Der Brief der Dreizehn Kardinäle im Wortlaut – Sorge vor „vorgefertigten Ergebnissen“

Die Sorgen der Synodalen
Die (unberücksichtigten) Sorgen der Synodalen

(Rom) Am Nachmittag des 5. Oktober, dem Tag der Synodenarbeiten, übergab Kardinal Pell, der Präfekt des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, Papst Franziskus persönlich ein Beschwerdeschreiben, das von dreizehn Kardinälen, allesamt Synodalen unterzeichnet wurde.

Als das „vertrauliche“ Schreiben, so Vatikansprecher Lombardi, eine Woche später, am heutigen Montag, öffentlich bekannt wurde, war das einigen Unterzeichnern (Scola, Vingt-Trois, Erdö und Piacenza) gar nicht recht. Als öffentliche Kritiker des Papstes wahrgenommen zu werden, ist gerade für Kardinäle etwas anderes, als intern und vertraulich Kritik vorzubringen. Durch ihre jeweiligen Sprecher erklärten die vier genannten Kardinäle im Laufe des heutigen Tages, das Schreiben nicht unterzeichnet zu haben, von dessen Inhalt sich allerdings keiner distanzierte.

Die Existenz des Schreibens wurde von Vatikansprecher Lonbardi bestätigt, aber nicht kommentiert. Er erwähnte lediglich, daß die Kardinäle Scola und Vingt-Trois mitgeteilt hätten, das Schreiben nicht unterzeichnet zu haben.

Das Schreiben ist ein Sorgenkatalog, wie es ihn in dieser Form im Zusammenhang mit einer Bischofssynode wahrscheinlich bisher nicht gegeben hat.

Die Kardinäle, die erklären, auch im Namen „vieler anderer Synodenväter“ zu sprechen, werfen dem Papst vor, die Geschäftsordnung der Synode in der Absicht geändert zu haben, dadurch „bestimmte Ergebnisse“ zu „wichtigen umstrittenen Fragen“ zu erreichen. Die „umstrittenen Fragen“ können nur die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, Homosexualität und Verhütung sein.

Ein Vorwurf, der umso schwerwiegender wird, da Papst Franziskus seit der Übergabe des Schreibens keine Anstalten machte, die vorgebrachten Sorgen berücksichtigen zu wollen. Allerdings trat er nach Erhalt des Schreibens vor die Synode und warnte vor einer „konspirativen Hermeneutik“.

Hier der vollständige Wortlaut des Schreibens:

Euer Heiligkeit,

während die Synode über die Familie beginnt und mit dem Wunsch, daß sie fruchtbar der Kirche und Ihrem Dienst dient, ersuchen wir Sie respektvoll, eine Reihe von Sorgen zu berücksichtigen, die wir von anderen Synodenvätern gesammelt haben und die wir teilen.

Das Vorbereitungspapier der Synode, das Instrumentum laboris, das wohl einige bewundernswerte Hinweise enthält, enthält aber auch Abschnitte, für die es von Vorteil wäre, wenn man sie einem substantiellen Überdenken und einer Überarbeitung unterziehen würde. Die neuen Prozeduren, nach denen die Synode stattfindet, scheinen einen überzogenen Einfluß auf die Entscheidungen der Synode und auf das Synodenschlußdokument zu nehmen. Ebensowenig kann das Instrumentum, so wie es ist und angesichts der von uns von vielen Synodenvätern gesammelten Bedenken über verschiedene problematische Abschnitte, angemessen als richtungsweisender Text oder als Grundlage für das Schlußdokument dienen.

Die neuen Synodenprozeduren werden in einigen Kreisen als Mangel an Offenheit und genuiner Kollegialität gesehen werden. In der Vergangenheit diente der Prozeß zur Einbringung von Propositionen und ihre Abstimmung dem wertvollen Zweck, die Orientierung der Synodenväter zu messen. Das Fehlen der Propositionen und der entsprechenden Diskussionen und Abstimmungen scheint eine offene Debatte zu entmutigen und die Diskussion in die Circuli minores zu verbannen; daher erscheint es uns dringlich, daß die Redaktion der Propositionen, die von der ganzen Synode abzustimmen sind, wiederhergestellt werden sollte. Die Abstimmung über das Schlußdokument kommt im Prozeß der völligen Überarbeitung und Ausbesserung des Textes zu spät.

Zudem hat das Fehlen einer Beteiligung der Synodenväter an der Zusammensetzung der Redaktionskommission erhebliches Unbehagen ausgelöst. Ihre Mitglieder wurden ohne Beratung ernannt und nicht gewählt. Ebenso sollte jeder, der Teil der Redaktion irgendeines Textes auf der Ebene der Circuli minores ist, gewählt und nicht ernannt werden.

Diese Tatsachen haben ihrerseits die Sorge entstehen lassen, daß die neuen Prozeduren nicht dem traditionellen Geist und der Zielsetzung einer Synode entsprechen. Man versteht nicht, warum diese Änderungen der Prozeduren notwendig sein sollen. Einer gewissen Anzahl von Synodenvätern erscheint der neue Prozeß darauf abgestimmt, zu wichtigen umstrittenen Themen vorgefertigte Ergebnisse zu erleichtern.

Schließlich, und vielleicht mit größtem Nachdruck, haben verschiedene Synodenväter die Sorge zum Ausdruck gebracht, daß eine Synode, die geplant ist, um eine lebenswichtige pastorale Frage zu behandeln – nämlich die Würde der Ehe und der Familie zu stärken – vom theologisch/doktrinellen Problem der Kommunion für standesamtlich wiederverheiratete Geschiedene beherrscht werden könnte. Wenn sich das bewahrheiten sollte, würde das unvermeidlich noch weit grundlegendere Fragen aufwerfen, wie die Kirche auf ihrem Weg das Wort Gottes, ihre Doktrin und ihre Disziplin in den Veränderungen der Kultur interpretieren und anwenden sollte. Der Kollaps der liberalen protestantischen Kirchen, beschleunigt durch das Aufgeben von Schlüsselelementen des Glaubens und der christlichen Praxis im Namen einer pastoralen Anpassung, rechtfertigt eine große Zurückhaltung in unseren Synodendiskussionen.

Heiligkeit, wir bringen diese Gedanken in einem Geist der Treue vor und danken Ihnen, daß Sie sie in Betracht ziehen.

In Treue Ihre in Jesus Christus

Kardinal George Pell, Präfekt des Wirtschaftssekretariats (Australien)
Kardinal Gerhard Müller, Präfekt der Glaubenskongregation (Deutschland)
Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Gottesdienstkongregation (Guinea)
Kardinal Carlo Caffarra, Erzbischof von Bologna (Italien)
Kardinal Thomas Collins, Erzbischof von Toronto (Kanada)
Kardinal Timothy Dolan, Erzbischof von New York (USA)
Kardinal Willem Eijk, Erzbischof von Utrecht (Niederlande)
Kardinal Wilfrid Fox Napier, Erzbischof von Durban (Südafrika) und stellvertretender Synodenvorsitzender
Kardinal Jorge Urosa Savino, Erzbischof von Caracas (Venezuela)

Kardinal Peter Erdö, Erzbischof von Esztergom-Budapest (Ungarn) und Generalberichterstatter der Bischofssynode*
Kardinal Mauro Piacenza, Großpönitentiar und ehemaliger Präfekt der Kleruskongregation (Italien)*
Kardinal Angelo Scola, Erzbischof von Mailand (Italien)*
Kardinal Andre Vingt-Trois, Erzbischof von Paris (Frankreich)*

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL

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26 Comments

  1. Es ist sehr gut, daß gerade auch Kardinal Müller zu den Unterzeichnern gehört. Das zeugt von Mut und Verantwortungsbewußtsein. Daß es so etwas überhaupt geben muß! „Papst“ Bergoglio ist zwar formal gesehen die richtige Adresse für diesen Brief.
    Das ist fast als wenn ein Ladeninhaber dem potentiellen Einbrecher/offiziell Kripobeamter sagen würde: „Hören Sie mal, nächsten Abend soll laut gewisssen Informationen ein Einbruch geplant sein. Würden Sie sich mal um die Angelegenheit bitte kümmern. Ich danke Ihnen schon im voraus. Schauen Sie, daß das gut geht.“

    Wie schon öfters vermutet wurde von verschiedenen Kommentierern hier, ist diese Synode für die Veränderer eine Plattform, um nicht über die Bekräftigung der kirchlichen Lehren und wie das vor Ort geschehen könnte, zu reden, sondern um falsche Lehren und Praktiken zu etablieren.
    Meiner Meinung nach wird es bald das Schisma geben müssen, denn der gute Teil der Kirche wie auch die Gläubigen sollten vor weiterem Unheil und weiterer Verwirrung geschützt werden.

  2. Scola, Vingt-Trois, Erdö und Piacenza: Angst vor der eigenen Courage, na prima! Genau dieses Verhalten verschafft Bergoglio wieder Oberwasser. Diese Rückzieher sind die Friedrich Fromms und Günther von Kluges der katholischen Kirche, an solchen Leuten droht der Widerstand zu scheitern. Retten werden sie sich dadurch nicht, ganz im Gegenteil!

    • Richtig.
      Aber Feigheit lohnt sich nicht:
      Fromm und Kluge wurden trotzdem getötet- aber der Freiherr von Boeselager, der seine Kavalleriedivision aus dem Mittelabschnitt der deutschen Ostfront löste und gegen den Westen wendete, und später beim Ineinandersacken des Aufstands erneut zum Osten wendete und die ursprüngliche Stellung einnehmen ließ, überlebte.

      In den 80er Jahren organisierte die Bundeswehr übrigens sehr bekannte und hochkarätige Wettbewerbe für Aufklärungseinheiten mit dem Namen: Boeselager. Seine Schwiegertochter Csilla Freifrau von Boeselager leistete Enormes im Sommer und Herbst 1989 in Ungarn bei der Hilfe für die deutschen Exilanten (Zugliget/SEH Pfr. Imre Kosma)

      Anche Deus nunca seras eroe anonimo

  3. Ein Fels in der Brandung: Der Präfekt der Liturgiekongregation Kardinal Robert Sarah.
    Er bezeichnete die Idee, das Lehramt der Kirche in Fragen der Sexualmoral in ein hübsches Schmuckkästchen zu packen und es von der pastoralen Theorie zu trennen als Häresie und gefährliche Schizophrenie. 

    Der Kardinal unterstreicht ohne Wenn und Aber:
    -
    „Afrika wird die Familie retten. Afrika wird in der Ehefrage keinen Millimeter nachgeben. 
    Wenn die Synodenväter die göttliche Lehre als Antiquariat betrachten, 
    dann verraten sie ihre Berufung.“
    -

  4. Das darf wiederum nicht wahr sein. Von den 13 Kardinälen die ein Schreiben an den Papst ge-
    richtet haben, treten 4 Kardinäle den Rückzug an. Damit fallen sie den übrigen 9 Kardinälen in
    den Rücken. Ist es fehlende Courage, Unsicherheit oder Angst vor einer Strafe des Papstes. Was
    sind das für Gottesmänner die selber Zweifel und keine feste Meinung haben. Dadurch wird die
    Gruppe der “ Kasperianer “ gestärkt. Sehen diese und andere Kardinäle nicht, dass in Rom die Ab-
    bruch-Unternehmen ( lt.Katharina Emmerich von Dülmen ) am wirken sind ? Wenn man die Er-
    zählungen dieser Seherin von Dülmen liest, kann man sich das nicht vorstellen und dabei sind
    wir schon mitten drin.

    • @fredius: A.K.Emmerich: Die Vorhall sehe ich komplett abgerissen, es steht nurmehr das hl. Sakrament. (sinngemäß)
      Diese Zeit ist jetzt.
      Sie sagt aber auch: Während viele abreißen, sehe ich andere gleichzeitig wieder aufbauen…

  5. Es kann sich beim Rückzug der 4 Kardinäle um Erpressung oder Nötigung gehandelt haben.
    Es wird offensichtlich mit allen unerlaubten Mitteln seitens der Veränderer gearbeitet, um die Wahrheit mundtot zu machen. Das war bereits vergangenes Jahr der Fall und daran hat sich wohl nichts geändert.

    Jedenfalls hat der Brandbrief seinen Adressaten (sowie die Öffentlichkeit) erreicht. Diese Kardinäle lassen sich nicht über den Tisch ziehen; der Bann ist gebrochen.
    „Papst“ Bergoglio muß sich entscheiden, ob er auf seiten der Revolutionäre oder an der Seite der Reaktionäre (Kardinäle Kasper, Marx etc.) in die Kirchengeschichte eingehen will.

    • Wen außer Gott haben die Kardinäle denn zu fürchten? Habe ich mich schon bei Benedikt gefragt, als man mit dieser obskuren Begründung um Verständnis weibelte.

      Aber ja, über die «Salus animarum suprema lex» von der professoralen oder bischöflichen Kathedra aus zu dozieren und sie in der Wirklichkeit des Lebens (ist doch gerade hoch im Kurs) auch praktisch anzuwenden, besteht offenbar ein erheblicher Unterschied. .

  6. Vielleicht haben die Angst bekommen. Heutzutage kann man seine Position verlieren wenn man sagt was man denkt…..

  7. Was abzusehen war, ist auf der Ordentlichen Weltbischofssynode zu Ehe und Familie eingetreten: zwei Positionen stehen sich im offenen Konflikt gegenüber: personalisiert einerseits in den Progressivisten Kasper, Marx, Baldisseri samt Anhang in den deutschsprachigen Episkopaten und anderseits jenen Kardinälen wie Müller, Napier und Sarah, die im Einklang mit der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie am Zeugnis der apostolischen Zeugen und damit am Wort Gottes in menschlicher Sprache festhalten wollen. Die im Vorfeld aufgetretenen Befremdlichkeiten zeigen, dass es den Progressivisten nicht an Winkelzügen mangelt, um Papst Franziskus als Hüter des apostolisch überlieferten Wortes Gottes zu einer Lockerung der bisherigen Ehelehre zu bewegen. Basis solcher Gedankengänge ist die Spätdatierungstheologie Kardinal Kaspers. Bereits in seiner „Einführung in den Glauben“ (1972) ging er von der Tatsache der Spätdatierung aus: Wenn vom historischen Jesus in den späten, nicht authentischen Evangelien keine endgültige Wahrheit Gottes, sondern nur Relatives von Menschenhand überliefert ist, kann die Kirche keine absolute Wahrheit lehren. Daher ist Wahrheit für Kardinal Kasper nichts Absolutes, sondern ein laufendes „Geschehen“, das man nicht festhalten könne – auch nicht in Dogmen.
    Diese Auffassung Kardinal Kaspers haben sich die Progressivisten zu Eigen gemacht. Danach muss zur Feststellung der jeweils gültigen Wahrheit die Orientierung am jeweiligen Zeitgeist oder den Zeichen der Zeit erfolgen und immer wieder am „Glaubenssinn“ oder zumindest an der Glaubenspraxis und nach Bischof Bode ersatzweise auch an den jeweiligen Lebensrealitäten gemessen, nachjustiert und neu definiert werden. Es gehe daher heute darum, die erst am Ende des 1. Jhdts. überlieferten, höchst unsicheren und damit unverbindlichen Worte Jesu an die jeweiligen Lebensrealitäten der Menschen anzupassen. Aufgabe der Kirche sei es, den Menschen zu helfen, die für sie jeweils gültige Wahrheit zu finden. Im Einzelfall sei es legitim, der momentanen Lehre der Kirche zu widersprechen, da sich Dogmen entwickeln würden. Neben Schrift und Tradition müsse eben auch die konkrete Realität der Menschen als Quelle theologischer Erkenntnis anerkannt werden. Wenn also Glaubenswirklichkeit und Glaubenslehre stark auseinanderklafften, eröffne die Spätdatierung auch heute die Möglichkeit, analog zum Ende des 1. Jahrhunderts die Lehre Jesu den Verhältnissen anzupassen, ein Vorgang, der bei Bedarf zu allen Zeiten wiederholbar sei. In diesem Zusammenhang gehört der in der Presse kolportierte Ausspruch von Papst Franziskus, er wolle Lösungen, welche die nächsten 300 Jahre halten. Damit will Papst Franziskus in die Kirchengeschichte eingehen. Doch sein Risiko ist groß, denn die protestantische Spätdatierung, auf die sich der Dogmatiker Kardinal Kasper beruft, ist falsch! Von den 27 Schriften des Neuen Testaments sind alle apostolischen Ursprungs und damit historische Zeugnisse der Lehre Jesu.

    • Hochverehrter Sophus,
      erlauben Sie mir noch eine Ergänzung.

      Sie schreiben: „Daher ist Wahrheit für Kardinal Kasper nichts Absolutes, sondern ein laufendes „Geschehen“, das man nicht festhalten könne – auch nicht in Dogmen.“

      Genau genommen entbehrt das Wahrheitsverständnis Kardinal Kaspers jeglicher Substanz. Wäre Wahrheit ein „laufendes Geschehen“, wobei sich das als wahr geglaubte in der Zeit auch diametral widersprechen könnte, dann kann von „Wahrheit“ nicht mehr ernsthaft gesprochen werden, dann gibt es keine(!) Wahrheit. Der Relativismus täuscht immer wieder über die Tatsache hinweg, dass es in ihm keine Wahrheit geben kann, sondern nur noch nicht erkannte Unwahrheiten. Der katholische Glaube wäre, was Wahrheit anbetrifft, entleert und somit jeglicher Verbindlichkeit beraubt. Selbst das Papstprimat wäre dann hinfällig, weil auf einem unwahren(!) Fundament ruhend. Der Glaube verfiele langfristig dem Nihilismus. Eine Wahrheit mit Verfallsdatum hebt sich auf.

      Es geht also nicht um einige Fragen zum pastoralen Umgang in Verbindung mit Barmherzigkeit, sondern darum, ob der Glaube überhaupt Verbindlichkeit hat. Setzte sich die Kasper Fraktion durch, reduzierte sich die katholische Kirche auf einen mehr oder weniger „frommen“ Verein. Die Kirche würde zur Sekte.

      • Hochverehrter @ Suarez!
        Vielen Dank für Ihre überaus wichtige Ergänzung! Ja, man muss erkennen: Eine relativierte Wahrheit ist keine Wahrheit mehr, auch nicht für bestimmte Lebensverhältnisse zu bestimmten Zeiten. Dennoch sind auch Kardinal Marx und Bischof Bode in jener Pressekonferenz der DBK in Hildesheim von der möglichen, ja sogar notwendigen Existenz solcher relativer Wahrheiten bezogen auf bestimmte Lebensrealitäten ausgegangen, die aus Barmherzigkeitsgründen dann auch nur individuelle Gültigkeit mit Zeitablauf beanspruchen können, bis sie von anderen abgelöst werden. Leider hat es den Anschein, dass auch Papst Franziskus an das Verfallsdatum von “ Wahrheiten“ denkt, wenn er seinen beabsichtigten „Lösungen“ eine kirchengeschichtlich relevante Lebensdauer von 300 Jahren gibt. Sie haben die Folgen solchen „Denkens“ für Glauben und Kirche aufgezeigt – in einem anderen Zusammenhang als Spätfolgen der Aufklärung!

      • Hochverehrter @ Sophus,
        nicht einmal eine „individuelle Gültigkeit mit Zeitablauf“ ließe sich als These halten, da die Gültigkeit vom erkennenden Subjekt ja nur behauptet und nie bewiesen werden kann. Das Problem dieses Konstruktes liegt ja gerade darin, dass der Beweis unmöglich wird. Die Aporie in Kaspers Thesen manifestiert sich doch darin, dass er Wahrheit als Bezugspunkt eben nicht aufhebt, sondern klammheimlich als Maßstab für die „individuelle Gültigkeit“ wieder einführt, weil er ohne gar nichts auskommt. Wer bestimmt aber, was jeweils „individuell“ gültig ist und nach welchen Kriterien sollte dies bewiesen werden?

        Kardinal Kaspers Thesen kranken also schon an ihrem erkenntnistheoretischen Ansatz, der in sich widersprüchlich ist. Und hier sind wir in der Tat wieder beim Grundproblem der Aufklärung angelangt, die ebenfalls „Wahrheit“ ideologisch setzt und sie so aufhebt. Am Ende steht dann die völlige Willkür, die Sprachverwirrung, Babylon eben.

        Eine relative Wahrheit ist immer auch eine relative Unwahrheit und eine relative „Wahrheit/Unwahrheit“ kann daher keine Verbindlichkeit hervorbringen. Sie hebt vielmehr alle Verbindlichkeit auf und wird zur Furie des Verschwindens. Das Denken schwebt dann über dem Abgrund des Nichts, wie Kardinal Sarah sehr anschaulich in seinem Buch darlegt. Glaube kann sich in einem solchen Geisteszustand nun wirklich nicht mehr beheimaten.

    • Ergänzung:

      Das Absurde ist doch, dass Kardinal Kasper, der die Authentizität der Offenbarung mit der Krücke seiner nicht ansatzweise stichhaltigen Spätdatierungsthesen negiert, aus seinen Ansichten nicht einmal die notwendige Konsequenz ziehen will. Hätte Kasper Recht, müsste er den katholischen Glauben in Bausch und Bigen ablehnen und als Irreführung bezeichnen. Warum verharrt aber Kasper in seiner Schizophrenie, Glaubenswahrheit einerseits auszuschließen, andererseits aber an der Kirche als sichtbarer Ausdruck der Glaubenswahrheit festhalten zu wollen. Kaspers Thesen sind faktisch eine Rechtfertigung der Reformation, insofern ist Kardinal Kasper faktisch längst kein Katholik mehr. Seine Thesen sind auch keine „Theologie auf Knien“ sondern eine Bankrotterklärung der katholischen Theologie progressiver Prägung.

      Da aber Kasper nicht einmal so aufrichtig ist, die Konsequenzen zu ziehen, die er nach seinen Thesen eigentlich längst hätte ziehen müssen, darf man ihm schon unterstellen, die Kirche in seinem Fanatismus zerstören zu wollen, um sie in eine weltliche Organisation umzuformen, mit lediglich noch sakralem Anstrich.

      Dass Papst Franziskus Kardinal Kasper hofiert, gibt dem ganzen erst seine katastrophale Richtung. Mit Blick auf Kasper und Danneels kann man nur sagen, dass die Kirche nun unter die Räuber gefallen ist.

  8. In dem Schreiben steht nichts Konkretes hinsichtlich der Lehre der Kirche. Es ist Wunschdenken, in diesem Papier nun eine Scheidung der Geister sehen zu wollen.

    Von was reden die Herren den konkret?
    Konkret kritiseren sie v.a. die Vorgehensweisen, die „prozeduren und ihre sprunghafte Veränderung.
    Auf der inhaltlichen Ebene ist kein deutliches Wort zu hören.

    Das ist feige und würdelos!

    Denn der Papst ist rechtlich nicht an diese Synode gebunden. Er kann tatsächlich alleine entscheiden. So ist es in „Pastor aeternus“ zumindest prinzpiell festgelegt. Insofern tut F. nichts Verwerfliches. llenfalls etwas Unkluges. Aber das ist etwas anderes!

    Den eigentlichen Stein des Anstoßes umschiffen unser „Widerständler bis zum Äußersten“ geschickt und fechten eine undurchsichtige Schlacht auf einem Neben-Nebenkriegsschauplatz aus.

    • Sie sind wieder mal sehr schnell mit Ihren Urteilen!

      Es ist keinesfalls unerheblich, dass seitens gewichtiger Bischöfe die Klage erhoben wird, die Synode könne lediglich dem Schein dienen. Der Vorwurf oder besser die Besorgnis ist keine Lappalie, auch wenn der Papst die letzte Entscheidungsinstanz bleibt. Sie fassen immer wieder das Papstamt aus einem rein weltlichen Amtsverständnis auf, das ist aber falsch, denn der Papst ist kein Monarch, sondern Diener des Herren und der Gläubigen! Der Papst ist primus inter pares, das scheint Ihnen immer wieder aus dem Blickfeld zu geraten. Der Papst muss die Sorgen der Bischöfe sehr Ernst zu nehmen, tut er das nicht, so verliert er selbst an Glaubwürdigkeit, die notwendige Voraussetzung seiner Autorität.

      Glaube ist keine Diskursveranstaltung, insofern ist der Primat des Papstes sinnvoll und dient der Glaubensfestigung. Das schließt natürlich ein, dass ein Papst sich immer des dienenden Charakters seines Amtes bewusst ist. Wenn also ein Papst diese Demut vermissen ließe, wäre das ein Problem der Person, nicht des Amtes, er wäre dann des Amtes nicht würdig.

      Worauf Sie immer wieder hinauswollen, ist zumindest mir nicht ganz klar. Offenbar behagt Ihnen Autorität grundsätzlich nicht, zumal wenn sie durch einen Mann ausgeübt wird.

      • Nein, der Papst ist nicht primus inter pares – genau diese Lehre wurde auf dem Vaticanum I ausdrücklich verworfen und auch auf dem Vaticanum II nicht behauptet.

        Sie setzen hier etwas voraus, was Sie gerne hätten, was aber nicht so ist.

        Ich bin nicht schnell mit meinen Urteilen, sondern nur mit der Problematik etwas vertrauter.
        Der Papst hat seine Vollmacht nicht von der Kirche und er fllt seine Entscheidungen auch nicht in Abhängigkeit von der Kirche – das jedenfalls steht in „Pastor aeternus“ und das, emien Lieber, ist leider de fide. Da kommen Sie nicht drumherum.

        Die Kritik an den prozeduren trifft einfach den Kern der Sache nicht, wenngleich er ein bezeichnendes Licht auf F. wirft. Das ja – aber mehr auch nicht.

        Wenn F. sich mit exakt den selben Prozeduren gegen Häretiker in der Kirche wehren würde, fänden Sie dieselben doch gut, oder?!

      • @ zeitschnur

        Wenn Sie so wollen hat auch jeder andere Bischof seine Vollmacht nicht von der Kirche. Der Papst ist zuallererst Bischof von Rom. Er ist auch nicht ein einsamer Monarch oder gar Diktator, der völlig frei über den Glauben nach eigenen Gusto entscheiden könnte, sondern er ist die letzt gültige Lehrautorität. Das ist auch sinnvoll und aus dem göttlichen Wort (Fels) legitimiert.

        Sie haben schon recht, wir kommen an dem göttlichen Wort nicht vorbei. Insofern hat Ihre Papstkritik eindeutig protestantischen Charakter, was Sie aber als treu katholisch ausgeben wollen. Das geht nicht!

        Man kann auch das Amt nicht losgelöst vom Glauben verstehen, wodurch der Blickwinkel auf das Formale reduziert würde.

        Sie haben ganz offensichtlich ein Problem damit, dass der Papst als Nachfolger des Apostels Petrus eine von Gott legitimierte Autorität besitzt. Diese Autorität hat er aber immer als Dienender, das gehört unabdingbar zum katholischen Glauben. Ein Papst kann sich nicht vom katholischen Glauben dispensieren, dann wäre die katholische Kirche tatsächlich auf Sand gebaut.

        Das I. Vaticanum hat nur noch einmal verdeutlicht, was durch das Wort Gottes bestimmt ist.

        Sie wollen aus dem Glauben Menschenwerk machen und reduzieren daher, wie Kardinal Kasper auch, die Lehre der Kirche auf Menschenwerk. Wäre dem aber so, dann wäre der Glaube eine bloße Erfindung des Menschen!

    • @ Zeitschnur
      Sie vermissen im Protestschreiben „Konkretes hinsichtlich der Lehre der Kirche“, dass „ auf der inhaltlichen Ebene kein deutliches Wort zu hören“ ist und wundern sich, dass „die Herren“ vor allem die Vorgehensweisen, die „prozeduren und ihre sprunghafte Veränderung“ kritisieren.
      Zur Selbstbeantwortung ihrer verwunderten Fragen hätte ich von Ihnen erwartet, dass Sie zu jeder Zeit in der Lage sind, „Konkretes“ zur gültigen Lehre der Kirche zum Komplex Ehe und Familie/ homosexuelle Lebenspartnerschaften dem KKK , der „Theologie des Leibes“ von Papst Johannes Paul II. sowie den entsprechenden Schriften von Papst em. Benedikt XVI. zu entnehmen. An diese längst gültig ausgeformte Lehre der Kirche brauchen die „Widerständler“ den Papst nicht zu erinnern. Was Ihnen als Mangel erscheint, wird im „Protestschreiben“ der Eminenzen vorausgesetzt. Desgleichen wird beim Adressaten Papst Franziskus die Kenntnis der „Vorschläge“ von Kardinal Kasper und mit seiner gesamten (falschen) Spätdatierungsideologie, wie ich sie oben angerissen habe, vorausgesetzt. Diese Voraussetzungen, falls Sie selbige wirklich ernsthaft vermissen, müssen Sie sich schon selbst aneignen. Die an Papst Franziskus mit ihrem Schreiben herangetretenen besorgten Kardinäle sehen mit Recht in ungewöhnlich sprunghaft veränderten Prozeduren gesteuerte Maßnahmen zur Durchsetzung von progressistisch-neuen Lehrmeinungen, die in der Summe wohl Papst Franziskus die Möglichkeit eröffnen sollen, die „Vorschläge“ von Kardinal Kasper, die sich gegen diese Lehre der Kirche richten, als Botschaft des Heiligen Geistes an die Synode zu verstehen und zu werten und für die Kirche der „nächsten 300 Jahre zu übernehmen.

      Notwendig erschienen dem für die Synode verantwortlichen Generalsekretär Kardinal Baldisseri wohl die nachträglichen Maßnahmen auf Grund des Einleitungsreferats von Kardinal Erdö zur Beibehaltung der bisherigen katholischen Ehelehre, das sich damit eindeutig gegen die Absichten der Kasperianer richtete.
      Damit befinden wir uns, werte @ Zeitschnur, nicht auf einen „Neben-Nebenkriegsschauplatz“, sondern im Zentrum der Auseinandersetzungen, deren Schärfe durch das verantwortungsvolle Schreiben der besagten Kardinäle kirchenrechtlich relevant geworden ist. Wenn Ihnen dieses Schreiben „hohl“ erscheint, liegt es nicht am veröffentlichten Text, sondern an Ihnen!

      • Ergänzung zur obigen „Textanalyse“ von
        @ Zeitschnur, die im Thread „Russische Militärintervention in Syrien“ den im Sandkasten zurückgelassenen Männern predigt:

        „Also auf die Füße, Ihr Männer, und ab heute wird nicht bloß verzweifelt „zurückgeschossen“ ohne Sinn und Verstand, sondern ab heute wird das Gehirn trainiert.
        Dann wird alles besser, und Ihr werdet sehen, dass Frau Zeitschnur kluge Männer über alles liebt.
        Klar soweit?“
        Klaro! Frau Zeitschnurs Sandkasten-Trauma!

      • Da kann ich Ihnen nicht zustimmen!
        Es ist eine beliebte Masche, sich um die klare Nennung von Ross und Reitern zu drücken, indem man irgendetwas „voraussetzt“.

        Wenn also die Beschwerdeführer die Lehre der Kirche (wortwörtlich verstanden – was heute ja nicht mehr selbstverständlich ist!!!) einklagen, dann müssten sie wenigstens sagen, dass sie das tun, wenigstens zusammenfassend.
        Aber sie tun es nicht.
        Sie ergehen sich in Andeutungen.

        Ich habe das nicht geprüft, aber es kann auch sein, dass ein paar der 13 Männer gar kein wortwörtliches, scholastisches Verstehen der Ehelehre für richtig halten, sondern noch etwas anderes Drittes in methodischer Hinsicht. Das kann durchaus sein, weil sie ja allesamt Konzilsanhänger sind und die Tendenz des Vaticanum II, eben doch alles mit leichten Sinnverschiebungen zwecks „aggiornamento“ zu versehen, für richtig halten. Diese Männer sind ja keine Pius-Tradionalisten.

        Man weiß also definitiv nicht, was genau sie meinen und wie einig sie sich eigentlich sind.

        Benedikt ist ein Bravour-Beispiel für diese Problematik. Ich habe gestern in einem andern Thread zitiert, dass Benedikt genau das, was F. nun forciert, klar und deutlich vorausgedacht hat – und zwar 2014. Man hat das nur nicht hören wollen. Und Sie sehen ja auch an den albernen und für die Personen selbst beschämenden, übrigens auch nicht mehr nur leicht sündhaften Über-Reaktionen, dass sie nicht bereit sind, den Tatsachen ins Auge zu sehen.

        Das Beispiel zeigt aber, wie kompliziert und verworren die Gemengelage ist.

        Ansonsten: Bravo, Sie haben ein diskursfähiges Niveau erreicht. Bitte bleiben Sie dabei – so ist es doch viel interessanter als …. Ihren Appendix gönne ich Ihnen daher als kleines Bonbon.

  9. Werte @ Zeitschnur!

    An Ihren Mutmaßungen zum aktuellen Bewusstseinszustand der 13 Beschwerdeführer über die katholische Ehelehre, die sie nach Ihren Vorstellungen vorzutragen gehabt hätten, will ich mich nicht beteiligen, zumal auch Papst Franziskus an solchen theologischen Erörterungen bislang wenig Interesse zeigte. Vielmehr mussten aus der Sicht der Beschwerdeführer Punkte zur Sprache kommen, die den Verdacht der Vorweg-Manipulation betrafen, um nicht den Eindruck zu hinterlassen, die Synode hätte nicht unter der Inspiration des Heiligen Geistes gestanden. Daher kann ich Ihre fahrlässige „Analyse“ des Beschwerdetextes nicht verstehen, die aus dem offen vorliegenden Kommunikationszusammenhang hätte erfolgen müssen. Mein Diskussionsniveau haben Sie nicht zu beurteilen! Achten Sie lieber auf Ihres!

    • Manipulationsvorwürfe haben bislang noch jede Synode und jedes Konzil der Kirche begleitet. In Trient heulten die Protestanten herum, sie seien nicht angehört worden, was ja, formal gesehen auch stimmt. Aber es ging nicht drum, dass hier „alle“ angehört werden, sondern um die Wahrheit. Und de liegt nun mal per definitionem nicht in der Meinung von Mehrheiten.

      Ist das eigentlich so schwer zu verstehen?

      Alleine dass diese Kardinäle nicht differenzieren und so tun, als hinge die Wahrheit einer Lehrentscheidung von Mehrheiten ab, zeigt, wie tief sie selbst schon im Sumpf einer „demokratischen“ Kirche versunken sind.

      Eine Synode ist beratend. Ihre Abstimmugnsergebnisse sind für den Papst nie verbindlich!

      Ob sich die Kardinäle dem Hl. Geist geöffnet haben, liegt auch nicht daran, ob manipuliert wurde oder nicht.

      Meine Analyse ist nicht „fahrlässig“, sondern sie bringt das auf den Punkt, was wahr ist:

      1. Dieses verdeckte, geduckte Gepiepse der Kardinäle ist angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, so erbärmlich, dass man schreien könnte.

      2. Diese Kardinäle stehen als Konzilsanhänger ohnehin nicht mehr für einen klaren, unverwechselbaren Begriff der Glaubenslehre ein. Der eine oder andere tönt zwar groß (wie etwa Kard. Müller), aber gerade Müller ist selbst bereits in so vielen Punkten von der klassischen Lehre abgewichen, dass man da nicht mehr erwarten kann.

      3. An diesem Desaster zeigt sich, dass die Kirche wirklich am Ende ist. Es gibt offenbar gar keine „glaubenstreuen“ Kardinäle mehr. Denn es ist ja völlig unklar geworden, was „Glaubenstreue“ überhaupt noch sein soll, wie eben auch dieses Forum hier täglich offenbart.

      4. Und vor allem tun sie alle ein und dasselbe, Konservative wie Progressive:
      Sie politisieren, anstatt zu glauben. Es ist doch buchstäblich kein Bischof mehr da, der einen echten geistlichen Impuls geben könnte, der ein beeindruckendes Glaubensleben führen würde. Es wird unendlich viel „Prinzipielles“ betrieben, angesichts der Lehramtsdesasters seit Jahrzehnten haben wir viele kleine Geister, die nun Lehramt spielen und ihr politisches Biotop kontrollieren. Aber Vorbilder des Glaubens haben wir nicht mehr. Bitter, aber es ist so.

      • Werte @ Frau Zeitschnur
        Die Frage „Ist das eigentlich so schwer zu verstehen?“ haben Sie sich selbst zu stellen, es sei denn, Sie wollen aus Prinzip missverstehen.

        Sie sagen u.a.: „ Alleine, dass diese Kardinäle nicht differenzieren und so tun, als hinge die Wahrheit einer Lehrentscheidung von Mehrheiten ab, zeigt, wie tief sie selbst schon im Sumpf einer „demokratischen“ Kirche versunken sind“
        Damit zeigen Sie, dass Sie den Beschwerdebrief noch immer nicht verstanden haben. Den Beschwerdeführern geht es gerade darum, den freien Meinungsaustausch in der Synode zu gewährleisten und fair zu dokumentieren und nicht darum, dass durch Manipulationen des Debattenverlaufs von reformistischen Kräften erwünschte Mehrheiten gegen einer in den Beiträgen der Kardinäle aufscheinende eigentliche Mehrheitsmeinung der Synodalen erzeugt werden. Denn dann könnte Papst Franziskus die so angesteuerte Wahrheit in einem Schlussdokument problemlos verkünden. Andernfalls könnte er es mit „unangenehmen“ Mehrheiten zugunsten der bisherigen Lehre zu tun kriegen, die durch ein päpstliches Machtwort zu übergehen, nicht so einfach wäre, ohne ein Schisma heraufzubeschwören. Es geht also um die Manipulation der Beratungsergebnisse, um Papst Franziskus nach außen hin die Verkündigung seiner Wahrheit in Übereinstimmung mit der Synodenmehrheit zu ermöglichen. Ist das so schwer zu verstehen?
        Ich wiederhole mich gerne: Daher muss ich nach wie vor Ihre fahrlässige „Analyse“ des Beschwerdetextes und Ihre oberflächliche Entgegnung auf meine Einwände, die Ihnen auf Grund des klar erkennbaren Kommunikationszusammenhangs, an dem Sie als Nichtadressatin keinen Anteil haben, der Ihnen aber hätte einleuchten müssen, zurückweisen.

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