Geheime Manöver zur Wahl von Papst Franziskus? – Der Schatten Kardinal Martinis über der Kirche

Carlo Maria Kardinal Martini
Carlo Maria Kardinal Martini

Von Andreas Becker

(Rom/Brüssel) Die jüngsten Enthüllungen der beiden flämischen Historiker Karim Schelkens und Jürgen Mettepenningen über die Existenz eines geheimen Netzwerks in der katholischen Kirche, sorgen unter Katholiken für erhebliche Irritationen. Immer häufiger wird dabei auch die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Wahl von Papst Franziskus gestellt. Ein Signal dafür, in welche innere Spannung und Verunsicherung der argentinische Papst, der so gut mit der außerkatholischen Welt umgehen kann, die katholische Kirche geführt hat.

„Wenn nur ein Teil stimmt, ist es Grund alarmiert zu sein“

„Wenn gewisse Dinge auch nur annähernd stimmen sollten, wären sie bereits Grund alarmiert zu sein“, schrieb etwa Mauro Faverzano von Corrispondenza Romana zur Vorstellung der Biographie von Kardinal Godfried Danneels durch die beiden Historiker. „Wenn sie sich dann auch noch als wahr herausstellen, verwandelt sich die Sorge in eine Tragödie. Das ist der erste Gedanken, der einem nach der Präsentation der in Belgien herausgebrachten, erschütternden Biographie über Kardinal Danneels spontan in den Sinn kommt“, so Faverzani.

„Die beiden Historiker haben zweifellos ihre Arbeit gemacht: Sie selbst haben den gewählten Zugang als ‚wissenschaftlich‘ bezeichnet und es besteht kein Grund daran zu zweifeln, hatten sie doch Zugang zu den persönlichen Archiven des Kardinals.“

Gesichert ist, daß alles 1996 auf Initiative des damaligen Erzbischofs von Mailand, des Jesuiten und Kardinals Carlo Maria Martini begann, der sich selbst als Gegenspieler Johannes Pauls II. und als „Antepapa“, als „künftiger Papst“ sah. Damals versammelte Martini gleichgesinnte Kirchenvertreter in einem Geheimzirkel mit dem erklärten Ziel, den als unerträglich empfundenen Einfluß von Joseph Kardinal Ratzinger, dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation zurückzudrängen. „Gleichgesinnt“ meinte die Position Kardinal Martinis, den Geist der Französischen Revolution, dem sich die Kirche seit 200 Jahren widersetzt, auch in der Kirche zu übernehmen, um damit die Kluft zwischen Welt(geist) und Kirche wieder zu schließen. Konkret geht es bei dieser Gruppenbildung nicht um irgendein Einzelthema, sondern um ein, grundlegend verschiedenes, sich ausschließendes Kirchenverständnis, das – personifiziert – auf der einen Seite Joseph Kardinal Ratzinger und auf der anderen Carlo Maria Kardinal Martini SJ zeigte. Eine kategorische Gegenposition, die keineswegs mit dem Tod Martinis 2012 endete, sondern mit der Wahl Jorge Mario Bergoglio 2013 einen unerwarteten Sieg errang.

Bistum St. Gallen bestätigt Existenz des Geheimzirkels „Gruppe Sankt Gallen“

Der Geheimzirkel nannte sich „Gruppe Sankt Gallen“ nach dem Ort ihrer Treffen, die in der gleichnamigen Schweizer Bischofsstadt stattfanden. Das ist keine Bezeichnung, die von den Autoren Schelkens und Mettepenningen stammt. So nannte sich die Gruppe selbst. Die Einladung dazu, die geheimen Treffen in St. Gallen durchzuführen, kam vom damaligen St. Galler Bischof, Ivo Fürer.

Dies wurde inzwischen, ebenso wie die Existenz des Geheimzirkels, vom Bistum Sankt Gallen in einer Presseerklärung bestätigt. Was nicht mehr geleugnet werden kann, bestätigt man, versucht gleichzeitig aber die tatsächliche Bedeutung zu verharmlosen. So spricht das „ertappte“ Bistum in seiner Erklärung von „freundschaftlichem Austausch“, zu dem sich die Kardinäle und Bischöfe unter Ausschluß der Öffentlichkeit getroffen hätten. Das Bistum legt vor allem Wert darauf, zu betonen, daß der amtierende Bischof und Nachfolger Fürers, Msgr. Markus Büchel nie Mitglied „dieses Zirkels“ war, er habe aber als damaliger Bischofsvikar am Rande Kenntnis von diesen Treffen gehabt.

Der vollständige Wortlaut der Presseerklärung des Bistums St. Gallen:

Ein privater Freundeskreis hat sich ab 1996 bis 2006 regelmässig getroffen. Angeregt hatten diese Treffen der mittlerweile verstorbene Kardinal Carlo Maria Martini und der damalige Bischof des Bistums St. Gallen, Ivo Fürer.

Weder Kardinal Carlo Maria Martini noch Bischof Ivo Fürer waren zu dieser Zeit noch Mitglied des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen CCEE, aber die Mitglieder des Freundeskreises hatten sich teils über den CCEE kennengelernt.

Befreundete Bischöfe und Kardinäle wünschten sich weiterhin einen Austausch untereinander. Selbstverständlich haben sie sich in ihren jährlichen privaten Treffen in St. Gallen über die Situation der Kirche unterhalten. Zur Sprache kam auch, insbesondere angesichts des sich stetig verschlechternden Gesundheitszustandes von Johannes Paul II. (er starb am 2. April 2005), welche Qualitäten ein neuer Papst mitbringen sollte.

Bei der Papstwahl von Joseph Ratzinger (Papst Benedikt XVI. /2005/115 Kardinäle) haben sich die Kardinäle, die sich regelmässig in St. Gallen getroffen hatten, im Präkonklave ausgetauscht. Soweit zu vernehmen war, erhielt Kardinal Bergoglio bereits in dieser Papstwahl eine bedeutende Zahl von Stimmen.

Die Wahl von Papst Franziskus 2013 (115 Kardinäle) entsprach der Zielsetzung, die in St. Gallen verfolgt wurde – heisst es in der Biografie von Kardinal Daneels.

Dies bestätigt Bischof Ivo Fürer, der aus seiner Freude an der Wahl des Argentiniers nie ein Geheimnis machte. Den St. Galler Freundeskreis aber in Zusammenhang zu bringen mit dem Rücktritt von Papst Benedikt ist falsch. Denn die Treffen fanden nach 2006 gar nicht mehr statt, der Rücktritt von Papst Benedikt war 2013.“

Damit wird letztlich, wenn auch minimierend, alles bestätigt, was angesichts der in Zusammenarbeit mit Kardinal Danneels zustandegekommenen Biographie über seine Person nicht mehr anders möglich war: die Existenz der Gruppe, die Geheimhaltung, die Papst-Frage, die Versuche, Einfluß auf das Konklave zu nehmen.

Enthüllungen zu Gruppe Sankt Gallen und Team Bergoglio von „unverdächtiger“ Seite

Joseph Kardinal Ratzinger und Jorge Mario Kardinal Bergoglio Gegenspieler beim Konklave 2005
Joseph Kardinal Ratzinger und Jorge Mario Kardinal Bergoglio (rechts) Gegenspieler beim Konklave 2005

Bemerkenswert ist, daß diese Enthüllungen – jene von Austen Ivereigh über das Team Bergoglio (Kasper, Lehmann, Danneels und Murphy-O’Connor) zur Beeinflussung des Konklave 2013 und jene von Schelkens/Mettepenningen über die Gruppe St. Gallen zur Beeinflussung des Konklave 2005 jeweils zugunsten von Jorge Mario Kardinal Bergoglio – nicht aus Kreisen kommen, den eine Distanz zu Papst Franziskus oder den genannten Kardinälen unterstellt werden könnte. Die Enthüllungen stammen von Autoren, die den Kardinälen, über die sie Biographien veröffentlichten und den Positionen dieser Kardinäle nahestehen.

„Das Buch von Mettepenningen und Schelkens enthüllt, wie Danneels 1999 in diesen ungewöhnlichen Kreis eintrat. Allein schon, daß so etwas behauptet wird, ist ebenso erstaunlich wie schwerwiegend. Noch schlimmer ist, daß der Betroffene es bei der Buchvorstellung in der Herz-Jesu-Basilika am Koekelberg bei Brüssel öffentlich bestätigte“, so Faverzani.

Kardinal Danneels: Unsere Gruppe „hieß Sankt Gallen, wir nannten sie aber ‚die Mafia‘“

Danneels legte geradezu leichtsinnig und schockierend zugleich noch einen Scheit drauf: „Der modische Name war ‚Gruppe von Sankt Gallen‘, wir aber nannten sie ‚die Mafia‘“. Daß Mettepenningen über die Mikrophone von Radio 1 in Belgien schnell anmerkte, die Gruppe habe sich „liebevoll“ die „Mafia“ genannt, schwächt die Sache nicht ab.

Was Kardinal Martini zusammen mit gleichgesinnten Kardinälen und Bischöfen in der Kirche aufbaute, war ein Geheimzirkel und damit eine mafia-ähnliche Struktur. Das Stillschweigen, das die „Brüder“ hielten, war so eisern, daß selbst innerkirchliche Ermittlungen nichts erbrachten. Papst Johannes Paul II. hatte, da Gerüchte über die Existenz „seltsamer Treffen“ oder gar „eines geheimen Netzwerks“ in Umlauf waren und bis in den Vatikan drangen, Kardinal Ruini, seinen Kardinalvikar von Rom mit Erhebungen beauftragt. Ruini scheiterte an der „Omertà“, der Geheimhaltung, und mußte mit leeren Händen nach Rom zurückkehren. Das hatte zur Folge, daß man im Vatikan die Gerüchte als unbewiesen ad acta legte.

Rekrutierungsfeld COMECE – Wie konnte Minderheitenposition im Konklave eine Mehrheit finden?

„Mitglied dieser ‚Mafia‘“, so Faverzani, „war der niederländische Bischof Adriaan van Luyn, unter anderem Vorsitzender der COMECE, der Bischofskonferenz der Europäischen Union.“ Sein Nachfolger in diesem Amt ist seit 2012 Kardinal Reinhard Marx. Nur ein Teil der Mitglieder des Geheimzirkels ist bekannt, darunter die Kardinäle Kasper, Lehmann, Hume, Silvestrini, Danneels, Martini, Bischof Fürer und van Luyn. Die Mitgliedschaft des Großteils ist weiterhin unbekannt. Man weiß lediglich, daß sich darunter auch „österreichische und französische“ Bischöfe finden.

Die zentrale Frage, die sich viele derzeit stellen, ist: Wie konnte die Minderheitenposition, die der Geheimzirkel um den Jesuiten Martini vertrat, im Konklave 2013 zu einer Zweidrittelmehrheit für Kardinal Jorge Mario Bergoglio, den Kandidaten der „Gruppe Sankt Gallen“ alias „Team Bergoglio“ werden? Da es nur acht Jahre zuvor im Konklave eine satte Zweidrittelmehrheit für Joseph Kardinal Ratzinger gegeben hatte, ist ein grundlegender Richtungswandel einer Mehrheit der Kardinäle, von denen zudem mehr als die Hälfte erst von Papst Benedikt XVI. ernannt worden war, auszuschließen.

Martinis Rücktrittsforderung an Benedikt XVI. – Wurde gegen Wahlordnung des Konklave verstoßen?

Kardinal Carlo Maria Martini Mailand + 2012
Kardinal Martini, Erzbischof von Mailand, + 2012

Das Bistum St. Gallen bestätigte, daß die Treffen bis 2006 in der Bischofsstadt stattfanden. Daß sich die Gruppe in jenem Jahr, nach dem gescheiterten Versuch, die Wahl von Papst Benedikt XVI. zu verhindern, aufgelöst hätte, sollte nicht daraus geschlossen werden. Der Fortbestand des Geheimzirkels wird durch Austen Ivereighs Biographie über Kardinal Murphy-O’Connor bestätigt, die bereits im November 2014 erschienen ist. Ivereigh war es, der mit der von ihm als „Team Bergoglio“ bezeichneten Gruppe von vier Kardinälen gewissermaßen die Enthüllung der Gruppe Sankt Gallen vorwegnahm (siehe Organisierten Kasper, Lehmann, Danneels, Murphy-O‘Connor eine verbotene Kampagne zur Wahl Bergoglios?).

Kardinal Martini starb im August 2012. Laut dem progressiven Jesuiten Silvano Fausti, forderte Martini nur zwei Monate vor seinem Tod Papst Benedikt XVI. bei ihrer letzten persönlichen Begegnung unumwunden zum Rücktritt auf (siehe Als Martini von Benedikt XVI. den Rücktritt forderte). Ein Machtkampf um die Kirche von solcher Bedeutung und Härte, daß er bis in den Tod reichte. Ein Machtkampf, der Martinis Tod überdauerte: Erstaunlicherweise trat Benedikt XVI. tatsächlich acht Monate später für die Öffentlichkeit völlig überraschend zurück und machte damit den Weg für das Pontifikat von Kardinal Jorge Mario Bergoglio frei, etwas, was sich 2005 nicht einmal Kardinal Martini erhofft hatte. Damals war Martinis Ordensmitbruder aus Argentinien als Kandidat aufgeboten worden, um mit 40 Stimmen von 117 Wahlberechtigten, knapp aber machbar, die Wahl von Kardinal Ratzinger zu blockieren. Die Möglichkeit, Bergoglio zum Papst machen zu können, hielt damals niemand aus Martinis Kreis für realistisch.

Nicht zu vergessen ist auch der aggressive Tonfall, mit dem Kardinal Walter Kasper nach Benedikts Rücktritt im Vorkonklave „warnte“, sich in die Papstwahl einzumischen. Kasper war zur gleichen Zeit, was nachträglich seine Nervosität erklärt, frenetisch damit beschäftigt, einer der Architekten des Pontifikats Franziskus zu werden (siehe Die Warnung an Benedikt XVI. von einem … Kasper – Anti-Ratzinger-Pontifikat in Planung).

Wo tagte der Geheimzirkel seit 2006? Welchen Einfluß hatte er auf den unerwarteten Rücktritt von Benedikt XVI.? Wie organisierte er die Wahl von Papst Franziskus und kam es dabei zu Verstößen gegen die Rechtsordnung der Kirche und die Wahlordnung des Konklave? Letzteres muß nicht sein, ist angesichts der gezielten Geheimhaltung einer Fraktionsbildung in der Kirche auf höchster Ebene, deren Mitglieder sich selbst, ob scherzhaft oder nicht, als „Mafia“ bezeichneten, aber alles andere denn ausgeschlossen.

Text: Andreas Becker
Bild: MiL/katholisches.info (Montage)

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46 Comments

  1. Auf kath.net wird das ja schon als lediglich „unschickliches Verhalten“ der Gruppe heruntergespielt.

    • nachdem jetzt schon einige Spezialisten versuchen, die hier geposteten Beiträge dann auf kath.net gegen einen zu verwenden, muss ich mir noch überlegen, unter welcher Wodka-Marke oder unter welchem einem bulgarischen Fußballer entlehnten Pseudonym (Stoitchkov, Asparuchov?) ich künftig hier posten werde… :-p

      • Aber lieber Kostadinov,

        Sie werden doch nichts gegen die neue Barmherzigkeit in unserer durchgekasperten Kirche sagen wollen oder etwa doch!

        😉

      • Würd ich doch nie tun – ich halt’s mit Küng, der es toll findet, dass ein Papst so richtig durchregieren kann – witzigerweise findet er es erst unter diesem Pontifikat toll, bei den beiden Vorgängern hat er die Kollegialität vermisst. Mir geht es eher umgekehrt 😀

  2. Der jetzige Bischof von St. Gallen, Marcus Büchel, unterstreicht gleichsam, dass auch gesinnungsmässig die Bezeichnung „Gruppe Sankt Gallen“ nicht verfehlt sein dürfte. Bischof Büchel am 7. August 2015 in einem Brief an alle „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge“ mit folgenden haarsträubenden Aussagen:
    -
    „Menschliche Beziehungen haben viele Dimensionen, weil jede Person in sich mehrere Dimensionen trägt. Eine davon ist die Sexualität. Für die Förderung des Wohls der Person ist weniger die hetero- oder homosexuelle Neigung entscheidend als vielmehr der verantwortungsvolle Umgang mit Sexualität und allen Dimensionen in einer Beziehung (wie Achtsamkeit, Sorgfalt, Respekt oder Treue).

    Hier dürfen wir gerade als katholische Gläubige auf das Gewissen jedes und jeder Einzelnen vertrauen. Freuen wir uns an jeder Beziehung, in der sich die Partner als gleichwertige, wertvolle, geliebte Kinder Gottes annehmen, die Würde des anderen achten und das Wohl der Personen befördern!“
    -

  3. Die unbestreitbaren Äußerungen Danneels lassen erkennen, dass systematisch das Pontifikat Papst Benedikts unterlaufen wurde. Die gleichen Kräfte, die jetzt auf einmal ihre Papsttreue entdeckt haben, waren eindeutig ungehorsam. Bedenkt man, wie konsequent Papst Benedikt den Missbrauch von Kindern(!) in der Kirche durch Priester(!) abzustellen suchte, muss einen die Opposition dieser Gruppe gegen Joseph Ratzinger schon sehr zu denken geben.

    Wie ich aus persönlichen Gesprächen weiß, herrschten schon in den 80er Jahren verheerende Zustände in den Priesterseminaren. Als Papst Benedikt das ganze Ausmaß der pädophilen Strukturen in der Kirche bekannt wurde, handelte er sofort und sehr entschieden. So durften Homosexuelle nicht länger in den Seminaren ausgebildet werden. Damit war aber klar, dass es zu einer massiven Konfrontation konträrer Kräfte innerhalb der Kirche kommen wird. Papst Benedikt fand dann wohl nicht mehr die Kraft, diesen Kräften wirksam etwas entgegenzusetzen, man muss sich ja nur mal seinen physischen Zustand kurz vor der Rücktritt in Erinnerung rufen.

    Es ist doch auffällig, dass seitdem auf der Agende steht, die Lehre der Kirche müsse hinsichtlich Homosexualität geändert werden. Würde das eintreten, dann hätten Homosexuelle wieder freien Zugang zu den Priesterseminaren! Alle Maßnahmen, die Papst Benedikt im Zuge des schändlichen Missbrauchs von Kindern in der Kirche ergriffen hat, wären mit einem Schlag Geschichte, weil die theologische Basis fehlte!

    An allen Fronten wird derzeit verharmlost, selbst auf angeblich unabhängigen katholischen Medien. Die Ausfälle von Kardinal Marx gegen „Blogger“ waren wohl mehr der Nervosität geschuldet, dass hier noch mehr hochkommen könnte, was man um jeden Preis unter dem Tisch halten will.

    Entweder es gibt einen sehr schmerzhaften Reinigunsgprozess oder aber der Glaube wird in weiten Teilen der Kirche in Europa völlig degenerieren.

    • Kirchenopfer berichten, dass die Rate an Übergriffen in den 50er, 60er und 70er Jahren am höchsten war. Von schwulen Priestern, die ihre Sexualität mit anderen Männern auslebten, ging dabei eher wenig Gefahr aus. Im Gegensatz zu Klerikern, welche Probleme mit ihrer Sexualität und/oder Persönlichkeit hatten oder sich ihrer sexuellen Identität unsicher waren. Diese Erfahrungen bestätigen sich auch durch wissenschaftliche Untersuchungen.

      Dass Joseph Ratzinger irgendwann entschieden gegen pädokriminelle Mitbrüder vorgegangen wäre ist mir neu. Konkret wann und wie? Wenn er sich dafür eingesetzt haben sollte, homosexuelle Priester auszugrenzen, dann kann das ganz andere Hintergründe haben.

      Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden

      • Verehrte Frau Oetken,
        dass Ihnen zugefügte Leid ist entsetzlich. Ich wage nicht, hier irgendetwas zu schreiben, was Sie als Ihr Leiden relativierend empfinden könnten. Missbrauch ist das schlimmste Verbrechen, ob an Jungs oder Mädchen verübt, was man einem Menschen zufügen kann!

        Die mir bekannten Informationen belegen, dass in der katholischen Kirche Missbrauch von Minderjährigen vornehmlich durch homosexuelle Täter verübt wurde. Es wär mir neu, wenn dies nicht so stimmte.

        Ich nenne hier nur den Fall des ehemaligen und mittlerweile verstorbenen Vatikanbotschafter Józef Wesolowski.

        Was die Zahlen und die klaren sexuellen Präferenzen der Täter angeht, kann in der Tat schon ein Blick in Wikipedia unter dem Stichwort „Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche“ klärend sein.

      • Frau Oetken, ich nehme an, dass ihr Fall strafrechtlich verfolgt wurde und der Täter verurteilt. Das Ihr Leid schwer zu verarbeiten war und ist, verstehe ich. Solche Verletzung eines Kindes hinterlässt eine, kaum heilende Wunde. Jedoch,diese Wunde dürfte kein Titel, Keule werden, gegenüber denen, die nicht schuldig sind. Eine Schuld wird gerne an gerade passend-scheinende Stelle, platziert, besonders an vermutlich schwacher Stelle. So werden erneut die Unschuldigen geschändet. In immer größerem Umfang werden so die Unschuldigen vergewaltigt und „vergewaltigt“. Schauen wir auf das Kreuz.

      • Die Statistiken aus den USA sagen etwas anderes.

        Untersuchungen aus den USA, gemäß dem John Jay Report, einer Untersuchung, die von der US-Bischofskonferenz in Auftrag gegeben wurden, sodass die Ergebnisse von den betroffenen Hierarchen nicht manipuliert werden konnten, behaupten:

        „The John Jay report found that 81% of the victims were male. 22% of victims were younger than age 10, 51% were between the ages of 11 and 14, and 27% were between the ages 15 and 17 years.“

        Also 81% der Opfer war männlich und 51% zwischen 11 und 14, 27% zwischen 15 und 17. Insgesamt 78 % entspricht dem Beuteschema der Knabenschänder, wie man sie früher nannte und nur 22% der Kinderschänder.

        Also Päderastie und nicht Pädophilie in der Mehrheit der Fälle.

        Darüber mehr in:

        https://en.wikipedia.org/wiki/Catholic_sex_abuse_cases_in_the_United_States

        https://en.wikipedia.org/wiki/John_Jay_Report

        Der John Jay Report ist hier einzusehen:

        http://www.usccb.org/issues-and-action/child-and-youth-protection/upload/The-Nature-and-Scope-of-Sexual-Abuse-of-Minors-by-Catholic-Priests-and-Deacons-in-the-United-States-1950-2002.pdf

        Diese Untersuchung ist von niemanden angezweifelt worden und nach meinem Wissen handelt es sich bisher um die größte Untersuchung dieser Art.

      • „Die mir bekannten Informationen belegen, dass in der katholischen Kirche Missbrauch von Minderjährigen vornehmlich durch homosexuelle Täter verübt wurde. Es wär mir neu, wenn dies nicht so stimmte.“

        @Suarez,

        das heißt, diese Priester hatten mehrheitlich Beziehungen zu erwachsenen Männern UND missbrauchten parallel Jungen?

        Ex-Nuntius Wesolowski wurde von der Dominikanischen Staatsanwaltschaft wegen des Missbrauchs von Jungen verfolgt. Bei ihm wurden aber auch Filme gefunden, auf denen der Missbrauch von Mädchen zu sehen war. Ob Wesolowski die selbst konsumiert oder lediglich für Andere beschafft hat, weiß ich nicht. Auch nicht, inwieweit Mädchen zu seinen Opfern zählten.

        Beim Missbrauch durch Kleriker sollte man bedenken, dass der Zugriff auf Mädchen für sie lange Zeit eher begrenzt war. Ministrieren durften nur Jungen, viele Ordensschulen nahmen nur Knaben auf. Da der Lustgewinn bei sadistisch geprägten TäterInnen vor Allem darin besteht, das kindliche Opfer mittels sexueller Praktiken und sexualisierter Aktivitäten zu quälen, zu degradieren und zu entwerten, sind viele Pädokriminelle, was das Geschlecht der Kinder angeht nicht unbedingt festgelegt.

      • @Methodus,

        nein, wie die meisten Missbrauchsverbrecher wurde „mein“ Täter nie belangt. Das hat kulturelle Gründe und folgt einer langen Tradition.

        Was meine eigene Geschichte angeht, habe ich mich von den Verhaltensweisen und Einstellungen der damals Verantwortlichen distanziert, indem ich ihnen vergeben habe.

        Den Zusatz, mit dem ich meine Beiträge für gewöhnlich kennzeichne, habe ich nur gewählt, um darauf aufmerksam zu machen, wie verbreitet Missbrauchsverbrechen sind.

      • @Tradition und Glauben,

        bei der vom John Jay College durchgeführten Untersuchung wurden Akten zu angezeigten Fällen analysiert. Am Vorgehen ist methodisch nichts auszusetzen. Aber die Ergebnisse können allenfalls etwas über die Aktenführung der untersuchten Diözesen aussagen. Repräsentativ, was Verbreitung und Art klerikaler Missbrauchskriminalität betrifft, können sie nicht sein. Soweit ich informiert bin, hat diesen Anspruch noch keiner der mit der Untersuchung kirchlich verantworteter Missbrauchskriminalität befasster Wissenschaftler erhoben. Auch Prof. Pfeiffer nicht, der ja nachdem er feststellen musste, dass er würde seine Arbeit nicht ordentlich durchführen können, auf eigene Kosten Daten erhob.

        Aus diesem Grund habe ich oben ja „Kirchenopfer berichten“ geschrieben. Authentische, glaubhafte Informationen über das Vorgehen der Täter werden Sie nur von Opfern erhalten. Und es gibt Gründe, warum sich nur die wenigsten davon zu Wort melden:

        a) aus Sorge vor Ausgrenzung und Verfolgung, auch im Hinblick auf ihre Angehörigen
        b) weil sie weibliche Opfer sind und deshalb eher Häme als Verständnis zu erwarten haben
        c) weil sie die Taten abgespalten mussten
        d) weil sie, als die Übergriffe geschahen so jung waren, dass sie sie nicht explizit, d.h. sprachlich erinnern konnten

        Deshalb wird die einzige Aufklärung, die als aussagekräftig gelten kann, nach wie vor von den Opfern, den Mitbetroffenen und ihren UnterstützerInnen betrieben. Zu denen Teile der Wissenschaft, der Justiz, des medizinisch-therapeutischen Betriebs, der Medien und der Kirche selbst gehören.

        Scherzhaft, aber das nur halb, der Rest ist voller Ernst, nennen wir diese Gruppe „AUA“ (Allererste Unabhängige Aufarbeitungskommission). „AUA“ hat zahlreiche Mitglieder und ist auf der ganzen Welt verortet. Wer weiß, vielleicht bekommt „AUA“ ja irgendwann die Gelegenheit die Erkenntnisse zusammen zu führen und zentral zu veröffentlichen.

      • Frau Oetken,das ist natürlich noch schmerzlicher,diese Hilflosigkeit nochmals…Ihre Seele zerbrach nicht,das zählt.Gott beschütze Sie.

      • Sehr geehrte Frau Oetken,

        Ihre Aussagen sind -leider für die Kirche- total wahr.
        Ähnliche, wenn nicht identische, begegnet man immer wieder in vielen Ländern im westen und auf mindestens 3 Kontinenten.
        Ihrer Haltung kann man nur höchste Bewunderung und Respekt zollen.

        Was Ihre Frage betrifft, warum diese Männer in kirchlichen Leitungspositionen dies alles getan und vertuscht, teils auch noch propagiert haben:
        wenn man dies aufmerksam studiert und die Hintergründe der Täter und Ihr Umfeld analysiert, kommt man zu der eindeutigen Feststellung:
        weil diese Herren die Hl. Kirche in ihrer Seele verletzten wollten, in Aufstand gegen den Herren, gegen Gott; in Hybris, ähnlich und identisch mit Satan.
        Es ist ganz einfach Hochverrat in den leitenden Gremien, on Hoch bis unten.
        Abscheulich-Antichristlich und deshalb vertuscht und nie zum Ende aufgearbeitet.
        Und rezidivierend: machen Sie sich keine Illusionen:
        bis jetzt laufen Protagonisten von vor 20-25 Jahr noch stolz herum, sind uneinsichtig, und freuen sich gerade in den letzten Jahren daß es wieder bergauf geht mit dieser Brigade (cfr. Danneels mit seinen Adlaten).
        Jeder hat die Freunde die er selber auswählt.
        „Who am I to judge?“-“Ich werde die Täter selbst bestrafen!“
        In diesem Tohuwabohu vertraue man auf den Erzengel St. Michael und auf die Zusage Unseres Herrn: „…sed portae inferi non praevalebunt“.
        Es wird noch sehr viel ausgemistet werden müssen- packen wir es an!

        Exoriatur ex ossibus ultor

      • @Adrien Antoine,

        die wissenschaftliche Aufarbeitung von Gutachten und kirchlichen Aktenvermerken zu Täterpriestern legen nahe, dass viele von ihnen ihre Verbrechen spirituell begründet und aufgewertet haben. Wie und wo sie diese Haltung entwickelten, ist eine wichtige Frage. Es scheint in allen klerikalen Lagern Priesterseminare gegeben zu haben, die regelrechte Täternester waren. D.h. es wurden Opfer ausgesucht, entsprechend indoktriniert und viele von denen wurden später selbst zu Tätern. Einige dieser Einrichtungen wurden geschlossen, andere bestehen immer noch.
        Aus der Sicht einer Außenstehenden muss ich leider sagen: der Katholische Glauben bietet für solche Vorgänge beste Voraussetzungen.

        Um das Verständnis für einen weiteren wichtigen Punkt, nämlich die kollektive Vertuschung klerikaler Missbrauchsverbrechen zu fördern, möchte ich darauf hinweisen, dass es typische Tätereigenschaften gibt, die einer Organisation wie dem Katholischen Klerus sehr nützen.

        Es handelt sich um Fertigkeiten, die die Söhne psychisch kranker und multimodal übergriffiger Mütter entwickeln um in einem dysfunktionalen familiären Klima zu überleben:

        a) sich nahezu perfekt in das Gegenüber hineinfühlen können
        b) grundsätzlich niemandem vertrauen
        c) eine weitgehende Kontrolle der eigenen Emotionen
        d) großer Ehrgeiz
        e) manipulative Fähigkeiten, was Sprache, Mimik und Gestik angeht

        Solche Menschen wirken auf Andere schnell vertrauenserweckend, eignen sich in einem autoritären Gefüge für Führungsaufgaben, sind systemtreu und bereit, für die Institution auch Regeln zu übertreten und Gesetze zu brechen. Weiterhin sind sie oft gute Geschäftsleute und begabte Spendensammler.

        Und sobald deren Vorgesetzte ihre Missbrauchsverbrechen dokumentieren konnten, bestens erpressbar.

        Und wie schon erwähnt: sie finden diese Männer in allen Gruppierungen der Katholischen Kirche. Darum wird die Katholische Kirche die Missbrauchskriminalität, die sie zu verantworten aus eigenem Antrieb nie aufklären. Alles was dazu bisher geplant und installiert wurde ist nichts als PR.

      • „Frau Oetken,das ist natürlich noch schmerzlicher,diese Hilflosigkeit nochmals…Ihre Seele zerbrach nicht,das zählt.Gott beschütze Sie.“

        @Methodus,

        Danke für Ihre guten Wünsche!

        Zum Thema „Schmerz und Hilflosigkeit“: auch da ist mein Fall typisch für Viele der Millionen anderer Betroffener, die unter uns leben. Als Kind war mir gar nicht bewusst, dass der Täter hätte angeklagt und verurteilt werden müssen. Und die Menschen, die damals Verantwortung trugen es aus Überforderung und/oder falsch verstandener guter Absicht unterließen, die Kinder in meinem Umfeld und mir zu helfen.
        Denn Kindesmissbrauch war so verbreitet und sexuelle Gewalt gleichsam fest und selbstverständlich in der damaligen Alltagskultur verbreitet, dass kaum jemand auf die Idee kam, das zu hinterfragen oder darüber zu sprechen.
        Erst als ich schon längst erwachsen war und begann, mich mit der Welt in der ich aufgewachsen war auseinanderzusetzen, konnte ich das Ganze sortieren.

        Deshalb kann ich auch sehr gut nachvollziehen, warum viele Kirchenopfer sich erst lange Zeit nach der Tat damit auseinandersetzen, viele sich nie, manche nach Jahrzehnten melden.

  4. Der Schatten der über der Wahl Franziskus liegt,wird immer dunkler. Wenn man liest welch In-
    trigen geschmiedet wurden um Bergoglios zum Papst zu machen, dann stellt sich die Frage in
    Bezug auf den Hl. Geist nicht mehr. Vielmehr muss man an den Papstmacher Jesuit Kardinal Cario Maria Martini denken, der 2012 in die Ewigkeit abberufen wurde. Wenn alles so zutrifft, was
    jetzt bekannt geworden ist, dann hat er vor Gott einen schweren Stand gehabt. Die andere Frage
    ist die nach den anderen Übeltätern, die auch beteiligt waren und sind. Diese Kirchenmänner
    im vorgerückten Alter, haben keinen Skrupel und offensichtlich auch keine Gottesfurcht, also
    keinen Glauben. Daran krankt die Kirche von der Spitze her.

  5. Wenn ich mich nicht irre sollen die zwei Autoren ebenso wie die „Gruppe Sankt Gallen“ der Homo-Szene aufgeschlossen gegenüber sein. Es ist aber unsinnig zu denken man veröffentlicht so etwas bevor man den Sieg auch eingefahren hat, da steckt mehr taktische Finesse hinter, die Leute sind ja nicht auf den Kopf gefallen. Ich denke das man sich damit eine Option eröffnen will Franziskus zu rasieren falls dieser auf die Idee käme zurückzurudern. Alleine die Tatsache das er die FSSPX in der letzten Zeit mehrfach in den öffentlichen Fokus setzte löst bei allen Homos und rot-grünen Radikalinskis Fliegeralarm aus. Franziskus ist alles andere als dumm, er ist sehr gewieft, vergleicht man Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus mit Schachfiguren, wäre Benedikt der Läufer, manchmal auch als Bischof dargestellt im Schach, und Franziskus wäre der Springer, der Reiter. DIe Besonderheit beim Springer ist, es ist die einzige Figur die bei einem Zug zwei Richtungen einschlagen kann und eine hohe Beweglichkeit hat. Momentan bedient er ja noch alle Fraktionen mit seinen Aussagen und Gesten, das könnte aber jederzeit anders enden. Ich denke das Buch ist eine reine taktische Option.

  6. Ich frage mich, was diese Gruppe über solch einen langen Zeitraum verbunden hat, denn 1996 bis 2013 ist eine lange Zeit.

    1. Sympathie ist gut.
    2. Gemeinsame Interessen sind besser.
    3. Gegenseitige Erpressbarkeit ist am Besten.

    Zumal sie so lange unentdeckt blieben und jetzt sozusagen gewollt ans Licht kommen.

    In die Mafia ist es schwer hineinzukommen, aber es ist völlig unmöglich sie lebend zu verlassen.

    Was mag sich den bei den Treffen in St. Gallen abgespielt haben? Mir kommen da Szenen aus Visontis „Götterdämmerung“ in den Sinn. Vielleicht nicht so verfehlt?

    Das ist interessant: Kard. Martini soll mit Benedikt über dessen Rücktritt gesprochen haben und er tritt tatsächlich acht Monate später zurück.

    Vielleicht war Benedikt/Ratzinger auch erpressbar und ist es immer noch?

    Sein Vorgehen gegen die Homosexualisierung war m.E. ungenügend, da man Kandidaten mit schwachen homosexuellen Tendenzen weihen kann.

    Es heißt: ‚diejenigen, die Homosexualität praktizieren, die tiefsitzende homosexuelle Tendenzen aufweisen oder eine sogenannte homosexuelle Kultur unterstützen“, nicht als Kandidaten für ein Priesterseminar oder zu den Weihen zulassen können.

    Wenn aber jemand mit schwachen Tendenzen in ein Seminar eintritt oder nach der Weihe in die entsprechenden Kreise kommt, wo man ja auch „Frischfleisch“ braucht, dann werden aus schwachen Tendenzen starke Tendenzen.

    Pius V hat in „Horrendum illud scelus“ (1568) alle homosexuellen Kleriker in den Laienstand versetzt, sie ihrer Privilegien beraubt und der weltlichen Gewalt übergeben.

    Nachzulesen hier;
    http://wdtprs.com/blog/2006/11/official-document-from-rome-on-homosexual-activity-by-clerics/

    Er wiederholt damit die Bestimmungen des Konzils von Lateran (des wievielten muß ich noch nachschauen)

    Es war schon also mehr als einmal soweit, vgl. Liber gomorrhianus, XI. Jhd.

    Es scheint sich zu bewahrheiten, dass wenn man sie nicht aus dem Klerikerstand entfernt, sie die Oberhand gewinnen, dessen Zeugen wir jetzt sind.

    Es würde zwar leerer werden, aber besser. Wikipedia spricht von einem Anteil zwischen 25% und 50% in den USA.

    Eigene Beobachtungen:

    1. Weltklerus 25 %.
    2. Jesuiten 30% bis 40%, Dominikaner ein wenig darunter.
    3. Ordinariate, akademische Welt (Akademien, Fakultäten) und ab Weihbischöfen aufwärts tatsächlich 50%.

    Alle Angaben ohne Gewähr. Und wahrscheinlich je höher in der Hierarchie, desto größer die Dichte. Es ist wirklich diabolisch.

    Kyrie eleison! (Nicht nach Bischof Williamson, eigene Schöpfung).

    • Im Übrigen möchte ich Ihre Anmerkungen und Beobachtungen nur unterstreichen.
      Die alten Päpste haben die Zerstörungskraft der Sodomie innerhalb des Klerus sehr energisch bekämpft da sie um die Gefahr wußten und sich nicht scheuten dagegen vorzugehen. Es gibt auch sehr scharfe Verordnungen von Paul IV. und Sixtus V. zur Ausrottung der Sodomie im stadtrömischen Klerus. (Es wird vielleicht der Einwand kommen „das hätte nichts gebracht“. Trotzdem sie haben es als Ärgernis benannt und wollten es auslöschen. Das ist der große Unterschied zur heutigen Praxis Wo dies erstens offiziell vollständig verschwiegen wird und zweitens es sanktionslos geduldet wird. Normal empfindende Pfarherren, welche Beziehungen mit Frauen eingehen haben dagegen ungleich mehr und oft mit erheblichen Konsequenzen zu rechnen.) Übrigens leben gerade im Bistum St. Gallen einige bedeutende Pfarrherren offen in „Homosexuellen Beziehungen“. Einer schreibt sogar auf „kath.ch“ einen „Blog“.
      Daß „schwachen Tendenzen“ scheinbar kein Weihehindernis darstellen ist natürlich brandgefährlich und wurde von den alten Päpsten niemals so verteten.
      Diese Differenzierung ist auch nicht vernünftig.

    • Sehr gutes Posting.
      Sie haben den Nerv der Sache getroffen.
      Zu ähnlichen wenn nicht identischen Vermutungen sind auch andere gekommen.

  7. Es ist offenkundig keine „Verschwörungstheorie“ wenn man sagt, daß es innerkirchlich eine Verschwörung gegen die Kirche von ungeahntem Ausmaß gibt.
    Jetzt, wo sie ihrem Ziel so nahe sind wie nie zuvor, fangen sie selber an zu reden. Warum auch noch etwas vertuschen?
    Die Revolution frißt ihre Kinder.

    Da tun die treuen Kardinäle wie auch Papst Benedikt gut daran, sich abseits zu halten und sich nicht in die Diadochenkämpfe des Kasper/Marx/Bergoglio- Lagers verwickeln zu lassen.

  8. „Aber ich werfe dir vor, dass du das Weib Isebel (= Zauberei) gewähren lässt; sie gibt sich als Prophetin aus und lehrt meine Knechte und verführt sie, Unzucht zu treiben und Fleisch zu essen, das den Götzen geweiht ist. Ich habe ihr Zeit gelassen umzukehren; sie aber will nicht umkehren und von ihrer Unzucht ablassen.
    Darum werfe ich sie auf das Krankenbett und alle, die mit ihr Ehebruch treiben, bringe ich in große Bedrängnis, wenn sie sich nicht abkehren vom Treiben dieses Weibes.
    Ihre Kinder werde ich töten, der Tod wird sie treffen und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Herz und Nieren prüft, und ich werde jedem von euch vergelten, wie es seine Taten verdienen.“ (Off 2, 20-23) – Lange wird Gott Vater alledem nicht mehr zuschauen….

    • Das bezieht sich allerdings wohl auf eine konkrete falsche Prophetin in der damaligen Gemeinde in Thyatira.
      Isebel ist der Name der heidnischen Frau des israelitischen Königs Ahab, die ihn und das Volk dazu verführte, die Baale anzubeten.
      Der Name ist hier Metapher für eine falsche Prophetin, die wahrscheinlich den Nikolaitismus verkündete. Er bedeutet: sexuelle Freizügigkeit und das synkretistische Teilnehmen an heidnischen Ritualen i.S. der „Ökumene“ (wie man heute sagen würde).

      Man kann das sicher auf unsere Situation übertragen, wobei die falsche Prophetin heute der Klerus selbst ist. Johannes Paul II. hatte keine Scheu, synkretistisch zu handeln. Auch Benedikt übrigens nicht! Aber das Volk verpennte das, weil sie ja so brav taten, wenn es um Sex ging. Aber weder Johannes Paul II., noch Benedikt griffen durch, wenn es um den Klerus und seine sexuellen Machenschaften ging. Paul VI. sowieso nicht – auf ihm lastet ja der Vorwurf, selbst … andersherum gewesen zu sein. Ob das eine Verleumdung ist oder nicht, weiß ich nicht, aber auch er griff nicht durch. Dabei geschahen gerade zu seiner Zeit sehr viele sexuelle Verbrechen durch Kleriker.

      Ich will mich durch fromme Enzykliken nicht blenden lassen, wenn in der Praxis alles anders aussieht. Papier ist geduldig. Was steht nicht alles auf dem Papier!

      • @zeitschnur
        Ja, das ist ein Aspekt. Der ‚Geist‘ der Isebel bedeutet darüber hinaus auch der Mißbrauch von Macht, da sie ja als Königin mit Manipulation herrschte und z.B. sich den Weinberg des Nabot, den sie ermorden ließ, sich unrechtmäßig aneignete. Ebenso bedeutet dieser ‚Geist der Isebel‘ Lüge, Zauberei und Verfolgung des wahren Geistes der Propheten, da sie den Propheten Elia verfolgen ließ, der sehr unter ihr litt.

  9. Vielleicht gibt es auch einen Zusammenhang zwischen dem Gerücht eines angeblichen Mordkomplotts an Papst Benedikt und dieser „Mafia-Gruppe“. Kardinal Romeo verkündete im Herbst 2011 bei seinen Gesprächen in China selbstsicher, so als wenn er dies genau wisse, dass der Heilige Vater innerhalb der nächsten 12 Monate sterben würde. In diesem Zusammenhang gab es u.a. auch ein Dokument, dass in deutscher Sprache verfaßt war. Dieses Geheimdossier wurde von Kardinal Darío Castrillón Hoyos an den Staatssekretär und den persönlichen Sekretär des Papstes geschickt. Mitte Januar habe sich Hoyos in dieser Angelegenheit auch persönlich mit dem Papst getroffen
    Dies wurde zwar vom Vatikan dementiert… Aber wir wissen es alle, der Vatikan nimmt es nicht immer genau mit der Wahrheit.

  10. Sehr geehrte @Angelika Oettgen: Kardinal Ratzinger und dann Papst Benedikt ist, seitdem diese Dinge bekannt geworden waren, von Beginn an kompromißlos für Offenlegung und Bestrafung der Täter/Priester eingetreten. Das sind Fakten, die Ihnen möglicherweise nicht in den Kram passen. Denn informieren kann man sich.
    Leider ist es so, daß die Feinde der Kirche (auch in der Kirche selbst) , wenn man sich da mal umsieht im Internet, nichts, aber rein gar nichts Gutes an Papst Benedikt lassen und die Wahrheit verdrehen wie und wo es nur geht.

    Im Übrigen: die Fälle, in denen Priester sich vergangen haben, sind nur ein Bruchteil (weit weniger als 1% – es liegt im unteren Promillebereich) von dem, was da insgesamt passiert ist. Noch heute sind die „Grünen“ überzeugt davon und propagieren es auch, daß der Sex mit Kindern etwas Gutes sei- für die Kinder! Das soll ja den Kindern bereits in der Grundschule so beigebracht werden: siehe Baden-Württemberg; und womöglich ist das auch in Berlin der Fall.
    Waren Sie mal auf so einer Demo gegen das Böse?

    • @Franzel,

      sind Sie so gut bekannt mit Herrn Joseph Ratzinger, dass Sie Ihre Annahmen zu „Fakten“ deklarieren mögen? Ich verlasse mich lieber auf die Berichte von Kirchenopfern.

      Was die verschiedenen Milieus angeht, in denen missbraucht wurde: die „Grünen“ unterscheiden sich in der Hinsicht nicht von anderen Gruppen wie Ordensgemeinschaften oder Sportvereinen. Missbrauch ist ein fester Bestandteil unserer traditionellen Sexualkultur.

      Zur „Sexualpädagogik der Vielfalt“: dass der Bildungsplan der Landesregierung Baden Würtemberg vorsieht, den Kindern zu vermitteln Pädokriminalität sei etwas Gutes, wäre mir neu. Die Debatte ist notwendig, denn gute Sexualpädagogik ist eine anspruchsvolle Sache. Die Diskussion sollte aber nicht polemisch geführt werden. Sonst könnte man noch denken, es geht Denjenigen, die sich da so engagieren gar nicht um den Schutz von Kindern. Sondern nur darum Aufsehen zu erregen und Stimmungen zu erzeugen.

      Was die „Feinde der Kirche“ betrifft: die sitzen wohl eher mitten in ihr drin. Ich habe im Zuge meiner ehrenamtlichen Arbeit viele sehr engagierte, vertrauenswürdige und tief gläubige Christen kennen gelernt. Aber auch einige erleben müssen, die vor Allem Eines sind: eitle und selbstgerechte karrieregeile Funktionäre.

      Die Menschen haben das Vertrauen in die Römisch Katholische Kirche verloren. Weil von deren Spitzenpersonal zwar viel gelabert, aber fast nichts gegen Missbrauchskriminalität getan wurde. Warum das so ist, darüber können wohl nur diese Männer selbst Auskunft geben.

      • Liebe Angelika Oetken! (darf ich Sie so vertraulich ansprechen?)
        „Die Menschen haben das Vertrauen in die Römisch Katholische Kirche verloren.“
        Zählen Sie sich auch zu diesen Menschen oder konnten Sie im Glauben durchhalten?
        Es tut weh zu lesen, was Ihnen widerfahren ist.
        Ein Kind ist schutzlos – und diese Schutzlosigkeit auszunützen, ist mehr als infam. Es ist ein Verbrechen an der Seele dieses Kindes oder Jugendlichen.
        Da gibt es nichts drumherum zu reden.
        Trotz allem hoffe ich, dass Sie ungeachtet dieser schlimmen Erfahrung Ihr Leben bewältigen konnten.
        Ich weiß es ja nicht, aber vielleicht hilft Ihnen trotz allem der Glaube an den verkündenden, leidenden und wiederauferstandenen Jesus Christus.
        Wenn Sie sich allerdings von Glaube und Kirche enttfernt haben sollten, müssen wir dies im Respekt vor Ihrer Entscheidung akzeptieren.
        Viel Gutes für Sie!

      • @Marienzweig,

        ich bin zwar getauft, aber evangelisch-lutherisch. Und weder gläubig, noch gehöre ich einer Kirche an.
        2009 kam ich in Kontakt mit kirchlichen Missbrauchsopfern. Mit einigen von ihnen arbeite ich eng zusammen. Im Laufe der Zeit ging mir auf, welche Bedeutung die katholischen Missbrauchsfälle für das Thema insgesamt haben. Das betrifft Sprache, Justiz, Wissenschaft, Opfermythen, Kultur und nicht zuletzt den Umgang mit Sexualität.
        Seitdem setze ich mich vermehrt damit auseinander.

    • Noch ein Nachtrag: Papst Benedikt XVI. hatte sich unermüdlich für die Offenlegung der Untaten wie auch für die Bestrafung solcher Priester eingesetzt. Er war hier hart, richtig hart. Vor allem aber litt er mit den Opfern mit. Für ihn selbst war das Ganze unfaßbar und zerschnitt sein Herz. Bei keinem seiner Besuche in solchen Ländern mit Mißbrauchsopfern ließ er sich nehmen, mit diesen zusammenzukommen und mit ihnen zu leiden und sie zu trösten.

      Leider fanden und finden die Medien kein Wort über die 99,99 % oder so der Mißbrauchsopfer, die nicht von Priestern, was unentschuldbar ist, vergewaltigt wurden körperlich, geistig, seelisch, sondern von oftmals ganz „normalen“ Menschen.
      Und von den „Grünen“ bzw. GrünRot ist da auch wenig die Rede, die bis heute nichts anderes tun, als die Kinder der geistgen Verrohung und Vergewaltigung auszuliefern. Von den Abtreibungsopfern (mehr als 10 Millionen- und täglich etwa 1000 mehr) war bei GrünRot noch nie die Rede. Der Schutz des ungeborenen Kindes vor der Ermordung war und ist bei RotGrün kein Thema; im Gegenteil: sie wurde und wird bis heute propagiert.

      • Zu mindestens zwischen Georg und Joseph Ratzinger scheint es in Bezug auf sexualisierte Misshandlungen, wozu auch Sadismus der sich in körperlicher Gewalt äußert zählt, Kommunikationshemmnisse gegeben zu haben
        http://www.regensburg-digital.de/domspatzen-vergewaltigungen-bis-in-die-90er/13032010/#comment-9967
        http://www.regensburg-digital.de/domspatzen-vergewaltigungen-bis-in-die-90er/13032010/#comment-9858

        Oder können Sie sich vorstellen, dass ein Mann der später zum Papst gewählt wird so etwas ignoriert?!? Oder sich sogar daran beteiligt?

      • „Leider fanden und finden die Medien kein Wort über die 99,99 % oder so der Mißbrauchsopfer, die nicht von Priestern, was unentschuldbar ist, vergewaltigt wurden körperlich, geistig, seelisch, sondern von oftmals ganz „normalen“ Menschen.“

        Studien kommen zu dem Ergebnis, dass 60 – 90 Prozent der Missbrauchsverbrechen innerhalb von Familien oder im familiären Nahfeld geschehen. Das sagt aber nichts darüber aus, wie hoch die Rate von Pädokriminellen innerhalb des Klerus ist. Denn wie wir alle wissen leben weitaus mehr männliche Personen in Familien als dass sie den Priesterberuf ausüben.

        Die Medien berichten inzwischen relativ gleichmäßig über die verschiedenen Missbrauchskontexte. Auch über Opfer, die durch Täter aus dem familiären Nahfeld missbraucht wurden. Allerdings steht da jeder Betroffene erstmal für sich. Über Opfergruppen lässt es sich leichter schreiben.Und die Umstände bei familiärem Missbrauch sind natürlich viel banaler, als wenn ein Kind von einem späteren Bischof oder einem gefeierten Reformpädagogen missbraucht wird.

      • „Abtreibung“ ist ein wichtiges Stichwort. Ungewollte Schwangerschaften, gerade wenn sie Teenager oder sogar Kinder betreffen, sind häufig das Ergebnis von Vergewaltigung und Missbrauch.
        Gerade in Kulturen, in denen Sexualität aus religiösen Gründen auf die Aspekte der Fortpflanzung reduziert wird. Was sie ungefähr in den Bereich der Viehzucht rückt. Und so menschenverachtenden Übergriffen Vorschub leistet.

        Da hilft nur Menschlichkeit, Aufklärung, Pragmatismus.

      • Ich glaube, verehrte Frau Oetken, jetzt verheddern Sie sich.

        Der christliche Glaube entfaltet Sexualität erst sinnvoll und zwar auf das Leben hin. Nicht die bloße Triebbefriedigung findet Ihre Rechtfertigung, wie das im aufklärerischen Denken der Fall ist. Da wo Sexualität zur bloßen Triebabfuhr wird, entfällt die Frage nach Schuld. Darum werden heute junge Frauen massenhaft in die Prostitution gezwungen, ohne dass das sittliche Bewusstsein daran anstoß nähme. Hier wird also eine eindeutige Form der Vergewaltigung zum legitimen Ausdrucksmittel der Triebbefriedigung. Eine Vorstellung von Sexualität, die von der Schöpfungsordnung abstrahiert, kann nicht einmal gegen die brutalsten sexuellen Praktiken Einspruch erheben. Alles ist dann erlaubt und gilt lediglich als Ausdruck menschlichen Suchens. Wo wollen Sie in einem solchen Denksystem überhaupt noch Missbrauch festmachen? Ich gebe Ihnen sehr zu bedenken, dass gerade dann, wenn Sexualität auf den Trieb reduziert wird, Ihr konkretes Leid gar nicht mehr als solches erscheinen würde.

        Man muss sich doch nur mal anschauen mit welchem Zynismus heute Prostitution zum Beruf deklariert wird und so das Leid der Frauen nicht nur relativiert, sondern gänzlich ausgeblendet wird. Die Bereitstellung des Körpers zur Triebabfuhr wird dabei zur bloßen Dienstleistung am Kunden, deren seelische Folgen man sich entgelten lässt.

        Gegen diese Sicht stellt sich die katholische Sexuallehre und hoffen wir für die geschundenen Seelen, dass das so bleibt.

      • @Suarez,

        Ihr Kommentar bestätigt doch mein Posting. Ich schrieb „in denen Sexualität auf die Aspekte der Fortpflanzung reduziert wird“ und nicht „in denen Sexualität auf die (männliche) Triebabfuhr reduziert wird“. Das ist nämlich ein großer Unterschied.
        Wenn ich nämlich lerne, dass Sexualität nur erlaubt ist, wenn sie der Fortpflanzung dient, dann habe ich keine Gelegenheit sie als ein Geschenk zu erleben, das Lust und Freude spendet. Denn es ist immer das Mädchen, bzw .die Frau, die das Risiko der Schwangerschaft, als Folge ungeschützten sexuellen Verkehrs trägt. Wo solche Vorstellungen verbreitet sind, gibt es auch viel sexuelle Gewalt. Die Frau wird auf ihre Reproduktion reduziert und ihr damit ein großes Stück Autonomie und Wert vorenthalten. Der Mann gleichzeitig überfordert. Er bekommt keine Gelegenheit zu lernen, wie er Sexualität so praktizieren kann, dass beide Partner sie genießen können. Wir haben dann genau das, was in der Porno- und Prostitutionskultur inszeniert wird. Dieser Bereich karikiert sozusagen das Traditionelle. Und bildet damit das Gegenteil von beiderseits lustvoll praktizierter Sexualität.

        Und genau diese Sicht schafft die Grundlage für die vielen Formen der sexuellen Ausbeutung, die wir überall finden.

      • @Suarez,

        sowieso erschließt sich mir nicht, warum ein so großes Gewese um Sexualität gemacht wird. Nicht zuletzt im Christentum.
        Es ist doch ähnlich wie mit dem Süßigkeiten- und Fernsehkonsum bei Kindern. Verbiete ich ihn oder schränke ihn stark ein, dann wird es erst richtig interessant. Vor Allem: die Kinder lernen nicht, ihr Verhalten selbst zu steuern und auf ihre Bedürfnisse zu achten.
        Bin ich dagegen als Erwachsene ein gutes Vorbild und biete den Kindern auch andere attraktive Beschäftigungen an, dann erleben sie sich als selbstwirksam und Süßes oder Fernsehen als lustvolle oder interessante Angelegenheit. Aber eine unter vielen anderen, die sowohl gut tun, als auch zu viel werden können. Diese vermeintlich „gefährlichen“ oder „verbotenen“ Dinge werden damit zu Alltäglichkeiten und laufen nicht Gefahr von den Kindern als unangemessen erstrebenswert eingeschätzt zu werden.

        Und viele Menschen, die auf ein langes Leben zurückblicken, in dem sie auch sexuell aktiv waren sagen: „es war oft gut, aber es gab auch viele andere schöne Sachen“.

      • Frau Oetken,

        Ihr Bild von Sexualität ist insofern verzerrt, als sie einerseits auf bloße Lustbefriedigung orientiert wird, andererseits aber einen Sinn haben soll, der über Triebbefriedigung hinausgeht.

        Ich denke, da geraten Sie schnell in den Nihilismus der Lust. Lust erfährt ja gerade in der Erfüllung ihre Vernichtung, um sich in einer steten Steigerung zu pervertieren, bis sie in ihr Gegenteil, die Unlust, den Ekel, umschlägt.

        Sexualität ist dann sinnvoll und wird auch so erfahren, wenn sie Liebe und Verantwortung einschließt. Verantwortung meint dann aber auch die Verantwortung für das Leben und nicht seine Negation.

        Darum kann Liebe nur in der Familie wirklich reifen, außerhalb der Familie wird Sexualität schnell zur selbstzerstörenden Lustbefriedigung.

  11. „Ihr Bild von Sexualität ist insofern verzerrt, als sie einerseits auf bloße Lustbefriedigung orientiert wird, andererseits aber einen Sinn haben soll, der über Triebbefriedigung hinausgeht.“

    @Suarez,

    wo habe ich beschrieben, welches Bild ich von Sexualität habe? Oben habe ich lediglich gefragt, warum dem Thema soviel emotionalisierte Aufmerksamkeit – das meine ich mit „Gewese“ – gewidmet wird.

    Über das präferierte Familienbild debattieren die Funktionäre der Katholischen Kirche ja ab morgen auf ihrer Synode. Jedenfalls offiziell.
    Warten wir doch mal ab, was sie danach vermelden.

    • Ich denke, Sie widmen hier dem Thema Sexualität eine sehr große emotionale Aufmerksamkeit, nicht ich oder andere.

      Sie haben durchaus Ihr Bild von Sexualität hier gezeichnet, wohl nicht vollständig und auch nicht schlüssig, aber doch deutlich. Für mich bleibt dieses Bild widersprüchlich und mit diversen Klischees behaftet. Da Sie abwertend von „Funktionären“ der Katholischen Kirche schreiben, frage ich mich, welchen Sinn Sie hier einem Gedankenaustausch beimessen?

      • Die Führungsebene der Katholischen Kirche widmet dem Thema „Sexualität“ eine ganze Synode. Und ich frage mich, warum diese Männer dieser Angelegenheit einen solch großen Stellenwert beimessen.

        Der Begriff „Funktionär“ ist für mich vollkommen wertfrei. „Kirchenfunktionär“ nutze ich auf dem selben Rang wie „Gewerkschaftsfunktionär“ oder „Parteifunktionär“.

        Welchen Sinn der Austausch auf Blogs hat? Gute Frage. Kommt auf den Blog, seine Administration und die ForistInnen an.

  12. @Angelika Oetken: Ich glaube Ihnen nicht.
    Warum sollte ich Ihnen irgendetwas glauben, was Sie hier schreiben, wenn Sie Papst Benedikt in den Schmutz ziehen? Es ist klar, daß die anti-christlichen Freimaurermedien nichts unterlassen haben, um den Papst und seinen Bruder zu kriminalisieren. Dieselben Medien aber predigen Tag für Tag die Vergewaltigung von Kindern, Frauen und Männern.
    Wenn der Prälat Ratzinger einem der Buben mal einen Klaps gegeben hatte, ist das nichts Anstößiges. Das müssen auch manchmal Eltern tun, nicht gerne. Auch Eltern sind keine Supermenschen. Und wer keinen Klaps gibt, gibt mehr als genug nicht-sichtbare, „geistige“ Klapse. Und das ist sehr pervers und unehrlich dazu. Also bleiben Sie bitte auf dem Teppich @Angelika Oetken bzw. kommen Sie mal vom Hochsitz da hinunter.

    Nur Rot-Grüne, Marxisten und sonstige dämonisch Inspirierten erziehen ihre Kinder nicht, aber predigen diesen alle Arten von Unzucht und halten sie zum Lügen und Betrügen an- und geben selbst „Anschauungsunterricht“.

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