der Person, in diesem Fall zwischen der Gemeinschaft der einzelnen in der universalen Kirche vereinten Ortskirchen und der Person des Verantwortlichen der Diözese.“

Es kommt vor, sagt er, daß „bei einigen Bischöfen ein gewisser Mangel an Sinn für die individuelle Verantwortung und die Delegierung ihrer unveräußerlichen Befugnisse als Hirten und Lehrer an die Strukturen der lokalen Konferenz dazu führt, das ins Anonymat abgleiten zu lassen, was hingegen sehr personal bleiben muß. Die Gruppe der in den Konferenzen vereinten Bischöfe sind in ihren Entscheidungen von anderen Gruppen, von eigens dazu eingerichteten Dienststellen abhängig, die Vorlagen erarbeiten. Es geschieht dann, daß die Suche nach Ausgleich zwischen den verschiedenen Tendenzen und das Bemühen um Vermittlung oft verflachten Dokumenten Raum geben, in denen entschiedene Positionen (wo sie notwendig wären) abgeschwächt werden.“

Er erinnert daran, daß es seinem Land schon in den dreißiger Jahren eine Bischofskonferenz gegeben hat:

„Soweit gut, aber die wirklich kraftvollen Dokumente gegen den Nationalsozialismus waren jene, die von einzelnen mutigen Bischöfen stammten. Die Schriftstücke von der Konferenz erschienen hingegen oft ziemlich blaß und zu schwach im Verhältnis zu dem, was die Tragödie verlangt hätte.“

Die Aufgabe des Bischofs

„Es gibt ein klares soziologisches Gesetz, welches – ob man es will oder nicht – die Arbeitsweise der nur scheinbar ‚demokratischen‘ Gruppen leitet. Gerade jenes Gesetz hat (wie jemand vermerkt hat) auch im Konzil gewirkt. Man hat einige Sitzungen während der zweiten Session 1963 untersucht: An den Versammlungen in der Aula nahmen durchschnittlich 2135 Bischöfe teil. Von diesen griffen nur etwas mehr als 200, als 10 Prozent aktiv durch Wortmeldungen in die Debatte ein; die anderen 90 Prozent sprachen nie und beschränkten sich darauf, zuzuhören und abzustimmen.
Im übrigen versteht es sich doch eigentlich von selbst, daß Wahrheit nicht durch Abstimmungen geschaffen werden kann. Eine Aussage ist entweder wahr oder sie ist nicht wahr. Die Wahrheit kann man nur finden, nicht schaffen. Von dieser Grundregel weicht auch – entgegen einer verbreiteten Vorstellung – das klassische Verfahren Ökumenischer Konzilien nicht ab. Denn auf ihnen galt immer, daß nur verbindliche Aussage werden kann, was mit moralischer Einstimmigkeit angenommen ist. Das bedeutet nun nicht, daß man mit einstimmig erzielten Ergebnissen sozusagen Wahrheit produzieren könnte. Die Vorstellung, die sich darin ausdrückte, war vielmehr, daß Einstimmigkeit so vieler Bischöfe unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Bildungsformen und unterschiedlicher Temperamente ein Zeichen dafür sei, daß sie hier von dem sprechen, was sie nicht selbst erfunden, sondern nur gefunden haben. Die moralische Einstimmigkeit hat nach der klassischen Konzilsidee nicht den Charakter einer Abstimmung, sondern den Charakter eines Zeugnisses.
Wenn man sich diese klarmacht, braucht man nicht mehr zu begründen, warum eine Bischofskonferenz, die ja einen sehr viel beschränkteren Kreis vertritt als ein Konzil, nicht über Wahrheit abstimmen kann. Im übrigen möchte ich hier auch noch auf einen psychologischen Sachverhalt verweisen. Wir katholischen Priester meiner Generation sind daran gewöhnt, die Gegensätze zwischen Mitbrüdern zu vermeiden und immer das Einvernehmen zu suchen und uns nicht so sehr durch exzentrische Standpunkte hervorzutun. So bringt in vielen Bischofskonferenzen der Gruppengeist und vielleicht auch der Wunsch nach einem ruhigen Leben oder der Konformismus die Mehrheit dazu, die Positionen von aktiven, zu klaren Zielen entschlossenen Minderheiten zu akzeptieren.“

Er fährt fort: „Ich kenne Bischöfe, die unter vier Augen zugeben, daß sie anders entschieden hätten als in der Konferenz, wenn sie allein hätten entscheiden müssen. Indem sie das Gruppengesetz akzeptierten, haben sie die Mühe gescheut als ‚Spielverderber‘, als ‚rückständig‘ und ‚wenig aufgeschlossen‘ angesehen zu werden. Es scheint recht angenehm, immer gemeinsam entscheiden zu können. Auf diese Weise besteht jedoch die Gefahr, daß das ‚Skandalon‘ und die ‚Torheit‘ des Evangeliums verlorengehen, jenes ‚Salz‘ und jener ‚Sauerteig‘, was heute angesichts der Schwere der Krise weniger denn je für einen Christen entbehrlich ist (vor allem wenn er Bischof und folglich mit klaren Verantwortungen für die Gläubigen betraut ist).“

Joseph Kardinal Ratzinger: Zur Lage des Glaubens. Ein Gespräch mit Vittorio Messori, Verlag Neue Stadt, 1. Auflage, München 1985, S. 59-63

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Settimo Cielo/Rorate Caeli

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Ultramontanus

Hä? „Widerspruch gegen die Absicht von Papst Franziskus formulierte bereits 1984 Kardinal Ratzinger“ – wo bleibt denn da die Logik???
Der Satz würde stimmen, wenn Benedikt JETZT der Rede von Franziskus widersprechen würde. Was er aber nicht tun wird.

Logien

Tja, Bergoglio ist eben ein Spätzünder – oder anders gesagt: die progressive Agenda ist nur „aufgewärmter“ Schnee von gestern.
Die „Dezentralisierung“ haben die deutschen Bischöfe schon 1969 mit der Königsteiner Erklärung vollzogen. Sie ist bis heute nicht zurückgenommen.
Jedes Wort, das Ratzinger da sagt, ist zutreffend. Der „gesunde Menschenverstand“, um aus dem Artikel zu zitieren, gibt gestern, heute und morgen Antwort auf den zerstörerischen Plan Bergoglios.

Ultramontanus

Werter Herr Logien, „Bergoglio“ ist der Papst und Vicarus Christi, ob es Ihnen und mir gefällt oder nicht. Wir haben ihm Gehorsam und ein Mindestmaß an Achtung zu erweisen. Ubi Petrus, ibi eccclesia. Oder gilt das nicht mehr?

Logien

Und was wollen Sie mir damit sagen?

Fakt ist, darum geht es, dass Kardinal Ratzinger bereits 1984 der Dezentralisierungs-Idee von Papst Franziskus eine klare und detailliert begründete Absage erteilt hat.

Ich habe damit kein Problem.

Adrien Antoine
@ultramontanus: Ich stamme aus einer sehr alten streng-katholischen Bauernfamilie aus Flandern (Nordfrankreich/Nordwestbelgien), die seit vielen Jahrhunderten ultramontanisch war. (Schon im Mittelalter mit Rom und gegen Avignon bei den Doppelpäpsten) (Gab es damals zwei oder drei Vikare Christi Ihrer Meinung nach?). Insoweit ist mir der Term „Ultramontanisch“ sehr bekannt und nicht unbeliebt. Wir wissen jedoch nicht ob Bergoglio Papst ist: Kardinal Danneels hat vor kurzem ganz offen von der Existenz des Maffiaclubs St.-Gallen geredet, der schon in den späten 90er Jahren konspirierte und bei der Konklave 2005 aktiv wurde; die Mitglieder fielen dadurch nach dem CIC unter das Interdict. Die Ereignisse… weiter lesen »
sina

Sie schreiben weiter unten u.a., dass man dem „Papst“ (= Bergoglio) Gehorsam erweisen muss.
Frage: Wofür? Um ihn beim Zerstören der Kirche zu helfen??
Vergessen Sie es.

fredius
Vor einiger Zeit konnte man lesen :..der Rücktritt Benedikt XVI. bedeutet der Anfang vom Ende… Die Dezentralisierung des Papstamtes und Stärkung der Bischofkonferenzen durch Franziskus, erfüllt das Kirchenvolk mit Sorgen und Unbehagen. So würde die Einheit der Weltkirche aufge- löst und es entstünden Landes-und Ortskirchen mit eigenem Gepräge. Wie schon jetzt die Mess- bücher von Land zu Land unterschiedlich sind, so würde es auch der gesunden Lehre ergehen, durch unterschiedlichem Glauben und Pastoral. Benedikt XVI. betont im Hinblick auf die Bischof- konfrenzen, dass diese keine lehramtlichen Funktionen haben und haben können. Die Bischof- konferenzen, haben jetzt schon den Ruf, in… weiter lesen »
J. G. Ratkaj
An sich wäre es nur förderlich das Bischofsamt und damit auch die Eigenverantwortung der Partikularkirche wieder zu restaurieren. Würde das Bergoglio tatsächlich wünschen wäre es sehr zu begrüßen. Jetzt soll aber die „Dezentralisierung“ die Bischofskonferenzen aufwerten und gerade eben nicht das Bischofsamt. Denn Kraft göttlicher Einsetzung treten die Bischöfe durch die Gabe des Heiligen Geistes an die Stelle der Apostel und werden in der Kirche zu Hirten bestellt. Die ordentliche, eigenständige und unmittelbare Vollmacht des Bischofsamtes wurde in den letzten Jahrhunderten so sehr ausgehöhlt, daß gleichsam der Bischof als Stellvertreter des Papstes erscheint dabei ist der Bischof bereits selbst Stellverteter… weiter lesen »
zeitschnur
Ihren Satz finde ich interessant, weil er ja irgendwie, unscharf formuliert mit der „Gallikanismus“-Problematik kontrastiert. Ich meinen diesen Satz: „Selbiges gilt für die Bischofswahlen, wo das freie Kapitelswahlrecht mit nachheriger Anzeige in Rom und folgender confirmatio immer mehr durch die päpstliche Ernennung systematisch ausgeschaltet wurden (mit Ausnahme einzelner Bischofsstühle und konkordatärer Regelungen).“ Wenn es Ihnen nichts ausmacht, können Sie dazu noch mehr ausführen, oder Ihre Lesequellen nennen? Das würde mich nämlich auch interessieren. Denn es ist doch historisch gesehen ein langer Streitweg zwischen Kaiser/König und Papst, der diese Frage der „Inverstitutr“ oder der Ernennung bzw. Bestimmung zeichnet. Letztendlich hat die… weiter lesen »
J. G. Ratkaj
Ihrem vierten Absatz stimme ich vorbehaltlos zu! Von A-Z. Nun, ich beziehe mich auf Joseph Bergin und Stéphane-Marie Morgain, welche in Ihren Werken fallspezifisch in Studien über den Episkopat Frankreichs u.a. die Frage der Bischofsnominationen erörtert haben. Es gibt auch eine Studie, welche auch das vorreformatorische England diesbezüglich behandelt. (ich werde Ihnen morgen die Bücher anführen. Ich muß sie erst in meiner Bibliothek zusammensuchen. Es sind wirklich gute Studien, welche u.a. auch diese Fragestellung erörtern) Dieses Ernnennungsrecht des Papstes, welchses sich ja erst seit dem 19. Jahrhundert wirklich durchsetzte wird ja von einigen als Substitutionsmaßnahme für den Verlust der päpstlichen… weiter lesen »
J. G. Ratkaj

Corr::
Gemein ist die Feststellung, daß die Bischöfe ihre Vollmacht als ordentliche Vollmacht verstanden haben, weil sie ihnen nicht als delegierte Vollmacht vom Papst übertragen wird, sondern mit dem Bischofsamt selbst gegeben ist.

zeitschnur
Danke, @ J.G. Ratkaj für Ihre Antwort. Erst mal zum „Ius exclusivae“: Zumindest auf Deutsch kenne ich zum Vetorecht (ius exclusivae) auch keine wirklich umfassende Literatur, bzw. zum Fall Sarto-Rampolla-Puzyna, auf Italienisch scheint es etwas zu geben, aber ob es viel taugt, kann man nicht wissen: https://de.wikipedia.org/wiki/Exklusive (dort Literaturverzeichnis) Interessant auch dieser Artikel, der dieses Ius als ein wahrscheinlich Neuzeitliches darstellt, das nicht sicher aus mittealalterlichen Einflussmöglichkeiten auf Papstwahlen durch den byzantinischen bzw. den Kaiser des hl. römischen Reiches hervorgegangen sei. Pius X. habe behauptet, es sei nie seitens der Kirche bestätigt worden, wenn auch zugelassen: „In the Constitution „Commissum… weiter lesen »
J. G. Ratkaj
Das sehe ich wie Sie geschätzte Fr. Zeitschnur. z.B. fällt der Name Kard. Rampollas wird gleich brachial herumgetobt: „Freimaurer“ etc. Dabei kennen ihn die meisten wohl nur dem Namen nach und haben sich mit seiner Biographie und seinem Wirken unter Leo XIII. überhaupt nicht beschäftigt. Wie auch? Wenn die ultramontane Hagiographie komplett auf wissenschaftl. Redlichkeit verzichtet und nur herumgrölt und allein die konditionslose Unterwerfung unter einem neuartigen und antitradtionellen päpstlichen Absolutismus (der endlich in die Despotie Bergoglios mündete,) als alleinseligmachend besingt. Die Folgen dieses ultramontanen Denkens erleben wir im Papsttum Bergoglios. Es is der logische Abschluß dieser Entwicklung. Dasselbe gilt… weiter lesen »
J. G. Ratkaj

„auf Italienisch scheint es etwas zu geben, aber ob es viel taugt, kann man nicht wissen: https://de.wikipedia.org/wiki/Exklusive (dort Literaturverzeichnis)“

Der Verlag und die Reihe in dem der Band erschien ist jedenfalls renommiert.
http://www.edizionistudium.it/pubblicaz_2003_4/trincia.htm
Werde mir das besorgen, es ist ja recht umfangreich mit seinen über 300 Seiten. Das dürfte der Autor tatsächlich viel Quellenarbeit betrieben haben.

zeitschnur
@ J.G. Ratkaj Was Ihren Hinweis auf das „ultramonatinistische Gegröhle“ betrifft, muss ich Ihnen zustimmen. Dabei sind bereits im 19. Jh haarsträubende Verleumdungskampagnen am Laufen gehalten worden. Wenn ich alleine an die geistliche Abhängigkeit des Regensburger Infallibilisten, Bischof Senestrey, der auf dem Vat I. zusammen mit Kard. Manning kräftig Propaganda gemacht und intrigiert hatte, von dem Altöttinger Medium Louise Beck denke, die angeblich Botschaften eines Schutzgeistes, dem auch der Münchener Kardinal Reisach verfallen war und ganz Bayern unter den Schutz dieses Schutzgeistes, der „die Mutter“ genannt wurde, gestellt hatte, empfing – Senestrey hat sich so tatsächlich für eine intrigante Anzeige… weiter lesen »
zeitschnur
Was den Kardinalstaatssekretär Rampolla betrifft finde ich diese Lesart, der Kaiser habe dessen mögliche Wahl, weil er angeblich Freimaurer war, blockieren wollen, irgendwie albern. Rampolla war DER bestimmende Außenpolitiker des Vatikans in den Wirren der 2. Hälfte des 19. Jh. Es erscheint doch wesentlich naheliegender, dasse shauptsächlich politische Gründe waren, die zu dem veto führten. Tatsache ist jedoch, dass der Kaiser keinerlei Gründe für sein Veto angab – weder durch den Mund Puzynas noch später selbst in irgendeiner Form. Das heißt im Klartext: man weiß es einfach – solange man nicht neue und zuverlässige Quellen erschließt – nicht. Die Erschließung… weiter lesen »
J. G. Ratkaj
Sehr geehrte Fr. Zeitschnur, Ich habe mit Interesse Ihre Ausführungen gelesen und stimme Ihnen zu. Zu der Sache um den Kardinal Rampolla: „Was den Kardinalstaatssekretär Rampolla betrifft finde ich diese Lesart, der Kaiser habe dessen mögliche Wahl, weil er angeblich Freimaurer war, blockieren wollen, irgendwie albern.“ Ja, das ist wohl sehr unwahrscheinlich, denn in seiner eigenen Umgebung bis hin zu seinen Ministern hat Franz Joseph sehr wohl Freimaurer, auch solche bei denen es wirklich jeder wußte oder welche sich publik dazu bekannten, geduldet. Auch hat er in seinem 68jährigen Kaisertum auch keine Maßnahmen ergriffen um die Freimaurerei in seinem Reich… weiter lesen »
Galilei
Aber die Patriarchen der Ostkirchen – auch der katholischen – haben Befugnisse über ihre Eparchien, sie können Kirchengesetze erlassen, Bischöfe ernennen etc. Der Papst hat zur Überlegung gegeben, die Befugnisse der alten Patriarchate zu modernisieren und auf die heutige Zeit anzupassen. D.h. nationale, regionale oder kontinentale Bischofskonferenzen würden die Befugnisse des Hl. Synod übernehmen und die Vorsitzenden die des Patriarchen. Da kann doch nichts dagegensprechen, denn das sind alte Strukturen, die ja eigentlich durch die Verdrängung des Christentums im Lauf der Jahrhunderte durch den Islam und auch durch den Wechsel von der mediteranen Zentriertheit auf ein Weltkirchentum ihre Funktion weitgehend… weiter lesen »
zeitschnur
Ich hatte Bergoglio allerdings so verstanden, dass er „Synodalität“ zu einem durchgehenden Prinzip machen will – nicht nur hnsichtlich nationaler Bischofskonferenzen. Er will anfangen mit der Diözesansynode und aufhören bei der römischen Bischofssynode. Mir ist bei Ratzinger nicht recht klar, wie er sich das alles vorstellt. Ein Zurück zu der Struktur vor dem Konzil will er nicht, aber was will er dann? In seinem Interviewbuch „Licht der Welt“, wird er von Peter Seewald gefragt, ob ein 3. Vaticanum anstehe. Ratzinger antwortete: „Ich glaube, dass im Moment das richtige Instrument die Bischofssynoden sind, in denen der ganze Episkopoat vertreten und sozusagen… weiter lesen »
dhmg

Ob Ratzinger oder Bergoglio – beide hätten sich da klarer äußern sollen, hätten sagen sollen was genau sie womit meinen, dann könnten beide nicht so leicht in einen Topf geworfen werden was eine bestimmte Meinung angeht. Überhaupt fehlt der Kirche der Klartext, darum bestehen ja auch viele Probleme, weil so wenig Klartext gesprochen wurde und wird, sei es in Predigten oder in Interviews, von Priestern, Bischöfen, Kardinälen oder von Päpsten.

Franzel

Dezentralisierung heißt die Hierarchie abzuschaffen, das Wort des Herrn an Petrus zu mißachten und somit die Schafe zerstreuen und sie den Wölfen ausliefern. Dezentralisierung hieße Untergang der Kirche Christi.
Die Kirche wird gekreuzigt, hängt am Kreuz und blutet aus tausend Wunden. Bald ist es vollbracht.
Aber dann wird sie mit Christus auferstehen.
Man muß also wachen und beten, besonders für all die vielen Menschen, die keine oder wenig Hoffnung haben. Ja, komm Herr Jesus, Maranatha.

michael
Ja sehr gut und lobenswert, Benedkit hat mit jedem Wort Recht. Aber einen Text aus der Vergangenheit ist doch fuer Modernisten mehr als Motivation genau das abzuschaffen. Was gestern galt (Benedikt) ist heute ein alter Hut (Bergoglio), Kirche muss mit der Zeit gehen also Demokratie und alles andere. Die Person Benedikt stellt uns allerdings auch vor Raetsel. Er wusste doch ganz genau, wie die BK in Europa ticken. Wieso in aller Welt, hat er soviele von den Feinden der Kirche nach Rom geholt oder zu Kardinaelen gemacht und nicht konsequent Verbuendete gesucht (die es bestimmt gibt) und versucht, SEINE Interpretation… weiter lesen »
Galilei

Ich glaube, die Antwort ist einfach: er wollte es nicht. Benedikt wollte eben nicht Teile des Konzils verwerfen. Alles, was Vat. II verkündet hat, gilt. Einzig die Hermeneutik ist variabel. Komplettes Verwerfen von Teilen war nie im Sinne Benedikts. Ich sage das, auch wenn ich seine Hermeneutik des Konzils in vielen Punkten nicht teile.

Adrien Antoine

Hierin könnten Sie recht haben.
Mut war bei den Kardinälen immer schon eine seltene Tugend.

Franzel
Papst Benedikt hatte doch täglich gegen die Gegner innerhalb- wie auch außerhalb der Kirche gekämpft indem er immer und überall die Wahrheit verkündete. Und er konnte aus nachvollziehbaren Gesundheitsgründen nicht mehr den aktiven Dienst als Papst leisten. Was hätte er denn anders tun können? Er wurde von den Medien wie auch etlichen Kardinälen und Bischöfen ununterbrochen attackiert. Ein körperlich kranker Papst hätte die Bösen noch wütender gemacht und um Schaden von der Kirche abzuwenden, ist er dann vom aktiven Dienst zurückgetreten. Ist der Schaden nunmehr nicht größer?- Das liegt nicht in seiner Verantwortung. Das müssen die verantworten, die nunmehr das… weiter lesen »
Hans
Der Wunsch nach einer Dezentralisierung der Kirche, Auflösung des Stuhles Petri und Beseitigung des Vicarius Christi ist alt und in der alta vendeta nachzulesen. Dort steht die Anteitung, der Bergoglio folgt: 21. Vernichtet den Papst, indem ihr seine Universitäten zerstört. Trennt die Universitäten vom Papst, indem ihr sagt, die Regierung würde sie dann unterstützen. Ändert die Namen der religiösen Institute in profane Namen, statt „Immaculata-Conceptio-Schule“ sagt z. B. „Inavale-Hochschule“. Nennt das ökumenisch. – Errichtet ökumenische Abteilungen in allen Diözesen. Sorgt für deren protestantische Kontrollen. Erlaubt keine Gebete für den Papst oder zu Maria, da sie die Ökumene entmutigen. Verkündet, daß… weiter lesen »
zeitschnur
Ehrlich gesagt habe ich große Zweifel an der „Mechanik“ der „Alta vendetta“. Zwar haben Pius IX. und Leo XIII. gewünscht, dass dieser Text veröffentlicht würde, irgendeiner hat auch dessen „Echtheit“ bestätigt (was ich seltsam finde – denn wie kann er das beurteilen ohne Gründe anzugeben, zumal die Päpste strengstens zu verhindern wussten, dass sie wahren Autorennamen veröffentlicht wurden!). Aber wenn der böse Plan also dermaßen „offenkundig“ angelegt, veröffentlicht und durchgeführt würde, dann hat das etwas durchaus Lächerliches: Welcher geheime Plan wird denn bitteschön in aller Öffentlichkeit durchgeführt?! Wenn ich solche Pläne hätte, würde ich mit einem solche Text eher die… weiter lesen »
Agricola
„Aber wenn der böse Plan also dermaßen „offenkundig“ angelegt, veröffentlicht und durchgeführt würde, dann hat das etwas durchaus Lächerliches: Welcher geheime Plan wird denn bitteschön in aller Öffentlichkeit durchgeführt?!“ Warum nicht? Es ist die Spiegelung der Vernunft. Eine Glasplatte ist entweder so klar, dass man durch sie hindurchsehen kann ohne sie zu bemerken, oder sie hat eine schwarze Rückschicht, um nur das erkennbar zu machen, was an Licht drauffällt. Ob die Glasplatte nun beschichtet ist oder nicht: sie trennt. Vom Endergebnis her betrachtet (z.B. bezügl. des 24-Punkte-Plans, wohin uns die Konzilskirche gebracht hat), ruft es entweder Erstaunen hervor, wie es… weiter lesen »
zeitschnur
@ Agricola Doch, ich merke das bzw. meine es zu merken und sage es ja oft genug – zum Ärger vieler Leser hier. Dennoch überzeugt mich Ihr hier Argument nicht. Was meinen Sie mit „Es ist die Spiegelung der Vernunft.“ Mir scheint das eher so wie eine falsche Spur, die gelegt wurde. Das heißt nicht, dass sie nicht AUCH gelegt wurde, aber irgendwann endet sie im Nichts, während die andere Spur, die man nicht beachtet hat, schon längst weiter gegangen ist. Immerhin wäre dies eine bewährte Strategie, wohingegen das, was Sie da sagen, eher plump wäre. Zur falschen Spur gehört… weiter lesen »
Agricola
@ zeitschnur Mein Kommentar war im Ganzen etwas oberflächlich formuliert. So sehe ich sehr wohl, dass viele merken, wie die Zeit zunehmend dunkler wird, dass viele die Konzilskirche und deren Früchte wie den NOM kritisch sehen etc. Mit Spiegelung der Vernunft meinte ich im Prinzip das, was Sie am Ende des vierten Absatzes schreiben: Die Geheimniskrämerei führt zur Verwirrung; es macht neugierig und lädt zu Spekulationen ein, die letztlich das eigene Denken in Fesseln legen (können).[um das dürftige Bild zu verwenden: Wenn ich um die Funktion des Glasplatte nichts weiß, sehe ich durch und sage vielleicht: alles in Ordnung; wenn… weiter lesen »
Agricola

@zeitschnur

Nachtrag zum Schwarzweiß-Denken:
Im Wissen um die Existenz des Teufels gilt es uns für das Gute, für den lieben GOTT, das absolute Gute, zu streiten.
Zwischen Gott und Satan ist eine unüberwindliche Grenze. Satan aber maßt sich an, wie Gott zu sein und verführt die Menschen, und dabei kommt er nicht selten daher wie ein unschuldiges Kind, wie durch einen falschen, übersteigerten Humanismus. Die eindrucksvolle Darstellung des Jüngsten Gerichtes in der Basilika Santa Maria assunta auf Torcello zeigt den Antichrist, ein Kind im Schoß wiegend.
http://cult-mag.de/tawato/uploads/2012/07/abbild-der-h%C3%B6lle.jpg

zeitschnur
@ Agricola Ein schauerliches Bild, das vom Antichristen mit dem Kind, ich sehe darin aber v.a. auch eine Nachäffung der Madonnendarstellungen… und des „signum magnum apparuit“ aus der Offenbarung… Der Humanismus ist m.E. zu der 1. Spur im 24-Punkte-Plan zugehörig, bildet gewissermaßen das tragende Fundament dafür. Hinzufügen muss man, dass aber auch nicht alles, was in diesem Plan zur Sprache kommt, per se falsch wäre. Synodalität war lange Jahrhunderte üblich in der Kirche, und es steht nirgends, dass sie nicht vereinbar sein könnte mit dem hierarchischen Prinzip. Dieser 24-Punkte-Plan erinnert mich ein wenig an die „Protokolle der Weisen von Zion“,… weiter lesen »
Heinrich
@zeitschnur, @ Agricola Das Dokument mit „Alta Vendetta“ mag ja „echt“ sein, aber Regel 1 in der Kriegskunst ist List und Täuschung, und genau das ist das Dokument. Es ist echt weil es zu echt ist falsch zu sein, aber es ist falsch weil es zu falsch ist echt zu sein könnte man freimauerisch sagen. Man erzählt das öffentlich während man ihn, den Papst, vereinnahmt, das macht einzig und alleine Sinn, es gibt keine Loge ohne Großmeister, also schafft man auch das Papsttum nicht ab. Über den philosophischen Disput versucht man den Papst zu vereinnahmen, irgendwann kommt ein Papst der… weiter lesen »
Leostratz

Die Kirche muß hierarchisch sein, weil alles von Gott Jesus Christus ausgeht.
Das Wetter können wir beurteilen, aber nicht die Zeichen der Zeit. Die Kirche, der Leib Christi wird gekreuzigt und dieser Leib wird wieder auferstehen. Es wird eine furchtbare Zeit sein. Aber besser ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.

Hans
@ leostratz Sie haben vollkommen Recht . Aber auch hinter dem heutigen (synodalen) Wirrwar steht ein Plan und der lautet: Zerstörung der Una Sancta durch Veränderung. Dieser Plan wird Punkt für Punkt umgesetzt, beginnend mit den unklaren und verschwommenen Definitionen des Konzils, weitergeführt in einer Liturgiereform und heute erkennen wir das Finale, die Beseitigung der hierarchischen Struktur mit der Beseitigung des Lehramtes. Als letztes fällt der Kern die Sakramentenlehre. Aber Christus hat seiner Kirche als Trost das Schicksal des Weizenkornes versprochen: Wenn es in die Erde fällt und stirbt, bringt es tausendfälltige Frucht. Ihr Satz bestätigt dieses: Die Kirche, der… weiter lesen »
Hansdie päpstliche moralische
@ Zeitschnur. Ich würde Ihnen beipflichten, wenn ich das Gegenteil nicht nachvollziehen könnte: -> die Entkernung der Kirchen von Kommunionbänken etc. -> das ad acta gelegte Gebet an den hl. Michael -> die Kniebeuge vor dem Allerheiligsten -> aus den heiligen Evangelisten wurde das Evangelium nach Matthäus, Markus etc. -> auch der Heilige Paulus, Johannes, Petrus etc. werden nicht mehr als Heilige bezeichnet -> etc. die Liste könnte Punkt für Punkt weitergeführt werden. Dieser erste Teil der Reform(?) erhielt den Segen eines Papstes, der inzwischen den Seligen zugezählt wird. Nun kommt der zweite Teil des Drama´s unter Bergoglio -> Verzicht… weiter lesen »
zeitschnur

Schauen Sie oben meine Antwort an @ Agricola.
Man tut das eine für die Gläubigen, um ihre Ängste zu schüren und zu bestätigen und noch ganz anderes, was sie dann nicht wahrnehmen…

Zarah

Die Antwort von Benedikt auf Papst Franziskus, kennen wir doch- blinder, bedingungsloser Gehorsam, komme was wolle.

zeitschnur

…auch das ist wichtig, mal wieder in Erinnerung zu rufen: ja, genau das hat Benedikt gesagt, aktuell, als Papst kurz vor seinem Abtritt vom Amt. Und er wusste vorher, wer F. war.

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