Bischof Badejo: Die Bischofssynode, die Schlacht von Lepanto und der Rosenkranz

Maria und der Rosenkranz
Maria und der Rosenkranz

(Rom) In der Sonntagsausgabe von This Day veröffentlichte Bischof Emmanuel Ade Badejo von Oyo in Nigeria mit dem Titel „Fester Glaube, richtige Gründe“ einen Kommentar über die „Familiensynode und die Siege des Rosenkranzes“.

Der Bischof wertet den Umstand als beruhigend, da „nicht zufällig“, daß die Synode am Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi eröffnet wurde. Ein ausländischer Journalist habe am Vorabend des Synodenbeginns geschrieben: „Wir halten den Kampf in unseren Händen“. Ein Kampf, so der Bischof, bei dem es um Fragen wie Homosexualität, Geburtenkontrolle, Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion und das Frauendiakonat gehe. Dabei würden Gruppen, die im „völligen Widerspruch“ zur Kirche stehen, ihre Sicht und ihre Interessen der Synode aufzwingen wollen.

Kirche Afrikas komme zentrale Rolle zu

Der Kirche Afrikas komme in dieser Stunde eine zentrale Rolle zu, „nicht nur für die Synode, sondern für die ganze Welt“. Es gehe darum, daß Afrika nun der Welt seine „reiche Erfahrung der Familie und der Achtung der Menschenwürde und aller Phasen des menschlichen Lebens“ anbieten könne. Afrikas Bischöfe hätten durch zahlreiche Treffen, durch die Aktivitäten der Lebensrechts- und Familienorganisationen und über sympathisierende Medien die Vorarbeit dafür geleistet.

Afrika komme bei der Synode eine Führungsrolle zu, um „eine neue, frische Annäherung der Menschen an die Ehe und Familie zu entwickeln, die am besten die Menschenrechte und die Menschenwürde schützen“.

„Angesichts des seit Jahren anhaltenden Drucks der westlichen Staaten gegen das Recht auf Leben und zur Förderung von kinderfeindlichen und homosexuellen Lebensstilen in offenem Widerspruch zur traditionellen Haltung Afrikas zu Ehe und Familie, kann man sagen, daß die Synode wirklich eine Schlacht ist, die es zu kämpfen gilt.“

„Kein Zufall“, daß Rosenkranzfest in die Synode fiel

Schlacht von Lepanto (1571)
Schlacht von Lepanto (1571)

Das sei aber kein Grund zu „Verzweiflung“, denn die Synode selbst sei als Handlung des Glaubens zu sehen. Es sei ebensowenig ein „Zufall“, daß das Rosenkranzfest in die erste Synodenwoche fiel. „Der große Sieg von Lepanto im 16. Jahrhundert, der die Rettung der christlichen Zivilisation vor den türkischen Eroberern jener Zeit brachte, wird dem Rosenkranz zugeschrieben, den die Menschen damals auf päpstliche Empfehlung hin gebetet haben. Im dankbaren Gedenken an die Hilfe Mariens, der Muttergottes, führte der heilige Papst Pius V. das Rosenkranzfest ein, das jedes Jahr am 7. Oktober, dem Tag der Schlacht und des Sieges begangen wird.

Der Rosenkranz geht in seiner heutigen Form auf Maria zurück, die Anfang des 13. Jahrhundert dem heiligen Dominikus, dem Gründer des Predigerordens erschienen war, wie der Dominikaner Alanus de Rupe überlieferte. Papst Leo X. erklärte den Oktober zum Rosenkranzmonat. Zahlreiche glaubwürdige Zeugnisse über persönliche und öffentliche Kämpfe, haben zur besonderen Verbreitung dieses Gebets unter den Gläubigen geführt.

Gott „stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen“

Der Rosenkranz läßt die Macht Gottes sichtbar werden, wie Maria selbst sagt: ‚Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen‘“.

Wenn auch „besorgniserregende“ Nachrichten über die Bischofssynode im Vatikan verbreitet werden, sollen die Gläubigen keine Angst haben, „denn die Geschichte der Kirche, die durch gute und schlechte Zeiten geführt und aufrechterhalten wurde, ist Anlaß, Vertrauen in den Herrn zu setzen. Sie sollte das Volk Gottes einfach anregen, mehr um die Hilfe von oben zu beten und in Jesus zu vertrauen, der sagt: ‚Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!‘ (Joh 14,1). Der Rosenkranz ist das ideale Gebet für die Synode über die Familie. Maria und ihre Familie mußten sich damals gegen die Macht und die Aggression des Herodes behaupten. Trotz des großen Ungleichgewichts zwischen dem König und der einfachen Heiligen Familie, hat Gott gesiegt.“

Die Gläubigen sollten daher in diesem Monat Oktober besonders durch das Rosenkranzgebet den Heilige Geist herabbitten. Das werde sich mit Sicherheit gut für die Synode auswirken. Denn „Wir halten den Kampf in unseren Händen“, wie der Journalist schrieb, nicht wie er meint, aber durch den Rosenkranz.

Text: Martha Weinzl
Bild: Wikicommons

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5 Comments

  1. Sehr schön! – Und lassen wir den afrikanischen Bischöfen die Freude uns zu belehren – wir in Westeuropa verdienen es doch?

  2. Auf Deutschland lastet der Geist Martin Luthers, der unerkannt mit ins Konzil eingezogen ist. Er wurde dort zwar eindeutig vom Heiligen Geist behindert, konnte aber danach sofort seine ruinöse Wirkung als „Geist des Konzils“ entfalten.

    Dies und die fast parallel laufende 68er Kulturrevolution leiteten den katastrophalen Niedergang der Kirchen und Deutschlands ein. Das ZdK leitete sofort nach der Veröffentlichung von Humanae vitae den Kampf gegen diese Enzyklika ein, die Jesuiten verweigerten dem Papst den Gehorsam und schon 1972 traten gehäuft die Mißbrauchsfälle durch Kleriker auf. [Woodstockisierung] Bis 1978 hatten bereits 30 000 Priester ihr Amt aufgegeben.

  3. Konrad Georg, sie sagen es ganz deutlich, der Geist Luthers lastet auf Deutschland und somit
    auch auf unseren Bischöfen. Nicht nur der Jesuit Karl Rahner und Konsorten, sondern “ 6 “ Pro-
    testantische “ Berater “ konnten bei dem Konzil mitmischen und so entstand ein merkwürdiges
    Gebilde von Glauben im Zeitgeist. Euphorie entstand, die Laien-Organisationen überschlugen
    sich vor Freude und Ökumene war das beherrschende Thema. Die Bischöfe beeilten sich in nie gekannter Eile, und Eile kommt nie von Gott, die Vorgaben des Konzils umzusetzen. Volksaltar,
    auch Lutherbock genannt, wurde, obwohl keine offizielle Vorgabe vorlag, weltweit zur Regel. Die
    Kniebänke wurden beseitigt, Tabernakel zur Seite gerückt, Priestersitze aufgestellt, Stehkommu-
    ion eingeführt, Laien konnten in den Altarraum vordringen und die Gläubigen wurden ermahnt,
    ihren kindlichen Glauben abzulegen. Die Beichte wurde durch die toten Bußandachten ersetzt.
    Latein wurde verpönt, denn der mündige Christ wollte alles verstehen und sich selber einbringen
    und andere mitnehmen. Das waren alles Dinge die dem Sakralen entgegen gesetzt war und mit
    Sicherheit dazu beitrugen, dass die sogenannten Missbräuche in der Kirche fußfassen konnten,
    zum allergrößten Schaden der katholischen Kirche.

    • Ich danke Ihnen ganz herzlich.

      Sie haben sehr klar vieles aufgelistet , was mir bewußt ist, ich aber nicht aus dem Stand vortragen kann.

      Dabei ist das Wichtigste noch nicht erwähnt, die Reduzierung der Verkündigung auf Nebengeleise und die Vermeidung klarer Aussagen. Die Predigten sind heute genormt.

      Hat jemand, der 1955 geboren ist, je davon gehört, daß Sex außerhalb einer gültig geschlossenen Ehe sündhaft ist?

      • @Konrad Georg
        „Hat jemand, der (nach) 1955 geboren ist, je davon gehört, daß Sex außerhalb einer gültig geschlossenen Ehe sündhaft ist ?“

        Ich bin nach 1960 geboren und habe das nie gehört. Das habe ich nur durch die Literatur der Heiligen und Begnadeten gelernt. In den Schulen und auch in den meisten Familien wird so etwas nicht vermittelt. Jetzt ist es so, dass den kleinen Kindern das ‚ge-genderte‘ Bewusstsein eingeimpft wird, wobei gleichzeitig zig-millionen gläubige Familien aus orientalischen Kulturkreisen auf die Reinheit und die Vermehrung der Familie Wert legen. Unsere christliche Kulturgrundlage ist aufgrund vielfacher Ursachen so gut wie nicht mehr vorhanden. Lange wird der Herr diesem treiben nicht mehr zusehen…

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