Kardinals-Aufstand gegen Papst Franziskus – Beschwerdebrief gegen „vorherbestimmten“ Ausgang der Synode

Kardinäle proben Aufstand
Kardinäle proben Aufstand

(Rom) Dreizehn Kardinäle, allesamt Synodalen, haben sich mit einem Beschwerdebrief an Papst Franziskus gewandt. Darin erheben sie Protest gegen den Eindruck, der Ausgang der Bischofssynode über die Familie könnte bereits feststehen.

Unruhe lag in der Luft, seit die Synodenarbeiten vor einer Woche eröffnet wurden. Papst Franziskus hatte vergangene Woche selbst unerwartet das Wort in der Synodenaula ergriffen und vor einer „konspirativen Hermeneutik“, sprich Verschwörungstheorien gewarnt. Beobachtern war spätestens ab diesem Augenblick klar, daß hinter den Kulissen dicke Luft herrschte.

Der Vatikanist Sandro Magister veröffentlichte heute morgen ein Schreiben, das dreizehn Kardinäle an Papst Franziskus gerichtet haben, um gegen den Verdacht zu protestieren, die Synode könnte letztlich eine bloße Scheinsynode sein, falls es der Wahrheit entsprechen sollte, daß ihr Ausgang bereits vor Synodenbeginn festgelegt worden sei.

Vatikansprecher Lombardi bestätigte kurz darauf die Echtheit des Schreibens, beeilte sich am Montagvormittag aber den Journalisten mitzuteilen, daß der Mailänder Erzbischof, Angelo Kardinal Scola, der aussichtsreichste Gegenkandidat im Konklave, sowie der Pariser Erzbischof Andre Vingt-Trois nicht zu den Unterzeichnern des Briefes gehören würden. Zum Schreiben selbst wollte der Vatikansprecher nichts sagen, da es sich um ein „vertrauliches“ Schreiben handle.

Zu den Unterzeichnern gehört hingegen Kardinal George Pell, den Papst Franziskus in den C9-Kardinalsrat und zum Präfekten des neuen Wirtschaftssekretariats des Vatikans berufen hatte. Kardinal Pell überreichte den Beschwerdebrief persönlich dem Papst.

Die Unterzeichner:

Kardinal George Pell, Präfekt des Wirtschaftssekretariats (Australien)
Kardinal Gerhard Müller, Präfekt der Glaubenskongregation (Deutschland)
Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Gottesdienstkongregation (Guinea)
Kardinal Carlo Caffarra, Erzbischof von Bologna (Italien)
Kardinal Thomas Collins, Erzbischof von Toronto (Kanada)
Kardinal Timothy Dolan, Erzbischof von New York (USA)
Kardinal Willem Eijk, Erzbischof von Utrecht (Niederlande)
Kardinal Peter Erdö, Erzbischof von Esztergom-Budapest (Ungarn) und Generalberichterstatter der Bischofssynode
Kardinal Wilfrid Fox Napier, Erzbischof von Durban (Südafrika) und stellvertretender Synodenvorsitzender
Kardinal Jorge Urosa Savino, Erzbischof von Caracas (Venezuela)
Kardinal Mauro Piacenza, Großpönitentiar und ehemalige Präfekt der Kleruskongregation

Die Erzbischöfe von Mailand und Paris wollten offenbar nicht, daß die Sache publik wird. Wie es tatsächlich um ihre Unterschrift steht, wird sich in den nächsten Tagen wohl klären.

Mit einem knappen und unzweideutigen Brief unterbreiteten die dreizehn Kardinäle jedenfalls dem Papst ihre „Sorgen“ und die weiterer Synodenväter. Die „Sorgen“ betreffen ein möglicherweise bereits feststehendes Synodenergebnis und das Instrumentum laboris, das als Richtschnur und Grundlage für ein Schlußdokument als ungeeignet bezeichnet wird.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL

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36 Comments

  1. Bei allem Respekt vor Ihrer Berichterstattung: ich zähle nur 10 Kardinäle, nicht 13! Oder wollten drei ungenannt bleiben?
    Wie auch immer, ob 10 oder 13, ist es beschämend, daß das Kardinalskollegium entweder überwiegend aus Modernisten und/oder aus Feiglingen besteht, denn die überwiegende Mehrheit hüllt sich ja in Schweigen, oder sehe ich das falsch?
    Außerdem: Dieser „Kardinals-Aufstand“ geht bestimmt so ähnlich aus wie Seehofers „Aufstand“ gegen Merkel: wie das Hornberger Schießen.
    Merkel fährt Deutschland gegen die Wand, und Franz die Kirche, und alle Welt schaut zu und klatscht entweder Beifall oder zuckt händeringend mit den Achseln.

    • Naja, geschätzte(r) siri, da haben Sie schon recht, aber Ihr Statement trägt auch nicht gerade dazu bei, den Mut zu heben..

      Es ist doch schon ein sehr erstaunlicher und nicht zu verachtender Vorgang, dass sich -ob nun 10 oder 13 – Kardinäle ermannen, diesem Manipulator ihr: So nicht! entgegenzuschleudern.

      • @hicesthodie:
        Wie kann man noch optimistisch sein, bei einem solchen „Papst“ und seinem „Kasper-le-Theater“?
        Wer nur noch einigermaßen klaren Blick hat, der sieht den Untergang der „Titanic“ vor seinen Augen, aber die Bordkapelle, angeführt von Kasper, Marx und Konsorten, spielt lustige Musik: Wir haben uns doch alle soooo lieb!!
        Ich habe, im Alter von 70+, vor einigen Wochen dieser „Kirche“ Adieu gesagt, schweren Herzens, aber das ist meine Kirche nicht mehr! Da kann ich ja gleich bei den Adventisten oder den Mormonen anheuern. Oder sehen sie noch einen eklatanten Unterschied? Das Adieu war übrigens wörtlich gemeint, obwohl ich immer mehr glaube, daß „Dieu“ mit diesem wilden Haufen nichts mehr gemein haben will.

      • Ich verstehe Sie. Aber es ist doch noch immer die Kirche, die sich der Herr mit seinem Blut erkauft hat, wenn auch nunmehr entstellt und unter die Räuber gefallen! Ich hoffe und bete, dass es endlich, endlich zur Scheidung der Geister kommt, denn nur so ist eine Gesundung möglich.

      • @siri: richtiger wäre es, so lange und so laut zu trommeln für die Wahrheit, dass man sie hinauswirft. Aber nicht so.

      • @siri

        Ich verstehe Ihren Schritt sehr gut.
        Die jetzige Geschehnisse schmerzen sehr viele Menschen sehr tief- und nur wenige Menschen haben den Mut tapfer die Konsequenz zu ziehen.

        Obwohl ich dem hochgeehrtem Kommentator @Pater Pio sehr hochschätze, meine ich daß seine Aussage hier nicht ganz zutrifft.
        Es handelt sich m. bescheid. Erachtens um eine andere Sicht von Kirche:

        Unser Herr Jesus Christus hat gesagt: „Wo zwei oder mehr von Euch in meinem Namen zusammensind, da bin Ich in Eurer Mitte“.

        Und dann als „Gesamtpaket“:
        „- Du bist der Christus, der Sohn des Lebendigen Gottes!
        – Und Du bist Petrus und auf diesem Felsen (Gr. Petra) werde ich meine Kirche/Ecclesia/Auswahlversammlung gründen“.

        Petrus hat seine Stellung nur durch seine Fundierung in dem Glauben.
        Ich bin mich sicher daß @siri sich nicht aus dem Corpus mysticum Christi, aus der Una Sancta Catholica Ecclesia und aus dem Credo ausklinkt;
        daß dagegen viele lotterliche Klubs nichts damit zu tun haben- im Ausland spricht man offen von einer „Bastardkirche“ ist mehr als klar.
        Am Besten wurde dies durch das dünnlippige und einmalige Kommentar deutlich des großen Danneelsfreunds, Modernisten und Freund von allen linken und LGBT-freundliche Revoluzzern in Nordbelgien, dem großrelativierenden Moraltheologen Roger Burggaeve SDB anläßlich des Skandals um den pädo- (und homo)philen Bischof v. Brügge vanGheluwe deutlich:
        da sagte Burggraeve doch plötzlich und verdutzt-salopp:
        „Das ist wirklich das intrinsische Übel“.
        Das intrinsische Übel- genau, der Teufel-Satan.Daß einige der lokalen Klubs von Satan besessen sind und er sich austobt, ist überdeutlich.
        Und das das gehört bekämpft.

        In der ersten Frontlinie spielt es unter Soldaten übrigens keine Rolle von welche Einheit oder welche Hautfarbe ein Kommilitone hat.
        Salus animarum suprema lex: das Heil der Seelen ist oberstes Gesetz.
        Wenn man in einem verirrendem Klub seelischen Schaden leidet, geht man besser zu einer vielleicht kleineren aber tüchtigeren Paralleldivision.

        Bevor ich jetzt verrissen werde:
        das ist urchristliche Tradition:
        sedecere et conscientia esse contentum.
        So geschrieben bei Seneca und schon rezipiert bei St. Paulus.
        Und eindeutig formuliert vom Hl. Klemens v. Rom in seinem Brief an die Korinther (stand übrigens in der Antike vorübergehend in dem Kanon des Neuen Testaments)
        Christus mea spes

    • Die Kardinäle Scola, Erdö, Vingt-Trois und Piacenza dementieren mittlerweile signiert zu haben. Jetzt weiß man was Bergoglio mit seiner Schelte „konspirativer Hermeneutik“ gemeint hat.

      • „Außerdem: Dieser „Kardinals-Aufstand“ geht bestimmt so ähnlich aus wie Seehofers „Aufstand“ gegen Merkel: wie das Hornberger Schießen.“

        Damit werden Sie wohl recht behalten.
        Es ist auszuschließen, daß diese wirklich ihre Stimmen erheben und Bergoglio ins Gesicht widersprechen und verlauten „non possumus“.
        Es wird irgend ein Papier geben, welches jeder beliebig so lesen kann wie er möchte.

    • Ich lese 11 Namen. Vielleicht weisen die beiden fehlenden Namen auf die Erzbischöfe Vingt-Trois und Scola hin.
      Sei es wie es sei – ein geordnetes, gut strukturiertes Treffen sieht anders aus.
      Diese chaotische, wenig vertrauenerweckende Situation könnte auch als ein Bild für die Zerrissenheit und Konfusion der Kirche gesehen werden.

  2. Passend zum unklaren aktuellen Hin und Her sagte Pater Lombardi heute auch noch Folgendes bez. des „Schlussberichtes“:
    -
    „Der Schlußbericht wird am Morgen des Samstag, 24. Oktober, in der Synodenaula präsentiert; am Nachmittag stimmt die Versammlung über ihn ab, und dann wird dieses Dokument – der Natur der Synode entsprechend – dem Heiligen Vater überreicht, dem dann die Entscheidung darüber obliegt, was er mit dem Bericht macht. Was wir heute nicht genau wissen, ist, wie der Papst befinden wird – ob er uns wie letztes Jahr sagt ‚Veröffentlicht das sofort’, oder ob er sagt ‚Danke schön, den Bericht behalte ich mir und mache eine Apostolische Exhortation daraus’. Er könnte auch sagen: ‚Ich denke ein paar Tage darüber nach, und dann veröffentlichen wir ihn’.“
    -

    • Lombardi ist ein Scherzkeks. Wie Bergoglio reagiert, ist doch sonnenklar. Gelingt es, die Synodalen über den Tisch zu ziehen, wird das Pamphlet sofort vom Schubkasten in die hauseigene Druckerei gegeben. Gelingt es nicht, dann geht das Pamphlet eben drei Tage später in Drucklegung, so einfach ist das, wenn Ergebnisse schon vorher feststehen.

    • „Ich denke ein paar Tage darüber nach …..“
      Also, mit Verlaub, Denken scheint mir nicht zu den herausragenden Eigenschaften von Borgoglio zu gehören. Vielmehr scheint er der Devise zu huldigen: Erst reden, und dann erst Gehirn einschalten.
      Es tut mir leid, aber noch nie habe ich in meinem langen Leben so viel sinnfreies Geschwätz von einem, der sich Papst nennt, vernommen. Und was sich in Rom zur Zeit abspielt als Bischofssynode, das ist in meinen Augen nichts anderes als eine Show, und die beherrscht Franz ja – besser noch als Peter Frankenfeld.

  3. Diese ganze Synode ist eine komplette Farce, man kann nicht abstimmen ueber das 6. Gebot oder Homo oder sonstige Greuel.
    Ja und natuerlich gibt es auch ein paar Amtstraeger die gegen diesen Unsinn sind.
    Aber mehr auch nicht, den „Tanker“ Franz wird nicht von Ruderboetchen aufgehalten,wie auch?
    Zb. Kardinal Mueller, vielleicht in seinem Amt zu anderen Erkenntnissen gekommen als er es noch vor Jahren in seinem Buch ueber die hl. Messe kundgetan hat.
    Will sagen, auch diese netten Kardinaele haengen letztlich an den oertlichen Bischofskonferenzen oder eben wie Mueller an Franz direkt.
    Am Ende sind sie alle vom Ungeist des 2.Vat durchdrungen evtl. ein bischen konservativ, aber mehr auch nicht.
    Warum erkennt keiner, das der „Nostra Aetate“ Gott ein totaler Irrweg ist ?
    Nein solange sich an der Grunddenke nichts aendert ,geht die Talfahrt ungebremst weiter Richtung Abgrund.
    Und auch diese Geschwaetz, das der Papst alles darf, ist hohl und dumm und wird auch durch Wiederholung nicht richtig.
    Bleiben wir beim Schanddokument Nostra Aetate, wenn der Papst verkuendet das unser Gott und die anderen Goettter alle denselben Heilsweg darstellen, irrt er und ist ein Haeretiker.
    Das darf er nicht und niemand sollte diesem Irrweg folgen.
    Synode weg subito !

  4. Der Papst hat das letzte Wort. 13 Kardinäle protestieren in diesem großen Verwirrspiel. Nach
    Meinung dieser Kardinäle kann es sein, dass das Ergebnis fertig in der Schublade liegt. Das
    wäre nichts neues nach den Verlautbarungen der letzten Tage in und über die Synode. Den Kar-
    dinälen muss man Mut attestieren, besonders Kardinal Müller, denn durch diese Aktion werden
    sie vom Papst langfristig bestraft werden.

    • Natürlich liegt das Ergebnis längst druckreif in der Schublade. Diese Methode hat sich doch schon beim II. Vaticanum bewährt. Da wurden doch die – damals noch überwiegend störrischen – Konzilsväter mit fertigen Dokumenten konfrontiert, die sie nur noch – unter Vorspiegelung falscher Tatsachen! – zu unterschreiben hatten.
      Lesen Sie dazu das Buch „Die Unterminierung der katholischen Kirche“ von Mary Ball Martinez, aus dem Jahr 1992. Diese Frau war 15 Jahre lang vatikanische Korrespondentin für große US-Zeitschriften, u.a. „The Wanderer“ und „The American Spectator“ , während des Konzils, und hatte Einblick und Zugang zu vielen sonst verschlossenen Zirkeln. Das Buch ist gebraucht noch immer bei Amazon erhältlich.
      Höchst empfehlenswert!

    • Reagieren Sie, wie beliebt. Seitdem deutlich zu werden scheint, dass kath.net in die Hände der Kasperianer gefallen ist, braucht es Sie nicht zu wundern, dass dort mitgeholfen wird, die möglichst schnelle Auflösung des mehr als brisanten Briefes in Luft zu beschleunigen. Aber noch ist nicht aller Tage Abend!

  5. Ich bin zuversichtlicher. Eine Scheidung der Geister muss kommen, weil der Niedergang notwendig immer tiefer hinabführt, und manchen Kardinälen ist es doch zuzutrauen, dass sie „aus Babylon herausgehen“, um nicht länger Anteil an ihren Sünden und Plagen zu haben. Es werden darunter wohl einige sein, die Jorge Bergoglio auch im Konklave ihre Stimme versagt haben. Wenn eine dem Glauben entgegengesetzte Seelsorge amtlich eingeführt wird (in der Praxis besteht sie ja schon seit langem in Teilen der Weltkirche) ist das ein Trennungsgrund, genauer gesagt: ein Grund, öffentlich festzustellen dass der Papst ins Schisma gegangen ist.

  6. Dieser Beschwerdebrief ist doch Zwergenaufstand!
    Und halbherzig, wie es aussieht noch dazu.
    Kardinäle, die nicht genannt werden wollen…. wenn ich das schon höre!
    Das sind doch Feiglinge.
    Auch sie bringen offenbar kein echtes Rückgrat auf. Das ist bloß der stöhnende Versuch eines Zu-Tode-Getroffenen, sich noch einmal aufzurichten, bevor es endgültig abwärts geht.

    Diejenigen, die hier eine „Scheidung der Geister“ herbeisehnen, müssten allerdings sagen, welche Geister sie meinen.
    Offenbar ist nur noch eine Scheidung verschiedener böser Geister möglich, und das ist eine Schein-Geisterscheidung, die dazu geeignet wäre, den letzten Rest noch entfernt Gläubiger mit in den Abgrund zu reißen. Mit Hurra-Rufen würden solche Gläubige solchen Geistern folgen, weil die die Ehelehre noch festhalten, ohne zu erkennen, dass bei denselben Herren auf anderen Gebieten große Fragezeichen stehen.

    Denn man wird den Eindruck nicht los, dass auch die scheinbar „glaubenstreuen“ Kardinäle (was erst noch zu prüfen wäre jenseits des leidigen Ehethemas!) nur bedingt treu sind. Eine Bejahung der kirchlichen Ehelehre ist schließlich kein allgemeiner Ausweis für Glaubenstreue. Aber genau an dem Punkt beißt sich die Schlange in den Schwanz: Es interessiert auch die einfachen Gläubigen nicht, ob diese Leute sonst glaubenstreu sind – sie interessiert nur das Ehethema.

    Dass die so großartigen Kardinäle, die heldenhaft „die“ Lehre der Kirche vertreten, gleich wieder feige zurücktreten, im Zweifelsfall nicht gesehen werden wollen und – wie wir vernehmen – im noch zweifelnderen Zweifelsfall auch nichts gesagt haben wollen, zeigt doch, dass sie entweder erpressbar oder erbärmlich feige sind.

    Diese Räuberbande, auch wenn ein paar der Räuber wenigstens täglich die geistige Unterwäsche wechseln und nicht gar so sehr stinken wie der Bandenchef, ist nicht die Kirche.

    • Das haben Sie sehr gut gesagt. Lediglich dann, wenn die Rechtgläubigkeit in Ehefragen mit einer allgemeinen Rechtgläubigkeit einhergeht, darf man für die Seelen der aufständischen Kardinäle hoffen. Aber wird man heute noch Kardinal, wenn man den Liberalismus als schwerste aller Sünden bezeichnet und ihn offen bekämpft?

    • @Zeitschnur,

      Die Feigheit und der irrsinniger Kadavergehorsam der glaubenstreuen und konservativen Kardinäle und Bischöfe schaden der Kirche ernorm. Lieber lassen diese die Kirche untergehen als einem destruktiven Papst zu widersprechen und ihm die Gefolgschaft zu verweigern. Gerade wegen dem Papstkult und der Papstanbeterei der konservativen und glaubenstreuen Katholiken verkommt die katholische Kirche, die Braut Christi zum Privatspielzeug des Papstes. Selbst Petrus auf dem das Papstamt fußt, hatte diese Stellung des Papstes nicht inne. Ihm hat Paulus im Angesicht widersprochen, als diese sich von der Lehre enfernt hatte und ihn korrigiert.

      Wenn der Papst sich gegen Christus stellt, dann stellen sich auch die konservativen Kardinäle und Bischöfe gegen Christus, der Papst ist schließlich unfehlbar und nicht Christus. Dem Papst und nicht Christus haben sie bedingungslosem Gehorsam geschworen. Daher kann man nicht auf die konservativen Kardinäle und Bischöfe zählen, wenn es darum geht die Lehre und die Kirche vor der Willkür eines Papstes zu schützen. Außer Gejammere, heiße Luft und Durchhalteparolen kommt von denen nichts.
      Die liberalen Bischöfe und Kardinäle gehorchen weder Christus noch Papst und fahren damit sehr gut in der Kirche.

      • Zarah @ …wegen Papstkult und Papstanbeterei … und glaubenstreue Katho-
        liken verkommt die katholische Kirche…Sehr starker Tobak den Sie fabrizieren
        und es sind protestantische Argumente die vorgebracht werden. Die Protes-
        tanten können seit Luther dieses Amt nicht ertragen, denn in der Lutherbibel
        ist davon nichts zu lesen. Das Wort Jesu … du bist Petrus der Fels auf dem
        ich meine Kirche baue…ist somit nicht bekannt. Außerdem unterstellen Sie
        den gläubigen Christen, dass sie dem Papst und nicht Christus die Treue geschworen haben,,,spätestens jetzt müssten Sie erkennen, welch Unsinn
        Sie verzapfen…

      • @ Zarah

        Da ist aber nun wirklich Ihr Temperament mit Ihnen durchgegangen!

        Das Papstamt dient nicht einer Glaubensdespotie, sondern garantiert die Einheit der Kirche. Der Papst ist Diener des Herren und schon von daher ist der Papst immer an den rechten Glauben gebunden. Einen Automatismus gibt es hier natürlich nicht, der Missbrauch des Amtes ausschlösse, solchen Missbrauch hat es in der Geschichte schon mehrfach gegeben, doch damit ist das Papstamt und sein Primat in Fragen der Lehre nicht infrage gestellt. Sie und @zeitschnur misstrauen im Grunde genommen dem Hl.Geist, der trotz der massiven Mängel des menschlichen Charakters, immer wieder auf geheimnisvolle Weise eingreift, was nicht heißt, dass die Kirche keine veritable Krisen erleben kann, gerade auch, wenn sich die Person des Amtes nicht als würdig erweist.

        Sie geraten mit Ihrem Papstverständnis sehr schnell in eine protestantische Haltung, hüten Sie sich davor, denn dann verliert sich der Glaube in Beliebigkeit. Der Papst stellt weiterhin die Einheit des Glaubens her, mal kaum wahrnehmbar, mal deutlich und kräftig. Papst Benedikt war ein Papst, der die Einheit des Glauben gestärkt hat und Papst Franziskus scheint eher nicht das Talent dazu zu haben. Aber auf Regentage folgen ja bekanntlich immer wieder Sonnentage.

      • zu dem Thema hat mir dieser Artikel (auf englisch) sehr gefallen: http://www.onepeterfive.com/getting-real-about-catholic-history-a-brief-review-of-papal-lapses/

        Er zitiert Melchior Kano auf dem Konzil von Trient: «Petrus braucht weder unsere Lügen noch unsere Schmeichelei. Jene, die blind und unterscheidungslos jede Entscheidung des Papstes verteidigen, sind genau die, welche die Autorität des Hl. Stuhls am meisten untergraben – sie zerstören sein Fundament anstatt es zu verstärken» (meine bescheidene Übersetzung)

      • Geehrte @Zarah,

        Sehr kräftig aber zutreffend formuliert.
        Ich habe großes Respekt und tiefe Sympathie für den hochgelehrten @Suarez und seine Kommentare.
        Hier bin ich jedoch anderer Meinung als er.
        Wenn man die Texte der Urkirche liest, und wohl besonders den Brief von Clemens von Rom an die Korinther (67// 96-97 n. Chr.), fällt einem unmittelbar das Fehlen von diktatorialem Gehabe auf; das Wichtigste ist – und Clemens war möglich nur Geistliche/Bischof und noch keinBischof v. Rom, enn er diesen wichtigen Brief schrieb- das Zusammenkommen von Phobos tou Theou (Gottesfurcht) mit Sofrosuné (Besonnenheit), Demut und das aktive Tun und Zeigen von Kathéko: geziemender Achtung.
        Wort und Tat sind eins-oder um Buffon zu zitieren: „Le style c‘est l‘homme“.
        Die Hl. Schrift und die Tradition, das Gesamte der Kirchengeschichte und die Theologie der Kirchenväter sind der Kompass;
        was die Sakramentalität der Weihen in den letzten Jahrzehnten betrifft, habe ich- sicher voreingenommen durch vanGheluwe, Danneels und Konsorten- bei sehr vielen Personen starke Zweifel.

  7. Verehrter @ Adrien Antoine
    Können Sie mir Ihren Klammerausdruck zum
    Brief von Clemens von Rom an die Korinther (67// 96-97 n. Chr.) erklären? Vor allem interessiert mich in diesem Zusammenhang die Jahreszahl 67. Worauf nimmt sie Bezug?
    Danke!

    • Geehrter @Sophus,

      Verzeihen Sie meine späte Antwort (Es gibt im Augenblick so viel zum Lesen!)

      In der Literatur wird das Entstehungsdatum des 1 Brief v. Clemens v. Rom unterschiedlich angegeben:
      Fast immer wird dazu die Angabe in 1Clem 1,1 betr. „Mißgeschicke und Unglücksfälle“ benutzt:
      Die ältere Literatur und die Ausgabe v. Gerhard Schneider (Fontes Christiani, 1994, Herder in Freiburg i. Br.) beziehen dies auf die Domitianische Kirchenverfolgung (S. 19-20, dort: 96-97 n.Chr.); dort jedoch auch die Angabe daß andere hier die neronische Kirchenverfolgung meinen (deshalb ca. 67 n. Chr.).
      Klaus Berger (Das Neue Testament und frühchristliche Schriften, Insel Verlag 2001, Frankfurt a. Main) datiert (S. 686) auf ca. 75 n. Chr.
      Schneider referiert jedoch auch Lindemann (HNT 1992) der aus anderen Gründen auch zu ca. 95 n. Chr. kommt.

      Nur: ich bin kein wissenschaftlicher Spezialist.
      Ich versuche diese Texte nur sehr andächtig und im gläubigem Geist zu lesen.

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